sstrengnngen Der dortigen britischen Autoritäten. mn die weit über den Kreis der in Kairo ansässigen Jntellek- tnellen hinaus reichende politische und religiöse Vewe^ gung zu bekämpfen. Die Privatmeldungen von der Einrichtung einer Anzahl antibritischer Verschwörer ist "unbestätigt. Für richtig hält man aber die Erneuerung der Bitte des englisch-ägyptischen Khediven, sich in das Privatleben zurückziehen zu dürfen.
Det Kamps mit dem russischen Maler.
Die vollendete Vorbereitung des deutschen Winterfeldznges.
Der russische Winter, der 1812 das Grab der Großen Armee geworden sei, werde, so schrieb die russische Presse und so glaubte das Volk, auch die Deutschen vernichten. Auch diese Hoffnung war eine Enttäuschung wie alle anderen. Hindenburg, Prinz Leopold, Linsin- gen und wie sie alle heißen, die, nachdem Mackensen und Gallwitz ihren Siegeszug durch Serbien angetreten haben, noch auf der Ostfront kommandieren, werden auch mit dem „General Winter" fertig. Die russische Presse muß selbst bekennen, daß die Deutschen den Winterfeldzug des zweiten Kriegsjahres in einer bis ins Kleinste gehenden und geradezu mustergültige» Weste vorbereitet haben. Das bekundet ein Leitaufsatz des „Rutzkoje Slowo" vom 18. November, in dem es nach der „Köln. Ztg." heißt:
„Wir werden nicht die Fehler Napoleons wieder- holen und euch im Winter durch euer abgebranntes, verwüstetes Land folgen," sagen die gefangenen Deutschen. „Für dieses Jahr haben wir genug russisches Gebiet besetzt und können ausruhen. Was im Frühjahr wird, werden wir sehen: bis dahin richten wir uns in dem eroberten Lande ein." Diese Worte sind keine leere Prahlerei. Die Vorbereitungen der Deutschen auf das lieben Wintern in Rußland sind nicht nur ungeheuer, sie sind einfach schwindelerregend. Unsere Soldaten sagen schon lange von ihnen: „Sie führen den Krieg wie vornehme, reiche Herren." Die Deutschen übertreiben lieber die Schwierigkeiten eines Winterfeldzuges, anstattt sie zu unterschätzen, und haben durch ihre Vorbereitungen die Gefahren des russischen Winters beseitigt. Bis zum Eintritt des Winters werden alle deutschen Truppen gegen jede Kälte wunderlich eingekleidet sein. Seit August hat ganz Deutschland mit deutscher Gewissenhaftigkeit an der Versorgung der Soldaten mit warmen Sachen gearbeitet. Alle Wollsachen wurden schnell, einfach, ohne irgendeine Möglichkeit von Unterschlagungen, mit be- wundernswerter Sachlichkeit gesammelt.
Außer warmen Wollsachen werden in ganz Deutschland weiße Gewebe, Leinwand usw. gesammelt, offenbar, um Schutzkleider für die deutschen Truppen gegen Sicht zu liefern, mag die russischen Truppen ganz besonders beachten müssen. Sogar die Schützengräben und ganze Kolonnen sollen weifte Schutzfarbe erhalten, damit sie auch der Fliegerbeobachtung entzogen sind. In unserer russischen Einfalt haben wir gehofft, der Schnee und die Kälte unseres Winters würden die Deutschen vernichten, dabei wandeln sie die rauhe russische Natur in ihren Vorteil um. Außerordentliche Sorgfalt wird der Gesundheitspflege in den deutschen Schützengräben gewidmet. Sogar Schlafsücke für die nicht auf Posten befindlichen Mannschaften follen vorhanden sein. Die Wände der Schützengräben werden mit Stroh- und Filzmatten bedeckt, die Grabensohle mit Stroh oder Holzplatten. Allen Führern ist eingeschärft, die Soldaten vor Erfrieren zu schützen. Ein Befehl Hindenburgs hat sich in ein geflügeltes Wort verwandelt: „Wenn im LchMsugraSe» neben- Sem Führer ein Soldat erfriert, verdient der Führer erschossen zu werden, weil er seine Leute nicht gegen Erfrieren schützt."
Und Kaiser Wilhelm selbst hat mündlich befohlen: „Die russische Kälte kann so groß sein, wie sie will, für den deutschen Soldaten darf sie nicht existieren. Wir müssen mit jedem Mann rechnen. Genug, wenn wir sie hn Kampf verlieren. Es wäre ein Verbrechen, wenn mir sie auch noch durch die Kälte einbüßten." Auch für die Führung des Kampfes im Winter haben die Deutschen die kleinsten Kleinigkeiten überlegt. Trains, Feldküchen und riesige Warmwasserbehälter sind auf Kufen gesetzt, Maschinengewehre und leichte Geschütze auf Schneeschuhe und Schlitten. Bei Krupp sind die besten Ingenieure mit der Konstruktion zerlegbarer schwerer Geschütze beschästigt. Da in dem hartgefrorenen Boden nicht gegraben werden kann, haben die Deutschen besondere Bohrkomurandos eingeführt, die schnell Bohrlöcher schlagen und sprengen und in der Sprengung dann in wenigen Minuten einen Graben schaffen. In Voraussicht russischer Schneestürme sind besondere Schnee- vfluglokomotiven angeschafft usw. Mit einem Worte: Die Deutschen täuschen sich nicht über die Schwierigkeiten eines Winterfeldzuges in Rußland und sehen die ganze Strenge und alle Schwierigkeiten des Kampfes voraus, aber diese Schwierigkeiten schwächen nicht ihre Energie, sondern spornen sie im Gegenteil nur an, sich zu neuem, weiterm Kampf bereitzuhalten.
Das in Moskau erscheinende „Rutzkoje Slowo" hat während des Krieges im Einklänge mit der gegenwärtig in Rutzland herrschenden Strömung einen wütenden Deutschenhaß bekundet. Das Lob, das die Zeitung hier der deutschen Organisation zollt, ist ihr also sicherlich nicht leicht geworden, um so höher müssen wir es bewerten.
Kriessallerlei.
Des Kaisers Geburtstagswuusch au deu Kanzler.
Dem Reichskanzler sind an seinem Geburtstage am Dienstag zahlreiche Glückwünsche zugegangen. Der Kar- fer machte ihm eine kostbare Vase zum Geschenk und sandte ihm folgendes Telegramm: „Ich gratuliere Ihnen, mein lieber Bethmann, von Herzen zu Ihrem heutigen Geburtstage, welchen Sie nun schon, zum zweiten Male leider im Kriege erleben. Sie waren nur in kne- fer schweren Zeit eine treue, bewährte Stube, deren Erfolge meine aufrichtigen Glückwünsche ebenso verdienen, wie Sie Ihnen von unseren Feinden beneidet werden und wie die Vorsehung sie Ihnen auch im kommenden Lebensjahre gönnen wolle zum Segen für Kaiser und Reich und zur stolzen Freude der Ihrigen! Das ist der aufrichtige Wunsch Ihres dankbaren Kaisers und Königs." Auch andere deutsche Bundesfürsten gedachten des Tages.
Der amerikanische „Friedens-Krenzzug". „ „Berlingske Tidende" erfährt nach der „Frkft. Ztg. aus Washington: Zahlreiche Massenversammlungen wurden im Lande abgehalten, die durch Deputationen den Präsidenten Wilson aufforderten, emen„Frledens- Kreuzzug" offiziell gutzuheißen. Der Präsident werde aber einen solchen Schritt kaum vornehmen, da alle Beichte her amerikanischen Gesandten bet den kriegführenden Mächten besagten, daß die Versuche, den Frieden anzubahnen, aussichtslos seien, so lange nicht ein
4 die Versuche, den Frie-
-- -»o«Vuy,lt», WR>»wr jeien, so lange nicht ein Friedensschluß nröglich werde, der Europa nach dem t^tbaren Bluterguß auf lange Zeit hinaus den Frieden sichern könnte.
Ueber KttchenerS rsrznchen Aufenthalt in Rom wird der „Kreuzzeitung" aus Wien berichtet, daß Kit- chener nicht aus die Teilnahme italienischer Truppen am Balkankriege gedrängt habe, sondern daß es sich wert mehr um eine Beteiligung Italiens an der Verteidigung Aegyptens handelte. Diesen Gedanken scheine man in Rom nicht unbedingt abzulehnen und an eine mit den Engländern gemeinschaftliche Verteidigung Aegyptens in Libyen zu denken.
Teutsche Heldentaten.
Ein tapferer Pionier-unteroffizier.
Am 29. August 1915 zeichnete sich der Unteroffizier Linde der 4. Komp. aus Recklinghausen, Kreis Gelsen- kirchen, durch besondere Tapferkeit aus. Seit wenigen Tagen hörte man bei den nur wenige Meter gegenüberliegenden Franzosen Mineurgerausche. Die Beschaffenheit des feindlichen Grabens sollte deshalb erkundet werden. Im Morgengrauen sprangen zehn beherzte Pioniere und Infanteristen in den Graben hinüber. Auf diesen unerwarteten Besuch nicht vorbereitet, floh ein Teil der Franzosen, die übrigen wurden gefangen genommen. Der Graben wurde nun schnell nach beiden Seiten mit Sandsäcken abgedümmt und dann auf Minengänge, Unterstände und sonstige Anlagen hin untersucht. Unteroffizier Linde hielt inzwischen an einer Sandsacksperre Wache. Bald begann ein äußerst heftiges Artillerie-, Mitten- und Handgranateuseuer. Doch unbekümmert blieb Linde an seinem Posten. Da kamen auch schon Franzosen, um die Pioniere aus dem Graben wieder hinauszuwerfen. Ein Schutz. Der vorderste Franzose stürzte. Unerschrocken hielt Unteroffizier Linde aus und schoß so nacheinander sieben Franzosen nieder. Nach vollendeter Grabenuntersuchung kam der Befehl zum Rückzug. Als sämtliche Leine wieder im eigenen Graben waren, sprang Linde als letzter zurück, verfolgt von dem wütenden Gewehr- feuer der Franzosen.
Vorbildliches Verhalten.
Bei den Stampfen im Juni 1915 zeichnete sich der Unteroffizier der Reserve Otto Schurich aus flauen i. V. von der 10. Komp. des 10. Kgl. Sachs. Jnfan- terie-Reg. Nr. 134 durch hervorragende Tapferkeit aus. Schon am 14. verstand er es, als Führer des Hano- granatentrupps auf dem rechten Flügel der Siompagitte durch sein Beispiel seine Leute so anzufeuern, daß sie trotz furchtbarsten Trommelfeuers ihre Plätze behaupteten. Während der beiden folgenden Tage unterstützte er den Kompagnieführer auf das Tatkräftigste. Von Mann zu Mau» eilend, spornte er die Leute an, den eingeschossenen Graben mit allen Kräften bis zum Morgen wieder auszuschachten. Am 16. mußte Verstärkung vor in den Trichter auf dem linken Flügel der Nachbarkompagttie. Ohne Säumen nahm Schnrich freiwillig zwei Gruppen, und mit lautem „Mir nach!" stürzte er allen weit voran durch die Zone schwersten feindlichen Feuers vorwärts. Begeistert folgten die Leute seinem Beispiel. Schurich eilte über das freie Feld, unbekümmert um die rechts und linfS von ihm einschlagenden Geschosse. Vorn augekommen, setzte er seine Leute sofort rechts vom Trichter ein und nahm den Feind unter Flankenfeuer. Er selbst kletterte kühn auf die Brustwehr, um den Gegner besser befeuern zu können. Durch Schurichs ermunterndes Beispiel hingerissen, griffen sogar die im Graben befindlichen Leicht- verwundeten zum Gewehr. So hielt er mit seinen Leuten im heftigsten Feuer stand bis zum Abend, öem Zeitpunkt der Ablösung. Unteroffizier Schurich hat für sein vorbildliches Verhalten das Eiserne Kreuz erhalten.
Vermischtes
Zeituugspapjer als Schutzmittel für Kartoffelvor-- räte. In der „Papierzeitung" werden die günstigen Erfahrungen über den Schutz von Kartoffeln gegen das Erfrieren mit Zeitungspapier erörtert. Auf eine Brettunterlage wird eine ziemlich dicke Schicht von Zeitungspapier gebreitet. Hierauf lagert man die Kartoffeln und steckt auch zwischen Wand und Kartoffeln Papier. Schließlich werden die Kartoffeln mit einer dicken Schicht Zeitungspapier zugedeckt. Es muß aber für genügenden Luftzutritt gesorgt werden. Es gelang auf diese Art stets einen Vorrat von 3 Ztr. Kartoffeln so aufzube- wahren, daß sich selbst bei wenig musterhaften Kellern keine nasse oder faule Kartoffel in den Vorräten zeiare.
Die deutsche Feldpost. In der Berliner Urania hielt der Vortragende Rat im Reichspostamt, Geheimer Post-
der Vortragende » _________, _ ,_______ . .
rat Große einen Lichtbildervortrag über die deutsche Feldpost tut Weltkriege. In dem außerordentlich lebhaften Beifall der Zuhörerschaft schien sich zu gleicher Zeit die Anerkennung auszudrücken, daß die namentlich zu Anfang des Krieges an der Tätigkeit der Feldpost geübte absprechende Kritik zum weitaus größten Teil auf falschen Anschauungen und voreiligen Annahmen, vor allem aber auf gänzlicher Berkennung der ungeheuren Schwierigkeiten beruhten, welche die Riesenverhältnisse dieses beispiellosen Krieges der Arbeit der Feldpost bereiteten und daß diese in glänzender Organisation und alles überwindender Pflichttreue in ihrer Art nicht minder Großes vollbringt als die kämpfenden
Heere.
Englarrd will fleischlose Tage einführen. Die englischen Verhältnisse werden knapper und knapper. Kein besseres Zeichen dafür gibt es, als der Vorschlag, den die „Daily Mail" im Leitartikel ihrer letzten Nurmner macht, ttaich den, Vorbilds Deutschlands einen fleischlosen Tag in jeder Woche einzuführen, um zu sparen. Das hätte niemand vor einem Jahre dem stolzen Jnselreiche, das üppiger gelebt hat als jedes andere Volk Europas, vorausgesagt. Welch ungewohnte ideale Rolle für den gut gemästeten John Bull! Er zieht sich den Schmachtriemen fester um den Leib, weil er sonst seinen Verbündeten die nötigen Millionen nicht zahlen kann. Etwas Komischeres gibt es zugleich nicht: er, der uns aushun- gern wollte, muß jetzt selbst fasten. Er wird sich an Eier und Spinat gewöhnen, während ihm früher alle Roastbeefs der Welt schrankenlos zur Verfügung standen. Das kommt davon, wenn man gegen Deutschland zu Felde zieht. Außerdem findet John Bull, daß ihm seine Minister zu teuer kommen, und er meint, diese könnten mit einem halb so großen Gehalt auskommen. Er führt ihnen das Beispiel von Deutschland, Frankreich und den Vereinigten Staaten an, wo man die Minister viel geringer bezahle.
Die Helden am Zsonzo.
Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet:
an
Das Heldenringen unserer tapferen Truppen der Jsonzofront wird in seiner ganzen Größe erst in späterer Zeit, wenn das Material der Gefechtsberichte zur Verwertung vorliegt, voll gewürdigt werden können. Seute beleuchten nur einzelne Meldungen von kleineren bschnitten der Front gleichsam blitzartig das gewaltige Chaos viertägiger, erbitterter Kämpfe, die wir unter dem Namen der dritten Jsonsoschlacht ÄtsammenfassW.
Schon diese wenigen Andeutungen eröffnen aber AuS blicke aus eine Summe von Heldenmut, Tapferkeit um Hingabe für den Kaiser, König und Vaterland, die diesen zähen und Reihe der s
d erfolgreichen Verteidigungskampf in die schönstell Waffentaten unserer Heeresgeschichte erheben und unocrgifugiictKn Lorbeer um den Ehren- schild der daran beteiligten Trnppenkörper und Ab- teiluugen winden. _
Hoch klingt das Lob der Infanterie. Mehr als 50 Stunden hindurch hatte die feindliche Artillerie die Frontteile, betten der Angriff gelten sollte, unter ununterbrochenem schwerstem Trommelfeuer gehalten, die Schlitzelldeckungen waren vielfach zu zusammenhanglosen Steintriimmern zusammengeschossen, die Verluste häuften sich; trotzdem hielt die Infanterie lluerschüttert in dieser Hölle aus und erwartete den feilldlichen Ansturm ungebrochenen Mutes. Und die Italiener kamen heran, Woge auf Woge, vier Tage lang, Angriff auf Angriff, dazwischen immer wieder das Höllenfeuer aus Geschützen aller Arten und Kaliber. Die Uebermacht
lichte
rett«
erlaubte dem Feind, stets neue Regimenter zum Sturm heranzuführen: vor den Frontabschllitte» einzelner unserer Regimenter wurden vier und selbst fünf solche des Feindes int Verlauf der Schlacht festgestellt.
llubezwinglich hielt das Jnfanterie-Regt. Nr. 61 feine Stellungen. Wohl drang der Feind wiederholt in die zerschossenen Deckungen ein, in einen Kompagnieab- schllitt sogar zwölfmal, doch mit ungebrochenem Heldengeist gewannen die 61er stets im wütenden ^anbgemeitgc die Oberhand und warfen die Feinde, ohne daß es des Einsatzes von Reserve» bedurfte, wieder zurück. Der Geist der braven Mannschaft blieb trotz des nerve,izee- ftüreuden Einflusses der mehrtägigen heftigsten Käurpfe ein so vortrefflicher, daß eine Kompaguie bei der Abwehr eines Angriffs über die Deckungen vorstürnne, in der Verfolgung einen Offizier, drei Offizieraspiranten und 51 Mann gefangen nahm und ein Maschinengewehr erbeutete. Als eine zilsammeuhängettde Besetzung der Stellung infolge der Gefechtsverluste nicht mehr möglich war, ballten sich die Kvnrpaguien um ihre Offiziere, deren heldenmütiges Beispiel sie immer wieder zum Gegenstoß fortrift, wenn der Angreifer die Triimmer der Deckungen zu überklettern wagte.
Das Jnfanterie-Regimeut Nr. 46 war nach langem Ausharren in feindlichem Artilleriefeuer zur Erholuug in eine Neservestellung zurlickgenounnen worden. Doch nur kurz dauerte die Ruhepause. Einen, schwer mitgenommenen Frontstück galt es Hilfe zu bringen. Unverzüglich brach Oberstleutnant Zeist mit mehreren Kompagnien auf, warf sich den feindlichen Massen entgegen und trieb sie zurück. Wohl überschüttete die italienische Artillerie die wiedereroberte Stellung tagelang mit Trommelfeuer, die wackern 46er wankten und wichen nicht, ließen sich auch durch die milden Kämpfe nicht beirren, die in den Nachbarabschnitten tobten und gar manchmal die Sorge wegen einer Bedrohung der Flanken werften. Einige andere Kompagnien des Reginwnts kamen unter Führung des Majors Diendorfer gerade zurecht, um einen schwerbedrohten Flügelabschnitt zu stützen und ihm derartige Festigkeit zu verleihen, daß die Stellung trotz mörderischen Geschützfeners und wiederholter Sturmläufe der Italiener fest in unsern Händen blieb. Der Rest des MegimentS kam kompagnie- und selbst zngweise dort in Verwendung, wo die Not am größten war. Auch hier bewährten sie sich trotz Vermischung mit anderen Verbänden und schwierigsten Kampfverhältnissen mit heroischer Aufopferung glänzend.
Ein vorspriugender Teil unserer Stellungen zog begreiflicherweise die größten Anstrengungen des Feindes auf sich. Hier hatten die erprobten Streiter des Infanterie-Regiments Nr. 43 vom 17. bis 19. Oktober den nach mächtiger Beschießung angesetzten italienischen Angriffen durch kaltblütige Feuerabgabe ein Ziel gesetzt, ehe sie an die Stellungen herankommen konnten. AIS das Regiment in eine Neservestelluua zurürfnenomntcn wurde, setzten die Italiener ihre Angriffe gegen das heiß begehrte Stellungstück mit gesteigerter Heftigkeit an. Wildtobend umbraubete der Kampf den Vorsprung, der schließlich trotz Einsetzens des wieder zur Unterstützung herbeigerufenen Regiments in die Gewalt des Feindes fiel. Das ließen sich aber die 43er nicht so ohne weiteres bieten. Ohne einen Befehl abzuwarten, stürzte sich das zweite Bataillon mittags auf den Wnb unb entriß ihm im ersten Anlauf seine jüngste Eroberung. Die Italiener hatten aber bereits starke Reserven herangebracht, deren Gegenstoß nicht nur in den vor- fpriugenöen Zipfel, sondern auch in die anschließenden Grabenstücke etndrang, wo sich die Italiener sofort ein- zunisten begannen. Das 2. Bataillon 43 durch den Kampf bereits im Stande beträchtlich zusammengeschmolzen, und das hier gleichfalls kämpfende 24. Feldjäger-bataillon mußten auf das Herankomnien von Verstärkungen warten, da anch letzteres in den vorangegangenen heißen Stampfen einen großen Teil seiner Streiter eingebüßt hatte. Mußte es doch einen Frontteil behaupten, der von feindlicher ülrtiKerte flankierend bestrichen wurde. Obwohl ganze Schwärme von den unaufhörlich einschla- senden Granaten außer Gefecht gesetzt wurden, hielt das Bataillon unerschiitterlich stand und unternahm sogar, als links vow ihm eine Krise eintrat, einen Flanken-
der dem Kampf eine siegreiche Wendung gab und die bisher vonr Bataillon eingebrachten Gefangenen um einen Offizier und 70 Mann vermehrte.
Als das zweite Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 46, dessen vorar,gegangener Taten bereits gedacht wurde, zur Verstärkung herankam, warfen sich die drei so sehr geschwächte» Bataillone mit ungebrochener An griffSluft gegen Abend auf den Feind und entrissen ihm alle gewonnenen Vorteile, bis auf das am weitesten vorspringende Grabcnstiick, das die Italiener bereits durch einen Laufgraben mit ihren Stellungen verbunden HEen und wo, wie die Erfahrung gezeigt hatte, die feindliche Arfillerie eine besonders starke Wirkung auszuüben vernrochte. __________________(Schluß folgt.)
Weitere Drahtnachrichten«
®iu russischer Kampfflieger über Czernowitz.
Wien, 1. Dezember. (T. U.) Wie der „Pester
Lloyd" nach der „Dtsch. Tgztg." aus Bukarest meldet, unternahm vorgestern morgen ein großes russisches Kanwsflugzeug einen Angriff auf die Stadt Czernowitz, ' nachdem es vorher rumänisches Gebiet überflogen hatte. Es warf drei Bombem ab, ohne Schaden anzurtchten. Am Abiverfen weiterer Bomben wurde es durch das wirksame Feuer der österreichischen Artillerie verhindert.
Der Nnf nach Hilfe.
. Ä Paris, 1. Dezember. lWTB.) Der „Temps" fordert dringend Verstärkung der «andungStrnppen »n Taloniki. Griechenland sei kein Hindernis mehr in der Freiheit der Bewegung der Truppen. Italien habe zwar bererts Truppen nach Vallona und Durazzo gesandt, aber seine Solidarität müsse zu einem vollständigeren Eingreifen führen. Italien habe ebenso wie die anderen Alliierten das stärkste Interesse daran daß das G^. manentum nicht an das Mittelmeer komme. „Ecko de Paris" droht Griechenland, daß dies nur danÄ lu^ulonift einziehen köv»e. wenn die Alliierten Sieger