Einzelbild herunterladen
 

äst Hefe® Front sechs feindliche Flugzeuge erbeutet Der Feind feuerte, um feine Niederlage vor den Emac- borenen.^zu^^verheimlichen, einen Siegessalut von Englische Vorbereitungen zur Verteidigung Aegyptens.

o-s- Wien, 8. Dezmber. (T. U.) Das DLuticiv Volksblatt" berichtet nach derDtsch. Tgztg" ausKow stantinovel: Den Meldungen türkischer Blätter zufolge treffen die Engländer große militärische Vorbereitungen zur Verteidigung Aegyptens.Jkdam" teilt mit, daß bei Tel el Kebir westlich von Jsmailia Befestigungen angelegt wurden. 80 000 Mann sind dort hingebraäN worden. Es werden neue englische Truppen erwartet. Die hier zusammengezogene Streitmacht mochte den Eng­ländern als ungenügend erscheinen für die Verteidigung Aegyptens. Bedenken verursacht auch die innere Lage Aegyptens, wie sich aus der in Kairo aufgedeckten Ver­schwörung zeigt. Die Verhaftungen dauern an. Der von den Engländern eingesetzte Sultan lebt in seinem Palast wie ein Gefangener.

Sriegsallerlei.

Höchstpreise für Gemüse.

Auf Grund einer Verordnung des Bundesrats wird über die Regelung der Preise für Gemüse, Zwiebeln und Sauerkraut bestimmt, daß im Großhandel für 50 Kilogramm frei nächste Verladestelle einschließlich Ver­packung folgende Preise nicht überschritten werden dür­fen: für Weißkohl (Weißkraut) 2,50 X, Rotkohl (Blan- kohl), Wirsingkohl (Savoyerkohl) 4,50 X, Grünkohl, Braun- oder Krauskohl 3 X, Kohlrüben (Steckrüben, Wrucken) 2,50 X, Mohrrüben (rote und gelbe Speise- nwhren, auch gelbe Rüben genannt) 5 X Zwiebeln 0 .//, Sauerkraut (Sauerkohl) 12 X Insoweit für Gemüse, Zwiebeln und Sauerkraut Höchstpreise im Kleinhandel festgesetzt werden, dürfen sie folgende Sätze für das Pfd., beste Ware, nicht überschreiten: Für Weißkohl 5 X Röt- kohl 7 X Wirsingkohl und Grünkohl 6 X Kohlrüben 5 X Mohrrüben 8 X Zwiebeln 15 4 und Sauerkraut 16 X Diese Bestimmungen treten mit dem 13. Dezem­ber in Kraft.

Ein französischer Torpedobootszerstörer gesunken.

Der französische TorpedobootszerstörerBranle- bas" von 340 Tonnen ist bei bedecktem Himmel und stürmischer See nachts auf eine Mine gelaufen und ge­sunken, wie der Bericht der Kriegsgerichtsverhandlung gegen den Kommandanten imTemps" vom 3. Dezem­ber ergibt. Da Zeit- und Ortsangabe fehlen, so ist ivohl anzunehmen, daß das Schiff im Kanal an der stanörischen Küste gesunken ist.

Die deutsche Heereskavallerie östlich Wilna.

Der 14. September brächte für das Kavalleriekorps die Fortsetzung des in breiter Front angelegten

Marsches in den Rücken der russischen Slrmee nni) gegen ihre rückwärtigen Verbindungen über die üinie ZoöziskiJDubatowka«)Nowy-Miadzjol (östlich des Narocz-Sees). Eine Unternehmung, ebenso kühn im Entschluß, wie rücksichtslos in der Durchführung. Ein Reiterzug angesetzt gegen die Lebensadern einer in beiden Flanken bedrohten Armee. Ein Vortragen der befürchteten schwarz-weißen Lanzenflaggen weit hinter die russische Front! Während sich im Norden und Süden die Zangen einer eisernen Klammer in Gestalt der Jusan- leriedtmsiouen der * und t Armee um die Flanken des russischen Heeres legten, begann im Osten, im Rücken des Heeres, die frisch zufassendeMkrbctt der deutschen Heereskavallerie.

Ein einziger Ausweg schien dem Feinde zu bleiben zum Entweichen: der Abschnitt zwischen dem Swir- See und den Berezyna-Sümpfen südlich Wischuew.J Dieser Abschnitt, sowie die von Molodeczno auf Wilna, Lida und Minsk führenden Bahnlinien, ferner die Eisen­bahn MinskSmolensk bildeten die neuen Zielpunkte der kühn geplanten, mit herrlichem Reitergeist öurch- geführten Bewegung unseres Kavalleriekorps.

Gegen die genannte Bahnlinie gingen zwei Kavalle­rie-Divisionen über die Wilia und Soly und Smorgon vor. Die dritte Division wurde zunächst gegen die Bahn WilejkaPoloczk eingesetzt.

Sehr bald und gründlich machte sich nun unsere Ka­vallerie im Rücken des Feindes bemerkbar. Schon am Miadziol-See wurde eine etwa 500 Wagen starke Ko­lonne mit Proviant und Ausrttstungsgegeustänöen ab- gefangen. Auf die Wagen setzten sich die Leute eines zugeteilten Jäger-Bataillons, um nun besser den schnel­len Bewegungen ihrer Kavallerie-Division zu folgen. Bei Dubatowra wurde eine Anzahl russischer Jntendan- lurbeamten gefangen. Sie führten eine Kasse mit 4000 Ru­bel russischer Staatsgelder bei sich. Viehdepots und Vor­ratslager aller Art wurden beschlagnahmt. Das russische Etappengebiet gab deutscher Heereskavallerie, was sie brauchte.

Im Kampf wurde die Wilia überschritten,

Smorgon wurde im Sturmangriff genommen,

der Bahnhof Smorgon wurde zerstört. Das Kavallerie- korps schwenkte von Smorgon nach Südwesten und von Zodziszki in Richtung SolyShuprany ein. Es galt in Gegend SolySmorgon die Hauptkräfte des Korps zunächst zusammenzuhalten und gegen starke westlich und nordwestlich Soly gemeldete, auf etwa vier Divisionen geschätzte, russische Heereskavallerie. Zwischen Soly und Smorgon wurde die Bahnlinie durch Sprengung einer Ueberführung zerstört. Ein gerade in Smorgon ein- laufender Eisen bahnzug wurde mit Volldampf in das gesprengte Trümmerfeld hineingejagt. ~

Heftige Gefechte in der Gegend SmorgonSoly Shuprany sahen die kommenden Tage. Am 16. Sep­tember wurde das stark besetzte Soly im Sturmangriff genommen. Mit dem Bajonett wurde die Stadt und 6aS Rittergut

von unserer Kavallerie gestürmt.

Südlich Shuprany wurde inzwischen ein feinblicher An­griff abgewtesen, wobei in schneidiger Attacke aufvor- gehende russische Infanterie 4 Offiziere und 300 Mann zu Gefangenen genurcht wurden. An willkommener Beute waren am 16. September allein bei einer Kavalle­rie-Division zu verzeichnen: 1 Maschinengewehr, 5 Pro­viantkolonnen, 1 Bäckereikolonne, über 1000 sonstige Sahrzeuge und 17 000 Rubel russischer Staatsgelder.

iner zur Zerstörung der Bahnstrecke Molodeczno Lida entsendeten Patrouille gelang eine wirksame L-pren- gung mitten während des lebhaften Zugverkehrs.

Eine andere Kavallerie-Division hatte rnzwifchen das besetzte Städtchen Wilejka angegriffen und gestürmt. Auch hier form die Reiterattacke zur Geltung und zu Ehren. Das Husarenregiment * ritt gegen eine ruyftche Kompagnie an und nahm dabei über 100 Mann gefangen.

Südlich Wilejka winkte dem deutschen Reiter als verlockendes Ziel die als Eisenbahnknotenpunkt und da­maliger Etappen-Hauptort wichtige Stadt Molodeczno. Sein Besitz war die erstrebenswerte, aber wahrlich nicht leichte Aufgabe, die sich die * Kavallerie-Division zu

Die Straße WUejkw-Mvloveczno ist beiderseits großenteils von Sumpfniederungen begleitet, die eine breitere Angriffs-Eutfaltuua fast unmöglich »lachen. Auch wurde die Straße selbst von der aus Wilejka her­ausgeworfenen nun schrittweise auf Molodeczno zurück- gehenden russischen Infanterie hartnäckig verteidigt. Der Divisionskommandeur befahl deshalb den Haupt­angriff aus nordwestlicher und westlicher Richtung, das Borgehen von Teilkräften auf der Straße, währeud ge­gen die wichtige Bahnlinie MinskMolodeczno eine ^prengabteilung entsendet wurde.

Wie vorausgesehen, stieß der Angriff auf Molodeczno in dem schwierigen Sumpsgelände auf die in Rechnung gestellte Hindernisse. Nur mühsam, buchstäblich Schritt für Schritt, konnte der Angriff vorgetragen werden. Zwar gelang es den Bahnhof unter kräftiges Artillerie- feuer zu nehmen: gegen die sehr starke Ortsbesatzung aber und neu eintreffende» auf freier Strecke ausgeladeue und sum Gegenangriff schreitende russische Bataillone erwies sich der Angriff als nicht erfolgversprechend. Vor sehr großer feindlicher Ueberlegenheit ging deshalb die Division am 18. 9. zurück. Für das ruhige planmäßige Zurückgehen der Division, deren einzelne Verbände wie­der den gemeinsamen Anschluß suchten, mag allein die Tatsache sprechen, daß das in tiefem Sumpfgelände rüm­pfende Dragoner-Regiment***) zwar 16 Stunden allein sich abmühen mußte, um einen etwa 5 Klm. breiten Morastgürtel zu überwinden, daß es aber lediglich mit verschwindend geringem Verlust weniger Pferde, ohne einen Reiter dabei zu verlieren, den Anschluß an die Division fand.

Inzwischen war die

gegen Bahnlinie MinskSmolensk entsandte Sprengabteilung in Gewaltmärschen auf ihr Ziel vorgegaugen. Rittmeister Lohmaun war der ebenso schneidige wie überlegt handelnde Führer seiner durch ein Geschütz und zwei Maschinengewehre verstärkten Es­kadron. Sorgsam vermied er alle größeren Straßen und Ortschaften. In lautloser Stille bewegte sich die kleine Truppe auf ihren geheimnisvollen nächtlichen Märschen. Reiter und Pferde gaben das Höchstnmß ihrer Kräfte her: aber schließlich war die Leistungsfähigkeit erschöpft. In Molode (etwa 12 Klm. nordöstlich LogojskZ mußte der Führer feine Truppe zurücklassen. Nur mit 40 der bestberittenen Jäger zu Pferde und einigen Pionieren schlug sich Rittmeister Lohmann weiter durch alle Schwie- rigkeften hindurch, seinem Ziel Zoöziuo (östlich Smole- wicze) entgegen. In der Nacht vom 19. zum 20. 9. er­reichte er dort die Bahnlinie und unterbrach sie nach­haltig an mehreren Stellen. Aus dem Dunkel der Nacht leuchtete der Bahnhof von Zodzino zu Rittmeister Loh­mann herüber. Deutlich sonnte er den Gesaug russischer Soldaten aus den auf dem Bahnhof Haltenden Transport- zügen vernehmen. Von russischer Kavallerie scharf ver­folgt, erreichte der schneidige Neiteroffizier glücklich seine Schwadron und mit ihr zusammen den Anschluß au eine dem Kavalleriekorps neu zugeteilte Kavallerie-Division in Gegend von Orpa.

Um einer Katastrophe zu eutgeheu, hatte der Gegner inzwischen starke Kräfte bei Oschmjaua und Soly mit Marschrichtung Nvrdost zusammeugezogeu. Mit täglich wachsender Ueberlegenheit ging er gegen die Hanptkräfte unserer Heereskavallerie in dieser Richtung vor.

Für den 19. 9. war das Vorgehen einer deutschen Infanterie-Division von Geljuny auf Smorgon zu er­warten. Die ***Kavallerte-Division hielt daher ihre Stellung bei Smorgon, selbst nachdem der Anmarsch eines ganzen russischen Armeekorps über Linie KremoZ Boruny festgestellt war. In einer brückenkopfartigen Stellung um Smorgon erwartete die kmnpferprobte Ka­vallerie-Division den Zugriff des weit überlegenen Geg­ners. Die früheren Gefechte bei Meyszagola und Ja- wiuny hatten erwiesen, daß diese Kavallerie-Division in der Lage war, den Angriff eines ganzen Armeekorps mit zuversichtlicher Stube zu erwarten. Hatte doch damals sogar das russische Gardekorps nach mehrtägigen erbit­terten Kämpfen gegen diese Division von weiteren An­griffen absehen müssen.

Die erwartete Infanterie traf zunächst nicht ein, hin­gegen erneuerte der Feind am 20. 9. seine überaus hef­tigen Angriffe unter Umfassung des linken Divisivus- flügels, der schließlich vor erdrückender Uebermacht zu­rückgenommen werden mußte. Gegen Abend wurde die Brückeukopfstellung unhaltbar. Nach zweitägigem harten Kampf gegen Truppen fast eines ganzen Armeekorps einer Glanzleistung unserer Kavallerie in der ihrer Eigenart doch so wenig entsprechenden Verteidigung ging die Division auf das nördliche Wilia-Ufer zurück.

Der Gegner drängte in dieser Nacht nicht nach, son­dern begnügte sich mit dem Borfühlen durch Patrouillen über den Fluß, wo inzwischen eine Infanterie-Division in Gegend Zodziszki- Tubatowka eingetroffen war.

Neue Anordnungen des Armee-Oberkommandos stellten an den folgenden Tagen dem Kavalleriekorps neue strategische Aufgaben und Ziele.

Führer, Unterführer und Reiter haben in jener Zeit geleistet, was von ihrer Umsicht und .Kühnheit, was von deutschem unverwüstlichem Reitergeist gefordert und er­wartet wurde. Die Anerkennung des obersten Kriegs­herrn gilt als Ansporn zu neuen gleichen Leistungen.

Eine seltene Anerkennung

sollte unserer Kavallerie zu Teil werden. Der feindliche Armeeführer, der am meisten den furchtbaren Druck der deutschen Reitermassen in seiner Flanke und in feinem Rücken gespürt hatte, erlreß folgenden, von uns im Schützengraben erbeuteten Befehl:

Die Kavallerie soll sich ein Beispiel an der energi­schen, mutigen und freien Tätigkeit der deutschen Ka­vallerie nehmen: ich halte dieses vorerst für genügend, um den Kavallerie-Abteilungen, insbesondere den Ko­saken und ihren Führern, den früheren Heldenmut ihrer Vorfahren ius Gedächtnis zurückzurufen die genaue, kecke Aufklärung an der Nase des Feindes, insbesondere in seinem Rücken, volle Freiheit in feinen Batterien und Kolonnen zu wirtschaften, über seine ermüdete s. Infanterie herzufallen das ist die Tätigkeit, von welcher jeder Führer leuchtende Beispiele aus der Ge­schichte der russischen Kavallerie wissen muß, denen die deutsche Kavallerie jetzt so erfolgreich nacheifert."

6) südwestlich des Narocz-Sees.

') 87 Klm. südöstlich Wilna.

') 70 Klm. südöstlich Wilejka.

°) 20 Klm. südwestlich Sywrgon.

Vermischtes.

Neue Brände bei der Feldpost. Nach einer Bekannt­machung des Reichspostamtes sind neulich im Laufe von etwa 14 Tagen wieder fünf Fälle vorgekommen, daß Postsendungen durch Selbstentzündung feuergefährlicher Gegenstände, wie Streichhölzer, Benzin, Aether usw., die in Paketen gewesen sind, beschädigt oder vernichtet wur­den. In dem einen Falle wurden von der aus 360 Beu­teln bestehenden Ladung eines Eisenbahngüterwagens 150 vernichtet und 60 stark beschädigt: ein anderer Brand zerstörte fast alle Felöpostpäckchen für eine Reservedivi­sion. Es handelt sich bei all diesen Gelegenheiten um Sendungen für Soldaten im Felde: sie müssen nun unter dem Leichtsinn solcher Absender leiden, die das Verbot des Versendens feuergefährlicher Gegenstände noch ivrmLr nicht hLgMLÜ» *'

Eine Avstufttng der Btttterprefts nach der steiten kraft hat die Stadt Homburg v. d. H. eingeführt. Sie verkauft skaudiuavische Dtetereibutter zu Preisen, die nach dem (StnEommeu des Käufers gestaffelt siud. Käu­fer, die bis zu 31 X Staatseiukvmmeusteuer entrichten, zahlen 1,90 X für das Pfund, solche mit 31 bis 70 X Einkommensteuer 2,20 X. und solche mit über 70 X Einkommensteuer den Höchstpreis. Auch der Fettpreis (1,40 bis 2 X) ist nach den gleichen Steuersätzen geregelt.

Mörderinnen vor dem Jugendgericht. Das Jugend­gericht in Hamburg verhandelte gegen die am 23. .Juli 1898 in Hamburg geborene Martha Koop und gegen die am 4. März 1900 ebenfalls in Hamburg geborene Henny Wischmann wegen Totschlags. Beide haben am 14. Juli 1915 die Händlerin Bethliua in deren Wohnung in der Elsaßstraße ermordet und beraubt. Das Urteil lautete gegen die Koop auf 15 Jahre Gefängnis und gegen die Wischmann auf 18% Jahre Gefängnis. Beantragt maren für jede 15 Jahre Gefängnis.

5000 Mark Geldstrafe wegen Ueberschreituug der Butterhöchstpreise. Wie aus Emden genreldet wird, ver­urteilte das dortige Schöffengericht den Direktor der Emdener Mvlkereigeuvsseuschaft Schöningh aus Suur- Husen zu 5000 Mark Geldstrafe oder entsprechender Haft. Er hatte zu hohe Butterpreise gefordert. Born Land­gericht Planen ist dieser Tage ein Mühlenbesitzer zu 6000 Mark Geldstrafe wegen eines ähnlichen Vergehens ver- urteilt worden.

Sie nöchste Seichslagfitzuiig.

Auf der Tagesordnung der 22. Plenarsitzung des Reichstages für Donnerstag, 9. Dezember, vormittags 10 Uhr, steht Sie Interpellation der Mitglieder des Reichstags Albrecht und Genossen betreffend Friedens- verhandlungen.

Den Donnerstag werden sich die Ritualen der deut­schen Volksvertretung wieder als einen großen Tag verzeichnen. Unmittelbar nach Eröffnung der Sitznng wird der Reichskanzler das Wort ergreifen. Nach ihm wird Scheide in a n n sprechen. Der Kanzler wird daraus autlvvrten und am Schlüsse daurl Landsberg re­den. Wie sich der weitere Verlauf der Dinge gestaltet, insbesondere ob es zur Auuahlne einer Erklärung kom- men wird, ist noch nicht vornuszusehen. Der dann fol­gende Freitag sowie der Sonnabend bleiben für Aus- schutzberatungen frei. Am Montag beginnt dann die Beratung der Krtegsgewiunstcuer im Plenum. In bezug auf letztere verlautet, daß der Staatssekretär des Reichsschatzamtes auch am Dienstag wieder in der Kommiffton mit größtem Nachdruck darauf aitfmerffam machte, daß dieses Gesetz lediglich den Charakter eines Sicheruttttsgesetzes tragen und daß aus ihm Schlüsse auf die künftige endgültige Steuerpolitik des Reiches in keiner Weise gezogen werden dürfen. Die Regierung verkenne nicht, daß die znkünftige Steuerpolitik des Reiches eine der schwierigsten Aufgabeit sei und die denk­bar größte Sorgfalt in der vorbereitenden gesetzgeberi­schen Arbeit erfordere.

Zum Kriegsgewinnsteuergesetz beantragten die Sozialdemokraten im Hauptausschuß des Reichstags in einer Resolution: 1) Die Feststellung des Bermögeusstarldes nach Maßgabe des Wehrbettrags- gesetzes von 1913 mit dem Stichtag des 31. Dezember schleunigst in die Wege zu leiten. 2) Alsbald einen (Ge­setzentwurf vorzulegen, der die Erhebuug eines erneuten Wehrbeitrags im Laufe des Steuerjahres 1916/17 Vor­sicht. Eine kouservative Entschließung will unverzüglich eaeignete Maßnahmen getroffen wiifem dnrch die die Veranlagutia imö Erhebung der künftigen Kriegsgewinn- steuer auch bei Eiuzelpersonen sichergestellt wird. Nach­dem der Retchsschatzsekretär die konservative Entschlie­ßung als ggtkgbareren Weg bezeichnete, wurde unter Ablehnung der sozialdentokraftscheti die kouservative Eut- fchließllng angenommen.

Sie Mordlal desBatalong."

Unter der UeberschriftDie Mordtat des Baraloug" bringt die Norddeutsche Allgemeine Zeitung einen Aus­satz, in dem es heißt: In der bekanntenBaralong"- Sache sind vor kurzem die in Amerika aufgeuvmmenen Verhandlungen eingetroffen. Darauf ist die Denkschrift der deutschen Regierung über die Ermordung der Be­satzung eines deutschen Ubootes durch den Koiumandan- ten des britischerl HilfskreuzersBaralong" uebst den zugehörigen Verhandlungen der hiesigen amerikanischen Botschaft sur Mitteilung an die britische Regierung über- sandt ivvrden. DieNordd. SUlgem. Ztg." bringt wdann diese Denkschrift im Wortlaut. Sie führt die eidlichen Bekundungen von sechs Amerikanern an, die auf dem DampferNievsian" als Maultierpfleger arbeiteten und Zeugen waren, wie der britische HilfskreuzerBara- long" unter amerikanischer Flagge erschien und ein deut­sches Uboot beschoß und zum Sinken brächte, das die Nicosian" angehalten hatte. Die Zeugen wiederholen ihre bereits aus früheren Meldungen bekannten Aus­sagen, daß die deutsche Ubootsmannschaft teils im Wasser erschossen, teils später an Bord des Konnnandauten des Baralong", Kapitäns Mc Bridge kaltblütig ermordet wurden. Auch der Kommandant des Unterseebootes, der sich im Wasser schwimncend ergeben wollte, wurde er­schossen.

DieNordd. Allg. Ztg." fügt dieser Denkschrift hin­zu: Aufgrund des vorstehenden Materials kann es kei­nem Zweifel unterliegen, daß der Kommandant des bri­tischen HilfskreuzersBaralong" der ihm unterstellten Mannschaft den Befehl gegeben hat, hilf- und wehrlose Deutsche zu ermorden, sowie daß seine Mannschaft sich des Mordes mitschuldig aemacht hat. Die deutsche Re­gierung teilt diese furchtbare Tat der britischen Regie­rung mit und nimmt bestimmt an, daß diese unverzüg­lich den Komnmndanten und die beteiligte Mannschaft des HilfskreuzersBaralong" wegen Mordes nach den Kriegsgesetzen bestrafen wird. Sie erwartet in kürze­ster Frist eine Aeußerung der britischen Regierung, daß diese das Verfahren zur Sühmtng des empörenden Vor­falles eingeleitet hat. Demnächst erwartet sie eine ein­gehende Aeußerung über das Ergebnis des nach Mög­lichkeit zu beschleunigenden Verfahrens. Sollte ste sich in ihrer Erwartung täuschen, so würde ste sich zu schwer­wiegenden Entschließungen wegen Vergeltung des uu- gestthnten Verbrechens genötigt sehen.

Weitere Drahtnachrichten.

Meldung des österreichisch-ungarischenFlottenkommanbos

Wien, 8. Dezember. <WTB.) Amtlich wird ver- lautbart: Eines unserer Unterseeboote hat am 5. d Mts um 10 Uhr vormittags vor Ballona einen italienische« kleinen Kreuzer mit 2 Schloten versenkt

Flottenkommando.

Die Bierpreiserhöhung in Bayern.

, *^° München, 8. Dezember. (WTB.) Die drei baue- rochen stellvertretenden Generalkommandos bestimmten daß Mr München der Bierpreis für braunes Faßbftr und Flaschenbier für das Hektoliter nur um 2 Mark er- boht werden darf, für Luxusbie, um 4 Mark. Im übri- EÄÄÄ£*,",ln 4 Mark