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Hersfelder Tageblatt

Amtlicher Anzeiger

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be­zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

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für den Kreis Hersfeld

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Der Anzeigenpreis beträgt fiir die einspaltige Zeile 10 Pfennig, im amtlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zeile 25 Pfg. Bei Wieder­holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittags.

Nr. 182. Freitag, den 6. August 1915

Amtlicher Teil.

VtreiilbmiiM «her Höchstureist für vmWWt und 8«nnüi!*6Dtr|^*ht

Die Rohmaterialstelle des Preußischen Landwirtschastsministerium gibt folgendes bekannt:

Es ist zu unserer Kenntnis gekommen, daß von verschiedenen Seiten Superphoshate und Ammoniak- Superphosphate zu Preisen angeboten werden, welche die zwischen den Vertretern der Düngerindnstrie und der landwirtschaftlichen Körperschaften vereinbarten Höchstpreise, die nachstehend nochmals angegeben werden

ganz erheblich überschreiten. . . , _

Nach den getroffenenen Abmachungen ist die fernere Lieferung zu versagen sobald Prelse gefordert "e über die in der Vereinbarung festgesetzten Preise hinausgehen.

werden, die über die in der Vereinbarung festgesetzten grelle hirmusgehen.

Es wird daher ersucht, von allen hieraus bezüglichen Vorkommnissen der Rohmaterialstelle des Landwirschaftsministertums, Berlin W. 9, Leipziger Platz 7, zur weiteren Veranlassung unverzüglich Mittei-

lung zu machen.

Es wurden folgende Verbraucherpreise festgesetzt:

Für reine Superphosphate

160/o und darüber

14-15,99°/o

Für Ammoniak- Superphosphat 5:8 und 4 :12 nach Verkäufers Wahl

Pommern........

Westpreußen.......

Brandenburg Ost.....

Ostpreußen.......

Schlesien, Posen.....

Das übrige deutsche Gebiet ausschließlich Süddeutschland.

2472 Pf.

257t Pf.

7,20 Mk.

2572

267»

7,30

2572

263/4

7,30

253/4

27

7,30

2672

277i

7,35

26' 2

2774

7,40

Basis waggonfrei Stettin

Basis waggonfrei Danzig oder Neufahrwasser nach Verkäuf. Wahl frachtfreiVollbahnstation Basis waggonfrei Königsberg oder Memel nach Verk. Wahl frachtfrei Vollbahnstation

frachtfrei Vollbahnstation

Die Preise verstehen sich sämtlich für lose verladene Ware bei einmaligem Bezüge von mindestens 10 000 Kilogramm, und zwar für das Pfundprozent wasserlösliche Phosphorsäure in reinen Superphosphaten, bezw. für 50 Kilogramm in Ammoniak-Superphosphaten. Bei Lieferung von Mengen unter 10000 Kilogramm können auf sämtliche vorstehende Preise je 25 Pf. für 50 Kilogramm mehr gefordert werden. Soweit die Ware in Säcken geliefert werden kann, verstehen sich die vorstehenden Preise brutto für netto, in Werksacken mit einem Aufschlag von je 50 Pfg. für 50 Kilogramm, im Käufersäcken nach Vereinbarung. Die Probenahme erfolgt bei loser Verladung auf dem Lieferwerk, bei Verladung in «ticken auf der Empsaugsstation wie bis­her, die Gewichtsfeststellung nur auf dem Lieferwerk.

Bei Barzahlung ist der übliche Skonto wie bisher zu gewähren.

Ware darf wegen Mindergehalts an Nährstoffen nicht zurückgewiesen werden: es findet vielmehr ~ es ordnungsmäßig nachzuweisenden Mindergehalts statt unter Berücksichtigung der

Ware darf wegl nur einfache Vergütung d LatitudcbesUnununge^n.b^b Mischungen Ammoniak-Superphosphat als 5 : 8 und 4 : 12 angeboten werden, so muß für die Bewertung der ersteren die Preisbasis der letzteren dienen; dieselbe betragt für das Pfund/o/o wasserlösliche

Pommern.........

Westpreußen........

Brandenburg Ost.......

Ostpreußen ........

Schlesien, Posen......,

das übrige Gebiet ausschließlich Süddeutschland .

für das Pfund"/»

25

Pf.

und

104

Pf.

26

10472

//

26

10472

2674

104

27

104

//

27

105

und Filzabfällen,

zu den sonstigen Bedingungen wie oben angegeben.

Für Mischdünger, die aus Stickstoff organrschen Ursprungs (namentlich von Woll .

Haaren Ledermehl herrührend) und wasserlöslicher Phosphorsäure hergestellt sind und unter den verschieden- artigsten Bezeichnungen angeboten werden, sind keinesfalls höhere Preise, als wie für Ammoniak-Superphos- phatz gerechtfertigt; Düngemittel dieser Art werden in gegenwärtiger Zeit häufig den Landwirten zu über­trieben ho^bEerholt w?rd den Landwirten empfohlen, die Herbstdüngemittel recht frühzeitig zu beziehen.

Berlin, den 3. Juli 1915.

* Hersfeld, den 9. Juli 1915.

I. 8631. ®iir6 °°E°""'Rr Landrat. «. B.: «. H - d - m a n ». R-g.-«s!-ss°r.

Hersfeld, den 31. Juli 1915.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher, die meine Verfügung vom 23. Juni d. Js. I. Rr. 133a - betr. Mitteilung der Steuerveranlagung der katholischen Einwohner an den hiesigen katholischen Kirchenvorstand noch nicht erledigt haben, werden mit Frist bis zum 10. k. Mts. hieran erinnert.

Auch sind bis zum 10. k. Mts. die noch nicht er^ statteten Fehlanzeigen an mich einzureichen. Ich ersuche um pünktliche Jnnehaltung dieies Termins.

Der Vorsitzende der Einkommensteuer Veranlagungs-Kommiffion.

I. Nr. 1628. J. V.:

__________v. Hedemann, Reg.-Apesior.___________, Hersfeld, am 3. August 1915.

Am 1. d. Mts. ist die 2te Rate der für das laufende Jahr zu entrichtenden Krelsstener fällig ge-

Die Herrn Bürgermeister und Gutsvorsteher des hiesigen Kreises ersuche ich, gefälligst dafür «orge tragen zu wollen, daß die fälligen Abträge bis spätestens zum 12. d. Mts. bei der Kreis kommunal- kasse hier (Zimmer Nr. 1 im Landratsamtsgebaude» eingezahlt werden.

Der Vorsitzende des Kreisansschusses:

J. V.:

v. Hedemann, Reg.-Assessor.

April bis 30. Juni 1915, oder um Erstattung von Fehlanzeige mit Frist bis spätestens bis zum 15.

August ds. Js.

Der Vorsitzende des Kreisansschusses.

F A Nr. 6769. I. V.:

v. Hedemann, Neg.-Assessor.

Hersfeld, den 3. August 1915.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises erinnere ich nochmals an Emreichung der Kreishundesteuer-ugangsliste für die Zeit vom 1-

Hersseld, den 3. August 1915.

Der auf Donnerstag den 12. August ds. Js. in der Stadt Fulda angesetzte Viehmarkt wird unter den seither bekanntgegebenen Bestimmungen abgehalten. Mit dem Auftrieb darf um 6'/' Uhr morgens begonnen ^^Nack § 1 der Polizeiverordnung vom 5. April 1914 (Amtsblatt Seite 182) ist der gewerbsmäßige Handel mit Klauenvieh tm Stadtbezirke außerhalb des Marktplatzes verboten. .... .. ....

Auf Grund des § 47 der mehseuchenpolizeilichen Anordnung vom 1. Äai 1912 wird bestimmt daß nach

Uhr vormittags Tiere nicht mehr zum Markt ge­bracht werden dürfen. , , . ,

Besonders mache ich noch darauf aufmerksam, daß durch den 2 Zugang (vor deL Lindenstraße) zum Vieh­marktplatz nur voruntersuchtes Vieh aufgetrieben "'"Auf Grund des § 168 Absatz 3 der Ausführungs- besttmmungen zum AuSführungsgesetze zum Vieh- seuchengesetze vom 25. Juli 1911 wird angeordne , daß au« den Orten, in denen Maul- und Klauenseuche herrscht, auch Personen von dem Besuche des Marktes ausgeschlossen sind.

noi7 Der Landrat.

J. V.: v. H e d e m a n n, Reg.-Assessor.

Bus der Heimat

* Den deutschen Zivilgefangenen in 3t u ß l a u d ist nach einer Entscheidung der russischen Diegierung der Briefverkehr mit der Heimat untersagt, weil sie sich nicht.in Konzentrationslagern befinden, sondern nur gezwungen sind, in den ihnen angewiesenen Ort­schaften zu leben, und daher ihr Pvstverkehr den all­gemeinen Bestimmungen zu unterwerfen ist. Hier­nach können aus Deutschland Postsendungen an diese Personen fortan nicht mehr unmittelbar nach Art der Krtegsgefangenensendnngen, sondern nur noch durch Mittelspersonen (Rotes Kreuz usw.) auf dem Um­wege über das neutrale Ausland verschickt werden, wobei es noch zweifelhaft ist, ob die Sendungen die Adressaten erreichen werden.

§ Hersfeld, 4. August. Mit Gültigkeit vorn 1. d. Mts. sind neue militärische Bestimmungen über den Verkehr mit dem o b e r e l s ü s s i s ch e n Operations­gebiet erlassen. Das Operationsgebiet umfaßt das südlich von Rappoltsweiler (ausschließlich) und Mar- kolsheim (einschließlich) liegende Gebiet des Oberel­sasses. Wer in dieses Gebiet reisen will, bedarf eines Erlaubnisscheines, der von der für das Reiseziel zu­ständigen Kommandantur ausgestellt sein muß. An­träge auf Ausstellung dieses Scheines sind mit ein­gehender Begründung bet der unteren Verwaltungs­behörde (Landratsamt oder gleichgestellte Behörde) des Wohn- oder Aufenthaltsortes an stellen und von dieser nach Anstellung der erforderlichen Erhebungen mit gutachtlicher Aeußerung der zur Entscheidung zuständigen Kommandantur zu ttbersenden. Kom­mandanturen befinden sich in Neubreisach, Colmar und in Mülhausen t. Els.

):( Hersfeld, 3. August. Mit demEisernen K r e u z" ausgezeichnet wurde, Unteroffizier Franz Burghardt Rgt. Böse Nr. 31.

-k-Hersfeld, 4. August. Man schreibt uns: Beim Dreschen mit Dampfmaschinen bemerkt man häufig, daß die Maschine umgekehrt in die Scheune gefah­ren it. das Stroh nach der Lokomobilseite abgenommen wird. Das Stroh liegt dann oftmeterhoch vor der Loko­mobile und bildet somit eine große Brandgefahr. Brandkasse sowie Feuersversicherungen haften in solchen Fällen nicht. Besitzer und Maschinisten machen sich strafbar, auch in solchen Fällen wo nichts passiert.

):( Rotensee, 3. August. Mit demEisernen Kreuz" ausgezeichnet wurde Gefreiter d. Nes. Konrad Beter beim Stab der 10. Ers.-Div.

Niederaula, 81. Juli. Lehrer August Zoll aus Ntederjossa, der vor einiger Zeit den Heldentod fürs Vaterland starb, war der erste Lehrer aus der Reihe der Krieger des Bezirksvereins Niederaula, der sein Leben für das Vaterland hat opfern müssen. Der leider früh Dahingegangene, der früher in Solms stand, erfreute sich der Liebe und Wertschätzung seiner Kollegen, die seinen Tod aufs tiefste beklagen.

-i- Mengshanse«, 3. August. Durch eine Diebes­bande, die in Hersfeld wohnt, wurden hier größere Mengen von Kartoffeln von den Felderu gestohlen. Die Täter wurden jedoch noch erwischt und durch den Gendarmen festgenvmmen.

Philippsthal, 2. August. Beim Baden in der Werra ertrank am Sonnabend abend der hier auf Ur­laub weilende Landsturmmann F. Schank. Die Leiche konnte gestern vormittag geborgen werden. Schank hinterläßt eine Frau und 7 unversorgte Kinder.

Phiuppsthal, 2. August. Am vergangenen Freitag wurde der Auszügler Klee in Unterbreizbach von der Strafkammer zu Eisenach wegen Wildern zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Klee hatte im März d. J. im Stöckig gewildert und war dabei von dem Schloßgärtner Petzold und dem Landgräfl. Jagdgehilfen Schneider aus Philippsthal erwischt und festgenommen worden. Hoffentlich leisten die anderen Wilddiebe dem Klee bald Gesellschaft.

Bebra, 4. August. (Aufopfernde Tat.) Das anderthalbjährige Kind der «if dem Bickner wohnenden Familie Sch. stürzte in Abwesenheit der mit Korn- einbringen beschäftigten Mutter in eine mit Wäger gefüllte Wanne. Nachbarleute eilten hinzu und hoben das Stint) heraus, das aber keine Lebenszeichen mehr gab. Die bald darauf vorüberkommende Schwester Julie stellte trotzdem Wiederbelebungveriuche an, die zur Freude der verzweifelten Mutter des Kindes nach zweistündiger Arbeit von Erfolg gekrönt waren.

Göttinnen, 3. Augnst. Während des Gottesdienstes am Sonntag erschoß sich auf der Galerie des Kirchturms der St. Johanntskirche ein Mann und stürzte dann vom Turm herab auf den Ktrchplatz. Was den Selbst­mörder, der ein stellenloser Buchhalter sein soll, zu der Tat veranlaßt hat, ist nicht festgestellt worden.

Nordhause«, 3. August. Ein schreckliches Unglück ereignete sich auf dem Fürstlichen Gute bei Roßla. Die 17jährige Tochter des Maurers Nickel arbeitete mit an einer Strohpresse. Hierbei geriet sie mit einem Fuß ins Getriebe und wurde furchtbar verstümmelt. Nach zwei Stunden entsetzlicher Qualen gab die Un­glückliche bei vollem Bewußtsein ihren Geist auf. Der von Auswärts heimkehrende Vater fand seine Tochter tot vor.