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IMstKWNsMillL Attgriffe britischer U-Boote auf feindliche Handelsschiffe.

Ueber Angriffe englischer U-Boote auf feindliche Handelsschiffe liegen aus Konstantinopel folgende amt­liche Feststellungen vor:

1. Am 12. Mai wurde der türkische, nicht armierte DampferJattihad", der im Hafen von Panderma La­bung nahm, ohne vorhergehende Warnung mit Torpedo- schutz angegriffen. Das Geschoß ging fehl und traf die Kaimauer.

2. Am 18. Mai wurde der türkische, nicht armierte HandelsdampferDogan" auf der Fahrt von Panderma nach Konstantinopel ohne Warnung von einem englischen U-Boot mit Torpedoschuß angegriffen. An Bord befan­den sich 700 Passagiere, darunter viele Frauen und Kin­der. Der Schutz ging vorbei.

3. Am 25. Mai wurde der nicht armierte deutsche DampferStambul" im Bosporus von einem englischen U-Boot ohne vorhergehende Warnung mit Torpedoschutz angegriffen und getroffen. Alle drei Dampfer stehen zur türkischen Armee und Marineverwaltung in keinerlei Beziehungen.

4. Am 31. Mai wurde der unbewaffnete Dampfer Madeleine Rickmers" in Panderma von einem engli­schen U-Boot ohne vorhergehende Warnung mit Tor­pedoschutz angegriffen und getroffen. Der Dampfer lud Waren für Konstantinopel. Es befanden sich weder Truppen noch Kriegsmaterial an Bord.

5. Der nicht armierte DampferWilly Rickmers", der vorschriftsmäßig durch großes rotes Kreuz auf wei­ßem Gruude als Lazarettschiff kenntlich gemacht war und mehrere hundert Verwundete an Bord hatte, wurde am 1. Juni bei San Stefano ohne vorhergehende Warnung von einem englischen Unterseeboot angegriffen.

Während die englische Regierung alle Mittel in Be­wegung setzt, um darzutun, daß die deutschen Untersee­boote in einem Gebiet, vor dessen Gefahren eindringlich gewarnt worden ist, durch ihr Vorgehen unmenschlich und verwerflich Handle, schonen englische Unterseeboote, ohne eine Warnung für nötig zu halten, in ihrem Ak­tionsgebiet weder Passagiere noch Lazarettschiffe.

Neue Opfer der Unterseeboote.

In einer Londoner Depesche desRotterd. Courant" werden folgende Dampfer als von U-Booten versenkt genannt:Craigard" (3286 Tonnen groß) aus Leith, mit Baumwolle von Galvestone nach Havre unterwegs, Gadsby" (3497 Tonnen groß) aus Westharlepool, der am Donnerstag torpediert wurde. Der versenkte Dam­pferRichmond" hatte eine Ladung Bahnschwellen für Boulogne an Bord. Der englische DampferAnglo- Califoruiau", der 5000 Tonnen Wasserverdrängung hat, ist in Queenstown angekommen, nachdem er von einem deutschen Unterseeboot beschossen worden war. 12 Mann der Besatzung, unter ihnen der Kapitän, sind tot, viele vermunbet. «Der Dampfer hat offenbar das Haltesignal des Unterseebootes unbeachtet gelassen.) Der Zweimaster Subneam" wurde von einem deutschen Unterseeboot in der Höhe von Wieck versenkt. Die Besatzung von 5 Mann wurde gerettet. Die norwegische BarkFiery Crotz" mit einer Ladung Schmieröl wurde von einem deutschen Unterseeboot durch Geschützfeuer verseukt. Die Besatzung landete in Swansea. (Schmieröl ist Bann­gut.)

Die Neutralen.

Abschwenken eines Teils der Beniselospartei zur Regierung.

Das Wiener Volksblatt meldet aus Athen: Ueber 30 Abgeordnete der Beniselospartei haben ihren Austritt aus der Partei erklärt. Man erwartet ein weiteres Ein­schwenken von Mitgliedern der Partei Veniselos für die Neutralitätspolitik der Regierung.

Wenn diese Nachricht den Tatsachen entspricht, so dürfte die Politik der Regierung eine bedeutende Stütze in der Kammer finden, da die Regierungspartei dadurch auch ziffernmäßig den Ventselisten überlegen würde.

Eine Intervention Portngals?

»-s- Kopenhagen, 6. Juli. (T. U.) Nach einer Pa­riser Meldung derNational Tidende" wird, wie das V. T." meldet, über die Intervention Portngals augenblicklich entscheidend verhandelt. Eine autzer- ordentliche portugiesische Gesandtschaft ist in London ein­getroffen. Ueber das englische Memorandum im vorigen Jahre, in dem zum ersten Male Portugal zur Inter­vention aufgefordert wurde, wird jetzt bekannt, daß Eng­land in erster Linie von Portugal Artillerie verlangte.

Kleine Kriegsnachrichten.

tah Petersburg, 6. Juli. (WTB.) Die Petersb. Telegr.Mgentur meldet aus Zarizyn, daß bei einem startet Sturm die Fabrik für Schwellenimgrägnierung der Südostbahn nieoergevranut ist. Ueber eine halbe Million Schwellen wurden vernichtet.

»a * Petersburg, 6. Juli. (WTB.) Wie die Petersb. Telegr.-Agentur meldet, wurden überall Schülerkolou- neu für die Erntearbeiter gebildet.

Lyon, 6. Juli. (WTB.) Wie derRepublicain" meldet, hat die französische Heeresleitung nach dem Bei­spiele der deutschen Heeresleitung angeordnet, daß den

ütlegsanetlel

Höchstpreise für Petroleum in Vorbereitung.

^Berlin, 6. Juli. (T. U.) Auf Grund des § 3 des Ermächtigungsgesetzes werden nach derBl. Mp." in den nächsten Tagen Höchstpreise für Petroleum fest­gesetzt werden. Eine entsprechende Vorlage liegt zur­zeit dem Bundesrat vor.

Nach Sibirien verbannt.

** Petersburg, 6. Juli. (T. U.) Auf Befehl des Höchstkommandierenden des Petersburger Militarbe- zirks ist nach derBl. Mp." der bekannte Petersburger Großindustrielle Konstantin Spann nach Sibirien ver- baimt worden. Die aus Sachsen stammende Familie ist vor Jahrzehnten nach Rußland ausgewandert und dort naturalisiert. Sparrn ist Generaldirektor der ruf- Mchen Gesellschaft fjür Munitions- und Kriegsbedarf sowie Mitglied des Aufsichtsrates der baltischen Werke, her Putilow-Fabriken und anderer Unternehmungen.

Die Schlacht von La Sassee und Arras.

Lorettoschlacht.j

Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben:

Während in Galizien die verbündeten Armeen von Steg zu Sieg eilen durften, hatte die Armee des Kron­prinzen von Bayern einen Kampf zu bestehen, der nicht minder heiß, blutig und ruhmvoll war. Doch gab es hier kein Worwartsstürmen durch die Reihen des Feindes, keine Verfolgung der flüchtenden Scharen mit des Man­nes und Rosses letztem Atemzug. Die vielleicht gerade dem deutschen Soldaten schwerste Aufgabe galt es zu er­füllen: in einer Verteidigungsstellung den Ansturm e- nes weit überlegenen, mit zahlreicher schwerer Artillerie und unerschöpflicher Munition ausgerüsteten Gegners

'Dem: Großes plante der Feind. Nicht etwa eine Ablenkung unserer Stärke von dem in Galizien verblu­tend^, Verbündeten galt es. Die Versammlung so starker Kräfte, die Anwesenheit des französischen Ober- d-kehlshaberS, die gewaltigen Anstrengungen und die HarmWakett des Angreifers beweisen es, die erbeuteten

Mföhiö llestimsm es: Geiteral Hoffte erackstele vm Augenblick für gesammelt, die deutzche Front zu durch­stoßen, die verlorenen Provinzen nnd Belgien zu be­freien und den Krieg an den Rhein zu tragen. Die Not des östlichen Verbündeten, der Zusammenbruch seiner Armeen in Galizien zwang dazu, jetzt die Gelegenheit auszunutzen, da Deutschland scheinbar starke Kräfte nach dem Osten hinübergeschoben hatte. Gelang die entschei­dende Operation diesmal nicht, so bestand die Gefahr, daß Rußlands Angriffskraft erdrückt, die Kraft der Deutschen auf dem westlichen Kriegsschauplatze vermehrt würde.

Möglichst starke Kräfte galt es, zu diesem großen Ziele zusammenzuziehen, also nicht nur französische, son­dern auch englische Truppen dafür zu verwenden. So ergab sich von selbst als Schauplatz des Durchbruchs die Gegend, in der die beiden verbündeten Armeen einan­der berührten.

Hier schien auch die taktische Lage nicht ungünstig für das Vorhaben. Die deutschen Truppen befanden sich nicht in für die Verteidigung sorgfältig ausgewählten Stellungen, sondern hielten im Wesentlichen die Linien, wie sie aus der Offensive entstanden waren. So konnte es nicht an schwachen Punkten fehlen.

In dem fast ebenen Gebiet Flanderns zwischen der Gegend Armeutieres und von La Bassee befand sich zwar kein ausgesprochener Geländevorteil in der Hand der Engländer, immerhin gab es, insbesondere in der Ge­gend östlich Festubert und bei La Bassee, manche vor- springende Teile unserer Linien, an denen eine Um­fassung dem Feinde leicht möglich war. Begünstigt wird hier der Angriff durch die Unübersichtlichkeit des dicht mit baumumpflanzten Gehöften besetzten Geländes. Das im Mai schon hohe Gras verdeckt den geschickt heran­kriechenden Infanteristen dem Verteidiger. Der Artil­lerie fehlen natürliche Beobachtungspunkte. Erst hinter unserer Linie von Radingham über Aubers-Fromelles zieht eine leichte Welle nach Violaines.

Ein anderes Bild bietet die südlich davon liegende Landschaft Artois. Hier bildet den südlichen Abschluß der Tiefebene ein etwa senkrecht zu uuserer Frout verlau­fender langgedehuter und steil abfallender Höhenzug. Weithin erblickt man im Tiefland auf ihm den scharf ab­gesetzten Ostrand des Bois de Bouvigny, weithin leuch­tete auch früher, als im Herbst zuerst unsere Reiterge­schwader hierher kamen, die viel besuchte Wallsahrtskirche von Notre Dame öe Lorette. Sie lag am äußersten Rande des schmalen gegen Westen noch ansteigenden Pla­teaus auf diesem Höhenzug und »war in den Kämpfen fest dem Herbst völlig zerstört worden. Hier hatten die Deutschen schon seit Oktober festen Fuß gefaßt. Schritt- werse war es ihnen gelungen, in harten Kämpfen in den Wintermonaten einige hundert Meter weit vorzuörin- gen. Immer aber noch blieb der ganze Wald von Bon- vigny im Besitz der Franzosen. So klammerten unsere Badener sich nur an einen kleinen Teil dieses Höhen- zuges an, der von beiden Seiten umfaßt war, da unsere von La Bassee über Loos und Angres geführte Stellung von dort in einer scharfen Spitze vorsprang über die Lorettohöhe zu den beider, südlich davon in zwei durch die niedrige Höhe 125 geschiedenen Bachgründen tief ge­legenen Orten Ablain und Carency. Von diesen Dör­fern, deren Ausläufer noch in Feindeshand geblieben waren, zog die deutsche Linie scharf nach Südwesteu zu­rück und lief auf die östliche Vorstadt von Arras, St. Laurent, zu. Sie führte hier über La Targette dicht öst­lich des großen Dorfes Neuville im allgemeinen in der Tiefe zwischen zwei Höhenzügen. Der westliche, aus dem die zerschossenen gewaltigen Türme von Mont St. Eloi eme Landmarke des ganzen Gebietes bilden, bot den Franzosen treffliche Artilleriestellungen und in den Dör­fern Ecurie und Roclincourt gute Stützpunkte.

Der östliche Höhenzug steigt von dem im Careney- bachtal tief gelegenen Orte Souchez aus stark znr Höhe 140 empor und senkt sich dann über La Folie zwischen Thelus und Bailleul hindurch gegen die Scarpe. Die Besitznahme dieser Höhen, die die weite Ebene um Douai nach Westen abschließen und einer von dieser Stadt vor- dringenden Armee die erste günstige Stellung bieten, war im Oktober für uns von größter Wichtigkeit ge­wesen. Ihr Verlust sonnte uns schwer treffen.

So bot für die Franzosen der Angriff aus den vor­springenden Winkel bei der Lorettvhöhe und die an­schließenden Stellungen gute Aussichten.

Die ersten Tage des Monats Mai begünstigten die Franzosen. Das Wetter schränkte die Luftaufklärung sehr ein und hinderte uns daher das Heranführen der großen Truppenmassen auf der Bahn genau zu erken­nen, obschvn es beobachtet wurde und auch sonst An­zeichen dafür vorlagen. Sehr geschickt verheimlichten die Franzosen auch sonst die Verschiebungen. Keine Pa­trouillen durften ihre Gräben verlassen. Bisher hatten in dem Abschnitt von der Grenze zur englischen Armee südlich La Bassee bis Arras den Deutschen 3% fran­zösische Armeekorps (58. I. D., 92. I. D., XXI. A. K., XXXIII. A. K., ^ X. A. K.) gegenübergestanden. Am 8. Mai deuteten zum ersten Male bei einem gefallenen Franzosen gefundene Briefe auf die Anwesenheit des XVII. A. K.

Dagegen lag bereits seit dem 1. Mai sehr schweres feindliches Artilleriefeuer hauptsächlich auf dem Abschnitt von der Lorettohöhe nach Süden bis gegenüber Roclin- court.

Am 6. Mai schätzte ein Armeekorps, daß der Feind 13 500 Schutz gegen seine vorderen Linien abgegeben habe, am 8. Mai erhöhte sich die Zahl auf 17 000. Dazu traten jetzt neuerdings schwere Wurfminen auf, bereit am 8. Mai nicht weniger als 1800 gezählt wurden.

Schwer litten unsere Gräben und Drahthindernisse, die wiederherzustellen unsere Leute bei dem »nunter- brochenen Feuer trotz aller Aufopferung keine Gelegen­heit fanden. Südlich Carency sappierte der Feind sich auch näher heran.

Zum Angriff kam es aber vorerst nur am 8. Mai in der Nähe von Lievin, wo französische Jäger nach ei­nem starken Artilleriefeuer-Ueberfall in ein kleines Gra­benstück eindrangen. Im Laufe der Nacht warfen die Badener den Feind wieder hinaus und nahmen ihm 100 Gefangene ab. t

So brach der strahlend schöne, schwüle Sonntag des 9. Mai heran. Planmäßig, aber wirkungslos weckten Bombenwürfe feindlicher Flieger einige höhere Kom- mandobehörden und das Personal aller wichtigen Bahn­höfe. Die Absicht, durch Zerstörungen Verwirrung in der Befehlsgebung zu erzielen und den Antransport von Verstärkungen zu vereiteln, war dem Feind mißglückt.

Auf den Stellungen nördlich Arras lag von 4 Uhr morgens ab schwerstes Feuer. Auch auf alle Beobach­tungsstellen unserer Artillerie und in die Verbindungen nach vorwärts fiel Geschoß auf Geschoß ein. Bald ver­sagten die Drähte zu den Schützengräben, selten und langsam kamen Meldegänger zurück. Daß der Feind feine Hindernisse wegräumte, teilten sie mit. Von der Höhe von La Folie aus sah man, wie unsere Gräben in dichten Rauch gehüllt waren. Eine feindliche Granate nach der andern fuhr in die schwarze Wolke, die sich bald haus­hoch türmte. Höher noch schleuderten Minenwürfe Erd­schollen und Trümmer des weißen Kalkgesteins in die ^^Gegen 8 Uhr schweigt das Feuer auf einen Schlag. Rasch eilen die schon stark aelstüteten Reste der Graüen-

besa Wüst, meverrhentischd Muoweyr svMe baoerntoe Chevaulegers und Infanterie, an die Brnstwehr, bereit, dem ansturmenden Feind Auge in Auge eutgegettzutre- ten. Sofort schiftet die vorne befindlichen Kommandeure zu den Unterstützungen, die in der 2. Stellung liegen, den Befehl vorzilrücken. Unsere Artillerie legt starkes Sperrfeuer auf die französischen Grüben. Doch statt des Angriffs erfolgt ein neuer, noch heftigerer Feuerstoß der feindlichen Artillerie. Wieder bedeckt Rauch und Soldaten an der Front Hcimatsnrlaub gewährt wird. Qualm das gause Gesichtsfeld. Da, um 9 Uhr, sieht die Artillerie von La Folie aus an der zufällig etwas rauch­freien Stelle zwischen Carency und dem Wäldchen süd­lich davon eine lange dutikle Linie im Vorgehen. Sie erkennt, wie zwischen Carencu und La Targette mehrere Minen in die Lnft gehen. Die Franzosen greifen an! Unter dem Ranch hindurch bringen sie in Massen vor.

Im Abschnitt zunächst nördlich der Scarpe brachen sie in unserem Feuer zusammen. Haufen von Tötet und Verwundeten der französischen 19. Division nnd des

V* 1. Anneekorps liegen vor den Drahthinderuissen. 1600 feindliche Leichen zahlte ein einziges unserer Regi­menter vor seinem Abschnitt. Gegenüber Roclincourt dringt ein kleiuer Teil ein. Bayerische Bajonette werfen ihn hinaus.

'pe brachen Toten und

..Allzu mächtig aber ist der Ansturm auf den dltrch Artilleriefeuer besonders beschädigten Abschnitt zwischen

Targette und Carency. Mit gewaltiaer Ueberlegen- Heit überrennen hier das XX. und xxxm. französische Armeekorps und mitten zwischen ihnen die marokkanische Divisiml die schwache Besatzung der zertrümmerten Grä­ben. Verzweifelt wehren sich die wenigen Ueberleben- den. Schwer verwundet fällt der Regimentskommandeur her Landwehr, der die Unterstützungen persönlich vor- führt, in Feindes Hand.

Unsere zweite Stellung ist entblößt. An den vor­geschobenen Geschützen nördlich Neuville und südlich Souchez bricht sich die Brandung kurze Zeit, bis der teüc Kanonier zu Boden sinkt. Dann geht der Alrstnrm wei- ter. Die Franzosen dringen auf der Höhe von La Folie vor. Die Artilleriebeobachtlingsstellen bei La Folie sind in ihrer Hand, schon nähern sie sich dem Ostabsall des großen Höhelizitges. Und auch gegen Nordeu gewinnen sie Boden. Von der Höhe stürmen sie hinab in das Dorf Souchez. Der Kommandeur eines bäuerischen Jäger- Bataillons mit 10 Mann hält hier vorläufig allein den Südenrgang.

Westlich davon bringen Znavcn und Frcmdenlegio- nare über den Careneubach, llehmen Moulin Malon, be* drohen die Lorettohöhe von Süden und umschließen auch von Osten das Dorf Carency, gegen das von Süd und West die 10. Division anstürmt. (Schluß folgt.)

Vermischtes.

Vermähl» «Meier im Hause Beth wann Hollweg. Montag mittag wurde in Hoheufinow die Kriegstrau­ung der Tochter des Reichskauzlers Jsa von Bethmann Hollweg mit dem Legationssekretär Oberleutnant Dr. jur. Graf Julius von Zech-Burckersroda vollzogen. Nach der Ziviltrannng im Schlosse begab sich die Hochzeits­gesellschaft zur nahen Kirche. Außer dem Reichskanzler und den Eltern des Bräutigams nahmen nur die näch­sten Angehörigen des Brautpaares au der Feier teil. Der Retchskauzler in feldgraner Uniform führte seine Tochter, der Bräutigam führte seine Mutter sur Kirche. Im Dorfe hatte sich die Sdmliitgenb uitb die Bewohner von Hohenfinow, sowie aus den weiteren märkischen Besitzungen des Kanzlers versammelt. Die Traurede hielt Pfarrer Tassow, der er den Bibeltext zugrunde legte: Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hin- fallen, aber meine Gnade soll nicht von Dir weichen und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen. Nach der kirchlichen Feier folgte ein Frühstück im Schlosse im Familienkreise. Zahlreiche Glückwlinsche waren beim Reichskanzler und beim Brautpaare eingelaufen, darun­ter Telegramme des Kaisers, der Kaiserin, der Kron­prinzessin und anderer Mitglieder des kaiserlichen Hauses.

Täglich 14,3 Millionen Feldpostfendnnge». Die Zahl der Feldpostsendungen ist noch immer im Steigen be­griffen. Nach einer am 24. Juni vorgenommenen Zäh- lung sind an diesem Tage aus Deutschland 8,5 Millionen

Feldpostsendungen nach dem Felde abgegangen. Davon waren 5,9 Millionen portofreie Briefe nnd 2,6 Millionen frankierte Feldpostbriefe und Feldpostpäckchen. Da nach einer Mitte Mai vorgenommenen Ermittelung im Felde selbst 5,8 Millionen Feldpostbriefsendungen täglich auf­geliefert werden, umfast der gesamte Feldpostbriefver- kehr täglich 14,3 Millionen Sendungen. Von den in der Heimat aufgelieferten Feldpostbriefen müssen immer noch täglich gegen 35 000 Sendungen von den Postsam- melstellen nach dem Aufgabeort zurückgeleitet werden, weil sie mangelhaft adressiert ober so schlecht verpackt sind, daß sie nicht ins Feld geschickt werden können. Das

Publikum wird daher von neuem ersucht, der richtigen Adressierung und sachgemäßen Verpgcknng der Feld- postsendungen die größte Sorgfalt zuznwenden.

Aus russischer Gesaugeuschaft zurückgekehrt sind jetzt

38 Zivilpersonen, die bei dem ersten Russeneinfall aus dem Kreise Lyck verschleppt wurden. Die Leute sind in der Nähe von Warschau bei Stratzenbauten beschäftigt worden und klagen alle über schlechte Behandlung und bürftige Verpflegung bei schwerer Arbeit. 9113 sie das

Leben dort nicht mehr zu ertragen vermochten, beschlos- tet sie, die Flucht zu wagen. Eines Nachts verschwan­den sie in einem nahen Walde nnd wanderten der Rich­tung zu, aus der sie entfernten C9efchübbonner hörten, ie kamen glücklich dilrch die russischen Stellungen und stießen auf eine deutsche Patrouille, bereit Führer für Fuhrwerk sorgen ließ, um die von der Wanderung voll­st nädig ersäiöpsten Leute weiterziibefördern.

MorganS Zustand nicht lebensgefährlich. Nach einer Meldung derFrkft. Zig." haben die Aerzte Morgan untersucht und ,wei Wunden an der rechten Hüfte ge­funden. Es haben sich keine ungünstigen Erscheinungen eingestellt. Der Attentäter Frank Holt hat bekannt, daß er auch einer. Anschlag auf das Kapitol in Washington gemacht hat. Mi? Kopenhagener Blätter aus Nenyork berichtet, ist bisher dort nur gemeldet worden, daß Franl Holt, der den Anschlag aus Morgan ausgeführt hat, Leh­rer der teutscher Sprache an der Cornel-Universität war, aber nicht feststeht, daß er ein Deutscher ist.

Weitere Drahtnachrichten.

D«e tapferen Bayern.

München. 6. Juli. (WTB.) Wie die Korre­spondenz Hosfinann meldet, veröffentlicht das Verord­nungsblatt des bäuerischen Krtcasministerinms einen Armeebefehl, in dem eS heißt, nach dem vorn Kaiser an den König gerichteten Handschreiben kämpsten die allezeit bewährten bayerischen Truppen auf allen KriegSschan- Plätzen mit hervorragender Tapferkeit und schönem Er­folge. Mit Stolz blickten alle deutschen Stämme und insbesondere das schöne Bayernland aus die gemein« samen Heldentaten. Damit der König von Bayern noch enger mit dem preußischen Heere verbunden sei, bitte der Kaiser ihn, die Würde als Generalfeldmarschall der preußischen Armee anzuneümen.