Ein deutsch-sranzöflsches «riegerdenkmal-
Unweit von Sedan erhebt sich ein etwas überragender Hügel, von dessen nordlvestlichem Gipfelausläufer aru 1. September 1870 König Wilhelm von Preußen das Entscheidungsringen beobachtet hat. Hier haben am 27. Nguit 1914 wieder schwere Kämpfe um den von den «nsofen zäh und ausdauernd verteidigten Maasüber- i g statlgesniiden. Von der Heftigkeit des Ringens zeu- , die unzähligen, braunen, mit einem Bande in deutsche» oder französischen Farben bemalten Hvlzkrenze. Richt weniger als 1024 Deutsche und 1773 Franzosen sind hier beerdigt.
Auf der weithin sichtbaren Südwestfläche dieies Hügelrückens hat mau nur ein gemeinsames Denkmal für die deutschen und französischen Gefallenen des 27. August errichtet. Deutsche und französische Behörden haben am 12. Juni an der ernsten Feier teilgermmmen, deutsche Truppeuabvrduungeu und französische Behörden haben gmeinsam das Denkmal und die Gräber geschmückt, während ans weiter Ferne schwach hörbar das Kanonen- rollen des immer noch nicht abgeschlossenen Völkerrin- gens dnrw die dicke Luft des regnerischen Mittags ber- überscholl: aus der Gegend von Verdun, aus der Champagne, aus der Arrasfront.
Nachdem ein Soldateuchor das Lied: „Kein schönrer Tod ist in der Welt" gesungen hatte, hielt Militär- pfarrer Buchholz die Predigt. Heilig ist dieser Ort, so führte der Militärgeistliche u. a. ans, „ein Golgatha der Völker". Noch stehen wir im Stampfe mit diesem Volke aber mir ehren seine tapferen Gefallenen. Darum haben wir auf den Gedächtnisstein neben den Worten „Für uns" die Worte „Ponr la Patrie" einge- graben, zu Ehren der Feinde, die hier in nvch größeren Scharen sanken.
Hierauf übergab der Etappenkommandant das Denkmal der Obhut der französischen Kreis- und Gemeindebehörden mit einer französischen Ansprache, in der er u. a. sagte: Wir erwarten und erhoffe» von dem ritterlichen Empfinden der französischen Nation, daß sie diese Säule und die Grabhügel der Mitkämpfer, die ohne Unterschied der Nation ruhmreich gestorben sind, achten und behüten werden. Wir haben uns eine Pflicht daraus gemacht, hier die Soldaten des Feindes zu ehren, die ihre Pflicht getan haben, wie die Unseren die ihrige. Der Bürgermeister von Raucourt antwortete in französischer Sprache:
Im 9tamen der französischen Bevölkerung dieser Kreise danke ich den hohe» dentschen Behörden dafür, daß sie den hier gefallenen deutschen und französischen Soldaten eine Gemeinsame und fromme Huldigung bereitet haben. Die einen wie die anderen, sie haben in der Tat beide „ihre Erdemvallen beschlossen in der Pflicht und in der Erfüllung ihrer Eide": die einen wie die anderen haben „dieses herrliche Ende" gesunden. Sie haben auf diese Weise zürn Ausdruck Dringen wollen, meine Herren, daß die Tapferkeit nicht allein dem- seniaen Bataillon gehört, die siegreich Vordringen: daß die Ehre für alle gleich ist, selbst für die, die unterliegen. Obelisk von Stein, bestimmt dem Zahn den Zeit zu trotzen, schlichte Holzkreuze, die Ihr den Soldaten vergönnt, noch einmal unter den Farben zu schlummern, für die sie gefochten haben. Alles wird in Ehren gehalten werden! Indem ich den gesegneten Tag der baldigen Wiederversöhmmg der Nationen erwarte, grüße ich die Tapferen, die hier den Gehorsam gegen ihre Pflicht mit dem Leben bezahlt haben und die nun hinfort ihren letzten Schlaf schlafen werden, Seite an Seite, wie eingehüllt in das gleiche Bahrtuch von ewiger Hvsf- mmg auf Ruhm und Ehre!"
Hierauf wurden von den Abordnungen der verschiedenen am stampfe beteiligten Regimenter Kränze nte= dergelegt, ebenso an den beiden zur Rechten und Linken des Denkmals befindlichen Massengräbern. Ein Sol- datenchor: „Zum Herrn erhebt die Herzen, zum Herrn erhebt die Hand,", und ein Hoch auf unsern höchsten Kriegsherrn brakte die Feierlichkeit zum Abschluß.
Zlallcnische „HZISenlulel»" in Welschlirol.
Im „Eorriere della Sera" beginnt Arnaldo Frac- caron mit der Schilderung seiner Erlebnisse beim Einmarsch der Italiener in Weltschtirol. Wer zwischen den Zeilen zn lesen versteht, der merkt, daß sich unsere ehemaligen Bundesgenossen ihre jüngsten Lorbeeren nicht gerade hinter den Spiegel stecken können. Die von den Italienern Detenten Landesteile waren nämlich überhaupt nicht verteidigt und setzten dem Einmarsch ihrer „Befreier" keinerlei Widerstand entgegen. Der Vormarsch begann am Morgen des 27. Mai, nachdem am Abend vorher zwei einzelne Offiziere — der Kommandierende General und sein Generalstabschef! — persönlich festgestellt hatten, daß jenseits der schmarzgelben Grenzpfähle alles ruliig sei und die braven Truppen keinen ullmittelvaren Gefahren erltgegengingen. Der Morgen war wutiDerfdwn, ein wolkenloser Himmel wölbte sich über einer hinreißend schönen Landschaft: kein Tedesko ließ sich blicken: nichtsdestoweniger hielt der General eine nochmalige Erkundung für rötlich und fuhr im Kraftwagen in das midiste österreichische Dorf. Dort war alles totenstill: die Fenster waren geschlossen, die Straßen menschenleer. Weiterhin war eine Eisen- bahnbrücke gesprengt und eine große Mühle zerstört. Erst als sich der General von dieser Sachlage überzeugt hatte, gab er den Befehl zum Vormarsch. In bester Laune setzten sich nun die ersten Truppen in Bewegung, überschritten die Grenze, begannen sich schon als Helden zn fühlen, näherten sich dem Dorf, räumten ein paar niedergehauene Pappeln fort, welche die Hauptstraße versperrten und drangen dann unter lauten Hochrufen auf Italien in den Ort ein.
Die UnOeleDtljeit der Straßen war fatal; man schien sich vor den „Befreiern" zu fürchten: so erhob sich aus den Reihen der Italiener der gebieterische Ruf: „Die Fenster auf!", Dem verängstigt Folge geleistet wurde. Auf Dem Marktplatz machten Die Italiener Halt: nun öffneten sich ein paar Türen, eine Handvoll Neugieriger wagte sich heraus: ein paar Frauen brachten Wein und Wasser, um Die sieaestruukenen Eindringlinge zu beschwichtigen. Wie Der Berichterstatter des „Corriere" hinzufügt, malte sich in ihren Gesichtern eine gewisse Bestürzung: „und dabei war nicht ein einziger Mann zu sehen," fügt er etwas ärgerlich hinzu, „nur Frauen, einige Greise, einige Knaben, denn alle Männer von 17 bis 50 Jahren stehen im Felde." Nach dieser Heldentat wurde der glorreiche Vormarsch fortgesetzt. In den folgenden Dörfern war ebensowenig Widerstand zu finden. Am Nachmittag wird cnDlid) DaS geplante Ziel erreicht. Eine auch hier den Eingang versperrende, ver- laffene Barrikade wurde von Den Vortruppen wegge- räumt, Der Podesta aus Der Bürgermeisterei herausgeholt und zum Königlich italienischen Silidaco umgewän= delt, die menschenleeren Straßen mit lautem „Biva l'Jtalia!" durchzogen.
Aber da trat plötzlich eine unangenehme Ueber- raschnng in Die Erscheinung: eine Kugel durchschivirrte die Luft, andere folgten — irgendwo stand Der Feind und schickte den ersten Gruß herüber. Die tapferen Befreier gerieten in Verwirrung: ihr umsichtiger (General sprang mit Feldherrngeberde in sein 9(nto, fuhr auf die nächste Anhöhe und besichtigte das Gelände: hinter Dem Flusse zog sich ein österreichischer Schützengraben hin.
Der „Feldherr" fühlte sich plötzlich zu schwach und Bei schloß mit seinem Generalstabschef Artillerieverstärkung Herbeizuholerr. Er verschwand. Währenddessen eröffneten feine Truppen den Angriff auf Den Schützengraben. Stundenlang überschütteten sie ihn mit Geschossen, bis sie ein junges Mädchen in Die Flanke des Gegners führte. Und nun dröhnte vom Städtchen her Kanonendonner. Der General hatte mittlerweile eine Batterie aufftellen lassen und deckte den Schützengraben mit eisernem Hagel zu. Endlich schwieg das österreichische Feuer. Eine vorgeschickte Patrouille brächte sage und schreibe neun Gefangene ein. Sieg! Sieg! Auf dem Marktplatz wurde Die italienische Trikolore gehißt, der Draht meldete Der aufhorchenden Welt, daß das italienische Heer die ersten Erfolge errungen und X. dauernd besetzt habe. Und Herr Fraccaroli fühlte seine Brust vor Stolz geschwellt und schrieb einen drei Spalten langen Bericht nach Mailand ....
Die Bajonette und der heilige Krieg.
Der Kriegskorrespondent der „Berlingske Tidende" gibt in einem seiner Berichte von den Kämpfen bei den Dardanellen folgende interessante Beschreibung:
.......Nacht aüf Nacht stürmen die türkischen Soldaten die englischen Laufgräben bei Ari Burnu und Sedd-il-Bahr und es ist ein Kampf bis aufs Messer. Der türkische Soldat ist glänzend im Angriff. Das Geivehr scheint für ihn ein wenig kompliziert zu sein, aber die Bajonette...... die versteht er. Ich segelte mit einem Truppentransport hier hinaus und auf dem Verdeck stand ein Schleifstein. Hier sammelten sich die Soldaten und schliffen und schliffen mit eigentümlichem Lächeln und feierlichen Bewegungen; fast als ob es eine religiöse Zeremonie wäre. Ich erinnerte mich plötzlich, daß dies der heilige Krieg ist — daß die grüne Fahne des Propheten entrollt worden ist, und mir kam wieder die Erinnerung an das Gespräch mit Hadji Evlia Effendi, Scheid ul Islam ein kluger und sehr „wissender" Mensch, der meine Gedanken erriet und es mir ersparte, eine unangenehme Frage zu stellen.
Der heilige Krieg, sagte er, hat seine große moralische Bedeutung. Die allein hat das Volk dazu bewegen können, frohen Herzens in den Tod zu gehen. Denn es genügt nicht, zu Kämpfen, dazu kann uns auch das Zivilgesetz zwingen — es kommt darauf an, freiwillig zu geben. Und wenn wir jetzt so viele Verwundete zurückhalten können. Sie stürmen hervor, um das Beste, was sie haben: das Leben, zu geben. Und ringsum in den Lazaretten liegen die Verwundeten mit verklärten Augen und sehnen sich nur nach dem Tag, wo sie wieder in den Reihen einnehmen können, um Allah und seinem Schatten auf Erden (dem Sultan) die Köstlichste von allen Gaben zu geben.
Der heilige Krieg war notwendig. Wir haben drei Kriege in vier Jahren geführt. Wir waren arm. Dann entfalteten wir die grüne Fahne, und es war nicht vergebens. Die Stimmung, die jetzt im Heere herrscht, kannten wir nie zuvor. Hadji Evlia Effendi hat recht. Auch ich — der zwischen den türkischen Soldaten während der Belagerung Tschataldschas im Frühjahr 1913 lebte — kann eine merkliche Veränderung bei den türkischen Truppen spüren.
Liman von Sanders Pascha hat mit seiner Sorgfalt für das körperliche Wohl der Truppen am tiefsten aller menschlichen Instinkte gerührt. Das alte Sprichwort vom Helden, der ohne Essen und Trinken nicht kämpsen kann, ist auch im modernen Krieg eine Weisheit. Hub jetzt haben die Deutschen zusammen mit so vielen uuderen Dingen auch ein Verpflegungswesen in der Türkei organisiert. Der türkische Soldat bei den Dardanellen erhält alles, was er zu essen vermag, sogar den äußersten Schützenlinien wird reichliche Nahrung angeführt. Es ist eine etwas andere Kost, als die, die ich in den Schützengräben Galiziens mit den Soldaten zu teilen gewohnt war. Kein Goulasch, aber viel Gemüse. Weiße Bohnen und Erbsen und eine Art dicke Suppe aus zer- mahlenen Weizenkörnern; dazu Brot und bulgarische Dickmilch, häufln gibt es auch Schal- oder Lammfleisch.
In der Konkurssache über das Vermögen des Kaufmanns Philipp Mantz von Hersfeld wird Termin zur Ergänzung des Gläu- bigerausschusses auf den
7. 3ttli 1915
Bormittags 9 Uhr bestimmt.
Hersfeld,
den 23. Juni 1915.
9Bnial. Amtsiericht
Abteil. II.
Gesucht für sofort ein ordentl. Junge zum Austragen und Abholen der Wäsche.
Kost und Wohnung im Haus.
Heinrich Bätz
Waschanstalt.
Wiotr Pscr-tliitcht für Landwirtschaft und Holzfuhrwerk gesucht.
20—24 Mark Wochenlohn.
Nikolaus Heyer Kalkobes.
Schmieröl
für landw Maschinen und Zentrifugen
offeriert
Serm. Altenburg.
Pyramiden-
HiegeiHger
ä Karton 100 Stck. 5 Mk
10 „ 60 Pf.
3 „ 20 „ empfiehlt
Sophie Reim.
ZiDongsDersfeigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung HedderSdors belegene, im Grundbuche von Heddersdorf Band V Blatt 144 im Verzeichnis der Grundstücke unter laufender Nr. 1, 8, 9, 13, 15, 16, 17, 18, 27, 28, 29 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen der Heddersdorfer Dampfziegelei, Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu Heddersdorf eingetragenen Grundstücke:
1, Ktbl. 2 Nr. 103/43 Wiese im Ried
1 ar 86 qm mit 09/100 R.-E.
8, „ 1 „ 1 Acker die Hirschbach
4 ha 40 ar 15 qm mit 18,32 „
9, „ 1 „ 2 Wiese daselbst
56 ar 80 qm mit 1,98 „ 13, „ 2 ,, 45 Acker im Ried
84 ar 72 qm mit 4,88 „
15, „ 2 „ 44 Gebäudefläche daselbst
1 ar 11 qm mit — „
16, „ 3 „ 10 Acker die Wiesäcker
2 ha 99 ar 66 qm mit 11,90 „
17, „ 3 „ 31 Acker am Berg
1 ha 53 ar 55* qm mit 3,51 „ 18, „ 2 „ 17 Acker in der Kaute
8 ar 32 qm mit 0,37 „
27, „ 2 „ 105/20 Wiese an der Kittelbach
72 ar 48 qm mit 2,47 „
28, „ 2 „ 106/20 Wiese daselbst
10 ar 76 qm mit 0.24 „
29, „ 2 „ 18 Acker in der Kaute
8 ha 21 ar 25 qm 42,75 „ am 4. Oktober 1915, nachmittags 3 - Uhr durch das unterzeichnete Gericht in der Gastwirtschaft von Leimbach iu Heddersdorf versteigert werden.
Der Versteigerungsvermerk ist am* 18. Januar 1915 in das Grundbuch eingetragen.
Hersfeld, den 28. Mai 1915.
Königliches Amtsgericht Niederaula.
Rabatt - Sparverein hevsfeld.
Unserer werten Kundschaft teilen wir hierdurch mit, daß wir beabsichtigen, einen größeren Posten
Petroleum
kommen zu lassen, welches sich voraussichtlich billiger stellt, als solches heute angeboten wird.
Damit nicht wieder die Petroleum-Not wie voriges Jahr eintritt, wollen wir solches jetzt kommen lassen, sodaß sich Jedermann seinen Herbst- und Winterbedarf kaufen kann. Wir haben uns verpflichtet, über den Verkaufspreis mit dem Königlichen Landratsamt uns zu verständigen.
Das Eintreffen des Petroleums werden wir durch die Zeitungen bekannt geben.
Die Petroleumhiindler des Rabatt-Sparvereins Hersseld.
3*tilW? it. LejmWt
Mehrere
Ackiltr
im Alter von 15—17 Jahren
können sofort eintreten.
Benno Schilde
Maschinenfabrik und Apparatebau
G. m. b. H.
für Damenschneiderei und Wäsche «wöchentlicher Kursus Mk. 15 — Nach der Methode Weltschnitt-Rapid.
Erfolg garantiert. Prospekte kostenlos.
Fra»Wilhelmi«eSchott-Moh
geprüfte Lehrerin
der theoretischen und praktischen Zuschneidekunst.
Milieu
in allen Größen u. Farben liefert
Ludwig Funks Buchdruckerei.
Ia. Holl.
Uollheringe
wieder eingetroffen.
Sophie Kelin.
Zu Bowlen empfehle feinsten Frankfurter A-Wck sowie äußerst preiswerte BOlkWcke.
Herrn. Altenburg.
Jsraelit. Gottesdienst.
Freitag 25. abends 7.30
Samstag 26. morgens 7.3®
„ nachmitt. 4.—
„ abends 9.3»