verwöhnte Leute.
Unter dieser Ueberschrift finden wir in der „Krkf. Ztg." die nachstehenden treffenden Ausführungen:
Einen sehr interessanten Brief haben wir kürzlich erhalten. Ein Leser schrieb uns, er wisse ein ausgezeichnetes Mittel gegen die Butterknappheit: man solle das Verbot der Nachtarbeit in den Bäckereien wieder aufye- ben, dann gäbe es am frühen Morgen frische Brötchen, die man ganz gnt auch ohne Butter verzehren könne — wäh- rend bei den Brötchen vom Nachmittag vorher die Butter unmöglich zu entbehren sei. Das war nicht etwa Scherz, nicht Ironie. Es war ganz ernsthaft gemeint, ein getreues Spiegelbild von dem, was der Schreiber nach sechzehn Kriegsmonaten unter Krieg und Kriegsopfern versteht. Und dieser Spartaner, der ohne Nachtarbeit in den Bäckereien keine trockenen Brötchen zum Morgenkaffee essen kann, steht nicht etwa allein. Wer jetzt die Gespräche von Hausfrauen mitanhört, und zwar von Hausfrauen aller Schichten und Besitzklassen, dem tönt immerfort das Thema Butter entgegen. Es ist, als ob diese Frauen gar keine andere Sorge, gar keine andere Setmsucht hätten, als itttr die Butter. Nicht von: Krieg und nicht vom Frieden, nur voll der Butter sprechen sie. Seit »echzehn Monaten entbehren sie vielleicht den Gatten, Sohn oder Vater. Ihtd sie tragen es mit dem stillen Ernst der frei erkannten Notwendigkeit. Aber daß sie die Butter auf dem Brot entbehren sollen, darüber können sie stundenlang reden und die törichsten Briese an die Männer im Felde schreiben!
Darum sei es einmal klar und deutlich herausgesagt: das ist ein Irrtum, eine Verwirrung der Köpfe! Daß die Sorge für die gerechte Verteilung und für die gerechte Preisgestaltung der Lebensmittel die wichtigste Aufgabe der inneren Kriegführung ist, das brauchen wir hier nicht zu wiederholen, wir haben es oft genug gesagt. Aber die Hauptsache ist doch erreicht: wir kommen mit den notwendigen Nahrungsmitteln aus, wir haben genug, und auch für die gerechte Verteilung vor allem des Brotes ist gesorgt. Der Aushungerungsplan unserer Feinde ist gescheitert, ist abgeschlagen für alle Zeiten. Diese ungeheure Tatsache soll man sich immer vor Augen halten: daß wir eingesperrt in einer Festung sitzen und doch nicht Hunger leiben. Dies — und das andere unermeßliche Glück, daß wir den Feind nicht im Lande haben, daß unsere Städte und unsere Aecker nicht verwüstet sind, daß unsere Frauen und Kinder von den Furchtbarkeiten des Krieges verschont blieben. Wer daran denkt, dem vergeht die Lust, über die kleinen Unbequemlichkeiten zu schwatzen, die der Krieg selbstverständlich im Gefolge hat. Daß gerade über diese Kleinigkeiten so viel geschwatzt wird, das ist der beste Beweis dafür, wie gut es uns in Wirklichkeit geht. Wer es als ein tiefes Problem empfindet, ob man Brot auch ohne Butter essen könne, der zeigt damit aufs deutlichste, daß es ihm nicht an Brot fehlt, sonst würde er an die Butter gar nicht denken.
Rückzug hinter die griechische Grenze.
«s* Budapest, 10. Dezember. (T. U.) Die Bulgaren richteten, wie aus Sofia nach der „$gl. Rdsch." gemeldet wird, einen allgemeinen Angriff gegen die ganze französische Front in Mazedonien. Damit beginnt ein neuer Abschnitt im Balkanfeldznge. Die Bulgaren haben den Hanptstüstpunkt der Verbündeten Demir Kapn am Wardar bereits besetzt ur.b zugleich auch südlich von Ba- landovo die Offensive gegen die Engländer begonnen. Nach den letzten eingelaufenen Nachrichten haben sich En- teutetruppen bereits hinter die griechische Grenze zurückgezogen.
Reuters Berichterstatter in Athen erführt aus amtlicher griechischer Quelle, daß die englisch-französischen Truppen den Rückzug nach der griechischen Grenze fortgesetzt haben. — Weiter meldet Reuter aus Saloniki: Zwei Offiziere des griechischen Generalstabes sind hier aus Athen angekommen, um mit den englisch- französischen Militärbehörden die Einzelheiten des Abkommens zwischen den Ententemächten und Griechenland zu regeln.
Das Schicksal der Enteutetruppen.
ta^ Rotterdam, 10. Dezember. (T. U.) Eine Londoner Meldung bestätigt nach den: „B. T." daß die Lage der Salonikier Expedition trübe und gefährlich sei. König Konstantin sei offenbar der Ansicht, daß nachdem das serbische Heer aus Serbien vertrieben wird, die Anwesenheit der Entente überflüssig geworden iei. Der König erbot sich, die Truppen der Mittelmächte an der griechischen Grenze zurückzuhalten unter der Bedingung, daß die einzelnen Truppenteile der Alliierten, die über die Grenze kommen würden, unmittelbar zur Wieder- einschiffnng nach Saloniki abgehen. Die Bedingung wurde von der Entente nicht angenommen.
Ein Patronillenritt.
Novelle von O. E l st e r.
18) (Nachdruck verboten.)
Mehrere Bewohner des Städtchens wurden getötet oder verwundet. So gut es ging, ließ der Kommandant der Festung, Colonel Henriot, die Einwohnerschaft in bombensichere Räume unterbringen, aber für alle Be- vohner der Stadt war in den militärischen Unterkunfts- cäumen kein Platz, zumal sich auch aus der Umgegend otele Leute nach der Festung geflüchtet hatten.
Die französischen Geschütze auf den Wällen Pfalz- burgs vermochten das furchtbare Feuer der preußischen Artillerie nur in geringem Maße zu erwidern.
Einesteils bestand die artilleristische Ausrüstung des kleinen Platzes aus veralteten Geschützen, die nicht so weit trugen, wie die preutzischen Kanonen, andernteils fehlte es an Munition und artilleristischem Material. Die Besatzung der Festung war ursprünglich aus einem Linienregiment, einem Artilleriebataillon und einer Geniekompagnie gebildet, aber das Linienregiment war zur mobilen Feldarmee gestohen, ebenso die Geniekom- vagnie, sodaß nur das Artilleriebataillon von der eigent- sichen Besatzung zurückgeblieben war.
Außerdem hatte die Festung noch ein Mobilgarde- Sataillon zur Besatzung erhalten, sowie sich durch zahlreiche Flüchtlinge verstärkt, welche nach der Schlacht bei Körth hierher versprengt worden waren.
Komurandant Henriot hatte ferner aus den jüngsten Männern der umliegenden Ortschasterr ein Korps gebildet, welches sich den Titel „Franctireurs des Vogeses" zugelegt hatte. So glaubte sich Colonel Henriot, ein rster, im Kriegsdienst ergrauter Soldat, stark genug, jedem Angriff begegnen zu können und hatte die Auf- wrd«cung zarr Kapitulation energisch zurückgewiesen, ob- dS^rJiS. ^^ Mußte, daß xr auf einem verlorenen
der Enlenlelruppen an die griechische Grenze.
[ Aus dem großen Hauptquartier ]
oe* Großes Hauptquartier, 9. Dezember 1915. (Amtlich. WTB.) (Eingegangen 4,00 Uhr nachmittags.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Lebhafte Artilleriekämpfe an verschiedenen Stellen der Front, besonders in Flandern nnd in Gegend der Höhe 193 nordöstlich von Sonain. Ein französisches Flugzeug wurde südlich von Bapanme znr Landung gezwungen; die Insassen sind gefangen genommen.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Abgesehen von einigen Patronillengefechten ist nichts zu berichten.
DalkanLriegsschauplatz.
Die Kämpfe südlich von Plevlje, südlich von Sjenica nnd bei Jpek werden mit Erfolg fortgesetzt.
Djakova, Dibra, Strnga und Ochrida sind von bulgarischen Truppen besetzt. Die Kämpfe am Wardar sind in günstigem Fortschreiten.
Oberste Heeresleitung.
Wien, 9. Dezember. (WTB.) Amtlich wird vec- lautbart:
Russischer Kriegsschauplatz.
Keine besondere» Ereignisse.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die vergeblichen Angriffsuuterneh- mnngeu der Italiener gegen einzelne Abschnitte unserer Front im Görzische« dauern fort. Solche Angriffe wurden bei Oslavija am Monte San Michele nnd bei San Martin« abgeschlagen. Bei Dolje (nordwestlich von Tolmein) verbesserten unsere Truppen ihre Stellungen durch Eroberung eines feindlichen From- stiickes.
In S ü d t i r o l beschießt die italienische Artillerie einzelne Stellungen in unseren befestigten Räumen von Lardaro und Riva.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Auf den Höhen südöstlich von Plevlje wurden montenegrinische Banden zersprengt. Im Grenzgebiete nördlich von Berane haben wir den linken Flügel der Montenegriner zum Weichen gezwungen. Auch die Kämpfe gegen den rechten Flügel des Feindes verlaufen erfolgreich. Anf den Höhen westlich von Jpek warfen wir serbische Nachhuten. Zahl der gestern eingebrachten Gefangenen: zwei Offiziere und etwa i000 Mann.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes, v. Ho es er, Feldmarschallentnant.
Ereignisse zur See.
Eines unserer Unterseeboote hat am 7. Dezember vormittags im Dringolf einen albanischen Motorsegler anf dem sich 30 serbische Militärflüchtlinge mit Gewehren, vier Geschützen und Munition befanden, festgenommen und nach Cattaro gebracht.
Flottenkommando.
*-* Lugano, 10. Dezember. (T. U.) Die zweite Unterredung, die König Konstantin dem Vertreter der „Associated Preß" gewährte, macht der „Tal. Rdsch." zufolge in Italien Aufsehen wegen der Feststellung, daß eine Aufforderung Venizelos an den Bierverband, Truppen in Saloniki zu landen, nie existierte. Wie bekannt,baut der Vierverband auf dieser Behauptung sein Landungsrecht anf.
Aus dem serbischen Staatsarchiv.
»-^ Wien, 10. Dezember. (T. U.) Nach Meldungen aus Sofia beschloß die bulgarische Regierung die Veröffentlichung der von bulgarischen politischen Beanucn in Nisch vorgefundenen Schriftstücke aus dem serbischen Staatsarchiv über die Teilnahme der amtlichen serbischen Regierung am Fürstenmord in Serajewo.
Am Morgen nach der furchtbaren Brandnacht ließ die Beschießung nach und hörte gegen Mittag vollständig auf.
Ein Parlamentär erschien vor der Porte de Frarrce und forderte abermals zur Uebergabe des Platzes auf.
Der KommandatU versammelte die Offiziere und den Maire der Stadt um sich, um über die Kapitulation der Stadt zu beraten.
Das Städtchen Pfalzburg engten damals noch mächtige Festungswälle ein, die noci) aus der Zeit des genialen Festungsbaumeisters Vauban stammten.
In früheren Jahrhirnderten hatte sich an der Stelle der jetzigen Zitadelle eine kaiserliche Pfalz erhoben, in der jetzt ein kaiserlicher Pfalzgraf residierte.
Nach der hinterlistigen Eroberung Lothringens durch König Ludwig 14. von Frankreich hatte man die Pfalz zu einer starken Grenzfestung — nach damaligen Begriffen wenigstens — ausgebaut, und Pfalzburg, das Städtchen hatte dadurch bedeutend gewonnen. Es war allmählich zu einer französischen Ptititärstadt emporgewachsen, die außer einer starken Garnison eine zahlreiche Kolonie pensionierter französischer Offiziere besaß.
Im Schutze der mächtigen Wälle lagen die Kaser- nements und Offizierswohnungen. Den Mittelpunkt der Stadt bildete ein großer, mit Bäumen bepflanzter Platz, Place d'armes, auf dem sich das Standbild des tapferen nopoleonischen Generals Comte de Lobau, befand, der ein Pfalzburger Kind war und mit seinem einfach bürgerlichen Namen Mouton (Hammel» geheißen hatte. „Mon mouton est un Hon", dieser Ausspruch des Kaisers Napoleon stand in ehernen Lettern an dem granitenen Sockel des Denkmals.
An dem Platze lagen die Kirche, die Mairie, sowie mehrere Hotels und Cafees, die als gesellige Zusammeu- kunftsorte der Offtziere dienten. Das erste Hotel des ßMdtchens nannte sich .Hotel zur Stadt Basiel"; von
Der „ Erschöpfungskrieg" von Saloniki aus.
Die Franzosen und Engländer haben jetzt, wie der Korrespondenz „Heer und Politik" geschrieben wird, ein neues Schlagwort gefunden, das sie über ihre vielen Mißerfolge trösten soll. Während früher viel von den: „Aushungerungskrieg", von der „russischen Dampfwalze" und ähnlichen stark wirkenden Mitteln gesprochen wurde, reden jetzt, da die bisherigen Maßnahmen zur Nicderzwingung Deutschlands versagt haben, die ranzösisch-englischen Blätter nur noch von dem „Er- chöpfrlilgskrieg von Saloniki". An die griechische Grenze ist, wenn man den feindlichen Zeitungen glauben darf, die Entscheidung des Weltkrieges verlegt, beim dort sollen die verbündeten deutschen, österreichisch-ungarischen und bulgarischen Heere langsam aber sicher aufge- rieben werden. Durch den ständigerr Nachschub von Truppen wollen die Vierverbandsmachte angeblich immer größere Massen unserer verbündeten Truppen in diesen Wetterwinkel Europas ziehen, hier festhalten und natürlich vernichten. Von anderen Erfolgen, als von der Vernichtung unserer Heere, sprechen die feindlichen Blätter seit Beginn des Krieges überhaupt nicht. Es soll also ein Erjchöpsungskrieg im wahrer: Sinne des Wortes werden, der hier gegen unsere Kraft geführt werden soll, die weder durch die gewaltige englisch-französische Schlachtfront im Westen, noch durch das vielfache russische Millionenheer im Osten aufgerieben werden konnte.
Wenn nicht der Krieg besonders den französischen Blättern offenbar alle Vernunft in militärischen Dingen, geraubt hätte, dann würde man sich über die sachkundige Harmlosigkeit derartiger Hoffnungen wundern müssen. Denn es ist wirklich anch in keinem Sinne ein- zusehen, welche Bedeutung dieser Erschöpfungskrieg haben soll, und worauf die Vierverbandsleute ihre Hoffnungen anf einen so gewaltigen Erfolg gründen. Zwar gelang es den Franzosen, sich aus der drohenden Umfassung der Butgaren durch eine schnelle Flucht zu be- freicu. Eine solche Flucht ist aber doch kein Sieg, wenn sie auch gegenüber der Gefangennahme eines großen Teiles des Heeres einen Erfolg darstellt. Die Bulgaren konnten daraufhin die Linie Krivolac—Negotin—Kawa- darzki besetzen. Dieses Negotin ist nicht zu verwechseln mit der Festung in der Nordostecke Serbietls. Es liegt südlich von Krivolac und nördlich von Kawadarzki. Die Franzosen mußten sich nun auf Demir-Kapu zurückziehen, wo ihnen die Berge eine gute Verteidigungs- Möglichkeit geben. Nachdem sie ihre Stellung in diesem Cerna--<Karasm— Wardar-Bogen aufgegeben hatten, der von den beiden Flüssen Wardar und Cerna Karasu, einem Nebenfluß des Wardar, nördlich von Kawadarzki gebildet wird, sind sie wiederum ein beträchtliches Stück weiter nach Süden geworfen worden, denn Demir- Kapn liegt beträchtlich südlich von Krivolac am Wardar- flusse.
Der bekannte Kriegsberichterstatter Margini meldet seinem Blatte „Secolo" bereits, daß die Lage der Vier- verbandstruppen am Wardar aufs höchste gefährdet sei. Er spricht sogar davon, daß bei weiterer Entwickelung der Kriegslage im gleichen Sinne über kurz oder lang die Notwendigkeit eintreten müsse, den Balkanselbzug auszugeben. Nun wird kein Mensch den italienischen Kriegsberichterstatter und seine Kriegsberichte als besonders deutschfreundlich an sehen dürfen. Man wird darum in seiner Auffassung keine Schönfärberei der Lage zu unseren Ungunsten sehen sönnen. Woher nach diesem Stand der Dinge die französisch-englischen Blätter nun ihre Hoffnungen 'nehmen, daß von hier aus gegen unsere Truppen, welche von einem Erfolg zum anderen schreiten, ein Er- schöpfungskrieg geführt werden kann, das wird ein ewiges Geheimnis dieser Bettungen bleiben. Dabei ist die erstaunliche Tatsache festzustellen, daß unsere Erfolge mit der fortschreitenden Zeit immer größer werden, trotzdem die Franzosen unsere ersten Erfolge nur mit unserer angeblichen Kriegsvorbereitung erklärten. Nach den Darstellungen der Vierverbanöspresse bei Ausbruch des Krieges könnten wir schon nad) 12 Monaten nur noch kaum 100 000 Soldaten zur Verfügung haben. Jetzt find 16 Monate vergangen und der neue „Erschöpsungskrieg" in Südmazedonien beginnt auch bereits sehr stark zu einer Niederlage der Vierverbandstruppen zu werden. (Z.)
Unhaltbare Stellung der Franzosen und Engländer.
Lugano, 10. Dezember. (T. U.) Magrini telegraphiert dem „B. T." zufolge aus Saloniki von gestern: Der Druck auf die englisch-französische Front hat stark zugenommen. Besonders schwerwiegend ist der Druck auf den Bahnhof Strumitza mit der Bedrohung der frau- zösischen Rückzugslinie. Da vorher schon Monastir besetzt wurde, so ist die Stellung der Engländer und Franzosen unhaltbar geworden, nud diese müssen auf einen
den französischen Offizieren und der Gesellschaft gerne besuchte Cafees waren Casee Reuniou und Cafee Lobau.
Von diesem Platze aus liefen nach Osten und Westen die beiden Hauptstraßen, la rue allemande und la rite de France, zu den beiden Eingangstoren der Porte allemande und der Porte de France. Bor dem letzteren hielt am heutigen Morgen der deutsche Parlamentär mit dem Trompeter an seiner Seite.
Der Akaire der Stadt drang auf Kapitulation, da malt auf die Dauer der deutschen Belagerung doch nicht widerstehen könne und die Bevölkerung am meisten durch die Beschießung leide.
Aber die Offiziere, und vor allem der Kommandant wollten von einer Kapitulation nichts wissen. Der sTonv Mandant meinte mit vollem Rechte, daß die Preußen noch keine Belagerungsgeschütze mitführten; die Feldgeschütze könnten aber den Festungswerken keinen nennenslverten Schaden zufügen. Die Besatzung sei vom besten Sinne beseelt. Eiri Sturm auf die Festung, welche durch einen breiten und tiefen Graben umgeben sei, werde die Preußen ganz enorme Opfer kosten, ohne Aussichten auf Ge- ; lingen zu bieten.
So ward denn die Aufforderung des deutschen Parlamentärs zurückgewiesen, der sich mit der Bemerkung entfernte, daß man die Beschießung aufs neue eröffnen werde.
Die Offiziere begaben sich wieder auf ihre Posten. Colonel Henriot ging mit seinem Adjutanten nach dem deutschen Tore, um sich zu erkundigen, ob der Feind auch auf dieser Seite Anstalten zu einem Angriff oder einer Beschießung treffe.
Hier, auf der östlichen Seite der Festung, lagen allerdings die Verhältnisse für die Franzosen günstiger als vor dem französischen Tore. Das Plateau fiel schroff ab und war umgeben durch tiefe Täler, denen sich die dicht bewaldeten Berge und Schluchten der Vogesen an- schlossen. . (Fortsetzung folgt.)