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Hers seid er Tageblatt

Amtlicher Anzeiger ^^^ für den Kreis Hersfeld

HersWer Sreisilott

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be­zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zeile 10 Pfennig, im amtlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zeile 25 Pfg. Bei Wieder­holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittags.

Nr. 213.

Sonnabend, den 11. September

1915

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung.

Die Zinsscheine Reihe 11 Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der SWotgen deutschen Reichs- anleihe von 1906 über die Zinsen für die zehn Jahre vom 1. Oktober 1915 bis 30. September 1926 nebst den Erneuerungsscheinen für die folgende Reihe werden

vom 1. September d. Js. ab ausgereicht und zwar:

durch die Königliche preußische Kontrolle der Staats­papiere in Berlin SW. 68, Oranienstraße 92/94, durch die Königliche Seehandlung (Preußische Staats­

bank) in Berlin W. 56, Markgrafenstraße 38, durch die Preußische Central-Genossenschafts-Kasse in Berlin C 2, Am Zeughause 2, durch die Reichsbankhaupt- und Reichsbankstellen und die mit Kasseneinrichtung versehenen Reichsbank­nebenstellen,

durch die preußischen Regierungshauptkassen, Kreis­kassen, Oberzollkassen, Zollkassen und hauptamtlich verwalteten Forstkassen, außerdem bei bestimmten außerpreußischen Kassen.

Formulare zu den Verzeichnissen, mit welchen die zur Abhebung der neuen Zinsscheinreihe berechtigenden Erneuerungsscheine einzuliefern sind, werden von den vorbezeichneten Ausreichnugsstellen unentgeltlich ab­gegeben.

Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Erneuerungsscheine abhanden gekommen sind.

Berlin, den 25. August 1915.

Reichsschuldenverwalung.

(H. 1265.) gez. v. Bischoffshausen.

* * *

Hersfeld, den 4. September 1915.

Wird veröffentlicht.

I. 10415. Der Landrat.

Freiherr v. Doernberg, Reg.-Referendar.

Hersfeld, den 8. September 1915.

Dem Handelsmann Friedrich Ried in Frielingen ist der unter'm 7. Juni 1915 erteilte Jahresjagdschein heute entzogen worden. I, 10532. Der Landrat.

I. B.

Frhr. v. Doernberg Reg.-Referendar.

Hersfeld, den 8. Sept. 1915.

In der Gemeinde Ronshausen, Kreis Rotenburg a. F. ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festge­stellt worden.

I. 10453. Der Landrat.

I. B.

Frhr. v. Doernberg

Reg.-Referendar.

Hus der Heimat«

* (Die M e l d e p f l i ch t der A u s l ä n d e r.) Der stellvertretende Herr kommandierende General hat für den Bereich des 11. Armeekorps eine Polizeiver­ordnung über die Meldepflicht von Ausländern er­lassen. Danach haben sich alle über 15 Jahre alten Ausländer binnen 24 Stunden nach ihrer Ankunft am Aufenthaltsorte unter Vorlegung ihres Passes bei der Ortspolizeibehörde persönlich anzumelden. Jedermann, der Ausländern Unterkunft gewährt, ist für die Erfüllung dieser Pflicht mitverantwortlich.

* (Die Aufschrift bei F e l d p o st s e n d u n g e n.) Zur Besserung der Aufschrift bei Feldpostsendungen hat das Kriegsministerium ein neues Verfahren an­geordnet. Sämtliche Formationen des Feldheeres, nötigenfalls auch des Besatzungsheeres, haben ihren Unteroffizieren und Mannschaften umgedruckte Post­karten mit der richtigen Aufschrift auszuhändtgen. Diese müssen den Angehörigen zugeschickt werden. Bei dem Umdruck soll streng darauf geachtet werden, daß die Angabe der Formation einfach, klar und der amtlichen Bezeichnung entsprechend geschieht. Ab­kürzungen sind nur soweit zulässig, als sie jeden Zweifel ausschließen. Diese Postkarten dienen den Absendern von Sendungen an Heeresangehörige als Vorlage für die Aufschrift.

):( Hersfeld, 10. September. Der Sanitätsunter­offizier Christian Engel, früher in Firma F. Sauer, wurde mit demEisernen Kreuz" 2. Klasse ausgezeichnet.

Bebra, 8. September. Vor Brest-Litowsk fiel in­folge eines Kopfschusses der Schulamtsbewerber Herr Peter Hall, Sohn des Herrn Lehrer Hall. H. war freiwillig eingetreten und war in den Karpathen-

kämpfen verwundet worden. Nach seiner Genesung rückte er abermals aus und fand bald darauf den Heldentod. Man bringt den schwergeprüften Eltern, die vor genau einem Jahre eine erwachsene Tochter durch den Tod verloren haben, aufrichtige Teilnahme entgegen.

Homberg (Bez. Cassel), 8. Sept. Im benachbarten Lendorf wurde vor einigen Tagen Nachts ein gemeiner, von niedriger Gesinnung zeugender Racheakt ausge­führt. Dem Landwirt Scharf wurde für ungefähr 200 Mk. gutes Obst von der Straße von Lendorf nach Mühlhausen abgeschttttelt und zwar immer nur die

guten Sorten und nur an dem Herrn Sch. gehörigen Los, so daß dem Betroffenen ein bedeutender Schaden entsteht. Der Polizeihund des herbeigerufenen Feld­polizeibeamten Kramer von hier nahm zweimal eine ganz bestimmte Fährte sicher auf und bestärkte so einen schon bestehenden Verdacht. Hoffentlich gelingt es, den Täter ausfindig zu machen.

Marburg, 8. September. Die Krankenpflegerin Fräulein Sophie Dodt von hier, welche bisher in Cöln beschäftigt war, stürzte während der Ausübung ihres Berufes in einem alten Hause der dortigen Alt­stadt so unglücklich die steile Treppe hinab, daß sie tödliche Verletzungen davontrng, denen sie alsbald erliegen mußte.

Marburg, 7. September. Die Strafkammer ver­urteilte heute einen jungen Burschen aus Silberg im Kreise Biedenkopf, der vor einiger Zeit eine 60 Jahre alte Frau aus demselben Orte auf der Landstraße mit seinem Rade so anfuhr, daß diese infolge der erhaltenen Veletzungen starb, wegen fahrlässiger Tötung zu einem Monat Gefängnis.

Eschwege, 8. September. Die freiwillige Ab­lieferung von Kupfer, Messing und Nickel hat auch hier einen erheblichen Umfang angenommen. Im MonatjAugust, wo die Sammelstelle nur an drei Tagen geöffnet war, wurden von der städischen Metallan- kaufsstelle 269 Kilo Kupfer und 265 Kilo Messing an­

Ost und West etwa 1600 Sanitätshunde tätig sind. Jeder Führer führt über die Tätigkeit seines Hundes genau Buch. Diese Tagebücher sollen dann später bei der Abfassung eines Werkes über die Tätigkeit der Sanitätshunde Verwendung finden. Nach einer an- derenZusammenstelluna, die aber wohl auf Vollständig­keit keinen allzu große.. Anspruch machen darf, da sich r b. die Zahlen fortgesetzt ändern, haben die Sanitätshunde

beit zu leisten, besonders wenn man bedenkt, daß alle fciSIjer meit über 3000 Verwundete aufgefunden und abzuliefernden Gegenstände geprüft, nach den einzelnen ^e h^rch Herbeirufung ihrer Führer oder durch Ueber- Metallsorten gesondert und genau gewogen werden gringung von Erfrischungen usw. vor dem sonst siche- mussen. , . . ren Tode durch Verbluten und dergleichen bewahrt.

.. D" '^^' ? September. In ^esem ^ahre treten Daher ist es nur recht und billig, wenn man diesen die Wespen in solchen Maßen daß sie zu einer treuen, klugen Tieren ihre Tätigkeit im Interesse der wahren Plage geworden sind. ^im Mähen kam ein Barmherzigkeit so viel wie möglich mit Gleichem ver- Arbeiter mit der Sense in em Wespennest und wurde So ist erst vor wenigen Tagen in Jena mit S^-J?6!1 ^'^h ff de r f a ll e n. Nilr durch schleunige Unterstützung des Kriegs-Ministeriums ein Lazarett Flucht konnte der übel zugrlchtete Mann sich retten, ^^r Sanitätshunde eröffnet worden Die ersten Pfleg- Salzungen, 8. September. Am Montag mittag linge sind einige Hunde die im Westen bei ihrer Retter- stürzte das etwa 3jährige Söhnchen des im Felde arbeit erkrankten und wieder feldienstfähtg werden stehenden Privatgärtners Pahre in dem Augenblick sollen.

kopfüber in einem Kübel siedenden Wassers als die Denken wir doch daran, daß wenn wir unseren Mutter bei der Wäsche das Wasser eben in den Kübel Verwundeten helfen wollen, wir es auch dadurch er- ausgegoffen und einen Moment sich davon gewendet reichen, daß wir zu den Kosten der Führerausbildung, hatte. Die Verbrühungen am Kopf und Oberkörper der Beschaffung der Hunde und zu der Ergänzung des Kindes waren derart, daß der Tod gestern das der militärischen Ausrüstung und nicht zuletzt für unglückliche Geschöpf von schrecklichen Leiden erlöste, das Jenaer Lazarett ein Scherslein bettragen. Der m r deutsche Verein für Sanitätshunde, Berlin, Zimmer-

6em Ba» OrtiÄ gultÄe & M-/- "immt derartig- Beiträge i-d-rz-it d°n--nd

machung, in welcher Klage darüber geführt wurde, daß ,.ligcBcn'___________________________________________

schamlose Weibspersonen" in späten Abendstunden Q««ma

sich an Kriegsgefangene herangedrängt hätten. Von LUD»

dieser Veröffentlichung, die in der Bürgerschaft von I Stückchen ^ieitaeicbichte in Versen

Orb großes Aufsehen erregte, nahm ein sehr großer Zenge^icyre Serien.

Teil der Deutschen Presse Notiz, zum Teil mit Aus- .....

drücken der Entrüstung. Die Stadtverordneten-Ver- > w*auy*, «uv un uu, sammlung beschäftigte sich mit der Klarstellung der noch nicht teilzunehmen wagt, wer noch immer Angelegenheit in drei Sitzungen und es kam zu einer düstren Blickes ängstlich in völligen Klärung der ganzen Angelegenheit. Die und auf glänzende Erfolge Tatsache ist folgende: Ein kriegsgefangener Jrlänöer traut, sollte sich in diesen war mit seinem Arbeitgeber, um Holz zu holen, in mal bequemen - und dre Zeitung andrer Lander - den Wald gefahren und kam mit diesem erst spät am zur Lektüre vorzunehmen. Ucberall bet den Neu- Abend nach Hause. Da die Gefangenen zum Lager traten, - wie sie sonst auch zu uns stehn, - sann zurückgeführt werden müssen, eine männliche Person man immer nur das eine - täglich dort geschrieben in diesem Hause aber nicht vorhanden war, so führten sehn, daß der Ausgang dieses Krieges 77 langst . l . - - - 1 schon nicht mehr zweifelhaft, daß sie taglrch mehr

zerrüttet unsrer Gegner letzte Kraft. Mag in Rom, Paris und London wie im fernenPetrograd" man noch viermal soviel lügen als man schon mit der frechsten Stirne

gekauft. Bis heute ist für 5600 Nk. Metall ungetanst worden. Die Annahmestelle hat ganz erhebliche Ar-

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die beiden Töchter des Hauses den Gefangenen über schon nicht mehr zweifelhaft, den Kirchplatz zum Gefangenenlager hin. Ein Feld- "" '

webet der Hiesigen Kommandantur, welcher die beiden Mädchen mit dem Gefangenen abends um 'MO Uhr , , r -

sah und annahm, daß hier ein Unfug vorliege, machte gelogen hat, mag man ^* '^,Z'^ M'H seiner Behörde Mitteilung, welche ihrerseits die Schaum zu schlagen sich bemühn, - un re W. T. B.- Polizeibehörde auf das Vorkommnis aufmerksam Depeschen pflegen etwas mehr ^u ^iehn, weil machte. Unbekannt mit den Tatsachen glaubte diese fle knapp und klar verkünden, - und verständlich energisch gegen die vermeintlichen Ungehörigkeiten ledem Kind, - nicht die Dinge, die noch tommen, vorgehen zu müssen. Ein Stadtverordneter stellte die | sondern die gewesen sind, weil üe niemals was Namen der beiden Mädchen der Polizeibehörde zur versprechen, was dann später nicht passiert, Verfügung: es handelt sich um durchaus einwandfreie sondern von Erfolgen reden, dre mir wirklich aus- N-rsnn?n geführt! Solche Sprache ist verständlich, mag

1 ' ________________________________________ man wollen oder nicht, niemand kann sich ihr ver-

" schließen, denn die Tat nur hat Gewicht, unsre

Ctftniffifchiinht. Feinde mögen ruhig weiter von der Zukunft

schrei'n und uns für die spätren Zeiten Nieder- Je länger das Völkermordende Ringen dauert, desto lagen prophezei'n, jede Silbe, so geschrieben, mehr hört man von einer Einrichtung, die so recht stellt sie immer weiter bloß, wenn wir fernere geeignet ist, die Fürsorge zu zeigen, die die Heeres- Erfolge bergen aus der Zukunft Schoß,wenn ihr verwaltung unseren Kämpfern und Verwundeten an- letztes bißchen Ansehn dermaleinst beim Friedens­gedeihen läßt. Schon vor mehreren Monaten hatte schluß vor des Erdballs Hohngelächter in die Berlin seine Ausstellung für Verwundeten- und Brüche gehen muß. Walter-Walter.

Kranken-Fürsorge im Kriege, jetzt ist diesem Beispiel auch Vreslau gefolgt, und es ist interessant zu sehen, wie gerade die Schaustellung beinahe die größte Auf- Freund des gheit ihn be-

merksamkeit auf sich zieht, die den besten ( Menschen, den Hund, zeigt, wie seine Klug. fähigt, auch Werke der Barmherzigkeit zu üben. Nichts wird den Beschauer über das Schicksal unserer Ver­wundeten so sehr beruhigen, als die Tätigkeit unserer

Sanitätshunde, deren Ablichtung einen bemerkens­werten Grad von Sicherheit und Vollkommenheit er-

reicht hat.

Wie alle Kriegshunde so muß auch der Sanitäts- Hund immer dieselbe Person,der Herr" führen, der ihn zunächst mal an unbedingten Gehorsam gewöhnt und ihm dann das Suchen nnd Finden verlorener oder fortgeworfener Gegenstände beibringt. insofern der Hund diese Tätigkeit nicht schon instinktiv ausübt. Erst dann wird der Hund für seinen besonderen Be­ruf, das Auffinden von Verwundeten ansgebildet. Erst mit"

ru

einen Herren an für den Hund sichtbar daliegende Personen heranführen, dann geht man ein Schritt weiter und läßt ihn nach Art des Jagdhundes seine Nase gebrauchen und lehrt ihn seinen Herren an den im Gelände versteckten Fund heranführen, ohne daß es aber irgendwie laut werden darf, da das leicht die Aufmerksamkeit des Feindes erregen könnte. Jede Sanitätskompagnie hat in der Regel vier Santtäts- hunde, die nach der allgemeinen Ausräumung des Schlachtfeldes Tag und Nacht sozusagen die Nachsuche halten, und man kann wohl ohne Uebertreibung be­haupten, daß all' die unglücklichen Verwundeten, die sie auffinden, ohne sie einem langsamen qualvollen

Tode anheimgefallen wären.

Eine amtliche Zusammenstellung besagt, daß in den Sanitätskolonnen auf den Kriegsschauplätzen in

Wer in dieser Zeit der Siege immer noch am Glück verzagt, und an unsrer stolzen Freude

dte Zukunft schaut . W sich zu hoffen nicht ge- diesen Zeiten nur ein einz'ges