VRstoß W MMM ö« VMM Riesenfront waren Durchbrüche auf den Flügel»» zwischen Riga und Düna- burg bei Lennewaden und auf dem Stidflügel irr dem Raume des wolhynischen Festungsbreiecks geplant und unternommen worden. Man wird darin den Einfluß der Feldherrnkunst der Generäle Rutzkt und Alexejew erblicken dürfen, die vielleicht den letzten Versuch machten, doch noch einmal durch den gleichzeitigen Vorstoß auf drei Stellen einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen. Die Versuche der Russen waren vergebens. Wir haben schon gesehen, daß im wolhynischen Festungsdreieck der russische Stoß völlig zusammenbrach und der österreichische Generalstabsbericht meldete ausdrücklich, daß diese seit mehreren Tagen währende Schlacht im Süden der Bront mit einer völligen Niederlage der Russen endete, esgleiche»» konnten die Gegenangriffe der Russen im Norden unsere Erfolge nicht aufhalten. Die Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg rückt weiter nach Osten vor. Airs der Front zwischen Smorgon und Wischnew dränge»» wir an mehreren Stellen in die feindliche»» Stellungen ein. Auch die südliche Fortsetzung dieses Frontteils brächte neue Erfolge, denn wir warfen bei Saberesina die Russen über die Beresina zurück. Weiter südlich wurde im Vorstoß gegen Osten der Riemen bei Djeljatitschi und Ljubca erreicht. Diese beide»» Städte liegen unweit östlich des Einflusses der Beresina in den Riemen. Unsere Front bildet demgemäß fast eine grade Linie, die senkrecht von Norden nach Süden verläuft. (Z.)
Bericht des türkischen Hauptquartiers.
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Konstantinopel, 28. September. (WTB.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardauellemrout ist die Lage Unverändert. Unsere nach verschiedener» Rich- tnnaen ausgesandten Aufklärungsabteilungen lockten zwei feindliche Aufklärungsabteilungen bei Anaforta und in der Umgegend von Kerewisöere in Hinterhalte und nahinen sie gefangen. Aridere »nachten überraschende Angriffe auf feindliche Schützengräben und erbeuteten Gewehre, Munition, ein Felötelephor» sowie Pioniergerät. Sonst nichts Neues.
Der Balkan.
Serbische Truppenansammlungen an der bulgarische»» Grenze.
Die „Deutsche Kriegsztg.",berichtet aus Pest: Nach einer aus Serbisch-Kladowa eingetroffenen Mitteilung ist am 23. September früh eine serbische Armee von 50,000 Mann gegen die bulgarische Grenze marschiert. Der größte Teil der Belgrader Bevölkerung flüchtete nach Nisch und anderen Ortschaften ins Innere des Landes.
Die Bulgaren in Paris reise»» ab.
Nach Meldungen aus Paris verlassen die bulgarischen Staatsangehörigen, auch die im nicht militärpflichtigen Alter, Paris.
Das Deutsche Volksblatt in Wien meldet: Die in der» bulgarischer» Gewässern befindlichen weniger» rnssi- schen Schiffe erhielten telegraphisch Befehl zum Verlasse»» der bulgarische»» Hafer». Die russische Hanöels- schiffahrt zwischen Odessa und Bulgarien ist eingestellt.
Rumänien verharrt in der bisherigen Haltung.
Nach einer Meldung der Wiener „Nr Fr. Presse" aus Bukarest verlautet in bestimmter Form, daß der rumänische Ministerrat erklärt hat, daß weder die bulgarische noch die griechische Mobilmachnng geeignet seien, Rn- mänien zr»m Anfgeben seiner bisherigen Haltung z»t veranlassen, solange Bulgarien nicht aggressiv werde und keinerlei Bedrohungen der rumänischen Interessen vorliegen. Was Serbien betreffe, so liege ebenso wie bei der ersten österreichische»» Offensive keinerlei Verpflichtung zu einer Intervention zugunsten Serbiens vor.
Der Unterseebootskrieg.
Unterseebootsopfer im Monat Juli.
Aus London wird gemeldet: Nach einem Bericht des Schiffahrtsbureaus sind im Monat Juli 75 Dampfer und 26 Segelschiffe vernichtet worden. Vor» den Dampfern waren 55 Engländer mit insgesamt 71626 Tonnen, 7 Norweger mit 12161 Tonnen, 2 Schwede,» mit 3435 Tonnen, ein Franzose mit 794 Tonnen, in Russe mit 2648 Tonne«, ein Däne mit 1669- Tonnen. Im Ganze,» wurden 69 Dampfer durch Unterseeboote versenkt.
Folgenschwere Explosion aus einem italienischen Linienschiff.
w> Brindisi, 29. September. (WTB.) Wie die
Agenzia Stefani meldet, ereignete sich im Hafen von Brindisi in der hintere»» Pulverkammer des Linienschiffes
„Benedetto Brin" (13 400 Tonnen) eine Explosion, der ein Brand folgte. Nach den bisher vorliegende»» Berichte»» sind von der 820 Mann starken Besatzung 8 Offiziere, 379 Man»» gerettet. Unter den Opfern, deren Identität feststeht, befindet sich Konteradmiral Rubin de Cervin.
Die Ursache der Katastrophe ist nicht bestimmt ermittelt. Die Einwirkung irgend welcher äntzerer Einflüsse erscheint ausgeschlossen.
„Benedetto Brin" war mit seinem Schwesterschiff „Regina Margherite" 1901 erbaut. Es konnte eine Ge- schwmdigkeit von 20,4 Knoten entwickeln.
kriegsaüerlel.
Kundgebungen bei der Abfahrt der Bulgaren aus Berlin w= Berlin, 29. September. (T. U.) Bei der Abreise der zweiten Gruppe der zu den Fahnen einberufenen Bulgaren kam es gestern abend auf dem Anhalter Bahnhof zu einer großen Kundgebung deutfch-bulaarlschier Verbrüderung. Es wurden mehrere Amprachen gehalten.
Neue Zusammenstöße mit der Polizei in Rußland.
te* Wien, 29. September. (T. U.) Die „Neichs- post" läßt sich nach der „Dtsch. Tgztg." aus Bukarest berichten, daß es in Kastroma, Kiew, Charkow und Jeka- terinoslaw zu neuen blutigen Zusammenstößen zw»schen den Arbeitern nnd der Polizei gekommen sei. Die zur Munitionserzeugung abkormnandierten Petersburger Arbeiter haben Aufstände angezettelt und die Arbeiter zur Arbeitseinstellung aufgefordert.
Schwere englisch-französische Fliegerverluste.
Die „Deutsche Kriegszeitung" berichtet aus Genf: Die französisch-englischen Fliegerverluste in der zweiten Septemberhälfte sind weit beträchtlicher, als in irgend einem früheren Halbmonat. Die Fachkritiker weisen auf die Fortschritte der deutschen Flugzeugkonstruktionen hin, hinter der die französisch-engliscyen zuxückgebl»eben zu sein scheinen.
Der Kaiser beim Kronprinzen an der Westfront.
In einem Feldpostbrief von der Westfront, den die „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht, findet sich unter dem 25. September folgende Schilderung: „Am 23. spät abends rückten die dienstfreien Mnnfchaften unserer Arweeab-
keuuns senMamymäM m vrkMaüv hatte eine W- nuna von dem, was uns bevorstand. In einem Walde zwischen H. und St. B. wurde Halt gemacht und, während immer mehr Truppen aller Waffengattungen an- rückten, der kommenden Dinge gewartet. Hell und klar brach der Morgen des 24. an, „echtes Zollernwetter", denn allmählich war uns so eine Ahnung aufaedämmert, daß uns etwas Außerordentliches bevorsteye. Einige feindliche Flieger, die sich in der Lust nmhertttmmelteu, wurden schnell vertriebe»». Um 10 Uhr stiegen drei unserer Kampfflugzenge — wir befanden uns in der Nähe unseres Flughafens — empor und freisten über dem Platz hock, in den Lüften, bereit, jeden neugierigen feindlichen Flieger fernzuhalten und ihn» den Einblick zu wehren. In Hufeisenforn» nahmen wir darauf alle — etwa 40 000 Mann — Paradeaufstellung. Feierliche Stille herrschte, kein Kattvuenschlng war hörbar. Um 11 Uhr erschienen die kaiserlichen Automobile, die an der freien Leite des Vierecks hielten, und dciteii der Kaiser, begleitet von» Kronprinzen und mehreren hohen Offizieren, unter brausender- Musik der versammelten Kapellen entstieg. Nach der Begrüßung der anwesende»» Generale schritten der Kaiser nnd Kronprinz, in Begleitung des Oberkomlnandierenden und der übrigen Herren des Gefolges die Front der Truppen ab, überall freudig begrüßt. Nachdem die Front der Paradetruppen abgeschritten war, wurde,» die zur Auszeichuung Vorge- schlagenen in die Nähe der Automobile geführt, wo der Kaiser und Kronprinz allen persönlich das Ehrenkreuz überreichte, vielen dasselbe sogar an die Brust heftete. Danach fnören um 2 Uhr die Antomobile unter dem Jubel der Truppe»» und den Klängen der Musikkapelle»» davon. Um 2% Uhr rückten wir wieder in unsere Quartiere."
Das uns ostprenhische Pfarrer erzählen.
Eil» Buch „Kriegserlebnisse vstpreußischer Pfarrer", gesammelt und herausgegeben von Pfarrer C. Moszeik in Stallupönen (1. Band), eignet sich durch seine schlichte Sachlichkeit und Wahrheitstreue dazu, anschaulich zu Gemüt 3it führen, was der Krieg für die bedeutet, deren Schollen fein Schauplatz werden. Im ersten Bericht, in den Kriegserlebnissen des Herausgebers, bemerkt dieser zum Schluß: „Wir Ostpreußen von der Grenze habe»» viel verloren. Mancher hat tatsächlich seine ganze Habe eingebüßt. Wir Grenzbewohner Haber» — man kann das ohne jede Uederßeßung sagen — mehr erlitten als viele, viele andere, die in dem geschützte»» Zentrum unseres Vaterlandes ihre»» Wohnsitz haben."
Von diesen Leiden bildet das geringste noch die Verwüstung und Vernichtung, die die plündernden und sengender» Russen arigerichtet haben. Der Herausgeber des Buches erzählt, wie er nach seiner Heimkehr sein von den Russen heimgesuchtes Haus wiederfiudet: Das Innere der Wohnung machte den Eindruck, als ob hundert Wahnsinnige 3tt gleicher Zeit gehaust hätten. Jedes einzelne Schloß ist erbrochen, jeder Winkel abgesucht, jedes Kistchen, jedes Kästchen, jede Schublade geöffnet. Daß man sämtliches Geld, alle Kleider, Pelze, Wäsche geraubt hatte, braucht wohl nicht besonders bemerkt zu werden. Was ihnen 31t viel oder unbrauchbar schien, wurde nach russischem Rezept zerstört: Eine Schicht Wäsche, eine Schicht Kompott oder Honig, eine Schicht Wäsche, dann wieder Eingemachtes darüber und so fort. Danach alles durcheinandergestampft!" In der Schilderung eines anderen Berichterstatters heißt es: „Die Pfarrhäuser wäre»» innerlich verwüstet und sah er» Schweineställe»» ähnlich. I»» den Besten Stube»» des Pfarrhauses zu Buddern hatten die Russen ihre Ochsen geschlachtet und die blutigen Felle, Köpfe, Eingeweide liegen lassen, so daß ein schrecklicher Verwesungsgeruch das ganze Haus erfüllte. Die Betten hatten sie ihre»» Pferden als Streit untergeworfen, die Hausgeräte zer- trümmert, die WäMe zerschnitten."
Ueber einen Zug von Flüchtlingen wird berichtet: „Meilenlange Züge, Züge ohne Ende. Alle Wäger» hoch bepackt. Kinder, Greise, Frauen, Hausgeräte, Koch- töpse, Lebeusmittel, Hühner, Schafe, Ziegen, Rinder, Kälber, Schweine, — kurz alles, was zuvor in Haus und Hof gelebt und gewebt, rvar auf die Wage»» gepackt oder keuchte langsam hinter ihnen. Und dann die großen Viehherde»» von den Gütern. Hunderte von Kühe»» und Schafe»», alles in dicke Staubwolken gehüllt."
Noch schrecklicher und grausiger als die Verluste an Hab und Gut sind die Leiden, die der Russen Grausamkeit und Habgier angerichtet haben. Ein Bericht über einen Gottestuenst gibt dies also sit erkennen: „Es waren 18 von den Russen unschuldig Erschossene aus der Stadt und Umgegend, deren Angehörige das hier übliche Totengebet („Dankgebet für Verstorbene") wünschte»». Da war ein junger Mau»» von 16 Jahren erschollen, weil die Rußen im Hause seiner Mutter, einer Wrtwe, die Uniform des Vaters, eines verstorbene»» Gendarme»», gefunden hatten. Ei»» Postbote, weil er seine Beamtenuniform getragen, junge Leute, Männer, Greise, weil sie fliehen wollten — lassen müssen. Und beim Gebet für »hre Seelen kamen sie alle hatten ihr Leben durch die Mörderhand der Feinde aus den zerrissener» Herze»» ihrer Angehörigen tiefe Seufzer und Schmerzenslaute."
Einem der grausigsten Artikel des Buches, zu gran- sig, um in manchen Einzelheiten »viedergeaeben zu.wer- den, sei nur dies entnommen: „31 männliche Vertonen wurden in grausamster Weise ausgepeitscht, 645 Perw- nen mußten weit länger als eine Stunde aus den Stuten liegen und den Tod erwarten, während die umliegenden Gebäude in Brand gesetzt waren und eine unerträgliche Hitze ausströmten." Gin anderer Bericht sagt: „Was man mit Schaudern von dem Wirten der heidnischen Tataren vor 250 Jahren in den Masuren gelesen undJet? für ganz unmöglich gehalten hat, es ist zur Wirklichkeit geworden." Als Beweis hiersür wird unter andern die Tatsache angeführt, daß die Russen auf Befehl eines kommandierender» Generals d»e Landeseinwohner „von 10 Jahren an aufwärts" vor sich Hertrieben. „Eine größere Gemeinheit", sagt Hierzu der berichtende Pfarrer, „und eine elendere soldatische Feigheit ist gar nicht denkbar: bewaffnete russische Soldaten decke»» sich gegen das Feuer der Keltischen hinter dem Rücken von schutzloser» Männern, Kindern und Frauen, damit die Deutschen am Schießen gehindert oder gezwungen werden, ihre eigenen wehrlosen Landsleute zu erschießen!" Im Anschluß hieran wird noch folgender Vorgang erzählt: Ein Bauer meiner Gemeinde wird leicht verwundet mit seiner Frau fortgeführt. Unterwegs sagt er 31t ihr, um s e zu trösten: „ Wunde ist längst heil, iventt wtt zurückkE Ein Russe, der die polnischer» Worte verstanden hat, führt den Mann in eirze am Wege stehend? Scheune und stößt ihm dort seinen Säbel siebenmal durch den Leib mit den Worten. „So, Du wirst nicht ^^^Ntter» der grausigen Schilderungen gibt es in dem Bücke erhebende Augenblicke: wenn die Russen stieben und unsre Krieger einziehen. Einmal wird hierbei erEtt „Die Schüsse unserer braven, in Eitmär- Ln herbeigeeilte»» Soldaten waren Musik für unsere Obren. Nach Sonnenuntergang mahnte das Geläute unserer Kirchenglockeu: „Nun oanket alle Gott. Ght Hurra aus mehreren hundert Kehlen bearützte die Kü-
igssierschwadryn," Eine anoefe ^hud-rnna lautet: «M der Ecke hieltest zwe» schwarze Husaren, hoch zu Roß. Wir jubelte»» ihnen zu, die Tränen schösse»» uns irr dw Augen. Dort stehen auch zwei Infautertsten, von Menscher» umringt. Wir drücken ihnen die Hände. Arrr liebster» möchten wir sie umarmen. Hurra! Hurra! unser: stolzes Militär! Gugel vom Himmel können nicht freudiger begrüßt werden als diese unsre Retter in höchster Not. Man fällt sich in die Arme und beglückwünscht einander. Frane»» und Männer schluchze»» laut und schämen sich der Tränen nicht. Wir eilen nach Hause. Flag- gen heraus! Horch! Horch! Pferdegetrappel dröhnt aus dem Steinpflaster. Hurrageschrei! Sie kommen, sie tommen! Ich nehme beide Kinder an die Hand und laufe, meine Frau hinterdrein. Schon an der Stratzeuecke blitzen und die ersten deutschen Bajonette entgegen. Hock schlägt unser Herz. Welch stolzer Anblick! Wie frisch und fröhlich unsre Soldaten dreinschaun, ganz anders als die russischen Strauchdiebe!"
Vermischtes,
18 Monate Gefängnis für einen Feldpostdiebstahl, Die Cöllier Strafkammer bestrafte den 18jäbrigen Post- aushelfer Kentenich, der ein von einem sterbenden Soldaten an dessen Frau abgesarrdtes Paket geöffnet und diesem außer einem Ring, einer Kette und einem 20 Mark-Schein auch das Testament des sterbenden Kriegers entnommen hatte, das er verbrannte, mit 18 Monate»» Gefängnis. Das Gericht ordnete auch die sofortige Ver- haftintg an, und sprach die Ansicht aus, es miißte auf harte Strafe erkannt werden,- »venn nochmals ein Erwachsener als Postdieb vor die dritte Strafkammer korurne, wiirde er nach der jetzt herrschenden Strömung unfehlbar mit Zuchthaus bestraft werde»».
Gilt Amerikaner über Hindenburg. Jr» der Con- tinental Times bespricht R. L. Orchelle ein in Neuyork erschienenes Buch von Edward Lyell Fox. Fox ist der Berichterstatter verschiedener amerikanischer Blätter; er hatte das Glück, viele bedeutende Persö»»lichkelte»» au sehen, und bet vielen dramatischen Momenten zugegen zu fein. Ueber Hindenburg sagte er: Sein Gesicht zeigt außerordentlich starke Büge. Sein Kinn ist wie ein Mauerpfeiler; seine Stirn zeigt die Breite, die Macht bedeutet; in feinen Blauen Augen liegt Festigkeit. Alle diese Dinge zeigt auch die Caurera. Was sie aber nicht zeigt, das ist das Blitze»» seiner klugen, das ist die Gitte in den Falken seiner harten, wettererprobten Haut; was sie absolut nicht zu»»» Ausdruck Bringt, ist das freundliche Lächeln, das fein kleiner scharf geschnittener Mu»»d zeigen saun. 68 Jahre, denkt man überrascht. Dieser Mann sieht nicht älter als fünfsig aus. Seine Nase ist die eirres Mblerd. Seine Schultern sind so massiv, >aß mir zuerst sein furdgefchorener grauer Kopf fast etwas fleht erschien. Aber es ist der typische runde deutsche Kopf von jener kräftigen Form, wie man sie oft auf den Bildern von Dürer und Hvlbei»» sieht. Ht»ldenburg machte auf mich den Eindruck eiues gewaltigen Maustes, eines in physische»' wie geistiger Beziehung gewaltigen Mannes, eine Verkörpernug dessen, was der Bezwinger der russischen Armee»» sein »nutz.
Der Krieg und die Eskimos. Bis in die fernsten entlegensten Gebiete des Erdballes ist die Kunde des Weltkrieges gedrungen. Auch die in den höchste»» Eis- regivneu friedlich lebenden Eskimos haben von den Schrecken des Rieseukampfes gehört. Ueber die Wirkirng des Krieges auf die Eingebvrenen Grönlands werden in der „Opinion" interessante Mitteilungen gemacht: Als die Grönländer erfuhren, daß der große Krieg aus- gebrochen sei, eilten sie von einer Ansiedelung ^ur andern, um die Neuigkeit zu verbreiten. Die Boten riefen überall mit voller Lungenkraft: „Kraodlimattluaokra nvrdlttdluo forfferlifraut!" — Das heißt: „Der K-rteg ist andgebrocheir zwischen den Europäern und den Deutschen!" Da aber unglückseligerweise in der Sprache der Eskiinos dasselbe Wort „Europäer" und „Däne»»" bedeutet, gerieten die Grönländer in große Aufregutlg. Sie fürchteten, daß sie selbst tu die Kämpfe mit hinetugezvge»» werden könnten, und jetzt noch Halter» sie ängstlich Wacht, ob nicht feindliche Schiffe in den Eisregionen Truppe»» zu landen versuchen. — Der Vierverband sollte hier an- knüpfe»» und sich solche Bundesgenosse»» nicht entgehen lassen. Besser ist besser! ...
Witze vom Tage. Gemütliche Lagerstatt. Gin Leutnant instruiert seine Kartoniere: „Es ist also streng verboten, gefundene, nicht krepierte Geschosse, sogenannte Blindgänger, bei sich aufzuheben, um sie vielleicht später nach Harris »nttzur»ehmerr. Die Dinger gehen natürlich sehr leicht los." Nach einiger Zeit, als mehrfache Un- tersuchunger» nach Geschossen Bet den Leuten erfolglos waren, eutdecfte der Leutnant durch Zufall hinter feiner Lagerstatt mehrere Blindgänger. „Was ist denn das?" fährt er seinen Burschen an und prompt erhält er die Antwort: „Ach, Herr Leutnant, wollten wir gerne Andenken nach Hause mitnehmen, haben wir aufbewahrt hier, weil bei Ferrit Leutnant nicht wird revidiert." — Ein Schwerleidender. „Sie sind ja in letzter Zeit so schweigsam?!" „Na, ich bitte Sie, wenn man kein Fremdwort mehr gebrauchen soll!" — Aus dem Schützengraben. Brest-Lttowsk war gefallen. Die Nachricht erregte viel Freude in unserm Graben. Man zählte die Anzahl der genommenen Geschütze zur Gesamtsumme der den Russen in letzter Zeit abgenommenen und erhielt dabei die bekannte stattliche Summe. Ohne eine Miene zu verziehe»», sagt ein biederer Unteroffizier, der bisher still der Unterhaltung zuhörte: „Das fommt noch so weit, daß jeder Mann eine eigene Kanone hat."
Weisere Drahtnachrichten.
Die Wehrpflicht und Bulgarien im Unterhause.
^ London, 29. September. (WTB.) Premierminister Asquith antwortete im Unterhause auf eine Anfrage, die Rekrutierung und die nationale Dter»stpflicht Bildeten Gegenstand sorgfältiger Beratung in der Regierung. Sobald er in der Lage sei, werde er über die zukünftige Politik Mitteilung machen. Bis dahin solle sich das Haus im Sinne der eigenen und der verbündeten Nationen angesichts der tapferen vereinten An- ftrengungen aller ihrer Streitkräfte jeder weiteren Be- prechung dieser Angelegenheit enthalten. Grey er- lärte, wenn Bulgarien eine aggressive Hattnug auf Seiten der Feinde einnehmer» sollte, sei Großbritannien entschlossen, seine Freunde am Balkan in jeder möglichen Weise zu unterstützen, und zwar in Uebereinstimmung mit den Verbündete»» ohne Vorbehalt oder Einschrän- knngen.
Sozialdemokrattsches Wirtschaftsstndium im Westen.
te* Berlin, 29. September. Die vier sozialdeinokra- tischei» Führer und Reichstagsabgeordneten Scheidemann, Dr. David, Ebert und Schöpflin haben soeben ine Informationsreise nach dem westlichen Kriegsschauplätze beendet. Die Reise hatte privaten Charakter, und bezweckte das Studium wirtschaftlicher Fragen.