\ Mlilörlsche Wochenschau.
Auch in 5er vergangenen Woche hielten die kriegerischen Ereignisse, was chre Vorläufer verheißungsvoll versprochen hatten, und zeigten deutlich, daß der neue Dreibund auf allen Kriegsschauplätzen das Kriegsglück fest am Schöpfe hält und dank seiner gediegenen Tüchtigkeit seine Fortschritte sogar zu vermehren weiß. Ob er, wie im Westen und an den Dardanellen, in Polen oder an der Etsch und am Jsonzo, in seiner wohlerwogenen strategischen Defensive verharrt, oder ob er, wie tut Osten und Südosten, zielbewußt und sicher nach den Richtlinien einer kraftbewutzten Offensive seine Angriffswege geht,--überall zeigt er sich als Herr der Militärischen Lage, überall zwingt er seinen an Zahl so sehr überlegenen Feinden seinen Willen und seine Meisterschaft auf.
Mit tausend Hoffnungsträumen hatten die West- mächte ihrer gescheiterten Weihnachts- und Osteroffen- sive eine ebenso heftige wie verlustreiche Maioffensive folgen lassen. Aber wie einst in der Champagne, wie einst zwischen Maas und Mosel hat auch diese letzte, immer wieder auflohende Angriffswut zwischen Ypern und Arras die übergroßen Opfer, die sie gebieterisch verlangte, nicht im entferntesten gelohnt. Wenn French und Jossre ihre Zwischenbilanz ziehen, muß ihnen vor dem gewaltig hohen Soll grauen, dem nur ein winziges Haben gegenübersteht. Was will der Besitz von Ca- rency und Ablain, von der Zuckerfabrik bei Souchez, von Neuville besagen, da die deutsche Front nicht in breiter Linie zurückgedrängt werden konnte, da sie an keinem Punkt durchbrochen worden ist. Der Osthang der Lo- rettohöhe blieb in festem Besitz, und die deutsche Stahlmauer verbietet die Befreiung Nordfrankreichs und — Belgiens. Immer kleiner wird vielmehr das vor Npern liegende Land, das König Albert noch sein Eigen nennt. Neben den hartnäckigen Durchbruchsversuchen, die der Feind bald hier bald dort gegen die Linie Ypern-Arras richtete, gingen die üblichen Vorstöße aus Verdun, die dieses Mal Vauquois zum Ziel hatten, und im blut- gedüngten Priesterwalde in der Gegend von Pont-a- Mousson. Als neue Druckpunkte werden die Orte Hebu- terne und Beaumont, südlich von Arras, auf dem halben Wege nach Albert erkoren, sowie die Allewinömühle bei Soissons und Berry au Bac bei Reims. Doch auch da brachen sich die brausenden Wogen des französischen Elans an den festen Bollwerken deutscher Tapferkeit und Standhaftigkeit.
An den Dardanellen haben in der vergangenen Woche die englischen Landungsabteilungen wiederum vergebliche Anstrengungen gemacht, um sich aus ihrer bedrängten Enge zu befreien und neues Gelände zu erstrecken. Sie erlitten aber schwere Niederlagen. Der Schutz, den ihnen bisher ihr Geschwader mit seinen schweren Geschützen gewährt hat, wird immer fragwürdiger; denn die Tauchboot-Wasserpest wuchert zu sehr in den dortigen Gewässern, und die Schiffsgeschütze nützen sich immer mehr ab, ein Uebelstand, der den britischen Drahtkanonen nun einmal anhaftet.
Desgleichen haben die Italiener weder mit ihrem Artilleriefeuer gegen die Grenzfesten und Stellungen an den Grenzen Tirols und Kärntens, noch mit ihren Infanterie-Angriffen am Jsonzo im Küstenlande etwas ausrichten können. Ihre bei Monfalcone und Gradisca angesetzten schwächeren Streitkräfte wurden blutig abgewiesen, und am Brückenköpfe von Görz erging es einer ihrer Divisionen nicht besser. Die Bevölkerung ttaliens muß daher nach wie vor mit dem rosenfarbenen chlachtlatein Cadornas ebenso fürlieb nehmen, wie ihre Leidensgefährten in Großbritannien und Frankreich mit dem „leichten Vorgehen" und der Phantasiebeute ihrer Marschälle. Was alle diese Lügenstrategen mühsam in ihren Berichten weben und wirken, wird erbarmungslos von den Generalstabsberichten der wahrheitsliebenden Heerführer der Dreibundstaaten aufge- irennt oder gar zerrissen. Leider wird die Wirklichkeit den Völkern des Vierverbandes erst aufgehen, wenn es zu spät ist. Vorläufig verdeckt ihnen und vielen Neutralen noch immer der Lügennebel der Reuter und Genossen den Gesichtskreis und den wahren Stand der Dinge.
Im Schwindeln und Siegen ist allen Anderen über der russische Große Generalstab. Nur sind seine Erfindungen zu plump, als daß sie denselben/Glauben finden könnten wie die geschickt aufgebauten Luft- und Lust- fchlöfser ihrer gerisseneren Kameraden. Dem täppischen russischen Bären glauben daher seine eigenen Freunde nicht mehr. Sie haben kein Vertrauen mehr zu der Maschinerie des russischen Heeres. Weder Dampfwalze mehr noch Dreschmaschine noch Säugpumpe. So geht der Ruhm Nicolais dahin. Die Befreiung Lemberqs und Galiziens und andere Kampfesziele können durch russische Maß
Lhvistel.
Roman von Freifrau Gabriele v. Schlippeuvach.
18) (Nachdruck verboten.)
Hilde war aufgestanden und an den Goldfischteich getreten. Sie befand sich jetzt gegenüber dem Kinde mit seinem Vater; dies erfuhr Hilde aus dem Geplauder der Kleinen. Diese war ein allerliebstes, blondes Ding. Ueber das Trauerkleiöchen fiel das reiche, blonde Haar, und die blauen Augen blickten neugierig dem Spiele der Fischchen zu.
„Pappi, solche lieben, kleinen Fische hatte Mammi auch," sagte das Kind.
Es zuckte schmerzlich im Gesichte des Mannes. Er ergriff die Hand seines Töchterchens und ging an Hilde vorüber. Den Kopf hielt er gesenkt wie unter einer Last.----
Frau von Steinau war inzwischen zu Hause angelangt und empfing jetzt ihre Jungen, die aus der Schule kamen. Franz hatte eine gute Note für seine lateinische Arbeit bekommen, Fritz zögerte, sein Heft zu zeigen.
„Na, und Du? Gib her", sagte die Mutter, der nichts Gutes ahnte.
„Wozu soll ich Dich ärgern, Mutter? Es ist besser, ich zeige Dir mein Heft nicht."
„Gib es her, Junge!"
Wenn Muttchen in diesem Tone redete, hieß es gehorchen. Zögernd reichte Fritz das Heft.
„Aber Junge, da steht wieder „Ungenügend!" Schämst Du Dich denn nicht?"
Öderen haben gespickt. Ich tue so etwas nicht, Du hast es uns verboten."
Das frische Knabengesicht sah betrübt, aber freimütig aus.
Frau von Steinau sprach sehr ernst mit ihrem
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nahmen nicht mehr vereitelt werden. Die zukünftigen Kämpfe werden von denselben Meistern geleitet werden, die bisher in Kurland wie in Galizien dem Feinde ihren Willen aufgezwungen haben.
Um das Bild der Kriegslage am Wochenschlusse zu vervollständigen, wäre itodj zu erwähnen, daß zur See in der Adria ein englischer Kreuzer der Liverpoolklasse von dem österreichischen Unterseeboot IV versenkt wurde und weitere englische Verluste durch den deutschen Unterseebootskrieg verursacht wurden, während in der Luft das beste italienische Luftschiff „Citta öi Ferrara" durch ein österreichisches Marineflugzeug vernichtet worden ist.
Aus dem großen Hauptquartier
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o-s. Großes Hauptquartier, 11. Juni 1915, 2,10 Uhr nachmittags. (Amtlich. WTB.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Feindliche Vorstöße nordöstlich der Lorettohöhe sowie wiederholte Angriffe gegen unsere Stellungen nördlich und südlich von Neuville scheiterten.
Der Nahkampf in den Gräben nördlich von Ecnrie dauert noch an. Südöstlich von Hevuterne nnd bei Eau- mont wurden feindliche Angriffe gestern und heute nacht avgewiesen. Nnr am Wege Serre-Mailly erzielten die Franzosen einen unbedeutenden Fortschritt. Die in der Champagne am 9. Jnni eroberten Gräben versuchten die Franzosen uns gestern abend wieder zu entreißen. Mit starken Kräften nnd in breiter Front griffen sie nördlich von Le Mesnil bis nördlich Beausejonr an. Der Angriff brach unter schwersten Verlusten für den Feind gänzlich zusammen. Ernente nächtliche Angriffsversuche wurden bereits im Keime erstickt.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
An der unteren Dubissa nordwestlich Eiragola wurden mehrere russische Angriffe abgewiesen. Der Feind verlor hierbei an uns 300 Gefangene.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Die Lage bei den in Galizien kämpfenden deutschen Trnppen ist unverändert.
Oberste Heeresleitung.
Vom österr.-ungar. Generalstab
Wien, 11. Juni. (WTB.) Amtlich wird »erlaufBart:
Russischer Kriegsschauplatz.
In Südostgalizien und in der Bukowina setzten die verbündeten Armeen den Angriff gegen die noch südlich des Dujestr stehenden russischen Kräfte erfolgreich fort. Truppen der Armee Pflanzer haben den Gegner aus. seinen Stellungen südlich Ottynia, bei Oberty» nnd Ho- rodenka zurückgeworfen und sind im Vordringen an den Dnjestr, dessen Südufer die Russen noch zu halten versuchen.
Knapp östlich Czernowitz, an der einzigen Stelle, an der die Russen noch am Pruth stehen, wiesen unsere Truppen einen Angriff des Feindes nach kurzem Kampfe ab.
Im übrigen ist die Lage im Norden unverändert.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Vorgestern und gestern wurden sämtliche Angriffe der Italiener an allen Fronten abgewiesen.
Ein neuerlicher, gegen einen Teil des Görzer Brückenkopfes gerichteter Vorstoß brach im Feuer dalmatinischer Landwehr zusammen. Ebenso erfolglos blieb ei« Angriff des Feindes nördlich Ronchi. Der Artilleriekampf an der Jsouzofront dauert an.
An der kärntnerischen Grenze wurde gestern nachmittag ei« starker gegnerischer Angriff auf den Frei- kofel, ein schwächerer bei Wolayer See abgeschlagen.
In Tirol scheiterte ein Vorstoß einer bei Cortina- d'Ampezzo eingedrungenen italienischen Brigade an un
„Sieh mal, Fritz, Ihr habt keinen Vater mehr, der mir bei Eurer Erziehung zur Seite steht", sagte sie, „Du willst es mir doch nicht schwer machen? Kommst Du nicht voran, so muß ich Dich fortgeben in strengere Zucht. ' Dort wirst Du erst fühlen, wie gut Du es zu Hause hattest."
Es zuckte in dem Gesichte des Gescholtenen. Wahrhaftig, zwei dicke Tränen rollten über Fritzens Wangen. Er weinte, — ein Junge, der schon in Tertia saß! Was würden die Kameraden dazu sagen? Die hatten Respekt vor seinen Bärenkräften. Keiner wagte sich an ihn heran. Er ging gesenkten Hauptes hinaus.
Später kam er zu seinem Muttchen und umarmte es.
„Muttchen," sagte er, „ich will versuchen, fleißiger zu werden".
„Das hast Du schon oft versprochen, Fritz."
„Aber dieses Mal halte ich mein Wort."
„Ich will es hoffen, Junge. Sieh, ich möchte tüchtige und brave Männer erziehest^ Ein Mann kann viel leisten. Pflichtgefühl, Wahrheit und Religion, das sind die Grundpfeiler, auf denen sich ein schönes, gesegnetes Leben aufbauen läßt. Ich möchte Euch diese festen Stützen in den Lebenskampf mitgeben, dann werdet Ihr Euren Platz würdig ausfüllen."
Der lang aufgeschossene Kuabe schmiegte sich an Sit Mutter.
„Du bist unsere Liebste, Beste", sagte er innig.
Der kleine Franz kam von der anderen Seite. Auch er wollte das treue Mutterherz schlagen fühlen. Vier junge Arme umrankten die geliebte Gestalt.
„Ihr meine lieben, lieben Buben!" Sie küßte sie und strich über ihre Blondköpfe.
--Hilde kam von ihrem Spaziergange heim.
Das Mittagessen vereinte die Familie. Christels Platz blieb leer. Seit diese fort war, ging es gar nicht Er so lustig bri den gemetuLaruKN WahlzeftLN zu.
seren Stellungen bei Peutelsteiu. Neuerliche Angriffe tu dieser Gegend und nördlich bei Landro endigten gleichfalls mit dem Zurückgehen des Feindes.
Im übrigen Tiroler Grenzgebiet finden unnnter- brochen Geschützkämpfe und für unsere Waffen erfolgreiche Scharmützel statt.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabcs.
v. Hoefer Feldmarschallentnant.
Die Kämpfe am Dujestr-Abschnitt.
Der Kriegsberichterstatter der Wiener „Reichspost" meldet aus dem Kriegspressequartier: Unsere Bortruppen sind bei Halics angelangt. Die Russen leisten hier starken aber gleichfalls hoffnungslosen Widerstand. Aus Lemberg bringen die Russen neue Truppen an die Front. — Halics liegt nordöstlich von Stanislau am Dnjestr.
Vom Tiroler Kriegsschauplatz.
Der Kriegsberichterstatter der „Neuen Freien Presse" meldet vom Tiroler Kriegsschauplatz: Im To- rmle-Gebiet wiesen unsere Truppen allenthalben kleine 'einöliche Angriffe ab; an der Forcelina-Montozzo und m Tonale-Patz selbst wurden je eine italienische Halb- kompagnie aufgerieben. Ein Älpint-Bataillon von vier Kompagnien griff den Paß Paradiso an und wurde unter Mitwirkung unserer Werkartillerie zurückgeschlagen. wobei der Feind mindestens 100 Mann verlor. Ein italienischer Major und zwei Hauptleute wurden schwer verwundet, zwei Leutnants sind tot. Zwei Hanptleute, ein Arzt und 235 Mann wurden gefangen genommen. Wir hatten drei schwer und fünf leicht Verwundete; ein italienischer Verwundeter erschoß meuchlings einen unserer Soldaten, der ihn bergen wollte.
«^ Innsbruck, 12. Juni. (T. II.) Unsere Truppen drangen nach der „Dtsch. Tgztg." über den Tonalepaß über die Grenze nach dem italienischen Zollwächterhaus vor und sprengten es in die Luft. Dadurch verloren die Italiener einen gut gedeckten Stützpunkt.
Französische Hilfe für Italien.
»* Genf, 12. Juni. (T.-U.) Nach einem Privat- telegramm aus Genua wird, wie der „B. L.-A." meldet, die Zahl der dort eingetroffenen französischen Soldaten auf 1500 geschätzt. Es sollen Spezialtruppen solcher Dienstzweige sein, an denen Italien Mangel leidet.
Vorbereitungen für die Räumung Bessarabiens.
^ Budapest, 12. Juni. (T.-U.) „Universul" erhält nach der „Dtsch. Tgsztg." aus Kischiuew zuverlässige Mitteilungen, daß die russischen Behörden die Bevölkerung darauf aufmerksam mache», sich auf alle Fälle bereit zu halten, Bessarabien zu räumen. Die wohlhabende Bevölkerung trifft in aller Eile Vorbereitungen zur Abreise.
Zarenworte in Przemysl.
G-S- Wien, 12. Juni. (T.-U.) „Pesti Hirlap" meldet nach dem „B. L.-A." über den Aufenthalt des Zaren in Przemysl: Abends fand ein Galadiner statt, dem der Zar beiwohnte. Der Zar hielt eine Rede, in der er sa^te, der Feldzug ist mit der Einnahme von Przemysl abgeschlossen. Was bis zum 22. März erfolgt HOrTcir Triumph des, Slawentums. Ich bin glücklich und-^tolz den Sieg der slawischen Interessen in dieser Festung feiern zu können.
Der Bombengruß auf Kragujewaz.
s-r- Lugano, 12. Juni. (T.-U.) Ueber das Vombar- dement von Kragujewaz wird nach dem „B. T." aus Nisch gemeldet: Am 10. Juni um 6 Uhr morgens über- flogen drei österreichische Flugzeuge Kragujewaz und warfen Bomben ab. Drei Personen wurden getötet, zehn verwundet. Unsere Flieger griffen die feindlichen Flugzeuge bei ihrem Rückzüge nach Semendria an. Während des Angriffes stürzte unter dem Mitrailleusenfeuer mi= serer Aeroplane ein feindliches Flugzeug auf österreichischem Boden ab.
Der italienische Luftschiffverlust zugegeben.
Arntlich wird in Italien zugegeben, daß das bei Luf- ßn verbrannte italienische Luftschiff „P. 4" aus dem Luft- schlffhafen von Campallo bei Venedig gewesen ist. — „P. 4" ist ein halbstarres, 1912 von der italienischen Heeresleitung erbautes Luftschiff ähnlich unseren Par- sevalschiffen von 4700 Kubikmeter Inhalt. Uebrigens steht diese Mitteilung mit den österreichischen Meldungen in Widerspruch, die ausdrücklich von der Vernichtung der „Citta di Ferrara" sprechen, die ein wesentlich neueres Luftschiff ist. Vielleicht sind gar alle beide vernichtet.
„Mutter, wann sammt Christel endlich?" fragte Franz.
„Sie bleibt noch in Hollkitten, Kinder."
„Wir möchten auch hin," sagte Fritz. „Dort ist es viel schöner als in Berlin."
„Ja, glaubt Ihr denn, daß es mich nicht auch nach dem lieben Orte zieht, wo ich glücklich mit Enrent Vater war?"
Frau von Steinau sagte dies in sehnsüchtigem Tone.
Das liebe alte Hans tauchte vor ihr auf. Christels lebenssprühende Briefe weckten bei der Mutter das Verlangen, den Ort wiederzusehen, wo sie so glückliche Jahre verlebt, wo ihre .Kinder geboren worden waren. Seit Adolf verheiratet war, hatte seine Mutter Hollkitten nicht mehr betreten. Alles, was sie von ihrer Schwiegertochter gesehen und gehört, widersprach Sem eigenen Wesen der Frau, die neben dem Adel der Geburt den' höheren der Seele trug.---
Hilde bekam eine Depesche: Rothschmiöt kündigte für Mittwoch seinen Besuch au. Wie klopfte das Mäö- chenherz! Hilde, die sonst still und einsilbig war, ging leichten Schrittes durch die Zinuner uud trällerte ein Lredchen. Sie kanfte Blumen und stellte sie in die Vasen, rührte eifrig eine Hummermayonnaise — das war Karls Lieblingsgericht - und sorgte für Münchener Bier, oenn der Herr Referendar hatte kolossalen Surft.
. ."Der alle Quatschkopf kommt," sagte Fritz zu Franz m dem Berliner Gassenjnugenjargon, den er liebte.
Hilde, die das gehört, verwies es ihm ärgerlich.
, .. "dlch was," rief der Juttge, „ich kann Wn nicht leiden! Er läßt Dich doch sitzen!"
„Fritz," sagte die Mutter streng, „geh anf Dein Zimmer. So darfst Du nicht sprechen; das ist ungezogen von Dir."
"Die Christel ist ein vernünftiges Frauenzimmer die hatte dem Luftikus läugst den Laufpaß gegeben."
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