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Die Abrüstung Rumäniens.

Der rumänische Ministerrat hat, wie die Korrespon­denzHeer und Politik" geschrieben wird, zu dem An­trag des Ministerpräsidenten Bratimm, eine teilweise Abrüstung der Armee vorzunehmen, seine Zustimmung gegeben. Bald nach Ausbruch des Krieges hat Nu- mcmien bekanntlich einen größeren Teil seiner Mann­schaften eingezogen, um in so gewaltigen Zeiten nicht ohne Waffe dazu stehen. Es war damit in keiner Weise eine kriegrische Absicht verbunden, sondern es handelte sich nur um die Durchführung derbewaffneten Neu­tralität". Die teilweise Abrüstung wird trotzdem dem Bierverband sehr unangenehm in den Ohren klingen, da sich bekanntlich die Diplomaten des Bierverbandes Sie größte Mühe gegeben hatten, Rumänien auf ihre Seite zu ziehen. Die kluge rumäi-ische StegiLrung, die in den Wegen des verstorbenen Königs Karol wandelt, hatte aber bis jetzt keine Beranlassung, den Lockungen der Diplomaten Gehör zu schenken, da sie einsah, daß das rumänische Heer ähnlich wie Frankreich, Belgien usw. nur zum Ruhme Englands sich verbluten sollte. Es sollte an Stelle der jungen Engländer treten, die keine Neigung zeigen, die Freuden des Fußballspieles zu Gunsten eines Sieges aufzugeben. Diese Rolle er­schien aber der rumänischen Regierung nicht besonders verlockend, zumal sie noch aus der Zeit des rnssisch-tür- kischeu Krieges in guter Erinnerung hat, was es mit Versprechungen auf sich hat. Wenn Rumänien sich für den Sieg des Bierverbandes geopfert hätte, würde es, das sahen wohl die führenden Männer Rumäniens ein, ebenso wenig etwas bekommen baden, wie damals, wo es sogar noch Bessarabien einbüßte. Die Abrüstung wird aber den Bierverband jetzt umso schwerer treffen, als er bestimmt damit gerechnet hatte, daß der Eintritt Italiens in den Krieg auch das Zeichen für Rumänien sein würde, sein Heer marschieren zu lassen. Die rn- mänische Regierung hatte allerdings in der Presse ziem­lich deutlich abwinken lassen. Es blieb aber immer noch die Hoffnung. Jetzt aber scheint ihnen auch diese ge­schwunden zu fein. In der ZeitungMoldava" wird and) ganz deutlich ausgesprochen, daß Rußlands Rolle ausge- spielt erscheint. Dieses führende Bukarester Blatt fordert Rumänien sogar auf, sofort auf Seiten Oesterreichs und Deutschlands in den Krieg einzugreifen, da mit dem Bor- rücken der Verbündeten in Bessarabien der Augenblick für Rumänien gekommen sei. Es soll hier nicht darüber gesprochen werden, was Rumänien wohl tun wird. Je­denfalls muß aber die Umsicht der Regierung anerkannt werden, die tatsächlich sinn Heile des rumänischen Vol­kes wirkte, ohne nch durch die schönsten Lockungen lenken zu lassen. Unser Sieg in Galizien mußte früher oder später den neutralen Staaten die Augen darüber öffnen, auf welcher Seite die Macht und die Zukunft liegt. Aus der teilweisen Abrüstung Rumäniens kann man wohl mit Recht den Schluß ziehen, daß au ein Eingreifen Rumäniens zu Gunsten des Vierverbandes in der näch­sten Zukunft nicht zu rechnen ist. (Z.)

Durch Galizien.

Stumm steht der Kiefernwald. Das fahle Licht des Mondes dringt durch die Baumkronen und wirft lange

ungewisse Schatten. Auf Heidekraut gebettet, von Psmgft- maicn umgeben liegen die Kanoniere nach harter Ta­gesarbeit und sehen träumend in den Abend hinein. Die Glieder sind matt, die Augen müde, die Streit taub vom Donner der Kanonen. Die Pferde sind ruhig, sie stehen zusammen, ganz dicht, die Hinterbeine eingeknickt, Den Kopf nach unten geneigt.

Es ist nach der Schlacht nach Schlachten kann man sagen. Noch einmal gehen die Gedanken zurück,- sie wan­dern noch einmal durch die Heimat, die wir sehen durf- ten in Frühlingspracht, sie verweilen lange bei dem Rill durch Galizien, bei der Verfolgung der Russen. Auf staubbedeckten Straßen trabten wir bergauf, bergab, Tag und Nacht, den geschlagenen Feind verfolgend, gänzlich zu vernichten. Durch ärmliche galizische Dörfer gings in Eile. Noch lastete die rohe russische Gewalt über Ga- lizieus Bewohnern. Singend umzogen sie mit heiligen Fahnen ihre schönen Kirchen und erflehten Sieg. Er ist gekommen.

Gefangene Russen ohne Zahl wanderten an uns vorbei, die einen geknickt, gebeugt an Leib und Seele, die anderen freudestrahlend sie hatten ihr Leben ge­rettet. Ich vergesse es nicht es war am 1. Pfingsttage zu uns drang von einem Russen in deutscher Sprache: Wir wollen zu euch, in euer Land. Mit ihm kamen 300 Russen er hatte vier Jahre in Leipzig gearbeitet und saunte uns. Die Schlacht steht. Wir fingen eine mäch­tige Melodie mit gewaltigen Akkorden, vom tiefen Baß bis zu den hellsten Obertöuen. Es zischen die Jn- fanteriekugeln, es hämmern die Maschinengewehre, es pfeifen die Feldkanonen, summend suchen die Hau­bitzen ihren Weg, sausend zerteilen sie die Luft und darü­ber donnert der österreichische Mörser, begleitet von dem stählernen Ton des saufenden Propellers das gibt ein Höllenkonzert, das die Nerven zerrüttet. Wir aber zucken nicht mit der Wimper.

Fallen wir, nie fiel ein Volk herrlicher! Siegen wir, nie siegte ein Volk herrlicher!

Vor dir, o Deutschland, sinke ich in die Knie!"

(Aus einem Feldpostbrief in der Deutsch-Evangel. Korresp.)

Flugzeuge und Unterseeboote.

Die Erfolge unserer deutschen Flugzeuge und Un­terseeboote sind im Verlaufe des Krieges so gewaltig und vielfach überraschend gewesen, daß man über neue Taten unserer Flieger kaum mehr in Erstaunen gerät. Dennoch stellt die Versenkung eines russischen Untersee­bootes durch ein deutsches Flugzeug, die bekanntlich am 22. Mai erfolgte, etwas Neues in der Geschichte des Luftkrieges dar. Schon in Friedenszeiten versprach man sich, im Luftfahrzeug eine gute Abwehr gegen U-Boote gefunden zu haben. Abgesehen von den diesbezüglichen Versuchet: der deutschen Marine, über die aus begreif­lichen Gründen an dieser Stelle nichts verlauten darf, haben England, Amerika und Frankreich Uebungen im Verein mit Flurnamen abaebalten. die interessante Er-

gevmfse lieferten. Da Unterseeboote oeranmuch von Kriegsschiffen aus in größerer Entfernung nur schwer zu erkennen sind, bediente man sich der Flieger als Er- kunönngsmittel. Es stellte sich heraus, daß Unterseeboote aus Höhen von 500 bis 1000 Metern über der Wasser­oberfläche recht gut sichtbar waren, wenn sie nicht allzu große Tiefen aufsuchten. Nach Berichten englischer Fliegr war es ihnen möglich, die Tauchboote, wenn sie sich bis 10 Meter unter der Meeresoberfläche befanden, ganz deutlich zu erkennen. An sonnigen Tagen und bei ruhiger See war sogar ein Blick bis 20 Meter unter Wasser möglich. In größeren Tiefen dagegen blieb das U-Boot unsichtbar, wenn nicht gerade ein besonders heller Boden und intensive Sonnenstrahlung einen dunklen Schatten erlernten ließen. Einen praktischen Erfolg hatte das englische Flugzeug Nummer 73 (Typ Shorts im Januar 1914 zu verzeichnen, als es das tn der Whitsand-Bay untergegangene englische Untersee­boot A 7 auffand. Das Tauchboot war von einer Uebuligsfahrt nicht zurückgekehrt, nnb trotz aller Mühe konnten die englischen Torpedoboote und Hilfsschiffe die Unfallstelle nicht ermitteln. Da erhielt das obener­wähnte Flugzeug, das der Station Shernetz angehörte, den Aiiftrag, die Unglücksstelle zu ermitteln. Schon nach zwei Stunden entdeckte der Flieger in einer Entfernung non fünf Meilen an der Küste einen großen Oelfleck, auf den er zusteuerte. Bei genauer Beobachtung sah er auf dem Grunde des Meeres einen langen dunklen Fleck und rief die in der Nähe trennenden Hebeschiffe herbei. Tatsächlich hatte der Marineflieger das in einer Tiefe von 144 Fuß liegende Unterseeboot entdeckt. Be- merkenswert ist, daß an diesem Tage bedeckter Himmel war, die die Sichtigkeit erschwerte. Man hat daraufhin später bet Uebungen von Unterseebooten Flugzeuge zur Ueberwachung mitgesandt. In diesem Kriege haben auch Unterseeboote und Flugzeuge gemeinsam bei einem Angriff auf die deutsche Küste gearbeitet. Eines unserer Z-Schiffe, das in der Nähe der Küste ein englisches Mut­terschiff für Flugzeuge beobachtete, das drei Apparate zum Angriff entsandte, konnte später, nach einer aller­dings erfolglosen Jagd auf die Riesenvögel, feststellen, daß die Flieger etwa 100 Kilometer entfernt auf die See niederging und von einem dort stationierten Unter­seeboot ausgenommen wurden, nachdem ihnen die Rück­kehr nach England von deutschen Flugzeugen abgeschnit­ten war. In der Nähe der englischen Küste haben, wie unsere amtlichen Berichte meldeten, wiederholt Angriffe unserere Flieger gegen Tauchboote stattgefunden. Der Erfolg eines solchen Allgriffs läßt sich natürlich fast nie­mals im Augenblick feststellen, da der Flieger unmöglich unterscheiden kann, ob das Tauchboot unverletzt unter Wasser geht oder ob es versinkt. Wie schwierig es ist, ein rm Verhältnis so kleines, schmales Zielobjekt, wie es die Tauchboote bilden, aus größerer Höhe erfolgreich zu bombardieren, erhellt von selbst. Nur die ausge­zeichnete Einrichtung unserer Flugzeuge lassen eine derartige Beschießung überhaupt erst wirksam erschei­nen. Solange die Unterseeboote über Wasser fahren, sind sie freilich unsern Flugzeugen auch nicht ganz ungefähr­lich. da die Boote bekanntlich mit einem Geschütz aus­gerüstet sind, das ein zu tiefes Fliegen über der See nicht ratsam erscheinen läßt. (Köln Ztg.)

In das hiesige Handels­register ist am 2. Juli 1915 eingetragen worden.

1. bei der Firma Heinrich Ditzel, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Hersfeld H.R.B.14: Geschäftsführer: Fabrik­direktor Johannes Sauer in Hersfeld und Kauf­mann Peter Hager in Hersfeld.

Dem Kaufmann Willy Klippert in Hersfeld ist Prokura erteilt.

Die Geschäftsführer: Kaufmann Willy Rein zu Hersfeld und Kauf­mann Max Kirchner zu Hersfeld sind ausgeschieden und die Prokura des Fabrikdirektors Johannes Sauer in Hersfeld ist er- lofchen.

2. bei der Firma Arrhydat- Leder-W«'.ke, Aktienge­sellschaft, Hersfeld H. R. B. 15:'

Der Regierungsrat a. D. Dr. Heinrich Völker in Schlachtenfee bei Berlin hat sein Amt als Mitglied des Vorstandes niederge­legt. An seine Stelle ist der Kaufmann Heinrich Seelig in Hersfeld ge­treten.

3. bei der Firma St niese u. Co, Gesellschaft mit be­schränkter Haftung in Hersfeld H. R. B. l 6: Geschäftsführer: Fabrik­direktor Johannes Sauer in Hersfeld und Kauf- mannn Peter Hager in Hersfeld.

Dem Kaufmann Willy Klippert in Hersfeld ist Prokura erteilt.

Die Geschäftsführer Kaufmann Willy Rein zu Hersfeld und Kauf­mann Max Kirchner zu Hersfeld sind ausgeschieden u. die Prokura des Fabrik­direktors Johannes Sauer in Hersfeld ist erloschen. HerSfeld, d. 2. Juli 1915. Kuisl. MßtriM

am 8. 3nli 1915.

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Kirchliche Nachrichten.

Sonntag, den 4. Juli.

Vormittags 8 Uhr: Herr Superintendent Feyerabend. Vormittags V2IO Uhr: Herr- Pfarrer Gonnermann.

Petersberg.

Mittags Val Uhr: Gottesdienst.

Unterhaun.

Mittags IVt Uhr: Gottesdienst.

Kalkobes.

Vormittags 11 Uhr Gemeinsamer Gottesdienst.

Mittwoch, den 7. Juli, abends 8 Uhr:

Kriegsbetstunde in der Stadt­kirche.

Kathol.Gottesdienst.

Sonntag, 7 Uhr: hl. Messe. 3/tl0 Uhr: Amt u. Predigt VaS Uhr: Andacht.

Mütter-Verein.

Werktgs. Vt8 Uhr : hl. Messe.

Freitag abend 8 Uhr: Bitt-Andacht.

Gemeinschl. hl. Communion des Mütter-Vereins.

Kollekte für den hl. Vater.