Schutze der Flotte eine Abteilung von 460 Engländern, die sich ergab, nachdem die Dampfer durch das Feuer der türkischen Batterien zum Rückzug gezwungen umr» den. Ein englischer Zerstörer wurde in Brand geschossen, während ein englisches Unterseeboot, das sich zu nahe an Land gewagt hatte, schwer beschädigt flüchten mußte. Ein französischer Hilfskreuzer, der die Telegraphenstation von Kara Burnu beschoß, suchte das Weite, nachdem er mehrere Volltreffer erhalten hatte.
Ein französisches Torpedoboot vor Smyrna gescheitert.
Konstantinopel, 31. Mai. (WTB.) Gestern ist ein französisches Torpedoboot, das au der Küste des Wila- jets Smyrna vor dem Hafen Kusch Adassi Beobachtungen anstellte, in der Nähe des Kap Jilandschi gescheitert.
Rußland, Serbien und Rumänien.
Die Bukarester „Moldowa" vom 25. Mai veröffentlicht nach der „Köln. Ztg." eine Betrachtung, die im gegenwärtigen Augenblick besondere Aufmerksamkeit verdient. Diese Betrachtung geht von der Feststellung aus, daß Rußland es ablehne, Serbien den Banar 311 verbrechen, dabei sei es klar, oaß es, nachdem Rußland die Serben mit seinen Versprechungen an Italien benachteiligt habe, eine Ehrenfrage für Rußland sei, die Ansprüche Serbiens an den Bänat zu vertreten. Dre garrze slawische Welt würde dafür fein. Trotzdem könnten die Ereignisse Rußlaud zwingen, Rumänien dennoch den Banal zu versprechen. Die Sache würde sich, angenommen, Rumänien würde baun auf der Seite Ruß- lands fechten, folgendermaßen entwickeln:
Nach Ansicht der maßgebenden rumänischen Militärs wird die rumänische Armee die Russen nicht mehr retten können, da sie nicht mehr zu retteu sind. Geben wir aber die Unmöglichkeit zu, und nehmen an, die Sache falle zugunsten der Russen aus, ferner, wir siegen, unsere Armee versetzt beit heute siegreichen österreichisch-ungarisch-deutschen Truppen den entscheidenden Schlag, und diese gänzlich niedergeworfenen Armeen bitten um Frieden, glaubt dann jemand, der den vollen Verstand besitzt, und bei dem die Erinnerung an die Vergangenheit nicht ausgelöscht ist, der russische Hochmut werde jemals zugeben, daß der Sieg uns zu verdanken sei? Glaubt jemand, daß die Forderungen Serbiens, das von Anfang an in den Krieg getreten ist, das in heldenmütiger Weise gesümpft hat, das die Oesterreicher aus ihrem Gebiet vertrieben hat, nicht den Vorrätig haben werden vor benen Rumäniens? Glaubt jemand, daß Rußland, das Serbien in den Krieg gedrängt, das ihm die undankbare Rolle des Provokateurs zugewiesen, das aus ihm das verbrecherische Werkzeug gemacht hat, um das Kaiserreich Oesterreich-Ungarn bis in die Grundfesten zu erschüttern, indem es seinen Thronfolger beiseite schasste, an den alle unterdrückten Völker, auch die Slawen der Monarchie ihre Hoffnungen geknüpft hatten, glaubt jemand, daß Rußland gegenüber den Serben nicht moralische Verpflichtungen haben wird und solche, die es nicht verletzen kann? Rußland und Serbien sind durch ein Verbrechen, durch die Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand, verbunden. Rußland kann die Serben nicht verlassen, und wenn es heute, da es besiegt ist, es verlassen wird, dann wird es morgen, siegreich, nach wieöer- :rlangter Bewegungsfreiheit, es schützen, und es gegen ins vertreten. Seine Verbindungen mit Serbien, seine Ehre, werden ihm diese Politik gebieten, im übrigen wird, selbst wenn es auch eine andere Haltung einnehmen wollte, der Druck der slawischen Welt auf die russiiche Regierung derartig gewaltig sein, daß sie nicht wird widerstehen können.
Das sind Gedanken, denen die Agenten Rußlands in Rumänien nichts Stichhaltiges entgegensetzen können. Bemerkenswert ist vor allem die Auffassung der minra- rischen Fachmänner Rumäniens, daß Rußland den Krieg verloren habe.
Die bisherigen Verluste unserer Feinde.
Nach einem schweren und siegreichen Ringen von 10 Monaten hat sich, wie der Korrespondenz „Heer und Politik" geschrieben wird, die Zahl unserer Feinde um das Heer Italiens vermehrt. Dieses wäre gewiß ein sehr bedeutender Machtzuwachs unserer Gegner, wenn nicht unsere siegreichen Gruppen schon vorher rechtzeitig dafür gesorgt hätten, daß die Zahl unserer Feinde stark ver- inindert wird. Dieser Krieg zeichnet sich durch bie blutigen Verluste aus, welche unsere Feinde seit Anfang bis heute erlitten haben. In den ersten zehn Kriegsmonaten dürften bereits 5 Millionen Mann auf die Verlustliste unserer Feinde gesetzt werden, wenn man die befangenen, Toten und Verwundeten zusammenrechnet. Die größten Verluste haben die Russen aufzuweisen. Ihre Millionen sind tatsächlich zusammengeschmolzen, wie der Schnee in der Sonne. Erst jüngst meldete unser Generalstab, daß die erste Million Gefangene durch die siegreiche Durchbrnchs- sch lacht in Westgalizien überschritten sei. Nun bedeute man daß die „Times" bereits im Januar von den ungeheuer blutigen Verlusten der Russen sprach, die schon damals auf 1 300 000 allein an Toten und Verwundeten angegeben worden waren. Es kommt nun dazu der ungeheure Verlust in der Winterschlachl in Masuren, in der die 10. Armee vernichtet wurde. Es kommen ferner hinzu die ungeheuren Verluste in ben Karpathen, die mit Ausschluß der Gefangenen von allen neutralen und feuwlichen Blattern ans mehr als 500 000 Tote und Verwundete angegeben wurden. Ferner kommen endlich noch hinzu Die ungeheuer blutigen Verluste bei der Durchbruchsschlacht im letzten Monat, die uns bekanntlich rund 150 000 allein an Gefangenen etn^ brächte. Die Verluste der Russen an Aoten und Verwundeten können dementsprechend berechnet werden, zumal wir wissen, daß die Armee Radko Dimitriess vollkommen auf- gerieben wurde. Man wird wohl eher zu wenig als zu viel sagen, wenn man die Gesamtverluste der Runen an Gefangenen, Toten und Verwundeten auf mehr al^ 3 .Rilli- onen berechnet. Es kommt dazu, daß bei der schlechten ärztlichen Versorgung des russischen Heeres nur ein geringer Teil der Verwundeten wieder felddienstfahig wird. Das französische Heer, das auch bereits gegen 000 00 Mann in unsere Gefangenlager abgegeben hat, hat auch ganz ungeheure Verluste an Toteil und Verwandten am- iitmpiien Mir wollen garnicht zu weit gehen wie die italienische Zeitung „Eorrtere della Sera", die wegen ihren Deutschenseindlichkeit berüchtigt ist und L^viK nicht gern etwas ungünstiges über das franzosische Heer bringt. Nach, diesem Blatt ist bereits mehr als die Hälfte des jrailzvsl- scheu Heeres durch Tote und Schwerverwundete außer Ge- eckt besetzt Die Tatsache, daß die französische Heeresleitung immer noch keine Verlustlisten hemusgibt, gibt allerdings zu denken. Trotzdem aber wollen wir die niedrigste Zahl annehmen, die von der „Daily -Nast genannt wurde, und nach der das französische M bwher an Ge- äh^ ääW«« und «s zumal die EuglKndec in den letzter Wochen vor ^"^e- danellen schwer geblutet haben. Die Zahl von o tdiw neu ist nach allen diesen Angabe», die ö ” stammt, eher zu niedrig als zu s^LUrf dieser Tatsache liegt für uns eine Gewahr dafür, da»durch fitnAutri neuen Feindes Italien der Sieg uns nicht ffiif^ auch diesen Feind Re Schärfe unseres Schwertes werden fühlen lassen sönnen. . - «"
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Eaillaux über den Krieg.
Ein Sensationsartikel des südamerikanischen Fachblattes „Gaceta militare" enthält nach der „B. Z." Aeußerungen, die der frühere französische Minister Eaillaux Ende vorigen Jahres während seines Besuches in Rio de Janeiro über den Krieg gemacht hat. Eaillaux äußerte sich danach in vertrauten Kreisen wie folgt: Unser Krieg gegen Deutschland ist Wahnsinn und Verbrechen. In Paris würde man mich! steinigen, menn ich das öffentlich sagen würde. Trotzdem ist es so. Delcassee trägt die ganze Schuld am Krieg, Kenn, niemals konnte er es dem Deutschen Kaiser vergessen, daß er ihn 1908 zwang, das Ministerium zu verlassen. Wir Franzosen holen nur für England die Kastanien aus denn Feuer. Von den Russen können wir tue Dank erwarten. Eaillaux sagte metter, daß er als Minister gute Beziehun-, gen mit Deutschland pflegen wollte. Während des Vormarsches der Deutschen zur Marne habe er die Minister beschworen, Frieden zu schließen, der damals billig zu haben gewesen wäre. Der Kaiser, sagt Eaillaux, wollte England erdrücken und zerstören und braucht dazu freie Hand. Wir hätten keinen Quadratmeter französischen Bodens verloren. Auch Belgien hätte seinen König behalten. Deutschland hätte sich mit der Zahlung einer Kriegskosten- entschadigung und dein Versprechen, unsere Waffen nicht gegen Berlin zu wenden, begnügt. Aber im Elhsee schämte man sich, Frieden zu schließen. Jetzt ist es zu spät. Deutschland ist unbesiegbar. Wenn wir kein Gebiet und Geld opfern wollen, werden wir keinen Frieden haben. Den historischen Augenblick haben wir verpaßt und auf bentl Gewissen Delcassees und Poincarees lastet die gigantische Schuld. Wir begingen im August einen Wahnsinn, für den es kein Heil gibt
Der Austausch Schwerverwundeter mit Euglaud.
Wie bie „Köln. Ztg." zuverlässig erfährt, findet in nächster Zeit zwischen deutschen und englischen Schwerverwundeten ein Austausch statt. Die deutschen Invaliden sollen aus England zunächst nach dem Haag gebracht und von da in ihre Heimat weiter befördert werden.
Zum Fliegerangriff auf Ludwigshafen.
Nach einer Meldung der „B. 3" aus Basel ist in Straßburg festgestellt worden, daß von den 18 französischen Flugapparaten, die am Freitag Ludwigshafen altgriffen, nur 12 zurückgekehrt sind. Außer dem gepanzerten Flugzeug, das östlich von Neustadt a. d. H. itie= dergiug, wurden zwei Flugapparate getroffen und zur Landung gezwungen. Einer von diesen landete, da er von den Deutschen mit Erfolg beschossen war, bei Oetig- Heim unterhalb Rastatt auf einem Ackerfelde. Er überstürzte sich, die beiden Flieger wurden aus dem FluP- zeug herausgeworfen und erheblich verletzt. Sie konnten ihre Absicht, das Flugzeug und die technische Einrichtung vor derGefangennahme zu verbrennen, infolge ihrer schweren Verletzung nicht mehr ausführen, so daß mehrere wichtige Papiere, vor allem Fliegerplan, in deutsche Hände fielen. Die beiden Offiziere wurden mit einem Krankenauto nach dem Gefangenenlager in Rastatt gebracht. Sie hatten nicht nur durch ben Sturz, sondern auch durch Schüsse erhebliche Verletzungen erhalten. Das dritte Flugzeug erhielt bei Germersheim einen Treffer, der so empfindlich traf, daß es nicht mehr in die Höhe zu bringen war. In der Nähe von Ludwigshafen bei Mur- terstadt stürzte es auf einer Wiese ab, und als auf dem Felde arbeitenden Leute hinzukamen, fanden sie die beiden Flieger bereits tot. Die Toten wurden nach Luo- wigshafen übergeführt. Wo die drei weiteren Flugzeuge geblieben sind, konnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden, wahrscheinlich sind sie im Pfälzer Walde zur Jfot= lanöung gezwungen worden, womit auch ihr Schicksal besiegelt wäre.
Vermischtes.
Verbot der Unterstützung einer französischen Firma. Die französische Firma Paths frsres et Cie. hatte durch ihre Berliner Vertretung auf ihre schnlkinematographi- sche Abteilung die Schulen aufmerksam gemacht und ihre Dienste augeboten. Dies ist auch zur Kenntnis der Abteilung für Kirchen- und Schulwesen der Königlichen Regierung in Potsdam gekommen. Die Regiernng hat daraufhin eine Verfügung an die Kreis- und Ortsschul- inspektoren, Schuldeputationen und Schulvorstände des Bezirks gerichtet. Sie werden besonders darauf aufmerk- fam gemacht, daß jede Berücksichtigung und Unterstützung dieser Firma verboten ist.
Das Eiserne Kreuz als Lebensretter. Unter den am Pfinqstsountag in Freising angekommenen Verwundeten befand sich auch der Unteroffizier in 2. Landwehr-Regiment Hartmann Gagel, dem das Eiserne Kreuz zum Lebeusretter wurde. Der tapfere Held hatte sich am 14. April, wie schon öfter, zu einem gefährlichen Pa- trouillengang gemeldet. Dicht vor den Drahtverhauen traf eine feindliche Kngel sein Eisernes Kreuz, riß ein Stück heraus und prallte an der Erkennungsniarke ab. Gagel erwiderte auf die Frage, ob er das Kreuz hergeben würde: „Nicht um 1000 Mark."
Preisstürze für Kartoffeln. Die starke Zurückhaltung von Kartoffelvorräten beginnt sich allenthalberi zu regeln, und zwar zum Schaden der Spekulanten. Die Kartoffelpreise erfahren, wie aus Halle gemeldet wird, dort und in der ganzen Provinz Sachsen und im Herzogtum Anhalt infolge des starken Angebots der überreichen eingelagerten Bestände einen erheblichen Preissturz von meist mehr als einer Mark für den Zentner. Verkäufer bieten gute Ware da und dort für drei Mark pro Zentner an.
Das Unteroffizierkorps als Pate. Bei dem 14. Kind des Glasermeisters Breitenfellner in Tannöd bei Passau, der beim 1. Landsturm-Bataillon Passau steht, übernahmen sämtliche Unteroffiziere die Patenstelle für das Neugeborene und übersandten ein namhaftes Patengeschenk. Die Gattin des Hauptmanns, der das Bataillon befehligt, übersandte für das Kind die gesamte Ausstattungs- wäsche.
6100 Kilometer Wasserweg.
Unter dieser Ueberschrift schreibt Kapitän zur See z. D. v. Kühlewetter in der „Franks. Zeitg.":
Als die ersten Nachrichten aus dem Msland durch die Zeitungen gingen, deutsche Unterseeboote seien bei Gibraltar und tm Mittelmeere gesehen worden, da begegnete man sehr oft einem freudigen Schmunzeln des Zertungslesers. Dies Schmunzeln war zwiefacher Art. einmal freute man sich natürlich, daß das Ausmnd solche ßeiftungeu unsern Unterseebooten zutraute, andererseits schmunzelte man in sich hinein, daß die Angst vor unsern Unterseebooten bei unsern Gegnern schon derartige Gespensterfurcht erweckte, denn — man glaubte es nicht. Als zum ersten Mal die ganz bestimmte Nach«
richt kam, ein deutsches Unterseeboot habe in der BiSl caya einen Dampfer verfolgt, ich glaube es war ein — leider entkommener — japanischer, da lächelte man auch und meinte, das sei ja garnicht möglich. Und die Leute hatten ganz recht, die so dachten, denn auf all dies war niemand vorbereitet.
Auch England hatte sich nicht der Leistungen unserer Unterseeboote versehen, denn es nahm selbstverständlich an und scheute sich auch garnicht das auszusprechen, daß es nach Art und Zahl von Fahrzeugen und Besatzung weit über allen anderen Flotten stehe. So schätzte es unsere Fahrzeuge in gewohntem Britenhochmut nach seinen ein und war wohl zum ersten Mal peinlich enttäuscht, daß im Oktober und November die ersten Taten unserer U-Boote im Kanal selbst geschahen und drei Schiffe, darunter ein Linienschiff, erschlagen wurden. Damals vollzog sich die erste Störung in der britischen Benutzung des Kanals, aber man lachte trotzdem immer noch unseres Unterseebootskrieges, als er angekündigt wurde, und sprach von unseren wenigen Booten und der Unmöglichkeit, daß sie die Handelshochstratzen im Westen ernstlich bedrohen könnten. Heute habe» die Taten des Unterseebootkrieges laut genug gesprochen und seinen Ernst fühlt in England auch der „Mann auf der Straße" schon längst am eigenen Leibe. Und nun kommt die nächste Stufe: Deutsche Unterseeboote vor den Dardanellen. Auch davon wurde schon lange gemnnkelt, aber geglaubt hat es niemand bis in die allerletzte Zeit hinein, als wirklich immer mehr Schiffe die Boote gesehen hatten. Wie sind sie hingekommen? Ja, die es wissen, die werden unseren lieben Feinden ganz gewiß nicht den Gefallen tun, es ihnen zu erzählen. Es gibt Wasserwege nach dem Mittelmeer, es gibt auch Landwege und die neutralen Amerikaner haben uns ja vorgemacht, wie mau Unterseeboote transportiert. Man lagt, sie hätten diesen Neutralitätsdienst jetzt auch Rußland geleistet. Fest steht jedenfalls, daß deutsche U-Boote in der Nähe der Straße von Gibraltar gewesen sind, daraus kann man also auf den Wasserweg schließen.
Der Wasserweg von unseren Nordseehäfen bis zur Türkei auf dem allernächsten Weg ist 3300 Seemeilen lang, also über 6100 Kilometer. Ich weiß nicht, ob der Laie sich vorstellen kann, was es heißt, wenn ein Fahrzeug, das, wie unsere Gegner anuehmerr, etwa 1000 Tonnen Wasser verdrängt, also nach englischem Muster etwa 70 Meter lang und an feiner breitesten Stelle 6 Meter breit sein würde, mit einer Besatzung von etwa 30 Köpfen solch eine Reise macht, die etwa so weit ist wie eine Reise von der Elbe nach Neuyork. Das kleine Fahrzeug kau« nur mit mäßiger Geschwiuöigkeit fahren, damit der Brennstoff reicht. Es ist stets gewärtig, dem Feind zu begegnen, ohne Hilfsmittel ganz auf sich selbst gestellt auf dem ganzen Weg durch feiudliche Meere. Und die Boote sind dem Feinde oft begegnet. Ganz wird es der Laie nicht ermessen können, was dazu gehört. Unsere Feinde mögen daraus folgern, einmal, daß wir Unterseeboote genug haben, sonst würden wir keine dem Hauptkriegsschäuplatz entziehen, weiter aber auch daran ermessen, was diese selben Fahrzeuge im Unterseeboots^ Handelskrieg an Englands Küste zu leisten imstande sind, daß es ihnen wenig verschlügt, ob die Dampferfahrstraße bei Jrlind oder bei Schottland oder sonst wo die be- fahrendste ist. Sie haben langen Atem und werden sie zu finden wissen. Daß es gelang, den Unterseeboots- krieg ins Mittelmeer zu tragen, bringt unsere Technik hohe Ehren, die Fahrzeuge und Maschinen schuf, die solchen Anforderungen zuverlässig gewachsen sind. Es ist Ruhm und Ehre für die Kommandanten und Besatzungen unserer U-Boote, die das ihnen Auvertraute so zu meistern wissen, daß es leistet, wozu es erdacht ist. Heißt es doch für uns mehr wie je, zäh überall „unseren Feinden in die Hosen gesessen". Und unvergänglicher Ruhm für unsere braven Boote, die, kaum da unten angekommen, zwei englischen Linienschiffen den Garaus machten. Zum „Ocean" und „Unwiderstehlichen" hatte schon ein David den „Goliath" gesellt und der englische „Triumph" kündet jetzt mit dem „Majestätischen", was diese Prablsäule des Namens von unseren schlichten grauen U's zu erwarten haben. Die Dardanellen sind tief und geräumig und wenn der „Ueberschuß" an älteren Schiffen aufgebrancht ist, kommen vielleicht die neuen brau, ober sollte man lieber diesen Platz dort den Italiener überlassen wollen?
Weitere Drahtnachrichten.
Die persönliche Freiheit der Belgier.
** Brüssel, 1. Juni. Die belgische Regierung in Le Havre wies ihre Vertretungen im AuSlande an, Belgiern keine Pässe mehr nach der Schweiz und Holland ausznstellen, um ihnen die Heimkehr in ihre Heimat unmöglich zu machen. Sie warnt dabei vor Gefahren, die den Männern drohen, die die Deutschen als waffenfähig betrachten. Der Generalgouverneur hat unziveideutig kundgetan, daß kein Belgier etwas für seine persönliche Freiheit zu befürchten hat. Die auferlegte Meldepflicht für frühere Angehörige des belgischen Heeres bezweckt lediglich eine Kontrolle.
Italiener gegen Italien.
»^ Basel, 1. Juni. (WTB.) Wie die „National- zeitung" mitteilt, finde die auffällige Erscheinung, daß hier verhältnismäßig wenig Italiener zwecks Gestelluna beim Heere durchgereist sind, ihre Erklärung darin, daß es den Konsuln Italiens in verschiedenen Gegenden Deutschlands nicht gelungen ist, ihre Landsleute zur Heimreise zu bewegen. Den basischen Landesbehörden liegen zahlreiche Bittschriften von Italienern vor, die darum ersuchen, sie doch nicht auszuweisen, da sie in Baden eine zweite Heimat gefunden hätten und mit dem Vorgehen ihrer Regierung nicht eiitverftanbcit >eien. Viele Hundert haben noch rasch yfaturalifierungSanträgc gestellt, um. in die dentsche Armee eingestellt zu werden.
Italienische Alpentruppen auf der Flucht.
w> Berlin, 1. Juni. Der „Kreuzzeitung" zufolge will ein Wiener Blatt aus politischen Kreisen der Schweiz erfahren haben, daß Giolitti vor der entscheidenden Kammersitznng Rom verlassen mußte, um sein Leben zu retten. Die Untersuchung sei noch im Gange.
Nach Meldung eines Korrespondenten vom italienischen Kriegsschauplatze seien die Alpini auf dem Plateau vou Lavarone unter Verlnst von vielen Hunderten Mann in regelloer Flut geschlagen.
Vier Opfer eines Familien-ramas.
Berlin, 1. Juni. (T. U.) Ein furchtbares Fa- miliendrama, dem vier Menschen zum Opfer fielen, hat sich in der Drontheimerstraße 21 abgespielt. Dort hat sich der 35 Jahre alte Maschinenschlosser Albert Kühn mit seinen drei Kindern durch Gas vergiftet. Kühn hatte vor kurzem seine Frau durch den Tod verloren. Er selbst mußte zum Militär einrücken. Aus Sorge um dar SMcklal der Kinder beging er die schreckliche T^