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" BülMW? NidK Mk 616 UMettiunft feiner ehe- wannen Hinterlistigen Verbündeten. Wir waren immer die Streiter für den Frieden auf dem Balkan durch freundschaftliche Verständigung, und auch heute appellie­ren wir in Nisch und Athen um Einsicht. Die Tage gehen jedoch rasch vorüber, und die Ereignisse zwingen uns, ohne Zaudern unseren Anteil zu verlangen, den Anteil an der Lösung des nationalen Problems auf ^ ^Die" bulgarische Bevölkerung ist bereit, Bulgarien hat die Spitzfindigkeiten seiner Nachbarn satt und legt ihren Drohungen keinen Wert bei. Man möge in Athen und Nisch sich nicht verspäten, sondern sich über die ein- zuschlagende Handlungsweise schnell klar werden, da in nationalen Beziehungen verspäteter Schritt gewöhnlich ein verfehlter ist."

Die letzten Versprechungen an Bulgarien.

Der Text der letzten Note des Vierverbandes an Bulgarien liegt nunmehr vor. Nach derKöln. Ztg." hat der Vierverband die Besetzung Mazedoniens auf der Gruudlage des Vertrages von 1912 angeboten, allein erst am Ende des Krieges, während Bulgarien nach wie vor die sofortige Besetzung verlangt. Bulgarien hätte ferner ein Militärabkommen mit dem Vierverband av- zuschließen, und den Krieg gegen die Türkei zn eröffnen. Wenn Bulgarien es wünscht, sollen italienische und fran­zösische Truppen die abzutretenden Gebiete besetzen. Ser­bien stimmt in seiner Antwort der Abtretung nur in sehr ungenauen und allgemeinen Ausdrücken zu. Die sofortige Besetzung der Gebiete wird von ihm nicht zu- gestanden.

Die Lage in Rumänien.

Ein T. U.-Telegramm aus Bukarest meldet uns: Der Beginn der rumänischen Manöver, die am 18. etn- setzen sollten, ist ohne Angabe eines anderen Datums verschoben worden. Eine anscheinend halbamtliche Note in den Blättern führt als Grund dieser Maßregel an, daß die gespannte Gesamtlage auf dem Balkan durch rumänische Truppen ungünstig beeinflußt werden könne, selbst wenn diese Operationen nur zu Manöverzwecken geschehen. Die Presse kommentiert die Verschiebung der Manöver je nach ihrer politischen Richtung, glaubt jedoch im allgemeinen an die Aufrichtigkeit des angegebenen Grundes. Das militärische Amtsblatt veröffentlicht Musterungstermine für die ältesten Reservistenklassen and ebenso für einen Teil der Jahresklasse 1916. Wahr­scheinlich wird in den nächsten Tagen die Eintragung der Jahresklasse 1917 zur Stammrolle erfolgen.

Die seitens Bulgariens von der rumänischen Re­gierung verlangte Aufklärung über die Truppen- konzentrationen an der bulgarischen Grenze wird von der vierverbandsfreundlichen Presse in unerhörter Weise zu ihren Zwecken ausgebeutet und der Bevölkerung als eine Art herausfordernden Ultimatums hingestellt. Die Anfrage ist jedoch nach dem hier veröffentlichten Wort­laut durchaus freundschaftlich und legt zur Beantwortung auch keine Endfrist fest. Die rumänisch-russischen Ver­handlungen sind anscheinend wieder auf dem toten Punkt angelangt, denn der vor einigen Tagen hier eingetroffene Petersburger Gesandte Rumäniens ist mit einer neuen Forderungsliste der rumänischen Regierung nach Ruß­land zurückgereist. Die Nachricht von Verhandlungen zwischen Bukarest und Athen zwecks ^«Entz eines grie= chisch-rumänischen Bündnisses hat sich nicht bestätigt.

Telegrammspionage in Rumänien.

Die BukaresterSeara" bringt die aufsehenerregende Mitteilung, daß auch in Rumänien seit Beginn des Krieges zahlreiche Post- und Telegraphenbeamte die englische und russische Gesandschaft ständig mit Nachrich­ten versahen und dieselben besonders von Verfügungen der rumänischen Regierung verständigten. Die Regie- ruug habe davon Kenntnis gehabt, bisher reöoch nichts dagegen getan.

Der Unterseebootskrieg.

Deutsche U-Boote an der russischen Schwarzen Meer-Küste.

DieNationalzeitung" berichtet von der russischen Grenze: Die Odessaer ZeitungLipok" bespricht die neue Tanchbootsgefahr im Schwarzen Meer und führt aus, daß das Auftauchen deutscher Unterseeboote mit großem Aktionsradius im Schwarzen Meer ein schwerer Schlag für die russische Schwarze-Meer-Schiffahrt sei. Zweifels­frei seien feindliche Unterseeboote vor Sebastopol, Odessa und Batum, den wichtigsten russischen Schwarze-Meer- Häfen, festgestellt worden. Leider sei es nicht gelungen, diese gefährlichen Fahrzeuge unschädlich zu machen. Nicht nur, daß die feindlichen Tauchboote den russischen Han­delsverkehr zwischen Kaukasus, Krim und Odessa unter­binden, sondern sie stören auch wichtige militärische Ver­bindungen der Kaukasus-Armee. Ferner leisteten diese Ueberall- und Nirgenös-Boote" der feindlichen Auf­klärung die allerwichtigsten Dienste. Schon verschiedent­lich sei diefe Art ihrer Tätigkeit unliebsam ausgefallen, nicht die geringste Bewegung könne heute die Flotte aus­führen, ohne daß diese der gegnerischen Flottenleitung nicht innerhalb kürzester Zeit bekannt wäre.

Srlearallerlel

r Eine Spende der Kaiserin.

Als erste Stifterin hat sich die Kaiserin mit einem nahmhaften Betrag an der Kriegskinderspende deutscher Frauen beteiligt.

Walter Bloem Ritter des Eisernen Kreuzes 1. Klasse.

Hauptmann Walter Bloem, der als Bataillonskom­mandeur im Osten focht, ist durch einen leichten Schutz in den rechten Oberschenkel zum zweitenmal verwundet worden. Bloem ist mit dem Eifernen Kreuz erster Klage ausgezeichnet.

Der deutsche Angriff gegen Serbien.

Zum Beginn einer deutschen Offensive gegen Ser­bien heitzt es imB e r l. T a g e b l." : Die erster deut­sche« Schüsse am Donau-Ufer seien eine laute An­kündigung für die Ententemächte, die nicht überhört werden könne, und ein Gruß an das tapfere türkische Heer und Volk. DieGermania" bezeichnet die deutsche Offensive in Serbien als neuen Abschnitt in der Entwicklung dieses Krieges. In derV o s s. Z t g." wird ausgeführt, daß die jetzt begonnene Offensive mit der Notwendigkeit begründet sei, eine engere Verbin­dung zwischen den Zentralmächten und der Türkei her­zustellen.

Das Anleihegeschäft in Amerika.

Reuter meldet aus Neuyork: Die Anleihe, deren Betrag sich zwischen 600 nnd 800 Millionen Dollars stellen wird, wird von einem großen Syndikat abge­schlossen werden. Die Sicherheit für die Anleihe wird durch britische und französische 5 prozentige Regiernngs- bonds gebildet werden: der Uebernahmepreis wird sich auf pari stellen.

Die Offen sivkraft derZeppeline".

Die LondonerMorning Post" sagt nach derFrkf. 8tß.":Die ErMNNMg von Sir Per^y ^cott zum Lei­

ter der Verteidigung Londons gegen Luftangriffe muß als amtliches Eingeständnis der Tatsache gelten, daß die Möglichkeit der Verwendung derZeppeline" für Offensiv-Operativuen unterschätzt und daß die Notwendig­keit erkannt wurde, Gegenmatzregeln zu treffen. Es ist bezeichnend, daß die Ernennung Scotts am Tage des Zusammentritts des Parlaments erfolgte. Die Not­wendigkeit solcher Gegenmatzregeln leuchtet dem Mann auf der Straße vollkommen ein, obwohl noch immer viele, die sich mit dem Luftfahrwesen beschäftigten, über das angebliche Fiasko Zeppelins zu spotten belieben. Die Zeppeline haben zweifellos enorme Fortschritte in der Treffsicherheit des Bombenwerfens gemacht, sie arbeiten jetzt besser in einer Höhe von 8 bis 10 000 Fuß als tm vorigen Jahre in einer solchen von 2000 und 4000 Fuß. Obwohl der damalige Kriegssekretär Seely wenige Mo­nate vor dem Kriege im Unterhause versicherte, daß nur ein wunderbares Geschütz gegen Luftangriffe besäßen, hat bisher keines dieser Geschütze mit einer möglichen Ausnahme einenZeppelin" getroffen, obschon wir 18 Monate Zeit zu ihrer Verbesserung hatten."

joffte in amerikanischem Lichte.

Die Tage sind, scheint's, unwiderruflich vorüber, da man in Amerika Joffre als den Großen der Großen feierte. Man fängt an, ihn kritischer zu betrachten, und das Bild von ihm, wie es sich da zeigt, unterscheidet sich doch recht sehr von dem Jocalgemälde, das man früher von ihm entwarf. InEverybody's Magazine" wird von dem französischen Generalissimus eine sehr reali­stische und offenherzige Schilderung gegeberi. Danach wird in seiner äußeren Erscheinung alles Anziehende und Kriegerische ganz vermißt: und was seine Arbeit anbetrifft, so unterzieht er sich seinen Feldherrnpflichten mit derselben phlegmatischen Ruhe, mit der er etwa sei­nen Kohl bauen oder eine Statttür zeichnen würde, wenn seine Beschäftigung auf friedlicherem Gebiete läge. Er ist ganz der Sohn seiner Eltern: sein Vater war Küfer, seine Mutter band auf dem Familiengute die Rebe»;, und beide arbeiteten sich mit zäher Ausdauer so weit hoch, daß ihr Jean Jacques die Offizierslaufbahn einschlagen konnte. Aber seine Natur hat er darum nicht im geringsten geändert. Er ist und bleibt der Sohn des Volkes. Sein Kopf ist für seinen Körper zu groß: seine Nase ist sehr stark und sehr häßlich. Seine Oberzähne greifen über die Unterlippe und sein dünner Schnurrbart vermag die­sen Schönheitsfehler nicht zu verdecken. Seine Schultern sind eng und gewölbt, während seine Arme bet flacher Brust sehr lang und für einen Mann von seiner Stärke recht dünn sind. Seine Hände sind außerordentlich groß und so knochig, als gehörten sie einem langen, hageren Mann. Seine Beine und Füße entsprechen denen eines schlecht entwickelten kleinen fetten Mannes. Er hat eine Art zu schielen und zu grinsen, die für ihn überaus cha­rakteristisch ist. Er steht schlecht, zieht sich lächerlich an, reitet überhaupt nicht mehr und marschiert wie Präsi­dent Poincarö. Der soldatischste Teil an ihm ist sein Kopf, der hart, zäh, ruhig und scheußlich aussieht: es ist dieselbe Art interessanter Scheußlichkeit, die dem verstorbenen Morgan in so außergewöhnlichem Maße eigen war. Er sieht echt französisch aus und gilt den französischen Offizieren als Prototyp des französischen Generals von plebejischer Herkunft. Sein ganzer Tages­lauf hat nichts Geniales, nichts Außergewöhnliches: er arbeitet wie ein kleiner Geschäftsmann, der sich auf sein Tagewerk versteht und nicht weiter davon spricht. Er arbeitet immer und ärgert sich nie, alle Aufmachung ist ihm zuwider. Journalisten zu empfangen entschloß er sich erst auf ausdrücklichen Wunsch des Kriegsministers, und auch dann brächte er es nicht über sich, sich für sie irgendwie in Unkosten zn stürmen; er gab ihnen die Hand, murmelte ein paar Durchschnittsworte von der Rettung des Vaterlandes und ließ sie ihren Rundgang antreten. Zu sehen gab er ihnen in seinem in einem Schulraume untergebrachten Arbeitszimmer weniger als nichts: die einzige Karte, die in seiner Nähe war, zeigte Russisch-Polen, und zu arbeiten schien der Generalissimus an der Durchsicht seiner Privatrechnungen. Daß er sich unter diesen Umständen um Politik nicht kümmert und unverantwortlichen Pariser Ratgebern keinerlei Einfluß gestattet, liegt auf der Hand. So ist das amerifantfche Bild von Joffre weit entfernt von allem Heldenhaften und Hinreißenden: und man fühlt dem Aufsatz in jedem Worte an, daß der Verfasser für den französischen Ober­befehlshaber wohl Interesse, aber keine Begeisterung aufzubringen vermag._______________________________

Vermischtes«

Sendet keine Streichhölzer ins Feld. Der Staats­sekretär des Reichspostamts Kraetke erläßt folgende Warnung: Am 5. September ist ein mit Feldpost für das Ostheer beladener Eisenbahngüterwagen auf der Strecke BerlinThor« in Brand geraten. Als der Brand auf einer Station bemerkt wurde, hatte er bereits soweit um sich gegriffen, daß fast die Hälfte der Ladung, etwa 200 Briefbeutel mit rund 22 000 Feldpostpäckchen, vernichtet waren. Ferner ist am 10. September in einem gleich­falls mit Feldpost für das Ostheer belabenen Eisenbahn­güterwagen auf der Strecke DresdenBreslau Feuer ausgebrochen. Da das Feuer bald entdeckt und gelöscht wurde, konnte die von der Postsammelstelle in Hannover abgesandte, aus etwa 500 Briefbeuteln bestehende La­dung bis auf fünf Beutel mit etwa 500 Feldpostpäckcheu, die vernichtet sind, geborgen werden. Ein Teil der ge­borgenen Ladung, 54 Beutel, ist angebrannt. Nach dem Befunde ist in beiden Fällen Selbstentzündung von Streichhölzern oder Benzin als Ursache der Brände aiv zusehen. Auf das Verbot der Versendung feuergefähr­licher Gegenstände durch die Feldpost, wie Streichhölzer, Benzin, AetHer, ist aus Anlaß früherer Brände wieder­holt hingermesen worden. Das Publikum wird erneut auf das dringendste ersucht, im Interesse der Allgemein­heit und insbesondere unserer heldenmütigen Stampfer im Felde die Versendung solcher Gegenstände durch die Post unbedingt zu unterlassen. Jede znr Kenntnis der Postbehörden gelangende Zuwiderhandlung gegen dieses Verbot, die nach § 367 unter 5 a St.-G.-B. strafbar ist, roiIÄÄ^ ÄN d-r W M Flugplatzes Adlershof bei Berlin hat sich am Sonntag ein schweres Fliegerunglück zugetragen. In etwa 100 Meter Höhe stießen zwei Flugzeuge von den Militär- fliegerschulen Adlershof und Johannisthal zusammen und stürzten beide ab. Die Führer der Flugzeuge wur­den tot unter den Trümmern hervoDezogen.

Wenn man einen berühmten Namen hat. Vom Gemeindevorstand Hindenburg O.-S. erhält dieSchl. Ztg." folgende Zuschrift: Früher hat man sich über die Ortsbezeichnung Zabrze hin und wieder geärgert, wie dies Zuschriften aus verschiedenen Gegenden Deutsch­lands bewiesen, sonst hat man sich um diesen Ort nicht sonderlich gekümmert, es war eben ein Teil Oberschle­siens. Jetzt, nachdem Zabrze in Hindenburg umgetauft ist, scheint'jede Zeitungsnachricht aus Hindenburg O.- S. aufzufallen. Prompt werden Unglücksfälle, Dieb- stähle, Raufereien, Mord und Selbstmord registriert. Wir genießen eben vor anderen Orten keinen VorLna.

es geht hier zu wie neeran. Der Name tut nws atti Sache. Dem Landstreicher ist es gleich, ob er in Hinden- bürg oder Kattowitz, in Hamburg oder Berlin stiehlt. Was von den 67 000 Hindenburgern Gutes getrieben wird, kommt ja kaum oder fetten in die Zeitung. Allen Nörglern mag aber gesagt sein, daß die Bürgerschaft ihre Pflicht in ernster Zeit ebenso erfüllt, wie es anderwärts

Weibliche Nachtmachtbeamte sind das Neueste auf dem Gebiete der durch den Krieg geschaffenen Notstands. Verhältnisse. Nachdem zahlreiche Wächter derBerliner Wach- und Schließgesellschaft" zu den Fahnen einbe- rufen worden sind, hat diese jetzt den Versuch uuter- nommen, weibliche Hilfskräfte einzustellen. Es werden hierzu besonders kräftige und stattliche Frauen gewählt, zumeist Ehefrauen der im Felde stehenden Wächter, «sie tragen Mantel und Uniformmütze und haben an der Leine einen scharf dressierten Wachthund. Während der Wächter mit polizeilicher Genehmigung Säbel und Re- votver trägt, führt die Frau als Waffe lediglich den Gummiknüppel, das einzige, bewährte Verteidigungs- mittel der englischen Schutzleute. Die weiblichen Wäch. ter sind guten Mutes, treten sehr beherzt auf und mei­nen, das; die Spitzbuben bald gehörig Angst vor ihnen haben werden.

Aus Nachtposten im Schützengraben. ,

Vom dritten Bataillon ist eine Patrouille vor, es soll nicht geschossen werdenI" Mit diesen Worten verab­schiedete sich der Posten, den ich soeben um Mitternacht tm Schützengraben ablöste.

Jetzt stehe ich hinter der Stahlblende und luge durch die halbgeöffnete Schießscharte hinaus. Draußen herrscht Totenstille. Der Mono, der hüt nnd wieder aus den Wolken hervortritt, beleuchtet mit seinem mattem Schein die Umrisse des französischen Schützengrabens, der sich in ganz kurzer Entfernung vor uns befindet.

An der Stelle, wo der französische Graben in schar­fem Winkel nach Süden avbiegt, glaube ich plötzlich ein Licht zu sehen und jetzt sogar ein zweites. Ich nehme das Fernglas zur Hand, um das zu ergründen. Dabei stelle ich fest, daß es zwei neue Baumstämme sind, die zur Abdeckung des französischen Grabens dienen und da dieselben geschält sind, so spiegelt sich das Mondlicht in der weißen Fläche. Eben verschwindet der Mond wieder hinter einer Wolke und mit ihm auch der weiße Schein der Balken. Es war also Täuschung.

.... An unserem rechten Flügel fallen jetzt ein- zelue Schüsse, die von den Franzosen nur wenig erwidert werden. Von dem französischen Graben geht eine Leuchtkugel hoch, jetzt noch eine. Unser Gewehrfeuer vom rechten Flügel wird stärker und auch das feindliche Feuer nimmt zu. Und jetzt ist sogar richtiges Schnell­feuer.

Sollte die ausgesandte Patrouille vielleicht mit dem Feinde Fühlung bekommen haben oder versuchten die Franzosen einen Angriff?

Sofort werden unsere Ablösungen und Reserve» alarmiert. Jeder postiert sich hinter eine Stahlblende und bringt das Gewehr schußbereit durch die Scharte.

Das Schnellfeuer am rechten Flügel dauert noch an und hat sich sogar schon auf unseren unten Flügel fort­gepflanzt.

Unser Gruppenführer nimmt die Leuchtpistole zur Hand und schießt zwei Raketen ab.

Vom Feinde ist nichts zu sehen.

Da jetzt auch feindliche Kugeln zu uns herüber kom- men, so eröffnen auch wir das Feuer und zwar Schneil- seuer, um den Reithosen zu zeigen, daß wir auf dem Posten sind und das nicht zu knapp.

Ein dumpfer Knall Ertönt: der Abschuß einer Mne.

Für einige Sekunden wird in den eingebauten Erd­löchern unterhalb der Blenden Deckung genommen und gehorcht. Sieben Sekunden nach dem Abschuß: Bum! Das war der Einschlag.

Erde, Steine und kleine Zweige fallen in den Schützengraben und fliegen darüber hinweg.

Sofort springt alles wieder an die Schießscharte und das Schnellfeuer geht weiter.

Jetzt wieder ein dumpfer Knall, diesmal hinter uns. Aha, das sind die Unseren! Gleich darauf haben die Franzosen den fürchterlichen Einschlag.

Das Gewehrfeuer hat jetzt nachgelassen. Hüben und drüben steigen noch einige Leuchtkugeln auf. Bei uns wirdStopfen" kommandiert. Das Jnfalitertefeuer wird bei uns eingestellt, die Gewehre werden aus der Schieß­scharte genommen und die Ablösungen nebst Reserven können sich wieder zur Rnhe begeben.

Ich stehe an meiner Blende und luge hinaus. Die Franzosen schicken uns noch einige Gewehrgranaten her­über und gleich darauf herrscht bei ihnen auch wieder Ruhe.

Unser Gruppenführer geht weg, um sich nach der Ur­sache der Schießerei zu erkundigen und bringt uns die Nachricht, daß eine größere Patrouille vom dritten Ba­taillon versucht hätte, einen vorgeschobenen französischen Graben zu besetzen. Es wäre ihr gelungen. Durch das feindliche Flankenfeuer wurde sie aber gezwungen, den Graben wieder zu räumen.

Es ist zwei Uhr geworden und die Ablösung naht. Kamerad F. übernimmt meinen Posten.

Ich begebe mich in unsere Erdhöhle, um zwei Stun­de» zu schlafen und vom Frieden zu träumen.

(Frkft. Generalanz.)

Weitere Drahtnachrichten«

Die Lage an der Wilnafront.

w> Amsterdam, 21. September. iWTB.) Die Blät­ter weisen anläßlich der Besetzung Wilnas auf die ge­fährliche Lage größerer russischer Heeresteile hin.Hau- delsblad" schreibt über die Besetzung Wilnas, es sei fraglich, ob nicht ein großer Teil der russischen Armee abgeschnitten werde. Die ganze Dtina-Front sei bedroht. Ihr Fall und der Rigas sei wohl nunmehr eine Frage von Tagen. Auch dort bestehe die Gefahr der Umzinge­lung.

Die Wehrpflicht kommt.

Rotterdam, 21. September. lWTB.) DerEou- rant" meldet aus London: Alle Par'amentöberichterstat- ter der Blätter sind sich darüber einig, daß sich die Lage gebessert habe. Lloyd George sagte in einem Briese an die Wähler, wenn die Zahlen jedem Unbefangenen verraten würden, daß das Freiwillige>;iystem nicht mehr zweckmäßig sei, so leuchte ihm nicht ein, warum man sich der Dienstpflicht widersetzen solle. Wer sich dann noch wehre, werde in den Kreisen der Arbeiter keine Unterstützung finden. Man lasse daher die Regierung entscheiden.

Eine französische Schreckenserkenntnis.

®-ip Paris, 21. September. lWTB.) In derGuecre Sociale" schreibt Gustave Hervä, das russische Zentrnm stehe vor der Wahl, sich umzingeln und sich ein unge­heures Sedan bereiten zu lassen oder 150 bis 200 Klm. zurückzugehen. Zwei der drei Rückzugslinieu seien ihm bereits abgeschnitten. Hervo wünscht, daß die französische Heeresleitung sich an dem großartigen deutschen Manö­ver ein Beispiel nehme.