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MS NuWnSS eine längere Besprechung pulle. Das Ergebnis derselben war, daß sich der bisherige Dreiver­band in einen Bierverband uMgestaltete, indem Italien sich den Mächten des bisherigen Dreiverbandes in aller Form anschloß. Bei der Besprechung wurden auch alle wirtschaftspolrtischen, militärischen und maritimen Ver- pflichtungen geregelt, die Italien seinen neuen Ver­bündeten gegenüber auf sich zu nehmen hat.

Reuter bestätigt, daß Italien dem Londoner Ver­trag über gemeinsamen Friedensschluß der Entente­mächte beitrete. Die Unterzeichnung des Abkommens stehe bevor.

Einitalienischer Sieg".

Amsterdam, 28. Mai. (T.-U.) DerTimes" zu­folge befinden sich, wie dasB. T." berichtet, in italie­nischen Häfen 36 deutsche Schiffe mit zusammen 132 776 Tonnen Inhalt und 21 österreichische mit 73 895 Ton­nen. Unter den Schiffen befinden sich diePassagierdampser Moltke" mit 12 000 Tonnen,König Albert" mit 10 500 Tonnen, die im Hafen von Genua ließen. DieBayern" mit 8000 Tonnen liegt im Hafen von Neapel. Was mit den Schiffen geschehen wird, tut, wie dieTimes" sagt, nichts zur Sache. Hauptsache sei, daß sie für die Vedürf- nisse der Alliierten Verwendung fänden.

DerMatin" bringt, derD. T." zufolge, eine ju­belnde Zuschrift aus Rom, in der gesagt wird, Italien habe ohne einen Schlag einen großartigen Sieg er­rungen, indem es über 80 Dampfer Deutschlands und Oesterreichs beschlagnahmt habe. Die meisten dieser Dampfer gehörten zur schnellsten Gattung und könnten in kurzer Zeit armiert werden. Dadurch erhalte Ita­liens Handelsmarine vollste Kraft. Die beschlagnahm­ten Schiffe verkörperten einen Wert von 400 Millionen. Diesen Erwerb habe Italien schon lange ersehnt.

Bevorstehende Einberufung der jüngsten italienischen Jahrgänge.

DieVoss. Ztg." berichtet aus Kopenhagen:9la= tional Tidende" meldet, daß eine sofortige Vermehrung des italienischen Heeres durch Einberufung der jüngsten Jahrgänge bevorstehe. Italien hoffe dann im Laufe des Jahres drei Millionen Mann aufstellen zu können.

Der Eindruck der ersten Kriegsberichte in Italien.

Ein Teil der italienifchen Presse stellt das bishe­rige kampflose Vordringen in der Grenzzone gleichsam als Spiegelbild des ganzen Krieges hin. Darauf ant­wortet die Proklamation des Königs beim Abgang ins Hauptquartier mit starker Hervorhebung aller glänzen­den Eigenschaften der österreichischen und deutschen Heere, die den Kampf schwierig und opferreich machen. Erstaunen erregt die Geheimhaltung der Abreise des Königs, die um Mitternacht nur in Anwesenheit der Minister und des Regenten des Herzogs von Genua erfolgte. Diese Regentschaft im Kriegsfall ist eine alte Tradition Savoyens. Die Presse registriert die Au^>- landsurteile zu Italiens Kriegseintritt. Während der Sultan von Marokko ein Telegramm an Poincaree mit Jubel über den neuen Kämpfer für die Zivilisation rich­tet, befriedigen die Erklärungen Sasonows weniger, da weder Rumäniens noch Bulgariens Teilnahme am Krieg darin enthalten ist, dafür aber darin augekundigt wird, daß Serbien einen großen Teil Dalmatrens er­halten soll. Die Presse ist erstaunt, daß Italien seinen Beitritt zum Londoner Pakt über einen Separatfrieden durch Reuter erfährt, während Sonnino schweigt. Die Frage der Freikorpsbildung wurde durch einen Kom­promiß gelöst. Es werden keine selbständigen Korps aufgestellt, dafür aber Peppino Garibaldi mit allen Freiwilligen eingereiht in die Alpenjagerbrigaden.

Ausschreitungen in Mailand.

og* Berlin, 28. Mai. (WTB.) DerB. L.-A." mel­det aus Chiasso: Gestern abend bot der Domplatz in Mailand das Schauspiel eines regelrechten Progroms nach rnssischem Muster. Auf dem Dach des Hotels Me­tropole war ein starkes Licht beobachtet worden und man vermutete Signale für den Feind. In Wirklichkeit faß der italienische Besitzer des Hotels mit einigen Freun­den in seinem Dachgarten beim Tee. Als die Wut der Menge immer größer wurde, telephonierte der Besitzer an die Polizei, die erschien, aber KarabiNiere und Schutz­leute waren unfähig, die Erstürmung des Hotels zu ver­hindern, in dem alles zerstört wurde. Mttitar traf ein. Trotzdem wurde das Haus zum zweiten Male gestürmt und verwüstet, weil man ein neues Lichtsignal gesehen haben wollte. Der Krawall dauerte bis um 1 Ubr mor­gens und setzte sich in der Gallerie fort, wo Steme in ehemals deutsche Läden geworfen wurden. Um 3 Uhr nwrgens brach eine Bande in die Geschäftsräume der Firma Siemeus-Schuckert ein und zerstörte alles. An­dere Banden zogen in Gasthöfe, um etwa dort noch an­wesende Deutsche herauszuholen, trafen aber keine mehr an. Dagegen wurden eimge Schweizer mißhandelt.

Die Unterstützungen der Familien der

Kriegsteilnehmer.

Der Bundesrat hat den Bundesregierungen neue Grundsätze über Familienunterstützungen übermittelt, die eine Erweiterung der bisherigen Bestimmungen bedeuten. Sowohl der Kreis der anspruchsberechtigten Personen als auch der Kreis der unter- stützungsberechtigten Familienangehörigen ist bedeutend dadurch erweitert. ~ ,

Zu dem Kreise der anspruchsberechtigten Personen gehören jetzt auch alle im wehrpflichtigen Alter stehenden männlichen Per- onen, die sich im Auslande befinden und infolge von feindlichen Maßnahmen nicht in das Inland zuruckkehren können msbeson- dere auch Personen im wehrpflichtigen Alter, die vom Femde ver­schleppt worden sind; ferner Mannschaften, die sich rm Auslande einem Marine- oder Schatztruppenteile gestellt haben; Kriegsfrer- willige; Mannschaften, die im Kriege ihre aktive Dienstzeit be­endet haben (vom Tage der Vollendung ab); aktive Mannschaf­ten, die als einzige Ernährer ihrer .Eltern früher zurückgestellt, jetzt eingestellt sind, soweit sie noch die Eltern ernährt haben.

Als unterstützungsberechtigte Familienangehörige gelten ieht auch ° Stiefeltern, Stiefgeschwister und Stiefkinder, sofern der Einaewaene sie unterhalten hat; uneheliche Kinder der Ehefrau her unterhalten; elternlose Enkel; die schuldlos geschiedene Ehe­frau, die nach § 1578 VGB. der Ehemann den Unterhalt zu ge­währen verpflichtet ist; alle unehelichen Kinder; alle Ehefrauen und Kinder von aktiven Soldaten.

Den in Betracht kommenden Stellen ist ^ltcu^ K*t ^1**^ 9*-' hie ^roae Bebürstigbeit wohlwollend und nicht engherzig zu prisien und bei den Recherchen bei den Familienan- gehörigen keine niederdrückenden Empfindungen auszulosen.te Jinferitiiiitirtoeit dürfen auch nicht abgelehnt weiden mit der Vc- hnü noch ein kleines Vermögen vorhanden sei. Auch Ne ck eines kleinen Anwesens mit Äcker und Vieh oder eines nicht aus Auch ist unbedenklich eine Unterstützung zu gewahren, wenn arbeitsfähige Anaeböriae infolge einer augenblicklichen stmttsioiigRett in eine vorübergehende Notlage geraten ist. Es wird ferner darauf hin- nentlat nur die Mindestsätze zu zahlen, der K^

merbett Km Falle des Todes des Kriegers müßen die Unterstützungsgelder so lange fortgezahlt werden, bis He Hinterbliebenenrente gkiMt ist.

Wegsallerlei.

Bestandsmeldung »er Metalle.

Berlin, 27. Mai. (WTB. Amtlich..) Die am 12. Mai 1915 in Kraft getretene neue Verfügung betreffend Bestandsmeldung und Beschlagnahme von Metallen (Kupfer, Messing, Bronze, Nickel, Zinn, Aluminium, Antimon und Hartblei) verpflichtet alle gewerblichen und Handelskreise sowohl Firmen und Einzelpersonen wie auch Kommunen, öffentlich-rechtliche Körperschaften und Verbände zur Meldung. Ihre Unterlassung ist nach § 5 der Bekanntmachung über Vorratserhebung vom 2. Februar 1915 mit empfindlichen Strafen bedroht. Amtliche Meldescheine mit Vordruck und augefügter Er­läuterung find bei allen Postanstalten erster und zwei­ter Klasse erhältlich. Für die nachträgliche Vorlage et­wa noch unterbliebener Meldungen ist, wie wir an zu- ftändißer Stelle erfahren, eine Nachfrist bis zum 31. Mai 1915 gewährt.

England braucht Geschütze.

o-* London, 28. Mai. (T-N.)Daily Mail" gibt der Ueberzeugung in einem Artikel Ausdruck, gatz die Ar­tillerie die Entscheidung in diesem Kriege bringen werde. Wo jetzt 1000 Kanonen verhandelt seien, müßten die Eng­länder deren 5000 haben.

Anwerbung amerikanischer Arbeiter für englische Fabriken.

Die Versuche zur Anwerbung gelernter Arbeiter aus den Verewigten Staaten für englische Munitions- fabriken werden mit verstärktem Eifer fortgesetzt. Eng­lische Agenten bereisen die großen Fabrikstädte des Ostens und verpflichten in der Hauptsache Maschinen­schlosser zu ungewöhnlich hohen Löhnen. Außerdem wird den Angeworbenen noch eine besondere Vergütung bei guten Arbeitsleistungen und freie Hin- und Rückreise versprochen. Bisher haben über 4000 Arbeiter die Reise nach Rußland angetreten.

Die Folgen der englischen Pöbelherrschaft.

Reuter berichtet amtlich, daß bei den deutsch-feind- lichen Ausschreitungen in England nach der Torpedie- rung derLusitania" 865 Personen verletzt, 732 Geschäfte beschädigt und 2350 Personen, darunter über 1000 Deutsche verhaftet worden sind. Im Verfolg der Nach­richt wurden weiter 7429 Deutsche und 3570 Oesterreicher auf Befehl der Regierung in Schutzhaft genommen.

Die chinesischen Zugeständnisse an Japan.

DieTimes" meldet aus Peking, daß das Abkommen zwischen China und Japan am Dienstag geschlossen wor­den sei. Es tritt mit dem Tage der Unterzeichnung in Kraft. Japan erhält ungefähr alles, was es in seinem Ultimatum forderte. Die Regierung in Peking hält sich ruhig. Die Stellung des Präsidenten scheint unerschüt- tert zu fein. Nach derTimes" haben die Geschehnisse nur die Folge gehabt, daß das nationale Gewissen Chi­nas einigermaßen geweckt worden ist.

Ein Rechenexempel.

Die Schlacht bei Neuve Chapelle ist von den Eng­ländern als großer Erfolg mit bedeutendem Gebiets­gewinn dargestellt worden. Noch in einer Rede vom 18. d. Mts. im englischen Oberhause sagte Kitchener:Der Kampf um Neuve Chapelle wurde mit großer Tapferkeit durchgeführt und setzte uns instand, eine vom militäri­schen Standpunkt wichtige, von den Deutschen bis­her gehaltene Stellung zu besetzen." Man wird wohl nicht auf Widerspruch stoßen, wenn man jede von den Deutschen in Frankreich besetzte Stellung und jeden von ihnen besetzten Quadratkilometer als vom militärischen Standpunkt wichtig bezeichnet. Deutschland hat von Frankreich mindestens ein Zehntel vielleicht wesent­lich mehr besetzt. Das entspricht, da der gesamte Flä­cheninhalt Frankreichs 536 408 Okm beträgt, einer Be­setzung von mindestens 53 640 Okm. Der Geländege, winn, den die Schlacht bei Neuve Chapelle den Englän­dern einbrachte, beträgt nach der von Prof. Dr. Georg Wegener auf Grund von Angaben von maßgebendster Stelle in derKölnischen Zeitung" gemachten Berech- nuuß in der Länge genau 3 Kilometer erreicht nirgends die Tiefe von 1 Kilometer. Das ergibt einen Gebietsgewinn von alfo weniger als 3 Quadratkilo- meter. Dieser große Erfolg hat den Engländern nach übereinstimmenden Angaben einen Menschenver­lust von 25 000 Mann gekostet. Nimmt man nun an, daß fürder auf beiden Seiten mit der gleichen Tapferkeit, wie bisher, gekämpft wird, folgerichtig auch mit den glei­chen Verlusten und setzt man den Fall, daß der endliche Ausgang der gleiche wird, wie bei 9teuve Chapelle, so müßte die Befreiung des von den Deutschen besetzten französischen Bodens, also bis zur belgischen Grenze, den Engländern einen Verlust von 25 000 x 53 640 :3 oder ausgerechnet 446 982120 Mann kosten. Ob Herr Kitchener sich das wohl leisten kann? Wie groß unter gleicher Voraussetzung die Verluste bet der Befreiung Belgiens oder gar bei einem Vorrücken der Verbünde­ten bis an den Rhein sein würden, mag sich jeder, der Lust hat, selbst ausrechnen. Es ist ja klar, daß diese Aus­führungen nicht ganz wörtlich zu nehmen sind; aber sie zeigen doch sehr klar, was es mit dem großen Erfolge des Neuve Chapelle auf sich hat und welcher ehernen Mauer die Engländer und Franzosen, und, falls sie noch dazu kommen, die Leute von jenseit der Berge gegen- überstehen, und daß es für sie alle zusammen das ver­nünftigste wäre, sie gäben das ganze Geschäft auf. Denn klein kriegen sie uns nicht, es wäre denn, daß von ihnen selbst auch kein Schnipsel mehr übrig bliebe.

Raubanfall auf den deutschen Geschäftsträger in Mexiko.

Aus Mexiko liegt folgende Meldung vor: Am 18. Mai wurde um 11 Uhr abends im Gesandtfchaftsviertel der deutsche Geschäftsträger Dr. Magnus etwa 150 Me­ter von der deutschen Gesandtschaft entfernt von einem Menschen angefallen, der ihm Uhr und Kette zu rauben versuchte. Dr. Magnus wehrte den Angreifer mit Stock- schlägen ab. Dieser versetzte darauf dem Geschäftsträger einen Messerstich in die Herzgegend, ohne ihn jedoch ernstlich zu verletzen. Abgesehen von einer Fletschwunde, die das Zwerchfell unversehrt ließ, trug Dr. Magnus keinen Schaden davon. Er tft fieberfrei und außer Le- bensgefahr, und hat auch. die Führung der Geschäfte nicht abgegeben. Seine Wiederherstellung wird dntuen zwei Wochen erwartet. Die Verfolgung des Rauban­falles ist eingeseitet.

das neue Ministerium in England.

Wenn in schwereil Kriegszeiten eine durchgreifende Umbildung des Ministeriums eines Landes vorgenom- men wird, kann darin leicht ein Zeichen der Schwache erblickt werden. Vollends in England, wo seit Jahr- Hunderteil im Wechsel der Mehrheiten zwischen den bei­den einzigen großen Parteien immer ein im sich ge­schlossenes Parteiministerium dem.andern gefolgt ut, ist die Bildung eines Koalitionsministeriums, in dem Liberale und Konservative ziemlich gleichmäßig vertreten sind, bei unverändertem Fortbestarrd der liberalen Mehrheit im Unterhause etwas Nocknichtdagewe eves. D^r gxobtz MugMalter Krieg hat 6U« mes MüeivMn-

liche, aller englischen Tradition Widersprechende, Wege gebracht.

Wir dürfen nur nicht glauben, daß bei dieser Er- fcfjeinuuß eine Abschwächung des englischen Kriegs- rvillens beteiligt sei. Jedenfalls nicht als Grund. Denn verarilatzt worden ist die Umwandlung des liberalen Ka­binetts in ein liberal-konservatives durch den überein­stimmenden Wunsch beider Parteien, die in der Kriegs- rüstung und Kriegsführung hervorgetretenen Nkängel so schnell als möglich abzustellen. Durch den Eintritt der Imperialisten Landsoowne, Balfour, Chamberlain in das Kabinett ist der Entschluß, den Krieg so gut und so lange als möglich fortzuführen, gewiß uicht abge­schwächt worden. Der unverminderte Kriegswille spricht sich iusbesvildere auch darin aus, daß der unfähige, mit dem Flottenchef Fisher verzankte Marineminister Chur­chill auf einen unbedeutenden Ehrenposten abgeschoben und daß für die schwierige Frage der Munitionsversor­gung ein eigenes Ministerium unter Leitung von Lloyd George gebildet worden ist.

Trotzdem ist es fraglich, ob das neue küllstliche Ge­bilde eine innere Kräftigung Englands bewirken wird. Eiustweilen niacht die liberale Presse aus ihrem Verdruß kein Hehl. Die Iren, deren Führer bisher die Regie­rung in allem unterstützt patten, find aufs äußerste ver­stimmt darüber, daß der Ulsterrebell Lord Carson einen Posten im Koalitionskabinett erhalten hat. Damit ist die schon mit der Unterschrift des Königs versehene Home- rulebill, die den Iren die lang ersehnte Selbstverwal­tung gewähren sollte, in den Orkus verschwunden. Das von den Konservativen verlangte Radikalmittel gegen die Not an Kriegsmannschaften, die Einführung der all­gemeinen Wehrpflicht, wird sich ilicht ohne heftige Kämpfe mit den liberalen Wählern, der Arbeiterschaft und den Iren dnrchsetzen lassen. Das Experiment, den Banke­rott der liberalen Parteiregierung durch ein Koalitions­kabinett zu verschleiern, an sich nach englischen Begriffen eine Anomalie, wird also an der äußeren Politik kaum etwas ändern, dagegerl im Innern manchen großen Schwierigkeiten begegnen und gewiß keinen Burgfrie- den schaffem

Vermischtes.

Maschinelle Aushebung von Schntzengräben. Wie die Kriegstechnische Zeitschrift mitteilt, beabsichtigt die französische Heersleitung, die Schützengräben nicht mehr durch Menschenhand, sondern durch Motorpfliige aus- werfen zu lassen. Der Pflug lockert zunächst die Erde und zerkleinert sie, dann wirft er sie sofort zur Seite als brauchbare Brustrvehr aus. Der Motorpflug kann mit einer gewöhnlichen Protze fahrbar gemacht werden oder als Automobil ausgerüstet fein. Die Apparate sol­len infolge des schweren, mit etwa 1000 Umdrehungen sausenden Pflugeisens selbst für die Bearbeitung des härtesten Bodens geeignet sein.

DieKartofseluot" des Magistrats. Eilte wahrhaft drastische Illustration zu der in der Phantasie unserer Feinde so üppig wuchernden Legerrde vomhungernden Dentschland" liefert nach denMiinch. N. N." das eigen­artige Schicksal der städtischen Martoffeleinfäufe in Gera. Um gegen den mit so viel Geschrei angekündigten Aus­hungerungskrieg gewappnet zu sein, hatten, wie ander­wärts, auch die Geraer Staötväter seinerzeit fürsorglich etwa 20 000 Zentner Speisekartoffeln zur Abgabe an die Bürgerschaft eingekauft. Da sich jedoch bis jetzt in Deutschland keinerlei «Kartoffelknappheit gezeigt har, man im Gegenteil überall mit diesem wichtigen Nah- rungsmittel versehen ist, konnte es geschehen, daß die eingelagerten Vorräte der Geraer Stadlbehörde nur ist sehr geringem Maße in Anspruch genommen wurden, sodaß der Magistrat heute mit dem weitaus größten Teil seiner Erölipfel regelrecht sitzen geblieben ist. Da­mit aber die Kartoffeln ihren Daseinszweck erfüllen und der Volksernährung dienstbar gemocht ivcrden können, hat der Stadtrat zn einer zwar ungewöhnlichen, aber in Anbetracht der ernsten Zeit gewiß nicht unbilligen Maßnahme gegriffen und beschlossen, die städtischen Kriegsunterstützungsgelder nicht mehr voll in bar ans- zubezahlen, sondern jeder der bedürftigen Fancilien aus die zu empfangende Unterstützung einen allmonatlich abzunehmenden halben Zentner Kartoffeln in Anrech­nung zu bringen. Auf diese Weise hat sich die Stadt die Gewähr dafür verschafft, daß die Kartoffeln glich wirk­lich ihrer Bestimmung zllgeführt werden und nicht dem Verderbelt anheinlfatten.

Weitere Drahtnachrichten«

Ein englischer Hilfskrenzer in die Luft geflogen.

fe* London, 28. Mai. (WTB.) Das Renterschc Burean meldet amtlich: Der HilfskrenzerPrinzeß Irene" ist infolge eines nnglücklichen Zufalles bei Sher- netz in die Lnft geflogen. Nnr ein Mann der Besatzung ist gerettet worden.

(DiePrilizetz Irene" war ein großer kanadischer Dampfer von 6000 Tonnen.)

Bericht des tsirkifchen Hauptquartiers.

fe* Konstantinopel, 28. Mai. (WTB.) Wie das Hauptquartier mitteilt, wurde gestern morgen au der Dardauelleufront von Sed ül Bahr ein englisches Schlachtschiff vom Typ desMajestic" durch einen Tor­pedo, der von einem dentschen Unterseeboot lanciert worden war, znm Sinken gebracht. An der Küste von Kabah Tepe wurden feindliche Schleppdamoker, welche vier gepanzerte Schleppkähne schleppen wollten 1-nrch uns an der Annäherung verhindert. Die Ladnug der er­wähnten Schleppkähne, 35 Wagen, wurden unter dem Feuer des Feindes durch unsere Soldaten wegacitom- men. Ein feindlicher Kreuzer schoß 1000 Granat-?- an! Bodronm, welche einige Häuser und Läden, eine Kirchc und eine Moschee zerstörten. In der Nacht zum 24. Mai überfielen unsere fliegenden Abteilnngeu ein feindliches Lager bei Korica und nahmen fünf Segelschiffe mit Le­bensrnitteln nnd Hammeln fort.

Neue Nuterseebootsopfer.

$-* London, 28. Mai. (WTB.) Wie LloydS arls Milfordhaven meldet, ist der DampferNorwauna aus Shields 160 Meilen südwestlich von Stonnehead torpe­diert worden. Von der Besatzung wurde ein Mann ge­tötet, drei wurden verwundet. _ _

>* London, 28. Mai. (WTB.) Reuter meldet: Der dänische DampferBetty" ist gestern in der Nordsee tor­pediert worden. Die Besatzung wurde nach Shieldo gc- 61London, 28. Mai. (WTB.) Wie Llonds and Browhead meldet, wurde der - amerikanische T-ampfer Medroska" (von Liverpool nach Dalaware unterivegs) vierzig Meilen von Fastnet torpediert. Die Vesaynng ging in die Boote und blieb in der Nähe des Schiffes. Das Wetter ist schöir und windstill.

Bändel und Verkehr.

Zunächst keine neue Kreditvorlage. Die Gerüchte über die Anforderung neuer Kriegsmittel vom Reichstag in den nächsten Tagen treffen und) Berliner Blätter­meldungen nicht zu. Frühesten im August dürfte die Regierung eine neue Kreditvorlage Linbxingen.