3m Vormarsch gegen die montenegrinische Grenze.
Viekriegslage an KerGrenzeSrlechenIands
Die Aufmerksamkeit der Welt ist augenblicklich, wie -er Korrespondenz „Heer und Politik" geschrieben wird, auf einen Teil des Kriegsschauplatzes gerichtet, der für die Entscheidung des Krieges selbst nicht ausschlaggebende Bedeutung hat. Nachdem die serbische Hauptmacht fast völlig geschlagen ist, und ihre endgültige Bezwingung nicht mehr eine Frage der Feldherrnkunst und der Kriegsrüstungen, sondern nur noch eine Zettfrage ist, nehmen die Kämpfe im Süden Serbiens das größte Interesse für sich durch ihre politische Bedingung in Air- spruch. Man weiß, daß die griechische Grenze aufs schwerste bedroht ist und erkennt den Druck, den der Bierverband auf Griechenland ausüben rvill, um eine Entwaffnung der auf griechisches Gebiet flüchtenden Serben zu verhindern. Die Kriegslage hier ist aller- dürgs derartig, daß die Frage der Entwaffnung bald reif zur Entscheidung werden wird.
Wie stehen nun hier für beide Teile die Dinge? Es handelt sich nicht dabei um augenblickliche Verhältnisse, die für die Bulgaren außerordentlich günstig stehen, sondern um die zukünftigen Ereignisse, die durch die Möglichkeit eines selbständigen Nachschubes von Truppen und Munition seitens Englands und Frankreichs von der englisch-französischen Presse als erfolgreicher und völlig entschieden angesehen werden. Augenblicklich sind die verbündeten Vierverbandstruppen bet Monastir und Krivolac in jeder Beziehung den Bulgaren unterlegen. Die Bulgaren haben Pruep gerwmmen und marschieren auf Monastir und Ochrida zu, wodurch der Rückzug der Serben auf albanisches Gebiet stark gefährdet wird. Der Prospa-See und der Ochrida-See, die im Südwesten Serbiens gegen Albanien-liegen, behindern einen serbischen Rückzug von Monastir aus nach Albanien, wie er geplant war, aufs stärkste. Es wurde mehrfach ausgerechnet, daß infolge der schlechten Bahnverbindungen ein Truppentransport von 50 WO Mann fast 14 Tage nötig habe, um bei den Kämpfen mitwirken zu können. Größere Truppenmassen können erst entsprechend später anlangen. Damit ist bereits das Urteil über den englischen Kräftenachschub gesprochen. Je mehr Zeit vergeht, desto größere bulgarische Truppenmassen werden im Norden Serbiens frei. Die Absplitterung und Zer- bröckelung des serbischen Heeres macht reißende Fortschritte, die Front unserer Armeen wird täglich kurzer und die Möglichkeit, stärkere Armeen zu neuen Schlägen frei zu befonnnen, wird auch für die Bulgaren hier von Tag zu Tag erfolgversprechender. Auch auf dem westlichen Kriegsschauplatz versprachen die Engländer durch ihre bereits sagenhaft gewordenen großen Truppentransporte die deutsche Front zu zerschmettern. Sie besteht aber heute noch fester als je, sodatz es sich allem Anscheine nach auch bei den Drohungen gegen Bulgarien um die großen und leeren Worte Englands handelt, an die wir schon wahrhaftig bis zum Ueberdrutz gewohnt worden sind.
Große Verstärkungen des englischen und französischen Heeres sind natürlich zn erwarten, aber die kindliche Auffassung Englands besteht darin, daß die englische Heeresleitung nur von ihren eigenen Verstärkungen etwas weiß. Sie Übersicht uolltommeu, oder will es gern übersehen, daß auch Bulgarien Verstärkungen in einem Umfange bekommen wird, der die Ueberlegenheit stets auf bulgarischer Seite sichern wird. Immer werden sich die englisch-französischen Truppen einem überlegenen bulgarischen Heere gegenüber sehen. Nimnit man noch dazu, daß die soldatischen Eigenschaften der Bulgaren hervorragende sind und daß die bulgarische Führung sich als ernst und zielbewußt bewährt hat, dann kann man schon heute mit Bestimmtheit und Zuversicht hoffen, daß die gewaltigen Verstärkungen des englisch- französischen Heeres nicht in Wirksamkeit treten können. Es ist dabei eine besonders interessante Frage, die ganz für sich behandelt werden müßte, woher denn England und Frankreich die vielen Gruppen in Höhe von mehreren 100 000 nehmen will, und warum sie bisher noch nicht das große Heer hingeschafft haben. (Z.)
Vierverbandsschritte gegen Rumänien?
Bukarest, 25. November. lT. U.) Die Zeitung „Dreptatea" veröffentlicht nach der „Bl. Mp." ein Interview mit Bukarester Ententediplomaten. Diese äußerten sich dahin: Rumänien werde die Neutralität nicht lange aufrecht erhalten können. Die Entente sei entschlösse«, gegen Rnmänien aufzutreten, wenn die Trnppenkonzentrationen an der sü-bessarabischen Grenze nicht beendet würden. Man würde Rumänien ein Ultimatum überreichen, das den freien Durchzug der Ententetruppen durch die Dobrndscha zum Zwecke eines Angriffes auf Bulgarien fordert. Das Blatt „Dreptatea" fügt hinzu: Die Absichten Rußlands seien bekannt. Man halte indessen die Ankündigung eines Ultimatums für ein Märchen oder einen Bluff.
Ei» Patrouilleuritt. Novelle von O. E l st e r.
B) (Nachdruck verboten.)
„Ich lasse Sie jetzt allein," sprach mit freundlichem Lächeln Frau von Brulange. „Erfrischen Sie sich, und wenn Sie sich in einer halben Stunde wohl genug fühlen, dann erwarten wir Sie beim Abendessen. Madeleine wird Sie führen."
Sie reichte dem jungen Offizier nochmals die Hand, welche dieser an die Lippen führte und entfernte sich.
„Langen Sie zu, Monsieur," meinte die alte Made- leine und schenkte ein Glas Wein ein.
Hastig schlürfte Bruno den belebenden Trank und atz einige Bissen. Neue Kraft fühlte er durch die Adern rollen und neue Hoffnung in sein Herz einkehren. Rasch reinigte er seine Uniform von dem Staub und dem Schmutz, wusch sich Gesicht und Hände, kühlte seine allerdings nur leichte Wunde, band um die verletzte Stirn ein frisches Tuch, das ihm die alte Dienerin reichte, und bat diese, ihn zu den Damen zu führen.
In dem geschmackvollen, wenn auch ländlich einge- richteten Speisesalon erwarteten ihn Frau von Brulange und ihre Töchter. Die Baronin kam ihm mit freundlichem Lächeln entgegen, reichte ihm die Hand und sagte:
^Wir freuen uns, Sie so wohl zu sehen."
Es flinmrerte Bruno. Wie durch einen Schleier sah er die hohe, schlanke Gestalt Henriettens neben der gedeckten Tasel stehen, die rechte Hand auf den Tisch gestützt, die linke schlaff herabhängend und das Haupt leicht gesenkt.
Ehe er ein Wort der Begrüßung sagen formte, kühlte er seine Hand von zwei warnten, weichen Händchen erfaßt und eine fröhliche Stimme rieft;
,,«$, Monsieur Bruno, welch günstige Ueber- Mschung haben Sie uns bereitet 1"
Die kleine Luei Hand neben ihm und lachte ihn mit
Aus dem großen Hauptquartier
** Großes Hauptquartier, 24. November 1915. (Amtlich. WTB.) Eingegangen 3,20 Uhr nachmittags.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Keine wesentlichen Ereignisse.
Der englische Oberbefehlshaber hat versucht, die amtliche deutsche Richtigstellung, daß die bei den Kämpfen um Loos am 8. Oktober beteiligten deutschen Truppen nicht, wie von englischer Seite behauptet, 7000 bis 8000, sondern 763 Mann verloren haben, anzuzweisel«. Wir haben auf ein solches Unterfangen nichts zu er» Widern.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
HeelUgruppe des Gemalseldmarschalls von Hindendurg.
Südöstlich von Riga fielen bei einem Vorstoß auf Bersemünde, der die Russen vorübergehend aus dem Orte vertrieb, 6 Offiziere, 70 6 Ma » » gefangen in unsere Hand, 2 Maschinengewehre wurden erbeutet.
Ein vorgeschobener Posten in Janopol (nördlich von Jlluxt) mußte sich vor einem russischen Angriff znrück- ziehen; dnrch Gegenangriff wurde das Gehöft wieder ge- nommen.
Heeresgruppe des Generalfeldmarscholls Prinz Leop. v. Bayern. Die Lage ist unverändert.
Heeresgruppe des Generals von Linfingen.
Vorstöße russischer Abteilungen nordöstlich von Czartorysk und bei Dnbiszcze (nördlich der Eisenbahn Kowel-Rowno) wurden angewiesen; 50 Gefangene und drei Maschinengewehre wurden eingebracht.
Valkankriegsschauplatz.
Mitrovica ist von öst er reichtsch- ungarischen, Pristi na von dentschen Truppen genommen. Die Serben sind westlich von Pristtua über die Sitnica zurückgeworfen.
Oberste Heeresleitung.
Dom österr.-ungar. Generalstab
■------------ ----------- ..... ■ ■*
Wien, 24. November. (WTB.) Amtlich wird ver- lautbart:
Russischer Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Der Görzer Brückenkopf stand zwar auch ger ster« unter lebhaftem Geschütz- und Miuenwerfcrseuer, in den Jufanteriekämpfen trat jedoch eine Pause ein, da die Italiener nicht angriffen. Um so erbitterter wurde beiderseits am Monte San Michele gerungen.Ndrdlich des Berges drangen starke italienische Kräfte nachmittags in unsere Stellungen ein. Steierische Infanterie und Honveds schritten zum Gegenangriff und warfen den Feind nach wechselvollen, wütenden Nahkämpfe« vollstäudig zurück. Mehrere Augriffe auf den Monte San Michele selbst und im Raume von San Martins wurden unter schwerste» Verlusten der Italiener abgewieseu. Angriffsversuche gegen unsere Stellungen auf dem Monte bei Sei Bufi wurden sofort durch unser Feuer erstickt. Gegen die Straßensperre bei Zagora warf der Gegner schwere Minenwer- ferbomben, die giftige Gase entwickelten. An der Tiroler Südfront wurde der Bahnhof und der alte Stadtteil von Riva wieder beschossen. Einer unserer Flieger belegte die Baracken und Magazine von Ala mit Bomben.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
An der oberen Drina verlief der Tag ruhig. Bei Priboj erkämpften unsere Truppen den Nebergang aus das Südufer des Lim. Südwärts von Novipazar dringen k. u. k. Streitkräste gegen die m o n t e n e g r i n i - s ch e Grenze vor. Die dnrch das Jbar-Tal vorgehen- den österreichisch-ungarischen Truppen warfen unter heftigen Kämpfen den Feind aus feinen Stellungen nordöstlich von Mitrovitza und rückten in diese Stadt ein. Sie nahmen 700 Mann, darunter 4 Offiziere, gefangen. Auch Pristina wurde den Serben entrissen. Eine.deutsche
ihren braunen Schelmeimugen lustig an. Rasch faßte sich der junge Offizier und entgegnete:
„Ich fürchte, Mademoiselle Luci, die Ueberraschung ist nicht so erfreulich für Sie, wie Sie so gütig waren, zu sagen."
„Ach, Sie meinen, weil Henriette wie eine Bildsäule dasteht, ohne Sie zu begrüßen? Sie wissen ja, Mort- sieur Bruno, daß Henriette die bösen Preußen nicht leiden kann. Deshalb mußten wir ja auch aus Baden- Baden so plötzlich verschwinden."
„Luci!" rief Henriette im strengen Tone. Dann trat sie auf den Offizier zu und sagte in kühl-höflichem Tone, indem sie ihm die Hand reichte: „Seien Sie uns willkommen."
Bruno vermochte nichts zu erwidern. Er drückte die schmale, weiße Haild an die Lippen. Esil schmerzhaftes Gefühl der Enttäuschung preßte ein Herz zusammen.
„Lassen Sie unS Platz nehmen", ergriff Madame de Brulange das Wort, „das Esten wartet."
Wenn die kleine Luci nicht gewesen wäre, das Essen wäre ziemlich einsilbig verlaufen. Aber das muntere Kind plauderte lustig drauf los, ohne sich um die kühlc Zurückhaltung und den oft mißbilligenden Blick Mamas zu fümmern.
„Wir wollten anfangs in Straßburg bleiben", plauderte die Kleine. „Aber der kriegerische Tumult ward uns doch zu stark. Wir hofften, unsere Armeen würden rasch nach Deutschland abziehen, aber daraus ist ja iitd>t§ geworden, im Gegenteil, die Herren Preußen sind zu uns gekommen . . . ."
„Mais mon enfant . . ." ermähnte die Baronin.
„Nun ja. Mama, das ist doch die Wahrheit. Mon dien, wie stolz waren die Offiziere in Straßburg. Binnen vier Wochen wollte man in Berlin einziehen. Aber nach einigen Tagen schon wurden sie kleinlaut. Und als man sich aar auf eine Belaaeruna einrichtetr. da
Kolonne drang von Norden her ein, eine bulgarische folgte von Osten.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes, v. H o e f e r, Feldmarschallentnant.
Die vierte Isonzoschlacht.
Der Berichterstatter der Wiener „Neuen Freien Presse" läßt über die vierte Isonzoschlacht einen Görzer unterm 22. ds. folgendes erzählen: Noch niemals gab es ein so furchtbares Artilleriefeuer wie in diesen Tagen. Mau muß hier im Mittelpunkte dieser in drei Himmels- rtebtungen tobenden Hölle gewesen sein, um einen Begriff von diesem schrecklichen Kriege zu befummelt. Stundenlang glaubte man, daß der Boden waufte; die Häuser zitterten von Grund auf. Bei Tag waren die Podgora, der San Michele und der Monte Sebotino in den dichten Rauch der Tausende von Explosionen gehüllt. In einer Gewitternacht stiegen Italiener von San Floriano herab, um gegen Oslavija anzugreifen. Auf dem Wege dahin liegt ein Dörfchen mit kleinen, zwischen Weinbergen versteckten Häusern. Von hier ichlichen die Italiener bis an unsere Hindernisse heran. Aber beim Aufleuchten eines Blitzes wurden sie entdeckt und gerieten in verheerendes Maschinengewehrfeuer, während schwere Granaten mit Volltreffern einen Teil ihrer Reserven wegfegten. Immer wieder erneuerten die Italiener den Sturm, und schließlich gelang es ihnen unter blutigen Opfern. die äußersten Häuser von Oslavija zu erreichen. Aber österreichisch-ungarische Artillerie schleuderte Granaten gegen die besetzten Häuser, und gleich darauf setzte Infanterie zum Bajonettsturm an. Jedes Haus wurde tapfer verteidigt; aber trotz des Feuers aus Fenstern, Balkönen und Kellern wurde schließlich der Widerstand gebrochen, und was von Italienern nicht gefallen oder verwundet war, gefangen genommen. Auch im Norden von Görz, bei Plava und Zagora, gab es ungemein blutige Kämpfe. Am San Michele verlor ein italienisches Regiment alle Offiziere und flüchtete dezimiert zurück. Jetzt ist wieder ein wenig Ruhe eingetreten, und nur da und dort gibt es Angriffe.
Die italienischen Offiziersverluste.
b* Lugano, 25. November. (T. U.) Eine auf Grund der Veröffentlichungen der deutschen Tageszeitungen von Privatseite zusammengestellte Liste über Offiziers- verluite der italienischen Armee ergibt der „Tgl. Rdsch." zufolge bisher 2 Generäle, 132 Stabsoffiziere und 1609 andere Offiziere.
Die Lage in Griechenland drängt zur Entscheidung.
S-S- Genf, 25. November. (T. u.) Der neue Kollektivschritt des Vierverbarrdes in Athen will, wie aus Andeutungen der französischen Presse hervorgeht, die arte: chische Regierung zu einer klaren Entscheidung bezügluk der Entwaffnn»« der auf griechisches Gebiet übertretende« französisch-englische« Trnppeu zwingen. Skuludis Hatte im letzten Augenblick den Vorschlag gemacht, Griechenland werde von der Entwaffnung der Alliierte« zwar absehen, verlange aber, daß die übergetretenen Entente- truppen sich jeder weiteren militärischen Tätigkeit enthalten. Die Entente hält diesen Vorschlag, der darauf hinaus läuft, sich freiwillig internieren zu lasse«, nicht für diskutierbar und besteht auf Zurückziehung oder Demobilisierung der bei Saloniki konzentrierten griechischen Armee. ' . !
Rotterdam, 25. November. (T. U.) Die Gesandten der Entente sollen nach dem „B. T." gestern bei dem gemeinsam unternommenen Schritte die griechische Regierung nur ersucht haben, ihre Haltung zu bestimmen. Unmittelbar nach den Beratungen der Gesandten habe sich das Kabinett versammelt.
Griechenland bleibt neutral.
Ministerpräsident Skuludis erklärte dem Athener Korrespondenten des „Petit Parisien", daß Griechenland trotz allen Druckes, woher er auch kommen möge, neutral bleibe« werde. Diese Neutralität werde gegenüber den Alliierten und besonders gegenüber Frankreich einen wohlwollenden Charakter haben.
Entgegen französischeil und englischen Meldungen berichtet die „Neue Zürcher Ztg." aus dem Haag: Trotz der halbamtlichen beruhigenden Mitteilungen, befürchtet man in London den schließlichen Uebergang Griechenlands zu den Zentralirrächten, sobald deren Truppen an der griechischen Grenze erscheinen. Auch der „Basler Anz. schreibt, daß die Presse der Ententelänüer in den letzten Tagen immer pessimistischer geworden sei. Man erwartet von Griechenland nichts mehr.
Das Chaos auf dem Amselfelde.
„Daily Telegraph" veröffentlicht, wie nach einer Rot- terdamer Meldung der „Dtsch. Tgztg." aus London gedrahtet wird, ein vom 21. d. Mts. datiertes Telegramm
zogen wir es doch vor, hierher in unser stilles Bogesen- schloß zu ziehen. Was kümmert uns schließlich der Krieg? Seit Papa tot ist, haben wir ja keinen Verwandten mehr bei der Armee."
„Luci!"
Oui, ma chere Henriette! Ich sage die Wahrheit. Aber glauben Sie nicht, Monsieur Bruno, weil sie nun einige Gefechte gewonnen haben, sie würden Frankreicl besiegen können. O, nein, Marschall Bazaine wird eS ihnen schon zeigen."
Bruno lachte. Ihn belustigte das kindliche Geplau- der, auf das er nicht ernsthaft zu erwidern brauchte.
Da begegneten seine Augen den ernsten Blicken Henriettens und er schämte sich fast seines Lachens.
„Verzeihen Sie", sprach er, „daß ich noch imstande bin, zu lachen gegenüber den Schrecken dieses Krieges. Wie sehr wünschte ich, daß der Krieg vermieden worden wäre. Er wird manche schöne Hoffnung vernichten."
Sein Blick traf wieder das Auge Henriettens welche ihr leicht errötetes Antlitz niederbeugte.
Nach einiger Zeit hob Madame de Brulange die Tafel auf.
„Sie werden ermüdet fein", sprach sie zu Bruno, „hoffentlich werden Sie gut unter meinem Dache schlafen."
„Ich habe schon zu lange Ihre Gastfreundlichkeit in Anspruch genommen, Frau Baronill," entgegnete der junge Offizier, „ich fühle mich stark und oohl, gestatten Sie mir daß ich wieder fortreite. Wenn Sie mir nur den Weg nach Zabern beschreiben wollten, dann würde ich scholl unsere Armee wiederfinden."
„Aber das ist ja unmöglich! Sie können nicht fort." „Weshalb nicht?"
„Ihr Pferd ist tot."
„Ach, mein armes, braves Pferd! — So ;ehe ich zu Fuß!"
Gortsetzuna folgt.)