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, ' Militärische Wochenschau.
Beim Rückblick auf die kriegerische« Ereignisse der vergangenen Woche ist im Westen eine gesteigerte taktische Angriffskätigkeit auf deutscher Seite festzustellen, während die im Mai begonnene strategische Offensive unserer Feinde ganz abgetan zu sein scheint. Wohl waren auch in diesen Tilgen sowohl die Engländer wie die Franzosen an verschiedenen Stellen der gewaltigen Front überaus rührig, aber alle ihre Angriffe und Vorstöße erreichten nirgends das Ziel. Besonders enttäuscht werden Josfre und seine Leute fein; denn wenn sie geglaubt haben, dem französischen Volke zu seinem Nationalfeste am 14. Juli mit kleineren und größeren Erfolgen eine Sonderfreude bereiten zu können, fo haben sie sich böse geirrt. Wohin der „Herzog von der Marne" auch blicken möge, überall muß er Mißerfolge feftftelleit. Bei Apern scheiterte ein englischer Angriff auf die den Aserkanal beherrschenden deutschen Stellungen. Und während die Deutschen an der vielgenannten Höhe 60 erfolgreiche Minenfprengnugen Vornahmen, blieben englische Sprengungen bei Wytschaete fruchtlos. Auch die Franzosen hatten damit bei Troyon und Perthes kein Glück. Ebenso zwecklos, aber verlustreich, waren die Angriffe, die sie bei Souchez und Ablain, nördlich von Arras, vor- trieoen, und die Vorstöße, die sie bei Malancourt im Norden, bei Les Eparges-Combres im Osten und bei Ailly-Apremont im Süden der Festung Verdun wiederholt gegen die unerschütterlichen deutschen Stellungen unternahmen. Auch im Priesterwalde, wo die Unseren bedeutende Fortschritte gemacht haben, wurden alle Angriffe der Franzosen blutig abgewiesen. Allein am 12. Juli gingen sie dort vergeblich viermal in Sturmkolonnen vor. Umso erfolgreicher waren die deutschen Truppen. Bei Souchez bemächtigten sie sich des Kirchhofes und des Cabaret Rouge und erzielten Gelände- gewinne von sechshundert Meter Breite, bei Ban le Sapt säuberten sie ein Waldstück vom Feinde und schlugen seine Angriffe auf die Höhe 631 erfolgreich ab. Ebenda im vorspringenoen Vogeseugreuzwinkel hielten sie die Franzosen bei Leintrey, östlich von Lnneville nieder. In den Vogesen selbst ebneten sie ihnen fünfhundert Meter Schützengräben bei Amerzweiler ein Mid warfen ihre Angriffe bei Sondernach zurück. Groß waren die Erfolge, die die 5. Armee unter dem Oberbefehle ds deutschen Kronprinzen in den Argonnen errungen hat. Bei Vienne le Chateau gewann sie Boden in einer Breite von tausend Metern, bei Voureuilles drang sie in einer Breite von dreitausend Metern eintausend Meter weit vor und machte große Beute. Seit dem 20. Juni wurden von uns an und in den Argonnen nicht weniger als 116 Offiziere und 7009 Mann zu Gefangenen gemacht. Unverhältnismäßig hoch ist dabei die Zahl der Offiziere. Nur mit Ingrimm werden die Franzofen dieser Schlappen gedenken, die ihnen ihr Nationalfest von Grund aus verdorben Haben und ihre Zukunstshoffnnngen tief herabstimmen mußten.
Im Osten hat Feldmarschall von Hindenburg in Kurland und in Nordpolen die Offensive ergriffen. Kürzlich erst hat mit ihm der Kaiser, der sich, wie gleichzeitig gemeldet wurde, auf den Kriegsschauplatz nördlich der Piliea begeben hat, in Posen eine Beratung gepflogen, an welcher auch der Generalstabschef des Feldheeres, Ger^ral von Falkenhayn, teilnahm. In Kurland lieferten die Unseren dem Feinde an der Windau bei Kurschany und Popeljany siegreiche Gefechte. In Noröpolen wurden russische Vorstellungen bei Lipina an der Straße Kalwarja-Suwalki in einer Breite von viertausend Metern gestürmt. Bei Kalwarja selbst wurden die feindlichen Vorstellungen bei Franciskowo und Osowa, bei Suwalki die Höhen von Olszanka genommen. Noch größer waren die Erfolge und die Beute an Gefangenen bei Kolno, wo die Linie Tartak-Lipniki und die russischen Stellungen bei Krusca selbst bezwungen wurden. Nicht weniger als 2400 Gefangene fielen dort in deutsche Hand. Das wichtigste Ereignis war unstreitig die Einnahme der stark ausgebauten Stadt Przasnysz. In Przasznysz wurde bekanntlich im Monat Februar durch kühnen Handstreich ein Artillerie- park und ein großer Vorrat von Waffen, Munition und Geräten dem Feinde entrissen, der, als seine Ueber- macht endlich herangekommen war, ein leeres Nest vor- fand. Jetzt bildet der Besitz dieser wichtigen Stadt eine ständige Bedrohung der Narewfestungen Ostrolenka und Pultusk. Bedenkt man, daß russische Quellen von der Sturmreife der Bobrfestung Ossowiec sprechen, daß
Christel.
Roman von Freifrau Gabriele v. Schlippenbach.
(Schluß.) (Nachdruck verboten.»
Sofern diese sich auch freut, bedauert diese doch das Scheiden Hildes aus dem Hospital. Auch den andern Schwestern tut es leid, daß Hilde sie verläßt, doch sie fragen nicht nach dem Grunde, dazu sind sie nicht berechtigt.
Während Hilde ihre Sachen packt, erzählt ihr Schwester Martha, daß sie einen neuen Assistenzarzt haben, da Doktor Baumann fort ist, um sich in den deutschen Kolonien Afrikas als Arzt anstellen zu lassen.
Noch einmal geht Hilde durch die Räume des ihr lieb gewordenen Hospitals: sie nimmt Abschied vom Felde ihrer Tätigkeit. Den Thorwaldsenschen Christus hat sie vorsichtig ganz oben im Koffer eingepackt, der soll einen Ehrenplatz in ihrem Heime haben.
„So nimm denn meine Hände,
Und führe mich
Bis an mein selig Ende 1 < Und ewiglich."
„So soll es sein," denkt Hilde.
Sie wollen miteinander nach Hollkitten reisen, zu Muttchen und den Geschwistern, Graf Hohenesche, sein Kind und seine Braut. Sie wollen die Lieben überraschen, deshalb haben sie noch nichts geschrieben. Aus einer Station treffen die drei glücklichen Menschen sich.
Der Zug geht ab. Hilde ist von der Oberin und Schwester Martha begleitet worden. Noch ein Winken herüber und hinüber, ein letzter Blick auf das große, weiße Haus, wo Hilde gewirkt und den Frieden der Seele wiedergefunden. Jetzt sieht sie es nicht mehr.
Sie fährt dem Glück entgegen.
... "Dred," sagte Christel, „Du hast die Post abgeholt,' ^Z^ von Hilde dabei? Sie hat lange nicht geschrieben."
schnell einen Kuß." „Wozu? Ich gab Dir schon einen als Du kamst."
„Das ist zu wenig." '
Er Will sie haschen. Sie läuft voran in das Haus,
der russische Generalstab meldet, die Deutschen hätten am 12. Juli den Narew überschritten und die Russen hätten den Orzykaabschnitt (Gegend bet Prchznysz) geräumt, beöenkt man, daß der Kolnoabschnitt der Na- rewsestung Lomza vorgelagert ist, daß hinter der Linie Kalwarja-Suwalki die Njemenfestungen Olita und Grodno liegen — so wird man die Unruhe und Unüe« Haglichkeit des Feindes verstehen. Nimmt man hinzu, daß der letzte deutsche Bericht von weiteren Fortschritten in siegreichen Kämpfen südwestlich von Kolno und südlich Przasznysz spricht, so darf man auf neue, vielleicht größere Erfolge hoffen.
Vom S tt ö o st e n, also von dem österreichisch-ungarischen Oberbefehlsbereiche, kam deutscherseits in dieser letzten Woche sechsmal die Tagesmeldung „unverändert", nur auf günstige örtliche Gefechte bei Krasnostaw wurde einmal hingedeutet. Auch unsere Verbündeten brauchten dreimal die Wendung „unverändert" und meldeten nur die siegreiche Abwehr der russischen Uebermacht bei Kras- nik und die Einnahme des Stützpunktes Derewlany bei Busk am oberen Bug. Man geht sicherlich nicht fehl, wenn man in dem „unverändert" eine günstige Fortent- wickelung auf sicherer Grundlage annimmt, zumal da Krasnostaw am wichtigen Weichselzuflutz Wieprz liegt, fünfundzwanzig Kilometer südwestlich der beöentenöen Stadt Cholm und fünfundzwanzig Kilometer südöstlich von Lublin. Auch vergesse man nicht, daß die Meldung über Krasnostaw am Anfang der letzten Woche gegeben wurde. Erwähnt werden muß, daß die Armee Pflanzer- Baltin am mittleren Dnjestr die Offensive ergriffen hat, indem sie unter glücklichen Kämpfen nördlich von Nis- zniow vordringt. ,
Unverändert im eigentlichen Sinne blieb die Lage an der italienischen Grenze, im Morgenlande und
zur See.
Im Luftkriege wurden französische Flieger bei Souchez und bei Nmnn Liötard, ein englischer bei Fre- zenberg und ein italienischer bei Görz heruntergeholt.
Aus dem großen Hauptquartier
^ Großes Hauptquartier, 16. Juli 1915, 2,15 Uhr nachmittags. (Amtlich. WTB.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Am 14. Juli ist bei einem der Angriffe in der Gegend von Souchez ein Grabenstück südlich des Kirchhofes verloren gegangen.
Wiederholte Versuche der Franzosen, uns die in den Argonnen erstürmten Stellungen zn entreißen, schlugen fehl. Die Stellungen sind fest in unserer Hand. Die gestern «nd vorgestern hart westlich der Argonnen geführten starken französischen Angriffe scheiterten gegenüber der tapferen Verteidigung durch norddeutsche Landwehr, die dem Feinde
in erbitterten Naßdämpfen große, blutige Verluste
zufügte und ihm 462 Gefangene abnahm. — Seit dem 20. Juni haben unsere Truppen in den Argonnen und westlich davon mit kurzen Unterbrechungen erfolgreich gekämpft. Neben Geländegewinn «nd der Materialbeute ist bnsher die Gesamtzahl von 116 Offizieren, 7009 Mann französischer Gefangenen erreicht worden.
Auf unserer an die Argonnen östlich anschließenden Front fanden lebhafte Feuerkämpfe statt. Feindliche Angriffe wurden mühelos abgewehrt.
In der Gegend von Leintrey (östlich von Lnneville) spielten sich Vorpostengefechte ab.
Auf feindliche Truppen in Gerardmer warfen unsere Flieger Bomben.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Nördlich von Popeljany haben unsere Truppen die Windau in östlicher Richtung überschritten.
Südwestlich von Kolno und südlich Prasznysz «rächten wir unter siegreichen Kämpfen weitere Fortschritte.
schließt ihm die Glastür vor der Nase zu und ruft: „Etsch, etsch, Du kannst lange warten!"
Röhrbach ist ein guter Turner. Er schwingt sich durch das Fenster in das Zimmer. Er will Christel haschen und jagt sie um den Speisetisch, bis er sie fängt, dann hält er sich gründlich schadlos für den verweigerten Kuß.
Sie sträubt sich erst, dann ergibt sie sich in ihr Schicksal.
„Sei vernünftig, Fred," sagte sie lachend, „nun ist» genug."
„Noch lauge nicht."
Auch Muttchen wunderte sich, daß Hilde nicht geschrieben hat. Sie hat es in letzter Zeit selten getan und den Namen des Grafen in ihren Briefen vermieden.
„Du willst schon fort?" ruft Christel. „Fred, das finde ich großartig, Du wolltest doch den Abend bleiben!"
„Ich kann nicht, Christel, habe wichtige Geschäfte."
Er will sie umarmen, sie entzieht sich ihm.
„So fahre nur fort," sagte sie schmollend.
Er steigt in den kleinen offenen Wagen und befolgt ihren Wunsch.
„Fred!" Sie läuft hinterher. „Ich muß Dir etwas sagen."
Er hält das Pferd an. Christel steigt auf den Wagentritt. .
„Da," sagte sie, und gibt ihm einen kleinen Nasenstüber.
„Warte, das sollst Du büßen, kleine Katze!"
Sie springt zur Erde und läuft davon.
Röhrbach lacht vergnügt:
Um 7 Uhr fährt er im Landauer zur Bahn. Morgens hat er einen Brief von Hilde erhalten, die ihm ihre Verlobung meldet, ihn zu schweigen bittet und ihn ersucht, sie mit ihrem Verlobten und Alma nach Hollkitten zu fahren.
Nach herzlicher Begrüßung spricht Röhrbach dem Brautpaar seine Freude aus, dann geht es über den Waldweg nach Hollkitten.
Muttchen ist mit Christel und Adolf im Garten. Der kleine Gerhard auf dem Arme der Mutter. zappelt
7......k oei Am.
Südöstlicher Kriegsschau^atz. Die Lage bei den deutsche« Truppe« ist unverändert, Oberste Heeresleitung,
Vom österr.-ungar. Generalstab
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Wien, 16. Juli. (WTB.) Amtlich wird verlautbart:
Russischer Kriegsschauplatz.
Die Kämpfe am Dnjestr dauern an. Versuche der
Russen, unsere auf dem Nordufer vorgedrungenen Truppen durch heftige Gegenangriffe zn werfen, blieben ohne jeden Erfolg. Wir «lachten 12 Offiziere, 1300 Mann zu Gefangenen und erbeuteten drei Maschinengewehre. Bei Erzwingung des Dnjestr-Ueberganges und in den folgenden Gefechten fand das Kärtner J«fanterie-Rcgi- ment Nr. 7 wieder Gelegenheit, besondere Proben seines Heldenmutes abzulegen. — In der Gegend von Sokal faut es gleichfalls auf beiden Seiten zn reger Gefechtstätigkeit. Unsere Truppen nahmen stürmender Hand mehrere Stützpunkte, so das Bernhardiner Kloster uu- mittelbar bei Sokal. An den anderen Fronten ist die Lage unverändert.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Gestern war sowohl an der küstenländischen als auch an der Kärntner Grenze erhöhte Tätigkeit der feindlichen Artillerie wahrzunehmen. — An der Dolomitenfront wurden mehrere italienische Bataillone, die unsere Stellungen bei Rnffreddo «nd int Gemärk an der Straße Schluderbach-Peutelstein angriffen, unter des deutenden Verlusten abgewiesen.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. Hoefer, Feldmarschallentnant.
Der Rückzug der Russen.
Der „Köln. Ztg." zufolge stellt der Militärkritiker des „Rutzkoje Slowo" fest, daß die russische Armee auf der ganzen Front von der Piliza bis zum Dujestr den Rückzug auf neue (Stellungen fortsetze. Die stattfindenden Kämpfe seien nur Rückzugskämpfe.
Der „Rußki Invalid" meidet zensiert, daß die deutschen Truppen weiter vorrücken und eine nochmilige Zurücknahme der russischen Kräfte notwendig mache.
Neue Pöbeltaten in Rußland.
»-^ Bukarest, 17. Juli. (T.-U.) Hiesige Blätter erfahren nach der „Dtsch. Tgztg." von neuen Pöbelaus- fchreitnngen in Moskau. Auf dem Werski-Platze wurden zahlreiche Geschäfte ansgeplttndert. Alle, in denen man Ausländer zn erkennen glaubte, wurden in den Fluß geworfen.
Auch in Petersburg haben sich, einer Stockholmer Meldung des „Lokalanz." zufolge, Unruhen und Pro- grome ereignet, die besonders gegen die Fabriken auf der Wiburger Seite gerichtet waren. Die Gummifabrik von Schlegel wurde völlig zerstört, das Petersburger Lager der französischen Gummifabrik Prowoönik ansge- räumt, die Eisenwarenfabrik Siegel angezündet. Die Plünderungen und Brandstiftungen dehnten sich auch aus die dahinterliegenden Villeuorte aus. Die Tochter des russischen Untertanen Kreuschmar wurde verbrannt. Die Ursachen der Ausschreitungen find bis jetzt unbekannt, kannt.
78300 Mann französische Verluste bei Arras.
Im allgemeinen ist es nur schwer möglich, die Verluste des Gegners in einer größeren Schlacht einigermaßen richtig anzugeben. Da die französische Regierung es ängstlich vermeidet, die Verluste der Republik selbst bekannt zu machen, ist es von besonderem Interesse, diese wenigstens schätzungsweise festzustellen. 9iad) der Schlacht bei Arras ist von deutscher Seite ein Versuch dieser Art gemacht worden. Dabei wurden n. a. auch die Aussagen der französischen Gefangenen verwertet, deren Truppenverbände an den Stümpfen beteiligt waren. Wie wir der „Gazette des Ardennes" entnehmen, ist der Gefamtversttst der Franzosen an Toten, Verwundeten und Gefangenen in der Schlacht bei Arras
und jauchzt, und die Jungen haben sich zu den Stachelbeeren verfügt. Da kommen beide herangestürzt.
„Der Landauer aus Steinsee!" ruft Fritz atemlos. „Alfred kutschiert! Wen bringt er wohl?"
„Vielleicht Onkel Lübnitz," meinte Christel.
Sie klettert neugierig auf eine Leiter, die am Stamm eines Baumes lehnt, und späht die Allee hinunter.
„Muttchen, Adolf!" ruft sie, „ein Herr und eine Dame sitzen im Wagen! Auch ein kleines Mädchen! O, o, o, Muttchen, es ist — Hilde!"
Sie springt von der Leiter herunter.
Da rollt der Landauer vor das Haus. Graf Hohenesche steht als Freiwerber vor Muttchen.
„Noch ein Brautpaar!" jubelte Christel, springt aus den Bock und umarmt ihrem Fred.
Nachdem sich die erste Ueberraschung gelegt hat und das Fragen und Erzählen alles erklärte, zog Frau von Steinau ihr Kind in die treuen Arme.
„Werde glücklich, meine Hilde," sagte sie bewegt. „Gott hat Dich wunderbar geleitet — durch Nacht zum Licht, durch Kampf zürn Frieden."
Hohenesche steht daneben, sein Töchterchen an der Hand, den Arm um seine Braut gelegt.
„Sind sie so glücklich wie wir, Christel?" frag Röhr- bach leise.
„Wir wollen es hoffen, Fred, obgleich--"
Sie zögert.
„Nun, sage es mir, Liebchen."
Sie zieht ihn dicht heran und flüstert:
„Es gibt nur auf der ganzen Welt einen Menschen wie Du, mein Fred."
„Der „sonderbare Mensch"," neckte er.
„Derselbe, der mich anredete, um meine Stimme zu hören. Unglaublich!"
„Die mir seitdem immer lieber geworden ist."
„Na, warte, sie kann auch böse Hingen," lagte sie.
„Das glaube ich uicht."
„Wollen es abwarten."
„Ich fürchte niich nicht. Mein guter Alter schrieb mir: „Die kleine Baronesse Steinau wäre die rechts Frau für Dich." — Das bist Du, ssbrisielkind!"