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Griechenland soll gefügig gemacht werden.

te* Genf, 4. Dezember. (T. U.) Nach einer Melduno M Wta.M« W Sem V« ^

ja sogar d,e Verschärfnng der englisch-fran- zosischen Zwangsmaßnahmen gegen Griechenland bevor Nach einer Sofioter Meldung desB. L -A" find dre Bulgaren jetzt der griechischen Grenze sehr nahe und haben die Engländer und Franzosen in einen schmalen, gebirgigen, wenig bevölkerten Landstreifen der griechi­schen Grenze entlang zurückgedrängt. So muß es sich in aller Kürze entscheiden, welche Stellung Griechenland im Ernstfälle den zuruckwenhenden Ententetruppen geaen- über einnehmen wird.

Italienische Expedition nach Albanien?

0* Lugano, 4. Dezember. (T. 11.) Das Römische Korrespondenzbureau teilt demB. T." zufolge mit, die italienische Expedition nach Albanien sei bereits in Aus- führung begriffen.

e*^ Genf, 4. Dezember. lT. 1t.) Nach einer Athener- Meldung vom 2. Dezember sollen demB. T." zufolge vorgestern italienische Abteilungen in Vallona ge­landet sein.

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liefet und Mila.

Hat König Peter noch ein Heer?

Zwei Balkankönige, die den großen Worten Eng­lands und des Vierverbandes vertraut haben, befinden sich, wie der KorrespondenzHeer und Politik" geschrie­ben wird, angeblich in Skirtart, um über die gemeinsa­men Verteidigungsmaßnahmen gegen einen Angriff unserer verbündeten Truppen zu beraten. Die Bera­tung kommt reichlich spät, denn es ist nur schwer zu sagen, was eigentlich die Könige Peter und Nikita verteidigen wollen. Aehnliche Beratungen fanden ja mehrfach in jüngster Zeit in Paris und London statt, die aber auch (ein anderes Ergebnis hatten, als daß die Franzosen nach einer amtlichen französischen Mittei­lung ihre Unfähigkeit zugeben mußten, sich mit den Serben vereinen 31t können. Im Gegenteil, sie muß­ten ihre Stellung bei Krivolac räumen und das Heer umgruppieren". DerartigeUmgruppierungen", die aus den Tagen der russischeil schweren Niederlagen be­kannt geworden sind, bedeuten in diesem Kriege weiter nichts als Umschreibung für Niederlagen. Nun haben Nikita und Peter auch noch als dritten int Bunde zur Beratung den ungekrönten König von Albanien Essad Pascha zugezogen. Auch der serbische Ministerpräsident Pasitsch und die serbische Regierung sind in Skutari an­gelaugt. Es fragt sich nun, was tatsächlich der Gegen­stand der Beratungen sein kann. In vorderster Linie müßte eigentlich die Schaffung eines neuen Heeres ste­hen, ohne das eine Verteidigung naturgemäß unmög­lich ist. Das serbische Heer ist größtenteils vernichtet. Von den entflohenen Resten sind bei Prizren noch fast 20 000 Mann von den Bulgaren gefangen genommen. Eine große Anzahl von ihnen ist gewissermaßen desertiert, denn sie hat bürgerliche Kleidung angezogen und ist in die Dörfer zurückgewandert. Man wird darum höchstens noch mit 2530 000 zerstreuten serbischen Truppenteilen rechnen dürfen. Die montenegrinischen Kräfte befinden sich auch bereits auf dem Rückzüge vor den österreichisch­ungarischen Truppen. Es bleibt also nur noch derjenige Rest des serbischen Heeres übrig, der in Mazedonien vor den Bulgaren nach Albanien zu entfliehen versucht. Ob diese Flucht den Serben gelingen wird, läßt sich heut nod) nicht übersehen. Es ist aber anzunehmen, daß nach Lage der Dinge nur sehr wenige und geringe Reste hier albanisches Land gewinnen können. Von einer Bertet- digung, welche wirkungsvoll unsere vvrdringenden Ar­meen gegen Montenegro und Albanien zurückhalten könn­te, ist demgemäß seine Rede mehr, sodaß die Beratung zwischen dein Balkankönigen in Skutari nicht mit Tat­sachen zu rechnen scheint. Nun hat der englische Mi­nisterpräsident jüngst erklärt, daß die Befreiung Ser­biens ein Kriegsziel bilde. Das Gleiche hat soeben Son- nino in dem italienischen Parlament verfündet. Es ist nicht anzunehmen, daß die Serben, der König Peter an der Spitze, vor diesen Freundschaftsversicherungen, die in leeren Worten bestehen, große Ehrfurcht haben wer­den. Auch die Tatsache, daß die den Serben am meisten verhaßten Italiener int Parlament Serbien mehrfach hochleben ließen, wird die Serben nicht darüber trösten, daß die Großmächte sie völlig im Stiche lassen mußten. König Peter befindet sich auf der Flucht außerhalb des Landes, das er ins Unglück gestürzt hat. Seine Be­ratungen zur Verteidigung dieses Landes sind noch we­niger wert als leere Worte. (Z.)

Flüchtlingsschrecken in Montenegro nnd Albanien.

DerPester Lloyd" meldet aus Sofia: Die serbische Armee besteht nicht mehr. In den wegelosen Gebirgen Montenegros und Albaniens irren noch einige tausend Soldaten umher. Sie schleppen fast eine halbe Million Frauen und Kinder mit, und suchen vergeblich nach Nah­rung und Obdach. In den unwirksamen Gegenden herrscht Schneesturm und Kälte. Tausende verhungerter, erfrorener Menschen, zertrümmerte Gespanne und ver­streute Habseligkeiten bieten ein furchtbares Bild des Massensterbens. Die Zurttckslutenden ergeben sich hau­fenweise. Die Flüchtlinge erklären, es sei unmöglich, vorwärts zu konrmen, da dort die Macht des Todes durch Hunger und Kälte herrsche.

Die Gärung in Aegypten.

Aus Aegypten nach der Schweiz zurückgekehrte Mis­sionare erklären nach derFrkf. Ztg.", die Aegypter warten nur darauf, von den Türken und Zentralmäch- ten mit Waffen und Munition versehen zu werden, um sich einmütig gegen die englische Herrschaft zu erheben.

»-#> Sofia, 4. Dezember. Der bulgarische Konsul Batschwarov, der gestern aus Alexandrien in Sofia ein- iraf, berichtet über die Zustände in Aegypten: Die ägyp­tische Presse ist der Zensur unterstellt. Bor 14 Tagen wurden Truppenverschiebungen vorgenommen und ein Teil der ägyptischen Garnison nach Osten befördert. Die Bevölkerung verhält sich den Ereignissen gegenüber apa­thisch. Nur die Mohammedaner hoffen auf eine Verän­derung der Dinge. Selbstverständlich werden alle Ge­fühlsäußerungen der Mohammedaner gewaltsam unter­drückt.

Kriessallerlei.

Der Austausch der Verwundeten.

Aus Konstanz wird gemeldet: Freitag vormittag brächte ein schweizerischer Lazarettzug die ersten deut­schen Offiziere und Mannschaften. Der Kommandie­rende General v. Manteuffel begrüßte im Austrage des Kaisers die Angekonnnenen in der Unterkunftshalle des Roten Kreuzes und verlas Begrüßungstelegramme der Kaiserin, der Großherzogin Luise sowie des Königs und der Königin von Württemberg.

Meuscheuzufuhr aus den Kolonien.

LautPetit Parisien" wurde in der letzten Sitzung der Heereskommission des Senats festgestellt, daß.die französischen Kolonien bisher 160 000 Soldaten geliefert haben. Ein Antrag, die Anwerbungen nicht nur in Westafrika, wie schM MMÄM, Ment i« allM KKlü-

nien fortzusetzen und zu verstärken, fand einstimmige Annahme.

Ernährungsfragen in der Kommission.

Im Haushaltsaussclmß des Reichstages führte Frei­tag nachmittag der Staatssekretär des Reichsamts des Innern aus, er halte die Lebensmittelversorgung für eine der wichtigsten Fragen der inneren Politik. Leider gebe es auch ernste Männer und Blätter, die im Hin­blick ans die gestiegenen Preise einfach von Wucher spre­chen, ohne die Verhältnisse näher zu kennen und Grund­lagen für ihre Behauptungen au haben. Gewiß hätten einzelne ohne Rücksicht auf die Allgemeinheit hohe Preise zu nehmen versucht: es wäre aber ungerecht, dafür alle verantwortlich zu machen. Im Auslande seien die Preise zum Teil höher geworden als bei uns. Der Stams- sekretär ließ sich eingehend über die KartoffelVersorgung aus und glaubte, daß im allgemeinen die hier eutgegen- stehenden Schwierigkeiten überwunden seien, ebenso die Schwierigkeiten in der Butterfrage. Die Getreidever­sorgung sei durch eine erhöhte Einfuhr sicherqestellt, und wir würden unter allen Umständen durchhalten können.

Deutsche Heldentaten.

Eine kühne Erkundung.

Unter den Landwehr-leuten der 10. Kompagnie des Jnf -Regts. Nr. 181'zeichnete sich besonders Landwehr- monn Zahn aus Lengefeld, Amtsh. Auervach . VgU., aus Als in der Nacht vom 11. zum 12. Oktober 1914 freiwillige Patrouillen die Art der Befestigung und Stärke der Besatzung von Lille feststellen sollten, mel­dete er sich sofort. Die Truppe war vom frühen Morgen an marschiert und lag müde und hungrig auf einer Vor- stadtstraße. Als die Patrouille sich dem Wallgraben nä­herte, ließ der Führer seine zwei Leute zurück, um die Befestigungsanlagen zu skizzieren. Auf ein verabredetes Zeichen kam Zahn nach, während der andere zurückbliev. Nun kroch er mit dem Patrouillenführer unerschrocken bis an das äußere Tor vor. Doch nicht genug oamtt, er schlich sich weiter, bis zu dem inneren Tore und stellte fest, daß es durch Barrikaden gesperrt und besetzt sei. Unverletzt kam er von einem gewagten Unternehmen zurück, das ihn bis auf wenige Meter au den Feind ge­bracht hatte. Auch später im Stellungskampse war er stets einer der ersten, wenn es hieß: Freiwillige vor! Der Brave wurde später durch einen Kopfschuß schwer verwundet.

Kameradschaftliche Aufopferung.

Die 10. Kompagnie Inf.-Regts. 134 liegt bei N. tu den Gräben. Da soll durch eine Patrouille festgestellt werden, welche Truppen des Feindes der Kompagnie gegenüber liegen. Hierfür melden sich der Unteroffz. Otto Götz aus Waltersdorf und Ers.-Res. Thiel aus Leipzig freiwillig. 11,15 Uhr nachts verlassen beide den Graben. Bei der undurchdringlichen Dunkelheit ver­fehlen sie bald die Richtung, gelangen aber bald an eine feindliche Sappe. Hier wartet Thiel, mit allen Sinnen scharf beobachtend. Götz aber kriecht weiter vor und hatte bald den feindlichen Graben erreicht. Seine Ab­sicht ist es nun, einem feindlichen Posten ein Uniform- stück als Erkennungszeichen abzunehmen. Zunächst lugt und lauscht er längere Zeit in den feindlichen Graben. Bald hat er einen Posten entdeckt. Unbemerkt kriecht er an diesen heran, versetzt ihm blitzschnell einen kräf­tigen Schlag ins Gesicht und greift nach dessen Regt- mentsabzetchen. Rücklings stürzt der Posten in den Graben hinein, zieht aber Götz im Falle mit sich. Da­bei geht das Gewehr des Postens los, und auf seine Hilferufe eilen feindliche Soldaten herbei. Noch aber gelingt es Götz, rechtzeitig aus dem Graben hinauszu- springen und von heftigem Feuer verfolgt, zu entkom­men. Glücklich erreicht er Thiel. Beide ziehen sich nun eiligst zurück, müssen aber wegen des allzu heftigen Feuers in einem Granatloch Deckung suchen. Nach einer Stunde Harrens kriechen sie weiter. Da wird Götz durch einen Hüftschuß bedenklich verwundet. Un­ter Thiels aufopfernder Unterstützung schleppt er sich eine Strecke weiter. Bald aber überkommt ihn eine Schwäche und er bleibt liegen. Thiel schleppt unter wahrhafter Selbstaufopferung seinen Unteroffizier im heftigsten Feuer in den eigenen Graben zurück. 3,25 vormittags kommen sie dort an. Thiel ist völlig er­schöpft, aber seinen Unteroffizier hat er gerettet. Wegen ihres heldenmütigen Verhaltens wurden Götz und Thiel mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.

Ein gefahrvolles Unternehmen.

Am Abend des 16. Mai 1915 wurden bei R., wohin das 2. Bataillon des 5. Kgl. Sachs. Inf.-Regts.Kron- prinz" Nr. 104 gezogen worden war, 3 Züge der 5. Kompagnie eingesetzt, um zunächst die Lücke aus- zufüllen, die sich zwischen dem linken Flügel der vordersten Linie eines preußischen Regiments und einem zerschosse­nen, zu einem Stützpunkt ausgebauten Gehöft befand. Die nächste Aufgabe sollte die Wiedergewinnung eines vor dieser Lücke gelegenen und von den Feinden einem anderen Regiment entrissenen Grabenstückes sein. Es war stockfinster. Ein feiner Regen rieselte hernieder. Da galt es nun, in dem völlig unbekarmten Gelände An­schluß an den Flügel der vordersten Linie, der sich un­mittelbar neben dem in das Grabenstück eingedrunge­nen Gegner befand, zu gewinnen und einen Anmarsch­weg über diesen von Granaten völlig durchwühlten Teil des Gefechtsfeldes festzulegen. Vizeselöwebel Kühn aus Chemnitz stammend erbot sich freiwillig, diese schwierige Aufgabe zu lösen. Er ging vor immer und immer wieder in tiefe, wassergefüllte Granatlöcher stürzend, über geborstene Erdkästen, über Bretter und Balken, über Gräber und Leichen stolpernd. Dazu zischen unaufhörlich Schrapnells heran, Tod und Ver­derben speiend. Rastlos klapperten die Maschinenge­wehre. Weiße Leuchtkugeln stiegen in Zwischenräumen aus und zwangen immer wieder den Tapferen in dem schlammigen Boden Deckung zu nehmen. Nach furcht­barer Mühsal fand er endlich den gesuchten Anschluß. Nicht genug damit er wollte auch noch das Gelände noch weiter erkunden. Dabei ward er bemerkt. Ein nicht endenwollendes Maschinengewehrfeuer setzte ein und leider trafen die Geschosse nur zu gut. Schwer ver­wundet durch einen Leib- und Oberschenkelschutz sank Vizeselöwebel Kühn zu Boden und mußte auf freiem Felde in dem mörderischen Feuer ausharren, bis er ge­gen Morgen geborgen werden konnte.

Vermischtes«

Vom Regen in die Tranfe kam ein Weimarer Fleischgeschäft, das angezeigt worden war, weil es Leber- wurft über den festgesetzten Höchstpreis verkauft hatte. Aus die Behauptung des Händlers, es habe sich um Sar- dellenleberwurst gehandelt, wurde, so meldet derDeut­sche", eine Probe der nod) vorhandenen Ware nach Jena an das Lebensmitteluntersuchungsamt gesandt, dort konnte allerdings festgestellt werden, daß die Leberwurst eineUnze" Saröellenbeimischung enthielt, aber anderer­seits auch eine ganz gehörige Portion Kartoffelmehl. Der Wursffabrikant war also vom Regen in die Traufe geraten.

Das Einhamsteru. Daß bei uns Knappheit an man» chen Lebensrnitteln sein muß, ist gar nicht weiter ver« wunderlich, wenn man hört, wie viele Leute bei Kriegs­beginn Vorsorge getroffen haben. In einer Gerichts­verhandlung ist kürzlich zur Sprache gekommen, daß ein alleinstehendes Ehepaar es gehört übrigens den besser- gestellten Ständen an zu Kriegsbeginn u. a. 55 Pfund Schinken, SO Pfund Wurst, 50 Pfund Reis, 50 Psnnd Nudeln usw. eingekauft hat.

Wenn Liebesgaben kommen. Aus dem Briefe eines Feldgrauen im Osten teilt derH. Courr." mit: Gestern war ein Freudentag ohne Gleichen, es kam itämlid) ein Liebesgabentransport an, der schon länger unterwegs war und in Anbetracht der mageren Zeiten mit großer Spannung erwartet wurde. Rotwein, Kognak, Schnaps, Zigarren, Zigaretten, Tabak, Pfeifen, Messer. Keks, Schokolade, Taschentücher, Fleisch- nnd Gemiisekollser- ven, Niarmelade usw. Wir alle, und ganz besonders ich, fühlten uns durch den reichen Segen an Eßsachen, der sich nach den mageren Zeiten nun mit einemmal über uns ergoß, dermaßen beglückt, daß wir alle das Gefühl hatten, es sei ein großer Festtag. Wenn Weihnachten schon etwas näher gewesen, hätte der von einem der Leute ge­stellte Antrag, jetzt schon Weihnachtell zu feiern, gewiß aller Zustimmung gefunden, doch jetzt fanden wir die Feier noch etwas verfritht. Aber festlich mußte der Tag gestaltet werden. Der lange Tisch wurde mit Leinentuch gedeckt und einem jeden seine Sachen anfgekramt: nur um einzelne Sachen, die nicht in solch großen Ptengen vor­handen waren, daß jeder ein Teil besam, wurde eine Lotterie verunstaltet. Zu Abend wurde am weißen Tisch gegessen, was sich bei hiesigen Verhältnissen ganz beson­ders festlich ausnimmt: den Tisch Werten ein großer, runder, gelber Käse und eine Ntettwurst von ganz un­erhörten Dimensionen, eine Scheibe davon bedeckte voll­kommen eine Scheibe Kommißbrot. Etwas Notwehr und Schnaps gaben dem Fest die nötige Würze. Gestern mit­tag gab es mal wieder einenrichtiggehenden Braten mit Tunke", dazu Spargelgemüse!!! von den gestifteten Konserven: gestern abend wurde Glühwein getrunken, der sehr gut war, selbst die Zimtstangen fehlten ntd)t daran.

Der Blätterwald. DieTirnes", 31t der bekannt­lich noch eine ganze Reihe anderer englischer Zeitungen gehören, bezog das zu ihrer Papierfabrik erforderliche Holz bisher aus Norwegen. Dnrch den außerordent­lich großen Konsum stiegen aber die Holzpreise in Nor­wegen derartig, daß sie mit einer Rentabilität her Zei­tung nicht mehr in Einklang zu bringen waren, und so sah man sich veranlaßt, sich nach einer anderen Möglich­keit umzusehen, um das Holz zu beschaffen. Man macht sich im Publikum wohl kaum einen Begriff darüber, wie enorm die Holzmassen sind, die für den Papierbe- darf einer großen Zeitung verbraucht werden, und man wird gewiß erstaunt sein, zu erfahren, daß das neue Terrain, das dieTimes" erwarb, und das die Größe etwa der Provinz Hannover hat, nur für zehn Jahre reichen soll. Das neue Gebiet liegt in Kalifornien und besteht aus meilentveiten Strecken des wunderbarsten Sochwaldes. Auf diesem Gebiet befindet sich nun eine tadt im Entstehell, die nur von Arbeitern und Ange­stellten der Holzfällereten, Sägemühlen und Paptersab- rifeu bewohnt sein wird und etwa 5000 Einwohner ha­ben dürfte. Das Holz wird an Ort und Stelle gleich zu Papier verarbeitet, und die fertigen Papierrollen werden in eigenen Schiffen nach England .befördert. Man veranschlagt den Holzverbrauch derTimes" auf etwa 3000 Stämme täglich.

Witze vom Tage. Eine gute Probe. Kollege:Daß Ihnen Ihre Arbeit so selten gelingt, wundert mich gar nicht! Sie sind viel zn hastig und übereilt! Geduld müs­sen Sie fid) angewöhnen . . pumpen Sie mir 'mal zwan­zig Mark!" Sehr beschäftigt. Weshalb die beiden Herren da drüben auf dein Bureau gar nicht arbeiten?" Der eine liest doch die Zeitung!"Und der an­dere?"Na . . . der wartet d'ranf!"--Ende der Saison.Wir wollen abretsen, die Natur mahnt uns, daß es höchste Zeit ist!"Warum? Zu Hause finden wir doch auch nur Mahnungen vor."---Glaubwürdig. Hausfrau:Da finde ich sa in Ihrem Koffer die sechs Pnar Strümpfe wieder, die mir neulich bei der Wäsche abhanden gekommen waren!" Dienstmädchen:Ach ja, gnä' Frau, das sollte nämlich eine Ueberraschung werden ... die wollte ich Ihnen heimlich alle stopfen!"

(Fliegende Blatter.")

Deutschlands Wirtschaftslage nach dem Stiege.

Im Rahmen eines Vortrages über die Wirtschafts­lage Deutschlands äußerte sich in einer Versammlung zu Mannheim der Präsident des Hansabulldes, Pros. Dr. Riesser u. a. auch über die wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands nach dem Kriege. Gegenüber Beflirchtnn- gen, daß der Haß unserer Gegner in erster Linie unseren AuSlandshandel behindern werde, vermies der Redner auf die Aufnahmefähigkeit des Jnnenmarktes, der sich leit 1882 viel kräftiger entwickelt habe als der Außen­handel und auf die Beziehungen zu den neutralen Staa­ten. Nach seiner festen Ueberzeugung wird der Wieder­beginn der Handelsbeziehungen mit den heilte feindlichen Ländern nach und nach, wenn auch zuerst in beschränk­tem Umfange, außer allem Zweifel stehen, zunral alle Staaten, England voran, die schwere finanzielle und wirtschaftliche Einbuße, die sie erlitten, veranlassen werde, nach dem K-rtege durch internationale Beziehun­gen mögltd)ft bald auszugleichen.

Mit England werden die Arlknüpfullgeil sogar in erster Linie geschehen. England als kühler Rechner werde im öffentlichen Interesse auf gute kommerzielle Beziehungen nach dem Kriege besonderen Wert legen. Englands Textilindustrie schreie ja schon lange nach un­seren Farbstoffen. Was R n ß l a n d anbelange, so habe gerade fein Finanzminister erst kürzlich erklärt, daß kein Land, vor allem nicht Rußland, Deutschland als Lieferanten entbehren sönne. Frankreich werde sich vernünftigen Erwägungen wohl am längsten verschlie­ßen, aber es werde doch schließlich einsehen, daß es nicht Haß an die Stelle wirtscl>astltcher Erwägungen setzen sönne; es misse schmerzlich manches deutsche Erzeugnis und werde sehr erfreut sein, seinen Ueberschuß an Roh­stoffen an uns absetzen zu können. Zwischen den Ber­einigten Staaten und uns werde der Außen­handel alsbald nach dem Kriege trotz der ttzehässigkett und trotz der Hetzkanumgne gegen uns wieder in vollen Gang kommen, und die Konkurrenz der Vereinigten Staaten in Süd- und Mittelamerika werde unser Export überwinden können.

Wehere Drahtnachrichten.

Asanith soll Carson weichen?

»- Genf, 4. Dezember. (T. IL) Pariser Mittei­lungen zufolge soll nach derDtsch. Tgztg." Mcmuitb an­geblich vor seinem Rücktritt stehen. Sein Nachfolger soll Carson werden, der die allgemeine Wehrpflicht einzu- führen hätte.

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