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Zaren bald in London vertreten wirk Bon dem größ­ten Interesse ist aber eine Bemerkung in dem Berichte, ob im Falle eines deutsch-französischen Krieges England an die Seite Frankreichs treten werde. Baron Beyens schreibt:

Wir hätten den Beweis dafür, daß die Mitwirkung der englischen Armee und die Entsendung eines Ex­peditionskorps nach dem Kontinent von den Militär­behörden beider Länder ins Auge gefaßt worden war. Würde es heute noch ebenso sein, so müßten wir immer noch befürchten, daß englische Soldaten in Belgien ein- marschierten, um uns in Verteidigung unserer Neutra­lität dadurch beizustehen, daß sie sie von vornherein kom- promittieren.

Deutlicher konnte es gar nicht ausgesprochen werden, daß sich die belgische Regierung dessen bewußt war, daß für eine von dem englischen Generalstab im Einverneh­men mit der französischen Heeresleitung geplante eng­lische Landung in Belgien den Schutz der belgischen Neu­tralität nur ein Vorwand bildete. Daß dieses Ein­geständnis gerade aus dem Munde des Barons Beyens kommt, entbehrt nicht des komischen Beigeschmacks, weil der jetzige belgische Minister des Aeutzeren in derRevue des deux Mondes" in einem von gehässigen Angriffen und Verdächtigungen strotzenden Artikel über die bel­gische Neutralität die Schuldlosigkeit der belgischen Re­gierung nachzuweisen versucht hat.

Das letzte Schreiben des Barons Beyens und zu­gleich die letzte dieser Publikationen ist datiert vom 2. Juli und betrifft die von Oesterreich-Ungarn an Ser­bien gerichtete Forderungen aus Anlaß der Ermordung des Erzherzogs-Thronfolgers. Der Gesandte zweifelt nicht an der Mitschuld des serbischen Kabinetts, das die Augen geschlossen habe, um den Herd der anarchistischen Propaganda nicht zu sehen, fürchtet aber, daß aus einer Ablehnung der von Oesterreich-Ungarn verlangten Ge­nugtuung ein Konflikt entstehen könne. Man war in Petersburg seit langen Jahren gewohnt, mit politischen Mördern außerhalb Rußlands zu paktieren. Der mo­narchistische Gedanke spielte in der Politik nicht mehr mit, er war vor den panslawistischen Leidenschaften völlig in den Hintergrund getreten.

Dies war es, so schließt dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung", was den Weltkrieg unvermeidlich machte. Frankreich und England aber mußten sich als Beschützer der serbischen Mordgesellen an die Seite dieser stellen. Das war das Ergebnis der Politik, die sie aus Haß gegen Deutschland durch ein Jahrzehnt hindurch trieben. Ueberblickt man in Gedanken noch einmal die lange Reihe der belgischen Depeschen, so geben sie uns einen bündigen Beweis dafür, daß diese kühl beobachtenden Diplomaten eine klare Vorstellung davon hatten, daß ein kontinentaler Krieg eine ernste Gefahr für ihr Vater­land bedeutet, daß Deutschland alles, was an ihr» lag, getan habe, um ihn zu verhindern, daß das französische Volk ihn nicht wollte und nur von ehrgeizigen Politikern in einen Zustand überhitzter chauvinistischer Leidenschaft versetzt worden war, die jede ruhige Ueberlegung aus- schloß, sowie daß in Rußland der Ehrgeiz und die Rach­sucht Jswolskis sowie die panslawistische, deutschfeind­liche Presse einen Konflikt vorbereitet, und daß endlich die von König Eduard VII. eingeleitete und von Sir- Edward Grey fortgesetzte Politik diese Entwicklung her­beigeführt und ihr als Rückhalt gedient habe.

Der Krieg zur See.

Der Seekampf im Rigaischen Meerbusen.

Die Petersburger Telegraphen-Agentur meldet von zuverlässiger Seite Einzelheiten über die letzte Unter­nehmung der deutschen Flotte im Meerbusen von Riga: Die durch das Wetter begünstigten deutschen Schiffe, unter ihnen ein Dreadnought, konnten ungestört die Minen beseitigen. Indessen kostete ihnen dies einige Linienschiffe und einen Kreuzer, die auf Minen auflieferr und in die Luft flogen. In der Nacht zum 17. August schickten die Deutschen zwei ihrer besten Torpedoboote in den Meerbusen von Riga zum Angriff auf das alte LinienschiffSslawa", das ihre Operationen hinderte. Nach vergeblichem Suchen begegneten sie bei Tagesan­bruch dem TorpedobootNovik", das nach 20 Minuetn erbitterten Kampfes einen Schornstein des führenden deutschen Torpedobootes zerstörte, das Boot schwer be­schädigte und zur Flucht zwang. Das andere Torpedo­boot, das das beschädigte Schiff deckte, zog sich gleichfalls vom Kampfe zurück. Bald darauf sank das deutsche Torpedoboot.

Wir haben von unserem Admiralstab bereits gehör!, wie das Gefecht in Wirklichkeit verlaufen ist.

Kriegsallerlei.

Feindliche Bombenwürfe auf Offenburg.

Berlin, 24. August. (Amtlich. WTB.) Gestern abend warf ein feindlicher Flieger Bomben auf die au­ßerhalb des Operationsgebietes gelegene Stadt Offen­burg. Es wurde nur unbedeutender Sachschaden verur- facht. Zwölf Zivilpersonen wurden zum Teil schwer verletzt.

Reuter bestätigt den Munitionsüberschntz der Türken.

DieKöln. Ztg." berichtet von der schweizerischen Grenze: Nach schweizer Blättermeldungen stellt ein Sonderbericht von Reuter über die Kämpfe an den Dar­danellen fest, daß die Türken keinen Munitionsmangel litten. Daß vielmehr die Heftigkeit ihres Feuers von Woche zu Woche zunehme.

Volkserhebung in Persien.

a-P Kopenhagen, 24. August. (T.-U.) DieNowoje Wremja" meldet aus Teheran: Die Partei der soge­nannten Demokraten in Teheran veröffentlicht einen Aufruf an das persische Volk, das Joch der Entetemächte abzuschtttteln und sich zum Schutze des Vaterlandes zu erheben. Aus allen Teilen Persiens werde volle Anar- chie gemeldet. Die Demokraten bilden freiwillige Ab­teilungen.

Sie Schlacht bei ka Sassee and Arras.

(Lorettos chlacht.)

(Fortsetzung.)

Einzig und allein bei und südlich Neuville, wo man schon in engster Gefechtsberührung stand, kam es zu Nah- kämpfen. Sechs französische schwere Mmenwerfer feu- uüen in diesem Orte seit dem heutigen Morgen schon ruf die von uns besetzten Häusergruppen,- nichts diesem Servaltigen Nahkarnpfmittel Gleichwertiges hatten wir wt dieser Stelle entgegenzusetzen. Da sieht m dem durch uns wieder gewonnenen Ortsteil der Adjutant eines thüringischen Bataillons, ein Reserveoffizier der Feld- arttllerie, eine bayerische Feldkanone. Am 9. Mai hat­ten die Kanoniere sie verlassen müssen, Verschluß und Munition aber vorher versteckt. Auch diese findet der Offizier. Mit zwei Infanteristen bedient er auf das wirksamste diese Feuerwaffe int Häuserkampf, und mit ihr tritt er auch dem Nachmittagsangriff entgegen. In Ronoille selbst taun der Angriff zu keinen großen Er- «ebnissen führen. Oh dgs & Mx das andere HauS

mehr dem Femoe zusant, oas entscheidet keine Schlacht.

Aber aus dem Dorfe heraus gegen Thelus möchten die Franzosen Vordringen. Hier liegt 200 Meter östlich Neu- ville der Kirchhof, mit Mauern umgeben in freiem Feld. Achtzig Mann des anhaltischen Bataillons, das hier kämpft, halten ihn besetzt. Gegen 3 Hör nachmittags sehen sie südlich Neuville starke viergliedrige Schützen- linieu, denen dichtauf Unterstützungen folgen, vorgehen. Unser Feuer weist den Feiud ab. Noch nicht 4 Uhr ist es, da greift von Südwesten Infanterie an, und auf der Straße aus Neuville heraus

brechen Turkos hervor mit Handgranaten.

Im raschen Lauf wollen sie die kurze Strecke zurücklegen und den Verteidiger überrennen. Kaltblütig schießen un­sere Musketiere die Feinde nieder. Die sehen, so geht es nicht. Man muß andere Mittel holen. Artillerie und Mmenwerfer setzen ein, Grabsteine splittern, Kreuze, Kränze und Särge werden zerrissen, die Besatzung fast vernichtet. Um %7 Uhr abends beschließt der Kompagnie­führer den Rückzug. Nicht wett geht es, nur gerade aus der Geschoßgarbe heraus. Freiwillig aber bleiben ein Unteroffizier und zwei Mann zurück, um in der West- spitze des Kirchhofs mit Handgranaten die Kameraden zu decken und für sie Zeit zum Eingraben zu gewinnen. Dann erst kann der Feind nachdringen, um

einer neuen lebenden Mauer gegenüber zu stehen.

Im Labyrinth sind noch dieselben Truppen, die dort am 9. Mai gesümpft haben. Auch sie haben nur mehr eilte bei Tag nicht gangbare Verbindung nach rückwärts. Wie es bet yteuviUe steht, ahnen sie nicht. Sie sehen dort nur Rauchschwaden und Flammen. Ob wir das Dorf besitzen oder der Feind, ist ihnen nicht besannt; ob sie im Osten schon abgeschnitteu sind, sie wissen es nicht. Von alten Seiten hageln Granaten, Minen, Jufanteriege- tchosse in die Trümmer, die einst ihre Gräben waren. Von West, Nord und Süd versuchen die Franzosen vor= zudrulgeu. Das Regiment hält aus und erfährt am Abend, daß der große feindliche Angriff abgeschlagen ist, daß die Kameraden auch gehalten haben.

So warun diesem Dienstag, einem herrlichen, war» men Sommernachmittage,

der zweite gewaltige Ansturm der Franzosen zusammen-

_ gebrochen.

Was sie gewollt, ergab ein Befehl, den ein östlich Grenay gefangener Offizier bei sich trug. Hiernach rech­nete General Joffre unbedingt damit, daß am heutigen Tage Loos, am folgenden Freitag die große Kohlenstadt Lens in die Hände seines linken Flügels fallen müsse. Die Abendmeldimge» dürften den französischen Oberbe­fehlshaber etwas enttäuscht haben. Statt der Nachricht eines Erfolges werden sie die Kunde erhalten haben, daß die französischen Truppen zu einem großen einheitlichen Angriff für die nächste Zeit überhaupt unfähig seien.

Daher finden wir in den folgenden 14 Tagen eigent- lich nur mehr an zwei Stellen Kämpfe, in der Gegend der Lorettohöhe und bet Neuville.

Aber was die Schlacht damit an Ausdehnung eittge- bußt hatte, das verlor sie durchaus nicht an Heftigkeit. Immer wieder vermochten die Franzosen auf diesen schmalen Fronten neue, teils ganz frische, teils lange ausgeruhte Kräfte heranziehen. Zum ersten Male traten in diesen Kämpfen das in. französische Armeekorps, die 53. und 55. Infanterie-Division uns hier gegenüber. Zwar trafen auch auf deutscher Seite einige Verstärkun­gen ein, doch weder Infanterie noch Artillerie konnte sich an Zahl mit dem Gegner messen. Diese zählte außer­dem beim Feinde besonders viele schwere Kaliber und wurde durch eine anfänglich weit überlegene Luftauf­klärung unterstützt. Trotz größtem Schneid vermochten unsere Flieger mit den vorerst zu Gebote- stehenden Ma- schiuen den schwer bewaffneten Kampf-Flugzeugen der Franzosen nicht gleichwertig entgegenzutreten.

Die Kämpfe im Einzelnen zu schildern, ist hier nicht der Platz. In den Regimentsgeschichten der beteiligten Truppen werden diese Tage eine Glanzzeit des Helden­tums und der Entsagung sein. Gerade hier zeigte der Einzelne, was er wert war.

Ein Leutnants- und Soldatenkrieg spielte sich in den Gräben und Ruinen ab.

Vergeblich versuchte man am 12. Mai die Verbin- dung mit Carency zu verbessern. Mouliu Malou, das die Franzosen wieder genommen haben, wird am Mor­gen erneut erobert; aber ein Angriff bayerischer Jäger am Abend vorn Kirchhof Svuchez aus auf dem Höhen- raude mißlingt.

Und zu dieser Zeit erfüllt sich das Schicksal der tapferen Verteidiger von Carency. Noch einmal tat in der Nacht vorher niederrheinische Landwehr sie mit eini­ger Verpflegung und Munition versehe», dann aber ist der Feind auf der Höhe 125 nördlich des Dorfes durch- gchrochen. Einige Häusergruppen sind in seiner Hand, ei Einbruch der Dunkelheit dringen von Osten Znaven ein und reichen den Stürmkolonnen der anderen Fron­ten die Hand. Die letzten Tapferen fallen in Feindes Gewalt. Gleichzeitig nimmt der Feind wieder Moulin Malon. Damit ist der Besitz des Hauptteils von Ablain wertlos geworden. Der hier kommandierende General befiehlt, das Dorf bis zur Kirche zu räumen, wo An'chluß an die Lorettostellung ist. Ohne gedrängt zu werden, ge­lingt den Badenern die schwierige Ausführung. Auch oben auf der Lorettohöhe nahm der Feind an diesem Tag den Steinhaufen, der die Reste der Kapelle darstellte. Weitere Vorstöße von dort herab führten zur Vernich­tung der Franzosen. Ein tapferes schlesisches Reserve- Reginrent konnte sogar im Sturm in der Nacht vom 14. auf den 15. Mai wieder einen Teil der Gräben aus der Höhe nehmen, nachdem am Abend

ein Angriff von fünf französischen Bataillone» an der Straße SouchezAir-Roulette abgewiesen war.

(Schluß folgt.)

Vermischtes.

Hi»renb»rg ist da! Einem Feldpostbrief aus Flan­dern entnimmt dieB. Z. am Mittag" folgende nette Episode: Als wir vor drei Tagen wieder einmal in einemschönen und angenehmen" flandrischen Schützen­graben lagen, tarn plötzlich der Befehl, einen über uns kreuzenden feindlichen Flieger zu beschießen. Da dies nur auf ausdrücklichen Befehl geschehen darf, beteiligten sich natürlich alle mit Feuereifer, und wir knallten hinaus, was' Zeug hielt. Durch das wilde Geschieße mußten nun die uns gegenüberliegenden Franzosen den Eindruck gewonnen haben, daß unser Graben besser als sonst besetzt sei. Kaum hatte die Knallerei etwas nach­gelassen, als im französischen Schützengraben ein großes Schild emporging:Ihr habt wohl Verstärkungen aus Rußland erhalten?" Im Handumdrehen war unser Amwortschild aus weißen Sandsacken fertig:Ja­wohl, Hindenburg ist mit seinerArmee hier!" Nun hatte Ihr das Geschrei der Franzmen hören sollen:X.uel Malheur! Ouel Malheur!" Wenn die gesehen hätten, ! wie wir im Graben gelacht haben . . . :

Nachricht »ach einem Jahre. Wieder wird ein Fall ; gemeldet, in dem ein als tot betrauerter Krieger nach langer Zeit Kunde von sich gab. Die Familie des Zim- » iwmaiMfi Luauü Kaau in Gellow.bei Potsdam erhielt 1

dieser Tage nach einjähriger schmerzlicher Warlezel einige Nachrichten von ihrem tot geglaubten Sohn Otto Dieser war feit Ausbruch des Krieges mit seinem Re­giment im Felde und hatte seit Mitte August v. I. kein Lebenszeichen mehr von sich gegeben. Zuverlässige Wart), richten blieben aus. einmal verlautete, man habe seinen Leichnam in einem Walde Ostpreußens gefunden und begraben, ein andermal wurde er als vermißt gemeldet. Jetzt ist von iljm selbst die Kunde gekommen, daß er sich wohlbehalten in Beresomka in Sibirien in russischer Gefangenschaft befinde. Otto K. gab in seinem Briefe seiner Verwunderung darüber Ausdruck, daß er, obwohl er oft geschrieben, noch nie eine Antwort erhalten habe. Bei den Postverhältnissen Rußlands ist das natürlich kein Wunder.

29 Jahre im Zuchthaus und dann begnadigt. Nach Verbüßung einer Zuchthausstrafe von 29 Jahren wurde durch den Großherzog von Hessen der Metzger Wilhelm Oldendorf aus Wersau im Odenwald begnadigt und sofort aus der Strafanstalt entlassen. Er hatte im Jahre 1886 gemeinsam mit dem Schlosser Kern in der Villa Fach in Darmstadt einen Einbruch verübt, den Ptaler Fall) im Bett erschlagen und dessen Frau febwer verletzt. Beide Täter stellten vor dem Darnistädter Scluvurgericht die Tötungsabsicht in Abrede, wurden aber wegen gun- lifizierten Raubes zu lebenslänglicher /juchthausstrafe verurteilt. Der jetzt wegen seiner guten Flihrung Be­gnadigte steht im 50. Lebensjahre.

Kriegshumor. Aus dem Schützengraben. Mehrere Offiziere verschiedener Kompagnien sitzen im Unterstand beisammen. Das Gespräch dreht sich gerade um die Disziplin, deren Aufrechterhaltung im Schützengrabett- krieg wobt schwer ist. Nachdem der Führer einer aktiven Compagnie seine Musketiere besonders gelobt hat, sagt der Führer einer Landwehrkompagnie, daß man nur erst seine alten Landwehrleute sehen müßte, die den ak­tiven Soldaten in militärischen Formen nicht unchstän- den. Da will es der Zufall, daß sich gerade die Gestalt eines Landwehrmannes zum Eingänge hineinschiebt mit den Worten:Harr Laitnant, ick wollt mo fragen, ob ick »ich eenen Priem kriejen kann, ick kenn sonst »ich mehr arbeeten." Betrachinng.Deutscher Volk doch Bar- barer-Bvlk schmiert sich Ludär Seife ins Gesicht, statt daß frißt."

Eine brave Tat.

Bei der heutigen Art des Bewegungskrieges, wo jede Partei ein Vordringen der anderen mit allen er­denklichen Mitteln aufzuhalten sucht, treffen unsere Truppen nicht selten auf wochenlang vorbereitete be­festigte Stellungen. Diese müssen, um den Erfolg des Attgriffs sicher zu stellen, genau erkundet werden. Hier ist es Sache des Pioniers, über Borgelände und Art der Befestigung Ausklärung zu schaffen.

Bei einem der letzten Kämpfe sollte sestgestellt wer­den. ob die vorliegende Höhe vom Feinde frei oder be­festigt wäre. Da dichter Wald jede Spur des Gegners verdeckte, wurden zwei Patrouillen 2. Feldlompaguie 1. Pionier-Bataillons Nr. 10 vom K. Armeekorps zu je einem Unteroffizier und drei Pionieren zur Aufklärung vorgeschickt. Hierbei stieß eine Patrouille unvermutet auf die rechte Flanke einer vorgeschobenen russischen Stellung. Kurz entschlossen wagten die vier Brave>c den Sturm und entwaffneten, begünstigt durch dichtes Unier- Holz, 1 Offizier und 70 Mann, die sofort hinter unsere Linien gebracht wurden. Von den Gefarigeueu erfuhren die Pioniere, daß aus der anderen Seite des benntzten Weges sich eine weitere stark befestigte Stellung befände. Durch den ersten Erfolg angefeuert, beschloß die erste Patrouille, verstärkt durch die inzwischen eingetroffene zweite, die Stellung zu nehmen. Unbemerkt gelangten sie bis ans 30 Meter an den Feind und stürmten dann unter donnerndem Hurra die Stellung, in der der über» raschte Feind kaum eine Abwehr versuchte. Deutscher Schneid machte jeden Widerstand nutzlos. Zwei Offiziere und 107 Mann, 2 Maschinengewehre, die volle Zahl der Gewehre, große Mengen Munition und eine Kompagnie- kasse waren der schöne Erfolg der mutigen Tat.

Nachdem diese Beute der später hinzukommenden Infanterie zum Zurückschasfen überarbeit war, gingen beide Unteroffiziere mit vier Pionieren nochmals vor, um durch Erkliuden des weiter rückwärts gelegenen Ge­ländes ihre Aufgabe völlig durchzuführen. Ungehindert gelangte die Patrouille durch die eben eroberten Stellini - gen und stieß wenige hundert Meter weiter wieder auf den Feind. Anscheinend handelte es sich um eine tn= zwischen vorgeschobene starke Sicherung, da der Verlust der vorderen Stellungen nicht nnbeinerkt geblieben sein konnte. Der Feind hatte von der bis auf 100 Meter her- angekommenen Patrouille noch nichts bemerkt. Nach kürzern Ueberlegen wurde beschlossen, den an Zahl über» legenen Gegner zu überrumpeln und vorwärts gings in schnellstem Ansturm dem Feinde entgegen. Ehe dieser zum Schuß fonuneu sonnte, hatten sich die todesmutigen Pioniere auf ihn geworfelt und ihm die Waffen entrissen. Nur wenigen gelang es, zu entfommen. Zwei Offiziere und 34 Mann mußten sich wohl oder übel ergeben. ;Hafcb wurden die Gefangenen zurückgebracht, ehe durch die Entflohenen Verstärkung herangeholt werden konnte. Als beste Erkundung der feindlichen Stellungen war ihre Eroberung erreicht worden. Die Gesamtbeute betrug 5 Offiziere, darunter 2 Hauptleute, 271 Manu, 2 Maschi­nengewehre, sämtliche Waffen, viel Munition und eine Kompagniekasse. Als Anerkennung dieser schneidigen, erfolgreichen Erkundung wurden die beiden tüchliggu, auch sonst bewährten Unteroffiziere, wovon der eine Kriegsfreiivilliger ist, zu Vizcfetdwebetn befördert und erhielten das Eiserne Kreuz 1. Klasse, während die Mannschaften das Kreuz 2. Klasse erhielten.

Weitere Drahtnachrichten«

Was Joffre meldet.

^ Parts, 25. August. (WTB ) Der gestrige Nach­mittagsbericht meldet: Es fanden einige örtliche Ak­tionen nachts im Abschnitt von Arras statt. Am Schrat mämiletopf konnte der Feind das ihm genommene Ge­lände trotz mehrerer Gegenangriffe nicht zurückerobern. Am Barrenkopf behaupteten wir gleichfalls unseren Ge­winn. Auf dem Kamm von Svndernach wurden dentlche Angriffe zurückgeworfen.

Ei» englische General gefalle».

^ Haag, 25. August. (WTB.) Nach dem ,,Nieuw« Courant" ist der britische Brigadegeüeral Baldwin in den Dardanellenkämpfen gefallen.

Die Londener Zeppelinarbeit.

»-»- Basel, 25. August. (WTB.) Ein aus London hierher zurückgekehrter Mitarbeiter der-Siationalzta." bestätigt, daß der Angriff der Zeppeline auf London be« trächtlichen Schaden angerichtet hat, namentlich tat Vier­tel der Docks im Osten, wo eine Anzahl Häuser yjcübrt worden sei. An jenem Abend habe man in diesem Viertel überall den Schein brennender Häuser gesehen. Von den Zeppeltnev habe man nur das Surren der Pro­peller KbM