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schweren Geschütze gegen die ganze Bannmelle von Ar­ras. Keine der Ortschaften, in denen sich starte britische Besatzungen befanden, blieb unverschont. Große dichte Rauchsäulen ließen oberhalb Arras und Umgebung sowie längs des Lagers von Grinchon die Wirkung der Treffer unserer schweren Artillerie erkennen. Nicht minder emp­findlich wurde durch unsere schweren Geschosse eine der französischen Champagne-Hauptstellungen nördlich des Lagerfeldes von Chalons geschädigt. Den Nachtkämpfen zwischen Aisne und Argvnnen, die für die Deutschen durchaus günstig verliefen, folgten deutschen Unterneh- mnngen im östlichen Argonnensektor, welche die dortigen französischen Stellungen ernstlich gefährdeten, was auch die Fachkritik zugesteht.

Kongoneger an die Front.

r DieTägl. Rundschau" berichtet aus Wien: Die Reichspost" meldet aus Genf, daß nach Pariser Berich­ten die belgische Regierung die Entsendung der Kongo­neger an die europäische Front der Verbündeten geneh­migt habe.

Im nahenden Winter konnte es diesen neuesten Alliierten unserer Feinde vielleicht an der Front etwas kalt vorkonunen. Aber es wird ihnen deutscherseits schon eingeheizt werden.

Belgische Beschwerde«.

In Havre erscheinende belgische Blätter bringen nach derFrkft. Ztg." heftige Artikel weil die belgische Armee, besonders ihre Artillerie und Flieger, von den Ver­bündeten totgeschwiegeu werden, obwohl die Belgier proportional eine größere Front verteidigen, als die Franzosen und Engländer.

Eine neue Enttäuschung der Italiener.

' o-*! Lugano, 22. September. (T.-U.) Die italienische Presse hatte nach derTgl. Rösch." für das Nationalfest eine Kundgebung des Königs an das Volk umständlich angekündigt. Statt dessen antwortete der König auf den Huldigungsgruß des Bürgermeisters von Rom nur mit einer ganz allgemein gehaltenen Drahtung. Die Regie­rung freute sich offenbar bei der schlechten Lage des Bier­verbandes, die Person des Königs für eine wissentlich falsche Darstellung der Lage zu benutzen. Die nichts­sagende Drahtung macht einen schlechten Eindruck.

Englische Gewaltherrschaft in der Union.

Die NeuyorkerWorld" beginnt, wie derVoss. Ztg." aus Neuyork berichtet wird, jetzt mit der Verüs- fentlichung einer Artikelserie, die Enthüllungen bringt über das Bestreben der englischen Regierung, den Han­del der Vereinigten Staaten unter ihre Kontrolle zu bringen. Es wird da erwiesen, daß die amerikanischen Fabrikanten, bevor sie Rohmaterialien erhalten, ge­zwungen werden, sich dafür zu verbürgen, daß sie die er­zeugten Waren nicht ohne Zustimmung der englischen Regierung verkaufen. Es werden sogar zu dem Zwecke Geldbußen festgesetzt und schwarze Listen geführt. Es mirb nachgewiesen, daß die britische Regierung in den Vereinigten Staaten Agenten zur Ueberwachung von Ein- nnd Ansfuhr bestellt hat. Diese Agenten bedienen sich zur Durchführung ihrer Aufgabe der amerikanischen Handelsorganisationen, die sich den britischen Vorschrif­ten unterwerfen mußten. Die Enthüllungen der World" erregen ähnliches Aufsehen, wie die früheren über die angebliche deutsche Propaganda.

Amerikas finanzielle Unterstützung der Alliierten.

Reuter meldet aus Neuyork: Die leitenden Bank­leute, die an den Beratungen mit der englisch-franzö­sischen Kommission teilgenommen haben, teilen mit, es sei beschlossen worden, ein Syndikat amerikanischer Banken zu bilden, das die ganze Union umfassen und die Anleihe übernehmen soll. Es soll jedoch in der näch­sten Woche noch keine amtliche Mitteilung über die Art der Emission gemacht werden. An dem Syndikat nehmen schätzungsweise 30 000 Bankleute teil. In dem Anlage- vertrage würden keine einschränkenden Bestimmungen über die Verwendung des Geldes enthalten sein.

schränkenden Bestimmungen Geldes enthalten sein.

Der Türkenkrieg.

Der Angriff der Verbündeten anf Gallipoli verschoben.

DerZüricher Tagesanzeiger" erfährt zuverlässig: Die Verbündeten vertagten notgedrungen den Haupt- schlag gegen die Türkei. Infolge starker Tätigkeit der ventschen Unterseeboote an der kleinasiatischen Küste ist die Heranschaffung neuer Verstärkungen für die Ver­bündeten äußerst gefährdet.

Ein bulgarischer General über die Dardauellenaktion.

Der seit einiger Zeit in Konstautinopel weilende bulgarische General Kowatschew, der im Balkankriege die vierte bulgarische Armee befehligte, erklärte in einer demTaswir i Evkiar" gewährten Unterredung, er halte die Dardanellen für uneinnehmbar, erstens wegen der topographischen Gestaltung der Halbinsel Gallipoli und zweitens wegen der Tapferkeit der türkischen Armee, die über Eigenschaften verfüge, die der englischen und der französischen Armee fehlten. Kowatschew glaubt, daß die Engländer und Franzosen gezwungen sein wür­den, die Dardanellenexpedition beschämt aufzugeben. Was die türkisch-bulgarischen Beziehnngen betrifft, so erklärte Kowatschew, daß sie außerordentlich herzlich seien und im Hinblick auf die Erfordernisse der beider­seitigen Interessen täglich fester würden. Kowatschew sprach sich überaus optimistisch hinsichtlich der Kriegs­aussichten der Zentralmächte aus.

BevorstehendeMobilmachunginBulgarien.

Sofia, 21. September. (WTB. Meldung des Wie­ner Korr.-Bureaus. Verspätet eingetroffen.) In einer Versammlung der der Regierungspartei angehörigen Abgeordneten der Sobranje erklärte Ministerpräsident Nadoslawow, angesichts der rasch fortschreitenden Er­eignisse könne Bulgarien nicht nntätig bleiben nnd müsse für alle Möglichkeiten gewappnet sein. Die Mobil­machung werde demnächst folgen, nachdem die Inter­essen Bulgariens die Beobachtung einer bewaffneten Neutralität notwendig gemacht hätten.

Berlin, 21. September. (WTB.) Die Königlich Bul­garische Gesandtschaft in Berlin bringt zur Kenntnis aller im Deutschen Reiche sich aufhältenden bulgarischen Staatsangehörigen, daß die Königlich Bulgarische Re­gierung heute, am 8./21. September allgemeine Mobil­machung angeordnet hat. Infolgedessen werden sämt­liche bulgarischen Staatsangehörigen, die sich in Deutsch­land befinden und militärpflichtig sind, aufgefordert, sich unverzüglich nach der Heimat über Wien nnd Rumänien zu vegeben. Um etwaige nähere Auskünfte über die Reuebedingungen können sich die bulgarischen Staats- angehorigen mündlich oder schriftlich an die Königlich tuender! e Gezandtschaft in Berlin, Kurfürsterdamm 37,

Rußlands Fiasko auf dem Balkan.

®le. ^Nationalztg." berichtet von der russischen ^5^e. Wie man in Petersburg wissen will, bereitet -aionoz' Line gründliche Neuorientierung der russischen öaltanm.ittf vor. Rußlands Hauptziel auf diesem Geb!e>e die Wiederherstellung eines Balkanbnndes

unter russischem Protektorate sei setzt nicht mehr erreich­bar. Alle diesbezüglichen Versuche seien trotz der auf- gewendeten Mühen und der enormen Mittel gescheitert. Die Dinge auf dem Balkan hätten in den letzten Tagen eine Wendung genommen, die beunruhigend wirken müsse.

Die Stimmung in Bulgarien.

Sofia, 22. September. (T. U.) Hier ist nach dem B. T." die allgemeine Meinung die, daß Bulgarien vor der Entscheidung steht. Seit zwei Tagen laufen nt der Stadt ernste Gerüchte um, die bisher offiziell nicht dementiert wurden. Nur dieBalkan Poschta" bringt folgende Erklärung: Der Ministerrat hat bisher noch

Seit zwei Tagen laufen in

keine Entscheidung gefällt, die einer Aktion Bulgariens vorangehen muß. Die bisher getroffenen Maßnahmen haben den Zweck, für jeden Fall eine rasche Abwicklung der Ereignisse zu sichern. Bekannt wird eine Aeußerung des Königs gegenüber den Oppositionsführern. Der Kö­nig sagte: Die Politik, wie Sie sie einschlagen, ist sehr sehr fraglich. Meine Politik ist klar nnd gut überdacht. Das Kabinett Nadoslawow bleibt für alle Fälle am Ruder.

Uebereinstimmung zwischen dem König tqtb Venizelos.

&-* Athen, 22. September. (T. U.) Die Unterredung des Ministerpräsidenten Venizelos mit dem König führte zu einer völligen nebereinstimmnng über die Haltung Griechenlands gegenüber der neuen Wendung auf dein Balkan. Griechenland betrachtet nach demB. L.-A." ein etwaiges bewaffnetes Vorgehen Bulgariens nicht als einen Grund, seinerseits an der Seite Serbiens einzuschreiten, ba es durch keinen Vertrag dazu ge­bunden sei.

Die Anrechnung der Jahre

1914 und 1915 als Kriegsjahre.

Auf den Bericht des Reichskanzlers vom 3. September 1915 bestimmt der Kaiser in einem Erlast vom 7. September auf Grund des § 17 des Offizierspensionsgesetzes vom 31. Mai 1906 und des § 7 des Mannschaftsversorgungsgesetzes vom gleichen Tage (Reichs-Gesetzblatt S. 565 und 593 ff.):

Als Teilnehmer am gegenwärtigen Kriege gelten:

1. die Angehörigen des deutschen Heeres, der Marine, der Schutz- und Polizeitruppen in den Schutzgebieten, die wäh­rend des Krieges an einer Schlacht, einem Gefecht, einem Stellungskampf ober an einer Belagerung teilgenommen haben, gleichgültig, ob diese Teilnahme bei den deutschen oder den Streitkräften eines mit dem Deutschen Reiche uer« bündeten oder befreundeten Staates erfolgt ist,

2. die Angehörigen des deulschen Heeres, der Marine, der Schutz- und Polizeitruppen, die, ohne vor den Feind ge­kommen zu sein (Ziffer 1), sich während des Krieges aus dienstlichem Anlaß mindestens zwei Monate im Kriegsge­biet auigehalteir haben.

Als Kriegsgebiet find anzusehen:

a) das Gebiet der Staaten, mit denen das Deutsche Reich und die mit ihm verbündeten oder befreundeten Staaten sich im Kriege befinden, einschließlich der Kolonien dieser Staaten u. Luxemburg,

b) sämtliche deutsche Schutzgebiete,

c) die Gebietsteile des Deutschen Reichs und der mit ihm ver­bündeten oder befreundeten Staaten, soweit in ihnen kriegerische Operationen stattgesunden haben,

d) das gesamte Meeresgebiet und

e) das Küstengebiet,

soweit sie vom Feinde gefährdet sind.

Eine Anrechnung von Kriegsjahren auf Grund der Ziffer 2 unter c, d, e, findet nur für diejenigen Personen statt, die sich in den bezeichneten Gebietsteilen, im Falle c während der Dauer der kriegerischen Operationen, im Falle d, e während ihrer Gefähr­dung durch den Feind aufgehalten haben.

In zweifelhaften Fällen entscheiden darüber, ob die ränm- lichen und zeitlichen Voraussetzungen zu c vorliegen, die obersten Verwaltungsbehörden des Heeres, ob sie zu d und e vorliegen, die oberste Marineverwaltungsbehörde. Diese bestimmt auch, bis zu welchen Grenzen Einbuchtungen und Häfen als Meeresgebiet anzusehen sind.

Denjenigen Kriegsteilnehmern, die sowohl im Kalenderjahr 1914 wie im Kalenderjahr 1915 die vorstehenden Bedingungen erfüllt haben, sind zwei Kriegsjahre anzurechnen.

sriegsallerlel.

Ludwig Ganghofer verwundet.

München, 22. September. (T. U.) Ludwig Gang- Hofer ist nach demB. L.-A." bei Wilna durch Spreng- stücke an der linken Hand verwundet und an beiden Augen, jedoch ohne Gefährdung des Augenlichts, verletzt worden. Ganghofer befindet sich in ärztlicher 'Behand­lung, wird aber in einigen Wochen zur Fortzetzung seiner Kriegsschilderungen wieder an die Front gehen können.

Anziehen der englischen Steuerschraube.

Londoner Blätter kündigen eine Erhöhung der Ein- kommensteuer, sowie anderer Abgaben auf Wein, Spiri­tus, Bier, Tabak, Tee, Kaffee und Zucker an.

Russisches Justizverbrechen an einem Schweden.

Ein schwedischer Ingenieur, der aus Petersburg nach Stockholm zurückgekommen ist, berichtet, ein junger schwedischer Student aus Upsala sei während seines Be­suches in Helsingborg wegen Spionageverdachtes ver­haftet und zum Tode durch den Strang verurteilt wor­den. Die Verurteilung erfolgte auf Grund einer harm­losen Aufzeichnung, die bei ihm gefunden wurde.

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Zu einer französischen Artilleriestellung.

Den Besuch in einer Artilleriestellung der Fran­zosen beschreibt Rudyard Kipling imDaily Telegraph": Unser Automobil suhr eine gewundene Straße zwischen Gehölz und ländlichen Hütten. Die ersten dieser Sol­datenbehausungen waren in voller Höhe auf dem Wiesen- grund gebaut, aber je näher wir der Geschützstellung kamen, desto tiefer schienen die Hütten in den Erdboden zu sinken, und am Ende des Weges waren nur noch braune Dächer auf der Oberfläche des Erdreichs sichtbar. Das Schloß, das die Waldgegend beherrscht, stand auf einer Art Terrasse. Auf den ersten Blick sah das Schloß- gebäude völlig unberührt aus, doch wenn man näher zu- sah, erkannte man die Höhlen und Schrammen, die der Krieg verursacht hatte. Hier und da sah man ein reinlich gebohrtes Loch in den weißen Steinmauern. Am Ende eines dieser Löcher stal eine Granate.Ja," mgte der mich begleitende Offizier,sie kommen öfter auch hier­her." Zwischen den Falten der bewaldeten Berge bellte etwas laut auf; und gleich darauf kam eine grollende Antwort. Etwas durcheilte den Luftraum hoch über unseren Köpfen, mit klagenden Tönen, aber nicht ohne Würde. Zwei erneute, hell bellende Laute mischten sich in den Chor.Kommen Sie," sagte der Offizier,be­trachten wir die Sache ein wenig näher . . /' Da stand ein Pracht stück von einem alten Baum. Eine Leiter führte zu einer in der Breite des Geästs hergerichteten Plattform. Schwankend im Winde, ähnlich der Bord­leiter eines Schiffes. Eine Televbonalocke schrillte 60

Fuß über uns. Zwei unsichtbare Kanonen vierten eins halbe Minute lang ihre feurige Rede, baun brachen si< plötzlich ab, wie an der Koppel zurückgezerrte Hunde. Wir kletterten zur Höhe der Plattform empor. Da stand eilt Tisch, auf dem militärische Karten lagen, und eine Art Fenster zwischen beweglichen! Gezweig gestattete uns den ersten Ausblick über das Kampfgebiet. Wir erblickten eine offen gestreckte Gegend mit einigen um ein Bauerngehöft aufrecht ragenden Stöcken, die wie Zahnbürsten anssayen und früher einmal Bäume ge­wesen waren. Der Boden war mit schmutzig-gelbem Gras beivachsen. Die Geschütze in den Waldungen be* gannen von neuem zu sprechen. Es klang so unpersön­lich wie der Schlag des Meeres gegen einen Wellen­brecher. So ging es zu: eine Pause, ein anschwellendes Geräusch wie die Jagd einer heranstürzenden Woge: dann der hvchaeschwellte Lärm vollster Braudung und schließlich eine Lautwelle, die sprühend

alle anderen über*

tönte. Jemand schritt über unsere Plattform, um die Linien einer Landkarte zu Rate zu ziehen . . .

Wir verließen den geivaltigen Banm, dessen Früchte schon zu Tode gereift sind. Der Beobachter, der bei uns gestanden hatte, kehrte zu seinen Plänen und Berech­nungen zurück. Der Telephonist erhob sich neben seinem Apparat, als wir Besucher giugeu, um ihn wieder der Einförmigkeit seines Lebens zu überlassen. Die Mann­schaften, zu denen man mich fitbrte, hielten in einer Kette von Kellergewölben Rast. Da waren unterirdische Gänge, dunkle Dielen, runde Grotten nnd Ventilations- schächte mit einem ungewissen Spiel sich kreuzender Licht­reflexe, so daß man überall, wohin man blickte, alte Bildiverke aus der Zeit des Akalers Goya zu sehen ver­meinte. Die Soldaten waren in guter Verfassung, doch das wandernde Spiel von Licht und Schatten in diesen unterirdischen Räumen erinnerte an eine phantastische Räuberbande in ihrer Höhle .. . Als wir endlich wieder das Freie erreicht hatten, vernahmen wir wieder die Laute der Geschütze in der Luft, und ein starker Saum am Wege, der bet unserem Herkommen hoch und auf­recht geragt hatte, war geknickt . . ."

Vermischtes.

Das Unglück anf dem Flugplatz Belfort. Zu dem kürzlich gemeldeten Unfall auf dem Flugplätze von Bel­fort erfahren dieBaseler Nachrichten" aus Boneourt, daß beim Ausrüsten der Apparate mit Bomben im Schuppen eine geplatzt ist, wodurch der Schuppen und die darin befindlichen Apparate vernichtet und zwei Flieger und ein Soldat getötet wurden.

Folgenschwere Explosion eines Lokomobilkessels. Wie dieKöln. Volksztg." aus Kenipten meldet, ex­plodierte auf einem Anwesen in unmittelbarer Nähe bei Schule kurz vor Schulbeginu der Lokomobilkessel einer Dreschmaschiue. Viele Kinder mürben durch uen aus- strömeuden Dampf und heißes Wasser verbrannt. Zwölf Kinder wurden in das Hospital eingeliefert. Die Nta- fchine mürbe durch die Explosiou über eine Mauer vier Meter weit in das nebenan liegende Gebäude ge­schleudert.

Vaterland. DieMtt. N. N." entnehmen bcm Feld­postbrief eines jungen Soldaten, der nach kurzem Ur­laub zur Front zurückgekehrt ist, folgendes:Das Be- wnßtsein, daß kein Tag des Urlaubs hätte schöner sein können, als er war, ist viel wert, und die Erinnerung an diese kurze Zeit, die mir mehr als alles bisher die Ruhe und Zuversicht Deutschlands vor Augen führte, ist wohl die schönste vom ganzen Krieg. Der Begrifj Deutschland und das Wort Heimat sind ja jetzt keine leeren Phrasen mehr, im Gegenteil, jedes Dorf, jede Statt sind jetzt wie Teile von nns, jeder Kornacker ist persönlich mit uns verwachsen, und wenn der Krieg anst noch so schlimm sein kann, das eine hat er wenigstens mir gegeben, daß das WortVaterland" ein wirklicher Begriff ist, ohne den rnan sich jetzt schon gar nichts mehr denken kaun."

Attierikanische Lesefrüchte. Seifenmangel in Un- garn, weil die Leute nach einer Pariser Meldung bis Seife aufessen. Der Korrespondent, -er das meldete scheint Tinte getrunken zu haben. (Korrespondent, Salto more.) Serbien steht fest auf dem Boden Maze­doniens, der unter seinen Füßen wankt. (New Port American.) Italien ist, nach amtlichen Feststellungen mit einem Defizit von mehr als zwei Milliarden in der Krieg eingetreten. Und da behauptet die italienische Re­gierung, daß sie unverschuldet zu den Waffen greifet mußte! (California Demokrat.)

Weitere Drahtnachrichten.

Der französische Nachmittagsbericht.

»-$ Paris, 22. September. (WTB.) Der gestrig« Nachmittagsbericht besagt: Heftige Artilleriekämpf« nördlich Arras, östlich der Straße von Bethnne und süd- lich Roye, wo auch Handgranatenkämpfe stattfanden Wir faßten auf dem rechten Ufer des Atsne-Marne- Kanals Fuß. Feindliche Gegenangriffe waren erfolg- los. Auf den Rändern von Mourmelon heftige Ka­nonade. Wir richteten wirksames Feuer auf deutsche Einrichtungen an der lothringer Front. Am Hartmanns- weilerkopf merklicher Fortschritt. Eins unserer Lnft- schiffe beschoß nachts die Abzweigungsstelle östlich Repel

Englische Arbeiter wegen Zeitvergeudung bestraft.

o* London, 22. September. (WTB.) Das Liver- pooler Militärgericht verurteilte eine Anzahl Arbeiter einer Reederei wegen beständiger Zeitvergeudnng bei der Arbeit. Die Verkündigung des Urteils, das auf 5 bis 60 Schilling Geldstrafe lautete, erregte Aeußerungen des Unwillens seitens der Verurteilten, die den Ge­richtspräsidenten bei der Verlesung wiederholt unter­brachen. Rufe wurden laut:Es wird Revolution! Es ist Zeit, daß die Deutschen summen, wenn wir so be­handelt werden! Was hat Südwales getan, wir sink keine Sklaven!" Der Austritt aus dem Saale geschah unter drei Hnrras auf die britischen Arbeiter.

^ London, 22. September. (WTB.) Mehrere Ar- beitervertretungen, darunter der Ausschuß der Berg­leute und Gewerkschaften von Avrkshire nahmen eine Entschließung gegen die Wehrpflicht an.

Die Explosion bei Han«u.

Frankfurt a. M., 22. September. (WTB.) Zu der vorgestrigen Meldung über das Explosionsunglück bei Hanau ist nachzutragen, daß leider der Verlust von sechs Menschenleben zu beklagen ist und daß eine Anzahl von Arbeitern größtenteils leicht verletzt sind.

Bündel und Verkehr.

Zeichnungen des Auslands auf die deutsche Ariegsanleihe.

»^ Haag 22. September. (T. U.) Hiesige Banker machten namhafte Zeichnungen auf die deutsche Kriege anleihe. Ferner zeichneten Amerikaner durch die Be. i mittlung von holländischen Banken 25 Million«

I Dollar.