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Ler weiten Entfernung dieser wichtigen Verbindungs- punkte von unserer Kampffront darf wohl nicht mit thu recht geschlossen werden, daß nicht nur ein Vorstoß, son­dern ein Durchstoß geplant war, der eine weitgehende Verfolgung unserer Truppen ermöglichen ollte. Zu­gleich läßt diese Tatsache den Schluß zu, daß die Sieges­zuversicht unserer Feinde so groß war, - sie mit einem solchen Durchbruch mit Sicherheit rechneten. Mit beson­derer Freude wurde von unseren Truppen die Abfan- guug des französischen LuftschiffesAlsace" begrüßt. Die­ses Luftschiff hatte in der letzten Zeit eine recht lebhafte Tätigkeit entwickelt; es hatte mehrfach während der Nacht unsere Linien überflogen und Bomben abgeworfen. Uit= sere Truppen sind daher froh, von diesem lästigen Plage- geist befreit zu sein.

Nachlassen der englischen Angriffskraft im Westen.

DerKöln. Volksztg." wird von ihrem Kriegsbericht­erstatter aus dem Großen Hauptquartier gemeldet: Im weiteren Verlaufe haben sich die Angriffe der Engländer immer weiter abgeschwächt, die von besonderer Heftig­keit waren bei dem sogenannten Hohenzollernwerk süd­westlich Haisnes, bet Souchez und in der Gegend Höhe 140, die im Gegensatz zu den französischen Meldungen fest in unserer Hand ist.

Die britischen Trnppenlager werden geräumt.

i5*' DieNativualztg." meldet aus Wien: Das Wiener Deutsche Volksblatt" läßt sich von seinem Korresponden­ten aus Christiania berichten: Nach hier eingetanfenen Meldungen ans London hat die Räumung der großen englischen Truppenlager begonnen. Lord Kitcheners Armee wird bis auf die Unentbehrlichen nach Frankreich gebracht werden. Man sei in London überzeugt und ver­hehle auch nicht, daß bei abermaligem Versagen der Of­fensive der Krieg ein Verzweiflungskrieg werde.

Die englischen Verluste bei der Offensive.

/ Die WienerSonn- und Montagszeitung" meldet aus Amsterdam: Die englischen Verluste der großen flandrischen Offensive werden von neutralen Korrespon­denten, die die Stärke und die Bewegungen des englischen Heeres genau kennen, auf mindestens 100,000 Mann ge­schätzt. Das beweist, daß die Schätzung der deutschen Obersten Heeresleitung mit 60 000 Mann tatsächlich auf vorsichtigster Berechnung" beruhte.

Eine dänische,Stimme znr Kriegslage.

!? w Kopenhagen, 5. Oktober (T. U.) Der militä­rische Mitarbeiter derPolitiken" beurteilt die Kriegs­lage folgendermaßen: Es hat augenblicklich den An­schein, als ob der letzte Durchbruchsversuch der Verbün- deten das gleiche Schicksal erleiden wird, wie seine vier Vorgänger, er wird nämlich nach einem geringer! Fort­schritt im Sande verlaufen. Joffre ist vorläufig ge­zwungen, die Offensive fortzusetzen, da er sonst Gefahr läuft, daß sein Heer demoralisiert wird. Ungeachtet des Umstandes, daß die Verluste der Franzosen in der letzten große« Schlacht an Toten, Verwundeten und Gefange­nen sich gegen 200 000 beziffern, müssen die deutschen Gegenangriffe der letzten Tage obendrein als ein sehr bedenkliches Zeichen angesehen werden.

Zum russischen Ultimatum an Bulgarien schreibt das der dänischen Regierung nahestehende Blatt: Es ist kaum anzunehmen, daß die Antwort Bulgariens derartig lauten wird, daß sich eine Katastrophe vermeiden läßt, vielmehr ist leider wahrscheinlich, daß der Kriegsbrand im Lause der nächsten Tage die ganze Balkanhalbinsel umspannen wird.

Die versagende Führung der Engländer im Westen.

Ein Bericht in verschiedenen Berliner Morgenblät- tern besagt: Von englischen Gefangenen iverdern Liele Klagen über die völlig versagende Führung erhoben, die alle Tapferkeit zu nutzloser Aufopferung gemacht habe. Bezeichnend sei die Gefangennahme eines englischen Generals, der, ohne eine Ahnung von der Flucht der vorübergehend in deutsche Unterstände eingeorungenen englischen Truppen zu haben, sich leichtsinnig znr Rast niedergelassen Hatte, während sein Stab Karten spielte. Die französischen Gefangenen, von denen viele beim An­griff betrunken waren, erklärten auf die Frage, warum sie ungedeckt und in dichten Massen und langsamen Schrittes vorgegangen seien, man habe ihnen gesagt, der Sieg sei bereits errungen. Die Deutschen seien alle von der Artillerie vernichtet.

Der Unterseebootskrieg.

Ein englisches Unterseeboot nnter deutscher Flagge.

Satznitz (Rügen), 4. Oktober. (WTB.) Der Stet- tiner DampferSvionia" der Rhederei Kunstmann ist gestern kurz nach 5 Uhr nachmittags bei Arcona durch ein feindliches U-Boot mit Geschützen beschossen worden. Das Schiff ist bei Stubbenkammer auf Grund gesetzt. 10 Mann der Besatzung sind in Holligerort gelandet; der Rest der Besatzung mit dem Kapitän und dem Steuer­mann ist nach Saßnitz unterwegs. Die Leute erzählen, daß das U-Boot zunächst die deutsche Flagge führte, dann die englische Flagge setzte und auf 400 bis 500 Meter ohne vorherige Warnung den Dampfer beschossen habe. Da­raufhin sei die Besatzung in die Boote gegangen.

kriegsaüeriei.

Oberstleutnant von Wiuterfeld zum Generalstab versetzt.

Oberstleutnant von Winterfeld, der früher deutsche Militärattachee in Paris, ist von seinem schweren Auto- mobilunfall, den er in Frankreich erlitten hat. nunmehr glücklich genesen und unter Beförderung zum Obersten in den Generalstab versetzt worden. Oberst von Winter­feld hat seine Tätigkeit am 1. Oktober begonnen.

Neue Kultur-ringer aus Afrika.

DieStampa" meldet nach demL.-A.": Der Mi- nisterrat stimmte der Einstellung farbiger italienischer Truppen in das italienische Heer für die Frühjahrsoffen- sive zu.

gelögtau in Stieg und Frieden.

Die Neueinkleidung des deutschen Heeres.

Die große Frage, ob der Friedensrock des deutschen Soldaten wieder das alte Blau zeigen werde, ist nun endgültig entschieden, und zwar dahin, daß im Kriege wie im Frieden das einheitliche Feldgrau für alle Waf­fengattungen mit Ausnahme der Jäger und der Jäger zu Pferde, die ein Feldgrün erhalten, eingeführt werden wird. Aber für den Friedensrock sollen doch wenigstens die alten, seit lange überlieferten Unterschiede bleiben, und deshalb wird der Friedensrock auch in Zukunft den­selben Schnitt haben, wie der frühere Waffenrock, Kragen und Aufschläge, Knöpfe und Litzen werden dieselben blei­ben, wie sie am blauen Rocke gewesen sind. Der Feld­rock oder wohl besser gesagt dieFeldbluse" erhält einen ähnlichen Schnitt wie tue alte ursprüngliche Litewka mit den verdeckten Knöpfen. An Stelle der 6 Knöpfe am Hinteren Rockschlitz treten beim Feldrocke nur 2 Knöpfe in der Taille, die Aermel befummelt da, wo früher der Aufschlgü faß, eine KMte UtNLLl'chlggZüL WgLlchML ÄL

besonders praktisch zur Aufnahme von Meldungen, Kar­ten usw. ist, kurz, die eine Tasche vollkommen ersetzt; gleichzeitig wird die Bluse auch noch, wie der bisherige Felörock, Seitentaschen haben.

Eine einheitliche graue Tuchhose wird für die ge­samte Armee eingeführt. Da sie sowohl zu Feldgrau wie zu dem Graugrün der Jäger passen muß, ist ein völlig neutrales Grau gewählt worden. Ebenso ist ein einheit­licher, einreihiger Mantel im Armeefeldgrau für die ge­samte Armee, für Offiziere und Mannschaften von glei­chem Schnitt eingeführt worden. Mantel und Feldbluse haben einen vorn Grundtuch abweichenden Kragen erhal­ten, was ebenso kleidsam wie praktisch ist. Die Feldmütze ist die gleiche wie bisher, also feldgrau, die Schirmmütze für den Friedensdienst ist im Grundtuche auch feldgrau, der Raud entspricht dem Kragen und den Aufschlägen. In Zukunft werben auch die Mannschaften -er berittenen Waffen an den eigenen Mützen einen Schirm tragen. Den Kürassieren, Husaren und Dragonern bleiben die bisherigen bunten Mützen für den Frieden belassen. iht Stelle des Halstuches und der schwarzen Halsbinde ist eine graue .Halsbinde von verbessertem Schnitt getreten.

Das Schuhzeug der berittenen Waffen ist durch Eim führuug eines Einheitskavalleriestiefels vereinfach: wor^ den. Zu Aenderung des Schuhzeuges für die Infanterie lag keine Veranlassung vor, da es sich glänzend bewährt hat. Das gesamte Schuhzeug ist ebenso wie das gesamte Lederzeug fortan schwarz. Für die gesamte Armee ist ein einheitlicher Leibriemen mit dem bisherigen Koppel­schloß der Fußtruppen eingeführt worden, Bandelier und Kartusche für Unteroffiziere und Mannschaften, die Leib­binde der Ulanen, welche ebenso wie die anderen Waf­fen das Koppel fortan überschnalleu, sind abgeschafft. Nur die Husaren werden zur Schonung les Schnurbesatzes auch weiterhin unterschualleu. Auffallende Abzeichen werden zur Feldbekleidung nicht angelegt. Die Uuler- offiziertresse« sind durch graue Borten ersetzt. Litzen usw. werden an der Feldbluse ähnlich wie der Spiegel am bisherigen Feldrock getragen. Auf dem Helmüberzug tragen künftig alle Truppen ihre Nummer in grüner statt roter Farbe. Sämtliche Helme haben eine abuehmbare Spitze, die Tschapka einen abnehmbare« Deckel erhalten, um auch au den Kopfbedeckungen des Feldanzuges alles Auffallende zu vermeide«. Zeltbahn, Brotbeutel und Tornister werden in Zukunft gleichfalls feldgrau ge­halten.

Die Offiziersausstattung muß sich, wie der Krieg gelehrt hat, in jeder Beziehung der der Mannschaften eng anpassen. Infolgedessen ist nunmehr verfügt, daß die Offiziere ihre Feldblusen, Tuchhosen und Mäntel aus den Mannschasisbestäude« entnehmen dürfen. An Stelle der silbernen Feldbinde ist ein ledernes Feld­koppel getreten. Da für das Schuhzeug der Mannschaf­ten die schwarze Farbe vorgeschrieben ist, sollen auch die Schnürschuhe und Gamaschen der Offiziere schwarz sein. Schnürschube und Gamaschen sind fortan den hohen Strefeln gleichberechtigt, dürfen also auch zum Parade- anzug getragen werben. Die Epauletten sind endgültig abgeschafft warben und durch graue Felöachselstücke er­setzt. Die Offiziersachselstttcke (die feldgrauen wie auch die silbernen des Friedensrockes) sind als Ersatz für den Fortfall der Epauletten wesentlich breiter wie früher geworden und ähneln dadurch den russischen Ofsiziers- achselstückeu.

Zur Unterscheidung der Waffen- und Truppengat­tungen untereinander war es bei dem völlig einheit­lichen Schnitt (der Rock ist mit Ausnahme des Kollers der Kürassiere, des Schnürrocks der Husaren und der Ulanka überall die gleiche) notwendig, irgend ein Ab­zeichen einzuiühren, und zwar wird dafür die Schulter­klappe maßgebend sein. Hiernach wird die Schulter­klappe fortan folgendermaßen beschaffen sein:

Für die gesamte Infanterie am Friedensrock: Weiß. An der Bluse feldgrau mit weißem Vorstoß. Für die Jäger: hellgrün. Für die Kavallerie: Kürassiere: Wie bisher im Frieden, also weiss mit Vorstoß in der Regi- mentsfarbe; Dragoner: Kornblumblau mit Vorstoß in der Regimentsfarbe; Husaren: Schnüre in den Regi­mentsfarben; Ulanen: Rot mit Vorstoß in der Regi­mentsfarbe; Jäger zu Pf.: Wie bisher im Frieden, also hellgrün mit Vorstoß in der Regimentsfarbe. Für die Feloartillerie: Rot. Für die Fußartillerie: Goldgelb mit zwei gekreuzten Granaten. Für die Pioniere: Schwarz mit rotem Vorstoß. Für die Verkehrstruppen: Hellgrau. Für den Traiu: Kaliblau (statt hellblau, das zu feld­grau schlecht aussieht).

Bei der Infanterie und Feldartillerie sind dadurch an den Schulterklappen die Korpsfarben beseitigt. Die Infanterie führt sie fortan noch als Vorstoß um die Patte des Aufschlages. Die Feldartillerie hat in dem Rot der Schulterklappe ihre alte historische Farbe zurück­erhalten. Die Fußartillerie hat in den gekreuzten Gra­naten, die sie sich im wahrsten Sinne des Wortes im Feldeverdient" hat, nunmehr auch äußerlich ein artil­leristisches Merkmal neben der Helmkugel erhalten. Sämtliche Truppenteile tragen, sofern sie keinen Na­menszug haben, fortan Nummer auf der Achselklappe. Die Gardeinfauterie trägt ihre bisherigen Unterscheid dungsfarben der. Achselklappen als Vorstoß um die weiße Achselklappe.

Vermischtes.

Eine 103 Jahre alte Berlinerin. Die Witwe Auguste Heinrichs, in der Zionskirchstraße 45 zu Berlin wohn­haft, begeht am 7. Oktober ihren 103. Geburtstag. Die hochbetagte Frau ist eine geborene Berlinerin, die wäh­rend ihrer 103 Lebensjahre niemals aus Berlin gekom­men ist. Ihr Vater wurde im Feldzug 1812 schwer ver­wundet und starb bald darauf, auch die Mutter starb kurze Zeit später, sie war also von Kindheit an sich selbst über­lassen. Ein Sohn der hochbetagten Frau ist jetzt 75 Jahre, dessen Frau 85 Jahre alt. Der Sohn sagt von seiner Mutter:Meine Mutter ist geistig noch frisch, erinnert sich noch genau der ältesten Kriege und verfolgt auch den jetzigen Weltkrieg mit großem Interesse. Nur muß sie fast ständig im Bette liegen, der Appetit ist aber 'mmer noch recht gut." Frau Auguste Heinrichs dürfte wohl die älteste Frau im heutigen Berlin sein.

Die Inschrift auf dem Reichstagsgebäude. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt über die In­schrift auf dem Reichstagsgebäude: Von unterrichteter Seite geht uns nachstehende Mitteilung zu: Nachdem «un- mehr beschlossen worden ist, daß das Reichstagsgebäude die InschriftDem deutschen Volke" erhalten soll, hat sich die Oeffentlichkeit mit der Frage beschäftigt, welche Schriftzeichen für die Inschrift gewählt werden sollen. Gegenüber anderen Behauptungen sei hier festgestellt, daß bei der Beratung im Ausschmückungsausschuß von den Vertretern der Regierung bei dem Vorschlag auf Anbringung der Inschrift von vornherein darauf hin­gewiesen worden ist, daß es dem VolksempfiudeH nicht entsprechen würde, wenn Antiqua-Schriftzeichen gewählt würden. Dieser Auffassung ist der Ausschuß beigetreten und hat beschlossen, daß die Inschrift in gotischen Buch- fta&n tuiSjoefliärt werden tolle. Die Entwürfe der In­

schrift werden dem Ausschmückungsausschuß zur Beschluß, nähme vorgelegt. Hiernach steht außer Zweifel, daß die lateinische Schrift nicht in Betracht gekommen ist.

Ein halbes Jahr tot im Keller. Eine grausige Eut- deckuug machte ein Kuabe in der Blumenstr. 88 zu Ber­lin. Ihm fiel ein 10-Pfenuigstück durch das Oberlicht in beu Keller des Seitenflügels. Als er hiuuntergiug, fiel ihm ein starker, unangenehmer Geruch auf, unb er fand in einer Ecke die Leiche eines Mannes, von der nicht viel mehr als das Atuucheuaerüft in der Kleidung übrig war. Der Tote hatte in halbsitzender Stellung auf dem kahlen Fußboden sich mit dem Rücken in die Ecke gelehnt. Die Ueberrcfte der Leiche wurden Veschlag- nahmt unb nach dem Schaltpause gebracht. In den Klei- dertaschen fand man einen Ausmusterungsschein auf beu Namen August Ulrich 1892 in Weihs«see geboren. Man nimmt an, daß U., schon erkrankt, in dem Keller über­nachte« wollte und dabei vom Tode überrascht würbe. Nach dem Befunde scheint die Leiche etwa sechs Monate am Fundorte gelegen zu haben.

Ein Liter Branntwein für Umschläge. Ein schwe­discher Arzt, der sich auf der Reise nach Rußland befand, wurde au der finnländischen Grenze von einem russi­schen Wen barmen aufgefordert, die Pässe zu zeigen. Hierbei entspann sich solgeudes Gespräch:9hnt, du bist Arzt, Väterchen, das ist ja ausgezeichnet; ich leide näm­lich an furchtbaren Beinschmerzen sei doch barmherzig und hilf mir!"Was fehlt dir denn, mein Sohn'?" fragte der Arzt gutmiitig.O, Väterchen, es tut so weh um Gotteswillen, verschreibe doch einen Liter Branntwein, damit ich Ulnschläge machen kann!"

Arztrechnnng und Goldznfnhr. In einem größeren Dorfe der Rüeiiipfalz lag das Kind von Bauersleuten schwer krank, sodaß man die Hoffnung schon ziemlich auf- gegeben hatte. Trotzdem gelang es dein Arzt, das Kind au retten. Da er die große Freude der Bauersleute sah, sprach er halb im Scherz zur Frau, sie möge nun auch das Gold zur Umwechslung herausgeben, das sie doch sicher noch besitzen würbe. Wie erstaunte der Arzt, als die Frau verschwand unb nach kurzer Zeit mit einem Söckchen erschien. Verlegen lächelnd zählte sie 1200 .F in Zwanizgmarkstücken auf den Tisch.

Kriegshumor. In der Scherzecke derVisier K riegs« zag." findet sich u. a. folgende Anekdote: Im Etappen- lazarett Valeneiennes sind in der Gefangenenableilung neben verwundeten Franzosen auch erkrankte Russen vom Erntekommando nntergebracht. Als der Fall War- schans bekannt wurde, häufelte ein Franzose seinen ne­ben ihm liegenden Bniidesgenossen:Armes Ruß fa* put." Der Russe aber antwortete schlagfertig: Ruß nix kaput, ist sich mit Deutsche in Frankreich!"

Für fünf Millionen Mark Liebesgaben.

Aus der Arbeit des Zentralkomitees vom Roten Kreuz in Berlin im ersten Kriegsjahre.

Die erste Jahresbilanz des vom Zentralkomitee des Roten Kreuzes i« Berlin eingerichteten Materialien- depvts gibt ein überaus erfreuliches Bild von der Art und bem Umfange seiner Arbeit auf bem Gebiete der Liebesgabenbefchasfung und -Verteilung. Aus allen Tei­len Deutschlands, ans Amerika und anderen fremden Staaten sind die Liebesgaben in barem Gelde und in Waren bei dem Zentralkomitee zusammengeflossen, wurden hier imMaterialtendevot" gesammelt und ver- waltet und von hier aus an die staatlichen Abnahme- stelle«, an die Elappeninspektionen, an größere Armee- verbände oder einzelne Truppenteile, an die Erfri- schmlgsstellen der Bahnhöfe, an die Lazarette im Felde und in der Heimat, oder wo sonst noch Bedarf war, ab- acführt. Für rund drei und eine halbe Million Mark Liebesgaben sind auf diese Weise allein vom Zentral­komitee des Roten Kreuzes in Berlin verteilt ivorben, ivozu noch für 500 000 Mark Waren kommen, die noch in der Sammelstelle zur Absendung bereit liegen, so daß das Berliner Zentralkvncitee allein für vier Millionen Mark Liebesgaben für unsere Feldgrauen im ersten Kriegsjahre zusamtnengebracht hat, wovon für in Mil­lion Mark Waren aus den eingegangenen Geldspenden vom Zentralkoncitee selbst gekauft wurden. Dazu fom= men aber noch Gaben meist Genußmittel -, die aus Kosten des Zentralkomitees von verschiedenen Abnahme^ und SammctftcHen, von Delegierten usw. im Werte von rund 800 000 Mark beschafft worden sind, so daß der Ge­samtwert der durch das Zentralkmnitee im Verlauf des ersten Kriegsjahres zusammengebrachteu Liebesgabe« nicht viel weniger als fünf Millionen Mark beträgt.

Nicht eingerechnet sind zahllose Gaben an Ange­hörige von Kriegsteilnehmern, an Kriegswitwen und -waisen, insbesondere an Schwangere und an stillende Mütter, womit unendlicher Segen gestiftei würbe; nicht eingerechnet auch die Versorgung von Fllichtlingen aus Ostpreußen, aus Elsaß-Lothringen und ans dem feind­lichen Auslande und die Spenden für gefangene dentsche Krieger und internierte Zivilpersonen. Neben dieser Liebesgabenverteilung im großen lief noch dieKlein­arbeit', die Erfüllung zahlreicher Einzelwünsche aus den Schützengräben und Lazaretten und die Fürsorge für denSoldaten ohne Freund", die das Zentralkomitee entweder aus eigenen Mitteln oder durch Weitergabe der Adresseu bewirkt hat.

Alles in allem stellt sich die Arbeit des Zentral­komitees des Rote« Kreuzes in Berlin auf dem Gebiete der Liebesgabenzuwendung, die doch nur ein Teil seiner großen Gesamttätigkeit ist, dank der opferfreudigen Hilfe aller Bevölker««gskreise Deutschlands als eine so um* fassende und segensreiche dar, daß jeder, der dazu bei- getragen hat, einen schönen Lohn in bem Ergebnis sehen darf. Den anderen aber sei es eine Mahnung, mitzutun an bem schönen Werke, und es ergeht darum die herz­liche Bitte: sendet Geldspenden und Liebesgaben an das Zentralkomitee vom Roten Kreuz in Berlin!

Weisere Drahtnachrichten.

Die Kriegsgegnerschaft der griechischen Bevölkerung.

Konstantinopel, 4. Oktober. (WTB.) Ein Athener

Brief desTanin" swildert im Gegensatz zu der Ve- nizelos-Presse die gleichgiltige Ausnahme der griechischen Mobilmachung bei der Bevölkerung, die sich nicht für Serbien in Abenteuer stürzen will. Der Brief ver­sichert, Griechenland habe keine Verpflichtnng gegenüber der Entente. Das Angebot Frankreichs, einen Kredit von 100 Millionen Franken zu gewähren, fei abgelehnt worden.

Der Angriffsplan gegen Bulgarien.

. Bern, 5. Oktober. (WTB.) DerMesiaggero" tagt zu dem Ultimatum an Bulgarien: Nach der Kriegs- : erklarung der Vierverbandsmächte werde Bulgarien zu Wasier und zn Lande blockiert fein. Eine Landung rus- ftfcber Truppen in Burgas sei nicht ausgeschlossen, wäh- und frauzösische Truppen in Saloniki und ' DLKküMtsch Mgüdet werden sollten.