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Unaufhaltsam vorwärts in Westgalizien. Ungarn fteiuom Zeinde

Aus dem großen Hauptquartier « -------- "

w= Großes Hauptquartier, 9. Mai 1915, 6,35 Uhr nachmittags. (Amtlich. WTB.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Bei der Fortsetzung unserer Angriffe auf Ypern warfen wir den Gegner ans seiner stark befestigten Stellung zwischen den Straßen FortutnWieltje nnd GHeluveltYpern heraus, nahmen die Orte Frezeu- berg nnd Berlorenhoek und setzten uns hierdurch in Heu Besitz wichtiger, die Umgebung von Ypern im Osten beherrschende Höhenznge. 800 Engländer, darunter 16 Offiziere wurden bisher gefangen genommen.

Französische Angriffe westlich von Lieviu nordöstlich der Loretto-Höhe scheiterten unter starken Verlusten für den Feind.

Bei La Bassee und Bitry (östlich Arras) wurde je ein feindliches Flugzeug von uns znr Landung ge­zwungen.

Ein unter Ansuntzung von Nebelbomben unter­nommener französischer Teilangriff westlich Perthes wurde mit Handgranaten abgewiesen.

In den Argonnen zwischen Maas nnd Mosel, sowie in den Vogesen verlief der Tag ohne besondere Er­eignisse.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

In Livau haben wir große Lager von Kriegsvor­räten beschlagnahmt. Bor starken Kräften aller Waffen, die der Gegner bei Mitau gesammelt hat, wichen unsere gegen diese Stadt vorgestoßenen Abteilungen langsam aus. Nordöstlich von Kowuo wurde nach Vernichtung eines russischen Bataillons die Bahn Wilna-Szawle gründlich zerstört. Am Njemen bei Sredniki griffen wir die versprengten Reste von vier rnssischen Bataillonen, die wahrscheinlich zu den am 6. und 7. Mai bei Rossienie geschlagenen Truppen gehören, auf. Erneute russische Angriffe gegen unsere Stellungen an der Pilica wurden unter großen Verlusten für den Feind abgewiesen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

In der Verfolgung des geschlagenen Feindes über­schritten die Truppen des Generals v. Mackensen die Wislok zwischen Besko (östlich Rymanom) und Frysztag.

Vor dem Drucke der östlich und nördlich Tarnow käm- pfenden Verbündeten weicht der Feind auf Mielec und über die Weichsel zurück. An der wankenden russischen Karpathenfront warfen andere deutsche Truppe» den Feind aus seinen Stellungen an der Bahn Mezoela- borcz-Sanok. Die Beute an Geschützen und Gefangenen vergrößert sich noch fortgesetzt.

Oberste Heeresleitung.

Der Kampf um Ypern.

Kopenhagen, 10. Mai, fT. U.)Daily Mail" meldet nach demB. L.-Ar^:us Nordfrankreich: Die Deutschen rücken gegen Ypern Zoll um Zoll vor trotz heftigen Widerstandes der Verbündeten. Es tobt ein heftiger Kampf um die Höhe 60. Ein Unwetter begün­stigte die Angriffe der Deutschen gegen die britischen Stellungen bei Sellebeeke und Höhe 60. Der Wind trieb die giftigen Gase gegen die Laufgräben der Engländer. Man neigt zu der Annahme, daß die Deutschen eine große Offensive vorbereiten. Bedeutende Verstärkun­gen sind bei ihnen eingetroffen.

870 englische Offiziere die Verluste in einer Woche.

Die neueste englische Verlustliste meldet den Verlust von 115 Offizieren. Der Gesamtverlust an Offizieren in der letzten Woche beträgt 870. DiTimes" teilt außerdem nichtamtlich den Tod von 23 Offizieren mit.

Vom österr.-ungar. Generalstab

Wien, g. Mai, mittags. lWTB) Amtlich wird ver- lautbart:

I« der Verfolgung des aus seinen Höhenstellungen geworfenen Gegners haben unsere Kolonnen den Grenz- kamm der Karpathen überschritten. Ungarn ist vom Feinde frei.

Auf galizischem Boden dauert die Schlacht fort. In

5m Schatten des Verdachts.

Roman von Fritz Skowronuek.

82) lNachdruck verboten.)

Der Wirt nickte, bog sich vor und flüsterte:Den Heimbacher." Der Bauer nickte.Und es wäre gut für ihn, wenn der Bursche gefunden würde. Ueberall, in Der ganzen Umgegend wird schon davon gesprochen, daß er es gewesen sein könnte. Ich habe mich von Anfang an darüber gewundert, daß er gleich am andern Morgen den Birkner fand. An der Schonung führt kein Weg, kein Steg vorbei, seine Leute arbeiteten auf Dem andern Ende des Reviers. Da fragt' ich mich, wie kommt Der Mann gerade auf Die Stelle?"

Ja, ja, darüber haben Leute schon bei mir gespro­chen. Und dann mit dem Schettulat die Geschichte. Hätte dies nicht ein Unglück geben können, wenn die Agusche nicht so mutig gewesen wäre?"

Auf ihrem Weg waren Die beiden Grün rücke bis an das Haus des Schettulat gekommen. Der Assesfor blieb stehett und wies auf einen kleinen Bach:Sehen Sie, Neureuter, hier hat die Beweisführung des Heimbacher gegen Schettulat den Knacks bekommen. Bis hierher hat sein Hund die Spur verfolgt, aber nicht weiter, und wissen Sie, weshalb?"

Ja, der Bursche ist im Bach weitergegailgen."

Richtig! Wenn wir bloß erst das Gewehr hätten, ich brenne vor Ungeduld, zu sehen, was das für ein Kaliber ist."

Drei Stunden später kam Duttkus.Herr Assessor, es stimmt alles. Ein altes Zentralfeuergewehr, Kali- ber 12. Eine Patrone war abgeschossen, und hier ist noch die zweite, Die im anderen Lauf steckte."

Vor Aufregung bebend, nahm Karl das Gewehr zur Hand. Er zweifelte nicht mehr daran, daß er das Mordgewehr in Der Hand hielt, aus dem sein Bruder ?>cn Todesschutz erhalten hatte. Währenddessen hatte der

einem Frontraum von über 200 Kilometer von der

Weichsel bis znm Uzsoker Patz weicht der Gegner zu­rück. Die verbündeten Armeen haben unter siiegreichen Kämpfen ungefähr die Linie Uzsoker Paß-Komancza- Krosno-Debica-Szczncin überschritten.

Im Karpathenabschnitt östlich des Uzsoker Passes nnd an der Front in Südostgalizien haben sich nun eben­falls heftige Kämpfe entwickelt. Unsere Truppen erober­ten mehrere russische Stellungen. Starke feindliche Kräfte greifen unsere Truppen ans den Höhen nord­östlich Ottynia an. Dort Kampf int Gange. Der stark befestigte Brückenkopf Zalcszezyki, den der Gegner in wochenlangen verzweifelten Stümpfen festzuhalten ver- snchte, wurde gestern von unseren Truppen erstürmt, Die Russen über den Dnjestr verfolgt, 3500 Mann ge­fangen.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant.

Der russische Zusammenbruch in den Westkarpathen.

Aus dem Großen Hauptquartier erhalten wir über den weiteren Verlauf der Durchbruchsschlacht in West- galizien folgende Mitteilung:

Am Abend des 2. Mai war es den verbündeten Truppen nicht mir gelungen, die russische Front zwi­schen dem Karpathenkamm nnd mittleren Tuuajec zu durchbrechen, es war vielmehr auch am Untertans die­ses Flusses geglückt, das östliche Ufer zu gewinnen. Oesterreichische Truppen waren es, die in der Nacht vom 1. bis 2. Mai bei Mondenschein den Dunajecübergang erzwängen. Das Unternehmen war so groß vorbereitet und ausgeführt worden, daß der gegenüberstehende Feind völlig überrascht wurde. Hielten mehr als Tausend Gefangenen wurden zahlreiche Geschütze und Maschinen- gewehre erbeutet.

Am 3. und 4. Mai nahm die Durchbruchsschlacht ihren Fortgang. War doch am 2. Mai erst die vorderste Hauptstellung der Russen gefallen und hatten diese doch bis znr Wisloen in einer Strecke von etwa 30 Kilo- metern noch drei weitere mehr oder weniger stark aus- gebaute befestigte Stellungen vorbereitet. In der rus­sischen 2. Hauptstellung sandelt die Verbündeten wenig Widerstand. Es kam hier vielfach nur zu Nachhutgefech- teu. Größere Kämpfe fanden an vereinzelten Stellen, vor alle man Punkten statt, wohin der Feind von rück­wärts her Verstärkungen heraugeholt hatte.

Diese Kämpfe eiiüetcii allgemein damit, daß auch die VerstärkuKgen mit in den Strudel des Rückganges gezogen wurden. 9(m Nachmittag standen die verbünde­ten Truppen vor der 3. Hauptstellung des Feindes, gegen die der Angriff am 3. Mai nicht mehr durchge- führt werden konnte. Die Trnppen des Generals von Fran<ois kämpften an diesem Tage noch um den jener Dritten Stellung vorgelagerten Wilczakberg, den Schlüs- selpnnkt für den Besitz Der Stadt Beicz. Diesen Verg hatten Die Russen besonders stark ausgebaut. Wiederum lagen ihre Schützengräben' stockwerkartig übereinander. Die Russen versuchten, das Herannahen der deutschen Truppen an diesem Berg M verzögern, indem sie von Süden her zu einem Gegenangriff einsetzten. Ein paar Schrapnells genügten aber, um den schon schwer er­schütterten Feind zum Umkehren zu veraulassen. Noch am Abend des 3. Mai war der Wilczak in deutscher Hand. Die preußische Garde nahm nach heißem Walö- kampf die Höhe von Sipie. Dem rechten Flügel Der österreichisch-ungarischen Truppen der Armee des Erz­herzogs Ferdinand gelang es, an diesem Tage die Rus­sen aus den steilen Waldbergen östlich des Bialatales hinunterzuwerfen und in Richtung Tuchow weiter Ge­lände zu gewinnen.

Standen Die Russen am 3. Mai noch ganz im Banne ihrer Tags zuvor erlittenen Niederlage, so glaubten sie doch am 4. Mai Die Offensive der Verbündeten zum Stehen zu bringen. Mit den am 3. Mai eingesetzten Teilen verfügten sie über 45 Infanterie- und 4 Ka- valleriedivisionen, Die sie an diesem Tage den Angrei­fern entgegenführten. In einem großen nach Südwesten gerichteten Bogen, Der als eine Art von großem Brücken­kopf der Stadt Jaslo auf etwa 1215 Kilometer Ent­fernung vorgelagert war, finden wir die dritte Haupt­stellung der Russen. In ihr war die Höhe am Scerzyny nördlich Biecz und Die Ostra Gora wichtige Stützpunkte. Der Feind leistete an vielen Stellen erbitterten Wider­stand, aber ihm fehlte, wie die gesungenen Offiziere aus- sagen, jede planmäßige und einheitliche Leitung. War schon die Vermischung der Verbände infolge Der Kämpfe am 2. und 3. Mai sehr erheblich gewesen, so erfolgte am

Assessor mit Dem Pfropseuzieher die Patrone geöffnet. Obenauf ein Stück der Litauischen Zeitung, mit Der die großen Posten abgedeckt waren.Das genügt, um gegen den Burschen einen Steckbrief zu erlassen. Haben Sie, Duttkus, erfahreu, was wir dazu braucheu?"

Ja, der Kerl heißt Abrys Joneleit, ist 25 Jahre alt, hat bei Den Pionieren in Königsberg gedient und ist in Nimmersatt bei Memel geboren. Besondere Kemc- zeichen: Pockenartig im Gesicht und das letzte Glied des kleinen Fingers Der linken Hand fehlt. Wenn Der Bursche nicht über die Grenze nach Rußland gegangen ist, werden wir ihn bald haben."

Der Assessor fuhr sofort zur Oberförsterei, um Dem Forstmeister Bericht zu erstatten, und dann gleich weiter zum Gericht. Die Akten wurden hervorgehvlt, Der Pa- pierfetzen, Der bei Der Leiche gefunden worden war, paßte mit seinen Rändern genau in den Papierpfropfen, Der in Der zweiten Patrone als Schrotdeckung gedient hatte. Nun war kein Zweifel mehr möglich, daß man dem Mordbuben auf Der Spur war.

Dreizehntes Kapitel.

Müde und hungrig wanderte Karl dteureuter abends von der Oberförsterei nach Hause. Er hatte uoch Die Rückkehr des Assessors abgewartet und gehört, daß au Der Täterschaft des Abry Joneleit nicht mehr zu zweifeln sei. Nun freute es ihn, daß er Den Verdacht gegen Becker nicht ausgesprochen hatte. Dabei kam ihm Der Gedanke, daß er sich im Grunde seines Herzens auch mit einem bösen Verdacht gegen Heimbacher getragen hatte. Er empfand es deshalb wie eine Pflicht, noch nach Der Ober­försterei zu gehen und Heimbacher mitzuteilen, was Der heutige Tag aus Tageslicht gebracht hatte. Nur einen Happeir wollte erverbeißen" und sich umziehen.

Ein schöner Tag mit klarem Sonnenschein war zur Rüste gegangen. Von einem leisen Windhauch getragen, segelten die weißen Fäden der Wanderspinne, die der

4. Mai das Einsetzen der Reserven völlig planlos. Re­giments- und bataillonsweise wurden die Verstärkun­gen an die Front geworfen, dorthin, wo die Not des Augenblicks es gerade gebot. Die Auflösung hatte be­reits einen derartigen Grad erreicht, daß, wenn der Feind an einer Stelle der Kampffront zähen Wider­stand leistete, dieser- dadurch vergeblich wurde, daß die Truppen rechts und links jede Lust am Kampfe verloren hatten und vorzeitig das Weite suchten.

So erwies sich auch die Behauptung der dritten Hauptstellung der Russen als unmöglich. Die preußische Garde erreichte am Abend des Tages die Gegend von Scerzyny. Das ungarische Honvedregiment Nr. 10 setzte sich nach siebenmaligem Sturm in den Besitz einer Höhe Nördlich Biecz, worauf sich die Besatzung der Venach- barterl Höhe ergab. Weiter südlich schickten sich deutsche Jnfanterietrnppen gerade znm Vorgehen ant die Ostra Gora an, als der durch das schwere Artilleriesener er­schütterte Feind weiße Fahnen schwenkte und sich in Scharen ergab, bevor noch ein deutscher Infanterist znm Angriff angetreten war.

Am Abend des 4. Mai war der rechte Flügel der Armee Mackensen bis auf wenige Kilometer an die Wis- loca herangekommen. Man rechnete mit neuen feind­lichen Stellungen auf dem östlichen Ufer dieses Nutzes. Hatten doch auch Gefangene ausgesagt, daß die Russen die Landesbewohner zum schleunigen Bau betonierter Unterstände gepreßt hätten. Dazu war aber für die rus­sische Armee des einstigen bulgarischen Gesandten am Hofe des Zaren, des jetzigen russischen Generals und zum Fürsten erhobenen Arnreesührers Radko Dimitriew keine Zeit mehr. Die Reserven waren verbraucht, oder . andere Truppenverbünde noch nicht zur Stelle und die Offensive der Verbündeten kannte kein Stocken.

Bis zum Abend des 4. Mai war die Zahl der Gefan­genen auf etwa 40 000 gestiege«. Unter den gefangenen Kosakenoffizieren wurden Analphabeten festgestellt, welche merkwürdige Tatsache in einem ausdrücklichen Vermerk in den Personalpapieren dieser Offiziere ihre

Bestätigung fand.

Der Krieg zur See.

Weitere Verluste der englisch-französischen Flotte.

Aus zuverlässiger Quelle wird in Berlin bekannt, baß außer den bisher als verloren gemeldeten englischen Unterseebooten auch die BooteB. 11" undE. 2" im Verlaufe des Krieges untergegangen sind. Die Zahl der englischen Unterseeboote, deren Verlust nunmehr einwandfrei feststeht, erhöht sich dadurch auf zehn. Außerdem hören wir von unterrichteter Seite, daß Endc des vorigen Jahres der französische Panzerkreuzer Montcalm", anscheinend infolge Straudung, verloren gegangen ist.

Wieder drei englische Schiffe versenkt.

Ein deutsches Unterseeboot hat an der Küste von Northumberland den britischen DampferDon" torpe­diert. Die Besatzung wurde gerettet.Daily Chro- nicle" meldet dagegen aus Grimsby, daß derTon" am Donnerstag in der Nordsee durch eine Mine zerstör: worden ist. Ein deutsches Unterseeboot torpediertc den DampferTruro" an der Küste Schottlands. Du Bemannung konnte gerettet werden. Nach demRot- terdamschen Courant" wurde der FischdampferSt Lonis" aus North Shields durch ein deutsches Unter­seeboot torpediert.

Englische Truppentransporte unter neutraler Flagge.

Nach Mitteilung aus zuverlässiger Quelle ist ein- wandsfrei festgestellt worden, daß er englische Truppen­transportdampferNorrian" auf der Fahrt von Liver­pool nach St. Nazaire vom 13. bis 15. Februar unter dänischer Flagge gefahren ist. Erst beim Einlaufen in St. Nazaire hat das Schiff die englische Flagge gesetzt.

In Rom keine Wendung zum Schlimmern.

s-r- Cöln, 10. Mai. (T. U.) Die Ungewißheit über Italiens Entscheidung dauert an, doch ergeben die (einen Meldungen, wie dieKöln. Ztg." erfährt, daß keine Ver­schlimmerung der Lage eingetreten ist. Besondere Be­achtung verdient aus den gestern eingelaufenen Meldun­gen die Nachricht der römischenTribuna", Sie erklärt genaue Nachrichten über den Besuch des Fürsten Bnlov: beim König geben zu können. Fürst Bülow kam Sonn­abend nachmittag 2 Uhr ins Quirinal, um dem König du Telegramm des deutschen Kaisers zu überreichen, das h chiffrierter Sprache über die Schweiz nach der deutschen Botschaft gelangt war. Das Telegramm sei in freundschaft- lichem Tone gehalten. Der Kaiser bitte darin den ita­lienischen König, ihm in seinen Bemühungen, eine Ver­ständigung zwischen Italien und Oesterreich-Ungarn zn- stande zu bringen, zn nnterstützen. DieTribuna" fügt

MenschAltweibersommer" nennt, durch Die Luft. Ue­berall, an Bauin uud Sträuchern, hingen die Fäden. Ein Flug Enten zog mit pfeifendem Flügelschlag über ihn hinweg. Von weither aus der Luft ertönte Der hei­sere Ruf des Fischreihers, Der müde und satt seinem Reste zuflog.

Langsam schritt Karl dahin. Seine Gedanken weil­ten weit von hier. Bei seinem Mütterchen und, bei Therese. Gestern hatte er einen laugen Brief bekom­men, worin Therese ausführlich fchilderte, wie ihr Le­ben den Tag über verlief. Die Mutter hat nur einige Zeilen hinzugefügt, einen Dank dafür, daß er ihr die liebe Tochter zugeführt. Jetzt saßen sie wohl im Schum­mern beieinander. Still, ohne Arbeit. Seine Mutter liebte es, diese Stunde bedächtig zu geuietzen. Früher, als sie uoch rüstig war, hatte sie um diese Zeit öfter Die Guitarre zur Hand genommen und ihren beiden Bil­den vorgespielt und gesungen. Noch klangen ihm Die alten Melodien im Ohr. Wernr er nicht zu Heim­bacher ging, konnte er heute noch einen laugen Brief schreiben mtD ihr alles mitteilen, was vorgefallen war. Der Besuch in Der Försterei konnte ja auch morgen früh nachgeholt werden.

Es war schon dunkel, als er nach Hause tant. Als er die Türe öffnete, erhob sich am Tisch eine Frauen- gestalt.

Gott sei Dank, Neureuter, daß Sie kommen. Ich wollte schon wieder weggehen."

Mein Gott, Frau Heimbacher, Sie .... ? Was ist vorgefallen?"

(Fortsetzung folgteU