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größer und verlüdcitöer wurden die Versprechungen Rußlands, Englands und Frankreich? '- «-"- "'-^ reff und Athen. Die nun für jeden d

Rußlands, Englands und Frankreichs in Sofia, Buka­rest und Athen Die nun für (eden deutliche Nieöerlaae Rußlands hat dem Balkan endgültig bewiesen, daß die Entente nicht imstande ist, ihren Versprechungen nachzu- kommen. Der Balkali betrachtet den Vierverband mili­tärisch und diplomatisch als insolvent.

Bulgariens Entschlossenheit.

^ Sofia, 24. September. (T. U.) Das halbamt­licheEcho oe Bulgarie" veröffentlicht einen zweiten, viel besprochenen Artikel über die Lage auf dem Balkan, in dem u. a. erklärt wird: Wenn man die Lage auf dem Balkan wahrheitsgetreu beurteilen will, muß man als Ausgangspunkt immer den faulen Frieden von 1913 nehmen, durch den Bulgarien aufs tiefste verwundet und zerstückelt worden ist. Bulgarien wird vor keinem neuen Opfer znriickscheuen, wenn es notwendig ist, um seine Einheit wieder zu erlangen. Die Pflicht der Re- giernug ist es, keine Mühe zu verabsäumen, um die Ge- nugtuungen zu erlangen, anf welche das Land durch seine früheren Opfer Anspruch hat.

Der bnlgarische Generalissimus.

r Voll Pariser Fachkritikern wird der zum bulgarischen Generalissimus ausersehene Sawoff als einer der aller- tüchtigsten unter den Heerführern der Balkanarmeen ge­würdigt. Bekanntlich wollte Zar Nikolaus Sawoff ein großes russisches Kommando anvertrauen. Erst als dieser mit den Worten:Mein Degen gehört Bulgarien, wie meine Seele" ablehnte, entschloß sich der Zar, das Allerbieten Radko Dimitrieffs anzunehmen, eine Wahl, die sich dann jedoch als Höchst unglücklich erwies.

Delcassee arbeitet mit Hochdruck an der Balkanfrage.

^ Haag, 24. September. (T. U.) Der Minister des Auswärtigen Delcassee soll nach derBl. Mp." in Paris stundenlange Konferenzen mit den Gesandten der Bal- kanstaaten abhalten, die aber seine Klärung der Lage brachten. Bulgariens Eintreten in den Krieg gilt in London und in Petersburg als absolut unvermeidlich. Dagegen hält man das Eingreifen Rumänies und Grie­chenlands für äußerst zweifelhaft. Zwischen Delcassee und Grey findet ein fortgesetzter Depeschenwechsel über die Lage am Balkan statt, die alles andere, selbst die kritische Lage Rußlands in den Hintergrund stellt.

Vollste Uebereinstimmung in Athen.

Athen, 23. September. (WTB.) DieAgence d'

Athenes" veröffentlicht folgendes Communiquee: Die Regierung verfolgt mit Ruhe die Entwicklung der Er­eignisse und wird die durch die Umstände gebotenen Maß­nahmen treffen, um jeder Eventualität die Stirn zu

bieten. Zwischen dem König, dem Ministerpräsidenten

Venizelos nnd dem Generalstabe herrscht vollste Ueber­

einstimmung.

Späte Einkehr in Rumänien.

Die BukaresterMoldava" schreibt, der Bankrott der Politik Bratianus trete jetzt zutage. Rumänien sei isoliert, und Bulgarien werde der erste Staat auf dem Balkan werden. Rumänien würde ungeheure Vorteile erlangt haben, wenn es die Politik König Karols, den Anschluß an die Zentralmächte, weiter verfolgt und sich mit Bulgarien und- der Türkei ehrlich verständigt hätte.

Gedrückte Stimmung in Nisch.

DieNattonalztg." berichtet aus Bukarest: Der Universul" meldet aus Nisch: Die Stimmung in Ser­bien ist über Nacht sehr gedrückt nnd ernst geworden. Die Regierungsblätter bringen Proklamationen, die die Bevölkerung zur Ruhe und zum Vertrauet! auf die Re­gierung auffordern.

Serbien verlangt einen Adriahafen.

6-#= Lugano, 24. September. (T. U.) DerMessa- gero" veröffentlicht nach demB. T." eine Unterredung mit einem Diplomaten. Dieser setzt die ganze Hoffnung darauf, daß Italien sofort Serbien den ersehnten Adria­hafen verschafft. Nur dann werde Serbien auf Maze­donien verzichten können. Weder Petersburg noch Lon­don hatten von der Mobilisierung Bulgariens eine Ahnung.

Neues Kriegsmaterial für Serbien über Saloniki.

DieKöln. Ztg." berichtet aus Saloniki: Fran­zösische Dampfer haben über 5000 Tonnen Kriegsmate­rial für Serbien hierher gebracht. Im Laufe der Woche hatten im Hafen von Saloniki bereits die Dampfer Menrphis" undSaint Pierre" mit Kriegsmaterial für Serbien und Rußland gelöscht. Schwerbeladene Züge gehen ununterbrochen nach Serbien.

Von der Westfront.

Wirtschaftliche Zukunftsfragen in Frankreich.

w= Genf, 24. September. (T. U.) Die durch den Krieg schwer bedrohten Interessen des französische» Außenhandels veranlaßten nach derVoss. Ztg." das Ministerium Viviani, der Kammer ine Notwendigkeit der Vorsorge für dessen künftige Gestaltung nahe zu legen. Die Kammerkommission befaßt sich gegenwärtig mit diesem schwierigen Problem. Das Programm lautet im wesentlichen: Es müssen Maßnahmen getroffen werden, um den Vierverband auch nach dem Kriege wirtschaftlich olidarisch zu machen. Dies könne nur gelingen, wenn chon jetzt den deutschen und österreichischen An- trengungen, ihren Kundenkreis zu behaupten und zu er­weitern, mit vereinten Kräften entgegengetreten wird.

Der Unterseebootskrieg.

Deutsche Ubootstätigkeit im Mittelmeer.

DieKöln. Ztg." meldet, daß nach Berichten der spanischen Presse am 10. September im Hafen von Ma- garon (in Mucia) 28 Mann Besatzung des englischen DampfersAlexander", der Tags zuvor südlich von Palma (Balearen) von einem deutschen Uboot versenkt wurde, eingetroffen sind. Aus Algeciras wird telegra­fiert: Angesichts der Tatsachen, daß deutsche Uboote im Mittelmeer tätig sind, werden in Gibraltar große Vor­sichtsmaßregeln ergriffen. In Valencia sind Nachrichten "ingetrosfen, die die Versenkung des russischen Dampfers Rhea" bestätigen. Die Besatzung wurde in Sicherheit gebracht. Ebenso wirb aus Palma die Vernichtung des englischen FrachtdampfersDiktator" durch ein deutsches Uboot bestätigt. An der Küste von Oran wurde der fran­zösische DampferLaub" durch ein Uboot versenkt.

Sriegsallerlel.

Aus dem deutschen Warschau.

Warschau, 24. September. (T. U.) ma der deutschen Behörden hat die Stab

.... j Auf Ber- >at die Stadtverwaltung igten Königsschlosses in

Angriff genommen. Gleichzeitig wurde die Stadtver- Nüst beauftragt, die große eiserne Weichselbrücke bis ^»^^bürber gebrauchsfähig zu machen. Die Hofbesitzer wurden ausgefordert, der Feldpolizei un- verzüglich eine Liste her Mieter an überaeben. sofern die­

selben r

in den polnischen Schulen als obligater Unterrichtsgegeu- stand eingeführt werden könne.

Die amerikanische Anleihe.

DerNieuwe Notterdamsche Couraut" meldet aus Neuyork, daß der Widerstand gegen die englisch-fran­zösische Anleihe im Wachsen begriffen sei. DerNeuyork American" erklärt in einem Leitartikel mit Nachdruck, daß Amerika unter keinen Umständen zu einer Verlän­gerung des Krieges beitragen dürfe.

Der Bombenangriff anf Stuttgart.

ImB. L.-A." wird mitgeteilt, daß entgegen der französischen Behauptung der königliche Palast und der Bahnhof in Stuttgart durch die Fliegerbomben keine Beschädigung erlitten haben.

Die amerikanische Rote-Kreuz-Mission bei der Kronprinzessin.

Im kronprinzlichen Palais zu Berlin empfing Mitt­woch abend die Kronprinzessin die Aerzte und Rote- Kreuz-Schwesteru der amerikanischen Missivli, die seit beinahe einem Jahr mit bewunderungswürdiger 2lu3= dauer in Gleiwitz und Kosel unsere verwundeten Krieger pflegten. Die Kronprinzessin unterhielt sich mit jeden: Mitglied der Mission in liebenswürdiger Weise uns sprach sich mit unverhohlener Anerkennung über die Zwecke und Ziele der Mission aus, nicht verhehlend, daß der Entschluß der letzteren, sich bei herannahendem Winter nach Sibirien zu begeben, um daselbst unsere Verwundeten zu pflegen, in: Herzen jedes Deutschen Dank und Bewunderung hervorrufen werde.

Erfahrungen mit der Feldpost.

DieKöln. Ztg." druckt die Anregungen eines In­fanteristen über die Feldpost ab, der in Rußland mit- gekämpft hat, und jetzt als Leichtverletzter in einem Cöl- ner Festungslazarett liegt. Er schreibt:

Ich möchte darauf aufmerksam machen, daß heute fast ohne Ausnahme jedes, auch das kleinste Paket, den Angehörigen im Felde erreicht, und es nur ganz selten ist, daß zur Befördernlig eine Zeitdauer wie im Anfang des Krieges erforderlich ist. Ich weiß aus Erfahrung in meiner Familie sowie von vielen Verwandten und Bekannten, daß von Hause Paket auf Paket geschickt wurde, um wenigstens ganz sicher zu sein, daß das eine oder andere ankommt. Wenn den Liebelt zu Haus ge­bührend klar gemacht würde, daß fast keine Sendung verloren geht, so glaube ich, daß schvn manches entbehr­liche Paket die Feldpost nicht mehr in Anspruch nimmt. Schlagen Sie den Leuten vor, sie möchten die Pakete numerieren 1, 2, 3 usw. und Paket Nr. 2 nicht eher ab- senöen, bis Nr. 1 bestätigt ist und Nr. 3 nicht früher als 2 angekommen gemeldet usw. Auf diese Weise würden weniger Pakete gesandt werden, und außerdem hätte der Absender die Empfangsbestätigung in Händen und wäre zufriedener.

Zu empfehlen, hin und her weniger zu schreiben, ist heute, wo so viele Verheiratete im Felde stehen, eine heikle Sache. Aber auch abgesehen davon ist ein jeder draußen immer über alles, was zu Hause geschieht, gern ltnterrichtet. Wie freut sich im Felde der Krieger auf die Post,- gute Nachrichten aus der Heimat lassen ihn die Strapazen im Feindesland mal wieder für eine Zeit vergessen. Und doch kann wohl nur eine Einschränkung nach dem Felde in Frage kommen, weil die Daheimge­bliebenen aus besonderen Gründen nicht mit weniger Post zufrieden sind. Sie wollen doch in regelmäßigen Abständen wissen, woran sie sind, da täglich das Schlimmste passieren kann. Wenn es nun einmal sein muß, so würde aber vielleicht noch etwas anderes in Er­wägung zu ziehen sein. Als Infanterist möchte ich die Kameraden von der Artillerie, Kavallerie und die Etap- pen-Truppen bitten, zugunsten der Infanteristen die Post etwas weniger in Anspruch zu nehmen. Für den Infanteristen sind kleinere Pakete, die naturgemäß öfter gesandt werden müssen, angebrachter, weil er auf einmal nicht so viel unterbringen und bei dem sonstigen Gepäck noch schleppen kann. Alles das kommt bet den andern Truppen nicht so sehr in Frage,- auch wäre ein fpar- ames Hin- und Herschreiben angebrachter, weil die Ge- ahr des Verlustes eine ganz geringe ist. Ich habe die Ueberzeugung, daß der Artillerist, Kavallerist und Etap- pist mir den Vorschlag nicht übel nimmt, denn wer es mrtgemacht hat, weiß, was es heißt, in Rußland Infan­terist zu sein, und die Kameraden von den andern Truppengattungen wissen es doch auch ganz genau. Oft genug, fast täglich, hatte man Gelegenheit, zu sehen, wie sie ine vorüberziehenden Fußtruppen mitleidsvoll au- sehen und, wo es eben geht, ihnen zuschustern, was sie nur können. Es heißt nicht umsonst:Die stolze In­fanterie, die Krone aller Waffen."

Wenn es auch in manchen Augen vielleicht nicht die ausgesprochene Paradetruppe ist, so steht aber fest, daß man nach diesen: Kriege ihrer mit ganz besonderem Stolze gedenken wird. Darum soll man dieser Truppe, die die Kriegsstrapazen so ganz anders zu kosten be­kommt, nichts schmälern.

Vermischtes*

Dynamitexplosiou in einem Neuyorker Untergrund- bahntunnel. Reuter meldet aus Neuyork: Beim Bau eines Tunnels der neuen Untergrundbahn ereignete sich eine Dynamitexplosion. Sieben Personen sind getötet, nämlich fünf Arbeiter und zwei Fahrgäste eines Straßen­bahnwagens, der in dem durch die Explosion aufgerissenen Erdloch verschwand. Außerdem zählte man 50 Schwer­verletzte. In dem Straßenbahnwagen befanden sich 78 Fahrgäste, unter denen eine wilde Panik ausbrach. Meh­rere Frauen zertrümmerten mit den bloßen Händen die Fensterscheiben, um aus dem Wagen zu entkommen. Die Straße, unter der sich das Unglück ereignete, war sehr belebt,- da aber die Fußsteige auf beiden Seiten der Straße unbeschädigt blieben, fielen nur einige Fuß­gänger in das Erdloch. Die Bauunternehmer sagen, es sei bei der Explosion wahrscheinlich ein großes Fels- stück abgesprengt worden, so daß die Stützen des Tunnels zerbrochen seien, und diesen zum Einsturz gebracht hätten. Im Augenblick der Explosion waren 70 Mann an der Arbeit. Die meisten hatten sich aber rechtzeitig in Sicher­heit gebracht. t t m t

Russische Hygiene. Die durchgreifende Wandlung, die in den hygienischen Verhältnissen der von den Deut­schen besetzten russischen Provinzen eingetreten ist, läßt sich erst dann in ihrem vollen Umfang würdigen, wenn man ihr einige Zahlen aus einer amtlichen russischen Statistik aus dem Jahre 1912 entgegenstellt. Von den 762 Städten des europäischen Rußlands besaßen damals nur 149 eine Wasserversorgung und nur 27 eine Kana­lisation. Am ungünstigsten lagen die Verhältnisse in Polen, denn unter den 121 polnischen Städten besaßen nur 3 Wasserversorgung und nur 5 Kanalisation. In Sibirien kommen auf 50 Städte nur 2 mit Wasser­versorgung, während Kanalisation ein in Sibirien un­bekannter Lurus ist. Nur 57 Städte des europäischen Rußlands haben eine elektrische Beleuchtung, in 23 Städten wird Gas und in 631 wird Petroleum gebrannt; für das Küutareicb Polen lauten die entsvrechenden

Zahlen 4, 8 und 102. Schlachthäuser sind zwar überall vorhanden, aber ihre Einrichtungen sind derart, daß sie den einfachsten gesundheitlichen Anforderungen Hohn sprechen.

Die Wahnsinnstat auf dem Heringsdampser Nordsee". Mit dein niederländischen DampferPro­fessor Buys" kamen nach demB. T." in Amutden von Hull fünf Mar:n der Besatznng von dem vielgenannten HeringsloggerNordsee" an, auf den: sich das furchtbare Drama auf See abgespielt hat. Die fünf Matrosen hatten sich während der Reise ruhig benommen, obgleich sie durchaus wirre Gespräche führten. Der Matrose A. Wie- land sagte zum Kapitän bald nach der Abfahrt aus Hull, daß er nachts, als er auf der Nordsee fuhr, plötzlich ivach geworben nnd ein Gespräch mit Gott geführt habe, der ihn beauftragt habe, das Schiff von den Teufeln zu säubern. Kurz darauf seien zwei Matrosen wach gc- worden, die erzählten, daß sie in der Nacht einen roten Stern gesehen hätten. Die übrigen Matrosen schliefen noch, als von den drei Matrosen alle Segel, Plaste und das Tanwerk bereits vernichtet und über Bord gewor­fen waren. Um 8 Uhr morgens schien die gesamte Mannschaft unter beut Einfluß der drei Anführer zu fielen. In kurzer Zeit war alles auf dem Schiffe ver- uichlet, mit Ausnahme von 85 Tonnen Hering, die als Nahrung zurückblieben. Drei Matrosen schienen sich dem Einfluß der Führer entziehen zu wollen. Zu thuen sagte Wieland, daß sie Teufel wären und deshalb uuschäölich gemacht werden müßten. Sie mußten zuerst zur Strafe tanzen und dann wieder auf Kommando stillsteheu. In der folgenden Nacht schlug man einem von ihnen den Kopf ab, worauf die Leiche über Bord geworfen wurde. Die beiden anderen wurden während des Tages mit Messern zerstückelt und ihre Leichen ins Meer geworfen. Hierauf versammelte sich die ganze übrige, aus zehn Köpfen besieheude Mannschaft nuten im Schiff um eine Tafel und stimmte gemeinsame Gesänge und Gebete an. Ein norwegischer Dampfer fischte dann die^Nordsee", die hilflos umhertrieb, auf. Die Besatzung wurde an Bord genommen; sie ließ das ruhig, ohne den geringsten Widerstand, geschehen.

Las Heer Bulgariens.

Zu der Mobilmachung des bulgarischen Heeres wirb der KorrespoudenzHeer und Politik" über die Stärke des bulgarischen Heeres geschrieben: Das bnlgarische Heer, das schon vor dem Balkankriege durch den Geist, von dem es beseelt ist, sowie durch die gehießene Or- ganisattou und die gute Ausbildung seiner Führung eine sehr beachtenswerte Militär:nacht war, ist in den letzten beiden Jahren noch beträchtlich im Werte ge­stiegen, da eine planntästige Umformung der Streitkräfte nicht nur eine starke Vermehrung der Zahl, sondern auch eine wesentliche Vergrößerung des Heeresrahmens gebracht hat. Wir wissen aus bem Balkantriege, daß Bulgarien unter deuBalkanvölkern nach setnenLeistungen, sowohl was Führung als auch Truppe« anbetrifft, an er­ster Stelle stand. Vor Ausbruch des Krieges verfügte Bul­garien über 9 Divisionen mit einer GesamtfriedenSstürke von rund 55 000 Mann. Die Kriegsstärke belief sich ungefähr auf 200 000 Mauu, die in 216 Bataillonen In­fanterie, 26 Schwadronen Kavallerie und 115 Batterien Artillerie mit 1080 Geschützen zerfielen. Die Zahlen der Kriegsstärke können nur insoweit Geltung beanspruchen, als damit die sofort schlagfertigen Mannschaften bezeich­net werden. Im Großen und Ganzen lehrt dagegen die Erfahrung, daß alle Angaben über die Kriegsstärke eines Heeres ungenau sein müssen, da ein lebenskräfti­ges Volk soviel Soldaten ins Feld stellt, wie es zu seiner Verteidigung nach Maßgabe der BevölkerungSziffer des Landes aufstellen kann. Die Erweiterung des Rahmens des bulgarischen Heeres nach bem Balkankriege in un- ermüdlicher und planmäßiger Friedensarbeit hat aber die Möglichkeit geschaffen, im Ernstfalle nicht nur sofort eine stärkere Armee aufstellen zu können, sondern auch den Nachschub an Truppen auf breiterer Grundlage or­ganisieren zu können. Es wurde beabsichtigt, eine neue zehnte Division, die sogenannteWeiße-Meer-Division" aufzustellen, und die Infanterie-Regimenter um 4 auf 40 zu vermehren. Auch ein neues Artillerteregiment kam hinzu. Die Kriegsstärke bringt für jede Division eine neue Brigade, die aus der Truppenreserve gebildet wird, so das; im gauzen 30 Brigaden vorhanden sind. Die Reservebrigade besteht aus zwei Reserve-Jufanterie- regimentern zu vier Bataillonen, zu je vier Kompagnien, sodaß eine ganze Division einschließlich der Reserve- brigade in Kriegsstärke insgesamt 24 Bataillone umfaßt. Da jede Division 24 000 Gewehre, 72 Feldkanonen, 12 Gebirgsgeschütze, 4 Feldhaubitzen, 24 Maschinengewehre und 800 Reiter umfaßt, so ist die Kriegsstärke des mo­bilen bulgarischen Heeres bereits bei Beginn des Krieges recht bedeutsam zu nennen. Es kommen noch die Ersay- reserve und der Landsturm hinzu. Welche Zahleu für diese beiden Gattungen in Betracht kommen, läßt sich nicht übersehen. Das Wesentliche hierfür ist der mili­tärische Sinn eines Volkes, sowie die Vaterlandsliebe, Eigenschaften, die bet den Bulgaren hervorragend aus- gebildet sind. Schon der Krieg Bulgariens mit der Türkei und Griechenland hat bewiesen, daß alle Angaben über die Kriegsstärke im Ernstfalle falsch sind. Durch die Anzahl der Freiwilligen, die begeistert zu den Waffen strömten, ist schon damals die Kriegsstärke Bulgariens um das Doppelte vermehrt gewesen. Heute, wo der innere Bau des Heeres noch straffer, die Bevölkerungszahlen durch den Gebietszuwachs größer, und die Ausrüstung noch sorgfältiger und besser geworden ist, dürfte Bul­garien eine Streitmacht ersten Ranges ins Feld zu stellen in der Lage sein. (3 )

Weitere Drahtnachrichten*

Das Ergebnis der dritten Kriegsanleihe.

W Verkitt, 24. September. (WTB.) Die Zeich- ttttttge» auf die dritte Kriegsanleihe haben nach dem bis jetzt vorliegenden: Ergebnis eine Summe von 12 Milli­arden und 30 Millionen erbracht. Einzelne kleine Teil­ergebnisse stehen noch aus.

Ein französischer Transportdampfer versenkt.

Paris, 23. September. (WTB.) Die Blätter melden aus London, daß ein französischer Dampfer mit Nachschub auf der Höhe der Stidkllste von Kreta von einem feiudlichen Unterseeboot versenkt worden sei. Die Besatznng sei gerettet.

Indien gegen England.

Konstanttttopel, 23. September. (WTB.) Das Pressebüro verbreitet eine vom Juli datierte Erklärung der nationalistischen Partei Indiens, die die unheilvollen Ergebnisse der englischen Verwaltung schildert. Die Bevölkerung sei durch Hunger und Pest dezimiert und: durch schwere Steuru verarmt. Der Ausschuß erhebt gegen die Verwendung von Kubiern auf den Kriegs- ichaupltttzen Einspruch und erkl.rt, daß die Inder sich im Kriegszustande mit England befänden nnd für ihre Frei­heit täUtpfen wiirhen.