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Der Wall der amerikanischen Sole.

Die neue amerikanische Note in derLusitania-An- aeleaenüeit ist Freitag gegen mittag in Berlin im Aus- märtiaen Amte von: amerikanischen Botschafter über­leben worden. Die Note ist ein ungemein umfangreiches Sckriftstück, das dem Botschafter telegraphisch in 12 Tei­len nacheinander zugesandt wvroen war. An der Ent- Merung der Depesche wurde in der Botschaft bis spät

Juni. (WTB.) Die gestern bei dem

Kiettaen Botschafter der Vereinigten Staaten von Ame­rika im Auswärtigen Amt überreichte Mitteilung vom Juni besagt n. a.: Die Regierung der Vereinigten Ztaaten vermerkt mit Befriedigung, Satz die Kaiserlich dentsche Regierung bei der Erörterung der FälleGul- fliqbt" undCushing" den Grundsatz ««erkennt, wonach rille Teile der offenen See für nentrale Schiffe frei sind. Die Regierung der Vereinigten Staaten wird der Kai­serlich deutschen Regierung ihrem Ersuchen entsprechend das vollständige Material über den Angriff auf den DampferCnshing" unterbreiten. Was die Versenkung des DampfersFalaba" betrifft, wobei ein amerikani­scher Bürger sein Leben verloren hat, so ist die Regie­rung der Vereinigten Staaten erstaunt, von der Kaiser­lich deutschen Regierung die Ansfassung vertreten zu se­hen, datz das Bestreben eines Handelsschiffes sich der Kaperung zu entziehen nnd Hilfe herbeiznrnfen, etwas an der Verpflichtung des die Kaperung anstrebenden Of­fiziers in Bezug auf die Sicherheit des Lebens der an Bord befindlichen Passagiere ändern soll, auch wenn das Schiff im Augenblick der Torpedierung seinen Flucht­versuch bereits aufgegeben hat. Lediglich tatsächlicher ge­waltsamer Widerstand oder fortgesetztes Bestreben eines Handelsschiffes, zu entfliehen, nachdem der Befehl zum Anhalte« ergangen ist, hatte nach der bisherigen An­schauung das Leben der Passagiere verwirkt. Die Re­gierung der Vereinigten Staaten nimmt jedoch nicht an, daß die Kaiserlich deutsche Regierung sich in diesem Falle ihrer Verpflichtung entziehen will, sondern nnr die Um- stände -arzulegen wünscht, die den Kommandanten des Unterseebootes veranlaßten, sich bei seinem Vorgehen ein so eiliges Verfahren zn erlauben.

Ew. Exzellenz Note weist bei -er Erörternug der Verluste von amerikanischen Menschenleben anläßlich der Versenkung des DampfersLnsitauia" mit ziem­licher Ansführlichkeit auf gewisse Nachrichten hin, die der Kaiserlich deutschen Regierung hinsichtlich des Cha­rakters und -er Ansrüstnng -es Schiffes zugegangen sind. Es wir- behauptet, -atz -ieLnsitania" zweifellos bewaffnet gewesen sei, im besonderen versteckte Geschütze geführt habe, daß sie mit ausgebildeter Bediennngs- manuschaft für die Geschütze versehen gewesen sei, Trup- pen von Kanada befördert, eine Ladung an Bord gehabt habe, die nach den Gesetzen der Vereinigten Staa­ten für ein Schiff, das auch Passagiere befördert, nicht znzulassen gewesen sei, und datz sie ihrem Wesen nach als Hilfsschiff der englischen Seestreitkräfte gedient habe. Glücklicherweise sind diese Nachrichten, bezüglich der die Regierung der Vereinigten Staaten in der Lage ist, der Kaiserlich deutschen Regierung amtliche Aufklärung zu geben, falsch. Falls die angeführten Tatsachen zuträfen, wäre die Regierung der Bereinigten Staaten verpflichtet gewesen, davon amtlich Kenntnis zu nehmen als neu­trale Macht unter Anwendung ihrer nationalen Gesetze. Es wäre ihre Pflicht gewesen, darauf zu achten, datz die Lnsitania" nicht bewaffnet war, datz sie keine Ladung führte, die durch die Gesetze der Vereiuigten Staaten ver­boten war und datz sie, wenn sie tatsächlich ein englisches Flottenschiff war, keine Papiere als Handelsschiff erhal­ten durfte.

Die Regierung der Vereinigten Staaten hat ihre Gesetze in gewissenhafter Wachsamkeit durch ihre ord- »ungsmäßig bestellten Beamten zur Anwendung ge­bracht. Sie ist zurzeit in der Lage, der Kaiserlich deut­schen Regierung zu versichern, datz diese falsch informiert war. Sollte die deutsche Regiernng überzeugende Be­weise zn besitzen glauben, wonach die Beamten der Re­gierung der Vereinigten Staaten ihre Pflicht nicht gründlich erfüllt haben, so gibt sich die Regierung der Vereinigten Staaten der aufrichtigen Hoffnung hin, datz ihr die deutsche Regierung dieses Beweisumterial zur Prüfung unterbreiten wird. Die Behauptung von der Beförderung von Kriegskonterbande an Bord derLn- fitania" oder hinsichtlich der Explosion des Materials durch den Torpedoschutz sind nach Ansicht der amerikani­schen Regierung für die Frage der Gesetzmäßigkeit der Versenkung des Schiffes unerheblich.

^n^v Note heitzt es dann weiter: Die Hauptsache bleibt, datz ein grotzer Dampfer, der in erster Linie vor­zugsweise als Beförderungsmittel für Passagiere dient und über tausend Menschen beförderte, die keinerlei An- terl an der Kriegführung hatten, torpediert und versenkt wurde ohne geringsten Anruf oder Warnung nnd Satz Männer, Frauen und Kinder unter Umständen, für die es in der modernen Kriegführung kein Beispiel gibt, in den Tod gesandt wurden. Die Tatsache, datz mehr als hundert amerikanische Bürger unter denen waren, die zugrunde gingen, macht es der Regierung der Vereinig­ten Staaten zur Pflicht, von diesen Dingen zu sprechen und erneut mit feierlichem Nachdruck die Aufmerksam­keit der Kaiserlich deutschen Regierung auf die schwere Verantwortung zn lenken, die sie nach Ansicht der Ber- emigten Staaten bei dieser tragischen Begebenheit auf sich geladen hat und auf -en unanfechtbaren Grunösatz, worauf -ie Verantwortung beruht.

Die Regierung -er Vereinigten Staaten bemüht sich um etwas Größeres als bloße Eigentumsrechte oder Handelsprivilegieu. Sie bemüht sich um die Rechte der Menschlichkeit. Nnr tatsächlichen Widerstand gegen die Kaperung oder die Weigernng anznhalten, wenn dies zu Durchsuchnngszwecke» befohlen war, hätte dem Führer des Unterseebootes die Berechtignng geben könne«, das Leben -er an Bord befindlichen Personen in Gefahr zu gingen. Die Regierung -er Vereinigten Staaten ist "er Ansicht, -atz die am 3. August 1914 durch die deutsche ^miralitat an ihre Seeoffiziere erlassene Instruktion diesen Grundsatz anerkennt nnd zur Geltnng gebracht

Pes auch die Regierungen aller andern Staaten Am Jeder Reisende nnd Seemann hat das Recht, sich dara«f zn verlassen. Auf diesem Grundsatz der Mensch- hTc«J^ auch auf Gesetze, die sich darauf grün­den, müssen die Vereinigten Staaten bestehen, m-v^k^^^^^ung -er Vereinigten Staaten nimmt mit daß Ew. Exzellenz Note mit -er An- finr<JH?öJ$lJ^' daß die deutsche Regierung von vorn- gewillt ist, die guten Dienste -er Bereinigte« M aaten anzunehmen bei dem Versuche mit -er Regie- W^^an Großbritannien zu einer Verständigung über eine Aenderung -es Charakters -er Bebingnngen -es Seekrieges zn gelangen. Sie würde es für einen Vor- W bedachten, auf diese Weise ihren Freunden nnd der einen Dienst leisten zu können. Sie ist jederzeit vereit, jeder -er beiden Regierungen Andeutungen oder Anregungen zu übermitteln, und ladet -ie -entsche Re- gterung herzlichst ein, von ihren Diensten in dieser Rich- tung nach Belieben Gebrauch zu machen.

Der Schluß der Note lautet: Die Regierung der Vereinigten Staaten erwartet zuversichtlich, datz die Ge­rechtigkeit und Menschlichkeit -er -entsche» Regierung in

allen Fällen, wo Amerikaner geschädigt oder ihre Rechte als Neutrale verletzt worden sind, zur Geltung gebracht werden wird. Sie erneuert deshalb ernsthaft nnd feier­lichst die Vorstellungen, die sie in ihrer Note an die Kaiserlich deutsche Regierung vom 15. Mai erhoben hat und stützt sich bei -en Vorstellungen anf -en Grundsatz der Menschlichkeit, die allgemein anerkannten Anschau­ungen -er internationalen Rechte und die alte Frennd- schaft mit dem deutschen Volke.

Die Regierung -er Vereinigten Staaten glaubt, datz die Kaiserlich deutsche Regierung als außer Zweifel ste­hend die Grundsätze annimmt, daß Leben von Nicht- kämpfern gesetz- und rechtmäßig nicht in Gefahr gebracht werden dürfen bei Kapernng oder Zerstörnng eines Handelsschiffes, das keinen Widerstand leistet, und daß die Kaiserlich deutsche Regierung die Verpflichtung an- erkennt, die notwendige Vorsicht anzuwenden bei der Feststellung, ob ein verdächtiges Handelsschiff tatsächlich einer kriegführenden Nation angehört oder tatsächlich Kriegskonterbande unter neutraler Flagge führt. Die Regierung der Vereinigten Staaten darf daher erwarten, datz die Kaiserlich deutsche Regierung die notwendigen Maßnahmen treffen wird, um die Grundsätze hinsichtlich der Sicherung amerikanischen Lebens und amerikanischer Schiffe zu verwirklichen und bittet um die Zusichernng, daß dies geschehen wird.

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DerBerl. Lok.-Auz." schreibt: Die Ausarbeitung der deutschen Antwort auf die Amerikanote dürfte mit Rücksicht auf den bedeutenden Umfang der in dieser zu erledigeuden Fragen geraume Zeit beanspruchen, zumal die Prüfung der gesamten Materie zuvor von mehreren Ressorts unserer Regierung vorgenommen werden muß, um sodann erst in ein einheitliches Ganzes zusammen- gefaßt zu werden. Hierzu kommt aber noch, . die be­teiligten Aemter noch das Eintreffen wichtiger Jnfor- mationen abwarten müssen, die für die deutsche Antwort­note ganz unentbehrlich sind. Diese werden aber vor­aussichtlich erst uach einer längeren Reihe von Tagen in den Besitz unserer Regierung gelangen. Ein Termin für die Absendung der deutschen Antwortnote läßt sich somit heute noch nicht annähernd feststelleu, wenn es auch keinem Zweifel unterliegt, daß unsere maßgeben­den Stellen alles tun werden, um die Antwort um keinen Tag länger zu verzögern, als unbedingt nötig ist.

Zum Rücktritt Bryans.

Bryan hatte nach einem Neuyorker Telegramm der Frkf. Ztg." bei seinem Rücktritt möglicherweise gute Motive, da er befürchten mußte, daß seine Tage gezählt seien und er sich einen artigen Abgang sichern wollte. Sein Rücktritt kann ihm die Sympathien eines Teils des amerikanischen Publikums gewinnen, welches gegen die Zuspitzung der Lusitania-Frage ist. Es wäre aber vielleicht verkehrt, wenn Deutschland daran zu wett- gehende Erwartungen knüpfte.

Sie Sample einer deutschen Division im kadorcratsle.

(Fortsetzung.)

Der Angriffsabschuitt der Division auf dem west­lichen Laborezanfer war äußerst unübersichtlich und schwer gangbar. Auf dem östlichen Ufer, vor allem im Gefechtsbereich der Nachbardivision, war der einheitliche Einsatz größerer Kräfte von Infanterie nnd Artillerie sowie eine einheitliche Durchführung des Angriffs mög­lich, während in dem dicht bewaldeten Berggelände des westlichen Ufers der Angriff unserer Division in Kämpfe einzelner Gruppen (Komp. und Batlne.) um Höhen und Waldstücke zerfiel. Langsam, aber in nnaufhaltsamem Borwärtsörängen nahm die Infanterie dem Gegner eine (Stellung nach der andern ab. Zwei Bataillone eines Infanterie-Regimentes setzten sich in den Besitz der Höhe 462 nördlich Homonnaelyka. Einem anderen Infanterie- Regiment war die Aufgabe zugefalleu, die Höhe 468 westlich Hegyescsaba zu nehmen. Gedeckt durch den lang- gedehuten Sverzovarrttcken stellte sich dies Regiment zum Angriff bereit. Trotz Flanken- und Frontalma- fchinengewehr«- und Jnfanteriefeuers erreichten die ersten beiden Bataillone in kurzer Zeit die österreichischen Schützenlinien, die am Südhang nur 3050 m, auf dem Westhang etwas weiter von: Gegner entfernt lagen. Die weitere Durchführung des Ilngriffs an diesem Tage mußte aber wegen der Ermüdung der Truppen, sowie deshalb unterbleiben, weil die mit starken Drahthinder­nissen versehene feindliche Stellung wegen der geringen Entfernung zwischen den Schützengräben durch Artillerie nicht erschüttert werden konnte. Zusammen mit einem österreichischen Landwehr-Jnfanterie-Regiment hielten die Bataillone die erreichte Stellung und gruben sich nachts en:.

Am Morgen des Osterdienstags (6. April) nahmen diese beiden Regimenter die Höhe 468 und gingen sodann zum Angriff gegen die russische Stellung zwischen 468 und 480 vor. Auch hier konnte der Gegner dem unge­stümen Anprall der bundesbrüderlich vereinten Truppen nicht stand halten. Die Stellung wurde im Augenblick überrannt und sämtliche in ihr befindlichen Russen zu Gefangenen gemacht. Am folgenden Morgen wurde trotz gegnerischen Flankenseuers die Vorhöhe von 480 genommen, die durch eine schroffe Schlucht von dem höchsten Punkte getrennt ist. Ein Sturm über das völlig abgeholzte Gelände auf die höchste Kuppe wurde nicht nur mit Rücksicht auf die schwerer: Opfer unterlassen, sondern weil die gewonnene Stellung sich sehr gut zur Verteidigung eignete. Die Division befahl daher, vor: einem weiteren Sturm abzusehen und die erreichte Stellurrg zu verstärken. .

Besonders hartnäckig gestaltete sich das Ringen aus dem Höhenrücken, der sich zwischen .Felsöcsebeny und Begyescab westlich der Laborcza hrnzreht. Durch starkes Artilleriefeuer gezwuugen, hatten die Russen am 6. April ihre Stellungen am Südabhange dieses Hügels geräumt. Ein österreichisches Landwehr-Regiment hatte sich dort festgesetzt. Aber mit zäher Energie, die auch der Gegner bewundern muß, hielt sich der Feind auf der Nordkuppe dieses wichtigen Stützpunktes. Alle öster­reichischen Angriffe auf die stark befestigte Stellung brachen zusammen. Das dichte Unterholz erschwerte das Vordringen ganz besonders. Am Nachmittage, als die Reihen der Oesterreicher bereits etrvas gelichtet waren, wurde ein Bataillon unserer Division zur Verstärkung Heraugezogen und der Angriff durchgeführt. Doch gelang es erst bei Morgengrauen des 7. April, den Feind zu werfe,: und die ganze Höhe in unseren Besitz zu bringen.

Damit war auf der ganzen Lutte der beabsichtigte Angriff durchgeführt. Nunmehr wurde das Herausziehen der österreichisch-uttgartscheu Truppen angeordnet und einer deutschen Infanterie-Brigade der Abschnitt von Felsöcsebeny bis Höhe 468, einer anderen deutschen Infanterie-Brigade der Abschnitt links anschließend über Tiefenpunkt 253 im Olykatal bis 600 Meter süd­lich Höhe 485 zur Verteidigung zugewiesen.

Nun begann für unsere braven Truppen eine Zeit rastlosester Arbeit. Von einer zusammenhängenden Stellung konnte noch nicht gesprochen werden. Einzelne Erdlöcher ohne Unterstände und ohne Verbindungsgrä- hotv das war das einziae, was die Infanterie vorfand.

Jetzt hieß es, eine einwandfreie Verteidigungsstellung herstellen. In erster Linie mußten durchgehende Schützengräben angelegt werden: dann wurden Unter­stände eingebaut und das Vorgelände gesäubert, um freies Schußfeld zu erhalten.

Sehr erschwert wurde die Arbeit durch den bestän­digen Landregen, der jetzt das gute Wetter abgelöst hatte. Außerdem konnte an manchen, dem Einblick des Feindes geöffneten Punkten (so im Laborczatal selbst) nur nachts gearbeitet werden.

Zur wirkungsvollen Abwehr feindlicher Angriffe wurden Geschütze und Geschützzüge in der vordersten Linie in Stellung gebracht. Von unserer Artillerie wur­den in diesen Tagen Leistungen verlangt, die ebenso neuartig waren, wie sie an Leistungsfähigkeit von Mensch, Tier und Material die höchsten Ansprüche stell­ten. Gegenüber einem Feinde, der während langer Mo­nate die Eigentümlichkeiten des Gebirgskrieges durch allmähliche Erfahrungen überwinden konnte, galt es für unsere, zum Teil erst jetzt in diesen Gebirgskrieg hinein­gestellte Artillerie, dieser Schwrerigkeiteu ohne Vorbe­reitung und ohne besondere -Hilfsmittel Herr zu werde::. Das unübersichtliche, keine beherrschende Höhe aufmei- sende, schluchtenreiche Höhengelände westlich des La- borczatales erscheint für artilleristische Ausnutzung be­sonders ungünstig. Die wenigen schmalen Sättel, die für Stellungen der Flachbahngeschütze allein in Betracht kommen, boten nur geringen Raum. Zu dieser: Stellun­gen mußten Anmarschwege gefunden werden, die Deckung gegen Sicht von: Feinde her boten und andererseits den: Walde auswichen, durch dessen z. T. urwaldähnliches Unterholzdickicht in der kurzen Zeit auch die technische Truppe die erforderliche Bahn nicht hätte schlagen kön­nen. Die Saumpfade waren wohl für einzelne Trag­tiere, nicht aber für die stark bespannten großen Fahr­zeuge der Artillerie verwendbar. Trotzdem erfolgte das Instellunggehen der Batterien auf den sorgfältig erkun­deten und mit allen Mitteln in kurzer Zeit hergestellten Wegen nachher schnell und glatt, wobei allerdings mei­stens das Sechsgespann auf 10, ja auch 12 Pferde verstärkt werden mußte.

Dabei wäre:: längere Steigungen bis über 30 Grad zu überwinden. Wo Pferde nicht mehr vorwärts konn­ten, übernahmen die Mannschaften, bisweilen von der Infanterie unterstützt, das Vorbringen der Fahrzeuge. Dank der Anspannung aller Kräfte von Mensch und Tier hatte schon am Ostermontag eine Abteilung Feld- artillerie wenige Stunden nach Alarmierung das Feuer eröffnen können.

Nach unseren siegreichen Stürmen vom 5. zum 7. April hatte der Gegner nicht gefeiert. Auch er hatte starke Feldbefestigungen angelegt, der Russe ist darin Meister. Aber er gedachte auch rttcht, die ihm von uns entrissenen Stellungen leichten Kaufes preiszugebeu und sich auf die Defensive zu beschränken, sondern bereitete einen umfassenden (Segenangriff vor.

Zunächst belegte er die deutschen Stellungen und auch die rückwärtigen Berbindunger: mit reichlichem Ar­tilleriefeuer aus leichten und schweren Geschützen. Am frühen Morgen des 10. 4. meldeten dann vorgeschobene Posten, daß der Feind seine Höhenstellung verlasse und einzeln und in Gruppen ins Tal Hinabsteige, anscheinend mit der Absicht, anzugreifen. Der Hauptangriff des Geg­ners in diesem Abschnitt richtete sich gegen Teile zweier Kompagnien, die auf Höbe 462 mit der Front nach Höhe 480 aufgestellt waren. Auch hier wurde er mit Infan­terie- und Maschinengewehrfeuer empfangen. Er ließ etwa 50 Tote vor den Drahthindernissen und zog sich auf etwa 100 Meter von der deutschen Stellung zurück, mit. der Absicht, sich dort eiuzugraben. Um dies zu verbinden:, wurde eine Patrouille von 17 Mann vvr- geschickt, die 59 Gefangene machte und den Gegner ver­sagte. Im ganzen wurden an diesem Tage 181 Gefan­gene gemacht und 227 Gewehre erbeutet, während die eigenen Verluste nur 2 Tote und 2 Verwundete be­trugen.

Vermischtes,

Hundertjahrfeier der Deutschen Burschenschaft. Der Kaiser hat auf das Huldigungstelegramm, welches von der Berliner Festversammlung zur Hundertjahrfeier des Bestehelw der Deutschen Burschenschaft an ihn abgesandt worden war, folgendes Antworttelegramm gesandt: Den zur -re:er des hundertjährigen Bestehens der Deutschen Burschenschaften vereinten alten und jungen Burschen­schaften meinen herzlichen Dank für das erneute Gelübde unverbrüchlicher Treue zu Kaiser und Reich. Mit be­sonderer ^Befriedigung gedenke ich der zahlreichen Mäu- ner, die aus der Deutschen Burschenschaft dem deutschen Volke als Führer und Mitkämpfer für seine idealen und realen (Wer in Kriegs- und Friedenszeiten envachsen sind. Meme dankbare Anerkennung gilt auch allen den Kaufenden von Burschenschaftern, die gegenwärtig im Verein mit den übrigen Heldensöhnen der deutschen Stamme an den Grenzen des Reiches fürFreiheil, Ehre und Vaterland" gegen eine Welt von Feinden sieg­reich kampfen.

Mehr als 2080 Kricgsschreibstuhe« und Feldpost- oerpackungostellen sind in den letzten zwei Monaten im Re:chspo,tgeb:et weiter neu eingerichtet worden. Ihre Gesamtzahl beträgt jetzt über 7200. Davon sind 57 Pro- »ent in Schulen untergebracht. Außerdem werden in zahli-eichen oberen Volksschulklassen sowie in den meisten P^rtbttdungsschulen die Schüler an der Hand des Akerl- blattes für Feldpostscndungen über die bei der Adres- sterung und Verpackung der Feldpostbriefe zu beachleu- Seu Borfchnsteu und andere für das Publikum wichtige Feldpo,tbestttumungeu unterrichtet. Durch diese Matz- nalunen ist erfreulicherweise eine Abminderung der un­richtig adressierten und mangelhaft verpackten Feldpost- feudüngen erreicht worden.

Weitere Drahtnachrichten.

Meldung des russischen Generalstabes.

a-£ Petersburg, 14. Juni. (WTB.) Der General- stab des Generalissimns teilte gestern u. a. mit: Nörd­lich von Szawli warfen wir am 11. Juni eine feindliche Umgehungskolonne zurück. Unsere Offensive auf der Front Szawliany-Bctygola eritivickelt sich weiter mit Erfolg. Wir besetzten mehrere Dörfer. Auf dem west­lichen Weichselufer eröffnete der Feind am 11. Juni ein gewaltiges Artilleriefeuer. Seine Angriffe wurden un­ter tätigem Anteil unserer Flugzeuggeschwader abge- wiesen. In Galizien wurde eine feindliche Automobil- batterie durch unsere Artillerie zum sofortigen Rückzüge gezwungen. In der dreitägigen Schlacht am Dnjestr nahmen wir 348 Offiziere, 15 431 Mann gefangen und erbeuteten 78 Maschinengewehre und siebzehn Geschütze, wie schon gemeldet. Eine große Menge Kriegsmaterial fiel in, unsere Hand. Auf beide» Seiten des Flusies Tysmaiza unternahm der Feind eine Offensive. Am 10. Juni eroberte er Gruszow, wurde aber später zurück- geworfen. 33 Offiziere und 490 Mann nahmen wir ge» fangen. Im Laufe des nächsten Tages begann der Feind den Dniestr an mehreren Stellen zu überschretteu.