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Hersfelder Tageblatt

für den Kreis Hersfeld

Amtlicher Anzeiger

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zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld..

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Nr. 150.

Mittwoch, den 30. Juni

1915

Die amtlichen Bekanntmachungen befinden sich aus der letzten Seite.

Bus der Heimat

* (Die Lehrerund der Krieg.) Nach einer am 15. Mai aufgestellten Statistik haben sich von den hessischen Lehrern etwa 1700 Personen am Kampfe fürs Vaterland beteiligt. Unter diesen befanden sich 527 Semenaristen und Präparanden, die freiwillig ins Feld rückten. Von 1173 Lehrern, die einberufen wurden, hatten 202 vor 1900 gedient. Die Beförderung zum Leutnaut hatten vor dem Kriege 12 Lehrer er­langt, 5 waren Offizierstellvertreter, 3 Feldwebel, 59 Vizefeldwebel, 5 Lazarettinspektoren und 8 Jntendan-

LachNamps.

Aus hundert Meldungen von Artilleriehochständen, Schützengräbenbeobachtungen, Fliegern, Dracheuballoneu und aus den allgemeinen Mitteilungen des A. O. K. macht sich der Divisionsgefechtsstand ein Bild von der Gegenseite, erkennt die schwachen Punkte in der feind­lichen Front, an denen ein Angriff einsetzen kann, ermit­telt den günstigen Augenblick für ein offensives Vorge­hen. Die wichtigsten unter diesen Nachrichten sind wohl in dem augenblicklichen Stadium des Grabenkrieges die über Lage und Fertigstellung der eigenen und gegueri- schen Minen und Sprengstollen. Die Sprengung des feindlichen Grabens bedingt nunmehr neben dem Ar­tilleriefeuer seine Sturmreife. Oft werden die Spreng­stollen von beiden Graben aus gleichzeitig gebaut und laufen neben- oder übereinander her, weswegen jedes Geräusch vermieden werden muß. Es kommt darauf au, wer zuerst unter oder vor dem feindlichen Graben ist und zuerst s ireugt.

Der Gefechtsstand der Divisiou plant den Angriff auf ein Grabenstück, ein Erdwerk, da dort alles für eine Sprengung und einen Sturmangriff vorbereitet ist. Der Vorabend des Angriffs ist gekommen. Die Batterie­chefs und Jnfanterieführer bekommen genaue schriftliche Anweisung für ihre Tätigkeit, nnö während sonst die Artillerie ziemliche Selbstbestimu.....g ihrer Arbeit ha:, ihre Ziele selbst sucht und bekämpft, ist jetzt engstes Zu­sammenarbeiten mit der Infanterie erforderlich. Die Telephonleitungen sind allein für die Feuerleitung *rei- zuhalten, alle anderen Gespräche sind verboten.

In einem Meer von leuchtendem Rot ist die Sonne versunken. Noch ist mattes, aber klarstes Licht auf den Höhen. Unser Doppeldecker kehrt in weitem Bogen von der Front zurück, mit gelb-goldenen Tragflächen im Grau-Blau des Abendhimmels. Schrapnellwölkchen mit kurzen Feuerblitzen platzen in seine Bahn hinein. Schnell surrt er zu uns, begegnet der Taube, die im Höhenflug noch einmal die feindlichen Linien abfährt und buntfarbige Leuchtkugeln wirft, die einen feinen, weißen Rauchfaden hinter sich herziehen. Die Feld- artillerie schießt mit Fliegerbeobachtung.

Unsere' 21 Zentimeter-Mörserbatterie soll ein gut Teil mit an der Kampfarbeit haben. Sie wird aus- einandergezogen. Zwei Geschütze machen Stellungs­wechsel. Als Nacht und Dunkel auf die farblos gewor­dene Erde herabsikken, rasselten und klirrten die Protzen heran. Die Bedienung huscht um die dunkeln Massen der Geschütze, die beim flüchtigen Aufblitzen der Taschen- laternen aufgeprotzt werden. Dann ziehen die adn Gäule an, und Buschwerk und kleine Büumchen knickend poltert der erste Mörser aus dem Wäldchen auf das Feld und fährt mit den Gürteln klappernd der schwankenden Laterne nach, die den Weg anzeigt.

Schon knattern vor uns die Gewehre, schnarren die Maschinengewehre, dröhnen die Handgranaten und rol­len die Minen. Sternenüberalitzert ist der Himmel und steht dunkel vor uns? wird hier und da grell erleuchtet von deu Leuchtpatronen, ttberblitzt von Leuchtkugeln und Scheinwerfern. Wie Feuerwerk steigen die Raketen, und die weißen, die grünen, die roten Kugeln schießen in das Dunkel oder sprühen wie Funkengarben hernieder. Und unablässig poltern die Detonationen, brodelt das Kleingewehrfeuer. Die ersten Rollsalven der Feld- artillerie wecken langes Echo zwischen den Hängen, Hau­bitzen werfen die ersten scharfen, kurzen Schläge in den anwachsenden Kampfeslärm. Noch antwortet der Feind nicht mit feiner Artillerie, täuscht nur mit aufblttzendem Ztelfeuer.

Der dunkle Zug der stampfenden Gäule, des klap­pernden Geschützes ist auf der Höhe angekommen, über- quert sie und führt in ein Wäldchen mitten durchs Unterholz. Und wo ein starker Stamm sich den Rädern entgegenstellt, schlügt ihn die Axt um, und der Koloß hopst über den Stumpf. Der Güterwagen rmt den Rohr- matten und Munitionswagen solgen. Schnell wird das Geschütz in Stellung gebracht und eingerichtet.

Heulend die Luft zerschneidend rattert das Geschoß m, steigt taufende Meter gen Himmel, um auf dem

davon, steigt taufende Meter gen H'mmel, um auf dem absteigenden kürzern Rest seiner Flugbahn das Ziel zu treffen. Nach Sekunden hören wir den dumpfen Aus­schlag. Neues Kommando, neues Laden. Wieder blitzen­der Feuerschein, krachender Knall. Die schlanken röhren beugen sich unter dem Luftdruck, und etn Rauschen geht durch den Wald, in dem eine Eule monoton schreit. Im rötlichen Schein einer Sturmlaterne eilen die Kanoniere über den Waldboden. Metallenes Klingen des Ver­schlusses, des eingesetzten Geschosses und der Karlusche. Das alles in dem zitternden Licht, das das Waldes- dunkel noch dunkler erscheinen läßt. Stärkeres Anschwel­len des Kampflärms und Geschützdonners gerade aus. Keuchende Arbeit, hastende Kommandos, Schutz auf Schuß im Schnellfeuer. Die Nacht ist wach sie schlaft nicht, sie tobt, flammenüberzuckt, donnerzerrifsen.Fen- ervause." Die Kanoniere stecken sich Pfeifen und Zi-

nicht, sie tobt.

turbeamte geworden. Während des Krieges sind bis zum 15. Mai 46 hessische Lehrer zum Leutnant befördert worden. 27 Lehrer wurden Offizierstellvertreter, 10 Feldwebel, 49 Vizefeldwebel, 103 Unteroffiziere, 5 Lazarettinspektoren und 12Jntendanturbeamte. Unter den Beförderten befanden sich 48 vor 1900 ausgebildete Militärpersonen aus dem Lehrerstande. Von den hessischen Lehrerkriegern haben 99 mit dem Eisernen Kreuz und 9 mit anderen Auszeichnungen geschmückte ihre Lehrtätigkeit wieder ausgenommen,' 237 werden als verwundet, 13 als vermißt bezeichnet und 12 sind in die feindliche Gefangenschaft geraten, während 171 den Heldentod gestorben sind.

* (Aufklärung über den Verbleib ver­mißter Kriegsteilnehmer.) Zum Ausbau der beim Zentralnachweisebureau des Kriegs­

garen an, werfen sich ins Moos, auf die Geschotzkörbe. Ein paar schlafen ein, ein paar bleiben als Wache. Stockend verebbt der Kampf. Hin und wieder tackt ein Gewehr, ein Maschinengewehr knurrt kurz auf, ein Ka­nonenschuß löst sich hallend in der Stille.

Durch den Draht kommt, daß die Sprengung voll­zogen sei, und unsere Infanterie den gesprengten Gra­ben besetzt habe.

Die Stille lastet. Noch steigen die Leuchtkugeln. Grau sickert langsam zwischen den Stämmen des Waldes durch, vermischt sich mit dem Waldesgrün zu unsicherm Blau. Schläfrig und trübe flackern die Laternen.

Von Osten kommt Licht. Wie mit Zauberschlag springt der Kampf wieder an. Der Gegenangriff der Franzosen.Ans Geschütz." Schlaftrunkene Gestalten fahren aus. Feuerblitz blitzt in das Frühlicht, Krachen kracht in die Waldesstille.

Als der junge Tag die Schatten der Nacht nieder­gerungen hat, versickert das Getöse, verkriecht sich vor den Strahlen der Sonne. Der Gegenangriff ist blutig abgeschlagen. Niedrig über uns weg fliegt unser Dop­peldecker, Sonnenlicht spielt auf seinen Tragflächen, un­ter denen schwarz unh silberhell leuchtend das Kreuz sich abhebt. Ins junge, frische Himmelsblau klingt unser Sicgeslied. (Hans Wille in derKöln. Ztg.")

Sie Zcrevenlo.

In Zeitungsartikeln und sonstigen Aufsätzen ist jetzt viel von der Jrredenta oder den Jrrebentisten die Siede, so daß gewiß manchem ein Wort der Aufklärung über diese politische Strömung in Italien, die jetzt im Grunde getlvmmen ihr Vaterland in den Krieg gehetzt hat, er­wünscht ist.

Die Jrredenta, italienisch Jtalia Jrredenta, das heißtdas unerlöste Italien", ist eine politische Partei in Italien, welche die Bereinigung aller italienisch re­denden Gebietsteile mit Italien zum Ziele hat. Auf dem im Jahre 1878 auf Antrag Oesterreichs abgehal- tenen Kongreß, auf dem die »echs Großmächte und die Türkei vertreten waren, und bei dem Fürst Bismarck den Borsitz führte, wurde der zwischen Rußland und der Türkei am 3. März 1878 abgeschlossene Vertrag von San Stefano erörtert, der den Protest Englands und die Mißstimmung Oesterreichs erregt hatte. Die Tat­sache nun, daß it. a. Oesterreich auf dem Kongreß das Mandat erhielt, Bosnien und die Herzegowinazu be­setzen und zu verwalten", während Italien bei der Ver­teilung der in Frage kommenden Gebiete leer ausging, rief eine große Aufregung in diesem Lande hervor und führte zur Bildung einer über das ganze Königreich sich verbreitenden Partei der Jrredenta. Eine am 21; Juli 1878 in Rom abgehaltene Volksversammlung, in der Menotti Garibalöi, der Sohn des alten italienischen Freiheitshelden Garibaldi, den Vorsitz führte, ver­langte die Besetzung von Triest und Trient und anderer italienisch redender Gebietsteile. Die Ministerien Cai- roli und Depretis sahen diesen Kundgebungen, die zu­nächst gegen Oesterreich gerichtet waren, ruhig zu. Bou den Jrredentisten wurden folgende Länder und Gebiets­teile für Italien beansprucht: Südtirol, Görz, Triest, Jstrieu, Dalmatieu. der schweizerische Kanton Tessin, Nizza, Korsika und Malta. Wie man sieht, waren die Jrredentisten in ihren Ansprüchen nicht gerade sehr be­scheiden.

Die von dem Militärattachee der österreichisch-un­garischen Botschaft in Rom, dem Oberst Haymerle, ver­faßte BroschüreJtalicae res" (italienische Angelegen­heiten) wies die Verzweigungen und die Ziele der Jr­redenta nach und machte die Regierung Italiens selbst für die Ausschreitungen dieser extremen Partei verant­wortlich. Menotti Garibaldi wagte sogar im Jahre 1881, dem italienischen Ministerium mitzuteilen, dast er und seine Partei beschlossen Hätten, 100 Bataillone Freiwilli­ger zu errichten, und bat nicht um die Erlaubnis zur Aufstellung der Bataillone, sondern nur um die Ge­nehmigung einer Uniform. Dem Kriegsminister kostete es viele Mühe, das Ministerium zu einem Beschlusse zu vermögen, wonach die Bildung solcher Bataillone nicht geduldet werden sagte. Der Haß der Jrredentisten gegen Oesterreich ging so weit, daß mehrere ihrer Mitglieder den Beschluß faßten, den Kaiser Franz Joseph, der am 17. August 1882 nach Triest kam, zu ermorden. Es wur­den auch zwei Attentate auf ihn verübt. Der Urheber des einen, der Deserteur Oberdank aus Triest, wurde am Tage vorher verhaftet und später durch den Strang hingerichtct,' der andere Attentäter, der Apotheker Ra- gosa, der entflohen war, wurde auf italienischem Gebiet verhaftet, aber von den Geschworenen in Udine frei­gesprochen.

Nun fing endlich die italienische Regierung an, ge­gen die Kundgebungen der Jrredenta schärfer einzu- schreiten, zumal, da sie zu Anfang des Jahres 1883 dem deutsch-österreichischen Zweibunö beizutreten wünschte. In der Sitzung der Deputiertenkammer vom 13. März

ministeriums bestehenden Einrichtungen zur Er­mittelung vermißter Kriegsteilnehmer sind jetzt von einer besonderen, neu eiugerichteten Abteilung Vor­arbeiten in Angriff genommen worden, die den Zweck haben, den Verbleib vermißter Heeresangehöriger systematisch aufzuklären. Man hofft, diese Arbeiten in kürzester Zeit so weit fördern zu könuen, daß eine breite, möglichst zuverlässige Grundlage für die Aus­kunftserteilung an die Angehörigen gewonnen wird.

):( Hersfeld, 29. Juni. Gestern Nachmittag 4 Uhr fand auf Einladung des Herrn Stadtverordneten- Vorstehers eine Sitzung der Stadtverord­nete n - V e r sa m m l u n g im Rathaussaale statt. Erschienen waren 15 Stadtverordnete. Vom Magistrat waren anwesend die Herren Bürgermeister Strauß, Fortsetzung auf der 4. Seite.

1883 sprach sich der Minister Maneml auf schärfste gegen die Jrredenta aus und warf ihr vor, daß es ihr weniger um Triest uud Trient, als um deu Sturz der Monarchie zu tun sei. Doch haben die Widerwärtigkeiten, welche die besonders auf deu Pöbel gestützte Partei der Regie­rung bereitete, nie aufgehört, und jetzt hat sie die Regie­rung in einen furchtbaren Krieg gehetzt.

Sie Jronf am Gardasee.

Bon dein Berichterstatter Lennhoff erhält dieBoss. Ztg." eine anschauliche Schilöeruug vom österreichischen Zipfel des Gardasees, der wir folgendes entnehmen:

Gardasee imb Krieg. Nur schwer lassen sich diese beiden Begriffe znsammenreimen. Und dennoch nm^ zieht die strahlenden Ufer ein Kranz von Drahthinder- nisfen und Geschütze sonder Zahl blicken aus Felslöcher über die blauen Wogen. Zwar schweigen sie noch zu- meift, und nur ab und zu rollt grollend ein Schutz üben die kristallklaren, von der Ora geschaukelten Fluten. Denn noch ist der Feind hier nicht zu wirklichem Angriff übergegangen. Seit er am ersten Kriegstage die Kuppe des Altissimo ohne Kampf erstieg, gelüstete es ihm am Gardasee scheinbar nicht nach kriegerischen Taten. Er lauert in den Hochtälern, läßt Patrouillen ausschwär- meti und baut seine Grenzbefestigungen aus. Damit läßt sich der italitenische Offensivgetst hier vorläufig genügen. Fast möchte man versucht fein, an eine defen­sive Absicht zu glauben, wenn man erfährt, wie sehr die Italiener sich mühen, ihren Befestiguugsgürtel zu stärken, der sich rings an die Grenzen von Siidiirol legt, wie sie gar hinter ihrer eigentlichen Frontlinie bereits eine zweite Reihe von Stützpunkten gezogen haben. Wenn man die Arbeit der Tiroler Landesverteidigung gesehen hat, mag man verstehen, warum die Italiener so zögernd herankommen. Tirol, das schon in Friedens- zeiteu mit Bollwerken umgeben war, ist jetzt eine ein­zige mächtige Festung. Gewaltiges wurde von den Ge­nietruppen geleistet, um Natur, Technik und die reichen Erfahrungen von zehn Kriegsmonate,t bei der Schaf­fung neuer Verteidigungsabschnitte zusammenwirken zu lassen. Eskrasit und Dynamit mühten die steiner­nen Eingeweide auf, und wo es noch vor kurzem un­möglich erschien, überhaupt Fuß zu fassen, harren jetzt starke Schützengräben des feindlichen Ansturms. Erz- berett warten Offiziere und Mannschaften auf thu. Nur eine Gewitzheit gibt es für sie, die Gewißheit, daß er sich vergeblich den Kopf einrennen wird.

Gestern bin ich von Trient nach Riva gefahren. Die Orte zwischen der Etschfestung und dem Gardasee liegen jetzt im Dornröschenschlaf. Der Kriegsausbruch macht eine teilweise Evaknierung notwendig, und viele Ein­wohner flüchteten ins Hinterland. So sind denn in Tri- ent nur ein paar tausend Seelen zurückgeblieben. Arco, Riva, Tarbole sind ganz ausgestorben. Laut hallt der Schritt in den schönen schmalen Gassen wider, und wild wuchern auf zierlichen Balkönen vor verschossenen Fen­sterläden blutrote hängende Nelken. 9iuf einer den Felsen abgerungenen Straße geht der Weg nach Riva.

Riva ist nicht mehr mondäner Kurort. Riva ist nur noch eine Festung. Zwischen Lilien und Rosen und Goldlack drängen sich solide, schrapnellfichere Schanzen, und leite bewegte Wellen plütfchern um vielfach gefloch­tene Drahthindernisse. Links erhebt sich trotzig der mäch­tige Kegel des Monte Brivue. Die Schönheit ist geblie­ben, aber der Monte Brivue harrt des Feindes. Senk­recht fällt der Hang zum See ab, den zu beiden Seiten Bergriesen gürten. Monte Stivo und Monte Ceretno gut Linken, die Kalkwand der Roechetta zur Rechten. Fels reiht sich an Fels. Ganz unschuldig sehen sie aus, aber wir wissen: irgendwo hoch oben droht mit unsäg­licher Mühe heraufgebrachte Artillerie. Irgendwo wurden kunstvolle Auszüge konstruiert, die Munition und Kriegsmaterial heraufbringen.

»ringender alienisches

Wo das Blau des Sees von einer zittrigen braunen Lime gefurcht ist, ist die italienische Grenze, blinkt unter dem Monte Alttssimo, dessen Haupt in einer Ne­belkappe steckt, die Bucht von Navenne. Gegenüber am anderen Ufer, an weit in den See vorw

Zunge, ein stark besetztes und bestücktes ita..^...,..,^ Finanzwachthaus. In fernem Dunst verschwimmt das Jnwlfort Trimelone. Rechter Hand klettert in sühnen Kurven die Ponalestratze den trotzigen Felsen entlang. Bei den Ponalefällen biegt sie landeinwärts und windet sich in Spiralen ins Balle 6t Ledro hinauf.

Eine starke, hohe Mauer schloß früher die Ponale- straye gegen den See hin ab. Jetzt ist sie teilweise ge- sallen. Breschen wurden geschlagen, um von den öster­reichischen Stützpunkten aus die Straße völlig in sich hak en zu können für den Fall, daß die Italiener ein- nack E auf ihr vorzumarschieren. Aber

die ich gestern gewonnen habe, deren a^uiüche Erörterung jedoch gegenwärtig noch nicht an= ist, will es mich dünken, als ob es säum zu einem solchen Versuch kommen dürfte.