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SeluM K umaetautt, tveil die Engländer die sechs Diener des Grabes dieses Heiligen, das bei dem Orte desselben Namens lregt, getötet hatten.

An der Kaukasusfrout nichts Neues. An der Dar- -anellenfront war das gewöhnliche feindliche Feuer au Lande und zu Wasser Dank der kräftigen Antwort unterer Artillerie ergebnislos. Bei Kemikli Liman strandete ein von unseren Granaten getroffenes feind­liches Transportschiff, während ein Torpedoboot die Flucht ergriff.. Bei Ari Burun vernichteten wir vor Kanlmrt ein feindliches Maschiuengewehr. Bei Sedd ul Vahr fand in der Nacht vom 2. zum 3. Dezember ein hefttger Bombenkampf statt. Der Feind schleuderte zahl­reiche Lufttorpedos gegen unser Zentrum und den linken Flügel Unsere Artillerie traf mit vier Granaten ein feindliches Panzerschiff, welches aus der Bucht von Saros die Gegend von Kavak Köprü beschoß. Das Panzerschiff stellte sein Feuer ein und entfernte sich. Unsere Ge­schütze zwangen auch ein Torpedoboot zur Flucht, wel­ches versuchte, sich den Inseln in dieser Bucht zu nähern.

Auf dieser Front wetteiferten in den letzten Tagen unsere Flieger an glänzenden Leistungen. Ein von un­serem Fliegerleutnant Ali Riza geführtes Militärflug­zeug schoß bei Sedd ul Bahr ein feindliches Flugzeug her­unter und zwang dnrch Bombenwürfe ein feindliches Panzerschiff, sich zu entfernen. Ein Torpedoboot, das dem Panzerschiff zu Hilfe kommen wollte, lief auf Grund. Darauf eröffnete unser Flieger Maschinengewehrfeuer gegen die auf dem Deck des Panzerschiffes befindliche Be­satzung, sowie auf die des Torpedobootes, und zwang durch sein Feuer eiu feindliches Flugzeug, welches ihn angreifen wollte, sich zrückzuziehen. Am 2. Dezember griff derselbe Flieger einen feindlichen Monitor, der unsere Stellungen beschoß, au und traf ihn, wie ma< feststellen konnte, mit seinen Bomben. Der Monitor sah sich gezwungen, das Feuer einzustellen.

«klegsallerlei.

Die Bahn Sofia-Nisch wieder hergestellt.

Die Eisenbahnverbindung zwischen Sofia und Nisch ist wieder hergestellt. De/ Zugverkehr hat am Sonntag begonnen.

Die Sehnsucht der Deutsch-Balten.

Die folgende Schilderung der russischen Schreckens­herrschaft in Kurland und der Befreiung der Deutsch- Balten durch unsere Truppen entnimmt d»eKöln. Ztg." dem Brief eines baltischen Rittergutsbesitzerehepaares aus der Gegend von Libau:Deinen Brief erhielt ich erst vorgestern, gab es schon auf, eine Antwort zu er­halten, da die Korrespondenz-Beförderung doch sich sehr schwierig gestaltet. Seit drei Wochen sind wir schon hier (auf dem Gut), alles ist schön und friedlich inmitten der uns als Befreier erscheinende»» Feldgrauen, die in der Umgegend stationiert sind. Das Leben der Deutschen (Deutsch-Balten) hing an einem Haar: wenn die Trup­pen nicht so schnell eingerückt wären, wäre viel Unheil «»»gerichtet worden! Gesinde! unter der Maske turn Ko­saken sowie echte Kosaken brandschatzten und sprengten die von Deutschen bewohnten Häuser! Die Stadt sah öde und leer aus: Fensterläden geschlossen, Schaufenster zertrümmert. Ich traf viele der Bekannten in einem Gärtchen versammelt, alles ausatmenö nach der Befrei­ung. Die Strecke, die ich durchfuhr, machte den Eindruck des Todes, alles verlassen, von den Russen fortgetrieben: eingeäscherte Gehöfte, keine lebende Seele, nur verwil­derte Hunde, die sich an gefallenen Pferden gütlich tun. Wir hoffen auf den Fall von Riga wie eine befreiende Erlösung für die Unglücklichen! Ach, alles würde man hingeben und diese schwere Zeit ertragen, wenn Ruß­land für immer hier aus den Ostseeprovinzen getrieben ist. Gott schütze uns vor dem moskowitischen Gesiudel' Gestern war ich in N. und mußte über die Situativ»» lachen: auf dem Raseu eine Kuh: auf dem Hofe Ko- lonnenwagen und zwei Feldküchen: alles wimmelte von Militär, am Stall ein Postkasten in reichsdeutschen Far­ben. Gott gebe er bleibe!"

Sämtliche Pakete für die Türkei

und für Griechenland werden, nach einer Mitteilung der österreichischen Postverwatung, von jetzt ab vorläufig nur auf dem unmittelbaren Wege über die Donau und Bulgarien befördert. Da de* Weg über Rumänien hier- nach bis auf weiteres zur Beförderung der bezeichneten Pakete »richt benutzt werden wird, fallen auch die vor» dem rumänischenFinanzministerium angeordneten Dürch- führungsbeschränkungen für diese Sendungen fort.

Kürzung an den englischen Ministergehältern.

Die englische Regierung beschloß nach einem Te- legramm der KopenhagenerNational Tiosnde", sämt­liche Ministergehälter um ein Drittel herabzusetzen, um dem eigenen Volke in der Sparsamkeit ein gutes Beispiel zu geben. Wahrscheinlich werden auch die Mit­glieder des Unterhauses aufgefordert werden, auf ein Drittel ihrer Diäten, die jährlich 400 Pfund betragen, freiwillig zu verzichten.

Die amerikanische Friedensmission unterwegs.

Die Friedensexpedition des amerikanischen Multi­millionärs Fords reiste am Sonntag mit dem Dampfer Oskar II* von Neuyork ab. Es sind im ganzen 140 Personen daran beteiligt, darunter 54 Berichterstat­ter und drei Kinematographen.

WarschauDanzig.

Am 3. Dezember wurde laut Grazer Meldung der Deutschen Tagesztg." die Schnellzuasverbinöung War­schauDanzig über Mlawa eingeführt.

Auszeichnung des Fliegerleutnants Jmmelmann.

DerRetchsanzeiiger" meldet die Verleihung des Ritterkreuzes mit Schwertern des Hausordens von Ho- henzollern an den Leutnant Jmmelmann bei einer Jeld- fliegerabtejjlung.

Die Bekämpfung der Lebensmittelteuerung.

Im Hauptausschuß des Reichstages erklärte Staatssekretär Helfferich, mit seiner Zustirnmung seien zwetnml 200 Millionen Mark zur Bekämpfung der Le­bensmittelteuerung zur Verfügung gestellt worden. Die erhöhten Familtenunterstützungen sollen den Mmder- bemittelten die Beschaffung ihres Lebensunterhalts er­leichtern. Demselben Zwecke drenten die Ausgaben für die Arbeitslosen. Die Unterstützungen für die Textil­arbeiter würden zur Hälfte vorn Rerche getragen. Wenn der Staat Summen hergebe für die Aufzucht und Blast von Schweinen, so sei das im Interesse der Konsumen­ten zu begrüßen und eine Mitarbeit an der Lösung des ganzen Problems. Was von Reichs wegen ur dreier Hinsicht geschehen könne, werde geschehen. Es mupe da­ran erinnert werden, daß die Verhältnisse bet uns bcyer seien als in anderen Ländern, die viel größere Preis­steigerungen auf dem Lebensmittelmarkt hatten. Hrer aufklärend zu wirken, halte er auch für eme wichtige Aufgabe der Presse, die dazu bertrage, dre Einigkeit zu erhalten. ______________

Die deutsche Mauer.

Dies Wort lebt unter uns und leuchtet! Es ist uns Mu Upd M @g@Ä S^LBä. fasste S ÄUM Bit

Ehrfurcht, und unserer Herzen Dankbarkeit strömt mit. Die deutsche Mauer! Das Wort ist Ruhe, Kraft, Ver­trauen wundersam! Mir ist es immer, als klängen alle Glocken der Heimat, erst morgenbell und dann feierabeno- rein, und die Hände muß ich falten, und meine Seele klingt mit.

Weiln die Nacht schwer und stumm die Lande deckt, dann ist mir's, als käme ein Ton tief aus Fernen, leise, dunkel und so lieb, wie wenn ein Vater mit seinem Kinde tröstlich spräche. Die deutsche Mauer, gebaut aus Hel­dentum und Liebe! Ihr Brüder, die ihr die Mauer seid, die Heimat grüßt euch, die dankende, betende, still schaf­fende Heimat! Gedanken und Gefühle wollen eure und unsere Seelen binden. Merkt auf! Ihr habt die Mauer vor des Vaterlandes Toren aus euch selbst gebaut auf Feindeserde in unerhörter Spanne, lüttderbreit. Deut­sche, lebendige Kraft! Es ist, als sei die Kernkraft iui= seres Volkes in ihr eine wundervolle Einheit geworden. Jeder ist nur deutsche, heldische Männlichkeit, gelöst von Stand und Besitz. Eure Brüderlichkeit ist die Bindekraft, die Feind und Tod trotzt: ist die lichtquellende, stille Freude im harten, schicksalsdnnklen Tage. Der weih- nachtliche Sinn ist in eurer Brüderlichkeit offenbar gewor­den. Drum lebt euch tiefer in sie hinein: euer Herz muß hell von ihr bleibell. Wenn ihr heimkommt, dann sollt ihr. sie weiterleben und uns vorleben im neuen Deutschland. Welch ein Frieden muß das werden, wenn diese Brüder­lichkeit uns heilig und stark durchströmt! Sie ist eine Kraft zur Höhe, ein neuer Weg zn Jesu hin, ist neben dem Glauben an Gott, die Quellenfinderin im Lande der Ewigkeit.

Deutsche, lebendige Kraft ist die länderdurchziehende Mauer. Wundert ihr ench selbst nichtüber die Fülle von Kraft in eurem Leibe, vor allem aber eurer Seele'? Jst's nicht, als sei sie vervielfacht worden in diesem Kriege, als sei sie ungeahnt herrlich gewachsen im Dienste der heiligen Liebe? Diese so offenbarte, wahrhaft in Liebe dienende Kraft, die zum Siege stürmt oder aushält bis zum Letzten in der Hölle der neuzeitlichen Schlacht, die in sich schwingt stark wie in den ersten Tagen des Kampfes. Diese ineinandergelebte, in das Ganze gelebte Kraft, die Ziel und Größe ist, muß einst in der Ruhe des deutschen Friedens wirken und bauen am Heile Deutschlands und der Welt. Das: Ich will! steht, zur Heimat zurückstrah- lend, über der deutschen Mauer, und unsere Seelen fangen die Strahlen. Wachsein ist unsere Losung durch Tage und Nächte, Monde und Jahre! Als wache Menschen lebt ihr, Hell den Blick, klar den Kopf, mutig das Herz, fest die Hand!

Dieses Wachsein und Wachendleben, die Kunst, es zu tun, müßt ihr heimbringen. Und die Heimat wird euch segnen! Scharf ist euer Auge geworden, unerbitt- lich scharf. Laßt es so bleiben im Frieden, scharf für das große Volksziel und Weltziel, aber auch unerbittlich scharf für das Dunkle und Schwärende in uns. Eure Kraft im Schützengraben ist Ueberwinder- und Entbehrerkraft. Was soll ich da noch sagen? Wir stehen in Andacht! Und nicht wahr? Ihr habt oft diese Kraft neugemacht durch die aus Gott! Lehrt.uns das, wenn ihr heim­kommt! Bleibt in dieser Kraft als die Ersten! Ihr seid die Schirmer der heiligen Heimat und ihrer Schönheit, seid es mit Blut und Leben und ganzer, hingehender Seele. Liebe strahlt aus eurer Kraft, die da schuf die eherne, lebendige Mauer, und diese Liebe hat sich gerei­nigt von allem Selbstischen, Faden, teeren; sie hat sich vertieft und zugleich erhöht, eure herrliche, schlichte, feld­graue Liebe! Bleibt die Ersten in dieser Liebe! Lebt uns vor ihre Heiligkeit und Helligkeit. Sie ist Größe und Segen!

Deutsche Mauer, von dir sollen die fernsten Enkel reden iu der Sprache der Ehrfurcht und Nacheiferung! Du mußt stehen bleiben im Gedächtnis als ein unver­gängliches Mal deutscher Heldenart!

Vermischtes.

Die Vollendung des Leipziger Hauptbahnhofes. Sonnabend mittag fand im Beisein der staatlichen, städtischen Behörden und Vertretern der Industrie und des Handels eine schlichte Feier zur Schlußsteinlcgnng für den neuen Hauptbahnhof, der größten Verkehrsan­lage Europas, statt. Nunmehr ist das ganze riesige Ge­bäude dem Betriebe übergeben.

Ernste Erkrankung des Thronfolgers Alexei. Die Krankheit des russischen Thronfolgers rührt, wie Ber­liner Blätter aus Christiania melden, von Veränderun­gen der Scbilbfnorveldrüfe (am Kehlköpf) her. Schon mehrmals ist er daran erkrankt, und nun hat sich auch seine geistige Gesundheit erneut verschlechtert. Die Drü­sengeschwülste durch operativen Eingriff zu entfernen, ist bisher nicht gelungen. Es haben sich nun jedoch grö­ßere Drüsenvcrhürtuugen gebildet, und die Aerzte wol­len durch eine nochmalige Operation versuchen, ob sie nicht die Schildknorpeldrüse wieder in #2ine normale Form bringen können. Diesmal ist es ein Spiel um das Leben des Thronfolgers.

Russischer Besuch in den deutschen Gefangenen­lagern. Amtlich wird mitgeteilt: Die zum Besuch der russischen Kriegsgefangenen nach Deutschland entsandten drei russischen Schwestern und drei Herren des dänischen Roten Kreuzes sind nach Beendiyurm der Lagerbesuche nach Kopenhagen abgereist. Ihre in Deutschland gewon­nenen Eindrücke werden selbst übelwollenden Beurtei­lern bestätigen, daß Deutschland seinen, durch das Völ­kerrecht ihm auferlegten Pflichten auch den Kriegsge­fangenen gegenüber voll nachkommt. Während des Auf­enthaltes der russischen Schwestern in Deutschland fan­den des öfteren Besprechungen mit den maßgebenden Stellen der Heeresverwaltung statt, die einen Schluß auf die von den Kommissionsmitgliedern in Deutschland über die Behandlung der Kriegsgefangenen gewonnenen Ein­drücke zulassen. Die russischen Schwestern äußerten ihre uneingeschränkte Anerkennung über die Lagereinrich- tung, Unterbringung, Hygiene und Post. Mit Bewun­derung sprachen sie von den vorzüglichen Lazaretten und der Wund- und Krankenbehandlung, die den Kriegsge­fangenen mit der gleichen Sorgfalt und ärztlichen Ge­wissenhaftigkeit zuteil wird wie den deutschen Verwun­deten. Nur die von den Mitgliedern der Kommission vorgebrachte Bitte um Erhöhung der Brotportionen und vermehrte Verpflegung mußte wegen der auch der deut­schen Bevölkerung auferlezzten Sparsamkeit im Verbrauch des Getreides und der sonstigen Nahrungsstoffe unter Hinweis auf die von unseren Gegnern befolgte Aus- huiraerullgspolitik ablehnend beschieden werden.

Aerztliche Stimmungsbilder. Keiner kommt in so nahe Berührung mit dem Elend und Jammer des Krie­ges, wie der Arzt und trotzdem, das elastische Gemüt des Menschen sorgt dafür, daß nirgends so viel und herz­lich gelacht wird, wie gerade im Kriege. Umgekehrt wird auch nirgends so viel geschimpft. Ich war gerade wieder in der Stimmung, den Entschluß zu fassen, zu kündigen denn als Zivilarzt durfte ich dies. als die Schlacht von Soissons kam Arbeit, daß der Schädel brummte, tagelang keinen Schlaf. Was mich aber aus meiner unzufriedenen Stimmung Herausriß, war folgende Szene: Ein junger Mensch kommt auf den Tisch, Ober­schenkel zerschmettert. Als der Notverband entfernt nai& weilten sich die bestellten LolLgterr äff Seife feg;

Verwundete sagte aber mit zusammeugebissenen Zähnen! Nur keine Angst, Kameraden: es tut ja gar nichj weh ist doch fürs Vaterland." 91 te vergesse ich den Klang der letzten Worte. Ob ich an dem Tag hysterisch war, oder ob es auch anderen so ging, ich weiß cd nicht mir kamen Tränen in die Augen, und mein Ge­danke, zu kündigen, kam mir unglaublich lächerlich vor. Inzwischen sind % Jahre oder mehr verflossen, ich bin zur Etappe, vorübergehend hoffe ich, verdammt. Jüngere melden sich von Zeit zu Zeit zur Front, die allen ruhen sich aus. Daß man aber auch diese unterschätzt, wußte ich neulich erfahren: Ein läjähriger Familienvater hilft mir auf der Ortsstube bequemes Lebe». Neulich bittet er mich, ihn auf Felddienstfähigkeit zu untersuchen. Ich fragte:Was wollen Sie an der Front?" Da ant­wortet er kurz und ohne jede Phrase:Herr Doktor, ich habe drei Jahre gedient, mein Regiment hat große Verluste, die brauchen mich." Schade, daß ich ihn jetzt verliere. Aber Familie hin, Familie her, der Staat geht vor, und wer feine Kinder opfert, fürchtet nicht den Tod.

(T. Rösch.)

Humor oom Tage. Verdächtig. Einer von den jung alisgebildeten Mannschaften wird zum ersten Male aus die Straße gelassen. Zufällig folgt ihm in einiger Ent- fernung sein Feldwebel, der bemerkt, daß der Rekrut die tollsten Geschichten umcht. So grüßte er einen Ge­freiten der Artillerie, irreaeftthrt dnrch den roten Strei­fen, als ob es wenigstens ein General wäre. Andern Tags vom Feldwebel wegen seiner unsinnigen Grüßerel zur Rede gestellt, antwortet der Rekrut:Zu Befehl, Herr Feldwebel. Ich hab' halt jeden 'grüßt, der mir verdächtig vorkonnnen ts."

3m Hauptquartier bei Hindenburg.

Wien, 6. Dezember. (T. U.) Unter dem Ar­tikelWieder bei Hindenburg" schildert nach demB. L.-A." Goldman« in der SonntagszeiÄng derWiener Neuen Freien Presse" die Eindrücke, die er bei einem Besuch im Hauptquartier bei Hindenburg erhalte» hat. Ma»l sprach von dem Einzng in Berlin nach Kriegsende. Wovor mir schon hente bange ist," sagte Hindenburg lächelnd.Wenn es nach mir ginge, würde ich in Cottbus aussteigen. Ich liebe es nicht, mich feiern zu lassen. Aber so rasch geht es noch nicht mit einem Einzüge tu Berlin. Vorläufig wollen die Gegner keinen Frieden. Sie sind noch nicht mürbe genug. Wir müssen ihnen also weiter zusetzen, da sie keinen unserer Erfolge gelten lassen wollen. Am Aergsten treiben es die Franzosen. Heute noch wollen sie Elsaß-Lothringen wiederhaben. Dabei stehen sie nicht in Straßbnrg, sondern wir in Liste. Das ist schon beinahe keine normale Geistesverfassung »lehr, Ueorigens, wenn sie Elsaß-Lothringen durchaus h"beu wollen, so sollen sie es doch holen kommen. D»e Engländer scheinen ebenfalls entschlossen, den Krieg fortzuseßen. Allerdings kommen Nachrichten ans Indien, welche die englische Kriegslttft vielleicht ein wenig däm­pfen könnten. Wir müssen es jedoch erst abwarten, ob sie sich bewahrheiten. Immerhin, England hat seine Amillesferse. Ich denke dabei nicht nur au Indien. Auch in Rußland wollen offenbar Zar und Regiernng die Fortsetzung -es Kampfes. Das Seltsamste ist, daß alle diese Völker nicht merken, wie sie nur für England sich aufopfern. Es sieht nicht nach Friede»» aus. So lange kann auch Deutschland sein Schwert nicht in die Scheide stecken. Wir müsse»» weiter kämpfe», «nd wir werden auch weiter kämpfen, bis wir die Gegner von ihrer Niederlage überzeugt habe», die sie uns heute noch nicht glauben wollen. Die Parole heißt nichtDurchhalten" allein, sondernSiegen". Das ist anch das Wort meines Generalstabschefs." Auf die Frage nach der militärl- schen Situation erklärte Hindenburg:Die taktische Lage ist ausgezeichnet. 3m Osten namentlich hat das deutsche Heer die denkbar günstigste strategische Linie erreicht. Mit den jetzt eingezogenen Reserve»» könne»» die Russen nur die bereits vorhandenen Ka-res auffüllen, aber keine »reneu Heere mehr schaffen. Auch -er Offiziers- mangel hindert sie daran. Es ist eine faule Ausrede, wenn die Russen alle Niederlagen mit dem Mangel an Munition entschuldigen wollen. Es hat nicht den An­schein, daß sich -er moralische Zustand des russische»» Hee, res sehr gehoben hat." Eine neue Offeusive bezeichne» Hindenburg nicht als wahrscheinlich,aber kommen kann sie schon. Im Kriege gewöhnt man sich das Prophe­zeie»» am besten gänzlich ab. Dieser Krieg soll nicht seine« Abschluß finden, ohne daß die drei Hauptschuldige» Eng­land, Serbien und Italien ihre gerechte Strafe erleiden."

Einen bessern findst da nil."

E i »l e Be g e b e n h e i t.

Ain Meine war's. Strombin ein Leichenzug. Der» Auslandpfarrer man zu Grabe trug.---

Den Heimatfeinden mit dem Schwert zu wehrten, War er gefommen von den Kordilleren.

Die derktsche Fahne rauschte ihm voran. Da traf das welsche Blei den treuen Mann.--

Nur» sollt' sein letzter Wunsch Erfüllung sein: Eir» stilles Grab tm Heimatdorf am Rhein.

Zehn Brave hat das Regiment gesandt Zur letzten Ehre seinem Leutenaut. '

Die alten Glocken tönen seltsam schwer. Das ganze Dorf geht hinterm Sarge her. Da fahrt ein Zug den hoher» Damm entlang. Feldgraue. Zweige. Blumen und Gesang. Nach Frankreich! Jus Geläut braust mächtgen

sSchalles:

Deutschland, Deutschland über alles!" Da schau'n die Krieger Leichenzug und Grab: Wie auf Kommando bricht das Singen ab, Sie scharrn den Sarg, von Kriegern ernst getragen . . , Horch! Dunkel klingt aus den bekränzten Wagen Das Kameradenlied. Der Rhein rauscht mit: ---Einen bessern findst du nit." . . .

Reinhold Braun.

Weisere Drahtnachrichten«

Die italienische Landung in Albanien.

w Paris, 6. Dezember. (WTB.) Nach dem Turiner Sonderberichterstatter des Petit Parrsien landeten in Al, banien zunächst italienische Genietruppen. Sie sollen die Verbindung mit der serbischen Armee herstellen, die sich teils nach Dibra, teils im Küstengebiet zurückziehen.

England soll Berstärknngen senden.

** Paris, 6. Dezember. DerTemps" sagt, es sei die Ueberzeugung der französischer» Regierung, daß die Aufgabe Mazedoniens einen Fehler darstellen würde. Zurzeit seien französische politische Persönlichkeiten am Werte, bei England dieser Ueberzeugung Ausdruck zu geben. ES hmrdle sich darum, die Engländer zu verpfliA- ten, Bersrarkuttaen zu entsenden, je eine Wendium in tei öur<^ UnschUissigkeit und Verschleppungen allzr^ehr rMMinMMM Mge hervorrufen ^