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Hers seid er Tageblatt

Amtlicher Anzeiger

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be­zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

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für den Kreis Hersfeld

Willst

Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 10 Pfennig, im § amtlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zeile 25 Pfg. Bei Wieder- holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittags.

Nr. 222.

Mittwoch, den 22. September

1915

Letzter Zeichnunostag: mim, den 22. September.

Amtlicher Teil.

Hersfeld, den 20. September 1915.

Zur Musterung der nach meiner Verfügung vom 11. September d. Js. M. No. 8079 (int Tageblatt No. 214) Gestellungspflichtigen, also der bei früheren Musterungen als dauernd untauglich bezeichneten Wehrpflichtigen, welche in -er Zeit vom 1. Jannar 1876 bis 31. Dezember 1895 geboren sind, sind folgende Termine bestimmt worden, und zwar werden vorge­stellt :

am Mittwoch den 22. September 1915 von Morgens V28 Uhr ab Musterung aller Gestellungspflichtigen aus den Ge­meinden

Allendorf, Allmershaufen, Asbach, Aua, Ausbach, Beiershaufen, Bengendorf, Biedebach, Bingartes, Con- rode, Dinkelrode, Eichhof, Eitra, Engelbach, Friede-, wald, Friedlos, Frielingen, Gersdorf, Gershausen, Gehtsemane, Gittersdorf, Goßmannsrode, Harnrode, Hattenbach, Heddersdorf und Heenes,

am Donnerstag den 23. September d. Js. von Morgens V28 Uhr ab

desgleichen aus den Gemeinden Heimboldshausen, Herfa und Heringen sowie der Wehrpflichtigen aus der Stadt Hersfeld soweit deren Familiennamen mit dem Buchstaben A bis einschließlich J. beginnen,

am Freitag den 24. September d. Js. von Morgens V28 Uhr ab

Musterung der Gestellungspflichtigen aus der Stadt Hersfeld soweit deren Familiennamen mit dem Buch­staben K bis einschließlich Z beginnen,

am Sonnabend den 25. September d. 3. von Morgens V28 Uhr ab Musterung der Gestellungspflichtigen aus den Gemeinden

Hillartshaufen, Hilmes, Hilperhausen, Holzheim, Kalkobes, Kathus, Kemmerode, Kerspenhausen, Kirch- heim, Kleba, Kleinensee, Kohlhausen, Kruspis, Lam- pertsfeld, Landershausen, Lautenhausen, Leimbach, Lengers, Malkomes, Meckbach, Mecklar und Meisebach,

am Montag den 27. September d. 3. von Morgens 1/28 Uhr ab Musterung der Gestellungspflichtigen aus den Gemeinden

Mengshaufen, Motzfeld, Niederaula, Niederjossa, Obergeis, Oberhaun, Oberlengsfeld, Oberrode, Peters­berg, Philippsthal, Nansbach, Reckerode, Reilos, Reim- bvldshausen, Röhrigshof, Rohrbach, Roßbach und Rotensee,

am Dienstag den 28. September d. Js. von Morgens ^8 Uhr ab desgleichen aus den Gemeinden

Rotterterode, Schenklengsfeld, Schenksolz, Sieglos, Solms, Sorga, Stärklos, Tann, Untergeis, Unterhaun, Unterneurode, Unterweisenborn, Wehrshansen und Widdershaufen,

am Mittwoch den 29. September d. 3s. von Morgens ^28 Uhr ab desgleichen aus den Gemeinden

Wilhelmshof, Willingshain,Wippershain,Wölfers- Haufen und Wüstfelö sowie eines Teiles der dauernd garnisondienstunfähigen ausgebildeten Mannschaften,

am Donnerstag den 30. September d. 3s. von Morgens %8 Uhr ab

Musterung des Restes der dauernd garnison- dienstunfähigen ausgebildeten Mannschaften.

Die Musterung findet zu Hersseld in der neuen Turnhalle (August-Gottlieb-Strabe)

Von der Musterung befreit können auf Antrag nur solche Gestellungspflichtigen werden, die nachweislich d. h. auf Grund von mit Dienstsiegel versehenen Zeugnissen beamteter Aerzte oder amtlichen Be- scheinignngen an folgenden Fehlern und Gebrechen leiden: Verkürzung oder Mißgestaltung des ganzen Körpers, Geisteskrankheiten, Epilepsie, chronischen Ge- hrrn-, Rückenmarks und anderen chronischen Nerven- lerden, Blindheit beider Augen, Taubheit beider Ohren iowre Verlust größerer Gliedmaßen.

,.. etwaige Zurückstellungsanträge auf Grund hauslicher und gewerblicher Verhältnisse pp. wird so- gleich im Musterungstermin von der Ersatzkommission entschieden werden.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises werden hiermit angewiesen, Vorstehendes alsbald und wieder­holt auf ortsübliche Weise zur Kenntnis der Betei­ligten zu bringen und dafür zu sorgen, daß sämtliche Gestellungspflichtige pünktlich zu den bestimmten Ter­minen erscheinen. Auch sind dieselben anzuweisen, die Militä,Papiere mit zur Stelle zu bringen. Etwa fehlende Personen sind mir sofort namhaft zu machen.

Die Herren Ortsvorsteher haben zu den Terminen ebenfalls zu erscheinen und solange zur Stelle zu sein, bis sämtliche Mannschaften ihrer Gemeinde ge­mustert sind. Im Falle einer Verhinderung ist für die Anwesenheit eines Stellvertreters zu sorgen.

J. M. No. 8389. Der Landrat.

J. V.:

Frhr. v. Doernberg, Reg.-Referendar.

Strohernte und Strohbedars.

Der Preußische Landwirtschaftsminister gibt folgendes bekannt:

Infolge der Trockenheit des Vorsommers ist die Strohernte vielfach knapp ausgefallen. Der Bedarf an Stroh ist aber aus verschiedenen Gründen beträcht­lich größer als in normalen Zeiten. Zunächst kommt der gesteigerte Bedarf der Heeresverwaltung in Frage, sodann ist der Verbrauch an Futterstroh größer als sonst, namhafte Mengen werden zur Her­stellung von Melassefutter und von Strohmehl ver­wendet, das sich bei der Verwertung des Pansenin­halts der Schlachttiere und auch sonst namentlich als Pferdefutter bewährt hat, und schließlich soll Stroh in größerem Umfange durch Ausschließung zu einem dem Stärkemehl annähernd gleichwertigen Futtermittel verarbeitet werden. Unter diesen Umständen erscheint es geboten, bei der Verwendung von Stroh als Ein­streu möglichst sparsam zu verfahren und hierfür alle verfügbaren Ersatzstoffe in weitestem Umfange herau- zuziehen. Als solche kommen in Betracht in erster Linie die Torfstreu,' diese sollte daher allgemein An­wendung finden, ferner sollte Wald- und Plaggen- streu, Ginster, Heide usw. in größerem Umfange als sonst verwendet werden und schließlich sollten solche Stalleinrichtungen getroffen werden, die ohne Auf­wendung erheblicher Kosten eine möglichste Ersparnis an Streu ermöglichen. Es darf erwartet werden, daß der verhältnismäßig hohe Preis des Strohes seine Wirkung nach dieser Richtung hin geltend macht.

Berlin, den 13. September 1915. * * *

Hersfeld, den 18. September 1915. Wird veröffentlicht.

i. 10848. Der Landrat.

I V.:

Frhr. v. Doernberg, Reg.-Referendar.

Bus der Heimat.

* (Eine Bronzemünze für treue Dienste.) DieDeutsche Parlaments Korrespondenz" berichtet: Die Kaiserin und Königin hat eine Denkmünze in Bronze für langjährige (unter 40 Jahren) gediente treue weibliche Dienstboten gestiftet, deren Verleihung von jetzt ab erfolgen wird. Voraussetzung für die Verleihung soll sein: 1. Dreißigjährige ununterbochene tadellose Dienstzeit in derselben Familie oder auf derselben Dienststelle, deren Beginn erst vom 14. Lebensjahre an zu rechnen ist. 2. Preußische oder elsaß- lothringische Staatsangehörigkeit. Von dem Erforder­nis zu 2 kann abgesehen werden, wenn ein Dienst­bote, der die Staatsangehörigkeit eines anderen deutschen Bundesstaates besitzt, in einer preußischen oder elsaß- lothringischen Familie innerhalb Preußens oder Elsaß- Lothringens die vorgeschriebene Zeit gedient hat. Die Dienstzeit von mindestens 30 Jahren bildet die unbedingte Voraussetzung, von der nicht abgegangen werden darf. Die Aufnahme in die häusliche Gemein­schaft ist nicht unbedingt erforderlich. Immer aber müssen die Dienste Haus- oder landwirtschaftlicher Natur sein. Nach Mitteilung des Kabinettsrats der Kaiserin und der Königin findet auf die Bestimmungen über die Verleihung des Goldenen Kreuzes nebst Divloms an weibliche Dienstboten nach 40)ähr. Dienst­zeit die eingangs unter 2 bezeichnete Voraussetzung binfichtlichderStaatsangehorigkeit künftig entsprechende Anwendung. Im übrigen bleiben diese Bestimmungen unverändert nur wird im Ausnahmefall zu 1 und 2 jetzt kein geistliches Buch, ,andern ohne Rücksicht auf Konfession oder Religion eine einfache Brosche ver­liehen.

* Der Obstgenuß, dem in diesem Jahre namentlich hinsichtlich der ausnahmsweise guten Biruenernte ein weites Feld in der Ernährung ein- acräumt werden sollte, ist nicht nur eme..schmackhafte Abwechselung im Speisezettel, sondern vor allem auch a-lundb-itl ch äußerst empsehlenswert. Die im Stift enthaltenen Frucht,äste sind und bleiben das beste

Mitteb für eine sachgemäße Blutverbesserung und Reinigung. Wohl erzielt man mit Arzeneien den gleichen Erfolg,' in der verdaulichsten, dem mensch­lichen Körper am besten angepaßten Form finden sich aber eben diese Arzeneien im reifen Obst. Man mache nur einmal in dieser Zeit den Versuch, statt Fleisch und Wurst ausgiebig reifes Obst zu genießen von dem man, nebenher gesagt, des billigen Preises wegen erheblich größere Mengen als Zubrot vorzehren kann und man wird erstaunt sein, wie rasch sich das Allgemeinbefinden bessert und hebt. Der ganze Körper erscheint leichter und verjüngter nach einer solchen Obstkur von zwei bis drei Wochen Länge. Nebenher sind einige Obst- und Gemüsesvrten noch von ganz besonderer Heilwirknng bei verschiedenen Krankheiten. Tomaten, reichlich gegessen, beheben Leberbeschwerden, gegen Stnhlträghett empfiehlt sich neben dem Obst besonders der Rettich. Wassermelonen genieße man bei Nierenleiden, sowie bei leichten Fieberanfällen. Macht man in allen diesen Fällen auch den Arzt dadurch nicht entbehrlich, so unterstützt man zumindest seine Bemühungen auf das wirkungs­vollste.

* (Keine Pferde mehr leihweise.) Wie die Landwirtschaftskammer für den Negiernngsbeztrk Cassel mitteilt, werden von dem Zentral-Pferdedepot 8 zu Cassel bis auf weiteres keine Pferde mehr leih­weise abgegeben.

):( Hersfeld, 21. September. (Obst- u n d Ge - m ü s e v e r w e r t u n g s st e l l e.) Damit auch am künftigen Donnerstag die fleißigen Hände der frei­willigen Helferinnen wieder genügend Vorräte vor- finden, um sie als Liebesgaben für die Verwundeten zu verarbeiten, bittet der Frauenverein abermals herzlich zn diesem Tag wieder jedwede Menge von Obst und Gemüsen nach der Sammelstelle im Ver­einshaus zu senden. Es sagt den freundlichen Gebern im Voraus herzlichen Dank und versichert, daß Alles bestens verwandt und von den Lazarettgästen stets dankbar entgegen genommen wird.

Hofgeismar, 18. Sept. Eine recht zeitgemäße Auf­forderung erläßt der Lanörat des Kreises Hofgeismar an die Wiesenbesitzer seines Kreises. Er weist darauf hin, daß nach beendeter Grummeternte die Wiesen in­folge des Nachwuchses oft bis in den Herbst hinein ein brauchbares Futter liefern, das ohne Schwierig­keiten dnrch Weiden des Viehes genutzt werden kann. Der Landrat spricht die Erwartung aus, daß die Wiesenbesitzer, trotzdem in den Verkoppelungen die Weideberechtigung abgelöst und beseitigt ist, der Ab- hütung der Wiesen durch fremdes Vieh keine Schwie­rigkeiten bereiten, sondern mit ihrem Vieh an dem von den Gemeinden etnzurichtenden Weidebetrieb teilnehmen. Die Bürgermeister werden weiter ersucht, bei den Bäckern dahin zu wirken, daß sie ihre Back­öfen der Bevölkerung zur Herstellung von Dörrobst gegen angemessene Vergütung zur Verfügung stellen. Gerade in dem Obst sind außerordentlich wertvolle Nährstoffe enthalten, die einfach und billig durch Dörren in Dauerware umgewandelt werden können.

Satzungen, 18. September. Hier fiel ein drei­jähriger Knabe in einem mit kochendem Wasser gefüllten Kübel und erlitt einen schrecklichen Tod.

Durch die Lupe.

Ein Stückchen Zeitgeschichte in Versen.

Wohl am schmerzlichsten getroffen - hat uns alle der Verlust, daß der Großfürst Nikolai nun­mehr dennoch gehen mußt', der uns in den letzten Wochen, gegen seinen Willen zwar, aus des Ostens Kampfgefilden ein getreuer Helfer war, dessen Rückzugsstrategien uns vielleicht noch viel genützt, wäre er nicht schließlich dennoch jetzt beim Zaren abgeblitzt. Fern im Kaukasusgefilde kann er jetzt nach seinem Plan vor den Türken rückwärts gehen, wie's in Polen er getan. Väterchen" nahm unterdessen seines Onkels stelle ein, denn sie scheint ihm doch noch sich'rer, - als sein Petersburg zu sein, - wo es in den letzten Wochen recht bedenklich schon gegährt, wenn man auch bei uns in Deutschland nur das wenigste erfährt. Voller Spannung blickt das Ausland nunmehr auf die Russenfront, wird dem Zaren das gelingen, was der andre nicht gekonnt ? Diese Frage bleibt zu klären, doch es scheint schon jetzt gewiß, daß auchVäterchen" am Ende nicht mehr zu gebrauchen ist, daß auch ihm es nicht ge­linge keinem kann es mehr gelingen--Ruß­lands arg verfahr'nen Karren wieder auf den Weg zu bringen. Schon die allernächste Zukunft wird es vor der Welt enthüllen: auch der Zar wird nimmer brechen unsren stolzen Siegeswillen, auch der Zar wird laufen müssen, was ihn seine Beine tragen, wenn ihn unsre braven Truppen durch dasHeil'ge Rußland" jagen.

Walter-Walter.

Wettervoraussichten für Mittwoch den 22. September

Heiter, trocken, nachts kalt, tagsüber wärmer, in höheren Lagen vielfach Nachtfrost.