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Aufvuf

zur Errichtung vonKrieger-Genesungsheimen 1915"

für erholungsbedürftige Kriegsteilnehmer.

Seit zehn Monaten liegt das Deutsche Reich im Kampf mit einer Welt von Feinden, welche Deutschland in hinterlistiger Art den Krieg aufgezwungen haben, einem Lande, dessen Regierung die Volkswohlfahrt als höchstes Ziel betrachtete und nur aus Erhaltung des Friedens bedacht war. Im Gefühl ihrer Kraft und Stärke hat die deutsche Regierung eine Reihe drohender Konflikte durch Nachgeben geschlichtet und damit ihre Friedensliebe bewiesen. Unsere Feinde aber haben es anders gewollt. Dadurch begann der fürchterlichste Völkerkrieg, welchen die Erde je gesehen Hall Von den Taten unserer Führer und Soldaten im Felde preisend zu reden, erübrigt sich hier, denn es gibt nur eine Stimme der Begeisterung und des Dankes für ihre fast übermenschlichen Erfolge. Viele Tausende starben den Heldentod für das deutsche Vaterland, und nach vielen Tausenden werden die Kriegsteilnehmer

'«folge ausgestandener Anstrengungen, erlittener Verwundungen, zurückgebliebener Schwachen oder Verftümmelnngen ihren alten Berns nicht werden wieder aufnehmen können.

In andächtiger Bewunderung und dauernder Dankbarkeit vor den Heldentaten unserer deutschen Söhne falwn wir seit Ausbruch des Krieges die Hände. Solchen unvergleichlichen und erhebenden Wunden der Tapferkeit, solchen erschütternden und beseligenden Beispielen der Treue, wie sie von unseren Kriegern gezeigt werden, find wir nur in den alten Sagen unserer Heldenbücher begegnet. Als der Feind mit ehernen Fäusten an unsere Tore pochte, brausten sie empor, keine willenlose Masse, sondern jeder einzelne unter ihnen der Bedeutung der unge­heuren Schicksalsstunde bewußt. b

3(Ue sind Helden! Stolz sein dürsen wir auf alle, aus Sterb und Süd, Ost und West!

., Das Bewußtsein der großen, nie zu löschenden Dankesschuld, die die Nation den überlebenden, aber in r , vet^ und Arbeitsfähigkeit vielfach geschädigten Kriegsteilnehmern gegenüber abzutragen hat, ist bei uns allen sehr lebendig.

Da muß es denn auch der Liebestätigkeit patriotischer Vereinigungen und auch kleineren Kreisen, dem Ge- mutsleben vieler Deutschen entsprechend, vorbehalten bleiben, helfend einzusetzen, einen Teil jener ungeheuren Dankespflicht abzutragen, die das Vaterland unseren Helden schuldet.

Berücksichtigt man, daß viele Tausende von Krieger nach Beendigung des Krieges mit durch die Kriegs- anstrengungen geschwächter Gesundheit einen neuen Kampf nm ihre wirtschaftliche Existenz aufnehmen muffen, so erleichtern wir ihnen diese Aufgabe, wenn wir ihnen durch Errichtung von Genesungsstätten iseiegenheit geben, in guter Luft und bei anregender Geselligkeit unter geeigneter ärztlicher Ueberwachung Körper und Geist zu stärken. Was wir ihnen dort zu bieten haben, soll mehr als'ein Stück Brot sein, es soll Entlastung

Aufheiterung und neuen Lebensmut bringen. Genesungsheime solcher Art zu errichten, dürfte zu den wcryttgsten und dankbarsten sozialen Aufgaben unserer großen Zeit gehören.

\ Der unterzeichnete Ausschuß plant unter dem Namen:

Krieger-Genefunsgheime 1915

und landschaftlich bevorzugten Gegenden Deutschlands Genesungsheime zu errichten, in welchen Krieas- "Echt nur Genesung und Herstellung ihrer Erwerbstätigkeit, sondern auch durch Rat und Tat eine ^viderung zur Gewinnung einer geeigneten Lebensstellung finden sollen.

. . ^r Herr Minister für öffentliche Arbeite^hat bereits unter dem 3. Februar 1915 dem Büro der Ver- daß den die Heime besuchende Kriegsteilnehmern mit notwendiger Begleitung halbe Fahr­preise zugebilligt werden.

. . H^^t nns also, dieses neue Werk derLBaterlandsliebe zu vollenden. Jede Gabd sei ein Be- l Dankbarkeit und Treue für unsere tapferen Krieger. Für diese Sammlung und ihre Ver- werden wir unsere ganze Kraft einsetzen und Rechenschaftsbericht erteilen. Die Sammlungen bilden eine o"'btzung des von Deutschen im In- und Ausland so freudig aufgenommenen und unterstütztenKrieaer-Weih- acyts- und Ofterdank", bessert Mittel statutengemäß bis Ostern 1915 verwendet werden mußten.

oinim.MA " Behörden, Tausende von Offizieren und Mannschaften erkannten den hohen Wert unserer Ver- sprachenderselben in Wort und Schrift ihre Anerknnung und ihren Dank aus. Dieser tausend- s Un'T= tapserenKrieger ermutigt die Unterzeichneten, mit der Errichtung vonKrieger-Genesungsheimen"

% dringendes, neues Werk zu schaffen, und bitten wir alle Deutschen im > und Husland, uns durch 4uwetlung von Geldspenden in unseren Bestrebungen zu unterstützen.

Oelekäftsktelle dieser Zeitung ist gern bereit Beiträge für KontoKriegergenefungsheime 1015 ®§ wird öffentlich über eingehende Spenden quittiert, falls nicht ausdrücklich Gegen- s . Dw:Namen der geehrten Spender werden in einem sogenanntenGoldenen Buch

^d den Behörden überreicht und soll später in den Krieger-Genesungsheimen in Abschrift zu i§yren Der Spender dauernd ausliegen.

Ausschuh derKrieger-Genesungsheime 1915.

Stobwasser Dr. 6. Strauß

Generalkonsul, Präsident Universttäts-Professor, Stellvertretender Präsident

? ^ierbauer Dr. phil Paul Fakelmann Hilgers

Schulvorsteher Wirkl. Geh. Kriegsrat. Vortr. Rat

@ns - n ^* ®on Keudell Dr. Richard Koch Emil Krüger

3*91. Kammerherru. Zeremomenmeister Rechtsanwalt und Notar, Syndikus Königl. Kommerzienrat

HiMUM BttckWSße^ Freitag, den 2. Juli 1915 im Augusta Biktoria-Haus (Dippelftraste) vorm. von 111 und nachm. von 36 Uhr Ausstellung von Gelatinespeisen.

Eintritt frei! Eintritt frei!

Allsschutz für die hilfsbedürftigen Deutschen Galiziens und der Bukowina.

A u f r n f.

Der Einbruch der Russen in Galizien und der Buko­wina hat unsägliches Elend über die dort angesiedelten Deutschen gebracht.

fast no Jakre haben 170 000 Deutsche inmitten von Polen und Rutbenen treue Macht im Osten ge- halten, trotz mancher Bedrängnis ihr Volkstum hoch­gehalten und in voller Eintracht, Katholiken und Pro­testanten, ihre deutsche Eigenart gepflegt und bewahrt. Das kernige und gesunde, gerade in den letzten Jahren mächtig ausblühende Leben in den deutschen Siedelungen Galiziens und der Bukowina hat der Krieg mit einem Schlag vernichtet. Hunderte von Familien konnten sich durch die Flucht nach dem Süden und Westen der Donaumonarchie retten; aber sie sind, der eigenen Hilfsmittel entblößt, auf fremde Unterstützung angewiesen. Tausende haben zurückbleiben müssen und einen schrecklichen Winter unter russischer Herrschaft verlebt. Vielfach sind ihre Häuser zerstört, ihre Felder verwüstet. Jetzt, wo die Erlösungs- stunde schlägt, muß die Not unserer Volksgenossen ge­lindert werden.

Wie die großen militärischen Unternehmungen im Osten gemeinsam von Deutschland und Oesterreich-Ungarn vorgenommen werden, so müssen auch wir Reichsdeutschen die dort ausgebrochene Not unserer Brüder zu heben suchen. Ja es ist unsere nationale Pflicht, den Deut­schen dieser Gebiete zu helfen und den Fortbestand des deutschen Lebens aus dem wichtigen Vorposten im Osten zu ermöglichen.

Alle Deutschen fordern wir auf, Herz und Hand zu öffnen und an einem großzügigen Hilfswerk teilzunehmen. Sendungen an Geld und an Kleidungsstücken sind gleich willkommen. Geldsendungen sind erbeten an die Unter­zeichneten oder die Allgemeine Deutsche Credit-Anstalt in Leipzig, Kuponskasse, Brühl 75, alle Sendungen anderer Art an unsere Geschäftsstelle, Leipzig, Leibnitzstraße 21. Bei dem Postscheckamt in Leipzig haben wir Konto Nr. 50895.

Mit dem in Wien gegründeten Fürsorgeausschusse desBundes der christlichen Deutschen in kGasizien und desVereins der christlichen Deutschen in der Bukowina arbeitet unser Ausschuß Hand in Hand. Der Ausschutz für die hilfsbedürftigen Deutschen

Galiziens und der Bukowina:

Laube Schoenfeldt

Generalleutnant z. D., Exzellenz Fabrikbesitzer

Prof. Dr. Wallenberg

Dozent a. d. techn. Hochschule Charlottenburg

Richard Skowronneck Schriftsteller A. Kosterlitz

Geschäftsführer des Ausschusses.

Geh. ßofrat prof. Dr. Seeliger, Eeipzig, Vorsitzender; Pastor sauft, Eeipzig, bisher Anwalt des Verbandes Deutscher Landwirtschaftlicher Genossenschaften in Galizien, Geschäftsführendes Ausschußmitglied; Curt von Burge- dorff, Kreishauptmann in Leipzig; Rechteanwalt Class, Mainz, Vorsitzender des Alldeutschen Verbandes; Geh. Kirchenrat D. Dr. Rartung, Eeipzig, Vorsitzender des Centralvorstandes des ev. Vereins der Gustav-Adolf- Stiftung; exzellent von Rentig, Staatsminister z. D., Berlin, Vorsitzender des Vereins für das Deutschtum im Ausland; Richard JMentz, stelln. Direktor der Allgem. Deutschen Credit-Anstalt; Dr. petersmann, Eeipzig, k- und k. österreich-ungarischer Consul; exzellens Rafch- dau, Kaiserl. Gesandter z. D., Berlin, Vorstandsmitglied des Deutschen Ostmarken-Vereins; Cxzellens Dr. freih; von Seekendorf, Eeipzig, Präsident des Reichsgerichts. Prälat Dr. SIerthmann, freiburg, Vorsitzender des Caritasverbandes für das katholifche Deutschland.

Bckmlmßchmig.

Im Wege der Zwangs­vollstreckung sollen zu Hers, seid, am 2. Juli 1915, nachm, 3 Uhr, folgende Gegenstände als

Barchent, Flanell, 1 Sopha, 1 Schreibsek­retär, 2 Kommoden, 1 Wäscheschrank, 1 Regulator, Schürzen- zeug u. n. a. Sachen öffentlich meistbietend gegen gleich Barzahlung versteigert werden.

Zusammenkunft der Kauf­liebhaber in der Wirtschaft Znr Lullusquelle".

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