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^st ihnen doch durch die neue Verhandlung der OrdenS- frage die Möglichkeit genommen, in Zukunft weiter für einzelne Lieblinge oder einflußreiche Männer des Welt­krieges eine warme Fürsorge zu bezeigen. Der Mini­sterpräsident Briand versuchte, die aufgeregten Parteien durch den Hinweis zu beschwichtigen, daß General Gal­liens noch ein unerfahrener Redner sei. Man wird aber wohl im Gegenteil der Ansicht sein dürfen, daß Gallirni auf dem Gebiete, auf dem er sich dem sranzösftchen Par- lament als „eiserner Besen" vorgestellt hat, nicht uner­fahren ist, sondern im Gegenteil sehr viele traurige Er­fahrungen gesammelt hat, um eine solche Rede halten zu müssen. Er wird auch gewußt haben, daß er dadurch die protektionslüsternen französischen Parlamentarier verstimmt, aber als ehrliche Soldatennatur wird er da­rauf keinen Wert gelegt haben. Es fragt sich nur, wie lange in Frankreich bei der besonderen Verfassung des dortigen Parlaments ein so beschaffener „eiserner Besen" Gelegenheit haben wird, seine für das Heer ersprießliche Tätigkeit fortzusetzen, denn über das Wohl des Heeres geht in Frankreich noch oas Vergnügen der Parlamen­tarier. (Z.)

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Vorläufig keine Offensive im Westen.

' Die „Nowoje Wremja" läßt sich nach der „Ntlztg." von ihren Korrespondenten an der französischen Front melden, daß eine große Offensive im Westen in diesem Jahre nicht mehr stattfinden werde, da das Schwerge­wicht der Kämpfe augenblicklich nach den Balkan verlegt worden ist, werden die Positionskämpfe im Westen bett Winter über anhalten. Erst in den ersten Wochen des Frühjahrs werde eine neue außerordentlich umfang­reiche organisierte und vorbereitete Offensive der Ver­bündeten einsetzen.

x Der Unterseebootskrieg.

# Ein britisches Tauchboot in der Ostsee vermißt.

Wie nach der „Ntlztg." in Kronstädter Marinekreisen verlautet, ist bereits seit sechs Tagen das der russischen Ostseeflotte zugeteilte englische Unterseeboot .,E. 23", das dem neuen englischen Unterseeboots-Typ angehört, über­fällig. Man rechnet in den erwähnten Kreisen mit dem vollständigen Verlust des Fahrzeuges.

Im Kampf mit einem U-Boot.

s^- Genf, 16. November. (T. U.) Nach Meldungen Lyoner Blätter aus Oran hat dort der „Voss. Ztg." zu­folge der englische Dampfer „Mortiar" 24 Tote und 70 Verwundete seiner Besatzung gelandet. Der Dampfer hatte einen Kampf mit einem deutschen U-Boot, das das Feuer auf die „Mortiar" eröffnete, weil das englische Schiff das U-Boot zu rammen versuchte. Als zwei an­dere Dampfer dem englischen Schiffe zu Hilfe kamen, entfernte sich das U-Boot.

krieasallerlei.

Die Wiedergewinnung Elsatz-Lothringens ein Kriegs- ziel der französischen Sozialisten.

Die „Nordd. Allg. Ztg." wendet sich gegen eine in der „Welt am Montag" erschienene Auslegung der in der französischen Kammer gehaltenen Rede des sozia­listischen Abgeordneten Renaudel, der in dieser Rede den Hoffnungen der Massen in Frankreich auf Rückge­winnung Elsatz-Lothringens entgegengetreten sein soll. Die Auffassung der Rede Renaudels sei völlig irrtüm­lich. Das ergebe sich aus dem stenographischen Wortlaut der Rede. Danach unterliegt es entgegen der Auffas­sung der „Welt am Montag" keinem Zweifel, daß die französischen Sozialisten die Wiedergewinnung Elsatz- Lothringens auch als ihr Kriegsziel betrachten.

Bierverbandsbestellung auf deutsche Kriegskarten.

Wie bekannt geworden ist, leiden die in Saloniki ge­landeten Streitkräfte unter dem Mangel an guten Kar­ten des Kriegsschauplatzes. Diesem Mangel wird durch Bestellungen bei deutschen und österreichisch-ungarischen Kartengeschäften abzuhelfen, gesucht, deren Karten bevor­zugt werden. Es bedarf wohl nur dieses Hinweises, um den deutschen Buchhandel zur äußersten Vorsicht beim Vertrieb von Karten des Kriegsgebietes zu bestimmen. Bei dem Ankauf wird naturgemäß die Vermittlung Dritter in Anspruch genommen werden. Danach ist größte Zurückhaltung selbst Einzelbestellungen gegeu- über am Platze.

Ein amerikanisches Riesenflugzeug.

Holländische Blätter melden: Auf einer amerika­nischen Werft wird gegenwärtig eine Flugmaschine mit einer Tragkraft von 2700 Kilogramm gebaut. Sie soll mit einer 77 Millimeter-Kanone bewaffnet und mit zwei Motoren von je 160 PS versehen werden. Die Schnel­ligkeit soll je nach der Belastung 80 bis 125 Kilometer in der Stunde betragen. Das Flugzeug soll sieben Stunden in der Luft bleiben können.

Japan und Indien.

Von vorzüglich unterrichteter Seite erfährt der Am­sterdamer Korrespondent der „Fankf. Ztg.", was die englische Regierung seit langem weiß, daß japanische Emissäre eine umstürzlerische Bewegung in Indien för­dern. Die Nachricht, daß der japanische Ministerrat sich mit der Lage in Indien befaßte, hat deshalb in englischen Regierungskreisen lebhafteste Beunruhigung hervorge- rufen. •

Nachprüfung der russischen Dienstuntauglichen.

Die „Köln. Ztg." berichtet aus Kopenhagen: Das russische Kriegsministerium ordnete eine Nachprüfung aller für dienstuntauglich erklärten Personen an.

Die Zurückdrängung der Russen am Styr.

In einem Bericht des „B. T." über die Zurück- wersung der Russen über den Styr heißt es u. a.: In Ausnutzung ihres Erfolges am Styr-Brückenkopf hat Linsingens Nordarmee die Russen nunmehr über den Fluß selbst znrückgeworfen und damit auch diesem einen vollen Monat hindurch immer wieder erneute» Durchbruchsversuch große» Stiles ei« Ende gemacht. Nach manchen Wechselfällen gelang es der durch ost- preußische und kurhefsische Regimenter verstärkten k. u. k. Armee, den Gegner am Nordflügel bei Kalodia und am Südflügel bei Komarow an den sumpfigen Styr zurückzudrängen.

Answandernngsverbot für Unverheiratete in England.

Aus London wird Genfer Blättern gemeldet: Der neue Kriegsrat beschloß am 13. November mit 5 gegen 1 Stimme ein sofort in Kraft tretendes Answanderungs- verbot für die unverheirateten Untertanen im drenst- fähigen Alter.

Die Eröffnung der Warschauer Universität

hat am Montag unter entsprechenden Feierlichkeiten stattgefunden. Nach der Festrede des Rektors v. Brud- zinski drückte Generalgouverneur Exzellenz von Beseler der wiedereröffneten Hochschule zu ihren Arbeiten dre herzlichsten Glückwünsche aus.

„Nur Inder!"

Der Leutnant der Reserve Schophaus beim 2. Er­satz-Bataillon des Jnf.-Regts. M. 39 hat seinem Trup­penteil die folgende dienstliche Meldung erstattet: Wäh­rend meines Kommandos als stellvertretender Adjutant der Bahnhofskommandantur Ovladen hatte ich am 8.

uW 9. Oktober Gelegenheit, mich mit englischen und französischen Gefangenen zu unterhalten, die Anfang dieses Monats in ben Kämpfen bei Loos in deutsche Hände gefallen waren. Durch längeren Aufenthalt in England der englischen Sprache mächtig, unterhielt ich mich mit den englsichen Offizieren der Kitchener-Armee über die letzten Känrpfe in Flandern und Nordfrankreich. Hier­bei machte mir ein englischer Oberleutnant von einem Londoner Regiment folgende, für die Verwendung und Wertschätzung der farbigen Hilfsvölker in der englischen Armee recht bezeichnende Mitteilungen: Bei den Käm­pfen um Loos haben die Engländer nach heftigern Ar­tilleriefeuer und nach Verwendung von giftigen Gasen, in der Voraussetzung, daß die deutscher! Stellungen sturmreif seien, zuerst die indischen Truppen zum An- griff vorausgeschickt. Als diese Truppen jedoch bei ihrem Borgehen heftiges Feuer erhielten und schwere Verluste erlitten, wurden ungeachtet der wenigen unverletzt ge­bliebenen Leute weiter giftige Gaswolken vorgetrieben, sodaß die Verwundeten usw. elend nmkamen. Dann erst wurden die englischen golbaten zurrt Angriff eingesetzt. Auf meine Frage, ob eine derartige rücksichtslose Be­handlung der eigenen Truppen nicht verwerflich sei, meinte der englische Oberleutnant spöttisch: „O, es sind ja nur Inder!" (WTB.)

Aus den Spuren der Lug-Armee.

Polnische Eindrücke aus dem Sommer 1915.

(Fortsetzung.) ‘

Worauf es im Ernst bei einem gutem Stabsquartier ankommt, das ist das Beieinander genügend vieler, großer und heller Räumlichkeiten, die es gestatten, Offi­zierswohnungen, und Geschäftszimmer möglichst unter einem Dache oder doch in enger Nachbarschaft zu ver- eitligeu. Jedes hohe Kommando benötigt eine Menge Kanzleien für all seine verschiedenen Dienstzweige, tm Kriege sowohl wie im Frieden. Dabei verlangt der Krieg das hundertfache Maß vom schlagfertigen Zusammen- ivirfeu und pünktlichem Jueinandergreifen. Was sich während einer bewegten Kriegshandlung von morgens früh bis in die Nacht hinein und ununterbrochen die ganze Nacht hindurch in diesen Geschäftsräumen ab- spielt, ist Verwaltung wie wir sie auch im Frieden ken­nen und üben, aber Verwaltung auf einer Höhe der Ak­tivität, Verantwortlichkeit, Entschlußfreudigkeit, von einer Tragweite und konzentrierten Vielseitigkeit der Entscheidungen, wie keine Friedenszeit sie von den Sterblichen fordert. >

Tag und Nacht empfangen die zahlreichen Tele­graphen und Fernsprecher mittels oft sehr künstlicher und gefährdeter Drahtverbindungen die Meldungen, Be­richte, Anfragen und Gesuche von der Front, eben Be­fehle, Weisungen, Bescheide und Auskünfte zurück und stehen gleichzeitig in einem ebensolchen Verkehr mit den übergeordneten Heeresstellen.

Die Zahl der dauernd zu überwachenden Gegen­stände ist Legion: Bewegung der eigenen und feind­lichen Streitkräfte,' Veränderung in der Lage unserer und der gegnerischen Stellungen; Nachrichten- und Kundschafterdienst,' Verluste, Ersatz, Personalfragen,' Zählung und Bergung von Beute und Gefangenen; Unterbringung, Verpflegung, Bekleidung, Bewaffnung der Truppe,' Gesundheitspflege, Seuchenbekämpfung, Lazarette, Genesungsheime; Gerichtsbarkeit, Seelsorge, Liebesgaben; Klima, Wetter, Wasserstand; Zustand der Straßen, der Brücken, der Befestigungswerke; Ver­kehrs- und Verständigungsmittel aller Art: Eisen­bahnen, Post, Fuhrparks, Tragtiere, Lastträger,' Flieger; Telegraphen- und Funkerstationen.

Und alle diese Dinge sind innerhalb des zu wichst unterstellten Bereichs in stündlichen! Wechsel begriffen und immerfort ganz unvorhersehbaren Veränderungen ausgesetzt, dagegen nach autzenhin abhängig von den Er­eignissen bei den Nachbargruppen, von der militärischen und politischen Gesamtlage und von den Beschlüssen und Eingriffen der Obersten Heeresleitung. Kommen nun gar mehrere Heeresleitungen in Frage, die sich über jede Aktion und Reaktion erst einigen, bevor sie handeln, dann muß oben und unten mit einer niemals stocken­der Tatkraft gearbeitet werden, um die täglichen Fort­schritte zu Wege zu bringen, die wir nun schon so lange staunend erleben.

Wer in seinem deutschen Abendblatt regelmäßig den Tagesbericht der Obersten Heeresleitung liest, kann schwerlich ermessen, wie unbegreiflich es ist, daß die Kunde von all den Einzelheiten ihm so wenige Stunden nach den fernen Geschehnissen schon gedruckt vorliegt. Nur durch eine Höchstspannung aller verantwortlichen Kräfte wird es erreicht, daß die Weltgeschichte sich selber schreibt, indem sie abläuft.

Diese zugleich antreibende unb berichtende, zugleich handelnde beobachtende und Rechenschaft ablegende Tä­tigkeit erfordert den Besitz vieler männlichen Tugenden: die Energie starker Nerven, Klarheit, Klugheit, Kennt­nisse, Selbstbewußtsein nnd Selbstbescheidung. Jeder Befehlende nimmt Anteil an ihr. Aber zu den bedeu­tendsten Leistungen verdichtet sie sich in den Spitzen der hohen Kommandostellen.

Aus schlechter Straße marschiert um Mitternacht eine Kolonne am Stabsquartier vorüber. Mancher blickt nach den erleuchteten Fenstern des Schlosses: Die haben es gut!

Es hat jeder seine Plage.

Die Sommernwuate schwanden vor uns dahin wie die Russen. Im raschen Vormarsch der Armeen die saunt eroberten Felder abzuernten, war keine Kleinigkeit. Was da vollbracht wurde, wird ein besonderes Wirtschafts- kapttel der Kriegsgeschichte ausfttllen.

Wo sie die Frucht auf dem Halm nicht verbrennen oder zerstören konnten, hatten die weichenden Feinde wenigstens die ErMegeräte und landwirtschaftlichen Ma­schinen sei es mikgeschleppt, sei es zertrümmert oder in die Teiche geworfen. Auch an Arbeitern fehlte es durchaus, denn die einheimische Bevölkerung raubte mit von dannen. Was tun? Unter der Leitung agrarisch bewanderter Offiziere und Beamten traten eigene Wirt­schaftsausschüsse zusammen, die vereinigten alles, was sich an Sensen, Sicheln, Eggen, Dreschmaschinen uiw. aufstöbern und wiederherstellen ließ, und bestellten tm Hinterlands hundert- und tausendweise, was ihnen noch fehlte. Auf neuen Feld- und Förderbahnen wurde nach­geschafft, soviel zu erlangen war, und binnen kurzem sah man Bataillone von gefangenen Russen als fried­liche Schnitter auf die Felder ziehen. Die Lokomobilen verschlangen die Aehren und spieen die Körner wieder aus; Dampf- und Windmühlen begannen die eingero­steten Gliednraßen wieder zu regen und ihr zermal­mendes Werk zu tun; nahe dabei standen die Feld- bäckereien Tag und Nacht unter Dampf «nd füllten die Vorratsspeicher mit vielen Zentnern Kommißbrot und nach langer Zeit auch wieder mit seinem Weißbrot, das immer weißer wurde, zuerst 50 Prozent Weizen, dann 75 und schließlich 100 Prozent. Die Proviantkolonnen brauchten nicht urehr die weiten Reisen zu machen, sie versorgten sich in den nahen Depots mit den Früchten, die der deutsche Organisator mit russischer Arbeitskraft

Dem polnischen Acker avgewonnen, und zweigten voK dort nach allen Himmelsrichtungen auseinander, zu den Ausgabestelleu der Etappe und zu den verschiedenen Fronten.

Die russischen Gefangenen bewährten sich im all­gemeinen als Feldarbeiter nicht schlecht. Wer oft große Mengen dieser Braunkittel gesehen und genauer hin- gesehen hat, wird scharf unterscheiden und sich vor tö­richten Verallgemeinerungen hüten. Es ist weder lauter asiatisches Gesinde!, noch sind es ausnahmslos baum­starke seelengute Hünen, deren bloßes Erscheinen etwa genügte, uns von der kommenden Allmacht des Pansla- wismus zu überzeugen.

Neben kleinen häßlichen Mongolen und minder- wertigen Mischtypen begegnen uns rein russische Ge­stalten von vorzüglichen Eigenschaften: große, gesunde, blonde Männer, wie stämmige Landsknechte, geistig vielleicht etwas langsam und starr, aber keineswegs blöde; bei aller Nugeschliffeuheit doch nicht wüst und plump, sondern von einem ruhigen, bäuerischen Anstand. Merkwürdig unbekümmert, wohl und getrost sehen sie aus. Der tadellose Zustand ihrer Nerven und ihrer Ber- dauungswerkzeuge ist es denn auch, ivas manchen Beobachter verleitet, einer -im Kern so unverbrauchten Nation jede körperliche und später sogar jede geistige Herkulesarbeit zuzutrauen. Einstweilen haben wir die Russen als nicht zu unterschützende Soldaten kennen ge­lernt, tapfer, zäh, ausdauernd, genügsam. Welche Ta­lente und wieviel selbständigen Unternehmungsgeist die Zukunft in ihnen entwickeln wird, läßt sich heute wirk­lich noch nicht vorausfageu. Vielleicht müssen sie erst vollends aufwachen; nur fragt es sich, ob ihnen der wache Zustand ebenso gut bekommen wird, wie der bis­herige, offenbar gedeihliche Halbschlaf des Hirns.

Was die Gefangenen sich auf Befragen an Urteilen und Auskünften entlocken lassen, klingt eintönig uns manchmal wie eingepaukt und auswendig gelernt: Wir sind wohl kriegsmüde, aber wir werden durchhalten bis zürn unausbleiblichen Siege. Haben wir Verluste gehabt, Rußlands Hilfsquellen sind unerschöpflich. Was bedeutet die Wegnahme von Polen und Kurland: das russische Reich bleibt dennoch das größte und mächtigste der Erde. Die Deutschen können wohl einbrtngeu bis tief nach Rußland, aber sie finden den Weg nicht wieder hinaus.

(Fortsetzung folgt.)

Vermischtes.

, Acht Millionen Mark Berliner Kriegsnnter- stutzungen im Oktober. Der Vertreter des Berliner Akagistrats hat tu dem Stadtverordnetenausschusse, der sich mit der Erhöhung der Bezüge der Angehörigen der Kriegsteilnehmer in Berlin beschäftigte, die Mitteilung gemacht, daß im Monat Oktober die Berliner K-rtegs- Unterstützungen acht Millionen Mark betragen haben, von denen aber nur drei Millionen Mark vom Reiche zurückzuerstatten sind. Wöchentlich kämen jetzt zwei­tausend neue Unterstützungsgesuche hinzu; der Magi­strat müsse sich deshalb große Beschränkung in der Ge­währung von Unterstützungen auferlegen.

Glückliche Gewinner. Zu der Meldung, daß das große Los nach Cvln fiel, erfahren wir noch, daß einer der Losinhaber, ein Vorarbeiter, sein Los vor einiger Zeit an mehrere ihm bekannte Frauen abgab. Das Los war 40 Jahre in seiner Familie gespielt ivotbeu. Die Gewinnenden sind vier arme im Artilleriedepot beschäf­tigte Witwen. Es fallen jeder ungefähr 30 000 ^ zu.

Die Generalkommission ber Gewerkschaften begeht ihr 25jähriges Jubiläum. Dieses gibt dem „Vorwärts" Veranlassung, die Leistungen Hervorzuheben, die von den Gewerkschaften für die Arbeitslosenfürsorge und Arbeitsvermittlung anfgebracht wurden, und was sie ge­meinsam mit der Partei für die Kriegsfürsorge und die Lebensmittelversorgung getan habe. Bis weit in die Reihen der Gegner habe das Wirken ungeteilte Aner­kennung gefunden. Das Jubiläum der Generalkom- mission sei auch ein solches ihres Vorsitzenden Legten, der ein volles Bierteljahrhundert auf diesem Platze stehe.

Frost im Rhein-Maingebiet. Nach heftigem Regen- sturm ist im Nhein-SNaingebiet plötzlich emyfinbiW Kalte eingetreten. Der Taunus war gestern mit Schnee be­deckt.

Die „Sorgen" der amerikanischen Dollarköniginnen. Der kleine amerikanische Petroleumkönig Send — der große ist John D. Rockefeller — hat es seiner Frau zu danken, daß er ein beriihurter Mann geworden ist Stau weiß in Amerika, daß er eine Frau sein eigen nennt, die mit dem ausgesetzten Taschengeld von rund 5000 Mark zur Bestreitung ihrer Toilettenbedürfnisse nicht auskommen kann. Als Sead sich schließlich weigerte, die Rechnungen seiner Frau zu zahlen, die sich auf Hun­derttausende von Mark beliefen, verklagten die Liefe­ranten die luxusbeflifsene Dame. Da diese aber kein eigenes Vermögen hatte, gingen die armen Lieferanten, die sich auf die Freigebigkeit des Petroleumkönigs ver­lassen hatten, leer aus. Mrs. Sead ist übrigens nicht die einzige „Arme" unter den Dollarköniginnen Ame­rikas. Von der ebenfalls in der Fifth Avenue lebenden Mrs. Price wird beispielsweise erzählt, daß auch sie ständig in Geldverlegenheit sei, weil sie die eigentümliche Gewohnheit hat, ununterbrochen ihre Schncuckaegen- stände urnändern zu lassen, ein Sport, der im Jahre etwa die Kleinigkeit von einer halben Million Mark kostet. Außerdem bat die gute Dame eine unstillbare Leidenschaft für schönes Pelzwerk. So fauste sie eines Tages einen Chinchillapelz für 25 000 Mark, um ihn am nächsten Tage, da er ihr nicht mehr gefiel, für ein Butterbrot wieder zu verkaufen.

Krieqshumor. Die Hauptsache. Salandra: „Was sagen Sie zu dem neuen französischen Ministerium?" Barzilai: „Obwohl es sechs Minister oder Portefeuille enthält, ist es meiner Ansicht nach doch unvollständig: denn es hat ja nicht einmal einen Minister für die un- erlösten Provinzen!" Chinesisches. Der chinesische „Republikaner" Buanschikai möchte Kaiser von China werden. Japan erlaubt es ihm aber nicht, da dieser Posten im Rate der Entente bereits für Poincaree oder Briand reserviert ist. — Der König von England ist bei seinem Sturz vom Pferde keinesivegs ein Opfer sei­ner Ungeschicklichkeit, sondern das einer Verschwörung geworden, die sich unter den Pferden des Königlichen Marstalls gebildet hatte. Der Oberstallmeister seiner Majestät ist leider erst jetzt darauf gekommen, daß die Kgl. Rappen, Schimmel und Füchse zusammen die Far­ben der deutschen Flagge haben. Die standrechtliche Er­schießung des ganzen Kgl. Marstalls steht bevor.

Weitere Drahtnachrichten.

Riesenbrand italienischer Docks.

»e* Lugano, 16. November. (T. U.) In den inter- nationalen Docks der Firma Gondranas in Rivarolo (Ligurien) ist nach den! „B. T." ein Riesenbrand auS- gebrochen, der lamtliche Docks mit ungeheuren Vorräten an Oelen, Fetten, Baumwolle und Benzin zerstörte Der Verlust geht in die Millionen. Der Brand wA fort Man vermutet Brandstiftung.