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VerMguntz wurde Wort ausgenommen. Am wnö Die* ses Tages standen die k. und k. Truppen, bereits dicht vor den Befestigungen Lembergs.

Ein italienisches Torpedoboot versenkt.

Wien, 27. Juni. (WTB.) Amtlich wird mitgeteilt:

Eines unserer Unterseeboote hat am 26. Juni in der

Nor-a-ria ein italienisches Torpedoboot torpediert und

versenkt. Flottenkommando.

* * *

Italien und die Dardanellenaktion.

Die römischeTribuna" meldet aus London: In politischen, namentlich in Marinekreisen, spricht man von einem baldigen Eingreifen Italiens in die Dar-a- nellenaktion. Italien bleibe vorläufig auf die Mitwir- kuug zur See beschränkt. Man wolle einige große eng­lische Kriegsschiffe, deren Anwesenheit anderswo nor- wendig sei, durch italienische Schiffe ersetzen.Gior- nale o'Jtalia" meldet, man berichte amtlich, daß die Operationsbasis gegen die Dardanellen demnächst nach Italien verlegt werde. Militärische Kreise versichern, daß Italien zwei Armeekorps und einen Teil seiner Flotte nach den Dardanellen entsenden werde. Den Oberbefehl über die verbündete Flotte vor den Darda­nellen werde der Herzog der Abbruzzen übernehmen.

DieTimes" für die vollständige

* Mobilisierung.

DieTimes" schreibt in einem Leitartikel: Die tat­sächliche Lage ist so, daß wir wenig Fortschritte gegen den Feind machen. Die Franzosen führten zwar eine län­gere, kräftige und tapfere Offensive aus, wodurch sie ge­wisse nützliche Stellungen nördlich Arras errangen. Aber es besteht keine direkte Anssicht, -ie dentfche Linie zu durchbrechen und den Feind zum Rückzug auf sein eigenes Gebiet zu zwingen. Die britische Armee kann den Anteil an dieser Aufgabe nicht eher erfüllen, als bis sie eine weit größere Zufuhr an schwerem Geschütz, an Brisanzgeschossen und an Maschinengewehren erhält, was Monate lang dauern wird. Man muß die verwir­renden Berichte außer acht lassen und die Möglichkeit eines verlängerten Stellungskrieges im Westen ins Auge fassen. Im Osten schob der erfolgreiche Vormarsch Mackensens die Wiederaufnahme der russischen Offensive für einige Zeit hinaus. Wenn die Russen den Sommer über ihre Stellungen behaupten, so ist das alles, was man erwarten kann. An den Dardanellen ist längst die Aussicht auf einen baldigen Erfolg verschwunden. Die dortige Diversion ist gegenwärtig eine Besorgnis erregende, sich lang hinziehende und höchst kostspielige Operation, wofür Soldaten und Munition dringend ge­braucht werden. DieTimes" meint, ein offenes Aus­sprechen der Wahrheit sei nötig, um der Nation die Lage deutlich zu machen. Wenn das Volk die Lage verstände, würde es eine sofortige und vollständige Mobilisierung der ganzen Nationalkraft verlangen.

Der militärische Korrespondent derTimes" schreibt: Wir werden vermutlich mindestens 100 000 Rekruten monatlich brauchen, um die Armeen aufzufüllen. Un­sere jetzige Unfähigkeit, die Rekruten zu bewaffnen und auszurüsten, wird erst enden, wenn Lloyd George die Erweiterung der Produktion erreicht haben wird. Es muß aber auch vermieden werden, daß eine Mann­schaftskrisis an Stelle der Munitionskrisis eintritt.

Vor der Einführung der Wehrpflicht in England.

Nach einer Mitteilung derDaily Mail" hat die Regierung beschlossen, Fragebogen auszngeben, in denen alle männlichen Personen ihr Lebensalter, die ständige Adresse, den Beruf und Stand sowie etwaige körperliche Gebrechen eintragen sollen. Die Liste ent­hält ferner die Frage, ob die betr. bereit sind, Kriegs­dienste zu nehmen oder während des Krieges eine an­dere Kriegsarbeit zu verrichten.

Der -Standard" schreibt in einem Leitaufsatz, daß durch die Anwerbung aller verfügbaren Kräfte für die Kriegsbedarffabriken der Krieg auch nicht weiterge­führt werden könne. Man müsse die Werbungen für das Heer, die seit kurzem ganz in den Hintergrund ge­treten sind, wieder aufnehmen. Dies sei um so wich­tiger, als das englische Heer in der Zeit vom 25. Mai bis 25. Juni über 70 000 Mann Verluste erlitten habe, die doch wieder ersetzt werden müßten.

Das englische Marineamt braucht noch Mannschaften.

s>^> Rotterdam, 28. Juni. (T. U.) Das englische Marineamt verlangt bei den Ergänzungskrediten noch die Einstellung von 50 000 Offizieren und Gemeinen für das laufende Dienstjahr.

' Bericht des türkischen Hauptquartiers.'

Konstantinopel, 27. Juni (WTB.) Aus dem Großen Hauptquartier wird unterm 26. Juni gemeldet: An der kaukasischen Front versuchte der Feind, welcher von uns wiederholt und wirkungsvoll angegriffen in -er Gegend von Kale Boghazi znritckweicht, sich um jeden Preis mittels nener Verstärkungen in früher vorbereiteten Stellungen zu halten, um den Rückzug seines rechten Flügels zn vermeiden. An -er'Dardanellenfront -ei Art Burnn am 25. Juni beiderseits schwaches Feuer.

Im Laufe des Nachmittags erzielten unsere Batterien zwei Treffer gegen ein feindliches Transportschiff vor Kapa Pepe, worauf ein Brand an Bord ausbrach. Eine Granate traf ein feindliches Torpedoboot und zwei Gra­naten ein feindliches Transportschiff, das Mnnition landete. Dieses Transportschiff entfernte sich von der Küste, da an Bord ein Brand ausbrach. Im Süden bei Sed-ul Bahr unternahm -er Fein- wiederholt Angriffe gegen Teile -er Verschanzung unseres Zentrums, wurde aber jedesmal verlustreich zurückgeschlagen. Auf -em rechten Flügel nur Infanterie- und Artilleriefeuer. Nach -er Zahl der zum Abtransport der Verwundeten dienen­den Schiffe nnd nach den Haufen von Gefallenen zu ur­teilen, die noch nicht vom Kampffelde fortgeschafft waren, werden -ie feindlichen Verluste in der Schlacht vom 21. Juni auf mehr als 7000 Mann geschätzt. Von den übri­gen Fronten ist nichts von Bedeutung zn melden.

Gescheiterter Landungsversnch bei Mytilene.

Konstantinopel, 27. Juni, (WTB.). Privatnach- richten zufolge hat ein englisches Schftfam 24. Jum ver­sucht, in Jliösche bei Eüremid, nordöstlich von Mytilene, Soldaten zu landen. Es wurde aber durch die kraft­volle Abwehr der türkischen Küstenwache unter großen Verlusten für öen Feind daran gehlndert.

Die Neutralen.

Uebernimmt Venizelos die Regiernng?

^ Rotterdam, 28. Juni. (T. U.) DieTimes" meldet aus Athen, die griechische Regierung twist noch die Mehrheit in der Kammer zu erlangen. Aber es steht imhezn fest, daß Venizelos wieder die Regierung autreten wird.

Bryaus Frie-ensrede.

Rotterdam, 28. Juni. (T. II.) DieCentral News" meldet nach demB. L.-A." aus Neuyork, daß Bryan dort vor 15 000 Personen feine angekündigte Vriedensrede hielt. Viele Deutsche waren zugegen, oa-

runker der Marineattachee, der Milttärattachee und die österreichischen und türttfwen Botschafter. Bryan griff die amerikanischen Blätter heftig an und erklärte, daß die Zeitungsverleger versucht hätten, ihm den Mund zu stopfen, weil er nicht nach ihrer Pfeife tanzen wollte. Bryan forderte ein Ausfuhrverbot für Kriegsmaterial.

Sriegsallerlel

Der Jahrestag von Serajcwo.

Sämtliche Wiener Blätter widmen in tiefempfun- denen Artikeln dem Jahrestage der Ermordung des Thronfolgers Franz Ferdinand und dessen Gemahlin Worte wärmsten Dankes. Mit Ehrfurcht und Dank­barkeit gedenke die Monarchie des Toten, der mit un­ermüdlicher Sorge an jenem Werkzeug schmiedete, das heute sein Andenken so glänzend ehrt und rächt, an der Größe und Schlagfertigkeit unserer Armee.

Der Rücktritt des russischen Kriegsministers.

Reuter bestätigt in einer Meldung aus Petersburg den Rücktritt des russischen Kriegsministers General Suchomlinow.

Revolutionäre Kundgebungen in Sebastopol.

^ Petersburg, 27. Juni. (T-U.) In Sebastopol haben politische Demonstrationen stattgefunden, an de­nen auch Matrosen der Schwarzen Meer-Flotte teil= genommen haben. Die Demonstranten zogen durch die Hauptstraßen, sangen revolutionäre Lieder und entfal­teten Fahnen mit den Aufschriften:Genug mit dem Kriege! Sagt die Wahrheit über den Krieg!"

Die zwölf Kanonen derLusitania",

^ Berlin, 28. Juni. (T. U.) In derVoss. Ztg." veröffentlicht Konteradmiral z. D. Kalau vom Hofe aus der FachschriftEngeering" Abdrücke der Konstruk- tionspläne derLusitania", aus denen hervorgeht, daß dieLusitania" mit zwölf Geschützen bestückt war.

Dernburg in Berlin eingetroffen.

»e* Berlin, 28. Juni. (T.-N.) Der frühere Staats­sekretär Dernburg ist gestern abend 7,30 Uhr auf dem Stettiner Bahnhöfe eingetroffen.

Ein junget Held)

Der Kriegsfreiwillige Josef Frick der Festungs- Maschinengewehr-Kompagnie Nr. 7, geboren am 19. 6. 1898 in Westerhofen, O. A. Ellwangen (Württemberg), liegt seit 20. 1. 15 mit einer Geb. Masch.-Gew.-Komp. in den vordersten Schützengräben der Infanterie auf Wacht. Wiederholt hat er sich durch Beweise hervor­ragenden Mutes ausgezeichnet. Infolge seines frischen, offenen Wesens, seiner Unerschrockenheit und Gefällig­keit gegenüber den Kameraden ist er der Liebling seiner Kompagnie geworden. Vorm Sturm auf ein feindliches Bollwerk brächte er, nachdem zweitägige Bemühungen, eine Richtungsflagge im feindlichen Feuerbereich anzu- bringen, nicht zum Ziele geführt hatten, noch rechtzeitig vor Beginn des Schießens der eigenen schweren Ar­tillerie ein großes Signaltuch hoch oben au, trotzdem er schon beim Aufwärtsklettern von feindlicher Infanterie und Artillerie beschossen wurde. Unter seinen zahl­reichen schneidigen Patrouillengängen verdient der vom 14. 5. besondere Erwähnung. Um 3 Uhr morgens ging er allein gegen die feindliche Stellung vor. Zunächst kroch er durch das feindliche, etwa 5 Meter breite Draht­verhau, schlich sich dann vorsichtig durch die dahinter ausgelegten Drahtschlingen und sah sich plötzlich vor einem 1,50 Meter hohen Drahtgeflecht. Durch Lockern zweier Pfähle gelang es ihm auch hier durchzukriechen. So kam er in den dicht dahinter liegenden französischen Schützengraben. Mit vorgehaltener Pistole schlich er sich vorsichtig in dem Gräben entlang, bis er einen Alpenjägerposten sah. Es gelang ihm, sich unbemerkt etwas zurückzuziehen und sich dann hinter dem fran­zösischen Graben auf die Lauer zu legen, von wo er, im Buschwerk versteckt, wertvolle Beobachtungen über die Stellungen feindlicher Maschinengewehre und die Be­festigungsanlagen der Franzosen machte. Unmittelbar hinter einem Posten liegend, benutzte er einen Augen­blick, wo sich der Posten entfernte, um aus dem Posten- stand französische Munition zu holen. Auf dem Rück­wege fing er sich in einer der ausgelegten Drahtschlin­gen und versuchte mühsam sich mit seinem Seitenge­wehr zu befreien. Durch das Zerren am Draht und das Fehlen der Munition aufmerksam gemacht, schickten die Franzosen eine Patrouille von 3 Mann, die gerade auf Frick zukam, ohne ihn aber zu bemerken. Noch ge­rade rechtzeitig gelang es ihm, loszukommen und in dem Buschwerk vor dem Drahtverhau Deckung gegen Sicht zu finden. Gegen 2 Uhr mittags kam Frick nach elfstündiger Abwesenheit wieder wohlbehalten vor der eigenen Stellung an, wo er durch seinen phantastischen Aufputz von Ginstergestrüpp und Gräsern, die in Kop­pel tüid an der Mütze befestigt, ihn fast unsichtbar ge­macht hatten, freudig begrüßt wurde. Frick wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.

Vermischtes

Giftmordversuch einer Vierzehnjährige«. Das 14% Jahre alte, aus dem Erzgebirge stammende Dienstmäd­chen Dohle machte den Versuch, seine Dienstherrschaft, den Arzt Dr. Heinemann und seine Frau in Chemnitz, zu vergiften. Sie hatte ihnen Atropin in das Bier getan. Beide konnten aber dadurch gerettet werden, daß ihnen im Krankenhaus der Magen ausgepumpt wurde. Das Mädchen erklärte nach seiner Verhaftung, es habe geglaubt, es werde nach dem Tode der Dienst­herrschaft wieder in die Heimat zurückkehren können,

Eine halbe Schulklasse vor Gericht. In München stand eine halbe Schulklasse wegen Münzverbrechens vor dem Jugendgerichtshof. Die Knaben hatten von einem Schulkameraden vernickelte Ein- und Zweipfen- nigstücke als 5 und 10 Pfennige beim Einkauf von Zucker­waren ausgegeben. Der 14jahrige Anstifter wurde zu 8 Tagen, die übrigen zu je 1 Tage Gefängnis verurteilt. Die bedingte Begnadigung dürfte in diesem Falle wohl zur Anwendung gelangen. . __

12% Jahre Zuchthaus für einen Millionenschwind- ler. Der seit drei Wochen geführte Prozeß gegen den früheren Besitzer desWeißen Schlosses" in Blasewitz bei Dresden, den angeblichen Bergwerksdirektor Fried­rich Christian Lorenz, ist am Sonnabend zu Ende ge­gangen. Lorenz stand unter der Anklage des betrüge­rischen Bankerotte des Betruges und der Verleitung zum Meineid. Lorenz, der in der Verhandlung als- nig der Schieber" bezeichnet wurde, wußte sich seit vielen Jahren durch Betrügereien ohne Zahl große Einkünfte zu verschaffen. Er hat viele harmlose Leute, namentlich Frauen, um ihr ganzes Vermöge- ^ - Unglück gestürzt. Einer seiner H

Frauen, um ihr ganzes Vermögen gebracht und ins Unglück gestürzt. Einer i einer Seif er, der Kaufmann Wunderlich, hat sich nach der Verhaftung des Lorenz das Leben genommen. Lorenz war seinerzeit in Dres­den als reicher Besitzer desWertzen Schlosses" in Bla- sewitz bekannt, und seine kostspieligen Feste bildeten das Tagesgespräch. Das Schwurgericht verurteilte ihn zu 12% Jahren Zuchthaus und 10 Jabren Ehrverlust. Zwei Mitangeklagte wurden wegen Melnerös und Verleitung dazu mit neun Monaten Gefängnis und zwei Jahren taet Monaten Zuchthaus bLüE.

Ist Der plötzliche Too auf oem Schlachtfelve schmerz« haft? Für alle, die in dieser kriegsschweren Zeit den Verlust eines Nahestehenden auf dem Schlachtfelde zu beklagen haben, wird es tröstlich sein zu hören, bemerkt dieN. G. C.", wie Hermann Notnagel sich den plötz­lichen Tod im Kampfgewühl vorstellte. In einem Bor­trage, den der verstorbene berühmte Wiener Kliniker im März 1900 über das Sterben hielt, äußerte er u. a.: Wenn im Gemühle der Schlacht der Führer an der Spitze seiner Mitkämpfer vorwärtsstürmt, wenn ihm in der Siedhitze des Kampfes alle geistige Tatkraft, alles Wollen und empfinden auf einen Punkt sich kvuzell- triert, der als momentan höchstes Ziel ihm vorschwebt, und er jäh niederstürzt, von einen Geschoß, das in rasendem Fluge seinen Kopf durchbohrte, urplötzlich hingestreckt, sofort tot dann ist hier das Sterben voll­kommen ohne körperliches Leid erfolgt. Ja nicht ein­mal die Vorstellung ist zutreffend, daß der Gefallene wenigstens in dem Augenblick, wo die Kugel seine Stirn berührt, einen Schmerz fühlen müsse. ®euu um einen solchen zu fühlen, muß der schmerzhafte Reiz von den Nervenenden in der Haut bis zmn Organ des Bewußt­seins, d. h. in das Gehirn fortgeleitet werden. Das er­fordert jedoch Zeit, ja wie Helmholtz zuerst durch direkte Messungelt nachgewiesen, überraschend viel mehr Zeit, als man früher gemeint hatte. Die Fluggeschrvindigkeit der Kugel ist schneller als die Nervenleitung,' die Kugel hat Haut, Muskeln, Knochen und das Gehirn selbst durch­bohrt, ehe der langsamer nachhiukende Nervenreiz im Gehirn anlangt, dieses ist bereits außerstande, über­haupt wahrzuuehmeri und zu denken, der Tod ist ein» getreten, ehe im Bewußtsein eine Schmerzenipfiilduitg ausgelöst werden konnte. Und noch eine andere Beweis­führung kann hierfür erbracht werden. Oftmals hat man feststellen können, daß im Kampfe der Verwundete erst durch das riefelnde Blut oder dadurch, daß er nieder­stürzt, darauf aufmerksam gemacht wird, er sei ver­wundet: gefühlt hat er nichts von dem Geschoß, erst nachträglich kommt der Schmerz. Auch diese Erscheittung berechtigt uit§ zu dem Schluß, daß bei dem auf der Stelle durch den Kopf tödlich Getroffenen der Tod vollkommen schmerzlos eintritt.

Ein tuslkamps.

Ei>c zurzeit im Westen stehender Unteroffizier aus Neukölln berichtet über einen Lustkampf zwischen einem deutschen und einem englischen Flieger in einem Feld­postbrief folgendes:

Unsere Luftschiffhalle besitzt naturgemäß für unsere Gegner, Eugläicder wie Franzosen, eine starke An­ziehungskraft. Matt muß ständig auf der Hut fein, und die Posten dürfen sich keinen Allgenblict Ruhe gönnen, um uns rechtzeitig vom Nahen feindlicher Flieger zu benachrichtigen. In letzter Zeit wurden wir wiederholt von Franzosen beehrt, die ihre Bomben gegen die Halle zu werfen versuchten. Bisher haben sie kein Glück da­mit gehabt, nnd unsere Artillerie, die höllifch auf dem Posten ist, konnte in einer Woche zwei Franzosen herun­terholen, die im Vertrauen auf die Schnelligkeit ihrer Maschinen eine allzu große Sorglosigkeit, man kann bei­nahe sagen Unverschämtheit, an den Tag gelegt hatten. Gestern nachmittag waren wiederum drei feindliche Doppeldecker signalisiert worden, und aus die Melduug stieg Leutnant G., der erst kurze Zeit bei uns ist, auf, um den Gegnern das Herarikommen zu verleiden. $n der Tat machten zwei Doppeldecker, als sie in das Kreuz­feuer unserer Abwehrgeschütze gerieten, kehrt, während der dritte, der etwa 2500 Meter hoch sein möchte, mit großer Beharrlichkeit auf sein Ziel lossteuerte. Etwa 150 Meter vor der Halle fielen zwei Bomben herab, von denen die eine überhaupt nicht krepierte, währertd die andere wirkungslos verpuffte. Inzwischen hatte sich unsere Flieger, nachdem er sich vom Abzug der beiden anderen überzeugt hatte, gegen den dritten Feind ge­wandt und steuerte mit voller Kraft hinterdrein.

Unser Doppeldecker, das konnte man deutlich sehen, war nicht so schnell wie der feindliche wie sich später herausstellte, war es ein Engländer, strebte jedoch dauernd in die Höhe zu kommen. Das Manöver war uns zunächst unklar, bald aber erkannten wir, daß Leut­nant G. mit seiner Taktik Recht hatte. Der Engländer bekam hinter der Halle ein paar Schrapnells, die in unheimlicher Nähe seines Apparates platzten. Ätichts- destoweniger machte er in einem kurzen Bogen kehrt und steuerte wieder auf die Halle zu. Wiederum wurde er unter heftiges Reiter genommen und eine Schrapnell- kugel traf, wie wir sahen, die Karosserie in nächster Nähe des Fliegers. Der Engländer wollte mit aller Gewalt sein Werk vollenden, und ging trotz des auf ihn gerich­teten Schnellfeuers, um mindestens 3- bis 400 Meter tiefer. Offenbar hoffte er somit eine größere Treffsicher-. Heft erlangen zu können. Dieses Manöver wurde sein Verderben. Leutnant G., der sich jetzt mindestens 500 Meter höher befand, schoß nun, durch einen gefährlich steilen Gleitflug die geringere Geschwindigkeit ausglei­chend, auf den Feiild los. Etwa 50 Meter über dem Engländer begann der Beobachter, Vizefeldwebel S., zu feuern. Der Engländer bäumte sich vlötzlich und ging dann, wobei der Doppeldecker nach rechts überhing, in die Tiefe. Wie wir später hörten, war ihm der Propeller durch mehrere Kugeln weggerissen und das Seitensteuer beschädigt worden. Etwa 200 Meter über dem Boden drehte sich der feindliche Doppeldecker zweimal um sich selbst und stürzte zu Boden. Beim Ausschlagen auf die Erde explodierte der Benzinkasten, sodaß wir, als wir an die Landungsstelle eilten, nur noch einen Trümmer­haufen fanden. Die beiden Insassen waren schwer ver­brannt und haben offenbar gleich den Tod gefunden.

Weitere Drahtnachrichten.

Der russische Heeresbericht.

&-* Petersburg, 27. Juni. (WTB.) Bericht der obersten Heeresleitmlg: An der Warewfroiit wiesen wir zwei feindliche Angriffe zurlick und erbeuteten fünf Maschinengewehre. Bei Prasznisz entivickelte sich ein heftiger Kampf. Auf dem linken Wcichsclufer wurde ein feindliches Bataillon fast völlig durch Kreuzseuer vernichtet. Am 25. Juni versuchte der Feind eine Offen­sive bei Rawaruska. Am 24. Juni machten wir bei An­griffen in Richtung Lemberg etwa 2000 Gefangene, da­runter dreißig Offiziere, erbeuteten 13 Maschinen­gewehre. Am 24. Juni machten wir von neuem tausend Gefangene mit 17 Offizieren und nahmen mehrere deut­sche Maschinengewehre.

Ovationen fitr Die Königin von Schweden.

Oe* Berlin, 28. Juni. (WTB.) Als im Laufe des gestrigen Tages bekannt geworden war, daß die Königin von Sckuveden im Hotel fRoyal abgestiegen sei, bildete sich abends in der Nähe der Universität ein Fackelzug von Studierenden, der sich durch die Linden nach dem Hotel zu bewegte. Viele Hunderte von Bürgern inst ihren Frauen hatten sich dem Zuge angeMjWfien. Vor dem Hotel bleu der Vorsitzende des Auäichusie.s, wäh­rend die Königin auf dem Balkov erschien, eine An- spräche, in der er der schmerzlichen «rKgntsie in KarlS- gedachte. Er schloß mit einem dretjach-u Hurra aus die Königm, in das die BeriamMtite« Mails end eiw