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^ Paris, 2. SLovemü-ev. (WTB.) Amtlicher serbischer Bericht vom 29. Oktober: Der Feind, der das rechte Lepenica-Ufer und das Moravaufer angriff, wurde mit großen Verlusten zuriiEgeworfen. Auf der übrigen Front lebhafte Kämpfie.
Amtlicher montenegrinischer Bericht: Südlich Bise- grad machten wir erfolgreiche Gegenangriffe. Wir brachten bei Zagora etwa hundert Gefangene ein und erbeuteten vier Kanonen. Die Österreicher ließen 400 Tote und Berwmvdete und Artilleriematerial zurück.
> Die Bedeirtung Pirots.
Im „Berl. Tagebl." führt Geueralleutnarit Jmhoff aus, daß die Wichtigkeit der Eroberuyg von Pirot darin bestehe, daß damit nach der Einnahme von Belgrad der zweite Endpunkt der Eisenbahn der Haupt-Lebeus- und Verkehrsader Serbiens in die Hände der Verbündeten kam. Der Weg für Heranschaffung des Belagerungs- materials stehe jetzt offen. Der Munitionsersatz sei gesichert. Die Vereinigung der bis dahin getrennten Verbände sei von ganz Europa als besonders wichtig anerkannt und gewürdigt worden.
; Von Der Westfront.
i Die Verlustziffern der englischen Offensive.
Die „Times" meldöt, daß die englischen Verluste der Offensive an der Westfront in der Zeit vom 25. September bis zum 1. November 2850 Offiziere und 45 288 Mannschaften betrugen.
Ein „allgemeines Aufgebot aller Franzosen"?
Stach der „Nat.-Ztg.>" wird Briand ein allgemeines Aufgebot der Franzosen nach dem Muster von 1870 zur endgültigen Vertreibung der Feinde vom französischen Boden fordern. Die Präfekten aller Departements sind nach Paris berufen worden.
' Der Militärgonverneur von Paris.
Genf, 3. November. (T. U.) Nach Pariser Meldungen steht dem „B. T." zufolge die Ernennung des seinerzeit verwundeten und jetzt wiederhergestellten Generals Manoury zum Militärgouverneur von Paris bevor.
Jnnerpolitifches aus Rußland.
Die „Nationalztg." berichtet aus Kopenhagen: Wie zuverlässig verlautet, dürfte die Reichsduma während des Monats November überhaupt nicht zusammentreten. Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß man eine Form findet, um eine Einberufung der Volksvertreter über- haupt für absehbare Zeit zu verhindern. Man will diesen Streich gegen das russische Parlament damit bemänteln, daß erklärt wird, während der Dauer des Krieges seien politische Erörterungen unzulässig.
w> Stockholm, 3. November. (T. U.) Es verlautet, daß Tscharykow, der frühere russische Botschafter in Koustantinopel, zum Verweser des russischen Ministeriums des Aeutzeren ernannt werden soll.
Der Ministerwechsel in Rußland.
Ein dem russischen Ministerwechsel gewidmeter Artikel des „Temps" gesteht zu, daß die Ernennung Gore- mykins zum Reichskanzler für die fortschrittlichen Parteien in der Duma einen harten Schlag bedeute. Aber der Zar habe lediglich darauf Rücksicht genommen, daß eine starke Hand zur Leitung der inneren und auswärtigen Angelegenheiten erforderlich sei. Der neue Premierminister Chwostow gelte als ein erbitterter Feind des Deutschtums, ebenso der Gorenmkin als Sekretär für das Auswärtige beigegebene Wiener Botschafter Schebeko, der gewiß nicht vergessen habe, wie übel ihm Graf Berchtold in Wien mitspielte. Als Ursache der eingetretenen Krise bezeichnet der „Temps", daß Sasanow unter dem Einflüsse Delcassees in der Balkanpolitik auf Irrwege geraten sei, aus denen er keinen Ausweg mehr gefunden habe.
Der Türkenkrieg.
Neue Offensive auf Gallipoli?
»e<b Sofia, 3. November. (T. U.) Guten Erkundungen zufolge trifft nach der „Voss. Ztg." der neue Ober- tommanbiereitbe auf Gallipoli General Monroe große Vorbereitungen z« einer Wiederaufnahme der Offensive an den Dardanellen. Aus Aegypten sind große Truppentransporte in Gallipoli gelandet worden. Die türkischen Verteidiger der Halbinsel sind aber auf jede Ueverraschung vorbereitet.
Englands Verteidigung des Suezkanals.
In Neapel eingetroffene Reisende berichten der „Köln. Volksztg." zufolge, die Engländer bereiteten am Suezkanal riesige hydraulische Arbeiten vor, um gegebenenfalls die Ufer auf deren ganzer Strecke zu überschwemmen, auf denen sich auch Befestigungswerke befänden, die allerdings durch Kanonenboote verproviantiert werden müßten. Energische Maßregeln würden an der inneren afrikanischen Grenze gegen die Senussi getroffen.
Asquiths Erklärungen im Unterhause.
»=*■ London, 3. November. (WTB.) In der Unter- baussitzung sagte Ministerpräsident A s q u i t h vor gedrängt vollem Hause: Er werde der Station so weit wie möglich die gegenwärtige und die zu erwartende Lage schildern. Die Nation fei heute ebenso wie jemals entschlossen, den Krieg bis z» einem erfolgreichen Abschluß fortznführen. (Lauter Beifall.) England habe niemals den Ehrgeiz besessen, eine Militärmacht zu sein. Die Flotte habe alle Meere von deutschen Kriegs- und Handelsschiffen gesäubert. Die deutschen Taten znr See seien auf sporadische unb stets abnehmende Anstrengungen verstohlener Unterseeboote verringert worden. Die Lage an den Dardanellen werde von der Regierung auf das sorgfältigste erwogen, alle Schritte seien nach Beratung mit ben Alliierten getan worden. Wir werden, sagte der Premierminister, im Gegensatz zu den Deut- ichen nicht das Eigentum unserer Verbündeten hinter wrem Rücken verschachern. Wir mußten bis zum letzten Augenblcck glauben, daß Griechenland seine Vertrags- verpfllchtnngen gegen Serbien erfüllen werde. Veni- ersuchte am 21. September Frankreich und Eng- uur loO 000 Mann, wobei abgemacht war, daß mobilisiere, aber erst am 2. Oktober stimmte Landung französischer unb englischer formellem Widerspruch zu. Am 4. Ok- ™u Äenizelos, Griechenland müsse an dem gerbten festhalten. Der König verrvei- E^^?^Anerkenituttg dieser Erklärung und Venizelos c^cu^^J,?^ neue Regierung weigerte sich, die Neu-
Kriegsallerlei.
Stenererhöhungen in den Bundesstaateu.
Mehrere deutsche Bundesstaaten, zum Beispiel Bayern und Sachsen, haben eine Steuererhöhung ange- kündigt, und die gesetzgebenden Körperschaften in diesen Bundesstaateu werden sich in der nächsten Zeit mit der bedeutungsvollen Frage beschäftigen. Auch in Preußen wird man, wie die „Tägl. Rdsch." hört, um eine Steuer- erhöhung kaum herumkommen. Die durch ben Krieg bedingten außerordentlichen Bkehrausgaben machen eine solche Maßnahme ohne weiteres erklärlich. Für den Fall, daß eine Steuererhöhung in Preußen als unumgänglich angesehen wird, ist ein Kriegszuschlag zur Einkommensteuer in Aussicht genommen. Dieser Kriegszuschlag würde vom Beginn des nächsten Rechnungsjahres erhoben werden.
Französische Luftschlösser.
Der französische Lnftflottenverband veröffentlicht eine Bekanntmachung, worin auseinandergesetzt wird, daß Frankreich sich zum Herrn der Luft machen und eine Flotte von 5000 Flugzeugen bauen müsse, dann könne in größtem Maßstabe der Kampf mit den deutschen Flugzeugen und die Vernichtung der deutschen Munitlons fabriken vor sich gehen.
Deutschlands Gewinn in Freudesland.
In der „V. Z." führt der kaiserlich türkische Generalkonsul a. D. Halil Halid aus, daß man sich jetzt in der Türkei darüber klar fei, daß Deutschland die Stätte fei, Kenntnisse zu erwerben, und daß man dort die besten Lehrer finde.
Aus wieviel Kriege« besteht der gegenwärtige Weltkrieg?
Am gegenwärtigen Weltkriege sind beteiligt 13 Völker ober Staaten, nämlich auf unserer Seite vier: Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Bulgarien und die Türkei; auf der feindlichen Seite neun: Rußland, England, Belgien, Frankreich, Monaco, Italien, Mvute- negro, Serbien und Japan. Nicht alle diese Groß- unb Kleinmächte haben aber den vier Zentralstaaten den Krieg erklärt. Es befinden sich vielmehr im Kriegszustande: Deutschland mit 8 Staaten (Italien fehlt) . 8
Oesterreich-Ungarn mit allen 9 feindlichen
Mächten ...... 9
Bulgarien mit den 6 Mächten: Rußland, England, Frankreich, Italien, Montenegro und Serbien (Rußland ist sinngemäß mit aufgeführt, obwohl die förmliche Kriegserklärung, soweit bekannt, noch aussteht) ......6
Die Türkei mit denselben 6 feindlichen Mächten .......6
Ferner von der Gegenseite: Rußland mit den vier Zentralmächten Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Bulgarien und der Türkei.....4
England mit denselben vier Mächten . . 4
Belgien mit den zwei Staaten Deutschland unb Oesterreich-Ungarn . 2
Frankreich wie Rußland und Englarch mit vier Staaten ......4
Monaco mit 2, nämlich Deutschland und Oesterreich-Ungarn ..... 2
Italien mit 8, nämlich Oesterreich-Ungarn, der Türkei und Bulgarien .... 3
Montenegro mit 4: Deutschland, Oesterreich-Ungarn, der Türkei unb Bulgarien . 4 Serbien mit denselben 4 Mächten 4
Japan mit Deutschland und Oesterreich-,'^ ^' ^n- Ungarn . 2
zusammen 58
Da aber vorstehend jeder Krieg doppelt gezählt ist,, nämlich bei Freund und Feind, z. B. Deutschland gegen Japan und Japan gegen Deutschland, so muß die Summe 58 durch 2 geteilt werden, um die Zahl aller gegenwärtig im Gang befindlichen Kriege zu finden. Es sind 58 :2 — 29! Rabbi Ben Akiba würde also, wenn er heute noch lebte, nicht sagen können: „Alles schon dagewesen!" (Der Verfasser hat noch einen schlimmen Feind vergessen: San Marino!)
Vermischtes.
Bestrafter Eigennutz. Der Händler Heinrich Kreuels zu Düsseldorf hatte an Kunden nur dann Petroleum abgegeben, wenn sie auch Waren abnahmen. So gab er bei Warenentnähme von 6 ,//. 1 Liter, von 3 Jl. % Liter und voll 1,50 .// >< Schoppen Petroleum. Die Strafkammer verurteilte ihn zu 3 Tagen Gefängnis. — Der Großschlüchter Peter Lummerzheim aus Köln wurde mit 14 Tagen Gefängnis bestraft, weil er auf dem städtischen Schlachthofe Anfang Oktober 171 Kilogramm rohes Rinderfett für 4 Mark das Kilo angeboten und für 3,60 JL. das Kilo verkauft hatte, nachdem ihm der Käufer noch einen halben Ochsen abgekauft hatte.
Eine unverbesserliche Milchfälscherin. Die 62 Jahre alte Ehefrau Heinrich Knorren in Hauset bei Aachen, welche wegen Milchfälschung schon mit 80 und 150 JL Geldstrafe bestraft war, hatte abermals in mehreren Fällen die Milch mit etwa 12 Prozent Wasser verdünnt und in Aachen als Vollmilch verkauft. Sie hatte sich deshalb wieder vor dem Schöffengericht zu verantworten. Der Staatsanwalt beantragte 500 JL Geldstrafe,' das Gericht ging aber über den Antrag hinaus und verurteilte die Frau zu einem Monar Gefängnis kostenpflichtig.
Ueber den Umfang der Kriegsgefangenenpost wird von der schweizerischen Oberpostdirektion mitgeteilt: Dem Kriegsgefaugenenpostbüro Bern gingen im Monat September zur Verarbeitung und Weiterleitung zu: nach Deutschlands 3118 750 Briefe und Karten sowie 330 925 kleine Pakete, nach Frankreich 3 081250 Briefe und Karteil sowie 143 925 kleine Pakete, nach Oesterreich und Ungarn 301 250 Briefe und Karten, nach Italien 66 950 Briefe und Karten sowie 70 kleine Pakete, nach der Türkei 26 800 Briefe und Karten. Im ganzen wurden seit dem Monat September 1914 bis Ende September 1915 vom Postbüro Bern übernommen und weitergeleitet nach Deutschland 26 313 083 Briefe und Karten sowie 1744 269 kleine Pakete, nach Frankreich 25 310 720 Briefe und Karten sowie 806 983 kleine Pakete, nach Oesterreich-Ungarn 600 225 Briefe und Karten sowie 19 kleine Pakete, nach Italien 149140 Briefe und Karten sowie 126 kleine Pakete, nach der Türkei 36 000 Briefe und Karten. Seit dem Monat September 1914 bis Ende September 1915 wurden ferner insgesamt 9 003 577 Pakete für französische Kriegsgefangene in Deutschland, 686 Pakete für französische Kriegsgefangene in Oesterreich, 1009137 Pakete für deutsche .Kriegsgefangene in Frankreich, 95 Pakete für österreichiiche und ungarische Kriegsgefangene in Italien wwie 254 Pakete für italienische Kriegsgefangene in Oesterreich und Ungarn entgegengenommen und weitergesandt.
Feldgrauer Humor. „Das mit der politischen Lage ist so: Die einen haben drauf studiert und die andern mistet auch nichts!" -v -Und ich habe mich entschlossen, ich
heirate trotz des Krieges r «Hast recht, warum sollst gv rade du so friedlich dahtuleben!"
Aus der Lurchbruchsschlacht in der Champagne.
....... Unsere Stellung lag in der Mitte von Verdun unb Reims. Unser Regiment hatte drei Berg- nafen und eine Bergkuppe besetzt. Die Ränder dieser Berge waren sehr steil, fast senkrecht. Am Abhang des Berges waren unsere Schützengräben in drei Reihen Hintereinander angelegt. In der Rückseite waren Unterstände 2 bis 8 Meter unter der Erde. In ben Unterständen waren Pritschen und Betten, Tische und Bänke angebracht, im Graben alles peinlich sauber.
Am 22. September morgens brei Uhr kamen wir nach achttägiger Ruhe wieder in Stellung. Schon vorher schassen die. Franzosen öfters in unsere Grüben, mit leichter und schwerer Munition, selbst bis in die Lager hinter der Front. Jetzt wissen mir, daß sie sich bamalS einschossen. Als wir am 22. September kaum in Stellung waren, fingen die Franzosen wieder an zu schießen. Mein Putzer und ich zvgetl die Drillichjacke an und legten uns chlasen. Gegen acht Uhr wurden wir durch ein mahtl- untigeS Artilleriefeuer geweckt. Salventveise schoß die ranzösische Artillerie mit ganz schweren (28 Zetltimeter) Geschossen. Solche Dinger finb 65 Zentimeter lang. Uns gingen so zehn auf den Uuterstand, ohne daß die Decke dnrchgiilg. Ich dachte schon, daß die Beschießung gut abgehe, wärmte in Gemütsruhe meinen Kaffee und aß mein Brot dazu. Mein Putzer ebenso. Der Unterstand hatte nur eine Tür mit zwei Flügeln, die ließen wir offen. Auf einmal gegen Mittag gab es einen Krach, die Türflügel schlugen zu, und sofort rollte Erde auf Erde in den Graben. Wir sahen uns au und es mar uns nun klar, daß es ums Leben ging. Die Tür war von außen zugeflogen und viel Erde davor. Beil hatten wir keines; deshalb bearbeiteten wir die Tür mit Messern, bis sie in Spänen nachgab; mit dem Spaten wurde die Erde her- eingewühlt unb immer noch kein Licht. Da kam eine zweite Granate und schob die Erde in den Stand. Ein Heines Loch durch drei Meter hohe Erde, ich kroch Hinalls und hatte das nackte Leben gerettet. Hinein in den Nach- barstand! Mein Putzer mußte sich durch nachstlirzeuöc Erde burctjqraben unb kam nach. Da saßen wir jetzt zu acht keine fünf Minuten lang. Da krachte auch hier der Eillgang zusammen. Jetzt zu einem anderen hinaus, am hellen Tag über Deckung durch bett Eisenhagel durch 500 Meter zurück zum nächsten Sanitäts-Ullterstand. Hier traf auch nach und nach mein ganzer Zug ein, alle im Drillichrock, nichts gerettet als das nackte Leben. Mein Kvmpagnieführer war verschüttet. Abends ging es mit Spaten unb Pickeln in den Graben, um Kaineradeu auszugrabeu. Der Konipagnieführer war tot. Eine Granate war in den Unterstand geschlagen und der Luftdruck hatte ihn getötet. Er hatte reine Wunde. Aber weiterarbeiten ging nicht; die Franzosen schössen ganz unheimlich die ganze Nacht unb so sausten wir wieder wtrüa zum Sanitäts-Unterstand, der 4 Meter Felsen als Decke hatte. Hier erwarteten wir den Tag am 23. September.
Die französische Slrtillerie schoß ohne Pause. Am Mittag wurden unsere drei Züge »lach vorne geschoben, aber wir mußten zuriick und krochen in die noch erhaltenen Unterstände der linken Reservestellung. Der ganze Berg war zerschossell und zerwühlt. Zusammengepfercht lagen wir in bett Unterständen voll etwa 80 Meter Graben noch eineinhalb Tage lang. Dabei ein Trommelfeuer, welches die stärksten Nerven zerrüttete. Jeder wünschte, daß die Franzosen kämen. Endlich am 25. September, morgens 16 Uhr, riefen die Posten: „Raus, da sind sie!" In Haufen tarnen sie, da sie mehttcit, es sei alles tot. Aber ein schreckliches Schnellfeuer empfing sie am Drahtverhau. Die verdutzterr Gesichter sehe tch mein Lebtag. Sie fielen haufenweise und kamen nicht bei. Aber bei dem Regiment rechts von uns waren sie durch und kamen uns in den Rücken. Wir mußten nach drei Seiten Front machen. Mein Putzer fiel als erster an meiner Seite durch Kopfschuß, der arme Kerl.
So wehrten wir uns nach drei Seiten, die vierte Seite wurde ootiftänbig von Granaten eingedeckt. Es war eine Pracht, wie die Leute schössen. Alles stand im Graben, rauchte Zigarren und Zigaretten unb schoß wie auf dem Schießstarrd, nur auf stehende unb laufende Franzosen. Kleine Ziele würben nicht beschossen. Wer an den Graben kam, besam eine mit dem Kolben. Da, abends um 6 Uhr, würben die Patronen alle. Meill Kamerad machte bett Vorschlag, sich zu ergeben. Ich war dagegen, da die Franzosell betrunken waren, und teilten Pardon gaben. Er baub ein weißes Taschentuch au einen Stock, und so erwartete unsere kleine Schar ohne Waffen den Feind. Der kam, tuallte die ersten beiden wehrlosen Leute nieder, unb nun begann ein greuliches Gewürge. Mann gegen Mann. Mit den Händen wehrten sich unsere Leute. Ich stand hinten, rief den andern zu, sie sollten folgen und rannte durchs Granatfeuer davon. Noch etliche nach. Einen Tag und eine Nacht fämpfte ich noch mit dem Nnchbarreginieut, da hörte ich, daß sich mein Regiment bei V. gesammelt hatte; am 28. morgens kamen wir zusammen. Unsere Aufgabe hatten wir erfüllt, den Durchbruch des Feindes vereitelt und die Franzosen aufgehalten, bis die Berstärkungen da waren.
Einen Tag blieben wir in Ruhe. Dann ging es mit vier Kompagnien noch einmal vor. Ich wurde mit meinem Zug zur Unterstützung der 5. Kompagnie eines Nachbarregiments vorgeschickt. So ein Artillerlefeuer war zum wahnsinnig werden. Fünf Mann waren tot, ehe ich hinkam. In den Graben schössen die Franzosen wieder mit 28 Zentimeter-Granaten und mit Schwefelbomben. Am anberu Abend ließ das Feuer nach, denn unsere Artillerie machte es jetzt ebenso. Wie wohl tat das. Endlich kam Ablösung. Am 2. Oktober lagen wir noch in Reserve hinter einem Steilhang in selbstgegrabenen Erdlöchern. Nachts wurde der Ritck- marsch angetreten; tobmübc kamen wir abends in die Quartiere. Am 3. Oktober erhielt ich das Eiserne K reuz persönlich vom Herrn Obersten angehängt mit den Worten: „Ihr Name wurde mir genannt als der eines braven, tapferen Soldaten. Tragen Sie das Kreuz in Ehren!" (Frkf. Ztg.")
Weitere Drahtnachrichten«
Günstige Staroperation an der rumänischen Königin.
»-* Bukarest, 3. November. (WTB.) Der Augen- arzt Landolt hat gestern vormittag eine Operation an der Königin Elisabeth vorgenommen. Die Operation ist durchaus günstig verlaufen.
Stahlhelme für die englischen Soldaten.
** London, 3. November. (WTB.) Nach der „Preß Association" sollen nach sranzösischem Vorbild? auch englische Soldaten mit leichten Stablbe'men anSa^rüstet werden.