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wie es an den Dardanellen ausflehl.

Den Auslassungen eines gerade von Konstantinopel mrückgekehrtien amerikanischen Korrespondenten ent­nimmt der „Tag" folgendes:

. Die Türken halten vor allem glänzende militärische Stellungen auf Gallipoli, und die Verbündeten, Sie keine -lussicht haben, sie zu vertreiben, verschwenden nur ihre Zeit in den Versuchen und erleiden schreckliche Verluste. Die Alliierten sind von der asiatischen Seite, d. h. von ^um Kale, völlig vertrieben. Die Deutschen hatten dort eine oder zwei Festungen besetzt und erlaubten dem Feinde zu landen, um ihn dann mit Maschinengeweh­ren zu dezimieren. Was Ihre Frage anlangt, wie es mit den von englischen Blättern berichteten Fortschrit- !en der Engländer steht, so stehen diese hart an dem Ende des europäischen Stückes der Halbinsel und be­herrschen das Gelände gerade nur so weit, wie ihre Ge­schütze reichen, etwa fünf Kilometer. Bei dem Versuch, Ihr großes Ziel Krithia zu erreichen, haben sie Tausende und aber Tausende verloren und sind wieder an das Ende der Halbinsel zurückgeworfen worden. Als sie ver­suchten, nach einer Landung in der Bai von Nuöros so nahe als möglich an die Hauptforts zu gelangen, um sie zu bombardieren, hat Liman v. Sanders mit feinen zufammeugezogeuen Truppen, ihre Versuche, in der Rich tung auf Maidos vorzudnugen, völlig zunichte gemacht. Es ist ein schreckliches, fast unpassierbares Land, und die jüngste Hitze ist erstickend.

Eine fixe Idee der Engländer scheint es gewesen zu sein, so weit als möglich mit ihren Schiffen vor- zurücken, um Kala Sultame zu bombardieren, sich gleich zeitig aber außer Bereich der Geschütze von Xephes Ka last zu halten, und dies haben sie fertiggebracht. Sie haben aber die Forts nicht beschädigt, die so tief liegen daß dies fast unmöglich ist, oder selbst nur heraus- zubekommen wo sie eigentlich liegen, doch haben sie daS kleine alte Städtchen hinter den Forts gänzlich zerstört Und das ist alles was sie erreichten. Ich wurde Ge­neral Limann v. Sanders vorgestellt, und mir wurde was möglich war, gezeigt. — Meiner Ansicht nach und nech der von allen, die die Gelegenheit hatten, sich dort üwzusehen, sind die Dardanellen uneinnehmbar. Die Surfen sind — canz entgegengesetzt von den Berichtei einiger englischer Blätter — voll Vertrauen und ent zückt von den errungenen Triumphen. Sie sümpfen ivütend und glänzend und ich versichere Sie, daß wenig Pardon erbeten mtö gewährt wird. Es ist ein sehr Bit lerer Kampf auf beiden Seiten.

Die Führer sind Deutsche, aber Sie foUlen einige dieser jungen smarten türkischen Offiziere sehen, die ihre militärische Ausbildung in Deutschland genossen haben Da gibt es bei ihnen kein „Pavash" (Warte ein wenig!). Sie sind pünktlich auf die Minute, wirklich echte Ofsi- ziere, die zur Vollendung Deutsch sprechen.

Was die Munition anlangt, so sind die Türken mit Ersatz wohl versehen und machen alles, was sie brauchen. Sie transformieren sogar einige Geschütze, um ihnen eine größere Schußweite zu geben, und tun Wunder in Ihrem Arsenal.

Eine Nacht an der torellohöhe.

Das Bataillon ist abgelöst aus der vorderen Stel­lung und ist in seine Bereitschaslsstellung gerückt. Grup­penweise, den Rücken unter der schweren Last des „be­packten Asiens" gebeugt, ziehen meine seldgrauen Jun- geus durch die Laufgräben, in der rechten Hand den Knotenstock, der hier imcutBeBrfid) ist. Die Quartiere liegen nicht weil hinter der vorderen Linie; leergebrannte zerschossene Ruinen sind es, deren geschwärzte öde Räu- me einem entgegengähnen. Tief unten in den festen, dunklen Kellern wohnen unsere Feldgrauen und haben es sich dort so gemütlich wie möglich gemacht. Oben darf sich niemand aufhalten; die feindliche Artillerie würde ihn bald unfreundlich daran erinnern, daß sie auch noch da ist. Ob wir heute nacht wohl Ruhe haben? Da kommt schon der Telephonist mit dem Befehl: „Kompagnie ichanzt heute nacht im .... Graben!" Fahre wohl, lüftet Traum ersehnter Nachtruhe! Draußen ist es stock- sinster. Unaufhörlich grollt der Donner der Geschütze. In der Luft heulen die Geschosse der Flachbahnbatterien, dazwischen schlickern mit ihrem eigentümlichen Sausen die schweren Geschosse der Haubitzen und Mörser. Ab und zu ertönt ein dumpfes Rauschen, wie wenn eine Windsbraut heranzieht; das ist der „dicke Max", dessen Stimme jeder kennt.

In Reihen, Spaten mtö Hacken auf der Schulter, tappen wir uns durch die Laufgräben nach vorn. Ab und zu klatscht ein Gewehrgeschoß gegen den Graben oder ein Querschläger pfeift singend über uns hin. Auf ein­mal hört der Graben auf, hier beginnt unsere Arbeit, ihn nach der vorderen Stellung weiterzuführen. Durch Spatenstiche und Pflöcke ist die Strecke bezeichnet, die vir ausheben müssen. In einer Linie, in Zwischen- cüumen, die ein Bequemes Arbeiten gestatten, stellen wir ms auf, und nun beginnen Hacke und Schaufel ihr em- ine.8 Merk. Harter Kalkboden erschwert die Arbeit, aber

unsere Kette aroeuen wacker orauf ios. Kein Won er­tönt, nur leise Zeichen im Flüstertöne werden gegeben. Hundert Meter vor uns liegt der aufmerksame Gegner. Da steigt eine Leuchtkugel zischend auf und erhellt die Gegend minutenlang. Alles wirft sich flach auf den Bo den, noch bevor die Helle eintritt. Langsam gleitet der Leuchtkörper schwebend über uns hin, um dann allmäh­lich wieder zu erlöschen. Die Arbeit nimmt ihren Fort­gang, und der Graben wird zusehends tiefer. Born wird es recht unruhig. Die finstere Nacht und die Ruhe in unserer Stellung machen den Franzmann nervös. Häu­figer pfeifen seine Geschosse an uns vorbei. Da ertönen in unsern Gräben einzelne Schüsse, und bald darauf knattert an allen Enden ein lebhaftes Schützenfeuer. Ein kurzes Aufheulen, und krachend schlagen in kurzer Folge die Granaten dicht um uns ein.

Jetzt ist es die höchste Zeit. „In die Deckung, marsch marsch!" Alles liegt flach int Graben. Ueber uns sprit­zen die Granatsplitter fauchend und ächzend umher. Ein leiser Aufschrei verkündet mir, daß einer meiner Leute verwundet ist. Schnell das Verbanöspäckchen heraus und öre Wunde verbunden. Gott sei Dank eine leichte Ver­letzung! Immer heftiger wird das Artilleriefeuer. Nun setzt auch unsere schwere Artillerie ein, und ein wildes Heer braust über uns stundenlang hinweg. Wie eine feurige Mauer blitzen die schnell aufeinanderfolgenden Einschläge aller Kaliber auf: vor uns liegt ein Trommel­feuer der beiderseitigen Artillerien, das uns mit seiner Heftigkeit betäubt. Immer stärker schwillt das heulen und Krachen an, soöaß wir willenlos wie benommen da­liegen, ohne uns zu rühren. Und inmitten der entsetz­lichen Gewalten falten sich die Hände, und ein zittern­des Flehen zu dem Vater dort oben ringt sich aus der Brust: hilf mir, lieber Gott! Wie mancher hat das Be­ten wieder gelernt inmitten einschlagender Granaten. Langsam schwillt das Feuer ab, um dann ganz zu ver­stummen .Taumelnd erheben wir uns. Zitternd wischt die Hand den Schweiß von der Stirn, und ein ermun­terndes Wort bringt wieder Leben in die Iungens. Leise bricht der Tag heran. Ein fahler Schimmer liegt über den Höhen. Es ist Zeit, aufzubrechen. Dort vorn schlummert jetzt Freund und Feind: nur ab und zu dringt der scharfe Knall eines Schusses durch die kühle Morgenluft. Ein leises Kommando, und still, wie wir gekommen, ziehen wir in Reihen wieder durch die Grä ben nach dem Quartier.

Heute nacht sind wir ein gutes Stück vorwärts ge­kommen. An dem ersten Hause wende ich den Blick noch­mals rückwärts. Glutrote Streifen am grauen Firma­ment verkünden den neuen Tag. Dort liegt sie vor uns die Lorettohöhe, mit ihrem Gewirr von Gräben und zer ­schossenen Waldstücken, deren Bäume längst keine Blät­ter mehr haben. Trotzig ballt sich die Faust: „lauft nur an, ihr da drüben, und wenn ihr zehnmal so viel seid wie wir, durch kommt ihr nicht." — Am nächsten Tag' stand im Bericht, daß ein feindlicher Angriff im Keime erstickt wurde. („Köln. Ztg.")

Tolenseiern für Die Helden von Mich.

Airs dem Großen Hauptquartier meldet der Kriegs­berichterstatter Julius Hirsch dem „H. Tgbl." unterm 7. August:

Die erhebende Feier auf den Waldhöhen um Lüttich an den Gräbern der vor Jahresfrist heldenmütig gefalle­nen deutschen und belgischen Soldaten leitete am gestri­gen Vormittag eine Gedenkfeier der Einnahme Lüttichs ein. Der Feier wohnten Gouverneur Graf von der Schulenburg, Festungskommandeur Graf Soden, Abord­nungen an den Kämpfen beteiligt gewesener Regimenter, sowie Angehörige toter deutscher Helden bei.

Auf dem Walöfriedhofe bei Boucelles, wo 28 Offi­ziere und 287 Mann der Infanterie-Regimenter 73, 74, 82, 83, und der 10. Jäger in ehemaligen Schützengräben liegen, begann die Gedenkfeier. In dem Offiziersgrabe schlummert an der Seite des Hauptmanns v. Kluetzow auch dessen Gattin, geborene Hoyer v. Rotenheim, die am Tage nach der Einnahme Lüttichs auf die Kunde von dem Tode ihres Gatten von Aachen auf das Schlachtfeld eilte und bei der Rückfahrt von dem Grabe ihres Gatten im Automobil von einer belgischen Kugel, nahe der Stelle, an der ihr Gatte gefallen war, getötet wurde. Auch die Zwillingsbrüder Elius, die von der gleichen Granate getroffen wurden, ruhen in diesem Grabe.

„Wir treten zum Beten", erklang es. Dann feierte der protestantische Feldprediger Frick die Helden und die Heldentaten der Deutschen bei der Einnahme Lüt­tichs, die der Auftakt im Weltkriege war. An den Grä­bern der Belgier, an denen, wie an den blumengeschmück- ten deutschen Gräbern,der Gouverneur einen Eichen- kranz niederlegte, rühmte der katholische Feldgeistliche Stolte die Pflichttreue und Vaterlandsliebe der gefalle­nen Feinde. Es folgte ein stilles Gebet, dann sang ein Soldatenchor „Heil, Kaiser Wilhelm", worauf mächtig „Deutschland, Deutschland über alles" erbrauste.

In der gleichen Weise gedachte man der toten Hel­den auf dem Friedhofe Wallburge, wo das Grabmahl für die Deutschen eingeweiht wurde. In RheeS, wo 8 Offiziere und 92 Mann der mecklenburgischen Neaimen-

ter 8n uno 90 ruyen, nur Varcron m Ehen, aus sener stimmungsvollem Friedhofe die Helden der rheinischer Regimenter 25 und 53 liegen, in Retinne, dessen Ge­meinde und Pfarrer mit den Belgischen Soldaten der Waffensabrik Lüilich sich an der Ausschmückung auch der deutschen Gräber beteiligt hatten, in denen Ange­hörige der Jnsimterie-Regimenter 27 und 105, sowie 4. Jäger und 24 Pioniere beerdigt sind — auch Brigadier v. Wussow ruht hier, den gleichzeitig mit feinem Or­donnanzoffizier eine Granate getroffen hatte — ebenso in Romsee mtö Tilff wurde unserer Helden in Lied und Gebet gedacht.

. Zum Schluß marschierte der Würzburger Landsturm mit Musik zum belgischen Solöatenfriedhos bei Wanöre, wo angesichts vieler Tausender der Lütticher Pfarrer Kröger Worte der Liebe sprach, die Deutsche auch den toten Feinden nicht verwehren. Bei dem Kreuz, das Ansbacher Landsturm schon im Oktober den gefallenen Feinden errichtet hatte, legte der Kommandant der Landstürmer einen Eichenkranz nieder.

Mit der griechischen Legion in Frankreich.

Die „Köln. Ztg." berichtet aus Saloniki: Hier sind 300 griechische Freiwillige eingetroffen, die in den Reihen der französischen Armee gegen die deutschen Truppen ge- kämpft haben. Sie erzählen hier, daß die griechische Le- gmo 1700 Marin stark war als das Bataillon 0 dem 1. Fremden-Regiment der marokkanischen Division zn- geteilt war. Zweimal machte die griechische Legion Angriffe, und zwar in der Gegend von Arras am 9. Mai und 16. Juni. Am 9. Mai drang sie angeblich g Kilometer vor, wurde aber von der französischen Ar­tillerie beschossen und sozusagen gezehntet, da man sie für deutsche Truppen hielt. Am 16. Juni nahm sie die Stellung 140 im Sturm und eroberte angeblich fünf deutsche Schützengräben. Bon zwei Kompagnien Blieben dabei nur 50 Mann übrig, zwei Offiziere fielen, zwei weitere wurden leicht verwundet. Von der ganzen Le- gioit waren schließlich trotz neuen Zuwachses griechischer Freiwilliger nur 750 Mann übrig. Da kam der Befehl, die Griechen sollten an die Dardanellenfront gehen.

Die griechischen Freiwilligen erzählen hier sehr son­derbare Erlebnisse. Anfangs ausgezogen, um gegen Deutschland zu sümpfen, sind sie als ihre Bewunderer zurückgekehrt, rühmen ihre Tapferkeit, ihre Ruhe im Kampfe und ihre soldatischen Tugenden im allgemeinen. Sie erzählen, daß die Moral der französischen Truppen schon längst gesunken sei und daß sich die Truppen wei­gerten, in die vordern Linien zu gehen, wenn es zur Schlacht kommt. Daher Bütten auch Bet Arras die Ma­rokkaner eingreifen müssen, die dabei an 10 000 Mann verloren hätten. Ueberhaupt schöben die Franzosen überall die farbigen Soldaten und die fremden Frei­willigen vor. Der Offiziermangel sei sehr groß, einfache Soldaten würden zu Leutnants befördert: Unterleut­nants als Bataillonsführer seien keine Seltenheit. Un­ter dem Vorwaude, dienstliche Verpflichtungen zu haben entfernen sich oft die Offiziere aus der Feuerlinie. Die französischen Offiziere, welche der griechischen Legion zu­geteilt gewesen seien, wären von den Griechen wegen ihrer schmachvollen Haltung geprügelt worden. Dagegen hätten sich die französischen Feldgeistlichen sehr tapfer be­nommen und die Truppen stets zum Aushalten an- feuert. In den Kämpfen bei Arras hätten die Griechen und die Schwarzen eine große Rolle gespielt. Drei fran­zösische Regimenter, darunter das 79. und das 72., Hütten sich geweigert, in die erste Feuerstellung vorzurücken, obwohl man mehrere Soldaten als abschreckendes Bei­spiel erschossen habe. Nur die Truppen aus der Pariser Gegend, aus Paris selbst, den nördlichen Provinzen und der Bretagne hätten den Griechen Achtung eingeflößt. Die Kampfesweise der Schwarzen erfülle sie mit Ab­scheu, und mit Schrecken nahmen sie wahr, wie sie sich den Gefangenen und Verwundeten gegenüber als Be­stien benahmen. Selbst Sanitätssoldaten hätten sich an diesen Scheußlichkeiten beteiligt. Auch die italienischen Freiwilligen hätten Grausamkeiten an Gefangenen und Verwundeten begangen. Die Marokkaner hätten am 16. Juni auch einen deutschen Major zu Gefangenen ge­macht, der gut Griechisch sprach, in Konstantinopel ge­lebt habe. Er wurde vor den Augen der Griechen um- gebracht, weil er die Unvorsichtigkeit begangen hatte zu zeigen, daß er Geld bei sich führe. Die Griechen ent­rissen den Schwarzen manche Gefangene, retteten sie, labten sie auch und wurden deshalb als deutschfreundlich verschrien. Die Schwarzen wandten auch sehr oft Dum­dum-Geschosse gegen die Deutschen an. Die Griechen be­haupten, die Franzosen hätten schon längst eingesehen, daß sie den deutschen Truppen nicht gewachsen seien.

Auf der Rückreise von Marseille nach den Daroa- nellen wurden die Griechen nach Mudros auf Lemnos gebracht, wo sie Gelegenheit hatten wahrzuuehmen, daß auch unter den dort versammelten englischen, fran­zösischen Truppen die Demoralisierung zunehme. Diese 300 Griechen zogen es vor, sich freizumachen, anstatt jetzt aeaen die Türken zu sümpfen.

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