Tftforse 5'ef NaMmpfes «llgehöller. Man W sie auf mindestens 10 000 Tote. '
Ein türkisches Kanonenboot torpediert.
Eine amtliche Londoner Meldung besagt: Ein ena- lisches Unterseeboot hat in den Dardanellen das türkische Kanonenboot „Berk-y-Satves" und ein leeres Transportschiff torpediert.
Konstantinopels Fall soll beschleunigt werden.
^ Kopenhagen, 14. August. (T. U.) Der Pariser Mitarbeiter der Zeitung „Politiken" drahtet nach der „Köln. Ztg." er habe aus zuverlässiger Quelle erfahren, daß die Verbündeten die bestimmte Absicht hätten, Konstantinopels Fall zu beschleunigen. Deshalb sei General Serrail zum Chef der Orientarmee und nicht, wie sein Vorgänger, zum Chef des Expeditionskorps ernannt worden.
wie sein
Enver Paschas Zuversicht.
^ Koustantinopel, 14. August. lWTB.) Kriegsminister Enver Pascha hat dem Vertreter der „Associated Preß" am 9. August eine Unterredung gewährt. Er sagte u. a.: Ich bin fest überzeugt, daß wir die Alliierten im Schach halten werden. Wir haben die numerische Ueberlegenheit auf der Halbinsel und werden jeder Lage zewachsen sein. Niemand weiß, was das Kriegsglück »ringt, aber alle Anzeichen deuten darauf hin, daß unsere gartet sicher ist, in dem Feldzuge den Sieg davonzu- tragen.
Der Balkan.
Griechenlands Antwort auf die neue Vierverbandsnote.
Eine halbamtliche Athener Meldung besagt: Der Kabinettschef des Ministeriums des Aeutzeren über- reichte die Antwort Griechenlands auf den Schritt der vier Ententemächte den Gesandten dieser Mächte. Die Antwort Griechenlands ist in Form eines Protestes gegen die Abtretung griechischen Gebietes gehalten.
Berufung von Venizelos?
e-^ Athen, 14. August. (T. U.) Es dürfte nach dem „B. T." als sicher gelten, daß der König nach der Kam- mereröffnung und der Demission der jetzigen Regierung Venizelos berufen und ihn befragen wird, ob er auf der Basis strikten Festhaltens an der Neutralität bereit ist, die Regierung zu übernehmen.
Japan präsentiert die Rechnung.
Die „Morning Post" meldet aus Tokio vom 14. Juli: Die wichtigste Frage für die Japaner ist, wie viel sie aus dem Kireg herausschlagen können. Die das Ende des
mel sie aus dem Kireg Herausichlage Frage wird brennender, je mehr sich ..... ..... Krieges higauszieht. Man hat den dringenden Wunsch, zu wissen, welches die wirkliche Haltung der Alliierten in der Ostasienfrage ist, unb ein sicheres Einvernehmen darüber zu erreichen. Die Kriegsergebnisse scheinen eine Lage zu erzeugen, der das gegenwärtige Abkommen mit den Westmächten nicht völlig genügt. Japan glaubt, daß es die Wirkung der von dem Krieg erhofften Vorteile besser jetzt, als nach dem Kriege erreichen könne. Japan wünscht genau zu wissen, wie weit die Mächte es in China vorgehen lassen wollen. Es will zunächst mit Rußland verhandeln. Die Versammlung der älteren Staatsmänner, die nur bei großen nationalen Fragen abgehalten wird, hat Aufsehen erregt. Man glaubt, daß ihr Zweck die Erörterung eines russischen Bündnisses war und daß die älteren Staatsmänner das Bündnis sofort wünschten. Die Presse sagt, das sei nötig, um ein Bündnis mit Deutschland vermeiden zu können. Die älteren Staatsmänner scheinen das gegenwärtige Kabinett abfällig zu beurteilen und seinen Sturz zu planen, weil seine chinesische Politik wenig erfolgreich war und weil Japan den Boykott der Chinesen nicht hindern konme.
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Eine Anfrage Liebknechts.
^ Berlin, 14. August. (T.-U.) Die „Boss. Ztg." schreibt: Das am 19. August zusammentretende Pleuum des Reichstags wird sich u. a. auch mit einer Anfrage des sozialdemokrätischen Abgeordneten Dr. Liebknecht zu beschäftigen haben, der vom Reichskanzler zu erfahren wünscht: Ist die Regierung bei entsprechender Bereitschaft der anderen Kriegführenden bereit, auf der Grundlage des Verzichtes auf Annexionen aller Art in sofortige Friedensverhandlungen emzutreten?
Wie verlautet, wird im „Vorwärts" eine Erklärung der sozialdemokratischen Partei gegen Dr. Liebknecht in dieser Angelegenheit erfolgen.
Ein treuer deutscher Militärkrankenpfleger.
Die „Deutsche Kriegszeitung" berichtet aus München: Bei einem Fliegerüberfall in der Pfalz wurde im Reservelazarett der 24sährige Militttrkrankenwttrter Wilhelm ®ümmler durch eine Bombe getötet, während er feine französischen Verwundeten im Keller bergen wollte. Der Stadtpsarrer hat in seiner Trauerrede auf diesen erschütternoen Umstand verwiesen. Zur Beerdigung hatten die Franzosen eine Abordrurng von 21 Mann entsandt. Ein Korporal rief dem treuen deutschen Pfleger warme Worte des Dankes und des Abschiedes nach und legte einen Kranz mit Widmung nieder.
Deutsch-russischer Berwundeteuanstausch.
Die „Derrtsche Kriegszeitung" berichtet aus Hapa- randa: Hier traf die erste Abteilung deutscher Austauschgefangener aus Rußland ein. Die Erlebnisse der Gefangenen sind recht traurig, die Pflege war schlecht, war allerdings vornehmlich auf ufsuches Unvermögen zurückzuführen sein mag. Viele behielten vierzehn Tage lang den ersten Verband, anderseits amputierte man bei leichten Gewehrschüssen. Ein Ungar geriet bei der Rau- mung Galiziens mit seinem Lazarett den Russen in bte Hände, er war auf dem Wege der Msserung, aber ein russischer Arzt, der die Wunden besichtigte, ordnete an, ihm beide Beine abzunehmen, was auch ausgeführt wurde. Selbst russische Soldaten protestierten gegen das Verhalten der Aerzte. In Moskau war bte Behandlung noch am besten, obwohl auch hier Arzneimangel Herrichte, sogar Jod und Chloroform fehlte. Die Deutschen und Oesterreicher wurden von den Russen getrennt gehatteu, die Russen erfuhren angeblich eine bessere Pflege. Leu- then sind den deutschen Gefangenen im allgemeinen erspart geblieben.
Unsere Garde als Sieger.
Aus dem .Kriegspressequartier, ^- August meldet das „B. T.": Der Sieg der Bayern über bte rustuche Garde bei Lomza und der der preußischen Garde^rm Lv- dawka-Abschnitt hat die 3luffen zur Räumung ihrer dortigen von Statur sehr starken Stellmtge» gezwungen. Dre Deutschen folgen ihnen längs der Straße und Bahnlinre in der Richtung auf Lodawa durch das verMurpfte Ge- künde Anschließend bilden die Arineegrnppen Joics
Woyrsch, Gallww und W nach Brest-Litorvsk und dem östlichen Abzugsraum offenen Bogen, der die Bahnlinie Parczew-Lilrwv-^iedlce- Malkin-Czvzew bereits hinter sich hat und sich immer mehr verengt. Nowo-Georgiewsk wird bombardiert.
Politische Rundschau.
Der Reichskanzler unb die RationaMberale« Die .Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt Gegenüber ^en immer wieder!ehrenden Andeutungen, habe der lleichskanzler bei sewer Einladung zu Her MsWechung
Mit natlonaMberalen Herren, die vor einigen Tagen bei ihm stattfand, die leitenden Organe der Partei Übergängen, sei hier festgestellt, daß zu dieser Besprechung geladen waren die Herren Bassermann, Dr. Friedberg, Präsident Vogel, Prinz zu Schöngich-Carolath, Dr. von Krause, Schiffer, Dr. Junck und Professor Dr. Kohl. Unter den Geladenen befanden sich also die drei Vorsitzenden der Gesamtpartei, sowie die Vorsitzenden der Reichstags- und Landtagsfraktion.
Aus dem „Reichsanzcigcr". Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung betreffend die Einschränkung der Arbeitszeit in Spinnereien, Webereien und Wirkereien. Danach wird die Arbeitszeit in den gewerblichen Betrieben, in denen Gespinste, Gewebe, Wirkstoffe oder Wirkwaren aus Baumwolle, Wolle, Kunstwolle, Flachs, Jute oder Hanf hergestellt werde«, auf fünf Tage in jeder Woche beschränkt.
Ein Zweikampf in der tust
„ Aus Saarburg sendet der „Frkf. Ztg." ein Land- sturmmann unterm 10. d. M. folgende Schilderung eines Fliegerduells:
Kein Wölkchen war am Himmel. Ein strahlend blauer Sommermorgen, die Luft so klar und rein, daß man meinte, schier in den Himmel hinein schauen zu können. Fliegerwetter allererster Ordnung. Und richtig, da surrts auch schon in den Lüften, sollte doch in des Morgens dämmernder Frühe ein größeres französisches Flngzeuggeschwader die Grenze Überflogeu haben mit Richtung scharf nordöstlich. So erfährt man's von den Posten. Wir hören das bekannte helltömge Surren, können aber noch nichts sehen. Droben aber, am Ausguck der Abwehrkanonen haben sie den französischen Raubvogel entdeckt: sofort setzen die Geschütze mit ihrem Gesang ein, und hurr--hurr---heulen die Schrap- nelle über unsere Köpfe hinweg, den Weg uns weisend, wo der Franzose zu suchen ist. Nun sehen wir ihn auch in wirklich prächtigem Fluge von Norovsten nach Sud- osten ziehen,' das mit dem Glas bewaffnete Auge er- temtt deutlich die französische Trikolore. - Junnermehr rahmen die weißen Schrapnellwolken den Doppeldecker ein, der scheinbar unbekümmert um das Gekläff der platzenden Geschosse die Luft durchschneidet, in weit über 2000 Meter Höhe....
Jetzt — ein neuer Ton! Dicht neben uns dreht sich ein schlanker Eindecker in die Höhe. Jetzt, Franzose, spute dich! Wie ein Pfeil steigt mit fabelhafter Geschwindigkeit der Eindecker in die Höhe, wird kleiner imb kleiner und ist in unglaublich kurzer Zeit in gleicher Höhe mit dem Franzosen. Alle Geschütze schweigen nunmehr. Uns Zuschauer ergreift stärkste Spanuuug. Der Franzose erlernet die Gefahr: der Zweikampf in der Lust, dieser fürchterliche, hebt an. Mann gegen Mann, Auge um Auge . . . Wie etu Habicht sein Opfer, so umkreist unser Eindecker den größeren Feind, in weiten Bogen ist er bald vor ihm, neben ihm, hinter ihm, dabei sich immer höher schraubend, immer und immer vom Maschinen- gewehr des Franzosen belästigt, dessen todbringendes Hacken wir hier unten deutlich vernehmen. Jetzt aber — Donner und Dvria! kaum wagen wir noch zu atmen — steht unser Habicht genau über seinem Gegner. Mit einem Ruck, blitzartig, dreht er «ach unten und stürzt sich auf ihn, als wollte er ihn mit in die Tiefe reißen.
Nur einen Augenblick — wir alle stehen atemlos, wie gebannt, — da saust der Eindecker haarscharf an dem Franzosen vorbei. Im gleichen Augenblick hüllt eine riesig große schwarze Rauchwolke den Doppeldecker ein — eine Stichflamme schlügt auf, eine Feuersäule fährt gen Himmel. Der Habicht schaffte ganze Arbeit. Weidwund ist der Franzose, das Herz des Doppeldeckers ist getroffen, der Benzinbehälter. Brennend, glühend wie eine Feuerkugel sinkt merkwürdig langsam, das französische Flugzeug der Erde zu, die stolze Trikolore in schwarzen Rauch gehüllt gleich einem Trauerflor . . . Verbrannt, verkohlt. — Saarbrücken war gerächt!
Aus einem Feldpostbrief
Galizien, den . . . .
t
. 1915.
G.-C. Den gestrigen siegreichen Sturmangriff habe ich in der vordersten Reihe mitgemacht und bin noch ge- und und unverwundet. Erst heute kann ich wieber chreiben. Nach der letzten Karte, die ich Dir schrieb, hatten wir ein Dorf zu befestigen und schanzten von morgens bis abends. Um 9 Uhr hieß es „in die Zelte" zum Schlafen. 10 Minuten später wurde der 3. Zug, zu dem auch ich gehöre, alarmiert, und sofort mußten wir uns feldmarschmäßig machen. Als wir angetretett waren, sagte uns der Oberleutnant, daß für eine der nächsten Nächte ein Sturmangriff geplant sei und wir unter das . . . Jnf.-Negt. als Drahtscheren- und Handgranaten trupps verteilt werden sollten. Der Oberleutnant ermunterte uns, indem er sagte, daß wir gerade ganz vorn sehr wenig Verluste hätten, da die Russen schlecht schießen würden. Er sagte uns „guten Abend auf Wiedersehen" und wir marschierten mit einem Offizierstellvertreter in die Nacht hinein. Alle paar Minuten mußten wir uns nieberwerfett, da die russische Artillerie nebst Scheinwerfern in Tätigkeit war. Ohne Verluste erreichten wir dann nach 3 StunbetLunferen vordersten Schützengraben. Jetzt hatten wir Tag und Nacht manchmal im Feuer Sappen vorzutreiben. Am Sonnabend nacht um 11 Uhr kamen wir endlich zur Ruhe, wurden aber schon um 5 Uhr wieder geweckt, mußten unseren Sturmanzug fertig machen und erhielten Anweisung, um K5 Uhr mit Drahtscheren vorzugehen.
Um M4 Uhr begann mnere Artillerie den Sturm vorzubereiten. Ein ohrenbetüubendes Getöse setzte ein, denn die russische Artillerie blieb ebenso nicht untätig. Zur festgesetzten Zeit fausten wir 55 Pioniere aus dem Graben über freies Feld bei hellem Sonnenschein. Sofort empfingen uns die russischen Maschinengewehre, Granaten und Schrapnells. Anfangs war ich mir der Gefahr überhaupt nicht bewußt, bis ich meinen Gruppenführer dicht neben mir fallen sah unb das Stöhnen der verwundeten Pioniere hörte. 300 Meter weit mußten wir stürmen, dann waren wir vor dem russssischen Drahtverhau und im Nu waren die Drahte durchschnitten. Viele wurden dabei noch schwer verwundet. Auch jetzt um %5 Uhr begann die unzählige Infanterie zu stürmen. Als sie in unseren Reihen war, gingen wir als Infanteristen mit vor. Wir kamen nur noch einige Meter weit, denn die Russen hatten so vorzügliche Stellungen, daß sie uns voll drei Seiten beschießen konnten und mir warfen uns zu Boden. Immer stärker wurde das Flauken- feuer, in dem wir nun 3^ Stunden lagen. So schnell es ging, gruben wir uns ein, um wenigstens von den Jn- fanteriegeschossen einigermaßen geschützt zu sein. Mein Nebenmann erhielt einen Granatsplitter in den linken Oberarm. Als ich mein Loch einigermaßen tief genug hatte und mich ausruben wollte, war ich so müde, daß ich einige Minuten einschlief.
So hatte ich mir die Sache doch nicht vorgestellt. Man kann es sich nicht denken, wie es ist. 3% Stunden wehrlos in solchem Feuer zu liegen. Ich hatte nicht einen Funken Hoffnung mehr und wünschte immer, daß ich gleich so getroffen würde, daß ich nichts mehr gespürt hätte. Unsere Artillerie, Maschinengewehrkompagnie und Minenwerser gaben Schutz auf Schutz ab, unb wir
schössen noch besser als der Feind. Das, was niemand mehr glaubte, trat ein. Die Diuffen gingen zurück. Sofort wurde das Signal Seitengewehr pflanzt aus gegeben und schon stürmten wir mit gefälltem Bajonett und unter Hurrarufen aus unseren Köchern und ich glaube, es dachte keiner mehr daran, daß wir noch Feuer erhielte«. Ich war fortmährenb in der vordersten Reihe. Wie ein Wilder lief ich drauf los, als ich einen Russen fommen sah. Ich wollte gerade zustoßeu, da marf er sich auf die Knie, hob die Hände hoch und warf mir Kußhände zu. Als ich sah, daß noch eine galtze Anzahl von der Sorte fam, denen nichts getan murberdtcf ich weiter. Die Russell ließen alles zurück, um schneller ausreißen zu können. Mindestens 30 Schützengräben waren es, die die Russell besetzt hatten. Eine leichte Aufgabe war es • für Ulks nicht, aber es ist geschafft worden.
Als wir über alle russischen Schützengräben hin waren, kam der Befehl, daß sich die Pioniere sammeln fohlen. Jetzt hätte ich noch ganz gerne mitgemacht unb auf die fliehenden Russen geschossen. Die Schlacht ist noch lauge nicht zu Ende, denn die Dtuffeu haben sich wieder festgesetzt. Die Kanonen bointcw unaufhörlich. Wir aber marschieren jetzt hinter der Infanterie her. Ich tarnt es immer noch nicht begreifen, daß ich nicht das Geringste abbekommen habe; ich hatte ungeheueres Glück. Hoffentlich kann ich Dir meine Erlebnisse mal mündlich fchilberit, denn so viel schreiben kann man nicht. Wir werden gleich lvieder aufbrechen. Wenn wir mal 9tast machen, haben wir Wäsche und uns selbst zu waschen, Wasser zum triukeu abzukocheu usiv. In einem Walde sahen mir zwei Russen auf Bäumen sitzen und auf uns schießen. Als sie sich bemerkt sahen, warfen sie die Ge- wehre weg und wollten sich ergeben. Der eine besam einen Schlag mit dem Gewehrkolben vor den Kopf und der andere ein Pioniersettengewehr durch die Brust. Aus den russischen Schützengräben holten sich viele gefüllte Konservenbüchsen, Tabak unb alles mögliche.
Vermischtes.
Das erste KriegsinoaUdenvelm. Die Provinz Posen hat das erste Heim für Kriegsinvaltden 'umb den unter dem Vorsitz des Oberpräsidenten von Eisenhart-Rothe stehenden Posener Kriegerdank ins Leben gerufen. Es soll auf dem von der Ansiedlungskommtssion erworbenen Restgut Vordach bei Poseu tu nächster Zeit eröffnet werden. Das Heim besitzt viel Garten- und Ackerland und soll den Insassen Gelegenheit geben, sich nutzbringend mit Landarbeit zu beschäftiget!.
Zwölf Söhne gefallen. Wie die „Meraner Zeitung" schreibt, starben zwölf wackere Junge« einer tiroler Familie den Heldentod fürs Vaterland. Alle waren Kaiserjäger n«d stauben in den Jahren 18 bis 40. Zwei fielen in Polen, drei auf den Schlachtfelder« von Galizien, zwei wurde« auf welscher Erde von Granaten zerrissen, zwei wettere fielen in Bessarabie« und drei verspritzten ihr Herzblut am Stryj- überall wo die Lesterreicher siegten, waren diese Tiroler dabei.
Ein „Verwandluugskünstler". Dem in Halle a. S. verhafteten früheren Postbeamten K. sind bis jetzt Scheck- schwindeleien in Höhe von 200 000 Mark nachgewiesen. Zur Ausführung seiner Verbrechen führte er stets eine geladene Browningpistole und eine Tüte gestoßenen Pfeffers bei sich, außerdem aber besaß er daheim in der thüringischen Stadt eine große Menge' Fälschungsmaterialien. Außer einem noch bei ihm aufgefundenen falschen Barte führte er ein Kleidungsstück mit sich, wie es wohl noch in keinem Krimtualmuseum vorhanden
ist. Es ist dies eilt eleganter Sommerüberzieher von grauer Farbe, der sich in fünf Sekunden in einen gelben Er ist nämlich auch inwendig als 't, und zwar in gelbem Stoff. Zieht
verwandeln läßt.
Außenrock gearbeitet. »m
man die Aermel nach hüten durch und schlägt man den K ragen um, so ist ein völlig anderer Ueberzieber da. Ging nun der Besitzer in ein Haus, so sonnte er, zumal nach Anlegung des hartes, in wenigen Augenblicken in völlig veränderter Garderobe wieder heranstreten und einen ihn etwa verfolgenden Beamten völlig irre machen. Nötigenfalls waren noch Pfeffer und Pistole bereit. Die Früchte, die ihm seine Streiche in großem Umfange ein- gebracht haben, werben ihn nicht erfreuen; es ist bereits gelungen, sie zu beschlagnahmen.
„Die Tochter der Exzellenz." Wie ein Kapitel alis einem Kriminalroinatt mietet die folgende Schilderung aus dem Leben einer Hochstapler!« an, die von der Scböneberger Krimi«alpolizei bringfeft gemacht wurde. Unter hochiömnide« Namen hat das Kind eines ein- facheir, ehrlichen Gärtners namens Schubert aus einer Provinzstadt es verstanden, seit Jahr und Tag in Groß« Berlin durch geiverbsmäßigen Logisschwindel, Betrug und Diebstahl auf anderer Leute Kosten ein Herrliches Leben zu führen. An: häufigsten gab die Sch. sich in den vornehmen Pensionen als „Käthe v. Stein unb Stahlberg", Tochter eines Wirklichen Geheimeri Rates mit dem Prädikat Exzellenz aus. In bürgerlichen Logis nannte sich die Hochstaplerin Käthe Stein oder Käthe Stahlberg, degradierte bann aber ihren Vater zum eiu- fachen Geheincrat. Infolge ihrer liebenswürdigen Persönlichkeit würbe die Sch. überall mit offenen Armen und, was ihr die Hauptsache war, mit offenen Taschen empfangen. Verlangte man Begleichung der gemachten Schulden, so verschwand sie plötzlich, uachdenr sie noch die Wertsache», hatte initgehen heißen. Sie schröpfte aber auch zahlreiche ältere Herren um größere Summen. Das auf diese Art erbeutete Geld verpraßte sie in leichtsinniger Weise. Am Donnerstag gelang es der Schöne- berger Kriminalpolizei, die langgesuchte „Gcheiniratö- ^ochter" festznnehufe»!.
Weitere Drahtnachrichten«
Griechenlands Absage an den Vierverband.
»-^ Berlin, 14. August. Die „Bert. Morgenpost" schreibt: In Athen haben die Vogelsteller eine Absage betommen in denkbar schärfster storm. Wir zweifeln nicht, daß die Griechen imstande sind, noch deutlicher zu reden, wenn es sein muß. Das Beispiel, das Griechenland mit seiner Antwort an die Bierverbandsmächte gegeben hat, wird bei den anderen Balkanstaaten Nach- abmutig finden.
Die wankende Unfehlbarkeit Joffres.
&-* Paris, 14. August. lWTB.) Clemenceau nimmt in seinem Blatte dagegen Stellung, daß man in gewissen Kreisen und in einer gewissen Presse die Oeffentlichki" zu knebeln versuche und daß man gewisse Dinge nicht sagen dürfe. Besonders in mililäriicher Beziehung sei in Frankreich vieles anders gekommen als man erwartet habe. Er wolle die oberste Heeresleitung und Jossre nicht angreifen, verlange aber, daß man Jossre Rat geben dürfe, und müsse fordern, daß man auch die oberste Heeresleitung nicht als unfehlbar betrachte. Irgendwo bestehe ein Mißstaud und es sei Pflicht der Regierung, ihm abzuhelfen.
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Todessturz eines Fliegers.
r^AarEadt, 14. August. (X. U.) Im Bcrkacher Walde stürzte nach dem „V. L^-A." aus großer Höhe ein Flugzeug ab. Der Führer, Leutnant von Weoell, erlitt so schwere innere und äußere Verletzungen, daß er nach kurzer Zeit im Krankenhause zu Grob-Gerau starb