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heilt der am 24. April in PariS abgeschlossene Vertrag zwischen dem Dreiverband und Italien folgende Haupt- punkte: 1. Italien erhält eine Anleihe von fünf Milli­onen Site; 2. England übernimmt die Garantie für einen Italien in Amerika zwecks Munitionsveschaffung einzu- räumenden Kredit von 500 Millionen; 3. einen weiteren Kredit zur Versorgung mit amerikanischen Lebens­rnitteln; 4. Frankreich liefert Italien eine Anzahl schwe­rer Crenzot-Geschntze; 5. Der Dreiverband garantiert Italien den bekannten Landerwerb, darunter die ganze östliche Adriaküste außer Antivari und einen von Ser­bien zu wählenden Hafen; 6. Italien stellt den neuen Verbündeten VA Millionen Mann (das soll jedenfalls 150 000 heißen) zur Verfügung.

Von der Westfront.

Der amtliche Pariser Bericht.

>^ Paris, 3. Juni. (WTB.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag 3 Uhr. Im Labyrinth südöstlich Neu- ville nahmen wir mehrere Schützengräben und machten etwa 450 Gefangene. Bei Loretto fanden Artilleriekümpfe statt. Die Stadt Reims wurde zweimal bombardiert, besonders gegen die Kathedrale richtete sich das Feuer.

Die englischen Verluste in den letzten drei Monaten.

^ Haag, 3. Juni. (T.-U.) Die gesamten eng- lischen Verluste vom 1. bis 13. Mai betragen nach dem Hb. Frbl." 2600 Offiziere und 26616 Mannschaften. Im März waren es 1081 Offiziere 18 794 Mannschaften; im April 639 Offiziere und 19169 Mannschaften. Hierzu kommen noch die Flotteuverluste mit 234 Offizieren und 3260 Mannschaften, sodatz sich die gesamten englischen Verlusten in den letzten drei Monaten auf 5354 Offiziere und 67 568 Mannschaften belaufen.

Kitchener Generalissimus in Flandern.

®-^ Haag, 3. Juni. (T. U.) Londoner Nachrichten bestätigen nach derDtsch. Tgztg." die baldige Ernen­nung Lord Kitcheners zum Generalissimus in Flandern.

Alle englischen Flieger an der Front nötig.

e-^ Manchester, 3. Juni. (WTB.) Der Londoner Korrespondent desManchester Guardian" wendet sich gegen die populäre Idee, daß mehr Flugze-.ge in Eng­land bleiben müßten, um die Zeppeline angreifen zu können, und betont, daß alle Flieger an der Front nötig seien.

Geht Grey gänzlich fort?

Wie sich die WienerReichspost" indirekt über Kopenhagen aus London berichten läßt, hat Grey vor seiner Abreise aus London sich in bemerkenswerter Weise von seinen Ministerialbeamten verabschiedet. Er erklärte ihnen, er möchte ihnen schon jetzt zum Abschied Dank sagen für ihre treue Mitarbeit, denn es sei wohl möglich, daß er nicht zurückkehren werde. DieLon­don News" gibt diese einer freiwilligen Resignation gleichkommende Abschiedsrede Greys wieder, ohne ein Wort des Bedauerns dazu zu äußern.

Der Türkenkrie^

Die Dardanellen kosten zu viel Menschen."

Manchester Guardian" vom 28. Mai kommt zu fol- gendem Urteil: Nach dem Bericht von Sir Hamilton können wir nicht wünschen, Daß die gegenwärtigen Dar- danellenoperativnen fortgesetzt werden. Sie kosten zu viel Menschen. Zehn tote Türken wiegen noch nuM nnen Engländer, Australier oder Franzofen auf. Einen stufreibungskrieg gegen die Türkei wollen wir ganz und gar nicht, da dieser uns mehr schwächen würde als die Deutschen. Ferner ist zu bedenken: die Verteidiger haben jetzt mindestens zwei U-Boote zur Verfügung. Diese bewirken, daß der Feldzug der Gegner zur See schnellere Fortschritte macht als der unsere zu Sonde. Die Zeit ist also nicht unser Bundesgenosse in der Dar- danellenaktion. Das deutsche U-Boot ist durch die straße von Gibraltar gekommen. Warum sollen nicht,, noch mehr folgen? Die engen Wasserstraßen.des AegaUchen Meeres find ein ideales Wirkungsfeld für sie Ueberall können sie sich versorgen. Also kaun unsere Flotte Verluste erleiden, für die selbst die Eroberung der Dar­danellen keine Kompensationen darstellen würde Diese Aktion muß zu einem befriedigenden Ende forciert wer- ben, hoffentlich mit Hilfe eines starken.italienisch^^Ex­peditionskorps, das hier oder wo anders die Türken be­schäftigt. Und ferner: das Schutzmittel gegen die U- Boot ruht noch im Gehirn desjenigen, der es erfinden soll. Es muß erfunden werden!

Die Neutralen.

Die Haltung der Balkan staaten

behandelt der nach Berlin versetzte bulgarische Gesandte in Rom Rizoff, der in demGrornace d Jtalia erklärte, daß die Balkanstaaten, namentlich Bulgarien die Neu­tralität erst im letzten Augenblick aufgeben werden, wenn sie dies überhaupt tun. Sie könnten erst dann aus ihrer Neutralität heraustreten, wenn gewisse Ergebnisse gut erkennbar sein würden und ihre Kriegsführung m zwei oder nächstens drei Monaten beendet werden konnte.

Das Neue Wiener Tageblatt" läßt sich indirekt aus London berichten: DieNews" melden, daß Rußland bie tbw anaetraaenen Kompensationen an Rumänien SlSW«f« R,.»««-»- ««8 9« Neutralität mehr zu erwarten sei.

Wilson und die deutsche Note.

SÄÄti

Autofahrt, um über den AMt nach^ zurückkehrte, entwarf er dem Kabinettsrat m f°Äa?LL"«^

ist, fei doch ein Krieg «"ÄPnS^ S& kanifche Volk sei dagegen. Auch werden teuiaicx yorve

Leitungen getroffen.

Gegen weitere Schweineabschlachtung.

Infolge der starken Schweineabschlachtungen- und der Eindeckung der Gemeinden und zahkrelcher Haus

ÄÄr«1iew^ außer Kraft gesetzt. Dam sind auch aue sur ^us^ rung dieser Bekanntmachungen erlanenm preu«,.wen Vorschriften ohne weiteres Hinfällig geworoen. ^er Minister des Innern v. LoebA hat nunmehr oen new scheu 'Verwaltungsbehörden Richtlinien g Femerkens- Behandlung dieser Frage gegebem Irr oem. einerreuv werten Erlaß heißt es u. a.Eine Ememnung vm^ Schweinen für einzelne Gemeinden oder für o e ^enmu-

Erlaß vom 10. April mehr statt. Ebenso ist die u a..**«« ßer Reaiernnas- d. S ., un M°"M-bM Mit »^ N-d-N und

zusteuefl. Alls ",AaMprfamettä wird ve

rt von Anzeigen über den Angsversahrens wird ver-

rung auf dem platten Lande ist Meintest unter wärmster Anerkennung des von ihr für die Maßnahmen der Re­gierung zur Verminderung der Schweinebestände be­wiesenen Verständnisses darüber aufzuklären, daß das mit feiten Maßnahmen im Interesse der Sicherung der Volksernährung angestrebte Ziel vollständig erreicht ist und es daher keinen Bedenken mehr begegnet, sondern sogar dringend erwünscht ist, wenn die verbliebenen Schweinebestände, allerdings ohne Berfütterung von zur menschlichen Nahrung geeigneten Kartoffeln, mit den vorhandenen Futtermitteln, durch Weidegang oder Ein- trieb in Waldungen durchschallen und möglichst auf das normale Schlachtgewicht gebracht werden, damit nicht später in der für die Fleischversvrguug der Bevölkerung erforderlichen Frifthfleischproduktwn eine nachhaltige Unterbrechung eintritt. Eine eingehende Belehrung der ländlichen Bevölkerung über die Beendigung der Maß­nahmen zur außerordentlichen Minderung der Schweine- bestände, insbesondere auch die Aufhebung des Enteig­nungsrechts, der Aufkäufe für die Zentraleinkaufsge- nossenschast zu festen Uebernahmepreisen und die Ein­stellung des Umlegeverfahrens, ist auch in ihrem eigenen wirtschaftlichen Interesse geboten, weil die Gefahr be­steht, daß gewissenlose Händler, wie es in letzter Zeit ge­legentlich beobachtet worden ist, versuchen werden, unter Ausnutzung der mangelnden Kenntnis der ländlichen Volkskreise von den wechselnden wirtschaftlichen Kriegs­gesetzen Schweine zu niedrigen Preisen unter Hinweis auf die angeblich drohende Enteignung an sich zu brin­gen, um sie alsdann mit übermäßigem Gewinn auf dem Markt abzusetzen."

Srleasallerlel.

EineHeldenm^ des PanzerkreuzersJeau d'Are".

Der französische PanzerkreuzerJean d'Are" schoß am Montag mit 15 Schutz das deutsche Konsulat in Hatffa, das in einem türkischen Mietskonak untergebracht ist, in Brand. Der Kommandant des Panzerkreuzers sandte vorher einen Boten mit der Aufforderung, die deutsche Flagge herunterzuholen. Wegen hohen Seeganges konnte dieser aber nicht landen. Wenn die Franzosen meinen, durch solche feige Taten das durch die ßciftungen der deutschen Unterseeboote gewaltig gestiegene deutsche Ansehen unwirksam zu machen, so wird diese Rechnung nicht stimmen.

Set Aebersall von kutno.

(In der Nacht vom 15./16. November 1911.)

Am 11. November hatten die Angriffe unserer schnell vorwärts schreitenden Truppen in Nord-Polen, südlich der Weichsel, begonnen. Am 15. November lämpfte der sieg­reiche linke Flügel in einer Linie, die über Dombrowice, südlich Siebten vorbei, quer über die Straße KowalGo-- stynin hinüber bis in die Weichselsümpfe westlich Plock reichte. Hinter der Mitte so dicht an der vorderen L'tnie als es das feindliche Feuer gestattete stand unser K a -- p al l c r i e k o r p s unter dem Generalleutnant Frhr. von Nichthosen bereit, um nach dein erkämpften Liege der Armeekorps vorbrechen und die Verfolgung des weichenden Gegners aufnehmen zu können.

Eine Kavalleriedivision stand seit 7 Uhr morgens bei Czaple südöstlich Subteit, der Verfolgung harrend, bereit. Gegen 2 Uhr mittags hielt der Führer des Kavallerie-Korps den Augenblick des Durchbruchs für gekommen. Er gab den Divisionen den Befehl, Vorzugehen und nach Südosten hin die Russen zu verfolgen, soweit die Pferdebeine es zu- lreßen. Unserer Kavallerle-Divjsion^var als 3t l die große von Lenczyca nach Sohnes führende Straße gegeben worden, die zwischen Piantek nnd Bietawy erreicht tuet bett sollte. Die Entscheidung war soeben gefallen: Das tapfere Reserve- korps hatte den Gegner aus einer starken Stellung bei Lantenta geworfen. Wir sahen die Russen in i t er--» h o b e n e n H ä n d e n a u s d e n S ch ü t z e n g r ä b e uh e r- a it S Tom m en. Die starre Kampflinie war gebrochen und der Weg für die Kavallerie frei. Mit einer Brigade in der Vorhut trabte die Division sogleich an, um über Sokolow ansholend vor unsere Infanterie zu kommen, die dem ivci- chenden Gegner sogleich auf geradem Wege folgte. Gegen 4 Uhr nachmittags es war schon ganz dunkel um diese Zeit mußten die Husaren zuerst eine stärkere Kojaken- abteilung vertreiben, die sich, von der Infanterie unbe­merkt, im Walde südlich Sokolow festgesetzt hatte. Der weitere Weg sollte über Strzelee führen. Als der Führer der Vorhut Niedrzew erreichte, stellte er fest, daß die Straße nach Strzelee bereits von starken Kolonnen des Reserve- Korps belegt war. Der Aufenthalt durch die Kosaken hatte uns verhindert, unsere Infanterie zu überholen. Das war bei dem Drang der Divisivic nach vorwärts schmerzlich. Ein vorausgeschickter Generalstabsoffizier der Division regelte den Durchmarsch der Vorhut durch eine kreuzende Artillerie- Kolonne; das"Gros sollte in derselben Weise folgen.

Während des unvermeidlichen Zeitverlustes hatte der Verpflegungs- und Dolmetscheroffizier des Divisionsstabes imSchloß" Niedrzew ein Glas Tee bereitet, das ewig- wiederkebrende einzige Getränk während der langen Tage, die uns hinter der russischen Armee "in Lodz her fastbiK Piotrkoiv führen sollten. Bei der gegen Abend einsetzenden s ch n e l d e n d e n K ä l t e war die Stimmung ausgezeichnet in dem warmen, einfachen Raume, den ein russischer Gene­ral mit seinem Stäbe wenige Stunden vorher verlosen hatte. Denn der Weg zum Feinde hin war ja frei und zudem hörten wir von dem Besitzer, daß die Russen in ge­waltiger Eile abgezogen seien. . .

Endlich konnten wir die Infanterie überholen, aller­dings unter Verzicht auf die große Vormarfch,kratze. Nur wer bei völliger Dunkelheit auf russischen Wegen ritt, kaum beurteilen, was das bedeutet. Bald trat auch schon eine neue Stockung ein. Eine Schwadron der Vorhut war am Südausgang 'von Klonowice in der Mitte abgery,en. Jchre zweite Hälfte war geradeaus geritten, statt nach Sudouen links abzubiegen; denn man konnte selbft die Umrthe seines Vordermannes nicht erkennen.

Kurz ehe die Vorhut die große Straße krenzen,konnte, die von Strzelee auf Kutno fuhrt, wurde der Befehl ge­geben, nicht nach Südosten weiter zn marschieren, sondern nach rechts hin dieser Straße zu folgen. Die Ehausiee nach Kutno bot die Aussicht auf em rasches Vorwartskommen und die Wahrscheinlichkeit, bei Kutno eine kurze, gesicherte Rast einlegen zu können; denn es war bekannt, daß mehrere Jäger-Bataillone auf diesen Ort angesetzt waren.

Kutno wurde somit der Vorhut als zunächst zu erreichen­des Marschziel angegeben. Sie kam nur muß)am diesem Ziel näher. Abgesessene Reiter mußten die einzelnen Haue-, ser beiderseits von Kosaken wubern, ehe die Regimentev weiter marschieren konnten. Die Rufs e n m ußteu aus den warmen Stuben a u f g e st o b e r t w e r d e n, da­mit sie uns später nicht in die Kolonnen hinein,chletzen konnten. Von eiuein Unteroffizier wurden sie am Ende bct ÄTeÄ^ G«d KM° «. worden. Um diese Zeit kam die Meldung, daß unsere Spitze einen russischen Infanterie-Posten vor Kutno uberrannt und gefangen genommen hatte. Hieraus ging für uns her­vor daß die Jäger-BataMone noch nrcht^bis hierher ge­langt waren und wir uns allein vor dem Eeinde befanden. Das sonst unserer Kavallerie-Division zuyeteilte Jnsante- rie-Bataillon und die Radfahr-Kompaqmen waren, nud) anderweitiger Verwendung noch nicht wieder zur Division zurückgekehrt, -

Bald trafen weitere wichtige Meldungen der bereits bot Kntno angelangten Vorhut ein. Ein Ortseinwohner sagte aus, daß Kutno am 15. November von feindlicher Infanterie und Artillerie stark besetzt gewesen sei, daß aber im Lausck des Abends die Hanptkräfte des Gegners in Richtung Warschau abgerückt seien und sich gegenwärtig im Ort nur schwache feindliche Truppen befänden. In den ersten Häusern der Stadt wurde ein russischer Offizier aus dem Bett geholt, nach dessen Einzeichnungen auf der Karte noch! drei I n f a n t e r i e - R e g i m e n t e r westlich Kutno standen. Diese bildeten eine starke Bedrohung unserer; rechten Flanke, wenn die Aussagen des gefangenen Offi­ziers zutrafen, die sich mit seinen Einzeichnungen deckten.. Jedenfalls wurde eine neue ausgiebige Aufklärung nach Westen hin erforderlich. In dieser Richtung mußten spät terhin die Schützen einer Kavallerie-Brigade zum Schutz der rechten Flanke eingesetzt werden.

Kutno erst durch die Schlacht vom 15. und 16. No­vember weiteren Kreisen bekannt ist ein für russisch« Verhältnisse leidlich freundliches Städtchen. Es verdient durch seine größtenteils massiv gebauten Häuser und seine geschlossenere Anlage eher die Bezeichnung Stadt, als die meisten seiner gleich großen Konkurrenten in Russisch-Po-, len. Es zählt etwa 251)00 Einwohner und hat auch et« was Industrie. (Schluß folgt)

Vermischtes«

Freiwilliger Verbrennungstod einer Fran. Auf furchtbare Weise hat dieser Tage die Eigentümerfrau Balbine Sledz in königlich Wellen bei Pehsken (West­preußen) ihren Tod herbeigeführt. In einem plötzlichen Anfall von Geistesstörung, verursacht durch eine Prozeß- sache, begab sie sich in Abwesenheit ihres Ehemanns auf den Hausboden, stellte sich an einen dort befindlichen Flachshaufen und steckte diesen in Brand, um so bei lebendigem Leibe zu verbrennen. Nachdem ihre Kleider verbrannt waren, lief die Bedauernswerte die Treppe hinunter auf den Flur, wo sie von Nachbarn mit Wasser begossen wurde. Ihrem heimgekehrten Mann gestand die Frau, daß sie freiwillig in den Flammen ihren Tod gesucht habe. Die Uuglückliche wurde sofort ins Kranken­haus gebracht, ist jedoch bald nach ihrer Einlieferung gestorben. , _ .

Wie angebracht die Warnung vor sogenannten Kaf­feetabletten und ähnlichenKriegsindustrieprodukten" war, zeigte eine Verhandlung, die das Schöffengericht Berlin-Schöneberg beschäftigte. Angeklagt war der Kauf­mann Beier wegen Nahrungsmittelverfälschung. Der Angeklagte brächte zum Preise von 1,50 j£ Feldpostpakete in den Handel, die sieben verschiedene Gegenstände ent­hielten, so unter anderen auch Kaffeetabletten, Milchtab­letten und Teewürfel. Wie die chemische Untersuchung ergab, enthielten die Kaffeetabletten nichts weiter als Zi­chorie und ähnliche Kaffeesurrogate. Die Milchtabletten, die ausbester Kuhmilch" bestehen sollten, bestanden aus getrockneter Magermilch, so daß die Soldaten im Felde statt des anregenden und nahrhaften Milch­kaffees eine trübe Zichorienbrühe erhielten. Da der An­geklagte noch nicht vorbestraft ist, nahm das Gericht von der Verhängung einer Freiheitsstrafe Abstand und ver­urteilte ihn nur zu 100 JL Geldstrafe.

Kriegshumor. Monte Carlo.Hier ists jetzt uu- gemütlich! Immer wenn sich jemand erschießt, meinen die Nachbarländer, Monaco habe die Neutralität ge­brochen." Der Feldwebel einer Landsturm-Kompagnie hat die Wahrnehmung gemacht, daß seine Leute des Montags nicht mit dem rechten Eifer an den Dienst gin­gen, wenn sie Sonntag auf Urlaub daheim gewesen wa­ren. Da verfügt der Feldwebel, daß bis zum Ausrücken kein Urlaub mehr erteilt weroen soll, außer bei ganz dringenden Alrgelegenheiten oder bei Todesfällen. Als der Gewaltige eines Tages stark beschäftigt ist, verlangt der 'Lanösturmmann Kahl wegen Todesfall ein paar Tage Urlaub. Im Dränge der Geschäfte wird ihm dies ohne weiteres bewilligt. Nachdem sich Kahle wieder zu- rückgemeldet hat, fragt der Feldwebel:Wer ist denn bei Ihnen in der Familie mit dem Tode abgegangen?"Zu Befehl, Herr Feldwebel! Das gemästete Schwein!"

(Jugend).

Weisere Drahtnachrichten

Das Erdbeben in Bayer«.

w= Mimchen, 3. Juni. (T.-U.) Das gestern in frü­her Morgenstunde wahrgenommene starke Erdbeben bildet das Tagesgespräch der Münchener Bevölkerung. Das Erdbeben, das die ganzen Einwohner aus dem Schlafe weckte, war so heftig, daß mehrere Personen aus den Betten geschleudert, Fensterscheiben, Gläser und Blu­menvasen zertrümmert wurden. Auch aus anderen Ge­genden Bayerns kommen Nachrichten, daß auch dort das Beben verspürt wurde, so aus Tegernsee und schlrer- see. Auch aus dem Allgäu und dem bayerischen Walde kommt die Nachricht von verschiedenen starten Erdstößen. In Augsburg und Nürnberg wurde die Erschütterung ebenfalls wahrgenommen. Verletzungen von Personen sind nicht bekannt. Die genaue Dauer des Bebens konnte nicht feftgeftellUjyerden, da die Apparate zer­stört sind. d

Die Bedeutung der Einuahme von Stry,.

^ Berlin, 3. Juni. (WTB.) Ueber die Bedeu­tung der Einnahme von Sinn und die Wiedereroberung des galizischen Petroleumgebietes meldet das ^3. T. : Während sich die Armeegruppe des Grafen Bothmer und des Feldmarschalleuttkauts Hoffmann den Zugang zur Stadt Stryj und damit zu den beiden Bahnllmen nach Seinberg erkämpften, hat der linke Flügel der Ar­mee gilt fingen nunmehr das ganze Petrolcu nigebiet in seine Gewalt gebracht. Dieses wichtige und reichste Naphtagebiet Zentraleuropas, das bis zum Kriegsaus­bruch jährlich fünfzehn Millionen Meterzentner Erdöl im Werte von fünfzig Millionen Kronen lieferte, blieb unter der russischen Herrschaft im großen und ganzen unbeschädigt. Erst als der Ausgangs der gromtt Ma - fchlackt auch an der Karpathenfront fühlbar. wurde, setz­ten die Russen die Quellen, soviel sie ^ öer Cile öes Rückzuges erreichen konnten, in Brand. Die migarischeu und deutschen Soldaten machten sich sogleich daran, die Brände der Naphtawerke, die sonst monatelang wahren können, zu löschen. Die Menge des vernichteten Roh-

zu löschen. Die Menge des vernichteten Roh­öles wird auf 80 000 Tonnen geschätzt.

Der italienische Flottenbericht.

^ Rom, 3. Juni. (WTB.) Die Aaenzm Stefanc meldet: Wie der Admiralttätschef mitteilt, kreuzte ge­stern Dienstag, unsere Flotte den ganzen Tag i.pci in der Nähe des dalmatinischen Archipels, aber aus den bisher eiugelaufenen Meldungen geht nicht hervor, baß der Feind sich hätte sehen lassen.

Neue deutschfeindliche Kundgebungen in London.

^ Paris, 3. Juni. (WTB.) Nach Londoner Blat­termeldungen sind infolge des letzten ZeppelinaugriffeS in London ernste deutschfeindliche Unruhen ausgebro­chen. Zahlreiche Läden wurden zerstört.

Wie derB. L -A." erfährt, richtet sich die Verhee­rungswut des Londoner Mobs auch gegen die gut eng­lischen Firmen, die früher mit deutschen Läufern geschäft­lich verkehrt und deutsche Angestellte hatten.