Die deutsche Antwort auf die „Lusitania"- Note
MIlilSrIsche Wochenschau. ' 7
Wie die kriegerischen Ereignisse der vergangenen Woche beweisen ist die gesamte militärische Lage auf allen Schauplätzen für uns und unsere Verbündeten durchweg ebenso günstig geblieben wie sie es bisher war. Im Westen ging es auf unserem rechten Flügel bei weitem stiller zu als sonst. Es kann dort nicht mehr von einer englisch-französischen Offensive gesprochen werden. Jedenfalls ist die Frontbreite der feindlichen Angriffs bewegung, von Woche zu Woche, von Tag zu Tag kleiner geworden. Was von ihr übrig blieb, besteht aus vergeblichen örtlichen Vorstößen, die bald hier bald dort erfolgten. So hat sich denn auch zwischen Bpern und Arras wieder derselbe Stellungskrieg eingestellt, der auf der ganzen übrigen Front bisher gang und gäbe war und Artilleristen wie Pionieren die Hauptarbeit überließ. Lebhafter waren die Kämpfe auf unserem linken Flügel, wo unsere taktische, den örtlichen Verhältnissen angepaßte Offensive die schönsten Er- folge zeigte. Besonders groß war der Geländegewinn und die Beute, die unsere fünfte Armee unter bem Oberbefehle des Deutschen Kronprinzen in den Argonnen bei Four de Paris erzielte. Auch im Priesterwalde und zwischen Ailly und Apremont, an der Südseite des Keils, den unsere Stellung zwischen Verdun und Toul vorschiebt, wurden ganz erhebliche Fortschritte gemacht. Umsonst bemühte sich der Feind, uns diese Fortschritte wieder streitig zu machen. Alle seine Rückeroberungsversuche scheiterten und waren auch bei Les Eparges, im Osten von Verdun, vergeblich, wo wir die gewonnenen Schützengräben sämtlich behaupteten. Mit großer Besorgnis blickt die französische Heerführung auf alle diese deutschen Erfolge, die rings um Verdun erfochten worden sind, und alle neutralen Fachmänner sprechen von einer immer größer werdenden Gefährdung dieser starken Festung.
Auch im Luftkriege blieben die unseren dem Feinde weit überlegen. Was auf dem östlichen Schauplatze längst unbestritten ist, ist auch auf bem westlichen zur Tatsache geworden: die deutschen Flieger sind die Herrscher der Luft. Ihre Kampfflugzeuge halten die gegnerischen nieder und verderben den Aufklärern des Feindes ihre Planentwürfe. So blieb der beabsichtigte Angriff englischer Marineflieger auf die deutsche Bucht ein kläglicher Versuch. Wachsame Zeppeline verjagten, ehe die feindliche Flieger aufsteigen konnten, ihre Mutterschiffe und deren Bedeckung. Dagegen waren die Besuche, die die deutschen Flieger dem Feinde zugedacht hatten, überaus erfolgreich. Der ehrwürdige, hochbetagte Bezwinger der Lust aber, Graf Zeppelin, der in der vergangenen Woche feinen Geburtstag feierte, kann stolz sein auf die Seinen.
Im O st e n konnte unsere Angriffsbewegung, die seinerzeit am Dunajec begonnen hatte und seit dem 2. Mai im Flusse ist, erfolgreich fortgeführt werden. Der Feind ist noch immer fast allenthalben im ständigen Zurückweichen begriffen. So gehen seine Streitkräfte in Südpolen im Winkel zwischen Pilica und Weichsel immer weiter zurück, scharf bedrängt von unsern Truppen. Die russischen Vorstellung sind bereits gestürmt worden. Zwischen Weichsel und Wieprz hat die Armee Joseph Ferdinand siegreiche Kämpfe bestanden und über elstausend Gefangene gemacht. Als sie jedoch über Krasnik hinaus in Richtung auf Lublin vorging, stieß der wichtigen großen Stadt Lublin ge- jährlich und unerträglich ist, hatte die russische Heerführung bedeutende Verstärkungen herangezogen, vor denen die österreichisch-ungarischen Kräfte auf die Höhen nördlich von Krasnik zurückgenommen wurden. Eine zweifache Aufgabe haben die Armeen des Generalfeldmarschalls von Mackensen zu erfüllen. Nach Norden dringen sie beiderseits des Wieprz vor und haben bereits die Abschnitte an seinen Nebenflüssen Por, Labunka und Wysnika vom Feinde gesäubert, nach Osten haben sie den Feind hinter den oberen Bug geworfen und halten dessen linkes User von Krylow bis Kamionka—Strumilowa besetzt. Hart anschließend steht die Armee Boehm-Ermolli. Auch sie hat in erbitterten Gefechten mit den russischen Nachhuten die Oberhand gewonnen. Ihre Front geht über Krasne bis zu den Quellen der Zlota Lipa, dessen Abschnitt von der Armee Linsingen nach schwerem, aber siegreichem Ringen erkämpft worden ist. Unerschütterliche Wacht am Dnjestr, von der Mündung der Zlota Lipa bis nach Bessarabien hinein, hält wie bisher die Armee Pflanzer-Baltin. An ihr zerschellten nach wie vor alle Umgehungsund Durchbruchsversuche der Russen. Im Oberbesehlsbereiche des Feldmarschalls von Hindenburg war auch in der letzten Woche der Etellungskampf an der Tagesordnung. Zu taktischen Vorstößen, in denen wir Stellungen des Feindes stürmten, kam es an der Straße Suwalki-Kalwarja, bei Prasznysz und beiBorzymow. Bei Borzymow wurde die Höhe 95 unweit Dolowatka genommen, bei Prasznysz entrissen unsere Feldgrauen dem Feinde eine Anzahl Schützengräben in der Nähe des Dorfes Stegna, zwischen Suwalki und Kalwarja wurden die Russen aus einem starkbefestigten Walde vertrieben.
Zwischen Italien und Oesterreich-Ungarn haben die Kämpfe am Isonzo von Tag zu Tag an Heftigkeit zugenommen. Unter furchtbaren Verlusten für die Italiener endeten ihre sämtlichen Angriffe. Auch zur See hatte Italien nur Mißerfolge zu buchen. Es verlor durch den Torpedoschuß eines österreichischungarischen Tauchbootes den Panzerkreuzer ^Amalfi". Auf der Amalfi weilte unser Kaiser, als er seine letzte Zusammenkunft mit dem König von Italien hatte. Es war im Juni 1913 im Hafen zu Kiel. In der Nordsee trägt der Unterseebootkrieg seine regelmäßigen Früchte.
Lhvist-l.
Roman von Freifrau Gabriele v. Schlippenbach.
42) (Nachdruck verboten.)
Man gewöhnt sich an alles. Es fiel Hilde nicht mehr schwer, Nacht für Nacht zu opfern; sie fühlte sich gehoben durch ihre Arbeit.
Eines Tages sagte Dr. Baumann:
„Ich glaube, unser kleiner Patient ist gerettet. Sie haben ihn aber auch mit seltener Aufopferung gepflegt, Schwester Hilde."
„Ich tat nur meine Pflicht," versetzte sie ernst.
Die Freude und Dankbarkeit der Mutter, als sie nach mehreren Wochen ihr wieder gesundes Kind abholen durfte, ließ sich nicht beschreiben.
Nicht immer gelang es, den Engel des Todes fernzuhalten. Tief erschüttert war Hilde, als sie zum ersten Male bet der Nachtwache eines der Kinder sterben sah.
Sie ließ Dr. Baumann wecken, und dieser machte eine Kampfer-einspritzung.
„Herzschwäche," sagte er lakonisch.
Hilde wußte, was dieses Wort bedeutete- sie hatte es in mehr als einem Falle gehört. Es war gleich
bedeutend mit einem Todesurteil. — Aber jetzt war sie
allein mit dem sterbenden Kinde, der Arzt war nach einem der anderen Zimmer gerufen worden.
HUde saß am Bettcheu. Die kleinen Hände des erst vierjährigen Mägdeleins lagen matt auf der Decke. Noch wM das Körperchen warm, das Köpfchen auf die schwer arbeitende Brust gesunken. Die Sterbende röchelte leise, tener Ton, den man nicht vergessen sann, wenn ^ Immer starrer wurden die Nngen, immer kälter das kleine Gesicht. Jetzt noch ein ^E-tt die abaemageAe Gestalt reckt sich - dann Hilde kniete nieder und betete: ihre Augen w«« to* ÄMen. 8»tfe drückt- ür die 31668 der Lei
Aus dem großen Hauptquartier
« —.......— ■ —-.........
s-s- Großes Hauptquartier, 9. Juli 1915, 2,00 Uhr nachmittags. (Amtlich. WTB.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Nördlich der Zuckerfabrik von Souchez wurde ein französischer Angriff abgeschlagen. Kleinere, in unsere Stellung eingedrungene Abteilungen wurden niedergemacht. Es gelang uns bisher nicht, das vorgestern verlorene Grabenstück westlich von Souchez vom Feinde zu säubern. Die von der französischen Heeresleitung gebrachte Nachricht über Eroberung eines dentschen Geschützes ist unrichtig.
Oestlich von Ailly ergebnislose französische Einzel- angriffe. Oestlich anschließend au unsere neu gewonenen Stellungen im Priesterwalde stürmten wir mehrere französische Grabenlinien in einer Breite von 350 Metern, machten dabei über 250 Gefangene und erbeuteten
4 Maschinengewehre. Nachts fanden auf der Front von Ailly bis zur Mosel nur unbedeutende Patrouillenge- fechte statt. Nach starker Artillerievorbereitung griff der Feind die von uns am 22. Juni erstürmte Höhe 639 bei Ban de Sapt an. Wir mußten die vollkommen verschütteten Gräben ans der Kuppe räumen.
Oestlicher und südöstlicher Kriegsschauplatz.
Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung.
i..... »» 1 1 ....... ■■
Vom österr.-ungar. Generalstab
Wien, 9. Juli. (WTV.) Amtlich wird verlautbart:
Russischer Kriegsschauplatz.
Die allgemeine Lage im Nordosten ist unverändert.
In Rnssisch-Polen wird auf den Höhen nördlich von Krasnik weitergekämpft. Wie in den vorhergehenden Tagen wurden auch gestern an mehreren Stellen der Front änderst heftige russische Angriffe znrttckgeschlagen. Westlich der Weichsel werden alle genommenen russischen Vorstellungen behauptet.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Au der küstenländischen Front herrschte gestern verhältnismäßiger Nnhe. Ein italienischer Flieger wurde bei Görz zur Notlandung gezwungen. Im Kärntner und Tiroler Grenzgebiet Geschtttzkämpfe und Scharmützel. Ein Angriffsversnch zweier feindlicher Bataillone anf Col di Lana (bei Bnchenstein) wurde abgewiesen.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes, v. Hoesex, Feldmarschalleutnant.
Fortdauer der Jsonzo-Schlacht.
Der „Züricher Tagesanzeiger" meldet von der Json- zofront: Die Kämpfe dauern mit unverminderter Hef- tigkeit fort und entwickeln sich zu einer nenen Riesenschlacht. Die Zurückdrängung der Italiener wird auch von neutralen Berichterstattern gemeldet. Jedenfalls steht einwandfrei fest, daß die Italiener noch an keinem der entscheidenden Punkte festen Fuß zu fassen vermochten.
5-$ Lugano, 10. Juli. (T.-U.) Die ungeheuren Verluste der Italiener an der Jsonzofront werden den Korrespondenten von der hier eingetroffenen Familie eines italienischen Offiziers bestätigt. Die militärisch organisierten Zollwächter-Kompagnien sollen 90 Prozent ihrer Mannschaften verloren haben. Die Verluste dieser aus hervorragenden Mannschaften bestehenden Grenzwäch- tertruppe lasse auf die der anderen italienischen Truppen schließen.
Vor der Räumung Warschaus.
Der amtliche Petersburger „Rutzki Invalid" gibt nach der „Voss. Ztg." nunmehr zu, daß die allmähliche Räumuug Warschaus ungeordnet ist, bemerkt aber, daß dies eine mechanische Maßregel sei, die das Gesetz bei der Annäherung von Feinden vorschreibt. Der amtliche „Armeiski Wjestnik" bestätigt ebenfalls die begonnene Räumung, bemerkt jedoch, daß eine unmittelbare Gefahr- für Warschau vorerst nicht bestehe, obwohl der Feind vom Norden und Süden heranmarschiere. Von einer Aufgabe Warschaus zu sprechen, sei verfrüht. Der russische Heilige Synod hat Bittgottesdienste um Sieg in sämtlichen russischen Kirchen angeordnet.
nen Verklärten zu und baud ein Tuch um das offene Mündchen. Nachdem sie der Kleinen ein frisches Kittelchen angezogen hatte, faltete sie die starren Fingerchen.
Ein leiser Schritt, Dr. Baumann stand neben ihr.
„Es ist zu Ende," sagte er ernst, „ich wußte es." Dann rollten Hilde und er das Bettchen aus dem Zimmer, in dem sich noch fünf andere Kinder ßefauden. Sie brachten die kleine Tote nach dem Raume, wo die Leichen eingesargt wurden, um dann in der Kapelle auf- gebahrt zu werden.
Aber nicht immer gab es so traurige Erlebnisse.
Welche Freude war es für die Pflegeschwestern, wenn ein kleiner Patient der Genesung entgegenging, wenn das kleine Gesichtchen sich leise rötete und wtederkeh- rende Kraft die Glieder rundete! Viele Kinder kamen vom Hospital aus in das dazu gehörige Sanatorium, das im schönsten Walde lag, wo die Kranken sich in der guten Luft erholten.
Einmal war Hilde eine Woche zu Besuch in Berlin gewesen. Sie fand die Schwester verändert, gewachsen und ernster geworden. Hilde genoß das kurze Beisammensein mit ihren Lieben sehr, aber gern kehrte sie nach X. zurück. Von Rothschmidt hörte sie durch die Ihrigen. Er war beim Assessorexamen durchgefallen und nach Afrika gegangen, um „Schlangenbändiger" zu werden, wie Fritz behauptete. Recht beträchtliche Schulden hatte der flotte Herr Referendar hinterlassen.
Hilde war vollständig von ihrer blinden Liebe geheilt und dankte Gott, daß sie mit dem „Luftikus" beizeiten abgebrochen hatte. Ihr schöner Berits hatte sie gewonnen und befriedigte sie vollständig.
Hollkitten, 12. Dezember.
„Liebe Christel!
„Willst Dll denn nie mehr zu uns kommen?" schrieb Adolf Steinau.
daß Du nur noch in Berlin bleiben tvrllll? Sind Seine enaliidien Lraunü« dLL MaanLt. bM>
Spannung zwischen Rußland und Italien.
Albanien die unmittelbare Ursache.
^ Amsterdam, 10. Juli. (T. 1t.) Dem Korrespondenten der „Telegraphen-Union" wird von gutunterrichteter Seite bestätigt, daß eine starke Spannung zwischen Rußland und Italien entstanden sei. Der Grund liegt in dem Verhalten Italiens gegenüber Serbien und Montenegro anläßlich der Besetzung von Du- razzo und Skutari. Die Note dieser beiden Mächte, in der sie ihr Vorgehen begründeten, ist von der italieni- schen Regierung als ungenügend bezeichnet worden. Italien verlangt in einer Antwortnote sowohl von der serbischen, wie von der montenegrinischen Regierung Garantien für die Zukunft und droht, andernfalls italienische Truppen nach Durazzo und Skutari zwecks Besetzung dieser Plätze zn besetzen. Diese Note ist von gerbten und Montenegro nicht beantwortet worden, sondern man wandte sich vielmehr nach Petersburg mit der Bitte um Vermittelung. Dem wurde von dort aus entsprochen und der russische Botschafter in Rom begab sich nach dem italienischen Auswärtigen Amte, wo er diesen Wunsch vortrug. Bon italienischer Seite wurde diese Forderung höflich aber bestimmt abgelehnt, indem man erklärte, eine Vermittelung von dritter Seite nicht annehmen zu wollen. Diese Haltung Italiens hat in Petersburg, wo man dem italienischen Verbündeten noch aus anderen Gründen nicht sonderlich freundlich gesinnt ist, eine scharfe Verurteilung erfahren. Nunmehr hat die französische Regierung, die seit längerer Zeit durch die eigenartige Entwicklung der Dinge auf dem Balkan sich stark beunruhigt fühlt, jetzt ihrerseits ihre guten Dienste zu einer Vermittelung angeboten.
Montenegro verweigert die Herausgabe Skutaris.
Die „Nationalztg." berichtet aus Rotterdam: Die Londoner „News" melden zensiert: Auf die Vorstellungen des englischen Gesandten in Cetinje verweigerte Montenegro die Nebergabe Skntaris an die Italiener.
Kann ein Winterfeldzug unseren Feinden
Erfolg bringen?
, In französischen und russischen Blättern wird jetzt, wie der Korrespondenz „Heer und Politik" geschrieben wird, als letzte Hoffnung auf einen neuen Sieg ein neuer Winterfeldzug bezeichnet, denn nur auf diese Weise könne Deutschland auf die Knie gezwungen wer- den. Erstaunlich daran ist nur das Eine: Woher nehmen Russen und Franzosen die Zuversicht, daß ein neuer Winterfeldzug ihnen günstig sein, und den Erfolg bringen wird, den weder zwei Sommerfeldzüge noch ein Winterfeldzug bisher ihnen bescheren konnte. Wir brauchen gar nicht die Frage zu erörtern, ob besonders die Nerven der Franzosen für die Strapazen eines Winterfeldzuges ausreicheu. In französischen Blättern wurde jüngst von einem Empfang mehrerer französischer Deputierter in dem Quartier des Generals Foche berich- tet. In der Unterredung deutete General Foche die Möglichkeit eines neuen Winterfeldzuges au. Da antworteten ihm alle Deputierten einmütig: „Unmöglich." Frankreich sönne nicht mehr eine so lange Ausdehnung des Krieges ertragen. Da ließen auch alle Berichte der Soldaten aus dem Felde erlernten, in denen sich eine gewaltige Kriegsmüdigkeit kundtue. Das brachten, — wohlgemerkt, — französische Bettungen. Man wird darum die prahlerischen Redensarten der französischen Zeitungsschreiber, die bereits den höchsten Grad kraft- melerischer Lächerlichkeit erreicht haben, nicht als den Ausdruck der wahren Stimmung in Frankreich ansehen. Tatsächlich sprechen viele Berichte unbefangener, iteit- traler Beobachter von großer Niedergedrücktheit und Müdigkeit, die weite Kreise des französischen Volkes ergriffen haben. Aehnlich verhält es sich auch in Ruß- land. Auch hier lassen die Nerven der Soldaten und der Bevölkerung nach. Das Manifest des Zaren spricht iur den Kenner russischer Verhältnisse Bände. Denn, wenn der Zar sich zu Versprechungen und Ausmunterun- gen herbeilant, muß die Stimmung des Volkes nicht gut sein. Aber abgesehen davon, samt man mit Recht die Frage aufwerfen, ob überhaupt ein neuer Winter- ieldzug den Verbündeten den Erfolg bringen kann, den ne erhoffen. Grundsätzlich ist zu bemerken, daß keine Begründung dafür vorliegt. Das Märchen von der „Aushungerung Deutschlands" glaubt keiner unserer Femde mehr. Wir haben Menschen und Waffen genug, um auch im Winter siegreich zu bleiben, dagegen wird der Mangel an Menschen und Waffen in Rußland um
England nicht geringer. Je länger der NEa öauert detto großer nt unser Gewinn, das ha-
r J ^tz^n Wochen gerade zur Genüge erwiesen. Es hat nch gezeigt, daß unsere Kraft ständig wachst, und
Dich fesielt? Lockt es Dich nicht, Bubi zu sehen, den Du ttocfj gar nicht kennst? Alice würde ihn Dir so gern zeigen. Auch Muttchen kennt ihren Enkel noch nicht. So ™ doch alle zum Fest wie im vorigen Jahre! Auch die Engländer sind uns willkommen, wenn es nicht anders geht."
Der Brief schloß mit herzlichen Grüßen.
„Muttchen," sagte Christel, „die Jungens und Du, Ihr mußt hm! Natürlich müßt Ihr es."
„Und Du uicht?"
„Nein, Muttchen, ich will zu Hilde. Sie wird sich doch freuen, wenn sie die zweiten Weihnachten nicht allein bleibt und jemand von uns bei sich hat."
„Ist das Dein einziger Grund, Kind?"
Es lag etwas wie Sorge im Tone dieser Frage bitte bsiteV" “^ ~ Muttchen, forsch' nicht weiter -
Christel lief aus dem Zimmer, und ihre Mutter flaute ihr kopfschüttelnd nach.
Was war ihrem Sonnerikinöe geschehen? Warum vermied sie es, das geliebte Hollkitten zu sehen?
Lord Mordaunt und seine Schwester waren oft mit Christel zusammen gewesen. Der junge Engländer schien lehr entzückt von Christel zil fein. Sollte auch sie sich für Wn interessieren? Aber dann würde doch Christel gebeten haben, in Berlin bei einer alten Tante einer Kusine ihres Vaters, bleiben zu dürfen. '. K 1
Als Frau von Steinau Röhrbach und Christel fammen gesehen, glaubte sie ein gegenseitiges Jnteres e Sit bemerken. Vielleicht war es gut, daß sie sich nch ÄÄ «"! ^«^ wuble Sie w«, toB Sn fm i "Wcri|iet 2"°° war und an teilte Heirat
»Ich heirate nur einen Landwirt." Diese Worte fielen der Mutter ein.
(Fortsetzung WM