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wird aber von der griechischen Regierung verlangen können, daß sie der Verwüstung ihres Landes durch die zurückflutenden Truppen unter Bedrohung mit den Schrecken eines Krieges, an dem das Land selbst nicht teilnimmt, ruhig zusehen soll. Die einzige Möglichkeit für die griechische Regierung, das Land vor Unheil zu bewahren, besteht nun darin, daß sie die geschlagenen Truppen des Vierverbandes entwaffnet, denn der ge­regelte Durchzug war selbstverständlich nur unter der Bedingung gestattet, daß die Truppen des Viervervan- des siegreich vorwärts schreiten und das neutrale Grie­chenland nicht als Kriegsschauplatz betrachten. Eine ähn­liche Meldung, wie dasEcho de Paris" verbreiten die Blätter aus Amsterdam. Auch hier verlautet, daß die griechische Regierung den Möglichkeiten, welche die Nie­derlage eines Heeres für Griechenland eröffnet, eine sehr erliste Aufmerksamkeit entgegen bringt. Bisher sind feste Beschlüsse in dieser Hinsicht von der griechi­schen Regierung noch nicht gefaßt worden. Aber die ver­schiedenen Meldungen neutraler und feindlicher Blätter zeigen, daß die griechische Regierung ihre Pflicht dem eigenen ßaube gegenüber genau kennt, und es verstehen wird, ihre für Griechenland segensreichen Absichten auch zu verwirklichen. (Z.)

k Die englisch-französische Niederlage bei Köprültt.

Konstantinopel, 19. November. (T. 11.) Dem Tasvir-i-Efkiar" zufolge war nach demBl. L.-A." die Schlacht von Köprültt zwischen den bulgarischen und den englisch-französischen Truppen eine der heftigsten, sodaß die Ententctrnppen sich völlig besiegt zuriickziehcn mntzte«.

Neutrales Urteil über die Saloniki-Aktion.

DieKöln. Ztg." berichtet aus Stockholm: Der mi­litärische Mitarbeiter der ZeitungSvendska Dagbladet" schreibt über die Kriegslage in Serbien: Die Aussichten für die Serben mit gutem Erfolg einen weiteren Kampf aufnehmen zu können, sind sehr gering. Versuche mau sich in die wirkliche Lage der Vierverbandstruppen auf dem Balkan hineinzudenken und bedenke man besonders die Lage der Overationslinien, die sie vor sich haben, bevor sie effektiv etwas Strategisches ausrichten sönnen, ihre schwierigen Verbindungen rückwärts, Terrain­schwierigkeiten und anderes mehr, dann bekomme man den Eindruck, daß das ganze Unternehmen hilflos »nd verurteilt sei zu mißglücken.

Italiens moralische Balkannnterstützung.

Die TurinerStampa" enthält einen Bericht über den letzten Ministerrat, der sich vorwiegend mit der Balkanfrage beschäftigt habe. Seine Beratungen hätten ergeben, daß eine Trnppenentsendnng Italiens nach dem Balkan, besonders nach Albanien, ohne längere Vor­bereitung unmöglich sei. Salandra werde dem König zunächst Bericht erstatten, doch habe man den Kanzleien der Entente mitgeteilt, daß Italien auch weiter voll­kommen die diplomatische Einigkeit mit den Ver- bandsmächten wünsche.

Der Türkenkrieg.

Englische Bedrohungen in Indien.

Das englische Expeditionskorps in Mesopotamien hat nach einer Konstantinopeler Meldung der ,,Dtsch. Tgztg." nach Aussagen englischer Gefangener in der letzen Zeit keinerlei Verstärkungen mehr erhalten, da sämtliche verfügbaren Truppen in Indien und an der afghanischen Grenze znrttckgehalten werden. Wie aus Bagdad gemeldet wird, haben die Engländer in den letzten Kämpfen am Irak schwer gelitten, ihre Verluste sollen sich auf über 2500 Mann belaufen.

Türkische Erfolge an der Irak-Front.

Konstantinopel, 18. November. (WTB.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Front von Irak schössen wir ein zweites feindliches Flugzeug ab und erbeuteten es unversehrt. Auf dem Tigris versenkten wir einen feindlichen Kriegsmonitor mitsamt der Besatznng. Ara­bische Freiwillige zerstörten durch einen überraschenden und glänzenden Angriff auf das feindliche Lager seine Telegraphenleitungen und machten Beute. Nach unse­ren Informationen ist das erbeutete.Flugzeug ein Farmanapparat Modell 1911 mit einem lOOpserdigen Motor und einer Geschwindigkeit von 90 Kilometer.

Die englischen Dardauellenverlufte.

Aus London wird nach demHb. Fröbl." über Rotterdam gemeldet: Im Unterhause teilte Mc. Kenna mit, daß die englischen Verluste an den Dardanellen vom 25. Mai bis 30. Oktober 127 000 Mann betragen haben. Davon sind 31000 Tote, Verwundete oder Vermißte: die übrigen waren krank. Von diesen sind etwa 80% wieder an die Front zurückgekehrt. Täglich kamen im Durch­schnitt 750 Krankheitsfälle vor.

Der Unterseebootskriea.

Washington zum Fall derBaralong".

Rotterdam, 19. November. (T. U.) Das ameri­kanische Staatsdepartement hat, wie der Washingtoner Evening Star" erfährt, seine Stellungnahme zu den von dem englischen KriegsfahrzeugBaralong" getätigten Brutalitäten an einer deutschen Unterseebootsbesatzung folgendermaßen präzisiert: Der Flaggenmißbrauch durch das englische Patrouillenboot bietet den Vereinigten Staaten keine Handhabe zum Eingreifen, da es den kriegführenden Mächten erlaubt sei, eine falsche Flagge zu führen, wenn die Schiffe vor Eröffnung der Feind­seligkeiten die Flagge ihres Landes hissen. Die Union hat selbst zu Kriegszeiten nach diesem Grundsätze ge­handelt und kann infolgedessen gegen die Benutzung des Sternenbanners nicht protestieren.

Man legt es zu dem Uebrigen, was bisher aus Washington gekommen ist.

Kriegsallerlei.

Kleinwohnungsfragen im Reichssenat des Innern.

Donnerstag vormittag trat im Reichstagsgebäude die vom Staatssekretär des Innern eingesetzte Jnuno- biliarkreditkommission zu einer zweitägigen Sitzung zu­sammen, zu der etwa 120 Sachverständige eingeladen waren. Die Beratungen ant ersten Tage waren in erster Linie auf die Prüfung der Frage gerichtet, ob die Gründung von Pfandbriefanstalten nach Art der Land­schaften geeignet erscheint, auf dem Gebiete des städtischen Immobiliarkredits die bestehenden bezw. zu erwartenden Mitzstände zu nrildern.

DieHeldin von Loos".

DieDaily Mail" veröffentlicht das Bild eines 17- lahrigen französischen Mädchens, derHeldin von LooS", die bei Loos fünf Deutsche getötet haben soll.

Die französische Armee sei am schlechtesten bekleidet, so schreibt dieActiön". Als Beispiel führt sie die Sol­daten des Hilfsdienstes an. Der Winter steht vor der Lur, aber ihre sommermäßige Uniform bestehe aus einer

übelriechenden Baumwollyose, so leicht, daß die Leute vor Kälte zitterten. Sie brauchen Capoten Mäntel mit Kappen), aber es sind keine da. So gibt man ihnen solche von Gefallenen. Doch auch das reicht nicht für alle. Der Rest erhält alte Schutzmäntel, die sich die Leute auf ihre Kosten umarbetten lassen durften. Das Blatt meint, das beste wäre, sie in Zivil gehen zu lassen mit einer militärischen Armbinde.

Brotkarten nach deutschem Muster in Rußland.

Der Minister des Innern wird, wie über Kopen­hagen aus Petersburg gemeldet wird, demnächst in allen größeren Städten Rußlands das Kartensystem nach deut­schem Muster einführen, um die gerechtere BerteUnna der Lebensmittel und des Feuerungsmaterials zu sichern, deren Mangel immer drückender fühlbar werde.

Ein neuer Nationalfeiertag in Bulgarien.

Aus Sofia wird gemeldet: Die Regierung beschloß, den 23. Oktober, den Tag der Befreiung des Donau- weges, zum Nationalfeiertag zu erheben.

1200 Millionen Vorschuß für Belgien.

Die an die belgische Regierung von England und Frankreich bis zum 1. Oktober 1915 geleisteten Vorschüsse werden nach einer Brüsseler Meldung derRenen Zür­cher Zeitung" auf 1200 Millionen Franken geschätzt.

deutsche Hkldenlalen.

Es ist stockdunkle Nacht. Die drüben wissen, daß wir nur in der Nacht unsere Zufuhr ermöglichen können und senden uns deshalb alle paar Minuten einen Schuß. Stnubeulang, halbe Nächte lang geht es so. Die Bat­terie braucht Munition. In rascher Gangart kommen die Pferde mit den Munitionswagen heran. Es gilt,« einen günstigen Augenblick abzupassen. Im sJiu sitzen die Fahrer ab, hilfsbereite Kanoniere reißen mit eiligen Händen die Körbe mit dem gefährlichen Inhalt aus dem Wagen. Alles ist das Werk weniger Minuten. Nun heißt es, rasch wieder aufsitzen, den Wagen in scharfer Kurve wenden und so schnell als möglich aus dem Be­reich des feindlichen Feuers: denn die Pferde sind un­ruhig, Blitz und Krach haben sie schon bei der Anfahrt erschreckt. Der erste Wagen hat glücklich gewendet, der zweite fährt vor. Alles hilft beim Ausladen. Da schlägt ein Geschoß dicht vor dem Wagen in bett Boden und laut krachend spritzt es auseinander. In jähern Schreck steigen die Pferde hoch, ein Fahrer stürzt, andere werden zu Boden geworfen. Die Pferde springen zur Seite und saufen im Galopp vorwärts, hinein in die Nacht. Da stürzt sich der Kanonier d. R. Diewald der 4. Batterie Reserve-Feldartillerie-Regiment 23 (Melker aus Drau- sendorf) den rasenden Tieren entgegen, achtet nicht auf das feindliche Feuer und die Gefahr, die ihm durch die wild gewordenen Tiere entsteht, springt an die Border­pferde und Gott sei Dank er kann das eine fassen. Mit knappen Ruck reißt er es zurück, daß es sich hoch aufbäumt: aber es steht, unb mit ihm die anderen fünf Pferde. Die Friedrich-Augnst-Medaille schmückt jetzt feine Brust.

Die 4. Batterie Reserve-Feldartillerie-Regiments 23 liegt unter starkem feindlichen Feuer. Nicht weniger als 3 Batterien vereinigen ihr Feuer auf sie. Hageldicht sausen die Granaten in die Batterie. In wenigen Mi­nuten durchwühlen Hunderte den Hang. Die Bedienung der Geschütze ist auf Befehl in die Unterstände ge­gangen, nur der Telephonist, der die Leitung zwischen Batterie und Beobachtungsstelle bedient, der Kanonier der Res. Wolf, sitzt in seinem Erdloch und harrt auf weitere Befehle. Da fliegt ein brennendes Stück Holz vor feine Füße. Er sieht, es stammt von einem Mu- Nitionskorb. Gleichzeitig hört er ein verdächtiges Zischen und Puffen. Vorsichtig lugt er nach dem Geschützstand und entdeckt, daß ein Volltreffer die um das Geschütz stehende Munition entzündet hat: er sieht die Kartuschen verpuffen und knisternd die Geschosse nach allen Seiten schwirren. Granaten explodieren und Splitter fallen in feine Nähe. Eine weiße Rauchwolke macht den Brand­herd weithin sichtbar. Es gilt zu retten, was zu retten ist; denn sehen die Franzosen den Rauch, dann wissen sie, daß sie gut getroffen haben, und ihr Feuer wird um so wütender. Auf allen Vieren kriecht Wolf zum Geschützstand und sucht durch Erde das Feuer zu er­sticken. Es gelingt nicht. Er kriecht zurück und holt Wasser, kostbares, spärliches Wasser. Trotz des uuuitter- brochenen feindlichen Feuers, trotz der von den eiser­nen brennenden Geschossen drohenden Gefahr, kriecht er vor und zurück und löscht seelenruhig den Brand, bis die verderblichen Flammen erloschen finb. .

Am 25. September 1915, schon am frühen Morgen, lag die 5. Batterie Reserve-Feldartillerie-Regimems 23 unter schwerem Feuer. Die Fernsprechleitung zur In­fanterie war unterbrochen, dichter Pulverdampf und eine undurchdringliche Staubwolke lagerten über dem Ge­fechtsfeld: jede Beobachtung des Feindes war unmöglich. Gegen 10 Uhr vormittags steigerte sich das feindliche Feuer zu äußerster Heftigkeit. Die unterbrochene Fern­sprechleitung zur Infanterie bei diesem Höllenfeuer her­zustellen, erschien unmöglich. Da meldete sich der Fahrer Alwin Beyer aus Gotzmannsborf freiwillig, um die Leitung zu flicken. Mit dem Kopfhörer und der Kabel­rolle auf denf Rücken, begibt er sich auf Leitnngs- patrouille. Auf allen Vieren kriecht er vorwärts und glücklich erreicht er die Bruchstellen. Eine schwere Gra­nate ist dicht bei der Leitung eingeschlagen und hat den Draht zerstört. Um ihn sausen neue, als ob sie ihn hindern wollten. Unbeirrt verbindet er die schadhaften Enden. Mit seinem Kopffernhörer schaltet er sich in die Leitung ein und ruft die Beobachtung der Infanterie an.Hier Beobachtung"Hier Leitungspatroutlle". Leitung wiederhergestellt. Aber die Infanterie meldet sich nicht. So nmß er weiter. Dicht vor dem Schützengraben findet er eine zweite Bruchstelle. Sofort ist sie geflickt. Wieder wird Artillerie-Beobachtung und Infanterie angerufen. Aber jetzt meldet sich nur die Infanterie. Also muß der Draht von neuem hinter ihm zerstört worden sein. Er kriecht zurück, unermüdlich, unerschrocken. Gott sei Dank, jetzt hat er auch die neue Bruchstelle. Schnell ist auch diese ausgebessert uitb es war die höchste Zeit. Kaum war die Leitung fertig, da kommt durch sie die Meldung, daß der Feind zum Sturm vorbricht.

Der Feind greift an!" Fetzt gilt es, deutscher Wall in Welschenland, zeig deine Kraft, zeig, daß du in der langen, langen Zeit nicht untätig gewesen bist und hart bist,' stahlhart. Und als ob der Riese darauf gewartet, als ob ein Jauchzen ihn durchführe, so durchdringt er mit lautem Getöse die Luft, seine Geschütze brüllen, über­schütten den Angreifer mit Eisen und Blei und sperren ihm den Weg. Aber doch, unter der Deckung des Waldes ist es ihm gelungen, vorzustoßen und die eigenen Gräben zu erreichen. Aber es ist nicht unbemerkt geblieben, der Führer der 6. Batterie Reserve-Feldartillerie-Regiments 23, hat es sofort erkannt, schnell prüft er die Entfernung: Zu kurz, von der Deckung aus kann die Batterie den eingedrungenen Feind nicht bekämpfen. Ein kurzes Be- finnen und dann der Befehl:Geschütz vor!" Die Be­dienung will es nicht glauben:Vor? Aus der Deckung

heraus? Dorthin, wo die Granaten hagen^«nd krachen und dumpf den Boden durchwühlen? Dorthin?" Geschütz vor!" Mit kaltblütiger Ruhe wiederholt der Geschützführer, Unteroffizier der Res. Rudolf Nake aus Dresden ben Befehl und springt in die Räder. Jetzt gibt es kein Besinnen mehr. Das wissen seine Ka- merabeit nun; fest packen sie zu trotz des feindlichen Eisenhagels. Schnell wird das Geschütz aus der Deckung gebracht unb steht nun frei -und stolz und tümmert sich nicht um den Hagel von Geschossen, die vor, hinter und neben ihm ein schlagen. Schnell ist das Ziel erfaßt und Schnellfeuer überschüttet den eingedrungenen Feind und hält ihn auf. SSSSSt Krach! Ein Volltreffer ins Geschütz! Unbrauchbar.Geschütz zuriick!" Kurze, atenu raubende Befehle, die Nake gibt. Und er zeigt selbst, daß er sein Leben nicht schont. Als das zweite Geschtitz vorgebracht und so mancher fehlte und auch der Richt-- kauonier verwundet war, da setzte sich Nake selbst auf dessen Platz und bedient das Geschütz und feuert, un­ermüdlich, unaufhörlich, bis ihm eine Granate das Bein aitfreifü. Fast ohnmächtig will er zusammenbrechen. Hilfsbereite Kameraden springen zu ihm und wollen thu zum Verbandplatz tragen. Aber er weist sie zuriick. Laßt mich allein gehen! Ihr werdet hier noch ge­braucht!" Ohne Beistand schleppt er sich zurück an den Verbaudplatz, wo ihm die erste Hilfe zuteil ward. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse kann er mit Stolz tragen.

Die 6. Batterie Reserve-Feldartillerie-Regimeüts Nr. 23 war plötzlich an einer Stelle eingesetzt, an der die Franzosen vorgedrungen waren unb hartnäckig, zäh nachdrängten. Ein wilder Angriff hatte begonnen. To­bendes, jeder Beschreibung spottendes Trommelfeuer mehrerer Batterien lag auf der fi. Batterie, die dicht hinter der eigenen Infanterie stolz ihr Dasein be­hauptete. TobeSmutig saßen die Kanoniere an den Ge- schützen, todesmutig erfüllten' sie ihre Pflicht, ungeachtet des rasenden Feuers und des noch rasenderen Getöses. Da plötzlich führt eine Granate in ein Geschütz, durch­bohrt das Oberschild und explodiert mit übarfem Knall in der Bedienung. Sieben Splitter treffen den Richt­kanonier, den Gefreiten Rudolf Leschke aus Freiburg unb sitzen in der Brust und in den Armen. Ihm raubt es für kurze Zeit das Bewußtsein. Doch - es ist so ruhig um ihm Ist er allein? Er sieht um sich und sieht sie, seine Kameraden, die eben noch mit ihm dem Feinde wehren halfen, tot oder verwundet, so schwer verwundet, daß sie sich nicht erheben können. Aber da durchfährt es ihn. Du mufit ja schießen, dein Geschütz darf nicht ruhig sein. Und schwer setzt er sich an seinen Platz und allein, mit den schweren Wunden an seinem Körper, bedient er sein Geschütz, treu, pflichtbeivußt, bis ihn die Kräfte verlassen und er ohnmächtig neben seinem Geschütz zusammensinkt. Für seine Tat wurde er mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

Vermischtes.

Brave deutsche Blaujacke«. Aus Las Palmas er­hält dieDtsch. Tgztg." die Nachricht von einer schönen Tat deutscher Matrose«. Vor deur Hafen von Teneriffa erschien am 25. September d. I. der brennende spanische FischerkntterPerez Eastro". Die ganze Bevölkerung der Hafenstadt erschien an der Mole. Die Behörden aber wußten sich keinen 9lat. Kein Rettnngsbvvt wurde trotz der hilfeslehenden Signale des kleinen Schiffes flvttge- macht, dessen.Bemannung eine angstvolle Viertelstunke durchlebte. Da löste sich von einem der seit Beginn des Krieges im Hafen liegenden deutschen Schiffe ein mit deutschen Matrosen bemanntes Boot ab. Es gelang unseren Blanjacken, die ganze Mannschaft des Segel­bootes, die zum Teil schon schwere Brandwunden da- vongetragen hatte, zu retten. Die am Ufer versammelte Menge bereitete den Rettern stürmische Huldtanngen.

Reiche Bereinsstiftung. Den: Evangelischen Ar­beiterverein Cöln stellte aus Anlaß des 25}übrigen Be­stehens des Vereins ein Gönner und Mitglied eine Ju­biläumsausgabe von 30 000 Mark zur Verfüguug. Die Zinsen des Kapitals sollen zur Uutersttttzuug bebürfeiget Hinterbliebenen von Mitgliedern des Vereins, die im gegenwärtigen Kriege gefallen oder durch Krankheit in­folge des Krieges gestorben sind, verwandt werden.

Amerikanische Lesefrüchte. Der Zar tröstet sich über seine Niederlagen gegen die Deutschen, indem er um so kräftiger gegen die Duma ins Feld zieht. (Chicago He­rold.) Der Zar-Generalissimus leidet, wie sein Groß­fürst-Vorgänger, an Näumatismus. (Neuyorker Jour­nal.) Sir Edivard Grey hat sich in ein Seebad be- geben. Wozu? Er hat in London genug auszubaden, und reiuwaschen kann er sich doch nicht. iChicago Daily News.) Churchill hat große Aehnlichkeit mit einem Walfisch: kleine Augen, große Schnauze, und immer im Tran. (California Demokrat.) Kitchener sagt:Wir halten den Krieg in der hohlen Hand." Das ist die hohle Phrase eines hohlen Kopfes. (Detroiter Abeno- Post.) Der Zar soll zwei Millionen neuer Soldaten aufstellen. Kein Wunder, daß man in Deutschland fürch­tet, mit den Lebeuomitteln nicht auszukommen. (Neu­yorker Moniing Telegraph.) Japan hat erklärt, daß es den Russen soviel Granaten schicken will, als sie brau­chen. Bor einigen Jahren hat es den Russen sogar mehr geschickt, als ihnen angenehm war. (Nasyville Southern Lumbermann.)

Weitere Drahtnachrichten,

Fliegerbombe« auf Venedig.

Wie«, 19. November. (WTB.) Nachtrag zum ge­strigen amtliche« Heeresbericht.)

Ereignisse zur See.

Heute nachmittag belegte eines unserer Seeflugge- schmader die Forts San Nicola und Alberoni, das Ar­senal, die Flugstation, den Gasometer, den Bahnhof «nd mehrere Kasernen von Venedig erfolgreich mit Bomben. Trotz des heftigen Abwehrfeners und der Angriffe von drei feindlichen Flugzeugen ist unser Geschwader voll­zählig und wohlbehalten eingerückt.

Italiener nach Montenegro unterwegs?

** Genf, 19. November. (T. U.) Hiesige Morgen- blätter melden nach derVoss. Ztg." von der ttalieniichen Grenze, daß Eltern italienischer Soldaten von der Zen­sur freigegebene Briefe erhalten haben, in welchen letz­tere ihre Abfahrt nach Montenegro ankündigen.

Amerika nnd der Ancona-Fall.

w> London, 19. November. (WTB.)Times" er­fahren aus Washington, die amtlichen Kreise in Wa­shington beabsichtigten nicht, sich mit einer offiziellen Entschuldigung der österreichisch-ungarischen Regierung wegen der Versenkung des DampfersAncona" zu be­gnügen. Der amerikanische Botschafter in Rom erhielt oen Auftrag, eine eingehende Untersuchung anzustellen. Die Beamten des amerikanischen Konsulats in Tunis fertigen einen dritten Bericht über die Aussagen von Augenzeugen an.