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Lein frMMMA VoM verächtet gu werden, Wn M3 Volk fühlt lebhaft, daß es in diesem Kriege für englische Interessen blutet, daß England diesen Krieg zweifellos mit französischem Blute führt, während es seine eigenen Kräfte schont. Die Franzosen würden dieses Joch nicht mehr lange ertragen, sie wollten Frieden um jeden Preis Die Volksstimmung komme in den zensierten Zeitungen nicht zum Ausdruck- ein neuer Winterfeldzug sei bei der jetzige» Bolksstimmung ausgeschlossen, alsdann stehe Revolution in Aussicht. Das Volk denke uicht au eine Wiedereroberung Belgiens.

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England verbietet die Ausfuhr von Kohlen.

Von der holländischen Grenze meldet die „Köln. Zig.": Eine britische Order verbietet die Ausfuhr von Steinkohle« nach sämtlichen Ländern mit Ausnahme der britischen Besitzungen von 13. August ab.

Wieder ein „englisch-britisches" Seetreffen.

Die „Frkft. Ztg." berichtet aus Athen: „Cairi" mel- bet, daß vor einigen Tagen auf eine Anzeige hin ein englisches Torpedoboot den Befehl erhielt, sich in eine Bucht bei Kap Hagios auf der Insel Thasos zu ver­stecken und das Erscheinen eines deutschen Untersee­bootes abzuwarten. Nachts erschien ein zweites eng­lisches Torpedoboot mit ausgelöschten Lichtern, auf wel­ches das erstere mit Volldampf losfuhr in der Annahme, das deutsche Unterseeboot vor sich zu haben. Das ganze Vorderteil des Bootes wurde an der Wasserlinie zer­stört, so daß es von einem englischen Kreuzer uach Mudroß geschleppt werden mußte.

Der Unterseebootskrieg.

«h* Amsterdam, 5. August. (T.-U.) Lloyds meldet, daß der Trawler „Tors" gesunken ist. Zwei Mann der Besatzung sind gerettet, die übrigen sieben sind anschei­nend ertrunken.

Lloyds meldet: Der belgische Dampfer „Koophandel" ist gesunken. 9 Mann der Besatzung sind gerettet. — Der Lyoner „Nouvelliste" meldet aus Brest: Die Schiffe „Turquoise" und „Nougget" wurden von einem deut­schen Unterseeboot bei den Scilly-Jnseln versenkt.

" Bericht des türkischen Hauptquartiers."

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Konstantinopel, 4. August. (WTB.) Das Haupt- auartier teilt mit: An der Kaukasusfront griffen unsere Truppen heftig die feindliche Nachhut an, die in den Stellungen in der Umgebung von Hamur östlich des Ki- lidj Gudigui den Rückzug der Hauptmacht zu decke» ver­suchte. Wir jagten den Feind nach Norden und machten 150 Gefangene. Die Russen hatten über 500 Tote und 1000 Verwundete. Unsere verfolgenden Abteilungen be­setzten Karakilissa und die Umgebung nördlich von Ha- mur. — An der Dardanellenfront am 3. August bei Art Burnu Schützengrabenkämpfe ohne Bedeutung. Unsere Artillerie zerstörte eine feindliche Bombenwerferstellung auf unserem linken Flügel. Ein feindlicher Kreuzer be­schoß wirkungslos Attchitepe. Unsere Artillerie erwiderte das Feuer und traf dabei ein feindliches Torpedoboot, das sich sogleich entfernte. Ein feindlicher Flieger warf eine Bombe auf das Hospital in Eznie südlich von s.um- kale, durch die ein Verwundeter getötet wurde. Am 3. 8. ließen ein Krenzer und vier Torpedoboote über Sighadji Klima« südlich von Smyrna ein Flugzeug aufsteigeu, das dort drei Bomben abwarf, durch die eine Person getötet wurde. Die erwähnten Schiffe schleuderten über 200 Gra­naten auf den genauuten offenen Ort, wodurch ein Aan§ zerstört wurde. Auf den übrigen Fronten nichts von Be­deutung.

Die Neutralen.

Falsche Prophezeiungen über das Eingreifen Rnmäniens.

„Libre Parole" äußert den Wunsch, daß man Frank­reich von jenen falschen Propheten befreie, die in der Presse und in der Oeffentlichkeit immer wieder ein Ein­greifen Rumäniens als nahe bevorstehend verkünden und dadurch das Volk nur nervös machen. Wer glaube, daß Rumänien demnächst eingreifen werde, fei töricht oder wahnsinnig. Nicht minder töricht oder wahnsinnig sei, wer sich einbilde, daß ein kleines Land mit 400 000 Soldaten das tun könne, was das ungeheure Rußland mit seinen ungeheuren Hilfsquellen nicht tun konnte. An ein Eingreifen Rumäniens sei nicht zu denken, solange nicht die Alliierten die Offensive ergreifen könnten.

Gegen Wilsons Neutralitätsauffassung.

^ Haag, 5. August. (T. U.) Der frühere ameri- kanische Gesandte in Madrid, Taylor, hat nach der „Tgl. Rösch." in Washington eine Versammlung ab­gehalten, um einen nationale» Friedenskongreß zu­stande zu bringen. Der Gesandte äußerte sich, daß der erste Punkt des Programms dieses Kongresses sein solle, den Präsidenten der Vereinigten Staaten durch Gesetze zu ermächtigen, die Ausfuhr von Waffen und Munition nach allen kriegführenden Ländern zu ver­bieten.

Die bulgarischen Forderungen an Serbien.

^ Konstanttnopel, 5. August. Der hiesige Bericht­erstatter des ,,B. L.-A." erfährt aus maßgebenden bul­garischen Kreisen, Bnlgarien verlange von Serbien die Abtretung von ganz Mazedonien einschließlich Mona- stirs und Ueskübs. Ueber die Antwort an Bulaanen bestehen zwischen Pasitsch und den übrigen serbischen Ministern ernste Meinungsverschiedenheiten.

Die Argonnenkömpfe

vom 13. 14. Juli 1915.

und während der Nacht sind

Aus dem Großen Hauptquartier wird uns ge-

Der 13. Juli bricht an. Am vorhergehenden Abend nd während der Nacht sind in den deutschen Graben die tzten Vorbereitungen getroffen worden. Jeder Ein­zelne weiß genau Bescheid, welche Ausgabe ihm Miallt. Bei dem Gedanken an den bevorstehenden Sturm klopft das Herz schneller, voll kampfesfreudrger Erre­gung und Spannung. Was werden tue nächsten 12 Stun­den bringen? Vielleicht manchen lieben Kameraden den Tod, aber sicher allen den Sieg. Es kann ja gar nicht anders sein, wo deutsche Fäuste dreinge,schlagen haben, hat der Feind noch immer das Feld räumen müssen, wenn er sich auch noch so tapfer wehrte, und wenn auch noch soviel Blut fließen mußte. Damals rm Herbst war's so. und im Januar und Februar auch. Wer als Frei­williger vorn bei der ersten Sturmkolonne dabei sein wollte, hatte der Herr Hauptmann gestern Abend gefragt. Da hatten sie sich alle gemeldet. Ja, die daheim, wenn die dabei waren, die könnten stolz sein auf ihre Immens

Jetzt fängt es an zu dämmern. Es wird ecn kühler und trüber Morgen. Noch ist es mcht recht hell, da kommt schlürfend und heulend von weit hinten aus einer deutschen Batteriestellung die erste schwere Granate an- ^"^schlägt mitten in die feindliche Stellung ein, berstet mit einem donnernden Krach und überschüttet weit und breit alles mit einem Laael von Svrenüstücken,

Lehmklumpen itnb Steinen. Jetzt geht's los. In Den nächsten Minuten meint man, die ganze Hölle täte sich auf, von allen Seiten braust und pfeift und heult es heran und schleudert Tod und Vernichtung in die feind­lichen Stellungen, die bald in einen gelbgrauen Nebel von Staub und Qualm gehüllt sind. Neugierig strecken unsere Kerls die Köpfe über die Brustwehr und über­zeugen sich von der guten Wirkung des Artilleriefeuers. Dieses Zuschauervergnügen dauert aber nur kurz, denn bald eröffnen auch die französischen Batterien und Minenwerfer ihr Feuer, das sich von Stunde zu Stunde bis zur raseudsten Heftigkeit' steigert. Dieses stundeu- lange untätige Aushalten in dem mörderischen Granaten- Hagel ist viel schlimmer und zermürbender als der ganze Sturnr.

Um 8 Uhr vormittags brechen am linken Flügel etwa in der Mitte zwischen dem Punkte 263 und 285 die 5. Schlesischen Jäger und ein Metzer Infanterie-Batail­lon zum Sturm gegen den vorgeschobenen französischen Stützpunkt los. In 7 Minuten sind die ersten 3 Graben überlaufen, sodaß er von hier aus den späteren Haupt- sturm nicht mehr flankieren kann.

Währenddessen erreicht auf der ganzen Front

die Heftigkeit des Artillerie- und Miuenfcuers ihren Höhepunkt. Viele Grüben werden im Laufe des Vormittags auf feiudlicher, wie auch auf deutscher Seite einfach eingeebnet. An einer Stelle schlägt eine Mine in ein französisches Haudgrnnateulager, das mit fürchter­lichem Krach in die Luft fliegt. Hinter der Front fand man am nächsten Tage in einem einzigen, durch eine schwere Mörsergranate durchgeschlagenen Unterstand 105 tote Franzosen. Ohne auf das vernichtende Feuer zu achten, sitzen die Beobachter unserer Artillerie an ihrem Platz und machen die nötigen Meldungen über die Wir­kung des Feuers. Au drei verschiedenen Stellen hielten die Sappenspitzen, die Leutnants Kayser und Fritsche und der Offizierstellvertreter Bock, nur wenige Meter vom feindlichen Graben entfernt, den ganzen Morgen aus und leiteten von hier aus das Feuer ihrer Batterien.

Kurz vor dem Sturm schleichen sich an einer anderen Stelle zwei Pioniere, der Vizefeldwebel Bansamier und Unteroffizier Tnttenuit, in einer Sappe bis dicht an die französische Stellung heran und bringen hier unter einem Hagel von Handgranaten und Minen in aller Ruhe eine doppelte Sprengladung an. Punkt 11,30 vorm. wird die Zündung in Tätigkeit gesetzt.

Eine gewaltige Explosion

und im nächsten Augenblick stürmen schon die ersten Musketiere und Pioniere durch die Sprengtrichter htn- durch auf den französischen Graben zu. Im Handmu- öreben sind die noch unbeschädigten Teile des Draht­hindernisses auseinander gerissen und zerschnitten, rechts und links sausen die Handgranaten den Franzosen an die Köpfe und schon stürzt sich mit tollkühnem Sprung als erster der Pionier Blum der 1. Kompagnie Pionier- Bataillons Nr. 16 in den feindlichen Graben. Es ver­gehen kaum 1 oder 2 Minuten, da hat die erste Sturm­welle schon den vordersten Graben überrannt und stürmt weiter gegen die 2. und 3. Linie. Zur gleiche» Sekunde ist auf der gangen Front von der Bolante bis jenseits der Römerstraße der Sturm losgebrochen. An nieten Stellen werben unsere Leute in dem stugenblick, in dem sie aus dem Graberr vorbrechen, von einem rasenden In­fanterie- und Maschinengewehrfeuer empfangen. Alles kommt nun darauf an, so schnell wie möglich die Hinder­nisse zu überwinden. An einer besonders gesiihrltcheu Stelle springt ein junger Offizier, Leutnant Freiherr von Marschall, seinen Jägern weit voran mit einem ein­zigen Satz über das 4 Schritte breite Drahthindernis. Dre arideren folgen ihm, vor ihnen liegt Fin BloMaus, aus dem 2 Maschinengewehre Tod und Verderben speien. Die Jäger stürzen sich darauf, schleudern ihre Handgra­naten durch die Schießscharten und den rückwärtigen Ein­gang in das Innere und machen so die Bedienungs­mannschaft unschädlich.

Drei, vier, fünf Gräben werden überlaufen,

dann gehts hinunter ins Meurisson-Tal. Hier steht an einer gedeckten Stelle ein Minenwerfer, den tapfer bis zum letzten Augenblick ein französischer Artilleriehaupt- mann bedient. ' Seine Leute liegen tot oder schwer ver­wundet neben ihm. Gerade will er eine seiner gefürch- teten Minen den Heranstürmenden entgegenschleudern, da springt ein Bauernsohn von der schlesisch-pvlnischeu Grenze, der Jäger Kucznierz, neben ihn und ruft ihm zu: „Hast Du uns immer beworfeu mit großen Flügel- minen, Hier hast Du Belohnung/' Der Offizier reißt seinen Revolver hoch, aber der schlesische Gewehrkolben ist schneller als die Kugel des Capitaines. Immer wei­ter stürmen die wackeren Jäger. In der Hitze und Be­geisterung des Kampfes merken viele garnicht, daß sie die Höhe 285, das ersehnte Ziel, überhaupt schon er­reicht haben und dringen darüber hinaus bis in die Valloe des Courtes Chausses vor.

Inzwischen haben oben auf der Hohe die Offiziere in richtiger Erkenntnis der Lage einen großen Teil ihrer Kompagnien angehalten und beginnen sofort mit dem Festleqen und notdürftigen Herrichten einer neuer Stel­lung. ‘ Nur ein kleiner Trupp allzu Verwegener stürmt bis mitten in die französischen Batterien und Lager, an ihrer Spitze der Leutnant ö. R. Englisch der 3. Kompag­nie des Jäger-Bataillons Nr. 6. Die Jäger versuchen, voll Siegesbegeisterung über ihre wertvolle Beute, die eroberten Geschütze — es sind vier leichte und vier schwere — zurückzuschaffen. Unmöglich, es geht nicht, die Kanonen sind zu fest eingebaut und zu schwer. So müssen sie sich damit begnügen, mU Aexten, Spaten, Beil­picken und anderem Gerät die Richtvorrichtungen, Ver­schlüsse und Untergestelle der Geschütze kurz und klein z; schlagen, um wenigstens die preisgegebene Beute in zer­störtem, unbrauchbarem Zustande dem Feinde zu übe. lassen. Im letzten Augenblick stopfen noch schnell der Jäger Wistoba und der Oberjäger Broll von vorne in die Rohre zweier Geschütze je eine Handgranate und zerstö­ren durch deren Explosion die Laderäume und andere Teile. Broll schleudert eine weitere Handgranate in das in der Nähe befindliche Munitionslager, das

klein zu

er«

mit gewaltigem Krach m die Luft fliegt,

--««d bann geht's Marsch Marsch zurück zum Batail­lon, denn jede Minute längeren Zogerns hätte die Toll­kühnen den heranrückenden franzomchen Reserven in die Hände geliefert. An einer anderen Stelle hatten die Jäger in aller Eile einen starken Motor, der zum Be­triebe der in die Minenstollen führenden Preßluftlei­tungen diente, gründlich zerschlagen und zerstört.

Dies alles hatte sich in kaum mehr als 2 Stunden abgespielt. In der gleichen Zeit war auch auf allen ande­ren Teilen der Kampffront ein voller glänzender Sieg errungen worden. Ganz besonders hatte ein Bataillon des Jmfanterie-Regiments Nr. 135 unter Führung des Hauptmanns Wegener bei der Witrmutig der File morte Hervorragendes geleistet. Das Bataillon hatte von der schwarzen Kuppe aus angegriffen und mußte zu­nächst einen außergewöhnlich stark ausgebauten Stütz­punkt des Feindes, die sogenannte „Steinfestung" er- Mmen. Das schnelle Gelingen dieses Angriffs ist zum großen Teil dem Leutnant d. R. Bresthaupt der 2. Kom­pagnie zu verdanken, der mit seinem Zuge durch eine geschickte Umgehung durch den Meurision-Grund den ,Feind von hinten fassen und abschneiden konnte. An eiULelnen Stellen auf der Bolante wehrten sich die Frau.

zosen mit verzwetselter Zamgreu uno Wloerstanosrraft Unseren Truppen war es hier nicht immer möglich, vor einer Stellung zur anderen über den gewachsenen Boden vorwärts zu stürmen, sie mußten sich Schritt für Schritt durch das

Gewirr von Sappen und Verbi»d«ngsgräbe» Vorarbeiten.

Am Ansgang eines solchen Grabens hatte sich ein französischer Offizier ausgestellt, der jeden Deutschen, so­bald er sich am anderen Ende zeigte, abschoß. Ein Soldat kniete neben ihm mit einem zweiten Gewehr, das er immer wieder nach jedem Schutz seinem Leutnant ge­laden reichte. Erst nad) längerer Zeit gelang eS einem deutscher; Offizier, durch eine wohlaeztelte Handgranate diesen zähen, heldenmütig kämpfendert Feilid aus dem Wege zu räumen.

Auf dem anderen Flügel, östlich der Römerstraße, hatte der Angriff anfangs nur geringe Fortschritte ge­macht. Hier erwarb sich Leutnant Johannsen — auch einer der wackeren schlesischen Jäger — großen Verdienst dadurch, daß er im entscheidenden Augenblick die Mög­lichkeit erkannte, die von den ISOern in der Front ange­griffenen Franzosen von Westen her in der Flanke zu packen und so zum Weichen an bringen. Gleichzeitig durchbrach an einer anderen, 500 Meter weiter östlich gelegenen Stelle Leutriant Ntchterlein mit seiner 1. Kom­pagnie Infanterie-Regiments Nr. 130 die feindliche Linie nnd drang in einige Blockhäuser ein, in denen er viele Gefangene, ein Ntaschinellgewehr, 2 Eselskanonen und 2 Revolverkanonen erbeutete.

Gegen die Höhe 285 unternahmen die Franzosen am Nachmittag mehrere Gegenangriffe, die aber von den 144erit und Jägern abgewiesen wurden. Der Feink setzte das ununterbrochene schwere Artilleriefeuer unter Aufwalld gewaltiger aihuiitiondmengcn und zeitweise unter Verwendung von Granaten mit erstickender Gas- wirkung bis zum späten Abend fort. Als dann endlich bei Eintritt der Dunkelheit alle Gegenangriffe zerschellt sind und der Kampf langsam abflant, liegt d c französi­sche Infanterie auf der ganzen Front unmittelbar vor den neuen deutschen Stellungeu. Auf beiden Seiten wird mit fieberhafter Anspannung aller Kräfte daran gearbeitet, schnell wieder neue Graben allszuheben, um am nächsten Tage für eine Fortsetzung des Mampfeö ge­rüstet zu sein. Nach all den unerhörten Anstrengungen und Aufregungen des Kampftages herrscht bet unseren Truppen

jubelnde, begeisterte, stolze Siegesfrende.

Bis zum Aeutzersten und Letzten hatte jeder fein Bestes hergegeben. Im Laufe des Abends und der Nacht stellen sich auf den Berbaudsplätzeu viele Verwundete ein, die schon früh morgend einen Arm- oder Beinschuß oder sonst eine Verwundung erhalten hatten und trotzdem bis zuletzt mitgemacht hatten, um ja nichts zu versäumen von diesem höchsten Glück des Soldaten, dem Siege. Und alle wissen es ganz genau, daß am nächsten Tage die Kunde von den Heldentaten und dem Ruhm der Argon- nerkämpfer in alle Welt hinausklingen wird, drüben zu den Kameraden, die gegen die Russen rümpfen, und weit überd Meer, und vor allem zum Vater und gur Mutter und all den Lieben zu Hause in der Heimat.

Vermischtes.

Eine BUtttat Jugendlicher. Drei sechzehujährige Burschen namens sttosenthal, Kalkbrenner und Löhdvrn in Stettin verübten bet der Witwe Herbig in Pampow, einer Verwandten Rosenthals, einen Einbruch und raub­ten 300 Mk. und ein Sparkassenbuch. Der Verdacht lenkte sich sofort auf die drei Burschen. Sie wurden von Ar­beitern der Stvlzenbnrger Glashütte verfolgt und einge» holt. Da zog Roseuthal einen Revolver und schoß dein Heizer Arndt eine Kugel ins Herz, so daß er sofort tot hinsiel. Dem Täter gelang es, die nctermüuDer Forst zu erreichen, in der er sich wahrscheinlich noch versteckt hält. Die beiden anderen jugendlichen Räuber konnten festgenommen werden. Auch bei ihnen fand man einen Revolver vor.

Krieaerfraueu als Geschäftsreisende. Inwieweit Ehefrauen dazu berufen sind, ihre zu den Fahnen ein- berufenen Gatten geschüftlich zu vertreten, zeigt folgen­der interessante Fall: In der Garnison Mosel (Schlesien) dient bei einem Rekrutendepvt ein Landsturmmanll aus Breslar;, von Beruf Geschäftsreisender eines Seiden» Hauses. Die Firma hatte sich nach dem „B. T." bei Eiu> berufung ihres Angestellten bereit erklärt, daß dieser sich von seiner Frau während feiner Militärzeit vertreten läßt. Seitdem bereist die betreffende Kriegerfrau die Provinzkundschaft ihres Marules und — erzielt gute Er­folge.

Verwüstungen durch eine Wasserhose. In Eric (Pennsylvania) brachen infolge einer Wasserhose dse Dämme. Die geschäftlichen und Wohnviertel der Stadt wurden überflutet. Das Wasser reichte bis zum zweiten Stockwerk. Es zerstörte die Telephon- und die Tete» grapheuverbtndnngen und schwemmte die Beleuchtungs­anlagen weg. Die Fabriken stellten die Arbeiter ein. Die Zahl der Toten wird auf 25 geschätzt, die der Ob­dachlosen auf 2000. Der Schaden aeht in die Millionen.

Brände und Ausstände in Amerika. Der Pariser „Matin" meldet aus Nenyork: Auf der amerikanischen Schiffswerft von Norfolk brach abermals ein großer Brand aus. Der Feuerwehr gelang es, den Brand zu löschen. Die Regierung hat eine Untersuchung nach der Ursache des Feuers angestellt. — Nach Neuyorker Mel- dungeu nimmt der Streik der Mechaniker einen größeren Umfang an. Ein Teil des Personals eitles der grössten Neuyorker Häuser hat die Arbeit nicht ausgenommen. Sie forderten den Achtstundelltag und eine Lohnerhö­hung um 15 vom Hundert. Die gleiche Forderung wurde in anderen Häusern Neuyorks und anderen Städten gestellt.

Weitere Drahtnachrichten«

Die Tätigkeit der D»ma.

Petersburg, 5. August. (WTB.) „Rjetsch" unk andere Mütter liberaler Haltung äußern sich empört über einen Artikel Menichikoffs, der in der „Nowojr Wremja" versucht, die Verantwortung an den Ereig­nissen der Duma zuzuschieben. „Rjetsch" sagt, daß die Duma, obwohl sie ihre Meinung nicht sagen dürfe, doch in den geheimen Sitznnge« ihre Pflicht voll erfülle. Viel- leicht ließen sich die jetzt geäußerten Wünsche Menschi- koffs über die Kontrollrechte der Duma in der Zukunft durchführen. Der liberale Petersburger „Kurier" spricht die Ansicht aus, daß zwar in Petersburg ein gewisser Anschein von einer Aenderung des Kurses gegeben werde, daß in der Provinz dagegen alles beim alten blieb.

Bothas Traum.

fe* Johannesburg, 5. August. (WTB.) Reuter meldet: General Botha erklärte in einer Rede, soweit er selbst in Betracht komme, halte er es für unmöglich, Südwestafrika an Deutschland zurückzugeben. Alle ern­sten Schwierigkeiten seien auf deutsche Btachellschasien zurück^uführen. Außerdem sei die Politik der Deutschen gegenüber den Eingeborenen eine Quelle der Gefahr Mr die Union.