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Teil Mittel, womit die Angriffe an verschiedenen Punk­ten unternommen wurden, ist der Gewinn der Alliierten nur an einzelnen Punkten von einiger Bedeutung. Die Veränderung in der allgemeinen Position der beiden Heere ist aber noch sehr gering.

Het Vaderland" schreibt über die jüngste franzö­sisch-englische Offensive:Eine Enttäuschung hat diese Offensive den Alliierten doch sicherlich gebracht. Wohl glaubte niemand, daß der Feind in einer lustigen Fahrt mit einem Schlage aus dem bedrohten Vaterlande hin- ausgejagt würde, ebensowenig konnte man denken, daß die offensive Bewegung abermajs zum Stehen gebracht werden würde. Selbst dem größten französischen Opti­mismus muß es nun wohl klar geworden sein, daß von einem neuen Angriff von den soeben eroberten Linien aus einstweilen keine Rede sein kann. Die Truppen der Alliierten behaupten sich nur mit Mühe und sind ge­nötigt, alles daranznsetzen, um nicht wieder vertrieben zu werden.

Schwere englische Offiziersverluste bei Loos.

DieKöln. Volksztg." berichtet aus London: Die amtlichen Verlustlisten über die Kämpfe bei Loos sind noch llicht veröffentlicht. Dafür erscheinen in der City- presse bereits Angaben privater Natur in Gestalt von Todesanzeigen und anderen Mitteilungen. In drei Tagett allein, wird auf diese Weise bekannt, daß 23 Re- gimentskommandenre auf englischer Seite außer Gefecht gesetzt wurden. Diese Offiziere, im Range eines Ober- sten oder Oberstleutnants, fehlen durch frühere Verluste der britischen Armee bereits in beträchtlichem Maße.

Der deutsche Angriff gegen Serbien.

Major Moraht schreibt imB. T." zur deutschen Offensive gegen Serbien, die großen deutschen Heeres­gruppen seien um einen gewaltigen Raum zusammen- gezogen. Die Seitenlangen des Dreiecks Lille-Rtga- Belgrad betragen rund 1500 Klm., unsere östliche Front zwischen Ostsee und Donau allein 1700 Klm. Erst nach Abschluß des großen Kampfes sönne diese Leistung un­seres Großen Hanptguartiers, die einstweilen als bei­spiellos bezeichnet werden müsse, völlig gewürdigt werden.

ImV. L.-A." heißt es: Gestellt habe mit voller Wucht der erste Aufzng des neuen Kriegsdramas ein­gesetzt. Würden auch die deutschen und österreichisch- ungarischen Soldaten vielleicht nicht nur gegen Serben, sondern auch gegen Engländer und Franzosen zu fäm= pfen haben, so ständen doch auch auf der anderen Seite die Bulgaren zn aktiver Teilnahme an diesem dritten Balkankriege bereit.

Nach derDtsch. Tgztg." werde Serbien nun zu einem Hauptkriegsschauplatz. Der Herd des Weltbran- des solle zum Verlöschen gebracht werden, das an Bul­garien begangene Unrecht gesühnt, vor allem aber die Verbindung nach der Türkei hergestellt werden.

Ueber die erfolgreiche Fahrt eines Zeppelin meldet der Kriegsberichterstatter Scheuermann den Blättern: In der Fortsetzung einer Erkundungsfahrt über die Festungen Toul und Verdun gelangte der Luft­kreuzer über die katalaunischen Felder zu der Stunde, wo sich dort in den Wolken nach der bekannten Sage die Geister der Gefallenen nach der Hunnenschlacht bekäm­pfen. In dem großen Lager, in dem alle rückwärtigen Verbindungen der französischen Champagnearmee mün­den, herrschte ein Leben, wie in einem Ameisenhaufen. Die Kasernen mtö Barackenlager waren überfüllt. In dem Bahnhof wurden in drängender Eile Trnppenre- serven und Munitionsnachschübe ansgeladen. Da fand unser Luftschiff in sternheller Nacht lohnende Ziele für seine Bomben schweren Kalibers in großer Zahl. Die Wirkung der furchtbaren Einschläge konnte genau be­obachtet werden. Wie schon auf dem Hinwege, so wurde der Luftkreuzer erst recht bei seiner Rückfahrt beim Ueberfliegen der französischen Linien mit einem rasen­den Schnellfeuer aus allen verfügbaren Kalibern bedacht, ohne die geringste Verletzung davonzutragen. Trotz stark einsetzenderc Regens vollzog sich die Landung des Luftschiffs, dessen erfahrener Führer schon an den er­folgreichen Flügen über London und Paris teilgenom- mcu hatte, vollkommen glatt.

Das französische LuftschiffAlsace" ist bei seiner er- zwungenen Landung beinahe unversehrt in unsere Hände gefallen und bietet daher ein gutes Studienmate­rial für die modernsten Fortschritte des französischen Luftschiffbaites. Nur die Hülle war durch die Geschosse zerlöchert, während die Gondel und die Maschinell bei dem langsamen Abgleiten intakt in unseren Besitz ge­langten. Von den Insassen, die sich durch Abspringen retten wollten, erlitt einer dabei einen Wirbelsänlen- bruch und starb unter den Händen der deutschen Aerzte. Die übrigen tarnen heil in unsere Gefangenschaft.

Sriegsallerlei.

/V Ein serbisches Flugzeug abgeschossen.

m Budapest, 8. Oktober. (T. U.) Aus Neusatz wird gemeldet, am vergangenen Freitag wurde ein aus Serbien kommendes Flugzeug abgeschossen. Das Flug­zeug war französisches Fabrikat. Die Ansagen trugen französische Uniformen. Seitdem hat sein serbuche- Flugzeug mehr ungarisches Gebiet übekflogen.

Leutnant Delcassee zu 1 Jahr Festungshaft verurteilt.

Der im Gefangenenlager zu Halle internierte fran- - - - - - ^ hn des französischen

jagbeb. Ztg." wegen

Der im Gefangenenlager zu Mische Leutnant Delcassee, ein Soli Außenministers, wurde nach derAtz Gehorsamsverweigerung und Widersetzlichkeit zu entern Jahr Festungshaft verurteilt. Delcassee hatte sich auch Bit Beschimpfungen Deutschlands Anreißen laßen. Ein zweiter franzömcher Offizier erhielt 1^ Jahre Festung.

Die preußische Regierung und die Lebeusmittel-

teuerung.

Der Vorstand der sozialdemokratischen Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses hatte an den Präsiden­ten des Staatsministeriums eine Eingabe gerichtet, in der Maßnahmen gegen die Lebensmittelteuerung ver­langt wurden. Darauf hat der Ministerpräsident Dr. von Bethmann Hollweg u. a. geantwortet:Aus den verschiedenen, in der letzten Zeit ergriffenen Maßuah- men bitte ich beu Vorstand, zu ersehen, daß sich die preu­ßische Staatsregieruug ebenso wie die Reichsleftung der Bedeutung der in Ihrer Eingabe berührten Fragen voll bewußt ist. Wie bisher, so wird auch fernerhin alle­geschehen, was in der Macht der Staatsregierung liegt, die schwierige Lage insbesondere der unbemittelten Be­völkerung durch Regelung der Lebensmittelpreise und der Lebensnrittelbeschaffung zu mildern. _

Aus den Klimpsen in der Champagne.

Interessante Streiflichter auf die letzten Kämpfe in der Champagne wirft ein Bericht des Pariser Korre- iponbenten der Times. Zunächst beitatich er, daß unsere Gegner bei ihrem Angriff unter dem Einfluß des Al­kohols standen, indem er die besondere Portion Wein erivähnt, die bei den französischen Soldaten als sicher- stes Zeichen des bevorstehenden Angriffs dient.

Französische Artillerie von jedem deutbaren Ka­liber", so heißt es in dem Bericht, arbeitete seit Wochen

Tag für Tag, und an den meisten Tagen besagte der amtliche Bericht:Die Kanonade war in der Champagne sehr heftig." Durch ganz Frankreich lief ein hoffnnngs- volles Flüstern:Wir werden angreifen. Die Lazarette halten sich bereit, es ist so weit." In den Grüben bräun­ten die Leute auf den Kampf mit dem Feinde. Ihre Kampflust wurde durch fortwährende Herausforderngen geschärft, die aus den deutschen Linien kamen. Zettel, die aus Flugzeugen hinabgeworfen wurden, (üben die Franzosen ein, doch herauszukommen und anzugreisen. Plakate, die zum Besuch Deutschlands entluden oder den bekannten Gassenhauerrefrain:Komm, Karlineken" enthielten, prangten über den deutschen Gräben. Am Mittwoch voriger Woche war der Zweifel bei den Sol­daten beinahe der Gewißheit gewichen. und in der Nacht des 24. wurde jeder Zweifel durch den für den französischen Soldaten überzeugendsten Beweis be= hobelt: durch die Ausgabe einer Extraration Wein.

Um 9 Uhr versammelten sich seltsame Gestalten in ihrenunsichtbaren" blauen Uniformen und den mittel­alterlichen Stahlhelmen um ihre Kompagnieführer, die ihnen in zündenden Worten znriefen, was Frankreich und ihr Regiment von ihnen erwartet. Mit dem Wahl­spruchSiegen oder Sterben" unter heiserem Schreien und dem Gesang derMarseillaise" undCarmagnole" stürzten sie aus ihren Gräben hervor, dem Feinde ent­gegen. Es bedurfte für sie keiner zweiten Aufforderung als die Offiziere ihnen ihrVorwärts, meine Kinder^ zugerufen hatten. Mit gellenden Schreien liefen sie unter einem Sturmwind von Granaten auf die deutschen Linien zu. Es entsprach der Tradition, daß General Marchand seine Kolonialtruppen selbst anführte. Gleich zu Beginn des Kampfes fiel er, als er, umgeben von seinem Stäbe, einen Rohrstock in der Hand, gelassen seine Pfeife rauchend, die vorbeiflutcttdeu Wellen der stürmenden Kolonnen anfeuerte. Seine beiden Brigade- kommandeure fielen an seiner Seite. Trotz der zer­störenden Wirkung des französischen Granatenfeners waren die Drahtverhaue auf weiten Strecken erhalten geblieben und in dem Chaos dieser Hindernisse zeigte sich das ganze Heldentum der Leute. Abteilungen mit Bomben errangen sich auch unsterblichen Ruhm, indem sie für die heranflutenden Massen die Bahn öffneten. An einigen Stellen der ersten Linie wurden die Fran­zosen durch die hartnäckigen Verteidiger aufgehalten, die von der vorangegangenen Beschießung verschont geblieben waren. Ein tödliches Feuer ging von einge­bauten deutschen Maschinengewehren aus, was die unge­heure Menge von Futzverwuudüngen unter den Fran­zosen erklärt. Der Ansturm ging mit solcher Schnellig­keit vor sich, daß die Leute sich um die verborgenen Ma- schinengewehrabtetlungen nicht flimmern konnten. Einen Augenblick entstand Verwirrung, die bei Ver­wendung großer Truppenmassen auf einem von Grä­ben durchfurchten und von feindlichem Feuer bestriche- nen Terrain unvermeidlich ist. Aber sie dauerte nur einen Augenblick. Jüngere Offiziere, die von ihrem Bataillon abgeschnitten waren, meldeten sich bei ihren Vorgesetzten und die Ordnung wurde wiedergestellt.

Ueber den Ausgang enthält der Bericht nichts. Volt Interesse sind die Schilderungen des Engländers aber vor allem wegen der durchsichtigen Andeutungen be­züglich der außerordentlich großen Verluste der An­greifer.

Vermischtes«

Bestrafte Gewinnsucht. Nach Festsetzung von Höchst­preisen für Bohnen kam es tu der Cölner Markthalle zu Uittrügüthfeiteu mit den Verkäufern, die bereits Bor­räte in der Frühe an die Borverkäufer abgesetzt hatten, so daß für die Bevölkerung nichts mehr übrig blieb. Dabei wurden vielfach die Höchstpreise überschritten, sie­ben Gemüsebauern und Ackererfrauen hatten sich nun­mehr vor dem Cölner außerordentlichen Kriegsgeicht wegen Ueberschreitnng der Höchstpreise zu verantworten. Trotzdem die Angeklagten bisher noch unbestraft waren, erkannte das Gericht auf eine Gefängnisstrafe von je 10 Tagen und betonte, daß die Strafe nicht zu mild sein dürfte, wenn sie abschreckend wirken sollte.

DerStaatsamvalt von Münster". Ein Schwindler, der vor einigen Wochen- in einer Wirtschaft alsStaats­anwalt von Münster" auftrat, den Wirt einsperrte, und das ganze Haus nachSpionen" durchsuchte, wurde jetzt in Recklinghausen festgenommen. Er entpuppte sich als der 25jährige Montageschlosser Otto Cata aus Kiel, der u. a. wegen Einbruchs bereits 3 Jahre Zuchthaus ver-

Büßte«

Wilsons Verlobung. Reuter meldet die Verlobung des Präsidenten Wilson mit Frau Morman Goli. Die Vermählung wird wahrscheinlich im Dezember statt- finbeu. Präsident Wilson, der am 15. Oktober 1859 in Cincinnati geboren ist, war in erster Ehe seit dem 19. Juni 1886 mit Helene Perron vermahlt. Aus duner Ehe stammen zwei Söhne im Alter von 26 und 18 Jah­ren, und eine Tochter im Alter von 24 Jahren.________

Unser Sieg in Der tust.

Zu der Mitteilung unseres Generalstabes in dem jüngsten Bericht, daß wir im Monat September ganze 7 Flugzeuge verloren haben, während die Engländer und Franzosen insgesamt 30 Flugzeuge, also mehr als viermal so viel, etublitzten, werden, wie der Korre­spondenzHeer und Politik" geschrieben wird, folgende Ausführungen von Jnterresse sein:

Zum erstenmal brächte vor Ringen Monaten unter Generalstab eine Mitteilung über den Kampf um die Vorherrschaft in der Luft, der bei Arras durchgefuhrt wS mid zu unseren Gunsten verlief. Diese Mit­teilung erschien äußerst bedeutsam, da sie zum ersten Male eine Luftschlacht von wochenlanger Dauer betraf. Fu den ersten Ktnöheitstagen des Flugzeuges hat man sich allgemein über die Rolle der Luftwaffe tm Kriege eine Vorstellung gemacht, die spater beim Tripolis- krieg und beim Balkankrieg, wo Luftfahrzeuge zum er» steil Male praktische Kriegsverwneduug fanden, nicht völlig' verwirklicht wurden. Beionders über das We en der erstellLuftschlacht" hat man sich vielfach irrigen An­schauungen hingegeben. SS sei nur an den Ammtz des bekannten Generals d'Amade erinnert, der uhou vor Jahren über dre ertte Luftschlacht zwischen Deutschland und Frankreich Betrachtungen anstellte, die ftr keiner Weile verwirklicht wurden. Nach seiner Auf- asiuna mußte der Krieg mit einer großen Luftschlacht eröffnet werden der an der Grenze Hütte statt finden müssen Wir wissen heute, daß diese Anschaitung falsch war Auch die Ansicht der Franzosen von der gewal- tiaen Ueberlegenheit der französischen Flugzeuge war ein schöner Irrtum mit dem sie sich selbst solange belüaett konnten als nch ein Krieg die große Prüfung brächte. Unsere S haben im Osten und Westen gezeigt, daß sie allen^Anforöerungerl des Krieges gewachsen sind,

unsere Flieger, die vor dem Kriege nach fran­zösischer Anschauung gar nicht in Betracht kamen, haben w Hervorragendes "geleistet, daß ein großer Teil von ihnen bereits mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet ist. Mehrfach huben auch unsere Heer­führer darauf mit lebendsten Worten Angewiesen, daß

lütt großer Teil unserer Erfolge nur der über alles ßo! erhabenen Arbeit unserer Flieger zu verdanken ist.

Der Krieg hat den wahren Wert unserer Flugwaffs erwiesen, und Paris selbst kann davon erzühlen. Wenn im Frieden die Anschauung von der Ueberlegenheit der französischen Fliegerei verbreitet war, so liegt es daran, daß die Franzosen jeden Erfolg weithin mit lauttönen­der Stimme in selbstbewundernden Worten verkünden, während bei uns in der Stille redliche und gediegene Arbeit geleistet wurde, ohne Sucht nach Beifall. Es kam dazu, daß die Franzosen das Flugzettg mehr als Ar­tisten handhabten, und durch Kltttststücke die Welt ver­blüfften, während bei uns mehr dem Ernst der Waffe Rechnung getragen wurde. So kam es. daß die gewal­tigen Leistungen unserer Flieger bet Ausbruch des Krieges in Frankreich fast eine ebenso große Ueber» raschung bildeten, wie die 42 Zentimeter-Geschütze. Man hatte sie bisher mit mitleidvoller Verachtung als Spie­lerei angesehen, und mußte umlernen. Oft fam es dann zu kleineren und größeren Fliegerduellen im Verlaufe des Krieges, in denen sich unsere Flieger neue Lor­beeren holten. Manche heldenhafte Tat half da bett Erfolg unseres Heeres sichern. Aber es fam noch nicht zu größeren Schlachten. Erst die große Schlacht bet Arras, die länger als sechs Wochen auf der Erde tobte, hat die erste große Luftschlacht zwischen deut­schen und französischen Flugzeugen, und schon damals den deutschen Sieg erbracht.

Bemerkeliswert ist die Tatsache, daß attdj die Luft­schlacht eine ähnliche Dauer auswtes, wie sie Schlachten auf dem Erdboden in diesem Kriege zetatelt. Es han­delte sich um die Vorherrschaft in der Lust, um nie nach dem Bericht unseres Generalstabes gestritten wurde. Seit einigen Tagett haben wir sichtlich die Oberhand gewonnen, so sagte damals der Bericht weiter. Ein gewaltiger Erfolg war somit erzielt worden, wenn wir die oben geschilderten Verhältnisse bedenken, die bis zum Ausbritch des Krieges herrschten. Dieser Sieg ist uns auch jetzt nach der neuesten Mitteilung unseres Ge­neralstabes weiter treu geblieben, und auch der end­gültige Erfolg ist uns auch auf diesem Gebiete gewiß, denn die Gediegenheit der deutschen Arbeit, die sich bet unseren Unterseebooten, bei den Luftschiffen nud bett ge­waltigen Geschützen offenbarte, hat uns auch ein hervor­ragendes Flugzeug geschaffen, das in der Haitd unserer todesmutigen Flieger alle SBebinaungctt des Siegers aufweift. Der Kampf um die Vorherrschaft in der Lilft, der jetzt gesümpft wird, wird für spätere Zeiten ebenso eine Umwälzung in den Anschauungen zn unseren Gun­sten bringen, wie wir sie bereits auf vielen anderen Gebieten des Krieges nicht nur zum geringsten des Seekrieges England gegenüber erlebt haben. (Z.)

alle Bedingultgen des Siegers um die Vorherrschaft in der ßitft,

Saloniki, die neue Speralionsbasis.

Die Augen der Welt sind heute, wie der Korrespon­denzHeer und Politik" geschrieben wird, auf Saloniki gerichtet, in der die erste Abteilung französischer Trup­pen gelandet worden ist. Noch mehr Truppen sollen, wie der französische Gesandte mitteilt, hier gelandet werden, und die Frage, ob von hier ans die endgültige Lösung des Krieges fallen wird, macht den Handelsplatz Salo­niki zu einem der wichtigsten Orte, den wir im Laufe des Krieges kennen gelernt haben. Die Truppen, die in Saloniki eirftahreu, befommcit ein malerisches und un- rergeßliches Bild. Herrlich erhebt sich die Stadt tu Ge­stalt eines Dreiecks. Der Strand ist mit Quais geschmückt. Von hier aus steigt die Stadt den Berg hinan, und die Mauern schließen mit der Spitze der Akropolis ab. Eine Wanderung durch die Stadt versetzt uns scheinbar in das Altertum mit allen seinen Sriiinerungcn. Im Innern der Stadt finden wir noch den Triumph­bogen des Mark Aurel, ferner gehen wir an dem Pro- bvlänm vorbei, die Moschee Eski Baschamn war ein Tempel der thermätschen Velins, das Vardathor am West- ende des Triumphbogens hatte Angnstus zur Erinlierung an die Schlacht bei Phtlippt gesetzt. Am entgegengesetz­ten Ende stand der aus Backsteinen ansgeführte Trt- nmphbogen Konstantins des Großen. So bietet diese Stadt der kriegerischen Erinnerungen gar zahlreiche. Im Innern des Ortes selbst trifft man alle Nationalitäten, die man hier erwarten kann. Juderr, die ans Spanien hier eingewandert sind, Griechen, die zumeist ein sehr gutes Französisch und ein recht gutes Deutsch sprechen, waren sie doch meistens zu ihrer Ausbildung in Berlin und Paris, und die jungen Levantinerinnen, die eine eigenartige Mischung der modernen Frau mit der Frau von ehedem darftclleiL Die Bedeutung des Hafens von Saloniki war von jeher bekannt, geräumig ist er und sichör und der natürlichste Stapelplatz aller Waren, die ans Mazedonien Herkommen. Auf dem schiffbaren War- dar, auf Karawarlen, und über die Linien der Bahn trafen die Waren ein, oder wurden sie auSgeführt. Welche Un­menge von Getreide gelangte nach Siiglaub, nach Frankreich, nach Italien, wie groß waren die Ladungen Tabak, mit denen die Welt versorgt wurde, Baumwolle, Bau- und Brennholz, Opium und Fälle, Rohseide mit Pflaumen, das alles ging aus dem Hafen von Saloniki, Reis und Salz, Petroleum und Steinkohle und für Eng­land die Metallwaren. Diese Stadt, auf der sich heute wieder die Augen der Welt richten, war einst eine Stadt, die unzählige Abenteuer bestand, wie von ihr berichtet wird. Unter den byzantischen Kaisern war sie reich, war sie schön und prunfenb in der Macht ihrer aufblühenden Jugend. Aber die Slawen waren ihr immer Feind mtö belagerten sie im 7. Jahrhundert, die Normannen hatten immer Neid auf diese Stadt und beraubten und plün­derten sie im Jahre 1185. Und dann kam sie unter die Herrschaft des Markgrafen Bonifacius von Moutferrat, der hier ein Königreich gründete. Ferner kam sie an den Despoten von Epirus und endlich im Jahre 1430 in die Hände der Türfett. Seit dem Balkankriege gehört Sa- loniki zu Griechenland.

Weisere Drahtnachrichten«

Das Kabinett Zaismis.

London, 6. Oktober. (Meld. b. Reut. Bür.) Die Mitglieder des neuen griechischen Kabinetts sind: Zatmis: Vorsitz und Aeußeres, Guuaris: Inneres, Yanakttsas: Krieg, Kunduriotis: Marille, Dragunis: Finanzen, Theothokis: Handel und Unterricht, Rhallis: Justiz und Eisenbahnen. In der Besetzung des Kriegsministeriums wird vielleicht noch eine Aenderung eintreten. Das neue Kabinett wird am Montag vor der Kammer erscheinen.

Versenkt.

London 8. Oktober. (WTB.) Der Dampfer Arabian" von der Ellerman-Linte wurde versenkt. Zwanzig Mann von der Besatzung wurden gerettet.

Folgenschwerer Brückeneinsturz.

** Fürstenberg a. o. O., 8. Oktober. Gestern abend fuhr ein Oderkahn, über den die Mannschaft infolge deS Hochwassers die Geivalt verloren hatte, gegen das Gerüst des mittleren Pfeilers der tm Stau befindlichen Oder­brücke, der mit einem großen Teil seiner Eisenkonstruk­tion einstürzte. Bon den aus dem Kahn befindlichen Per- fönen wurde der Schiffseigner gerettet, während seine Frau, die Tochter und der Sohn getötet wurden. Ein beim Bau beschäftigter Arbeiter wurde schwn yzrlLtzh