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lösten gemacht haben, rann man -araus erkennen, -atz der Kreisbogen am 15. August noch über Sokolow- Sieölce-Radzyn-Wloöawa ging. Wlodawa liegt z. B. ungefähr 30 Kilmeter südlich von Slawatysze. Der An- ariff erfolgt durch die beiden geschloffen vorrückende,» Armeegruppen «»»« sowohl von Süden wie von Süd- westen'und von Westen aus. (Z.)

Don der Westfront.

N Joffres Bericht.

®-$d Paris, 18. August. (WTB.) Der Bericht von gestern nachmittag meldet: Ziemlich lebhafte Kanonade auf verschiedenen Stellen der Front. Handgranaten- kämpse in den Argonnen bei Fontaine aux Charmes und bei Hautechevauchäe. An letzterer Stelle kamen die Deut­schen am Montagabend aus ihren Schützengräben her­aus und gingen zum Angriff über. Unser Feuer warf sie aber zurück.

Die Kämpfe bei Ypern.

te* London, 18. August. (T.-U.) Ein englischer Offizier gibt einem Vertreter derLiverpool Daily Pvst" folgendes Stimmungsbild über die Gefahr in den von Flammen eingehüllten Laufgräben im Osten von Npern. Die neue deutsche List war, so ergänzt der Of­fizier, eine Ueberraschung für uns. Alles, was in der Umgebung nur brennen könnte, erschien von Flämmchen bedeckt zu seiu. Außer der intensiven Hitze, die uns röstete, fühlten wir ein brennendes Gefühl in unseren Kehlen und wir bekamen einen solchen Durst, daß wir das ganze Meer hätten leer trinken können. Unsere Sol­daten wichen langsam zurück, da die Hitze unerträglich wurde. Das Terrain, woraus wu vertrieben waren, war ein Feuermeer, wie wenn jemand Spiritus- oder Oelfässer ausgegossen und alles dann angezündet hätte.

Die französische Ministerkrise.

^ Haag, 18. August. (T.-U.) Wie nach derDtsch. Tgztg." eine hier vorliegende Meldung besagt, muß noch in dieser Woche die Entscheidung in der französischen Regierungskrise erfolgen. Präsident Poincaree soll mit seinem Rücktritt drohen, falls das Ministerium Viviani gestürzt wird. Man vermutet, daß die radikale Partei vor einer Präfidentenkrisis zurückschrecken wird, doch drängt die starke Kammerpartei auf eine Demission des Ministeriums.

Das Verbot der Zeitung Clemencaus, desHomme mcüaine", hat in Paris großen Unwillen erregt. Be­sonders die sozialistischen Blätter wenden sich mit ver­doppelter Schärfe gegen dasMaulkorb-System" der Regierung und fügen dem langen Sündenregister des Kabinetts Viviani noch die lächerlich strenge Zensur hin­zu. Die Nachricht von der Solidaritätserklärung der Re­gierung hat immer noch keine Bestätigung gefunden. Wahrscheinlich wird Viviani versuchen, unter Aufgabe Milleranös durch ein Kompromiß sein Kabinett zu retten. Die Haltung der radikal-sozialistischen Partei ist nach wie vor ungewiß.

Englische Verstärkungen blinder Lärm.

Betreffs der hartnäckigen Gerüchte wegen Eintref­fens englischer Verstärkung« in Frankreich bemerkt nach einer Genfer Meldung derDtsch. Tgztg."Guerre mon- diale": Joffre hätte, falls Verstärkungen angelangt, das größte Interesse, die Sache geheimzuhalten: weil aber jedermann davon spreche, sei es der beste Beweis, daß die Sache nicht existiert.

DerRoyal Edward" mit 1000 Mann gesunken.

»s* London, 17. August. (WTB.) Reuter meldet: Der englische Trausportdampfer, der am 14. August im Aegätschen Meere von einem Unterseeboot torpediert wurde, hießRoyal Edward". Er führte 220 Mann Be- satznng, 1350 Mann Truppen mit 82 Offizieren. Soweit bekannt, sind 600 Mann gerettet worden.

Die Mannschaften des versenkten Transportdam­pfers bestanden hauptsächlich aus Verstärkungen für die 29. Division und aus Sanitätspersonal.

Ein englisches Schilvvürgerstückchen.

Amsterdam, 17. August. (WTB.) DieAssociated Preß" berichtet aus Southend, daß dort zwei Kompag­nien Territorials Mitte Juli ein eigenes Flngzeng her- nntergeschossen haben. Man versuchte, den Vorfall tot­zuschweigen.

Der Balkan.

Die Stimmung in Griechenland.

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** Sosfia, 18. August. (T.-U.) Die ZeitungMu meldet nach derTgl. Rdsch." aus Athen: Im ganz^ Lande dauern die Einwrnchsk«ndgebnngen gegen den Bierverband an. In Athen kam es zu großen Ansamm­lungen vor dem Kriegsministerium. Man sah in der Menge zahlreiche Offiziere in Uniform. Die Häuser des englischen und französischen Gesandten wurden durch starkes Polizeiaufgebot abgefperrt. Am Tage der Kam- mereröffnung waren über vierzig Volksversammlungen in Athen anberaumt.

Der König hat den Rücktritt des Kabinetts ange­nommen und Venizelos ersucht, Mittwoch vormittag zu einer Besprechung zn ihm zn kommen.

Bulgariens Interessengemeinschaft mit den Zentral- mächten.

o-t Wien, 18. August. (T.-U.) Der bulgarische Ge­sandte Rigow hat sich tiach demB. T." zu dem Korre­spondenten der Bukarester Blätter, Villag, geäußert, daß Bulgarien außer der politischen eine wichtige wirtschaft­liche Interessengemeinschaft mit Deutichland und Oester­reich-Ungarn habe, nämlich die große Wirtschaftsstraße der Zukunft, die an der Nordsee Beginne und über Bul­garien nach Konstantinopel und dann auf der Bagdad­bahn nach dem indischeil Ozean führe. Bulgarien habe keine Lust, der Straße fern zu Bleiben.

Rußland und die Balkanstaaten.

Nowoje Wremja" schreibt: Der serbische Kron- prtnz hatte am 14. Juli 1914 gedrahtet, er sei bereit alles anzunehmen, was der Zar verlange. Jetzt sei der Augenblick gekommen, wo Serbien sein Versprechen

erfüllen müsse. ,

Rietsch" empört sich gewaltig über die Haltung Griechenlands, D Note des Vierver­bandes sofort veröffentlichte und im ganzen Lande eme Agitation erweckte, die geeignet sei, E serbischen Wi- derstand aeaen die Vorschläge des Vierverbandes zu Ä S gaw Ären ®rl*nl^ nur als eine bösartige nnd unverschämte H^"^^^§7 rung aufgefaßt werden. Der.Vierverband bitte nicht Hilfe, sondern wolle nur eine endgültige Regelung Balkanverhältnisse herbeiführen und den Krieg rasch

um der

beenden.

Der deutsche Glückwunsch für Kaiser

Franz Joseph.

Zu Kaiser Franz Josefs 85. Geburtstag schreibt die Nordd. Allg. Ztg." u. a: Schwere Prüfungen, aber auch herrliches und erhabenes Erleben hat das ver­gangene Jahr dem greifen Helden^ifer gebrächt. Der Kaiser mußte erleben, daß ein Teil dieses Reiches den ^aenüen und brennenden Scharen jenes Stände# LUV

£Wr fiel, dessen erstes Ziel war, die HeimatSkunur und die nationale Selbständigkeit des Landes zu ver­nichten, dem er angeblich als Befreier nahte. Der Ab­fall Italiens, das unter Mißachtung feierlich beschwo­rener Verträge seinem BunoGgenoßen in dem Augen- blick furchtbarster Kämpfe in den Rücken fiel, war die zweite schwere Prüfung, die dem Kaiser im Laufe des letzten Jahres beschieden war. Aber wie herrlich hat Gottes Gnade seitdem über seinem Haupte gewaltet! Er durfte die gewaltigen Waffentaten seiner mit unver­gänglichem Ruhm bekränzten Heere schaue»», die, die russischen Scharen aus den heimischen Gefilden ver­drängend, die feindliche Grenze überschritten nnd jetzt in der Verfolgung den einstmals gefürchtete« Gegner in mächtigen Stößen vor sich verdrängte. Der greife Monarch ist uns eine Verkörperung des Bündnisgedau- kens, der Deutschland mit Oesterreich-Nngarn vereint, der uns Jahrzehnte den Frieden gewahrt hat, nnd der uns nun im Kriege, den wir Schulter au Schulter durch- kämpfen, noch fester und unlösbarer zusamme«geschmie- det hat.

Die Gefühle des Reichskanzlers für den greisen Kaiser.

o-r Berlin, 18. August. (T.-U.) Dem Berliner- Korrespondenten desNeuen Wiener Tagblattes" wur­den nach derBerl. Mp." nachstehende Aeußerung zur Verfügung gestellt, die der Reichskanzler dieser Tage im Hinblick auf den Geburtstag des Kaisers Franz Josef einer politischen Persönlichkeit gegenüber getan hat: Daß wir den Geburtstag des Kaisers und Siegers Franz Jolef wie unsere eigenen Feste feiern, ist althergebracht. Der Kaiser hat in den deutschen Herzen einen unzerstör­bar festen Platz. Seine persönliche Verehrung für den Monarchen hat nur noch gesteigert werden sönnen durch den Anblick der unbeirrbaren Festigkeit, mit der der Kaiser in diesem Weltstreit auf seinem Platz steht. Das Banner Habsburgs, das mit unseren Palmen durch so viel Schlachte« getragen worden ist, grüße»» wir am 85. Geburtstage des Kaisers mit stolzen Gefühle«.

M Sengen der Bnlfsernnljriiiig

beschäftigte sich der Reichshaushaltsausschuß in seiner jüngsten Sitzung. Staatssekretär Dr. Delbrück erklärt u. a.: Der Aus­hang der Preise in den Läden habe keine besonderen Erfolge ge­zeitigt. Vielleicht sei zu erwägen, ob nicht den Gemeinden das Recht zu geben fei, die Verkäufe zu übermäßig hohen Preisen zu untersagen.

Maßnahmen gegen Kriegswucher

seien getroffen, um dein Rechtsgesübl des Volkes genug zu tun und um das Schimpfliche zu bekunden, das in den Wucherpreifeu liege. Vielleicht könne man dazu übergeben, solche Gewerbetreibende für die Dauer des Krieges als unfähig für die Weitersührung ihres Gewerbes zu erklären. Vielleicht fei auch in besonders schweren Fällen der Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte in Er­wägung zu ziehen. Ein Regierungsvertreter gab

ein Bild von der voraussichtlichen Ernte.

Der Roggen bringt eine schwache Mittelernte, der Weizen eine gute Mittelernte. Die Aussichten in der Kartoffelernte seien er« treulich. An Getreide'nehmen wir 7 Millionen Doppelzentner mit in das neue Wirtschaftsjahr. Bezüglich des Hafers sei aus eine Erhöhung der Tagesration von drei Pfund nicht zu rechnen. Weiter verbreitete sich der Regierungsvertreter über die Frage der Futtermitel; dies fei der dunkelste Punkt in der Nahrungs- frage, da er mit der Milch- und Fleischsrage unmittelbar zu- sammcnhänge. Es würde eine Hauptaufgabe der Wirtschafts­politik sein, der Futtermittelnot zu steuern. Der Normalverbrauch an Zucker sei für das neue Jahr gesichert- Das erhöhte Quan­tum zu beschaffen, mache Schwierigkeiten. Ueber

die Kartoffelfrage

sprach sich der Redner zuversichtlich aus. Bei einer einigermaßen günstigen Witterung sei mit einer Ernte von etwa 50 Millionen Tonnen zu rechnen. Die menschliche Ernährung fordere im Höchst­maß 15 Millionen, die Saat 7 Millionen. 23 Millionen Tonnen seien für Futterzwecke verwendbar. Die Reichsstelle für Kartoffel- versorgung habe 13 Millionen Zentner beschaff; über 10 Millionen hatte sie wirklich zur Verfügung, und sie hat diese Mengen teils an Abnehmerverbände, teils an Stärkefabriken, Trocknereien und Brennereien abgesetzt. An Reibungen und Differenzen habe es bei der Abwicklung nicht gefehlt, aber int großen und ganzen habe die Abwicklung sich befriedigend gestaltet.

Die Fleischfrage

bietet für die Zukunft ein befriedigendens Bild. Eine Fleischnot werde es im allgemeinen nicht geben. Bezüglich der Preisge­staltung werden Maßnahmen getroffen, um die Höhe der Preise einzuschränken. Ein anderer Regierungsvertreter verbreitete sich über die Mehlfrage, über die Vorräte, den Bedarf, den Mahllohn samt den Nebenkosten. Die höhere Spannung zivischen Mehl- und Getreidepreisen erkläre sich teilweise durch die Kriegsverhalt- nisse mit ihren verteuerten Wirtschaffsbetrieben.

Vermischtes.

Eine folgenschwere Granatenexplosion. Der dem La- aer Lechfeld als Landsturmmann ungeteilte Munchmwr Bäckermeister Pledl hatte «ach derTgl. Rdsch." trotz Berbvrs des Generalkommandos einen Blindgänger mit nach Hause genommen und wollte diesen seinen Freun­den und einigen in seinem Laden anwesenden Leuten zeigen. Plötzlich fiel die Granate zu jodelt und explo­dierte unter furchtbarem Krach, den man stranenweit vrnabm Fünf Personen lagen jammernd und stöhnend M"ihrem Blute am Boden. Schwer verletzt wurden fer­ner zwei Söhne des Bäckerineisters, verletzt ferner der Meister selbst und ein im Laden anwesender Bursche. Ein anderer Bursche wurde durch den Luftdruck durch die Tür auf die Straße geschleudert.

Ueber den gefährlichen Scheckschwindler, der in Halle iünast festgenommen wurde, wird noch bekannt: Adolf Kind war zuletzt als Postassistent bei dem Postamte in Teichs bei Rudolstadt beschäftigt.. Unter dem Namen Karger und Kachler hatte er sich in Halle und Leipzig mehrere Zimmer gemietet. Von dort aus führte er den Briefwechsel mit einer Großbank. Neben den Nieder- Mssunaen in Frankfurt, Darmstadt und Leipzig ver­achte Kind auch mit der Niederlassung der Bank in Dresden in Verbindung zu treten. Die von dort aus ^«gezogene Auskunft war aber so ungünstig, daß man davon Abstand nahm, demIngenieur Karger" ein Konto zu eröffnen Weiter versuchte Kind auch mit einer

St in Chemnitz in Verbindung zu kommen. Äm Dmüof in Halle wurde Kind in dem Augenblicke verhaltet als er den Zug nach Leipzig besteigen wollte, um dmt d^s Geld zu erhebe«. Er legte ein umfassendes Gestattdi^s ab. ^ 6et derzeitigen Arbeitsleistung der Reichspost ergibt eine beim Briefverkehr vorgenom­mene LaMung, daß einschließlich, Briefverkehrs nach dem Felde gegenwärtig im Reichspostgebiet täglich 25,8 M»l- Nonen Briessendungen aufgeliefert werden. Im letzten Friedensjahr 1913 machte die Tagesauflieferung im Reichsvostgebiet 17 Millionen Briefsendungen aus. Die jetzige Tagesauflieferung ist daher gegen 1913 um 8,8 MUmLn SLndKnaen größer, das sind 52 Prozent. wäL-

rend die Durcoimittttiifflc immune Steigerung venn Bliest verkehr sonst nur sieben bis acht Prozent, für zwei Jahre also 15 Prozent betrügt. Der gesamte Feldpostverkehr (nach und vom Felde), sowie innerhalb des Reichspost­gebiets) umfaßt jetzt im Reichspostgebiet (Bayern und Württemberg nicht einbegriffen) täglich 16,4 Millionen Sendungen, mithin annähernd soviel als 1918 die ganze Tagesauflieferuttg im Retchspostgebiet tiberhaupt be­trug. Bei der Bewertung dieser bedeutenden Leistungen darf ittcbi außer Betracht gelassen »verden, daß den hei­mischen Postbetrieben durch den Krieg drei Zehntel der Beamten, fast die Hälfte aller llnierbeamteiL ba^ find weit über 80 ooo Mann, entzogen sind, und daß die Reichspost dafür mit nklitbeamteten Aushilfskräften ar­beitet, die erklärlicherweise öfter wechseln und deren tech­nische Gewandtheit der des Berufspersonals «achsteht.

Krtegshymor. Das kommt davon. (Römischer Di­alog.) Wie viel hast dn Kriegsanleihe gezeichnet? Ich? Keinen Solodo! Warum? Weil ich keinen habe. Und d«? Auch keinen, weil ich kein Esel bin. Wieso? Die Regierung hat gesagt, daß dieser Krieg ein militärischer Spaziergang sein werde. ®a werd' ich doch «ich so dumm sein und die Soldaten fürs Spazie­rengehen zahlen.---Das Nächstliegende.Haben Sie kein Feldglas, Stampflinger?"O ja, Herr Leitnani, aber es geht nur a Halbe hinein."

Aus Mlaus teivenszeil.

Den» Briefe einer Deutsch-Baltin aus Mitau, der derPost" zur Versligung gestellt wird, entnehmen wir die folgende ergreifende Schilderung der schwere»» Prit- fungen, die die Stadt in der letzten Zeit durchlebt hat:

Unsere Herzen sind voll großen Dankes zu Gott, der uns endlich erlöst hat. Die Wasser gingen allzu hoch über unsere Seele aber Gott sei gelobt, der uns ge­holfen hat. Nun sind die Deutschen hier in Mitau, und man hat ein Gefühl des Geborgenseins. Wie unbe­schreiblich schwer dies letzte Jahr war, sann man kaum lagen: europäische»» Ohrelt muß es wie Lüge klingen, wenn wir alles erzählen wollten Gott sei Dank, es ist vorüber für uns hier. Alle unsere armen Mtcnfcfycn in der Verbannung, die möge Gott in seinen besonderen Schlitz nehmen. Man mag gar nicht daran denken, was denen noch bevorsteht den Landeskindern von der ei­genen Regierung! Aber Gott ist stärker als die Mellschen- boshett. Das haben wir die letzten Tage so herrlich er­fahren. Als die Deutschen immer näher kamen, wurde hier voll den Russell vieles verwüstet, Fabrikell ge­sprengt, verbrannt, Nahruligsmittel vernichtet und weg­geführt. Die letzten Nächte war man ganz umgeben von Feuerschaden, und Gouverueur und Kosaken hinderten die Löschnrbett.

Zum Sonntag sollten die Kosakelt die Läden plün­dern. Sie hatten sich besprochen, wer welche Straßen nimmt lind zogen in Rotten aus, die Offiziere ermun­terten sie. Nachdem sie dann über Weinläden Her-gefal­len waren und sich schrecklich beträufelt hatten, wurde es immer schlimmer, und wir fühlten uns wie David in der Löwengrube zwischen Letten und Russen: und dann kam das deutsche Heer immer näher, und es pfiff und heulte durch die Luft und im Holzhause im Garten, gleich vor meinem Fenster wurde eine Scheibe von einem Granat- splitter eingeschlagen, und doch hatte man immer das Ge­fühl: Gott ist unwandelbar gnädig und was sönnen uns Menschen tun? Mama und meine Schwester waren sehr ruhig. Die anderen Bewohner des Hauses hatten sich im Keller eingerichtet. Mama sagte, hier und dort ist Gott - wo soll ich hinKyen? So saßen wir ruhig im Badezimmer, das keine Fenster nach außen hat. Spä­ter, als Mama sehr müde wurde, legte sie sich mitten im lautesten Kanonendonner auf ihr Bett und schlle ruhig und als sie wieder munter wurde, war alles st ll, unk am Ende unserer Straße sah man deutsche Soldaten! Sie faltete die Hände, und die Tränen rollten, und die Sol- daten zogen in solchen Mengen vorbei, und viele grüß­ten und wuiften, und Mama nahm eine große Decke von ihrem Arbeitskorb und willkte mit Macht. Uns ist dies eine Erlösmig aus einem unleidlichen und unwür­digen Joch. Weliu der Herr die Gefangelien Zivns er- lösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden. Nur» haben wir doch endlich ein Vaterland. Gott fei gelobt dafür! ....

sagen, wie es war, alles war

Wollte Gott doch endlich Frieden geben und dann unsere armen Verbannten (viele Deutschbalte« sind von der russischen Regieruilg verschickt worden) heil und ge» fund heimführen. Mir ist es ganz ungewohnt, einen Brief zu schreiben, ohne Angst und ohne zehnmal Umdreheu und Beprüfen jedes Wortes, ob es einen nicht etwa in die Verbannung bringen wird . . . Ja, ich kann nich! sagen, wie es war, alles war ganz still, ganz öde, nur am Ende der Straße sah man fremde Menffhen (deutsche Soldaten) stehen, die doch so bekannt und lieb aussahen Bald daraus flutete es in die Stadt, frisch, fröhlich, kein Kranker dabe, alles lebendig und froh, und so viele . . . Jetzt wird eifrig gearbeitet nnd viel Wasser verbraucht .smuptsächlich arbeiten Jungens . . . Die alte Barone»ft Ber sie ist über 80 Jahre alt mußte, als die Deutschen anrückten, auf Befehl der russischen Regie­rung in 24 Stunden Mitau verlassen und sich nach Mos­kau begeben, weil sie unter der Adresse einer im neutralen Allsland lebenden Freundin an ihre« alten Bruder nach

Deutschland geschrieben hatte."

Weitere Drahtnachrichten,

Eine Finanzrede Helfferichs.

w Berlin, 18. August. (T.-U.) DerL.-A." schreibt: Der Reichsschatzsekretär Dr. Helfferich wird dem Vernehmen nach bei der Eiilbringuug der iieue»» Kriegs- frphifanrtaae Neicbstaae eine längere Rede halleu, in

lrcditvvrlage im Reichstage eine längere Rede hast der er sich auch über die Forderung neuerNerchSst besonders über eine Kriegsgervinniteuer äußern dürfte.

teuern

Einschreiten Wilsons in Mexiko.

>-t Paris, 18. August. (WTB^) Der Berichterstatter desPetit Journal" meldet aus Washington ^rafibcnl Wilson sei entschlossen, in Mexiko zu mteruenieren ® « so«s Plan sei, Maderv als provisorischen Präsidenten einsetzen z»l lassen. Später soll ein neuer Präsident ge- wählt werden. Die verschiedenen nrexikanischen Parteien sollen sich verpflichten, die provisorische Re­gierung zu achten, wogegen die Vereinigten Staaten fi­nanzielle «nd moralische Unterstützun-g zusicher«. Für die Parteien, die sich dieser Lösung nicht ansckiießen wollen, werden die Vereinigten Staaten die Waffen­ausfuhr verbieten.

Eisenbahnunglück in der Schweiz.

»-* Zürich, 18. August. Der Schnellzug Züriich- Mnf ist gestern in der Station Dietilen aus einen Lokal­zug aufgefahren. Es soll vier oder fünf Tote «nd einige Verletzte gegeben haben. Die Lokomotive des Lokalzuges sowie mehrere Wagen wurden zertrünmiM.