Bon -er Westfront.
Sorgen der französischen Industrie.
te* Zürich, 12. Juni. (T.-U.) Die französische in- dustrielle Fachzeitschrift „L'Usine" schreibt: Die sranzö- sische Industrie werde in eine schwere Krisis geraten, wenn nicht schleunigst durchgreifende Maßnahmen gegen die Kohlennot getroffen würden. Die Tonne Kohlen kostet bereits 64 Francs, etwa dreimal so viel als vor Krieasausbruch. Viele Fabrikanten seien froh, wenn sie Judustriekohlen zum Preise von 70, 74, ja bis 78 Francs erhalten. Die Folge sei Teuerung aller indnstriellen Erzeugnisse. Die Industrie könne bei dem Kohlenmangel auf die Dauer nicht weiter arbeiten.
Mangel an Artillerie und Geschossen in Rußland und Frankreich.
Laut einer Petersburger Meldung an französische Blätter haben in Rußland die Ereignisse gezeigt, daß die bisherige Geschoßherstellung ungenügend war, obwohl sie seit Kriegsausbruch versechsfacht worden ist. Deshalb soll eine besondere Kraftanstrengung gemacht werden, um Wandel zu schaffen. Die Moskauer Fabrikanten stellten der nationalen Verteidigung ihre Werke zur Ver- fügnng, in denen dreischichtig Tag und Nacht an der Herstellung von Geschossen und anderem Kriegsgerät gearbeitet werden soll.
Frankreichs Herrschaft in Marokko gebrochen.
Der Madrider „Jmparcial" meldet, laut „N.-Z.", aus Melilla: Hier eingegangene zuverlässige Nachrich- ten besagen, daß Casablanca immer noch in den Händen der Aufständischen ist. Anch in Fes sind die Mauren seit Januar wieder unbeschränkte Herren. Starke franzö- sische Streitkräfte, die im Norden der Kolonie standem sind nach dem Festlands unterwegs und sollen erst nach dem Durchbrechen der deutschen Front im Westen wieder nach Marokko zurückgebracht werden. Bis dahin ruht auch jede Offensive der Franzosen in Marokko. Rabat ist noch im Besitz der Franzosen.
Der Türkenkrieg.
Zusammengeschmolzene feindliche Bataillone Auf Gallipolt.
Die „Kriegsztg." des „B. L.-A." meldet aus Genf: Athener Privatberichte sprechen von der ungeschwüchten Siegeszuversicht des Oberkommandierenden vor den Dardanellen, des Generals Hamilton, gestehen aber die erheblich verminderten Aussichten für Erfolge zu, weil seit Junibeginn die besten französischen und englischen Bataillone zusammengeschmolzen sind.
Ein russischer Torpedobootszerstörer versenkt.
Konstantinopel, 11. Juni. (WTB.) Bei einem Gefecht in der letzten Nacht im Schwarzen Meere versenkte der türkische Kreuzer „Midilli" einen großen russischen Torpedobootszerstörer und kehrte unbeschädigt hierher zurück.
Die in ihrer
Die Neutralen.
Hat sich Rumänien entschieden?
Petersburger „Nowoje Wremja" veröffentlicht letzten in Kopenhagen eingegangenen Nummer vorn vorigen Sonnabend eine zensierte Bukarester Nachricht. die der „Nationalztg." zufolge bestätigt, daß die Entscheidung Rumäniens bereits gefallen ist, und zwar im Sinne einer Fortsetzung der Neutralität. Die „Wremja" schreibt, man habe mit dieser Stellungnahme Rumäniens nicht genügend gerechnet, aber die Haltung Rumäniens sei unter dem starken Druck der feindlichen Offensive in Galizien begreiflich. Von einem neuen Schritt der Westmächte, der aus Paris gemeldet werde, verspreche sich Rußland keinen Erfolg mehr; Rumäniens
Entschluß gelte in unterrichteten Kreisen als endgültig.
Der Artikel der „Wremja" schließt mit den resignierten Worten: Es ist leider so vieles anders gekommen, als es kommen sollte.
Englands Mißbrauch amtlicher schwedischer Postsendungen.
Stockholm, 11. Juni. (WTB.) „Swenska Dagbla- det erfährt von unterrichteter Seite, daß die englischen Postbehörden die an Postsendungen angebrachten Bleiplomben erbrochen haben. Die englische Zensur hat nicht nur gewöhnliche, sondern auch eingeschriebene Sendungen geöffnet. Die schwedische Generalpostlettung hat einen näheren Bericht eingefordert, der sofort dem König eurgereicht werden soll.
Bryan agitiert für friedliche Mittel.
Aus Washington wird dem „Berl. Lokalanz." über Rotterdam gemeldet: Gerade in dem Augenblick, als der Anfang damit gemacht wurde, die Note der amerikanischen Regierung an Deutschland telegraphisch zu übermitteln, erschien die Aeußerung Bryans, worin er be- kauutgibt, er betrachte sich jetzt als Privatperson und gänzlich frei, und er werde die öffentliche Meinung über lerne Erwartungen und Ansichten aufkläreu. Er hoffe, einen öffentlichen Meinungsaustausch anzuregen, der zu gleicher Zeit den Präsidenten unterstützen und den von ihm, Bryan, vorgeschlagenen friedlichen Mitteln zum Siege verhelfen würde, wenn Präsident Wilson es mit seinem Pflichtgefühl in Einklang bringen könne, diese Mittel anzuwenden. Präsident Wilson lehnte eine Aeußerung über diese Erklärung Bryans ab. — Der Berichterstatter der „Morning Post" lenkt die Aufmerksamkeit auf die uneingeschränkte Popularität rgryans. Sie sei noch unvermindert, besonders bei der großen Masse in Westamerika. Falls Bryan die Absicht hätte, eine Friedenspartei gegen Wilson zu bilden, würde er RMidenten starken Abbruch tun können. Wenn er Wilson dadurch auch noch nicht zur Ohnmacht zwingen könnte, so werde er dem Präsidenten dennoch bei jeder Gelegenheit entgegenarbeiten. Ferner dürfte Bryans Auftreten die Deutsch-Amerikaner, die ein Ausfuhrverbot für Kriegsmaterial fordern, ermutigen.
Kongreß-Berufung im „Lusitania"-Fall.
_ Die „Nationalztg." berichtet aus Genf: Der Pariser Gerald" meldet, Präsident Wilson werde den „Lusita- ma -Fall dem Kongreß znr Besprechung unterbreiten.
Spaltung der demokratischen Partei?
Kopenhagen, 12. Juni. (T. U.) Der „Daily «^Moph meldet aus Neuyork, daß alles für eine a der demokratischen Partei spreche und daß zsich an die Spitze des gegen Wilson gerichteten i^iles der Partei stellen werde. Bryan habe Journa- erklärt, er wolle ausführliche Beweise h .daß Deutschland der Union gegenüber eine Ktm?« „ reundschaftliche versöhnliche Haltung einge- nommen und ein Schiedsgericht vorgeschlagen habe.
Amerikas Note in Berlin überreicht.
uf1!! amerikanische Note in der „Lnsitania-An- MUheitistFreitag gegen mittag in Berlin im Aus- "^dtigen Amte vom amerikanischen Botschafter über- warben. Die Note ist ein nngemein umfangreiches Schriftstück, das dem Botschafter telegraphisch in 12 Tei- cn nacheinander zugesandt worden war. An der Ent- u ernng der Depesche wurde in der Botschaft bis spät itwüd gearbeitet.
Zu der Note der amerikanischem Regierung weiß das „Berl. Tagebl." zu melden, es liege Grund zu der Annahme vor, daß gewisse in der feindlichen Auslands- presse verbreitete Angaben falsch sind und daß die Note keineswegs den Sinn oder Ton eines Ultimatums trage. Die „Voss. Ztg." sagt: Der Text der Note soll nicht einer gewissen Wärme und Anerkennung für die auf deutscher Seite zu findende Rechtlichkeit ermangeln. Hinsichtlich der Fälle „Gulflight" und „Wushing" erklärt sich die amerikanische Regierung für befriedigt, hinsichtlich der Torpeöierung der „Falaba" beständen einige aber nicht erhebliche Bedenken. Hinsichtlich der Lusitaniaange- legenheit erklärt die Note, man solle danach trachten, einen Modus zu finden, wie man den Unterseebootskrieg gegen Kauffahrteischiffe einstellen könne. Wilson bietet seine guten Dienste zur Vermittelung zwischen Deutschland und England an, um die in der ersten deutschen Note ausgedrückte Bereitwilligkeit, den U-Boots- krieg einzuschränken, sobald England seinen Aushungerungskrieg aufgebe, in die Tat umzusetzen.
Kriegsalierlei
Der dritte Verlust im Meininger Fürstenhaus.
Die „Kriegsztg." des „B. L.-A." berichtet aus Halle a. Saale: Das Meininger Fürstenhaus erlitt jetzt den dritten Verlust in dem Kriege, indem gleich seinem Oheim und seinem Vetter der zweite Sohn des Prinzen Ernst von Meiningen, der 19jährige Baron von Saatfeld, im Osten den Heldentod starb.
Was gefangene Aussen erzählen.
Kriegsberichterstatter Dr. Stephan Steiner schreibt dem „B. L.-A.": Ich hatte auf meiner Fahrt in der Richtung gegen unsere Dubissa-Front Gelegenheit, bei Laugszargen 1600 russische Gefangene zu sehen, einen Teil dieser Truppen, die in den Kämpfen am ver- gangenen Freitag und Samstag bei Szawöiniki und Umgebung in unsere Hände fielen. Eine längere Unterredung mit den gefangenen Offizieren und Mannschaften gab mir lehrreiche Aufnycüise über den heutigen Zustand des russischen Heeres, die ich im folgenden zu- sammenfasfen möchte:
Wenn auch das Aussehen dieser Gefangenen, was ihre körperliche Fassung anbelangt, nicht schlecht war, so sind sie mit denen in früheren Kämpfen in unsere Hände gelangten Russen nicht zu vergleichen. In ein und demselben Regiment waren Mannschaften aller Jahresklassen zusammengewürfelt. Ein beträchtlicher Teil bestand aus dem Rekrutenjahrgang 1915 und viele aus dem Jahrgange 1916. Daneben sah ich graubärtige, abgehärmte Männer aus den späten Jahrgängen des Landsturms. Die Leute trugen die russische Sommeruniform, die in einem ziemlich verwahrlosten Zustande war, und das einstige so gute russische Schuhwerk, das Beste, was einst die Russen an Ausrüstungsgegenständen besessen haben, hatte sich merklich verschlechtert. Unter den elf gefangenen Offizieren waren zehn Reservisten Und nur ein aktiver Major. Als ich die Offiziere fragte, was sie über den Stand der Schlachten wüßten, erhielt ich ganz eigentümliche Aufschlüsse. Einer versicherte mir, daß es einer russischen Armee, die den Karpathenüber- gang erzwäng, gelungen wäre, bis in die nächste Nähe Wiens vorzudringen, und es nur noch eine Frage der nächsten Tage sei, daß die russischen Truppen in die Kaiserstadt einziehen würden. Ueber die Schlacht in Galizien waren einige dahin unterrichtet worden, daß diese trotz der gewaltigen Anstrengungen, die von den deutsch-österreichischen Truppen gemacht worden seien, für die Russen günstig verlaufen sei. Daß Przemysl wieder in österreichischem Besitz ist, hörten sie zwar während des Gefangenentransportes, doch geglaubt wurde die Nachricht urM. DMstskeun öer ötefigen Front Niederlagen erlitten haben, wurde anerkannt, und die Schuld dafür gaben sie dem Verrat, der angeblich von Juden und Deutschen verübt worden sei. Die gefangenen Offiziere sagten, daß sie mit Deutschland und Oesterreich schon lange fertig wären, wenn nicht eben diese Juden und Deutschen all ihre Bewegungen dem Feinde verraten würden. Uebrigens meinte ein höherer Offizier, wird die Rache nicht ausbleiben, denn wenn der Krieg aus ist, wird ein jeder anständig fühlende Russe dafür sorgen, daß diese Verräter des Russentums bis zum letzten Mann ausgerottet werden.
Aus den Aussagen der Mannschaften trat die allgemeine Kriegsmüdigkeu klar zutage. Die Verluste der einzelnen Regimenter sollen ganz außerordentlich gewesen sein, und von der ursprünglichen Mannschaft, die bei Kriegsausbruch zum Regimente gehörte, waren überhaupt keine vorhanden. Die ältesten noch vorhandenen waren solche, die vor fünf Monaten in das Regiment eingereiht wurden. Das anfänglich russischerseits ängstlich gemiedene Auseinanderrettzen der Verbände ist gang und gäbe geworden. Die einzelnen Bataillone eines Regiments sümpfen an ganz verschiedenen Fronten. Sehr schlecht besteur sind ue Regimenter mit Offi- zieren. Es sind für die Kompagnie nur ein Offizier vorhanden, meistens ganz junge, eben aus irgendeiner Hochschule eingereihte Jünglinge, deren militärische Bildung gleich Null ist. In den Kämpfen der letzten Woche soll sowohl die Artillerie wie die Infanterie oft an Mn- nitionsmangel gelitten haben. Ueber die voraussichtliche Kriegsdauer wurde von den Kommandostellen aus der Mannschaft, die bei einzelnen Regimentern auch schon den Gehorsam verweigerte, mitgeteilt, daß der Krieg sofort sein Ende haben würde, wenn es der russischen Armee gelingt, den heiligen Boden Rußlands, der jetzt an vielen Stellen vom Feinde überflutet ist, zu säubern. Diese Verlautbarung läßt tief blicken, wenn wir beden- ken, daß früher als Kriegsziel unter dem Soldatenstande des russischen Heeres die Eroberung Deutschlands und Oesterreichs bis Berlin, Wien und Budapest dahingestellt wurde.
Aus diesen und anderen, aus militärischen Rücksichten hier nicht mitteilbaren Gründen treten die Zer- setzungserscheinnngen und die verminderte Widerstandskraft der russischen Armee täglich klarer zutage. Es ist unzweifelhaft, daß die passive Massenenergie dieser Armee mit dem Schwinden ihrer großen zahlenmäßigen Ueberlegenheit gebrochen ist. Und so können wir zuversichtlich den Kämpfen der folgenden Tage entgegensehen, die auch in diesem nördlichen Abschnitt der Kampffront den Sieg unserer Waffen bringen werden.
Vermischtes.
Durch Erschießen hingerichtet. Der Arbeiter Rein, der in Magdeburg eine alte Fran durch eilten Dolchstich getötet, deren Wohnung beraubt und in Cöln den Architekten Butz und dessen Dienstmädchen ermordet hat, ist nach Verzicht des Verurteilten auf eine Revision und eine Begnadigung am Freitag in Cöln durch Erschießen hingerichtet worden.
Ein ganzes Dorf in Flammen. In Langenschwarz im Bezirk Gmünd ereignete sich am 9. Juni ein furchtbares Brandnnglück. Ein aus unbekannter Ursache aus- gebrocheues Feuer breitete sich infolge heftigen Sturmes rasch aus. Bis zum Abend waren 42 Häuser abaebrannt. I
Drei vollständig verkohlte Leichname wurden aufgek funden.
Selbstmord wegen Nichteinberufung znm Heeresdienst. Weil er nicht zum Heeresdienst einberufen wurde, obwohl er sich freiwillig gemeldet hatte, erschoß sich in Planen t. V. in seiner Wohnung in der Seminarstraße der 34jährige Fabrikarbeiter Friedrich Dürrer. Der Mann hatte bei der Artillerie gedient: er arbeitete zuletzt in einer Plauener Maschinenfabrik und hatte guten Verdienst, war auch verheiratet.
Die Kämpfe einer deutschen Division im Laborczalale.
(5.—13. April 1913.)
Vier Wochen lang hatte die Division unter den schwierigsten Verhältnissen auf den schneebedeckten Höhen der Ostkarpathen gekämpft. Auf fast allen Kriegsschauplätzen heimisch, eine an den Wechsel gewöhnte „Wandertruppe", kam ihr die Berufung auf eine neue Bühne des Kriegstheaters nicht überraschend. Jetzt wurde am westlichen Teile der Karpathenfront, zwischen Duklasenke und Nszoker Paß, das Einsetzen deutscher Truppen erforderlich, und dorthin wurde auch die Division am 29. März in Marsch gesetzt.
Schon seit Wochen waren die Blicke der ganzen Welt auf diesen Abschnitt in dem großen Völkerringen gerichtet. Nachdem Przemysl, durch den Hunger bezwungen, feine Tore den russischen Eindringlingen öffnen mußte, konnte in ängstlichen Gemütern die bange Frage auftauchen: werden die Truppen unserer Bundesgenossen den gewaltigen Stoß aufhalten, der durch das Freiwerden der Belagerungsarmee gegen die westliche Kar- pathenfront geführt werden wird? Daß es geschah und daß drüber hinaus noch zur machtvollen Offensive geschritten werden konnte, ist auch das Verdienst unserer deutschen Truppen, unter denen unsere Division sich neue Lorbeeren erworben hat.
Der gegnerische Angriff hatte sich hauptsächlich auf das Tal des Laborcza gerichtet. Dort, wo die zweigleisige Hauptstrecke Budapest-Przemysl den Bergwall durchschneidet, und eine gute Heerstraße über den Lupkower Patz von Ungarn nach Galizien führt, sah der Feind offenbar den Schlüssel der westlichen Karpathenstellnng Hier wollte er, verstärkt durch die von Przemysl freigewordenen Heeresmassen, lawinengleich ins Herz Ungarns eindringen.
Pommern, Hessen und Württemberger waren am 2. April zu dem Beskidenkorps unter Führung des Generals v. d. Marwitz vereinigt worden, das zunächst in der „Osterschlacht" in grotz angelegter Offensive den Gegner zum Rückzug zwang. Während die Lanöeseinwoh- ner in ihren bunten Trachten zur Kirche eilten, um das Fest der Auferstehung zu feiern, rüsteten sich unsere braven Feldgrauen zum blutigen Waffengang. Bereits am ersten Ostertaqe (4. April) war die eine Division des Armeekorps über Jzbugyabela und Oekröske vergehend, östlich Heggyescsaba, eine andere Division in Richtung Virava, in den Kampf getreten. Am Ostermontag setzte die Angriffsbewegung unserer eigenen Division ein. Warm, ja fast heiß strahlte die Frühlingssonne vom wolkenlos blauen Himmel herab auf das liebliche Tal der grünen Laborcza, das die Division bei Jzbugyarad- vany durchquerte, um auf dem westlichen Ufer in den Kampf einer österreichisch-ungarischen Division einzngrei- fcit. Nach dem Korpsbefehl sollte dieser Angriff dieser Division gegen die von den Russen besetzte Stellung: Höhe (256) südwestlich Felsöcsebeny — Höhe 468 — Höhe 462 — Olykatal vorgetragen werden.
Auf diesen Bergen Herrscht nicht das ernste Tannen- grün der schneebedeckten Hochkarpatheu. Lichte Buchen- D Wälder, mit dichtem Unterbolz durchsetzt, überziehen die schötrgewettten Hügek, ö-e sich leiten über SW Meter erheben. Aber in diesem idyllischen Hügellande waren ött Schwierigkeiten des Anmarsches für unsere Truppen fast ebenso groß wie im rauheren Karpathenhochlande. Auck hier hatte die SÄneeschmelze die wenigen befahrbaren Wege arg mitgenommen. Was sich auf der Generalstabskarte als Landstraße verheißungsvoll darstellte, war häufig zu einem tief ansgefahrenen Morast geworden. Sc begegneten schon auf der Landstraße Jzbugyaradvany- Homonnaclyka unsere fahrenden Truppen den größten Schwierigkeiten: und manche Feldküche, mancher Munt- tionswagen blieb elendiglich stecken und konnte nur durch Vorspann weiter gebracht werden. Geradezu bewunderungswürdig aber war die zähe Energie, mit der unter unsäglichen Mühen zwei unserer Batterien noch im Laufe des Vormittags ihre Geschütze auf Höhe 402 östlich Ho- monnaclyka in Stellung brachten, wo sie zusammen mit den nördlich OekrWke stehenden beiden Batterien eines Fußartillerie-Regiments den Angriff der Division, wie anch flankierend den Angriff des linken Flügels der Nachbardivision auf dem östlichen Laborczaufer wirksam nnterstützen konnten.
Nicht minder litt unsere Infanterie unter den schlechten Wegeverhältnissen. Mit dem noch winterlichen schweren Gepäck, das der kalten Nächte wegen noch nicht entbehrt werden konnte, beladen, mußte sie sich durch die nnfgeiveiditen Straßen kämpfen, um schließlich die zu besetzenden Höhen auf schmalen Saumpfaden, nur in der Kolonne zu Einem vorrückend, zn ereichen. Dazu erschwerte der Gegner das Vordringen unserer Truppen noch durch starkes Artilleriefeuer, mit dem er die An Marschwege belegte. Aber weder die Schrapnells des Feindes, noch die unwegsamen Bergpfade konnten den Willen zum Siege aufhalten, der in unsern Soldaten lebt. Gegen 2 Ubr nachmntrzs ereignen die Regimenter einer unserer beiden Jnfan erie-Brigaben die österreichischen Stellungen. Die andere Brigade wurde vorläufig in Reserve gehaltcu. Den gemeinsamen Oberbefehl über die verbündeten Truppen übernahm nunmehr der Kommandeur unserer Division.
• (Fortsetzung folgt.)
Weitere Drahtnachrichten«
Ein italienisches Unterseeboot versenkt.
** Wien, 11. Juni. (WTB.) Amtlich wird ver- lautbart: Das italienische Unterseeboot „Medusa" wurde dnrch eins unserer Unterseeboote in der Nordadria torpediert und versenkt. Der zweite Offizier und vier Mann der Besatzung gerettet und gefangen.
Flottenkommando.
Die türkisch-bulgarischen Beziehungen.
»-»’ Konstantinopel, 12. Juni. (WTB.) Der hier meilenöe bulgarische Deputierte Kalt schein erklärte einem Vertreter des „Taniic", die nationale Politik des Kabinetts Radoslawow lege das Gebot der Neutralität auf. Die türkisch-bulgarischen Beziehungen müßten so eng geknüpft werden, daß nach Friedensschluß niemand dieses Einvernehmen stören könnte. Die Türkei und Bulgarien würden sich in dem künftigen europäischen Konzert als Großmächte vernehmbar machen können. Das ganze
,billige die Haltung des Ministerpräsidenteu. Der "Tanin beglückwünscht Bulgarien zu dieser Politik und drückt se,ne Befriedigung im Namen beider Nationen W die in naher Zeit sehr bedeutende Faktoren der Balkanvolitik bilden wurden. -