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Fortsetzung der 1. Seite.

Beigeordneter Schimmelpfeng und Stadtrat Hirschberger. Um 4 Uhr eröffnete der Herr Stadtverordneten-Vorsteher, Apotheker B e ck e r, die Sitzung. Vor Eintritt in die Tagesordnung erinnerte der Vorsitzende an das am*21. April ö. J. erfolgte Ab- leben des Stadtverordneten Herrn Klempnermetster Georg Rössin g. Mit warmen Worten nahm er Bezug auf die langjährige erfolgreiche Tätigkeit des Verlebten als Stadtverordneter und forderte die Ver­sammlung auf, sich zu Ehren desselben von den Sitzen zu erheben, was geschah. Sodann wurde in die Er­ledigung der Tagesordnung eingetreten. Da die Wahlperiode des verstorbenen Stadtverordneten Herrn Klempnermeister Georg Rössing mit Ende Dezember ös. Is. abläuft, so hielt auf Anfrage des Herrn Vor­sitzenden die Versammlung die Vornahme einer Er­satzwahl für die Stadtverordneten nicht für erforderlich. Weiter beschloß die Versammlung, die Vornahme einer Ersatzwahl zur Armenkommission an Stelle des mit Tod abgegangenen Klempnermeisters Georg s sing bis zur Beendigung der Stadtverordneten- Neuwahlen auszusetzen, da diese Neuwahlen im laufenden Jahre stattfinden müssen. Die Jahres­rechnung der Kasse des städtischen Holzmagazins für das Rechnungsjahrs 1913/14 wurde nach stattgehabter Prüfung in Einnahme und Ausgabe auf 4086 Mark 49 Pfg. festgestellt und dem Rechnnngsführer Entlast­ung erteilt. Ebenso wurde die Jah»esrechnung der städtischen Armenkasse für das Rechnungsjahr 191314, deren Prüfung zu besonderen Bemerkungen keinen Anlaß gegeben hatte, in Einnahme und Ausgabe auf 14554 Mk. 21 Pfg. abgeschlossen und die Entlastung des Rechnungsführers genehmigt.Hierauf kam der Bericht des Prüfungs-Ausschusses der Stadtverordneten-Ver- sammlung über die Vorprüfung der Jahresrechnung der Stadtkasse für das Rechnungsjahr 191314 zum Vortrag undderHerrStadtverordneten-Vorsteher gabzu denvon dem Prüfungsausschuß niedergeschriebenen Bemerk- ungenldie erforderlichen Erläuterungen. Die Stadtver- ordneten-Versammlung erklärte die Bemerkungen durch die von dem Vorsitzenden gegebenen Er­läuterungen für erledigt, und stellte die Jahres­rechnung der Stadtkasse für 1913/14 auf eine Einnahme von 1275459 Mk. 75 Pfg. eine Ausgabe von 1274709 Mark 31 Pfg. und einen Kassenvorrat von 750 Mk. 44 Pfg. fest und erteilte dem Rechnungsführer Ent­lastung. Durch die von der Stadtverordneten-Ver- sammlung beantragte teilweise Veränderung der Trottoiranlage der Straße am Rainchen ist eine Mehr­ausgabe von rund 500 Mark notwendig geworden. Der Magistrat hat diesen Fehlbetrag nachbewilligt und die Stadtverordneten stimmten nach kurzer Debatte zu. Einem von dem Magistrat beschlossenen Nachtrag zur Freibankordnung für die hiesige Stadt

erteilte die Stadtverordneten-Versammlung ihre Zu­stimmung. Danach sollen für die Benutzung der Nebeneinrichtungen des Schlachthofs und den Trans­port des minderwertigen Fleisches nach der Verkaufs­stelle folgende Gebühren erhoben werden: a) für einen Ochsen, Bullen, Kuh oder Rind 2 Mark b) für ein Schwein 1 Mark und c) für ein Stück Kleinvieh 75 Pfg. Der früheren Zeichenlehrerin am städtischen Lyzeum Fräulein Dorothea Storm, welche im Monat Februar d. I. eine Kriegstrauung eingegangen und damit aus dem Dienst geschieden ist, war vom Magistrat die Besoldung für den Monat ihres Ab­gangs nachträglich bewilligt worden und die Stadt­verordneten-Versammlung erklärte sich hiermit ein­verstanden. Die Stadtgemeinde Hersfeld hat im Jahre 1913 von dem Landwirt Herrn Wilhelm K o t h e dahier einen Güterkomplex zwischen der Kreisbahn und dem Fuldaflnß käuflich erworben. Das Kaufgeld wurde im Hinblick auf die finanzielle Lage der Stadt erst nach der Auflassung in Teilbeträgen gezahlt. Infolgedessen sind Verzugszinsen entstanden, die vom Magistrat nachbewilligt wurden. Zu dieser Nachbe- willigung erteilten die Stadtverordneten ihre Geneh­migung. Der Magistrat hat beschlossen, zur Be­schaffung neuer Gasautomaten eine Anleihe in Höhe von 15000 Mark bet der städtischen Sparkasse zum üblichen Zinssätze und gegen 10 Prozent Tilgung auf- zunehmen, wobei die durch den allmähligen Abtrag des Kapitals erspart werdenden Zinsen der Tilgungs­quote hinzugerechnet werden sollen. Die Stadtver­ordneten erklärten sich hiermit einverstanden. Zum Anschluß der bisher noch mit Petroleum beleuchteten Räume des Kriegsschulgebäudes an die städtische Gas­leitung hat der Magistrat auf Antrag der Heeres­verwaltung die veranschlagten Kosten in Höhe bis zn 825 Mark unter der Bedingung bewilligt, daß die fünf- prozentigen Zinsen des Anlagekapitals dem Jahres- mietbetrag für das Kriegsschulgebäude hinzngerechnet werden. Hiermit erklärte sich die Versammlung ein­verstanden. Auf Antrag des Herrn Lederfabrikanten Jean Rechberg ist demselben vom Magistrat die Hälfte der Kosten für die von ihm im Jahre 1907 hergestellte Trottoiranlage längs seines Fabrikgrundstücks an der Dippelstraße mit 245 Mark 78 Pfennige aus der Stadtkasse bewilligt worden; die Stadtverordneten ge­nehmigten dies. Zu Kriegsunterstützungen an be­dürftige Familien, deren Ernährer znm Kriegsdienst eingezogen worden sind und die in der Stadt Hers­feld ihren Unterstützungswohnsitz haben, hat der Ma­gistrat, da die bisher zur Verfügung gestellten 25 000 Mark vergriffen sind, einen weiteren Geldbetrag in Höhe bis zu 15000 Mark bewilligt. Die Verwendung dieses Geldes soll, wie bisher vorbehaltlich der rech­nerischen Nachweisung, der Armenkommission über­tragen werden, die nach vorgängiger genauer Fest­

stellung aller in Betracht kommenden Verhältnisse in jedem einzelnen Falle die Höhe der zu bewilligenden Kriegsunterstützung zu bestimmen hat. Die Stadtver­ordneten erklärten sich hiermit einverstanden. Zur Beseitigung einer Abflußrinne im städtischen Schlacht­hof hat der Magistrat die Ausführung einer Cement­rohrleitung von 20 cm Durchmesser mit zwei Revi- sionsschächten genehmigt und die entstehenden Kosten tn Höhe bis zu 250 Mk. bewilligt. Die Stadtverord­neten waren hiermiteinverstanden. ZurHerbeiführuug eines besseren Betriebs in der städtischen Kläranlage sind die veranschlagten Kosten in Höhe bis zu 1200 Mark vom Magistrat bewilligt worden und die Stadt­verordneten stimmten zu. Der Vorsitzende teilte mit, daß in diesem Jahre die in Aussicht genommene Hauptversammlung des Hessisch-Waldeckischen Städte- tags mit Rücksicht auf die zeitigen Verhältnisse nicht stattfinden werde. Die Hausbesitzer Herren B ä ch - st ä d t, Wolfs, Sauer und Stern haben um Ge­nehmigung nachgesucht, vor ihren Besitzungen in der Klausstraße auf eigene Kosten eine Trottoiranlage unter Aussicht und nach Anleitung des Stadtbauamts herstellen zu dürfen. Sie sind bereit, den der Stadt zufallenden Kostenteil so lange zu stunden, bis derselbe von den städtischen Behörden durch Einstellung in den Etat bewilligt worden ist. Der Magistrat hat das Gesuch genehmigt und die Stadtverordneten stimmten zu. Dem vom Magistrat vorgelegten Entwurf eines Fluchtlinienplans für das Gemarkungsgebiet am Wendeberg wurde unter der Bedingung die Zustimmung erteilt, daß dem Plan noch ein 3 Meter breiter Fußgängerweg von der Vlämenstraße nach der Lambertstraße hinzugefügt werde. Nachdem noch die Beschlußfassung über einen vom Magistrat vorgelegten Entwurf einer neuen Ordnung über den Schlachtzwang innerhalb des Gemeindebezirks der Stadt Hersfeld bis zur nächsten Sitzung ausgeietzt worden war, schloß der Vorsitzende um 7 Uhr die öffentliche Sitzung und die Versammlung trat in eine vertrauliche Beratung und Beschlußfassung ein.

Rotenburg a. F., 27. Juni. Dem Arbeiter Johannes Hof aus Niederellenbach, der in einer hiesigen Fabrik beschäftigt war, wurden beim Einstellen einer Drehbank drei Finger der linken Hand abgc- schnitten.

Cassel, 26. Juni. Unter dem dringenden Verdacht des Kindesmordes wurde die Ehefrau eines polnischen Arbeiters, welche auf einem Rittergute bei Zierenberg im Dienst stand, verhaftet. Bei Durchsuchung eines Wäldchens in der Nähe des Gutes wurde die Leiche unter Laub verscharrt aufgefunden. Die Leiche wurde nach Wolfhagen gebracht, wo die gerichtliche Leichen­öffnung vorgenommen wurde.

V-fchluh

Das Verfahren zum Zwecke der Zwangsversteigerung der in der Gemarkung Hers- feld belegenen, im Grund­buche von H e rs fe ld, Band 40 Blatt 1839 aufden Namen des Bauführers Alwin Bürger und Ehefrau, Anna geb. Bätz zu Hersfeld eingetragenen Grundstücke:

Ktbl. U Nr. 481/57 und 482/56, Garten am Fezies, zusammen 11 ar 43 qm, wird einstweilen eingestellt.

Der auf den 5. Juli 1915 beftimmteCermin fällt weg.

Berefeld, b. 26. Juni1915.

Acht Amtsgericht.

Abteilung 1.

Amtliche Bekanntmachungen

Bekanntmachung.

Unteroffiziere und Mannschaften, welche als unent- behrliche Facharbeiter für Firmen mit Kriegslieferungen bis 30. 6. 1915 von Truppenteilen beurlaubt oder zurück­gestellt sind, haben sich nach Ablauf 'der Zurückstellung oder Beurlaubung ohne weiteres bei ihren Truppenteilen nicht zu stellen, sondern erst einen Gestellungsbefehl a b-

8

uwarten.

Hersfeld, den 28. Juni 1915.

Königliches Bezirkskommando

*

Wird veröffentlicht.

*

Hersfeld, den 29. Juni 1915.

Der Landrat.

J. V.:

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