hersselder Tageblatt
Amtlicher Anzeiger
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zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von
Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.
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für den Kreis Hersfeld
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Nr. 261.
Sonnabend, den 6. November
1915
Amtlicher Teil.
Unter den Viehbeständen des Karl und Ludwig Weider und des Franz Erb in Föhlritz, Bezirk Derm- bach Sachsen-Weimar, ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden.
Der Landrat
J. V.:
I. 12435. v. Hedemann, Reg.-Assessor.
Hersfeld, am 2. November 1915.
Im Monat Oktober ds. Js. sind von mir den nachbenannten Persönlichkeiten Jagdscheine erteilt worden:
A. Jahresjagdscheine:
a. entgeltliche:
am 2.10. 15. Kegelmann, Johannes, v. Baumbachscher, Unterförster a. D. in Frielingen, Kreis Hersfeld.«
„ 2.10. 15. Bötticher, Reinhard, Einjähriger Unteroffizier vom Husaren Regiment 14, in Philippsthal.
„ 4.10. 15. Mittnacht, Königlicher Revierförster a. D. in Gittersdorf.
„ 0.10. 15. Rudolph, Wilhelm, Wissenschaftlicher Hilfslehrer in Hersfeld.
„ 12.10. 15. Freiherr von Reitzenstein, Landwirt in Hattenbach, Kreis Hersfeld.
„ 15.10. 15. Uebel, Wilhelm, Lehrer in Malkomes, Kreis Hersfeld.
„ 15./10. 15. Woeste, Adolf, Bergassessor in Philippsthal, Kreis Hersfeld.
„ 15./10. 15. Freiherr von Bodenhausen, Thilo, Rittmeister in Kleinensee.
„ 15.10. 15. Bolkenand, Johannes, Simon, Privatier in Heringen.
„ 16.10. 15. Link, Königlicher Oberlandmesser in Hersfeld.
„ 20/10. 15. Becker, Gustav, Feldwebel-Leutnant in Hersfeld.
„ 20/10. 15. de Haen, Rudolf, Rittergutsbesitzer in Oberode, Kreis Hersfeld.
„27.10. 15. Simon, Regierungs-Landmesser in Hersfeld.
„ 28.10. 15. Köhler, Rudolf, Ober-Post-Affistent in Hersfeld.
„ 28/10. 15. Ruppel, Christian, Landwirt in Stärklos, Kreis Hersfeld.
„ 30/10. 15. Gronnenberg, Carl, Kaufmann in Hagen i. W.
„ 30.10. 15. Weidmann, Hans, Kaufmann in Hersfeld, b. unentgeltliche:
„ 1.10. 15. Mainz, Otto, Forstlehrling in Kerspen- Hausen, Kreis Hersfeld.
„ 1.10. 15. Schmidt, Carl, Forstlehrling im Forsthaus Wüstfeld.
„ 2/10. 15. Mainz, Carl, Forstlehrling in Kerspen- hausen, Kreis Hersfeld.
„ 6/10. 15. Diedrich, Königlicher Forstmeister in Heringen.
„ 6.10. 15. Hoff, Königlicher Hegemeister in Heimboldshausen.
„ 6/10. 15. Herterich, Königlicher Hegemeister im Forsthaus Herfa, Kreis Hersfeld.
„ 6.10. 15. Kurth, Königlicher Förster im Forsthaus Bengendorf, Kreis Hersfeld.
„ 6/10. 15. Klotz, Königlicher Förster im Forsthaus Stöckig, Kreis Hersfeld.
„ 6/10. 15. Wtegand, Königlicher Förster im Forsthaus Lengers, Kreis Hersfeld.
„ 6.10. 15. Fröhlich, Königlicher Förster in Lauten- hausen, Kreis Hersfeld.
„ 9.10. 15. Radeck, Forstlehrling im Forsthaus Hilmes, Kreis Hersfeld.
„ 12.10. 15. Prescher, Heinrich, Forstlehrling in Gershausen, Kreis Hersfeld.
„ 19/10. 15. Prenzel, Hegemeister a. D. als Ersatzförster in Friedlos, Kreis Hersfeld.
B. Tagesjagdscheine:
• „ 16.10. 15. Lindemann, Steuersupernumerar, in Hersfeld.
Der Landrat.
J. B.:
v. H e d e m a n n, Reg.-Assefsor.
Hersfeld, den 47 November 1915. Betrifft
Lanüsturmmusterung des Jahrgangs 1897.
des ^a6rÄr?897,111,6 Aushebung des «andft»rms also derjenigen männlichen Personen welche ,n der geit vom 1. Januar 1897 bis «inschlietzlich 31. Dezember 1897 geboren sind,
fiuö folgende Termine bestimmt worden:
Am Mittwoch, den 10. November d. 3s.,
von Morgens 8 Uhr ab
Musterung und Aushebung der vorbezeichueteu Laud- sturmpflichtigen aus den Landgemeinden Allendorf, Allmershausen, Asbach, Aua, Ausbach, Beiershausen, Bengendorf, Biedebach, Bingartes, Conrode, Diinkel- rode, Eichhof, Eitra, Engelbach, Friedewald, Friedlos, Frielingen, Gersdorf, Gershausen, Gethsemane, Gittersdorf, Goßmannsrode, Harnrvde, Hattenbach, Heddersdvrf,Heenes,Heimboldshausen, Herfa, Heringen, Hillartshausen, Hilmes, Hilperhausen, Holzheim, Kal- kobes,'Kathus, Kemmerode, Kerspenhauseu, Kirchheim, Kleba,' Kleinensee, Kohlhausen, Kruspis, Lampersfeld, Landershausen, Lautenhausen, Loimbach, Lengers und Malkomes.
Am Donnerstag, den 11. November d. Js.,
Vo I Morgens 8 Uhr ab
Musterung und Aushebung der vorbezeichneten Land- sturmpflichtigen aus den Landgemeinden Meckbach, Mecklar, Meisebach, Mengshausen, Motzfeld, Nieder- aula, Niederjossa, Obergeis, Oberhaun, Oberlengsfeld, Oberrode, Petersberg, Philippsthal, Ransbach, Recke- rode, Reilas, Reimboldshausen, Röhrigshof, Rohrbach, Roßbach, Rotensee, Rotterterode, iSchenklengsfeld, Schenksolz, Sieglos, Solms, Sorga, Stärklos, Tann, Untergeis, Unterhaun,Unterneurode, Untermeisenborn, Wehrshausen, Widdershausen, Wilhelmshof, Willings- hain, Wippershain, Wölfershausen und Wüstfeld.
Am Freitag, den 12. November d. 35., von Morgens 8 Uhr ab
Musterung der Landsturmpflichtigen aus der Stadt Hersfeld/
Die Musterung findet zu Hersfeld, in der neuen Turnhalle (August-Gottlieb-Straße) statt.
Die Herren Ortsvorstände des Kreises werden hiermit angewiesen, Vorstehendes alsbald und wiederholt auf ortsübliche Weise zur Kenntnis der Beteiligten zu bringen und dafür zu sorgen, daß sämtliche Gestellungspflichtige zu den bestimmten Terminen erscheinen. Etwa fehlende Personen find mir sofort namhaft zu machen.
Die Herren Ortsvorsteher haben zn den Terminen ebenfalls zu erscheinen nnd solange zur Stelle zu sein, bis sämtliche Mannschaften ihrer Gemeinde gemnstert sind. Im Falle einer Verhinderung ist für die Anwesenheit eines Stellvertreters Sorge zu tragen,
Der Landrat
J. V.:
I. M. 10085. v. Hedemann, Reg.-Assessor.
Bus der Heimat.
* Die Unterstützung der Familien von einge- zvgenen Mannschaften ist neuerdings auf die noch nicht in erwerbsfähigem Alter stehenden Geschwister unter 15 Jahren und die erwerbsunfähigen Geschwister über 15 Jahren ausgedehnt worden, sofern die zur Erfüllung ihrer aktiven Dienstzeit eingetretenen Mannschaften zur Zeit ihres Eintrittes tatsächlich ihre einzigen Ernährer gewesen sind und die erwerbsunfähigen Eltern sie nicht unterhalten können. Die Unterstützungen werden vom 1. September an gerechnet. Für die spätere Erstattung der Zahlungen an die Gemeindeverbände in Höhe der gesetzlichen Mindestsätze wird Sorge getragen.
* Für die Heimbeförderung der Leichen gefallener oder gestorbener Kriegsteilnehmer wird bei der preußisch-hessischen Staatsbahnverwaltung häufig die Gewährung einer Fracht- ermäßigung beantragt. Da die Leichenüberführung während des Krieges nicht nur den militärischen Stellen, sondern auch den Eisenbahnen — besonders in den besetzten feindlichen Gebieten — erhebliche Schwierigkeiten verursacht, wird es an zuständigen Stellen als erwünscht bezeichnet, daß die Leichenüber- führungen nach Möglichkeit bis nach Beendigung des Feldzuges zurückgestellt werden. Wie wir hören, haben die Bundesregierungen mit Staatsbahnbesitz aus diesem Grunde auch beschlossen, für die bis nach Beendigung des Krieges hinausgeschobenen Ueber- führungen bis zu einem bestimmten noch festzusetzenden Zeitpunkt eine Frachtermäßigung von 50 Prozent zu gewähren.
* Die N a t i o n a l st i f t u n g für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen ist aus den Beträgen der „Kriegsspenden von Angehörigen der Reichs-Post- und Telegrahenverwaltung" wieder die bedeutende Summe von 100 000 Mark überwiesen wordeu, so daß die gestimmten aus dieser Sammlung der Nationalstiftung zugeführten Beträge bereits die Höhe von 500 000 Mark erreicht haben.
* (Briefmarkenzahlung als Abhilfe gegen die K l e i n g e l d k n a pp h e i t. Um dem stetig empfindlicher werdenden Mangel an Kleingeld abzu- helfen, hat die Postverwaltung zu dem Mittel gegriffen an den Postschaltern kleinere Beträge gegebenenfalls mit Briefmarken zu bezahlen. Ein Zwang zur Annahme von Briefmarken an Geldesstatt besteht zwar nicht, doch hat bisher stets ein Hinweis
auf die Kriegszeit genügt, um zur Annahme der kleineren Markeumengen — es handelt sich um höchstens 30 bis 40 Pfennig Wert — zu bewegen.
* (Sorge derHeeresv e r w a l t u n g für deutsche Kriegergräber in Feindesland.) Das Kriegsministerium sieht es als eine Ehrenpflicht an, schon jetzt für die dem deutschen Volke teuren Gräber der für das Vaterland Gefallenen alles zu tun, was ihre dauernde und würdige Erhaltung gewährleisten kann. Neben der Sicherstelluug von Grund und Boden ist eine Bereifung der Kriegergrabstätten durch Mitglieder des Bundes deutscher Baumschulenbesitzer und der deutschen Gesellschaft für Gartenkunst, im Verein mit namhaften Künstlern und Architekten, in die Wege geleitet, damit die Grundlage für Pläne geschaffen wird, die in ihrer Ausführung geeignet erscheinen, der Nachwelt Zeugnis abzulegen von der sittlichen Größe unseres Volkes in dieser gewaltigen Zeit. Wenn so alles geschehen wird, was die würdige Erhaltung der Grabstätte« dauernd gewährleistet, darf angenommen werden, daß der Wunsch, die sterblichen lleberrcftc der Gefallenen in die Heimat zu überführen, auf Ausnahmefälle beschränkt bleibt. Dank der treuen Fürsorge der Heeresverwaltung dürfen sich die Kriegs- Hinterbliebenen bei dem Gedenken ihrer teuren Tyten der tröstenden Gewißheit überlassen, daß ihre Lieben eine würdige letzte Ruhestätte gefunden haben und dauernd behalten werden. Das Kriegsministerium hat damit ungezählte Herzenswünsche erfüllt und sich die Dankbarkeit des gesamten deutschen Volkes gesichert.
):( Hersfeld, 5. November. Dem Schuhmachermeister, jetzigen Landsturmmann Georg Weid- m a n n von hier wurde das Band zum Roten Adlerorden verliehen.
Gaffel, 4. Nov. Die hiesige Webwaren-Jndustric hat einen ihrer Führer und hervorragendsten Köpfe verloren: der Inhaber der Firma Salzmann & Co., Kommerzienrat Heinrich Salzmann ist gestern Abend plötzlich von einem Schlaganfall dahingerafft worden. Auf der Höhe seiner Erfolge und Schaffenskraft ist der 05jährige plötzlich in die Ewigkeit abgerufen.
Göttingen, 4. Nov. Für den Winter werden jetzt auf dem Schlachthofe Verkaufshallen für die Ausgabe der Fleischdauerware gebaut. Die Stadtverwaltung hat gekochte Mettwurst, Weißwurst, Rotwurst und schwedische Mettwurst zu mäßigen Preisen in Mengen angekauft.
Erfurt, 3. Nov. Vom Erfurter Landgericht ist die 19 Jahre alte Marie Hoffmann aus Büßleben wegen Milchpantscherei zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden. Die Ausrede, sie hätte Wasser zugesetzt, um die Kundschaft voll befriedigen zu können, half ihr nichts und und der Vorsitzende sagte bet der Urteilsverkündigung, daß bei den jetzigen Zeiten mit aller Strenge gegen Milchfälscher vorgegangen und nur noch auf Freiheitsstrafen erkannt würde.
Gotha, 4. Nov. Die Stadtverordneten bewilligten für die Haushaltungen, die Kriegsunterstützung beziehen, monatlich 2 Zentner Briketts, die von der Stadt während der sechs Wintermonate zur Verfügung gestellt werden sollen. Für 1600 Personen wird sich ein Aufwand von 21600 Mark ergeben. Weiter wurden 50 000 Mark für Beschaffung von Nahrungsmitteln bewilligt. _________________________________________________
~ Durch die Lupe.
Ein Stückchen Zeitgeschichte in Versen.
England, das die kleinen Staaten — seit Jahrhunderten „beschützt", — ließ die Maske endlich fallen, — die ihm länger nicht mehr nützt,' — mit brutaler Rohheit zeigt es — jetzt der Mitwelt kühl und klar, — daß ihm nichts als kalte Selbstsucht — immerdar ein Führer war. — Serbien, das schwer getäuschte, — das aus Englands Schutz gebaut, — wehrt sich heut' im Todeskampfe — noch verzweifelnd seiner Haut, — doch sein Ruf nach Englands Hilfe — blieb umsonst und ungehört, — England läßt die Serben fallen — seit sie ihnen nichts mehr wert. - Mit empörend kühler Geste — gab in London man bekannt, — daß es bald zu Ende gehe — nunmehr mit dem Serbenland, — daß für Englands fern're Ziele - anderes man jetzt erwägt, — als dem Serben beizustehen, — den das Schicksal niederschlägt. Wann allmählich, muß man fragen, — wird man in Paris begreifen, — wann wird auch in Frankreichs Hirnen — endlich die Erkenntnis reifen, - daß man gleichfalls schon seit langem — dort nichts anderes mehr ist, — als ein Spielball britischen Hochmuts, — der an Frankreichs Kräfte frißt? — Einmal wird's auch drüben tagen, - daß der Brite nichts gewollt, als für seinen eigenen Vorteil — Frankreichs Blut und Frankreichs Gold — kühl und herzlos hinzuopfern, — wie er es von je gewohnt, daß er mit dem Blute andrer — seine eignen Kräfte schont. — Einmal endlich au$ in Frankreich — wird das Volk die Einsicht haben, — wie sich alle seine Lenker — England in die Hände gaben — und die Folge solcher Einsicht, — vorderhand kaum auszudenken, — läßt ichon heute jene zittern, — welche Frankreichs Schicksal lenken.
Walter-Walter.