Mes Kochs, 5er in einem Teil 5er Fabrik ahnuugZkos an die Arbeit gehen wollte und plötzlich deutsche Soldaten vorfand. Ein paar Stunden später gehörte die Fabrik wieder den Franzosen. Am Abend machte feinö- tiche Infanterie einen neuen Vorstoß auf Neuville, der wiederum zurückgewieseu wurde. Ich habe heute morgen Gefangene gesprochen, die bei den gestrigen Abenö- kttmpfen in unsere Hände fielen. Offiziere und Mannschaften, sie haben sich im Laufe des Krieges an verschie- denelt Stellen der Front geschlagen und viel mitgemacht, alle aber erklärten mir, daß die Kämpfe bei Arras an Heftigkeit und Erbitterung alles übertrafen, was sie erlebt hätten.
Die neuen Berteidignngswerke von Paris.
Die „Voss. 3tö" berichtet aus Kopenhagen: Ein hoher dänischer Offizier schreibt in „Politiken" über seine militärische Studienfahrt nach London und Paris: Schon, als wir uns Paris näherten, sah man, wie die Franzosen die Verteidigungswerke der Stadt um Entfernungen hinausgeschoben haben, von Denen man vor dem Kriege nichts geträumt hat. Offenbar sind hier Grundsätze der Festungsverteidigung angewendet worden, öre mir ein hochstehender Offizier in Frankreich auseinandergesetzt hat, nämlich: die schwersten Geschütze aus den Anlagen, deren Lage der Feind schon aus Frie- öenszeiten kennt, zu entfernen und weiter draußen an versteckten, befestigten Anlagen, die durch Bahngeleise verbunden sind, aufzuftellen. Das Geschütz kann daher täglich nach einer anderen Position gebracht werden, wenn es dem Feinde gelungen ist, die vorige Stellung aufzufinden. Der Druck des Krieges lastet schwer auf Paris, ich fühlte, wie sehr Frankreich unter diesem Kriege litt.
Der Unterseebootskrieg.
Weitere englische Schiffsverluste.
Das „Reutersche Bureau" meldet folgende Taten deutscher Unterseeboote: Das englische Fischerfahrzeug „Nottingham" ist versenkt, die Besatzung gerettet worden. Das englische Frscherfahrzeug „Velocity" ist in der Nordsee versenkt worden, die Besatzung wurde gerettet, nachdem sie 52 Stunden lang in einem Boote gewesen war. Ein deutsches Unterseeboot hat die Fischerfahrzenge „Tunifian" und „Castor" aus Grimsby versenkt,- die Besatzungen sind gerettet. Ebenso ist das englische Fischer- fahrzeug „Saturn" versenkt worden: die Besatzung landete in North-Shielös. Der Dampfer „Elbodi" ist gesunken,' er war torpediert worden. Die Mannschaft landete in Harwich. Der Dampfer war früher in deutschem Besitz und war als englische Prise erklärt worden. — Reuter meldet also sechs Schiffe auf einmal! __
®-^ Liverpool, 11. Juni. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Der britische Schoner „Expreß" ist gestern durch ein deutsches Unterseeboot in den Grund gebohrt worden. Drei Mann der Besatzung sind durch einen dänischen Schoner in Plymouth an Land gebracht worden.
London, 11. Juni. Die Admiralität teilt mit, daß am 10. Juni früh die beiden Torpedoboote Nr. 10 und 12, welche an der Ostküste Englands operierten, von einem Unterseeboot in den Grund gebohrt worden sind. 30 Mann wurden gerettet und an Land gebracht.
Zwei englische Kutter von einem Zeppelin angegriffen und versenkt.
Rotterdam, 11. Juni. (T. U.) Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet nach dem „B. L.-A." aus Maasluis: Ein holländisches Schiff landete gestern nachmittag in Maasluis die Besatzung zweier englischer Kutter,. „Welfar" und „Lauretina", zusammen 8 Mann. Während die Schiffe in der Nordsee in einer Entfernung von 30 Meilen von der Maasmündung entfernt fischten (?) wurden sie von einem Zeppelin angegriffen und mit Bomben beworfen, die auch trafen und die Schiffe versenkten.
" Bericht des türkischen Hauptquartiers.'
Konstantinopel, 10. Juni. (WTB.) Bericht des
Großen Hauptquartiers: Gestern ist auf der Darda- nellenfront keine bedeutsame Veränderung eingetreten.
Unsere anatolischen Batterien beschossen erfolgreich bei Seddil Bahr die feindliche Infanterie, sowie die feindliche Artilleriestellung und brachten eine Haubitzbatterie zum Schweigen. Die Verlnste des Feindes während der letzten Schlacht von Seddil Bahr beziffert man auf mehr als fünfzehntaufend. Der Feind hat einen großen Teil seiner Toten noch nicht weggeschafft, sondern, wie betz unserem Gegenangriff, der ihn ans seinen alten Stellungen zurückwarf, auf dem Schlachtfelde gelassen. Von
den übrigen Kriegsschauplätzen ist nichts zu melden.
Rumänien und Bulgarien.
Entschlossenheit Bratianus.
o-^ Berlin, 11. Juni. (T. U.) Der Bukarester Mitarbeiter der „Voss. Ztg." meldet: Wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahre, ist Ministerpräsident Bratianu fest entschlossen, den Umtrieben der Straße entgegenzu- treten. Die Regierung ist nicht willens, nach den berühmten Mustern von Rom und Mailand sich ihre Handlungsweise von Caseehauspolitikern vorschreiben zu lassen. Es sollen strenge Maßnahmen gegen ein öffentliches Auftreten von Ausländern erlassen werden. Die Verhandlungen mit dem Dreiverband gelten als gänzlich gescheitert.
Rumänien fordert Bessarabien.
^ Budapest, 11. Juni. (T. U.) „A Nap" meldet nad) der „Dtsch. Tgsztg." aus Athen: Griechische Blätter veröffentlichen eine Erklärung des britischen Gesandten in Athen, wonach Rumänien vom Vierverbande Bessara- bien fordere mit dem Hinweis darauf, daß die Beherrschung der Donaumündungen Rnmänien zukomme. Die griechischen Blätter bemerken zu der Erklärung, daß man in Rumänien den Anschluß an die Zentralmächte wohl am zweckmäßigsten halte.
s-s- Haag, 11. Juni. (T.-U.) Zwischen Poincaree nud « w Zaren findet seit vorgestern ein lebhafter Depeschen- wechsel statt. Man vermutet, daß Poincaree den Zaren zn weitgehenden Zugeständnissen an Rnmänien bewe-
König Ferdinand beim Ministerpräsidenten.
Sofia, 11. Juni. (T. U.) Der König besuchte H^cftern nach einer Meldung des „B. T." den Mini- Radoslawow in seiner Wohnung, wo er Stumme verweilte. Man sieht darin den Ausdruck Vtafihem des Königs mit dem Minister-
Nach wie vor besteht in einem Sofioter T.-U.-Tele- gramm in den leitenden bulgarischen Kreisen die Neber- sengung, daß Bnlgarien gar keine Veranlassung hat, aus seiner Neutralität bei ittreten. Die dringenden Vorstellungen der Entente! «e Dürsten auch weiterhin wirkungslos bleiben. Eine .. ichiedene Ablehnung die
ser Vorstellungen durch den Ministerpräsidenten Rados- lawow dürfte für die nächste Woche zu erwarten sein.
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Der griechische Generalstabschef über deu Sieg her Zentralmächte.
Athen, 10. Juni. (WTB.) „Leon Asty" erwähnt Aeußerungen des griechischen Generalstabschefs Dus- manis, daß Der Sieg der Zentralmächte über alle Feinde nun so unausbleiblich erscheine, wie er es seit Beginn des Krieges vorhergesagt habe, ohne indessen viele Gläubige zu finden.
Allerlei aus Amerika.
Amerikas einträgliche Neutralität.
Der „Temps" veröffentlicht eine Statistik Der amerikanischen Ansfuhr im März an die Dreiverbandsmächte. Darnach führte Amerika im März an diese für 137 Mill. Dollar aus gegen 61 Millionen Dollar im März des Vorjahres, an die Mittelmächte für 0,3 Millionen Dollar gegen 29 Millionen, an Italien für 23 gegen 6, an Dänemark für 11 gegen 13, an. Schweden für 18 gegen 1,4, an Holland für 23 gegen 9, und an Norwegen für 4,9 gegen 0,8 Millionen Dollar.
Die amerikanischen Arbeiterführer gegen den Krieg.
Die „Times" meldet nach Der „Frkft. Ztg." aus Wa- shington, daß die Arbeiterführer in Den Vereinigten Staaten, die schon einmal versuchten, eine Bewegung gegen Die Lieferung von Kriegsmunition einzuleiten, nun eine Bewegung gegen den Krieg, einerlei ob gegen Deutschland oder ein anderes Land, organisieren.
Riesentransporte von Kriegsmaterial nach Europa unterwegs.
Nenyork, 11. Juni. (T.-U., über Kopenhagen.) Riesige Transporte von Kriegsmaterial, Die zeitweise auf Passagierschiffen erfolgen, verlassen beinahe täglich Den Hiesigen Hafen. Vor einigen Tagen sind Der Cunard- dampfer „Ordura" und Der White Star-Dampfer „Ara- bie" mit 350 vezw. 250 Passagiere an Bord, sowie Der Frachtdampfer „Georgia" nach Liverpool in See gegangen. Auf Der „Arabie" sind unter anderem verstaut 400 Kisten Patronen, 1516 Kanonenteile, 41 Automobile, 730 Rollen Stacheldraht und 14 Pakete „Stahlwaren". Die „Oröuna" hatte neben anderem geladene 3200 Kisten Patronen, 3750 Kisten Schrapnells, 1169 leere Geschoß- Hülsen, 133 Kisten Ausrüstungsgegenstände, 476 Kisten Jufanterieuniformen, 1 Aeroplan, 495 Kisten Militär- lederzeug und 5 Kisten Gewehre. Die „Georgia" hatte an Bord 4247 Kisten geladener Granaten, 1000 Kisten Patronen, 1 Flugzeug, 670 Rollen Stachsldraht, 200 Autos und neben anderen Konterbandeartikeln noch 24 Kisten Granatzünder.
Amerikanisch-japanische Verständigung in Sicht?
Washington, (via Kopenhagen), 11. Juni. (T.-U.) Die japanisch-amerikanischen Beziehungen sind nach einer Erklärung, die Der japanische Minister des Auswärtigen laut Meldungen aus Tokio in der Budgetkommission Der Kammer gegeben hat, bedeutend besser geworden. Ueber die Beseitigung Der Unbequemlichkeiten in Der Frage Der Beschränkung des japanischen Grundbesitzes in Kalifornien feien gegenwärtig Verhandlungen in der Schwebe. — Die Gerüchte, daß die japanische Regierung unter dem Druck Englands und Der Vereinigten Staaten China Konzessionen gemacht habe, wurden vom Minister im Parlament öffentlich dementiert.
- kriegsallerlei.
Erhöhung der Brotrationen für die schwer Arbeitenden.
Auf Grund Der zu Beginn des Februar D. I. von Der Reichsregierung verunstalteten Bestandsaufnahme über Brotgetreide hatte Die Reichsverteilungsstelle am 4. März d. J. Den Mehlverbrauch für Den Tag und Kopf Der Bevölkerung auf 200 Gramm eingeschränkt. Dabei war, um auch für Den Fall einer späteren Ernte vollkommen gesichert zu sein, von den ermittelten Vorräten eine Reserve von 20 Prozent zurückgelegt. Die zweite Erhebung am 9. Mai ergab Dann den tatsächlichen Körnerertrag. Da Dieser erheblich höher ist, als bei Der Festsetzung einer Reserve von 20 Prozent angenommen war, erhöht sich jetzt die für die nächsten Monate zur Verfügung stehende Reserve auf fast 9 Millionen Doppelzentner. Diese bedeutende Steigerung um 2,4 Millionen Dz. ermöglicht es nun, einen Teil Der Reserve zu verwenden, um die Brotration Der schwer arbeitenden Bevölkerung zu erhöhen. Hierüber wird Der Bundesrat in diesen Tagen einen Beschluß fassen. Die Kommunalverbände werden dann überall im Reiche durch Ueber- weisung von großen Mengen Mehl in Der Lage sein, dem schwer arbeitenden Teil Der Bevölkerung eine ausreichende Brotmenge zuzuweisen. Das hierfür erforderliche Quantum wird vorn Bundesrat festgesetzt werden. Auch für Erleichterung des Fremdenverkehrs wird durch eine Bundesratsverordnung ein Teil Der großen Getreidereserve zur Verfügung gestellt werden. Trotz dieser teilweisen Versügnng über Die Reserve an Brotgetreide werden wir aber doch noch mit einem so großen Ueberschuß in Die neue Ernte hinübergehen, daß deren Erträge jedenfalls nicht vor Ende September oder Anfang Oktober in Anspruch genommen zu werDen brauchen. Unsere Versorgung mit Brotgetreide auch für das kommende Erntejahr ist mithin über jeden Zweifel erhaben.
Das Wesen der Kriegsgetreide-Gesellschaft.
Es besteht in weiten Kreisen des Volkes noch immer Die irrtümliche Auffassung, die K.-G. sei eine Erwerbsgesellschaft. Diese Auffassung hat dazu beigetra- geu, in manchen Kreisen eine gewisse Mitzstinnnung gegen die K.-G. zu erzeugen, besonders in denjenigen Er- werbsständen, die sich durch eiuzelue notwendige Maß- regeln Der K.-G. in ihren Sonderinteressen geschädigt fühlen. Die K.-G. hat solche Maßnahmen nicht immer vermeiden können, wenn sie ihr Ziel, Die Ernährung des Heeres und Der Zivilbevölkerung bis über die neue Ernte hinaus sicher zu stellen, erreichen wollte. Bet Der großen Opferwilligkeit Der Nation würden Diese, einigen Berufsschichten zugemuteten Mißhelligkeiten sicherlich gern und willig hulgenommen, wenn das Wesen uud Die Ausgaben Der K.-G. überall bekannt wären. Der leichteren kaufmännischen Beweglichkeit wegen hat man die K.-G. allerdings in die Form einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung eingekleiöet,- eine Erwerösgesell- schaft ist sie aber nicht. Sie arbeitet ausschließlich gemeinnützig im Juteresse des deutschen Volkes. Ihre Gesellschafter erhalten nur eine Verzinsung ihres Kapitals mit 5 Prozent. Im Einverständnis mit allen Reichs- und Staatsbehörden sucht sie ohne Gewinn und Verlust abzuschlietzen. Sollte sich ein Ueberschuß ergeben, fällt er satzungsgemäß zugunsten der Kriegs- und Hinterbliebenenfürsorge Dem Reiche zu.
Japanische Instrukteure für Rußland?
■ Nach einer Amsterdamer Meldung der „B. Z." sind, wie „Daily Telegraph" erfährt, Der japanische Oberst Mwagarva und mehrere andere japanische Offiziere am 8. April in Petersburg eingetrosien, um Die russischen Truppen im Gebrauch einiger schwerer tavanifcher Ge
schütze auszubilden, die Rußland kürzlich von Japan erworben hat.
Vermischtes.
Die Herzensgüte unserer Kronprinzessin schildert folgende tleiue Episode, Die dem „B. L.-A." von zuverlässiger Seite zugeht: Unter Die zahlreichen Glückwunschtelegramme, Die Der Kronprinzessin aus Anlaß Der am 7. April erfolgten Geburt der Prinzessin Alexandrine Irene zugingen, war versehentlich auch folgendes Telegramm geraten: „Konrmandantur Berlin. Kruschwitz 12. 4. 15. Bitte um acht Tage Nachurlaub wegen Entbindung meiner Frau. Reservist Welk, Polanowitz." Sogleich wurde dieses Telegramm nach der Kommandantur durch einen Diener gebracht mit folgendem von Der hohen Wöchnerin eigenhändig gemachten Zusatz: „Aus Versehen an mich gekommen, bitte gewähren Sie ihm diese Bitte. Kann es Den Leuten so nachfühlen. Cecilie, Kronprinzessin." Daß Der Reservist den beantragten Urlaub erhielt, ist selbstverständlich, zumal es sich um einen tapferen Krieger handelte, Der seinen Mann schon vor Dem Feinde gestanden hatte und schwer ver- munDet worden war. Man denke sich aber die Freude dieses Mannes, als ihm gesagt wurde, welcher Fürsprache er die schnelle Erledigung seines Gesuches zu danken hatte. Auf das Hosmarschallamt beschieden, um hier seinem Danke Ausdruck zu geben, wurde ihm zudem im Auftrag Der Kronprinzessin ein Geldgeschenk überreicht.
Die verbrannten Ersparnisse. Uebergroße „Vorsicht" ist einem Ehepaar aus Berlin verhängnisvoll geworden. Die betagten Leute hatten in einem arbeitsreichen Leben 3000 Mark gespart und diese als Notgroschen für das Alter auf einer Bank zinstragend angelegt. Bei Ausbruch des Krieges wurden sie ängstlich und hoben aus Vorsicht, wie sie meinten, das Geld ab. Um es gegen Einbrecher und Diebe zu sichern, legte die Frau den ganzen Betrag in Papiergeld in ein Ofenloch, und glaubte damit das beste Versteck gefunden zu haben. Mit der Zeit aber vergaß sie selbst, wo sie ihren Schatz geborgen hatte, und dachte auch nicht daran, als sie jetzt einmal wertloses Zeug in dem Ofen verbrannte. Erst als ihr Papiergeld mitverbrannt war, fiel es ihr wieder ein. Die Frau nahm sich den Verlust so zu Herzen, daß sie in einem Berliner Vorort ins Wasser sprang, um sich das Leben zu nehmen. Sie wurde aber gerettet und vorläufig ins Krankenhaus gebracht.
was kostet ein Eisernes Kreuz? Die Frage hat im deutsch-französischen Kriege sehr witzig ein Berliner beantwortet. Damals begleitete ein Berliner Landwehr- mann einen Gefangenentransport nach Deutschland ®r, dessen Brust ein Eisernes Kreuz schmückte, kam dabei in ein Gespräch mit einem Franzosen, der das Kreuz der Eh- renlegion trug. Der Berliner besah sich zum freudigen Stolze des Franzosen dessen Orden, und dieser sagte, indem er auf seinen äußerlich prächtigen Orden hinwies: „Ja, Der hat Wert! Pah! Das armselige Ding von Eisen!" „Wat?" antwortete Der Berliner, „Det armselige Ding hat euch Franzosen 1813 und jetzt wieder jedesmal eenen Napolium gekostet!"
Amerika „versohlt" die Russen! Bei Den Schuhfabrikanten Neu-Englands im Norden Der Vereinigten Staaten hat die russische Regierung jetzt zwei Millionen Paar Soldatenstiefel bestellt. Drei Fabriken: Jsaac Prouttz u. Co., E. Jones u. Co. und H. H. Brown u. Co. teilen sich in diese „Kriegsbeute". Bisher haben die russischen Fabriken ausgereicht, die Soldaten mit Schuhzeug zu verseheu, doch scheinen ihre Lieferungen gar zu „reißenden" Absatz gefunden zu haben, so daß jetzt Bestellungen im Ausland nötig werden. Eine Million Paar Schuhe werden von den Drei genannten Fabriken allein geliefert Die zweite Million ist auf andere Teile der Vereinigten Staaten verteilt worden.
Arme Teufel. Die belgischen Soldaten beklagen sich. Schon am ersten Tag, als Die deutschen Truppen in Antwerpen eimnarfcüierteu, konnten sie von den Bürgern Der Stadt Die Leidensgeschichte Der belgischen Soldaten hören. Die Antwerpener erzählten, daß ihre Verwandten und Freunde, die nur den einfachen Solöatenroä trugen, in Der Hitze des August und September bös gelitten haben. Damals hatten Die Mannschaften nicht genug für den Hunger und den Durst, und sie mußten darben, während ihre Offiziere sehr üppig in Der Taverm De Londres und anderswo tafelten. Nun sind Die Vernachlässigten monatelang im Feuer gewesen,- sie haber Wunden und Verstümmelungen davongetragen. Uni was geschieht'? Die Krüppel, Die auf Krücken oder ohn« Arme oder blind das Krankenhaus verlassen, müssen Dü Uniform ausziehen. In Bürgerkleidern schleppen sie fid durch die Straßen. Sie sind dort dem allgemeinen Mitleid ausgeliefert, Da keiner den Grund ihrer Krüppel- Haftigkeit, das tapfere Herz nämlich, entdeckt. Ein belgischer Soldat, Der solche Schande schwer empfunden hat, beklagt sich bitter in Der „Jnöepeudance belge hierüber. Die Zeitung, die sonst mit allen Regierungen in Le Havre sehr sanft ist, findet Die Verordnung, Die Den Verstümmelten zum Ausziehen Der Uniform nötigt, empörend Selbst, wenn die Regierung sparen wollte, Dürfte sie ihrer Kriegern solche Urrehre uicöt antun, meint das Blatt. Doch all Die Grausamkeit scheint in Der Geldnot zu Le Havre ihren Grund zu habe«. Darum ist Die Forderung Der belgischen Krüppel nicht unberechtigt, wenigstens ein deutlich sichtbares Soldateukreuz auf Der Brust tragen zu dürfen. So wollen sie unterschieden sein von den gewöhnlichen Bettlern an der Straße. So wollen sie verhindern, daß ihnen jeder Spießbürger zurufen kann, was sie taufeuDmal mit Wnt hören mußten: „Arme Teufel!"
Weitere Drahtnachrichten«
Vom südlichen Kriegsschauplatz.
s-*- Wien, 11. Juni. (WTB.) Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Die Italiener können an dem südlichen Kriegsschauplatze bisher, trotiDem sie wiederholte Anstrengungen machten, um Vorteile zu er- zielen, keinen Erfolg aufweisen. Es ist wohl Dieicm rhr die italienische Heeresleitung sehr yctntuDen Umstände zuzuschreiben, daß in Italien bis znr Stnndc keine Verlustliste herausgegeben wird, trotzdem für umfangreiche Verlustlisten genügendes Material zur Vcrfiigung stände. So bedecken die Abhänge des Krn Hnnderte von Leichen von Alpini, Die wegen des starken Feuers noch nicht geborgell werden konnten. Die italienische Heeresleitung schweigt sich aber über alle Verluste ivvhlweiSlich aus, Da sie Die verhältnismäßig schon bisher ansehilliche Zahl Der Toten und Verwundeten mit keinem nennenswerten Erfolge rechtfertigen könnte.
Vom Bürgerkrieg in Mexiko.
»s#’ Paris, 11. Juni. (WTB.) Nach dem „Temps" hat Die mexikanische Gesandtschaft in Paris ein Kabeltelegramm erhalten, wonach Die Konstitutionellen unter Caranza nach fünftägigem Kampfe die Reaktionäre unter General Villa besiegt und den gesamten Train und die ganze Artillerie des Feindes erbeutet habe». Die Re- attUmäre zogen sich nach Nordamerika zurück.