Hrvhien VevMfke Ballett. Sei der Heftigkeit der Kämpfe versteht es sich, daß unsere Verluste nicht gering sind.
Aus Befehlen und Aufzeichnungen, die bei toten und gefangenen Offizieren gefunden wurden, geht hervor, daß die italienische Heeresleitung diesmal das äußerste versuchen will, irgendwo einen Durchbruch zu erzielen. Der Wortlaut aller dieser Befehle der kom- mandierenden Generäle wendet sich an die Ehre und Tapferkeit des Offiziers und der Soldaten, aus die das Volk hoffe, und durch die diesmal der Sieg errungen werden müsse, koste es, was es wolle.
So ist meiner Ansicht nach denn zu erwarten, daß die Italiener mit neuen Truppen, die sie von der Dolo- nsttenfront und aus Reserveformationen.des Hinterlandes ergänzen, die augenblicklich ein wenig ruhende Offensive gegen unsere Isonzostellungen bis zur neuen völligen Erschöpfung wieder aufnehmen werden.
Der Unterseebootskrieg.
w> London, 10. November. (T .11.) Der britische Danrpfer „Buresk" sowie der japanische Dampfer „?)«= sikunt-Muru" mit 5100 Tonnen sind nach der „Dtsch. Tagesztg." versenkt worden. Die Besatzungen wurden gerettet. Ein weiterer britischer Danrpfer soll ebenfalls versenkt worden und seine Besatzung gerettet worden sein.
w> Genf, 10. November. (T. It.) „Agence Havas" meldet amtlich aus Algier: Der französische Dampfer „Äser" der auf der Fahrt nach Bizerta den italienischen Dampfer „Elisa Frauziska" gerettet hatte, wurde auch seinerseits vorpediert. Die Besatzung und Passagiere konnten die Küste erreichen.
, Ein weiteres italienisches Paketboot versenkt.
om> Genf, 10. November. (T. U.) Das „Petit Journal" erhält folgendes Privattelegramm aus Saloniki: Man erfährt hier, daß ein weiteres italienisches Paket- boot von einem feindlichen Unterseeboote versenkt wurde. Der Name des Dampfers ist noch unbekannt.
Ein englischer Lord über die bisherigen
Verluste im Weltkriege.
Allerlei aus dem Oberhause.
' ^ London, 10. November. (WTB.) Im Oberhause sagte Lord Loreborn bei der weiteren Debatte über die Zensur: Die Ursache für die Klage, daß das Volk den Ernst der Lage verkennt, ist, daß die legitimen Nach- richteuquellen verstopft sind. Der Feind weiß über unsere Angelegenheiten besser Bescheid als wir. Ihn ermutigt unsere Unfähigkeit und Verschwendung. Der Redner kritisierte die Kriegsleitung an dem Beispiel des Unterganges des Geschwaders Cradock, die Unternehmung in Antwerpen und die an den Dardanellen und
sagte: Diese Fehler, wie auch her Munitionsmangel deuten darauf hin, daß irgendwo wirkliche Unfähigkeit herrscht. Das Koalitionskabinett hat die parlamentarische, nicht aber die nationale Lage erleichtert. Wir stehen vor ernsten Schwierigkeiten auf dem Balkan. Jede große Nation glaubt, daß der Krieg ihr aufgezwungen wurde, alle glauben durchhalten zu müssen und zu siegen. Die Verluste an Menschen, die bereits auf 15 Millionen Tote und Beschädigte geschätzt werden, und etliche Tausend Millionen Kriegsschulden, werden die gesamte Zivilisation ändern. Die Menschen müßten seltsam konstruiert sein, die nicht jede ehrenvolle Gelegenheit ergreifen würden, nm einen Anfreibungskrieg zu verhindern. Lord Millner kritisiert die Zensur, besonders die Verstümmelung der deutschen Funkenbe- cichte. Die Unterdrückung der deutschen Meldung, daß die Bemannung eines deutschen Unterseebootes von britischen Matrosen ermordet worden sei, würde viel- fach als Eingeständnis der Schuld angesehen. Die griechische Krise warf uns völlig zu Boden und wir verharrten in dieser Lage bis Ioffre herüber kam, uns zu helfen, einen Entschluß zu fassen. Millner kritisierte die Rede Greys vom Ende September, die als Hilfsver- sprechen an Serbien aufgefatzt wurde und sagte, künftig werden die Nationen unsere Erklärungen von allen Seiten betrachten, um zu sehen, wo die Falle steckt. As- quith sagte: Wir könnten nicht zulassen, datz Serbien eine Beute der Zentralmächte und Bulgariens werde. Aber heute ist es ihre Beute. Was mich über das Kabinett beunruhigt ist, daß die Elemente der Kraft ausscheiden. Lord C o u r t e y sagte: Die Lage au der Westfront ist die, daß wir nicht gesiegt haben und nicht besiegt sind. Die Lage an den Dardanellen ist die eines unmöglichen Abenteuers. Auch die Lage zur See weist letzten Endes die Tatsache auf: Wir beherrschen die Meere, können aber die deutsche Flotte nicht zu einer Schlacht zwingen. Der Krieg hat den Stand der Zivilisation herabgesetzt, große soziale Rückschläge herbeige- führt und die Bürgschaft der persönlichen Freiheit weg- ^envmmen. Wir müssen frei sein, oder untergehen. Ich fordere die Regierung auf, jetzt den Ausweg zu zeigen. Ich will nicht selbst die Bedingungen der Versöhnung auszustellen versuchen. Eine unentbehrliche Grundlage des Ausgleiches ist die Befreiung Belgiens und Nord- frankreichs: sonst müssen wir weiter kämpfen. In Deutschland ist der Gedanke weit verbreitet, daß England eine Kriegsentschädigung zahlen müsse. Es gibt .keinen Engländer, der jemals zustimmen würde, daß England eine Kriegsentschädigung auferlegt werden soll. Endlich ist die Frage der Freiheit der Meere ein geeigneter Gegenstand der Friedensverhandlungen.
vnst müssen wir weiter kämpfen
In
Die Mordtat des „Batalong“.
Bekanntlich haben englische Seesoldaten auf Befehl ihres Vorgesetzten die deutsche Unterseebootsmannschaft, deren sie durch feige Verwendung der amerikanischen Flagge Herr geworden waren, in niederträchtiger Weise ermordet. Sie hatten wohl gehofft, daß ihre feige Roy- heit der Welt ebenso verborgen bleiben würde, wie die hinterlistige, völkerrechtswidrige Art, in der sie der Hel- öenlaufbahn unseres Weddigen ein Ende setzten, rühmlich für unsere Seehelden, unrühmlich unb schmachvoll für die Engländer. Darin aber sollten sie sich getäuscht haben, die Mordtat des „Baralong" ward aller Welt bekannt und zwar, wie wir meldeten, durch die beschworenen übereinstimmenden Aussagen einer Reihe amerikanischer Bürger, die sie mit eigenen Augen gesehen haben. Die Zeugen waren an Bord des Schiffes „Ni- cosian", das von dem Unterseeboot aufgebracht wurde, sre erzählen folgendes:
Als die Besatzung des „Nicosian" sich auf Befehl des deutscher! U-Boot-Kommandanten ausgebootet hatte, näherte sich ein anderes Schiff dem Schauplatz, das an feinen Bordwänden mittschiffs zwei Bretter hatte, mit der amerikanischen Flagge bemalt waren. Die V öie^r Flagge war ungefähr 4 bis 6 Meter. Als s?Eses.Schiff zwischen dem Unterseeboot und der „Nico- ___lag, fielen auf einmal die Bretter unterhalbder ^?.Ä!^"?^?rücke; die amerikanische Flagge am Mast Ä^5^ niedergeholt und die englische statt ihrer gesetzt. wurde mit Handwaffen auf das Unterseeboot und der Geschützführer an Bord des warf die Arme hoch und fiel rückwärts feuerte das Schiff, das sich als der entpuppt hatte, drei ?$üffe aus schwerem Geschütz gegen das deutsche Unter- eehopt. Das Boot Mk langfym. hiL Mannschaft stand
bis zu den Hüstelt im Wasser. Elf von den deutschen Seeleuten, darunter der Kommandant, sprangen ins Wasser und schwammen auf „Nicosian". Fünfen gelang es, an Bord zu klettern. Die anderen sechs schwammen herum nach den Manntanen und griffen die Enden. Der Kommandant der „Baralong", Kapitän Mc Bride, befahl nun seinen Leuten, sich in einer Reihe an der Ree- ling auszustellen. Sie begannen das Feuer und alle sechs Leute wurden kalten Blutes erschossen.
Es fiel die Bemerknng, daß fünf Leute gesehen worden waren, wie sie an Bord der „Nicosian" kletterten, und der Kommandant der „Baralong" ließ sein Schiff längsseit der „Nicosian" gehen. Die englischen Matrosen, begleitet von einigen Schiffsoffizieren der „Nicosian", suchten die fünf Deutschen. Kapitän Nie Bride befahl, als er die Seesoldaten unter Führung eines Unteroffiziers abschickte: „Kriegt sie alle, macht keine Gefangenen!" Der Zimmermann war der erste, der tue Deutschen anfiel. Er zielte mit dem Revolver auf einen von ihnen, befahl ihm, die Hände hoch zu heben und zu ihm heranzukommen. Als der dentsche Matrose her- ankam, erschoß ihn der Zimmermann kalten Blutes. Er meldete dies dann unserm Kapitän Manning mit dem Rns: „Einen von ihnen habe ich!" und beschrieb das Schießen: später erzählte er jedem an Bord die Geschichte. Der erste Maschinist rühmte sich, einen der drei übrigen erschossen zu haben, und die Seesoldaten taten den Rest ab.
Um sicher zu gehen, daß sie ihre Tat ordentlich vollbracht hatten, schössen die Seesoldaten jede«! toten Deutschen noch einen Schuß durch den Kopf. Der deutsche Kommandant lief nun nach der Reeling und sprang über Bord. Er schwamm auf die „Baralong" zu. Die Seesoldaten eröffneten das Feuer von der Back der „Nico- sian" aus. Der Kommandant sah heraus zur „Baralong" und hob die Hand zum Zeichen der Uebergabe. Er war in den Mund getroffen, nnd das Blut rann ihm das Kinn herunter. Er biß die Zähne zusammen und war- tete auf das Ende. Ein Schuß aus der nächsten Salve traf ihn ins Genick. Er rollte tot auf den Rücken, trieb eine Weile und versank.
Nachdem der Kommandant erschossen war, kehrten die Matrosen auf ihr eigenes Schiff zurück, und es herrschte großer Jubel unter ihnen. Der Steward unseres Schiffes öffnete eine Flasche Whisky und bot sie dem Geschützführer und seinen Freunden dar. Der Kommandant der „Baralong" schickte einen Brief an den Kapitän der „Nicosian", in dem er ihn ersuchte, den Leuten, besonders den Amerikanern an Bord, ein- zuschärfen, sie sollten nichts von der Geschichte, weder bei ihrer Ankunft in Liverpool, noch bei ihrer Rückkehr nach Amerika erzählen. Der Brief war unterzeichnet: Kapitän William Mc Bride, H. M. S. „Baralong"."
Aber sie haben es doch erzählt, die Amerikaner, und zu den Mordtaten der Engländer in Indien/zu dem Verbrechen der Burenkonzentrationslager, in denen Frauen und Kinder verhungerten, steht auf einem neuen Blatt englischer Schande die Mordtat an unseren tapferen U-Bootleuten, die einer feigen Hinterlist zum Opfer fielen. Ehre ihrem Andenken und Schmach den Mördern und Piraten, die sie hinschlachteten.
StiegsaHerleL
Mackensens Vertraue« auf seine Truppen.
Generalfeldmarschall von Mackensen hat nach der „Voss. Ztg." am 4. d. Mts. auf ein von oer Kreissynode Hohensalza an ihn gerichtetes Begrüßungstele- gramm an den Vorsitzenden der Kreissynode ein Antwortschreiben gesandt, worin es heißt: „Heute vor einem Jahr rüstete ich mich in Czenstochau zu der Ueberfüh- rung der mir wenige Tage vorher unterstellten Armee nach Hohensalza. Seitdem hat der große Alliierte des Preußentums, unser Herrgott, nicht nur dieses Unternehmen zum gewollten Erfolge geführt, er ist weiter sichtbar mit mir gewesen in Galizien und am Bug, und jetzt erneut an der Donau. Mit den mir anvertrauten Truppen ist auch die schwierigste Aufgabe zu iiber- winden. Ihnen gebührt nächst Gott Preis und Dank, und im Vertrauen auf solche Hilfe schreckt man als Führer auch vor kühnsten Entschlüssen nicht zurück.
Das erste Zeppelinluftschiff in Sofia.
Die Bulgarische Telegraphen-Agentur meldet: Ein Zeppelinluftschiff, das mit dem Herzog von Mecklenburg in Temesvar aufgestiegen war, ist in Sofia gelandet. Der König wohnte mit seinem Gefolge der Landung auf dem Flugplätze bei. Das Erscheinen des Zeppelinluftschiffes, das über der Stadt Schleifen beschrieb, rief großes Aufsehen hervor.
Die Ausnahme der Wilsonnote in England.
w Haag, 10. November. (T. 11.) Eine halbamtliche Meldung aus London besagt nach der „Dtsch. Tztg.", daß England die letzte Note Wilsons gegen Englands Blockadepolitik ablehnen und nichts an seinem bisherigen Standpunkte ändern werde.
w> London, 10. November. (WTB.) Der Washingtoner Berichterstatter der „Morning Post" meldet: Die amerikanische 9tote wird die bei den amerikanischen Geschäftsleuten bestehende Erregung gegen England verschärfe«. Alle Exporteure werden den Druck aus die Regierung erneuern und fordern, daß sie das in der Note enthaltene Programm ausführe. Wilson beabsichtigt nicht, einen Druck auf England auszuüben. Der Berichterstatter glaubt «icht, daß England ein Ausfnhr- verbot für Munition zu fürchten habe.
der Fetdzua gegen Serbien.
(Schluß.)
Deutsche waren unterdessen in fortlaufendem Ueber setzen auf die vom Feind besetzte südwestlich Belgrad gelegene Große Zigeuner-Insel gewesen. Hier lauerte im dichten Buschwerk ein gut bewaffneter, zäh sich verteidigender Gegner. Trotzdem viele Pontons von Schüssen durchbohrt kenkerten oder auf Minen liefen, trotzdem die Strömung manches Fahrzeug mit sich riß, trotzdem durch Handgranaten und Maschinengewehrfeuer große Lücken in die Reihen gerissen wurden, die braven Mannschaften ließen sich nicht aufhalten, sie drangen vorwärts und entrissen im Bajonettkampf dem Feinde Schritt für Schritt. Die Verbindung zum nördlichen Ufer war abgerissen, da sämtliche Uebersetzgelegenheiten zerstört, die sie bedienenden Pioniere außer Gefecht ge- etzt waren. 6 Kompagnien aber hielten gegen starke keberlegenheit im heldenhaften Kampfe eine notdürftig mit dem Spaten geschaffene uneinnehmbare Stellung. Der Abend brächte Verstärkungen und bis zum rühen Morgen des 7. war das östliche Drittel der Großen Zigeuner-Insel in deutschem Besitz.
Unverzüglich wurde der Uebergang auf serbisches Festland jetzt fortgesetzt, das Säubern der Insel von dem noch haltenden Feind war nunmehr in zweite Linie gerückt, der Vormarsch zu den die Stadt beherrschenden Höhen war in den Vordergrund getreten. Aber auch dieser Weg mußte den sich zäh verteidigenden Serben mit Blut entrissen werden. Auch hier waren es wieder die schweren Kaliber, die der Infanterie den Weg zum Siege ebneten. Ihre verheerende Wirkung war den Serben bis dahin nicht bekannt. Zlm Abend des 8. stand die Infanterie eines deutschen Armeekorps auf den Torrcider-Löben und besiegelte damit den Fall der Stadt
Belgrad. Dort rümpften ofterrete&wungarndK Trupr pen am Nordrand um die Zitadelle einen erbitterten Straßen- und §äuiedampf. Eine von Torpcider aus zur Verbindung mit den Verbündeten entsandte deutsche Abteilrrng erreichte am frühen Morgen die Mitte der Stadt. Ihr Führer war jener Hauptmann, der in den Augusttagetl in Südpolen als erster mit seiner Truppe eines der WAtiverke von Brest-Litowsk erstiegen hatte. Er erstürmte am 9. Oktober bei Tagesanbruch das serbische Königsschlost, das noch vom Feinde besetzt gehalten wurde, und hißte auf ihm die deutsche Flagge. Gleichzeitig hatten sich die Verbündeten den Zugang zum Kalimegdan erkämpft und die Zitadelle mit der österreichischen Kaiserstandarie gekrönt. Um dein Druck der Umfassung zu weichen, hatten die Serben Hals über Kopf ihre Hauptstadt geräumt.
Von Belgrad und der Gorica Höhe schritt die Offensive langsam vorwärts. In der berechtigten Annahme, der Feind werde dorthin die Kräfte seiner Nord- front zusammenziehen, konnte zur schwierigsten Arbeit, bem Uebergang gegenüber der Plorava-Mündung geschritten werben. In einem decknnslvsen, beiderseits des Stromes vom Sümpfen durchsetzten Gelände, ohne ausreichende Artilleriestellungen, von serbischen Höhen überragt, mußte hier der Strom überwunden werden. Brandenburger und Bayern sollten an jener Stelle Schulter an Schulter den Feind deutsche Ausdauer uub Kraft lehren. Die einsetzende Kossava erhöhte die Schwierigkeit. Nach mehrtägigem Ringen mit menschlicher nb elementarer Kraft wurde auch hier die Arbeit vollbracht. Im Anschluß an die Truppen, die mittlerweile in mehr oder weniger leichten Kämpfen die Anatema-Höhe über* schritten hatten, ging es in fortschreitende«! Zugriff nach Süden weiter, während sich Teile nach dem stark verteidigten Senaendria und dem westlich gelegenen vom Feinde besetzten Höhengeländc' wendeten. Es kam jetzt darauf an, möglichst schnell die Verbindung mit dem linken Flügel der Armee Kveveß herzusteNen, um den Donauweg von Belgrad her frei zu machen und der Armee Gallwitz das stromaufwärts bereitgehaltene Brückenmatertal zuführen zu können. Tatkräftig konnte hier die Donauflottille, die sich schon bei Belgrab Lorbeeren erworben hatte, die Kämpfe auf dem Lande unterstützen. Am 18. Oktoher räumte der Feind die hartnäckig verteidigten Höhen bei Grocka. Die Verbindung der beiden ArmeeflÜgel war hergestellt, das Do- naunfer von Belgrad bis Bazias vom Feinde frei. Der Weg zur 11. Armee war offen.
diunmehr schien den Serben die Erkeltutnis zu kom- men, daß ein starkes Heer mehr von ihnen fordere als sie geahnt hatten. Aus allen Teilen des Reiches wurde Herangefchasft, was irgendwie verfügbar war. Aber selbst bet den finden Entfernungen war es nicht möglich, mit den mangelhaften Vesörderungsmitteln und den trostlosen Wegeverhältnissen Truppen schnell zu verschieben, immerhin wuchs die Aussicht, einen starken Feind vor die Klinge zu bekommen und damit, ihm einen entschet- denden Schlag zu versetzen. Von der Drina wurden Truppen herangezogen, die Macva würbe geräumt, der Negotiner Kreis nach Möglichkeit frei gemacht und von der bulgarischen Front rollten Divisionen auf der Bahn über Cupriie in das Moravatal. Von jener Front etwas erhebliches wegzunehuren, dazn war es jetzt zu spat geworden.
Am 14. Oktober hatte der Zar der Bulgaren dem König Peter den KrieL erklärt. Vergeblich wandten sich die serbischen Blicke nach dem ersehnten Vormarsch aus Saloniki, dem erhofften italienischen Durchmarsch durch Montenegro, dem versprochenen russischen Expeditionskorps. Der Serbe sollte auf sich selbst angewiesen bleiben. Selbst fetn bester Bundesgenosse, der unaushaltsant nte- derströlnende Regen, und das miserable Wegenetz seines Landes vermochten den Vormarsch seiner Feinde nicht aufzuhalten.
Im Timoktal gelang es allerdings starken serbischen Kräften, der bulgarischen Offensive zwischen Zajecar und Knjazevac Einhalt zu gebieten. Dafür rückte aber ein starkes bulgarisches Heer von Süboften unaufhaltsam vorwärts. In den Tagen vom 20. bis 22. wurden die Bahnen bei Valjevo und Veles, der Lebensnerv für die serbische Armee vom Meer her, in Besitz genommen, am 23. Oktober zog ein bulgarischer Königssohn in Ues- fitb ein.
Während so die Heere der Verbündeten schon tief im Innern der serbischen Monarchie standen, bereitete sich an der rnmänisch-österretchischen Grenze gegenüber dem Eisernen Tor die letzte Phase zur Herbeiführung des ersten großen Erfolges auf diesem Kriegsschauplatz vor. Dort erzwängen Truppen der Verbündecen den Uebergang gegenüber der noch vom Feinde besetzten Donaustrecke und säuberten den mit Minen und Ketten verlegten Donauweg. Am 30. Oktober fuhr das erste Munitionsschiff nach Lom, der Weg 8itm Reiche des Halbmondes war erzwungen. Drei verbündete Mächte reichten sich auf serbischem Boden die Hand.
Vermischtes.
Eine 20 Millionen Kruppstiftung. Die Fried. Krupp Akt.-Ges. hat naturgemäß aus dem Weltkrieg einen erheblichen finanziellen Nutzen gezogen. Sie verwendet diesen aber nicht für ihre eigenen Zwecke, sondern teils für ihre Wohlfahrtseinrichtungen, teils zur Gründung einer Krupp-Stiftung, die an die „Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen" angeschlossen werben soll. Diese Krupp-Stiftung wird mit einem Kapital von 20 Millionen Mark ausgestaltet.
Die Köchin als Schloscherrin. Beim Äerlasstn des Bremer D-Zuges in Hamburg wurde auf dem dortigen Hauptbahnhof eine 28 Jahre alte Köchin verhaftet, die sich als Schloßherrin des Rittergutes Holte bei Bielefeld ausgab. Sie hatte in Eloppenburg, wo sie sich mit ihrer 18jährigen „Gesellschafterin" zur Kur aufhielt, die Bekanntschaft eines Landsmarmes gemacht. Diesem erzählte sie, daß sie ein Vermögen von acht Millionen Mark besitze und im Begriff sei, eine wertvolle elektrische Landwirtschaftsmaschine an einen hohen Beamten in Bremen zu verkaufen. Der Kauf sollte in den nächsten Tagen abgeschlossen werden. Der gutgläubige Lands- mann fand sich auf diese Erzählungen hin bereit, der Schloßherrin 800 Mark zu leihen. Als diese das Geld hatte, verschwand sie mit ihrer Gesellschafterin aus Eloppenburg. Der l^fchäbigtc, der vergeblich auf die Rückgabe des Geldes wartete, stellte fest, daß er einer Schwindlerin zum Opfer gefallen war. Er erstattete Anzeige, worauf die Polizei auf den beiden Hochstaple- rinnen fahndete und sie verhaftete.
Weitere Drahtnachrichten« Die Unterschlagungen beim Schaashansenschen Bankverein.
** Eölu a. RH., 10. November. (T. U.) Die Unterschlagungen beim Schaaffhausenbankverein belaufen sich nach dem »B. T." auf weit mehr als eine Million, Man spricht bereits von zwei Millconen. Der Haupt- täter hatte schon die.Flucht ergriffen. Er ist vor dnigeu Tagen in Düsseldorf von der Kriminalvolizei verhaftet worden.