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Ein Ehrentag der

Garde-Kavallerlt-Divifion.

Als besonderer Ehrentag in der Geschichte der Garde-Kavallerie-Division wird stets der 11. Oktober 1014 genannt werden. An diesem Tage wurde mit ver­hältnismäßig schwachen Kräften das Städtchen .. . . gestürmt. Die Artillerie, Reitende Abteil. 1. Garde- Keldart.-Regiments, hatte den Tag über die Stellung des Feindes gründlich beschossen und sturmreif gemacht. Gegen Abend konnte Mim der Sturm unternommen werden. Auf der dünnen Schützenlinie der Kavalle- risten waren die Jäger vom Garde-Jäger-Bataillon und die Pioniere der Pionierabteilung mit Handgranaten verteilt. Nun ging es zum Sturm vor, und bald zeigte sich vor allem die furchtbare Wirkung der geworfenen Handgranaten. In panikartiger Flucht gab der Feind die Stratzenbarrikadell auf. Aber schon hatten ernige Abteilungen das Städtchen umgangen und schnitten einem Teil der Feinde den Rückzug ab. 150 Mann blie­ben unsere Gefangenen. Jäger uhö Pioniere konnten für die Nacht schon Unterkunft in.....beziehen.

Jetzt galt es aber, das gewonnene Gelände zu be­haupten, und wenn irgend möglich den Feind noch weiter zurückzudrängen. Hierbei haben sich Unteroffizier Geils und die Pioniere Schuster und Kowalikowski von der Pionier-Abteilung der Garde-Kavallerie-Division in hervorragender Weise ausgezeichnet. Mit einer An­zahl Handgranaten ausgerüstet, meldeten sich die drei beim Führer des Garoe-Jäger-Bataillons, das kurz hinter .... in Stellung lag. Die braven Jäger er­hielten hier besonders heftiges Jener aus einem einzelnen Gehöft, das in einiger Entfernung vor ihnen lag. Es war der leichtbegreisliche Wunsch des Führers, gerade dieses Gehöft vom Feinde zu säubern. Dorthin schickte ^r die drei Pioniere mit ihren Handgranaten. Unerschrocken gingen die drei in heftigem Feuer, soweit wie möglich gedeckt, vor. Eine starke Mauer, durch die das ganze Anwesen eingefriedigt wurde, bot ihnen Mit ersten Widerstand. Der Hofraum war voller Feinde, die aber durch das gulgezielte Feuer der Jäger in Schach gehalten wurden. Ein paar geworfene -Handgranaten nötigten den Feind aber bald, den Hofraum zu ver­lassen und sich in das Hauptgebäude zurückzuziehen. Unteroffizier Geils und die Pioniere Schuster und Ko­walikowski versuchten nun, in den Hofraum einzu- dringen, um auch iu das Gebäude ihre Granaten zu werfen. Das Unternehmen gelang. Einer «erfliege, durch den Garten an die Hinterfront des Hauses zu kommen, während die anderen beiden im Hofraum blie­ben. Wer mag nun das Entsetzen des Feindes schildern, als bald durch dies, bald durch jenes Fenster Hand­granaten flogen, die ihre furchtbare Wirkung taten!

Doch nun schien aller Heldenmut jener drei Tap­feren doch nicht den gewünschten Erfolg zu haben. Ihr Vorrat mt Handgranaten war zu Ende, und noch war der Widerstand des Feindes nicht gebrochen. Die Tapferen mußten zurück. Zwar konnten -Kavalleristen und Jäger das Gehöft enger und fester umschließen, aber der Feind war doch noch nicht vertrieben. Pioniere lassen sich aber nicht entmutigen und geben so leicht nichts auf. Unteroffizier Geils und Pionier Schuster leihen sich bei Mb Jägern Fahrräder und eilen zu ihrer Abtei­lung, die etwas zurückliegt, um neue Handgranaten zu holen. In kürzester Zeit sind sie wieder zur Stelle. Sie versuchen aufs neue ihr gefahrvolles Werk. Ein verwundeter Gegner versucht, im Garten den Pionier Schuster -wu hinten zu erschießen. Glücklicherweise ver­fehlt er sein Ziel. Nachdem noch einige Handgranaten gwirkt hatten, war endlich der Widerstand des Feindes gebrachen. Einzeln kamen sie zur Tür hinaus, nachdem

sie ihre Waffen im Hause abgelegt hatten. Zuerst kam ein Oberst und übergab dem Unteroffizier Geils sein Koppel mit Degen und Revolver. Dann kamen noch einige Offiziere, und schließlich waren es 35 Mann, die sich hier den drei Helden und den inzwischen herauge- kommenen Kavalleristen und Jägern ergaben. Entsetz­lich waren die Wirkungen der Handgranaten im Hause gewesen,- davon zeugten die vielen Toten, die man in dem Gebäude fand. Es stellte sich heraus, daß kaum die Hälfte der feindlichen Besatzung mit dem Leben davon- gekommen war.

So siegte deutsche Tapferkeit und deutscher Mut über den zähen Widerstand des Feindes. Die Brust der drei wagemütigen Helden aber schmückt das Kreuz von Eisen.

Varifer Stimmungsbild.

Ein schwedischer Kaufmann, der die letzten drei Mo- iiate in Paris gelebt hat, stellt derDortmunder Zei­tung" nachstehende interessante Schilderung des Lebens und Treibens der Pariser Bevölkerung zur Verfügung.

Angst und Nervosität sind wieder tägliche Gäste der Pariser. Der völlige Zusammenbruch der letzten gro­ßer! Offensive läßt sich nicht mehr länger verheimlichen, trotzdem die Zensur iit der rigorosesten Weise gehand- habt wird. Die Nachrichten von den großen deutschen Erfolgen in Galizien dringen allmählich durch, obwohl offizielle und offiziöse Kreise eifrig am Werke sind, die Tatsachen zu vertuschen. Die Empörung und die Wei­gerung der Regierung, amtliche Mitteilungen über die Höhe der Verluste zu veröffentlichen, wächst von Tag zu Tag. Das Verhalten der Regierung ist außerordent­lich töricht, es werden im Volke die unglaublichsten Ver­lustziffern kolportiert. Mir haben mehrere Pariser von etwa 800 000 Toten und 2 000 000 Verwundeten und Vermißten erzählt. Offiziöse Mitteilungen, die von Zeit zu Zeit gemacht werden, geben die Gesamtverluste der Zentralmächte auf etwa dreimal so hoch au wie die der drei Alliierten. Meine Einwendungen, daß nach Angabe der deutschen Heeresleitung ungefähr 1300 000 Russen in Deutschland und Oesterreich gefangen seien, wurde nirgend geglaubt. Allgemein ist jedoch die Ansicht ver­breitet, daß die russische Dampfwalze gen Berlin immer noch intakt sei, wenn es auch langsamer gehe als im Herbst vorigen Jahres.

Von dem großen Siege bei Taunenberg und von der großen Winterschlacht in Masuren hat das Volk von Paris keine Ahnung. Die Zahl der Drückeberger nimmt in Paris jetzt überhanö. Man staunt, wie viele kräftige junge Leute in eleganten, tadellos sitzenden Uniformen auf den Boulevards herumflanieren. Es sind zumeist Angehörige reicher Familien, die durch Vermittlung einflußreicher Persönlichkeiten vom Frontdienst befreit worden sind und in irgendeinem der vielen Ministerien oder Verwaltungen als Türwärter, Adjutanten, Maschi- nenschreiber, Ausläufer usw. untergebracht sind. Die Pariser Bevölkerung lehnt sich jetzt energisch gegen diese Schiebungen auf und verlangt, daß alle brauchbaren Sot- daten an die Front geschickt werden. Die in Paris wei­lenden Journalisten neutraler Länder werden neuer­dings vom Ministerium des Aeutzeren iu eindringlicher Weise bearbeitet. Alle Samstagnachmittage findet eine Versammlung statt. Es werden offizielle Wochenberichte bekannt gegeben und hervorragende Persönlichkeiten halten Vorträge über die barbarische Kriegführung der Deutschen und über deutsche Greuel. Jeder Anwesende wird mit Dutzenden von Broschüren überschüttet, die alle das gleiche Thema haben,der heilige Krieg Frank­reichs" und die Gemeinheit und Barbarei Deutschlands.

Aber einengroßen" Tag hat Paris doch gehabt! Der

Tag des Luftüberfalles auf Karlsruhe! ungefähr uns 4 Uhr nachmittags wurde das Ereignis bekannt. Mit Blitzesschnelle verbreitet sich die Nachricht durch die ganze Stadt. Alle Zeitungen hatten Extrablätter aus­gegeben, im Nu waren alle Straßen geflaggt, es herrschte ein unbeschreiblicher frenetischer Jubel. Der Ueberfall wurde wie ein großer Sieg gefeiert. Die Menge beglückwünschte sich gegenseitig auf der Straße und jubelte über den Schneid und die Ueberlegenheit der französischen Flieger. In den offiziellen Berichten wurden keine Angaben über die Verluste gemacht, und es schwirrten bald die phantastischsten Angaben durch die Stadt. Der Bahnhof von Karlsruhe und das Schloß sollten vollständig zerstört sein, 500 Tote und Verwun­dete seien vorhanden, darunter Mitglieder der großher­zoglichen Familie.

Ich kann nur sagen, daß diese ArtSiegesfeier" auf mich als Unbeteiligten einen höchst widerwärtigen und häßlichen Eindruck hinterlassen hat.

M »uB!

Durch eidliche Aussagen von 19 russischen Staats­angehörigen ist jetzt bekannt geworden, daß russische Soldaten auf Befehl ihres Offiziers Mitte Oktober 1914 bei Budwiecie evangelische russische Untertanen deut­scher Abstammung, 27 Männer und 2 Frauen, deren Familien seit Generationen in Rußland wohnen und deren Angehörige in der russischen Armee stehen, erbar- mungslos zusammengetrieben, geschlagen, gemartert und ohne Verhör und Urteiksspruch aufgehängt haben. An den Mißhandlungen hat sich auch der Oberst vom rus­sischen Infanterie-Regiment Nr. 105 beteiligt, indem er die Gefangenen mit dem Fuße trat. Der einzige Grund für diese scheußlichen Handlungen war die Tat­sache, daß die unglücklichen Opfer russischer Barbarei deutschklfugende Namen trugen.

Bei Staszow zerrten die Russen, wie die russisch- polnischen Juden in einem Hilferuf an ihre Glaubens­genossen in Amerika mitteilen, am Versöhnungstage zwölf Juden aus dem Bethaus heraus und hängten sie auf. In Zamosza beschossen sie eine jüdische Abord- nung, die zu ihrem Empfange erschien, mit Maschinen­gewehren. Die Gemeinde Opola bei Josefow wurde von ihnen vernichtet. In Senna haben sie alle jüdischen Männer und kleine Kinder zusammengetrieben, gebun­den, geschlagen, eingesperrt, die Frauen geschändet und alles ausgeraubt. In Kliszezow bei Raöomsk steckten sie alle Juden ins Gefängnis, in Lodz schlugen und be­raubten sie die Juden vor dem ©umtosen der Deutschen. In Wloszczowa verbrannten russische Soldaten im Herbst die wertvollen Fabrikanlagen des jüdischen Fab­rikbesitzers Meyer. Drei bei dem jüdischen Kaufmann Rappaport einquartierte Kosakenoffiziere beraubten ihn seiner Wertsachen, und einer dieser Helden mißhandelte Rappaport und seinen Sohn, weil sie ihm nicht die 17= -und 19jährigen Töchter des Hauses ausliefern wollten. In Radom hängten die Russen fünf angesehene Juden, lauter Talmudisten, darunter den Sohn des hochangese­henen Rabbiners von Alexandrow bei Lodz.

Erst durch das Vorgehen des deutschen Heeres sind die russisch-polnischen Juden, wie sie in dem oben er­wähnten Hilferuf nach Amerika dankbar anerkennen, von diesen Verfolgungen befreit worden. Vielleicht er­sehen die Amerikaner aus den Schilderungen, was für Banditen sie mit ihren Munitionslieferungen direkt und indirekt unterstützen?! Durch unsere amtlichen Ermit­telungen ist übrigens festaestellt, daß die russisch-pol­nischen Juden in diesem Hilferuf nur einige Fälle her­vorheben, daß sich die Kosaken überall zu den unerhör­testen Schandtaten gegen die Juden binreißen ließen.

(Fortsetzung des amtlichen Teils.)

§ 8.

Einreichungszeltpunkte.

Die Einreichungszeitpunkte der Meldungen richten sich nach der Gesamtmenge des gemeldeten Kupfers und sind wie folgt festgelegt:

bis zum 10. August 1915 sind einzureichen Meldungen, die sich auf ein Gesamtgewicht von über 150 bis 1000 kg. erstrecken, vom 10. bis zum 15. August sind einzureichen Meldungen, die sich auf ein Gesamtgewicht von über 1000 bis 5000 kg. erstrecken, vom 15. bis 20. August sind einzu­reichen Meldungen, die sich auf ein Gesamtgewicht von über 5000 kg. erstrecken.

Cassel, den 20. Juli 1915.

Der Stellv. Kommandierende General des 11. Armeekorps gez. von Haugwitz.

* * *

Wird veröffentlicht.

Die Vordrucke für die Meldescheine (§ 7) sind bei dem Kaiserlichen Postamt in Hersfeld zu haben.

Hersfeld, den 19. Juli 1915.

I. 8834. Der Landrat.

J. V.: v. H e d e m a n n, Reg.-Assessor.

Cassel, den 7. Juli 1915.

Die Regierungshauptkasse ist angewiesen, den Standesbeamten des Bezirks die vom Statistischen Landesamt in Berlin festgestellten Schreibgebühren für die im Etatsjahre 1914 eingereichten Zählkarten über Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle durch Vermittelung der Kreiskassen zu zahlen.

Die Beträge, die nicht binnen Monatsfrist bei den Kreiskassen abgeholt sein sollten, werden den Standes­beamten, soweit diese nicht am Amtssitze der Kasse wohnen, durch die Post portofrei zugesandt werden.

Ich ersuche dies den Standesbeamten bekannt zu geben. A. I. 3544.

Der Regierungs-Präsident.

In Vertretung. Unterschrift.

An die Herren Landräte des Bezirks. * * *

Hersfeld, den 13. Juli 1915.

Vorstehendes bringe ich zur Kenntnis der Herren Standesbeamten des Kreises.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

I. A. Nr. 7281. J. V.:

v. Hed e in a n n, Reg.-Assessor.

Nachruf

Die Beamten der Hersfelder Kreisbahn

Am 14. Juli d. Js. starb den Heldentod fürs Vaterland in Frankreich unser lieber Kollege

der Reizer

Herr Peter Adam Gossmann.

In dem Verstorbenen verlieren wir einen treuen und ge­wissenhaften Kollegen, der sich durch gute Charaktereigen­schaften und kollegiales Wesen ausgezeichnet hat.

Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Es werden noch einige tüchtige

Dreier, LMr null Mechaniker mit hohem Stundenlohn und sehr gut bezahlter Akkortarbeit eingestellt.

A. Gobiel & Co., WtMW Not

Rotenburg (Bez. Cassel).

Hersfeld, den 17. Juli 1915.

Interessenten werden darauf hingewiesen, daß die Stellvertretende Intendantur des 11. Armeekorps in Caffel für Heuverkäufe an die Heeresverwaltung die

^l§ dNeeen, Inhaber Theodor Mosberg in Casselals Kommissionär für den Kreis Hersfeld be­stellt hat. Etwaige Angebote sind direkt an die ge­nannte Firma zu richten.

I. 8634. Der Landrat.

J. V.: v. H e d e m a n n, Reg.-Assessor.

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