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Neue Kämpfe im wolhynischen Feslungsgebiel

. ' MIIIliiMe Wochenschau. .

Auch beim Rückblick auf die vergangene Woche hat man bei oberflächlichem Hinschauen den Eindruck, als ob die einzigen Kämpfe sich auf dem östlccben Kriegsschau­platz abgespielt hätten, als ob es auf den übrigen still und ruhig zugegangen wäre. Das ist aber nicht überall der Fall. Auf Galltpoli wenigstens, wo die Geg­ner unserer tapferen Verbündeten erst vor kurzem neue 100 000 Mann zur Schlachtbank geführt haben, waren die Kämpfe gerade in der letzten Zeit besonders heftig und erbittert. Nach ihren militärischen Niederlagen verdoppelte die Diplomatie des Vierverbandes ihre An­strengungen und läßt in den Höfen und Kabinetten der Balkanstaaten alle Minen springen, um mit Zuckerbrot oder Peitsche zum Ziele zu kommen. Vier Großmächte, die aus eigener Kraft nichts vermögen, betteln anschei­nend erfolglos um Hilfe, obwohl sie im übrigen viel Drohens und Wesens machen von einer italrennchen Landung in Kleinasien und einer französischen in dem griechischen Hafen von Saloniki. Bis letzt ist aber an beiden Stellen keine Landung versucht worden. Das Schicksal des englischen TruppentransportschiffesL>aws- land", das soeben von einem deutschen Tauchboote im Aegäischen Meer versenkt worden ist, scheint denn doch vor der Nachfolge abzuschrecken. Auf dem Papier ist immerhin eine Blockade der turklsch-astatischen Küste von Samos bis zur ägyptischen Grenze von dem fran­zösischen Oberbefehlshaber des dort operierenden alli­ierten Geschwaders verhängt worden. Einer semer Kreu­zer ist übrigens, als er an de<r Südspitze des Golses.von Kos scheiterte, von der osmanischen Artillerie znsam-

rols, KärutenS und am Jsonzo fanden in den letzten Wochen weniger JnfaE als gewaltige Artilleriezweikampfe statt. Wo die Ita­liener kleinere Angriffe oder sonstige Annäherungs­versuche im schweren Stellungskampfe unternahmen, wurden sie überall zurückgeschlagen. Die Lage ist also unverändert geblieben. Auf der Adria, wo die italie­nische Flotte trotz ihrer numerischen Ueberlegenheit noch immer weise Zurückhaltung übt, haben seine Kampfe ^ Jm"W e st e n haben French und Joffre noch immer nicht einen Ansatz genommen zu einer fernhelseuden Of- sensive. Die Verluste bei den früheren Angriffsversuchen sollen, so heiß es, so groß sein, daß man den Druschen nur mit der Ermattungsstrategie, die den angreifenden Gegner sich verbluten läßt, beikommen könne; als ob die deutsche Heerführung jemals Wunsche.und Plane ihrer Widerpartner zum Ausgangspunkt eigener Ent­scheidungen genommen hätte. Jedenfalls verhielten sich die belgisch-englisch-französischen.Armeen wieder einmal mehr passiv als aktiv, während die Nnseren.m ihrer ziel­bewußten Defensive verharrten. Nicht weniger als vier­mal in dieser einen Woche erging deutscherseits nur die Meldung:keine besonderen Ereignisse oder »die Lage ist unverändert". Zu erwähnen ist nur, daß am 1. September die seinerzeit verlorenen Grabenstücke auf der Kampflinie Barrenkops-Lingekopf sämtlich znruck- genommen worden sind und daß am 2. september er­folgreiche deutsche Sprenguiigen in Flandern und in der Champagne vorgenommen wurden, während ein Handgranatenangriff der Franzoserr ber Sonchez schei­terte. Im Luftkriege wurden ein englischer Flieger bei Bapaume, ein französischer bei Avocourt unweit Ver- dun, von deutschen Kampffliegern abgeschojien.

Desto mehr Aufmerksamkeit und Anteilnahme er­fordert der glückliche Fortgang der deutschen und ch reichisch-ungarischen Offensive auf dem ,ö stl 1 wen Kriegsschauplatze. Dort ist jetzt auf der gesamten Elf- hundert-Kilometer-Schlachtsront ein erfolgreicher Be­wegungskrieg im regen Flusse. War bisher unser Sud- flügel in Galizien in der Defensive verblieben, so ist auch er seit dem Ausgange der vergangenen Woche aus seiner strategischen Deckungswacht herausgetreten und hat bereits den größten Teil des Gebietes, das der Feind noch in Ostgalizien behauptet hatte, zurückerobert. Drei Kampfgebiete kann man nunmehr auf dem ruffwn Schauplatze unterscheiden. Das eine hegt an der Linie Riga-Grodno, das andere zwischen Grodno und dem Pripjetflusse, das dritte zwischen Primet und Dnjestr. An der Linie Riga-Grodno stehen Rußlands beste Trup­pen, Truppen, die noch kampffähig sind und den Namen Soldaten vollauf verdienen, Truppen, die hartnäckig und tapfer ihres Vaterlandes Boden Schritt für schritt zu verteidigen suchen, deren Führer entschlossen sind,

Ivvende Seelen.

Roman von Walter Kabel.

(Schluß.) (Nachdruck verboten.)

In meiner Frerndenstube ritz ich dann schnell aus meinem Koffer den Revolver heraus, den ich mir erst kürzlich hier in Berlin in der Absicht gekauft hatte, nö­tigenfalls die Waffe gegen mich selbst zu richten, falls eben Schwechten einmal seine Drohutigen wahr machen und die Geschehnisse jener Kolberger Zeit verraten würde. Den Revolver steckte ich in meinen Atusf, fest entschlossen, in dem Augenblick erst meinen Peiniger und dann mich zu beseitigen. Ich handelte wie im Traum, vollständig mechanisch, wurde mir dessen gar nicht bewußt, was ich vor hatte. Mein Nervensystem war eben von all der ausgestandenen Angst, von den Qualen dieser Jahre so zerritttet, daß ich kaum mehr zurechnungsfähig war.

Dann brachen wir auf. Unten an der Haustür eilte ich nochmals zurück, um angeblich mein Handtäschchen zu holen. Tante gab mir ihren Korridorschlüssel und ging inzwischen mit den beiden Mädchen zur nächsten Haltestelle der Elektrischen voraus. Ich war kaum fähig, die Treppen emporzusteigen, in so furchtbarer Erregung befand ich mich. Endlich stand ich Schwechten in Onkels Arbeitszimmer gegenüber, endlich durfte ich ihm all meine Verachtung, all meinen Haß rücksichtslos ins Ge­sicht schreien. Die Revolvermündung hielt ihn in Schach. Er mochte ahnen, daß seine letzte Stunde geschlagen hatte, verlegte sich jetzt aufs Bitten, fchwor mir in allen mög­lichen Eiden zu, daß er mir die Briefe und Bilder zu- rücksenben und nie mehr meinen Weg kreuzen würde.

Ich ließ mich überlisten. . . Plötzlich sprang er zu und schlug mir mit der Faust den Revolver aus der erhobenen Hand. Die Waffe prallte hart auf den Boden auf, entlud sich von selbst und die Kugel traf Schwechten, der bei diesem Überfall nach vorne getaumelt war, in die Sttrn. Noch ein paar Zuckungen, dann lag er entseelt zu meinen Fützen.

. Mir VVN Furien gejagt stürzte ich davon. Dem

um jeden Preis die Eisenbahnstrecke Wilna-Dünaburg- Riga zu halten, und die nach ihrer Meinung als letztes Angriffsziel bedrohte Hauptstadt St. Petersburg zu be­schirmen. Zwischen Grodno und dem Pripjet -fluten, vermischt mit zahlreichen freiwilligen und gezwungenen Zivilflüchtlingen, rückwärts über Pinsk und Minsk, an­scheinend bis zur Beresina und zum Dnjepr, die Trüm­mer jener Armeen, die seit dem Durchbruch am Dunajec noch niemals zum Stillstand gekommen sind, noch zu erfolgreicher Gegenwehr imstande waren. Ueber eine Million Streiter, die seit dem 2. Mai ««verwundet in Feinöeshand gerieten, beherbergen jetzt die Gefangenen­lager in Deutschland und Oesterreich-Ungarn, während mindestens eine halbe Million anderer Streiter, soweit sie nicht verwundet außer Gefecht gesetzt wurden, der Rasen der Massengräber deckt. Unstet und flüchtig linden sich die kümmerlichen Reste zu retten, während ihre Nach­huten sich bemühen, den Rückzug zu decken. Was an halbausgebildeten Rekruten oder an regellos bewaff­neten Menschen als Ersatz eingegliedert worden ist wurde von der allgemeinen Zermtirbung mitbetrofferl und willenlos nach rückwärts mitgerissen. Besser ist die Stimmung und Verfassung des losgesprengtetl ruisischen Südflügels. Die zu ihm gehören, sind noch wohlausge- rüstet und zum Widerstände fähig. Aber gegen den Vor- wärtSdrang der Verbündeten können auch sie nicht auf­kommen. Ihre bescheidenen Eintagserfolge bei Kozowa an der Strypa verdanken sie allein ihrer örtlichen Ueber- macht, mehr dem Zufall, als der eigenen Tüchtigkeit. Und als die anderen Abteilungen zurückgeworfen wur­den, mußten auch sie ihren geringfügigen Gelande- gewinn wieder an die Sieger abtreten, die nun ihnen und den Ihrigen verfolgend auf den Fersen sind.

Aus dem großen Hauptquartier

w> Großes Hauptquartier, 8. September 1915, 3,15

Uhr nachmittags. (Amtlich. WTB.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Bei Sonchez wurde ein französischer Handgranaten- angriff abgewiesen. Erfolgreiche Sprengungen in Flan­dern nnd in der Champagne.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des GenerMdmarsANs von Hindenburg.

Unsere Kavallerie stürmte gestern den befestigten und von Infanterie besetzten Brückenkopf bei Lenne- waden (nordwestlich von Friedrichstadt); sie machte da­bei 3 Offiziere, 350 Mann zn Gefangenen und erbeutete ein Maschinengewehr.

Auf der Kampffront nordwestlich und westlich von Wilna versuchten die Russen unser Vorgehen zum Stehen zu bringen. Ihre Vorstöße scheiterten nnter ungewöhn­lich hohen Verlusten.

Südöstlich von Merecz ist der Feind geworfen. Zwi­schen Augustower Kanal und Swislocz ist der Njemen erreicht. Bei Grodno gelang es unseren Stnrmtruppe» durch schnelles Handeln über den Njemen zu kommen und nach Häuserkampf die Stadt zn nehmen. Vier­hundert Gefangene wurden eingebracht. Die Armee des Generals von Gallwitz brach den Widerstand feindlicher Nachhuten an der Straße Alekszyce (südöstlich von Ovelsk)-Swislocz. Die Heeresgruppe nahm gestern ins­gesamt über 3000 Russen gefangen und erbeutete 1 Ge­schütz und 18 Maschinengewehre.

Heeresgruppe des GeuerEeldmarschalls Prinz Leop. v. Bayern.

Der Kampf um den Austritt der Berfolgungs- kolonnen ans den Sumpfengen nördlich von Pruzana ist im Gange.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von MaiNensen.

In der Verfolgung ist die Jastolda bei Sielec und Bereza-Kartnska nnd die Gegend von Antopol (30 Kilo­meter östlich von Kobryn) gewonnen.

Oesterreichisch-ungarische Truppen dringen südlich des Boleko-Dnbowoje nach Osten vor.

Wahllsinn nahe, leichenblaß langte ich bei den Warten­den an der Haltestelle an."

Marga schwieg erschöpft.

Hiller war aufgestanden und reichte ihr ein Glas Wasser. Der Trunk erfrischte sie sichtlich. Und wieder begann sie:

Wie ich jenen Vormittag überstanden habe, wie mein sagendes Herz, mein überreiztes Gehirn den Ansturm all dieser wahnwitzigen Angstanfälle ertragen konnte ich werde es nie begreifen. Und in dieser Lage, als ich tatsächlich nahe daran war, den Verstand 31t verlieren, hat der Mann schützend seine Hände über mich gehalten, der jetzt hier unter falschem Verdacht gefangen sitzt. Herr Heiking ahnte den wahren Sachverhalt, und seine bewe­genden Worte waren es, die mir wenigstens etwas meine Fassung Wiedergaben. Als ich dann später sah, daß auf lnich keinerlei Argwohn fiel, nahm ich mir vor, auch fernerhin zu schweigerr. Vergebens hat Fred Heiking mich gebeten, ich solle Vertrauen zu ihm haben und ihm die Wahrheit eingestehen. Ich brächte es nicht über mich. Trotzdem hat er sein Versprechen gehalten und sich so­gar soweit für mich geopfert, daß er sich ruhig verhaften ließ und durch klug ersonnene Lügen den Schein weiter aufrechterhielt, als habe er Schwechten in der Notwehr erschossen.

Dieses Opfer, Herr Kommissar, konnte ich nie und nimmer annehmen selbst nicht von dem Manne, der, wie ich sehr wohl weiß, mich aufrichtig liebt und dessen Liebe ich weshalb soll ich diese nicht gestehen! eben­so herzlich erwidere. In der verflossenen, schlaflosen Nacht habe ich mich zu dem nicht leichten Entschluß durch­gerungen, endlich mein Geheimnis preiszugeben. Un­ter einem Vorwand entfernte ich mich heute morgen aus dem Hause meiner Verwandten und kam hierher. Ich weiß, daß ich jetzt die Eltern, die gütigen Verwandten und den Geliebten verlieren werde und will all dieses . . . ."

Tränen erstickten ihre Stimme. Schluchzend lehnte sie zusaunnengesunken in ihrem Stuhl. Ihr Körper bebte unter den Ausbrüchen eines wilden Schmerzes.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Die Armee des Generals Graf Bothmer nähert sich kämpfend dem Sereth-Abschnitt.

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Oberste Heeresleitung.

Dom österr.-uugar. Generalstab

Wien, 3. September. (WTB.) Amtlich wird ver« lautbart:

Russischer Kriegsschauplatz.

In Ostgalizien wich der Gegner überall an die Se- rethlinie zurück; unsere Armeen verfolgen. An der Reichsgrenze nördlich von Zalosze und östlich von Brovy sowie im Raume westlich von Dubno und im wolhyuischen Festungsdreieck stellte sich der Feind neuerlich an der gan­zen Front. Unsere Truppen befinden sich im Angriff. Auch bei unseren an der oberen Jastolda fechtenden Streitkräften dauern die Kämpfe fort. Die Russen wur­den aus einigen am Rande des Sumpfgebietes angeleg­ten Verschanzungen geworfen.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die auf dem südwestlichen Kriegsschauplatz im all­gemeinen eingetretene Ruhe hielt auch gestern an. Im Tiroler Grenzgebiet kam es bei der Mandronhütte (im obersten Val di Genova) und südlich von Mori zu klei­neren Gefechten, die mit dem Zurückgehen des Feitidec endeten. Im Raume von Flitsch nnd an einigen anderer Stellen der küstenländischen Front fanden Geschütz- unk Minenwerferkämpfe statt. Abends schlugen unsere Trup­pen einen heftigen Angriff auf den Südteil des Tol- meiner Brückenkopfes ab.

Der Stellvertreter des Chefs des General stabes. v. H o e f e r, Feldmarschalleutnaut.

Die russischen Riesenverluste.

DieBasler Nationalztg." meldet nach dem .,Hamv. Korr.": Die bis zum 15. August veröffentlichten Listen über die Offiziersverluste der russischen Armee, die fast genau ein ganzes Kriegsjahr umfassen, enthalten die Namen von 43124 getöteten, 161443 verwundeten und 18 605 vermißten Offizieren, zusammen 223142 Offizie­ren. Diese Zahlen dürften etwa 30 000 Offiziere enthal­ten, die mehrmals verwundet worden sind. Im Range eines Obersten nnd höher waren von diesen Offizieren 1997. Nimmt man das Verhältnis 1 zn 30 zur Berech­nung der Mannschaftsverluste, so wird man unter Ein­satz der reduzierten Zahl von 190 000 Offizieren auf einen russischen Gesamtverlust von etwa 5^ Millionen Mann kommen.

Rußlands Ultimatum an die Entente.

DerHamb. Korr." berichtet aus Budapest:Az Est" meldet: Laut eigener Athener Meldung "oll Ruß­land die Entente davon verständigt haben, daß es sich zu einem Sonderfrieden entschließen müsse, wenn die Offensive vor den Dardanellen nicht rasch zu einem Ab­schluß gelange.

Verlegung der Duma nach Moskau?

DieDeutsche Kriegszeitung" berichtet aus Basel: In -er russischen Duma ist zum ersten Male die Mög- nrhkeit erwogen worden, die Sitzungen'nach MosMi zu verlege«, indem ein Abgeordneter anfragte, ob in Mos­kau ein genügend großer Saal für die Sitzungen jetzt schon vollkommen eingerichtet werden könnte.

Der kommende Mann in Rußland.

w> Christiania, 4. September. (T.-N.)Aftenpo- sten" meldet aus Petersburg:Rjetsch" glaubt zu wissen, daß General Polimanoff zum Ministerpräsidenten er­nannt werden wird, weil die Umstände eine energische Regierung fordern.

Von der Westfront.

Die französische Schlappe am Lingekopf.

DieDeutsche Kriegsztg." berichtet aus Genf: Der Kommandeur der französischen Voqesenarmee glaubst dem Kriegsminister Millerand, der ihn anfangs dieser Woche besuchte, eine starke Erweiterung der Linie Linge- kopfBarrcnkopf versprechen zu können. Der in diesem Sinne verständigte parlamentarische Armeeausschutz er­fuhr durch Bekanntwerden des dortigen bedeutenden Ge- ländeverlnstes schmerzlichste Enttäuschung. Dem beherz­ten, wenngleich erfolglos gebliebenen Gegenangriff der Alpenjäger spenden Privatdepeschen verdientes Lob. Joffres Bericht verschweigt die ganze Affäre.

Da litt es mich nicht länger in meinem Versteck. Ich riß die niedrige Tür auf und trat vor.

Marga," rief ich,Marga, Du bleibst mein, und wenn alles um uns zusammenbricht."

Sie war aufgesprungen. Und dann flog sie mit einem Jubelschrei in meine ausgebreiteten Arme. Fest drtickte ich sie an mich, ganz fest.

Kommissar Hiller war an das Fenster getreten und blickte auf die Straße hinab. Ebenso der Protokoll­führer. Endlich versiegte« Margas Thräne«, und zart be­gleitete ich sie zu ihrem Stuhl zurück.

Eine halbe Stunde später durften wir gemeinsam das Polizeipräsidium verlassen. Der Sekiionsbefund die sonderbare Richtung des Schutzkanals, ließen Mar­gas Angaben vollkommen glaubwürdig erscheinen. Es lag daher kein Grnud vor, sie zurückzuhalten. Da Hit­ler fraglos absichtlch mir gegenüber jede Frage ver­mieden hatte, wie die beiden Schlüssel eben die Leiche gelangt waren, und ich mithin meinen Liebstahl nicht einzugestehen brauchte, gab man auch mir die Freiheit wieder, obwohl es ja noch ganz dunkle Punkte in diesem Drama aufzuklären gab, bei deren Klarstellung ich leicht in neue Schwierigkeiten hätte geraten können. Aber der Kommissar zeigte bei dieser Gelegenheit, daß er nicht nur Beamter, sondern auch Mensch war.---

Am Nachmittag desselben Tages berichtete ich dann meinen Verwandte« und Marga meine schwere Ver­fehlung. Ich fand schnelle gütige Verzeihung. Und Tante Johanna hatten wir es dann zu danken, daß auch Margas Eltern ihr einziges Kind, das für die eine in jugendlicher Unerfahrenheit begangene Torheit so hart gestraft worden war, in Liebe wieder aufnahmen.-- , Meine Abreise nach Windhuk wurde nun Wd) bis zum Januar verschoben. Am 3. dieses Monats führte der DampferKaiser" der Woermann-Linie "in seliges junges Paar seiner neuen Heimat entgegen.--

Was ich weiter erlebte, gehört nicht mehr in diese Aufzeichnungen. Nur eines will ich noch sagen zum Schluß: das ich an Margas Seite ein volles, restloses Glück gesunden habe.