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Satte Heimkehr mit leeren Händen.

Es gelingt nichts mehr! jammern mit Recht die Kufsen. Den militärischen und diplomatischen Nieder- ngen in Polen und Galtzien, dem diplomatischen Fiasko ruf dem Balkan, schließt sich der finanzielle Verfall an. John Bull hat keine Pfunde mehr für den in den pv- itischen und landschaftlichen Sümpfen versinkenden Bnn- zesgenossen übrig. Kenna sagte, England müsse selber fei dem amerikanischen Better pumpen. Einigen Kredit vill der Brite Dem Russen wohl noch einräumen, aber Der Betrag ist nicht hoch. Man spricht an der Themse Don zwei Millionen Pfund Sterling monatlich. Was soll das russische Reich mit seinem noch immer zahl- ceichen Heer mit dieser Bettelsumme ausrichten? Fast ine Hohn klingt es, wenn ein leitendes Londoner Blatt, )ieMvrning-Pvst", ausführt:Es ist unnütz zu sagen, ) oft ganze Grundlage des Geschäfts in dem beider­seitigen Wunsche zu finden ist, die Lage des Peters­burger Wechselkurses zu verbessern. Ebenso wie wir selbst in den Vereinigten Staaten Kredit nehmen, nicht, weil wir im gewöhnlichen Sinne des Wortes Geld zenötigen, sondern einfach, weil mir in Neuyork Dollars zebrauchen, so befindet sich Rußland in einer ähnlichen tzage: es hat bedeutende Rimessen nach London zu machen in einem Augenblicke, wo der Wechselkurs ihin äußerst ungünstig ist. Ob das letzte Abkommen auf eine ge- nügend breite Grundlage gestellt ist, um ben Peters­burger Wechselkurs zu beeinflussen, bleibt abzuwarten!"

Wenn die Engländer das noch abwarten können, ver­mögen es beim auch die Russen, bei denen eine finan­zielle Ebbe eingetreten ist? Doch lange halten auch die Verbündeten Rußlands den Geldmangel schwerlich aus. Die Zeit beginnt ben Vierverband zu zernagen und zu zerfressen. Weder das wirtschaftlich ausgemergelte Ruß­land, noch das an feiner größenwahnsinnigen finau- ziellen Selbstsicherheit zusaiilinengebrochene Frankreia), das neben dem Briten jenseits des Ozeans lumpige hundert Millionen Kredite znsammenschnorrt und dessen Wirtschaft gänzlich in Verfall gerät, haben Zeit, lind England beginnt zu merken, daß Söldner, eigene mie in seinen Sold gezwungene Fremdstaaten, ungeahnte, rie­sige Summen kosten, und daß die wirtschaftlichen Hilfs­mittel nicht unerschöpflich find. Abwarten mag für mt= litürische Ausstattung und manche strategischen Pläne gewiß sehr hoch in Anschlag zn bringen sein. Indes, Zeit läuft bei Kriegen und ihren Erfordernissen schrecklich ins Geld, und frißt das wichtigste Kriegs­material des mobernen Kriegswesens selber auf. Die Zeit vertilgt die Grnndkraft des Kampfes, und wir sehen, daß die Vierverbandsmächte nnd ihre Anhängsel an der verwundbarsten Stelle getroffen werden. Zeit ist das kostspieligste Gut im Kriege, und diesen Luxus können sich die erschütterten Volkswirtschaften unserer Feinde nicht mehr lange leisten. Für Rußland also birgt der Rat derMorning-Post" wahrlich kein Trostmittel.

Mit zwei Millionen Schatzwechsel,', aus England ist für die Russen nicht einmal der nötigste Bedarf für Zwecke der Valutaregelung beschafft, denn die Bezüge von Kriegsmaterial aus dem Auslande und namentlich aus Amerika erlegen der russischen Zahlungsbilanz im Verein mit den laufenden Zinszahlungsverpflichtungen schier unerschwingliche Lasten anf. Wie zerrüttend diese bereits wirken, bewies die Feststellung, daß die Rjäsan- Uralsk-Bahn nicht einmal mehr für die fälligen Zins- abschnitte in Amsterdam sorgen konnte. Mängel an Zah­lungsmitteln liegt also vssen zu Tage. Was Bark aus England nach Petersburg heimbringt, ist kein bares Geld, sondern nur ein in Actssicht gestellter mäßiger Kredit, der für Rußland gar nicht in Betracht kommt. Schlimme Tage für Väterchen und sein Volk. Hunger und Not melden sich. Das Eismeer von Archangelsk ist zugefroren, die Eisenbahnlinie Saloniki-Donau sperren Mackensen, Gallwitz und Koeveß ab, und der Transport .iber Schweden und Finnland wird unsicher. Wie lange aoch wird Rußland atmen? Rasputin kann nichrs mehr «oen. denn er ist nach Sibirien verbannt!

wie uns was man ins Fels schreiben soll?

1. Schreibe, was du schreiben willst, sofort. Jeder andere Brief eilt nicht so wie der Brief an deine Lieben im Felde. Du weißt nicht, ob sie den Brief überhaupt noch, wenn du lauge zögerst, nicht wann sie ihn erhalten oder in welcher Lage sie ihn bekommen. Daher eilt der Feld­postbrief.

2. Schreibe aber deshalb nicht unnütz, nicht etwa nur, um dem Angehörigen im Felde wieder einmal geschrieben zu haben oder etwa, weil du ihm täglich ein Lebens­zeichen geben willst. Denn bedenke, daß die Millionen Feldpostbriefe eine große Last für die Postverwaltung sind, daß für ihre Beförderung ein Heer von Beamten nötig ist, und daher jeder unnütze Brief eine unnütze Schwächung und Belästigung der Feldpost bedeutet. Wir haben jetzt jede Kraft nötig.

3. Bedenke beim Schreiben des Briefes, daß dieser vielleicht erst in Wochen, keineswegs morgen oder über- morgen schon in den Händen des Empfängers sein kann. Unterlasse daher Fragen, die in kürzerer Zeit ihre Er­ledigung finden sollen. Jeden Empfänger des Briefes ärgert es, wenn er irgend einer Angelegenheit, nur weil er sie zu spät erfuhr, machtlos gegenübersteht. Im Felde werden Unruhe und Aerger über derartige Dinge noch erhöht, weil der Empfänger womöglich tagelang nicht dazu kommt, zu antworten.

4. Schreibe nicht von Sorgen, Unannehmlichkeiten, Kümmernissen, es sei denn, daß der Angehörige im Felde vielleicht auf anberem Wege sie doch erfahren muß. Es ist daher durchaus falsch, wie viele es tun, die «chwere Erkrankung eines Angehörigen daheim, den Heldentod eines Verwandten, die lebensgefährliche Verwundung eines guten Freundes zu verheimlichen. Der im Felde Stehende kann den Tod der Betreffenden durch Zufall erfahren, und es ist daher besser, du bereitest ihn in schicklicher Weise vor, zeigst ihm, daß du selbst gefaßt bist, tröstest ihn und richtest ihn auf.

5. Schreibe keine Klage- nnd feine Jammerbriefe. Sie beunruhigen nur, ohne daß sie dir nützen, und die gewiß nicht angenehme Lage deines Angehörigen im Felde trägt dazu bei, deinen Jammer imb deine Klagen ' noch fürchterlicher zu empfinden, als du sie wohl selbst empfandest. Deine kleinen Aergernisse sind gegenüber dem, was der Empfänger im Felde zu erdulden hat, ganz gering, und du hast sie vielleicht gar schon über* wunden, wenn dein Angehöriger im Felde den Brief empfängt.

6. Quäle auch deine Sieben im Felde nicht mit deiner Angst um sie, mit deiner Bangigkeit. Lasse sie deine Fürsorge um sie, nicht beine Sorge um sie fühlen. Nimm lieber teil an ihren Leiden und Freuden: be­deute, daß die Kameraden, mit denen deine Angehörige seit langem Gefahren mtö Strapazen teilen, und monate­lang unausgesetzt zusammen fittb, ihrem Herzen jetzt viel näher stehen als manche Bekannte oder selbst weit­läufige Verwandte daheim. Daher zeige deine Teilnahme für diese Kameraden und verlange fein allzu lebhaftes Interesse für gleichgültige Leute in der Heimat.

7. Schreibe deine Briefe, daß jeder sie lesen kann, der Kamerad des Empfängers und der feindliche Aus­länder. Ein Feldpostbrief kann leicht in fremde Hände geraten, vor allem in Feindeshand fallen.

8. Daher unterlasse jede Andeutung irdendeiner An­gelegenheit, was nur Mißverständnisse erregt. Sprich klar und deutlich aus, was du sagen willst, und schreibe nichts, was du nicht klar und deutlich vor allen äußern kannst. Aus gleichem Grunde sind auch Uebertreibun­gen zu vermeiden. Hausfrauen sprechen gern in solchen. Fleisch ist nicht für Geld aufzutreiben!" sagen sie, wenn solches teurer als früher ist. Der feindliche Ausländer aber, der das liest, nimmst natürlich wörtlich, wie es steht.

' 9. Schreibe deutlich, daß keine Mißverständnisse vor­kommen können, besonders die Ziffern der Truvven-

tene auf oer Aorepe, uns vergiß nicht, Namen um Adresse des Absenders zu vermerken.

10. Versieh deine Briefe und Karten mit fortlaufen­den Nummer«, mtb veranlasse auch den Empfänger, daß er ein gleiches tue. Dann weiß man, wenn ein Brief verloren ging oder wenn, was bei Feldpostbriefen durch die Aenderung der Truppenstellung leicht vorkommen sann, ein später abgesandter Brief einen früher av- gesattöten überholt. (B. L.-A.")

Wie es in Keims aussiehl.

Ein Unbekannter aus dem Sanbe Neutralien, der unmittelbar vor dem Ausbruch der letzten Kämpfe die Champagne besuchen konnte, sendet derTimes" eine Beschreibung der empfangenen Eindrücke. Wie er seine Fahrt unter französischer Obhut machte, so klingen auch frauzöjische Urteile und Empfindungen aus feiner Dar­stellung: Reims breitet sich unten in der Ebene aus. Französische Landwehr bewacht die Eingänge. Der Wagen muß langsamer fahren. Rechts und links sind die Häuser von Kugeln durchlöchert. Kaum ein Haus ist frei ausgegaugen, obwohl in diesem Viertel keine Gebäude gauz zerstört sind. Die meisten Läden fittb ge­schlossen. Dennoch spielen Kinder auf der Straße,- alte Frauen sitzen vor ihren Türen und stricken. Der Wagerl durchfährt schweigende Straßen: die meisten Häuser sind jetzt nur Schulen, das Innere dnrch Ge­schosse zerstört oder ausgebrannt. Plötzlich erheben sich an einem freien Platze die Türme der Kathedrale. Die Flammenzungen, die an der Vorderseite die mtmber= baren gotischen Figuren verzehrt haben, vermochten die Schönheit des ragenden Steingebildes nur noch zu ver­tiefen. Ein Jahr ist jetzt seit dem ersten Bleihagel ver­gangen. Dann folgte der große Brand des Baugerüstes und fraß seinen Weg in den Stein, verstümmelte die Bildsäulen an der Vorderfront nnd zerstörte das Dach. Ströme geschmolzenen Kupfers und Bleis ergossen sich durch das Gebälk in das Schiff und auf die imglücf* lichen deutschen Verwundeten, die in die Kathedrale gebracht worden waren.Hier sieht man noch die Spu­ren eines verbrannten deutschen Majors," sagte her führende Offizier, und sie werden auf dem schweren Steinpflaster wohl immer sichtbar bleiben. Die erste Granate traf die Kathedrale zu Anfang September des vorigen Jahres und noch vor acht Tagen fiel ein schweres Geschoß auf das Gewölbe,- in der Zwischenzeit ist aber kaum ein Tag vergangen, ohne daß die Kathe­drale die Zielscheibe für Granaten ober Bomben ge­wesen wäre. Die unteren Teile der Tore fittb durch Sandsäcke geschützt,- die prachtvollen gemalten Fenster aus dem 13. Jahrhundert, zum Teil noch unversehrt, ermangeln jedoch der Sicherung. Die Chorsitze sind dnrch das Feuer zerstört,- die Altäre und kostbaren Teppiche beiseite geschafft. Dicht am Hochaltar, wo die franzö­sischen Könige gekrönt wurden, steht ein bescheidenes hölzernes Betpult mit zwei hohen Kerzen. Darüber hängt von der Treppe herab eine französische Fahne. Die Einfachheit dieses Altars der Vaterlandsliebe, eines lebenden Sinnbildes in den Trümmern der gotischen Pracht, ist ein eindrucksvolles Wahrzeichen für das neue Frankreich. Dieser Gedanke leitet eine rühr­selige Betrachtung über das wiedergeborene Frankreich ein und führt im Verlaufe zu einer sühnen Prophezei­ung: Das Jahr des geduldigen Abwartens ist zu Ende. Der Marschbefehl ist gegeben und pflanzt sich fort von Mund zu Munde. Morgen wird die französische Tri­kolore, die Fahne von Balmn und Jemappes, der Wim­pel, der jetzt den einzigen Glanz in dein Heiligtum von Reims bildet, über den Wällen des Feindes wehen. Die Märtyrerzeit ist für Reims vorüber, Frankreich, das festentschlossene, steht am Vorabende des Sieges. Der sehr neutrale Beobachter braucht sich nur in der Times die Umgebung seines Berichtes anzusehen, so wird er sich eingestehen, daß seine Wahrsageknnst schon jetzt Schiffbittcb gelitten hat. cKöln. Zta.G

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