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Dek UnkeMevooTskrieg.

Weitere englische Fischdampfer vernichtet.

Die britische Admiralität berichtet: Nach dem See­gefecht am vergangenen Sonnabend (beim Leuchtschiff Noordhinder, d. Red.) wurden energische Anstrengungen gemacht, die deutschen Seeleute zu retten. Es wurden 2 Offiziere und 44 Mann gerettet. Die deutschen Kriegsgefangenen teilten mit, daß sie einen englischen Fischdampfer in den Grund gebohrt hätten. Sie hätten einen Leutnant und 2 Mann von dem Fischdampfer ge­rettet. Als die Deutschen gefragt wurden, was aus den Geretteten geworden sei, antworteten sie, die Gefangenen befänden sich unter Deck und hätten vermutlich das Leben verloren.

DerNieuwe Courant" meldet: Die Trawler Martaban" undMercury" aus Hull wurden durch ein Unterseeboot zum Sinken gebracht. Die Besatzung wurde gerettet. Drei andere Trawler, die durch das deutsche Unterseeboot verfolgt wurden, vermochten zu entkommen.

Der DampferMinterne" wurde nach einer Reuter­meldung Montag früh in der Nähe der Scilly-Jnseln ohne vorherige Warnung torpediert. Die Besatzung wurde, nachdem sie den ganzen Tag in einem kleinen Boote in schwerem Sturme getrieben war, geborgen.

Der Türkenkrieg.

Das französische Landungskorps zum Teil vernichtet.

Das Mailänder BlattCorriere della Sera" meldet aus Athen: Das Landungskorps des Generals d'Amade auf Sed-ul-Bar ist zum Teil von den Türken vernichtet. Nur 8000 Mann sollen sich nach verläßlichen Berichten auf die Schaluppen der Kriegsschiffe gerettet haben.

Vorpostengefechte am Suezkanal.

In Kairo ist am 1. Mai amtlich bekanntgegeben worden: Eine Patrouille des Kamelreiterkorps stieß am 28. April etwa 12 Meilen östlich vom Kanal auf 300 türkische Soldaten, die sich nach einem kurzen Kngel- wechsel zurückzogen. In der Nacht zum 29. April wurde eine kleine gemischte Truppe von Jsmailia ausgesandt, um eine Ueberrumpelung des feindlichen Lagers zu ver­suchen. Der Feind war in der Nacht auf Fordan mar­schiert, war aber, da er unsere Posten wachsam fand, nach Birmrhat zurückgegangen. Unsere Kavallerie belästigte seine Vorhut und machte einige Gefangene.

Die Neutralen.

Die Dreiverbandsverhandlungen mit Griechenland endgültig gescheitert?

Der Korrespondent desCorriere della Sera" meldet lautB. L.-A." aus Athen: Die Verhandlungen Grie­chenlands mit den Dreiverbandsmächten sind endgültig gescheitert. Griechenland stellte Forderungen, darunter eine Garantie der Integrität Griechenlands und ein Bündnis auf 15 Jahre nach dem Friedensschluß mit jedem einzelnen Staat des Dreiverbandes, unabhängig von den anderen, die als unannehmbar erschienen. Prinz Ge­org wurde in Paris sehr klt empfangen und erhielt eine abschlägige Antwort. Nichtsdestoweniger herrscht in maß­gebenden politischen und militärischen Kreisen, die sich um das Königshaus scharen, ein durchaus zuversicht­licher Geist.

Amerika will in dem chinesisch-japanischen Konflikt neutral bleiben.

ob* Kopenhagen, 5. Mai. (T. U.)Rußkoje Slowo" meldet nach derBl. Mp." aus Wladiwostok: Die Re­gierung in Washington ließ in Peking erklären, sie werde im Falle eines chinesisch-japanischen Konflikts neutral bleiben.

Kleine Kriegsnachrichten.

Os* Singapor, 5. Mai. (Meldung des Reuterschen Bureaus.) Das Kriegsgericht verurteilte zwei Meu­terer zum Tode, acht zur Deportation auf Lebenszeit und fünfzehn auf Deportation auf verschiedene Fristen.

Kriegsailerlei.

Die Trunksucht in Rußland.

Nach der PetersburgerRjetsch" ergibt die Stati­stik, daß, je schärfer das Alkoholverbot gehandhabt wird, die Anzahl der TohMälle infolge von Säuferwahnsinn desto mehr anwächstf^ie Zahlen aus dem Februar 1915 sind fast dreimal so hoch wie diejenigen vom August 1914. Eine Untersuchung darüber hat ergeben, daß alle Stände gleich stark an diesem Anwachsen beteiligt sind. Daraus ist ersichtlich, daß das Alkoholverbot seinen Zweck nicht erreicht, daß die Bevölkerung sich an Ersatz­stoffe, besonders an vergällten Spiritus, gewöhnt hat und daß andere Maßregeln ergriffen werden müssen, um dieses nationale Laster auszurotten.

Deutscher Flieger über dem Kanal.

DerRotterdamsche Courant" meldet aus London vorn 3. Mai, daß laut derEvening News" in Dover vormittags zwischen 11 und 12 Uhr ein deutsches Flug­zeug gesehen worden sei, das aus der Richtung Ostenoe kam. Als das Flugzeug 3 Meilen vom Admiralspier entfernt war, eröffneten die Flugzeugkanonen das Feuer, das einige Minuten ununterbrochen anhielt. Das Flugzeug wurde dadurch gehindert, sich dem Lande zu nähern, und flog später weiter nach Folkestone, ohne Schaden angerichtet zrr haben.

Ein alter Kriegsheld gefallen.

Karlsruhe, 5. Mai. (T. 11.) Der 65 Jahre alte Generalmajor Hugo v. Seydewitz, der als Leutnant be­reits die Feldzüge von 1866 und 1870 mitmachte und sich das Eiserne Kreuz erworben hatte, hat nach dem B. T." den Heldentod im Felde gefunden.

Die Lohnbewegung der englischen Grubenarbeiter.

«*> London, 5. Mai. (T.-U.) Der englische Gru­benarbeiterverband stimmte der Resolution zu, in der Asquith aufgefordert wird, in der Streitfrage des Lohn­zuschlags das Schiedsrichteramt zu tibernehmen. Jedoch wolle man sich nicht verpflichten, seinen Schiedsspruch als unbedingt bindend für die Arbeiterschaft anzuerken- nen. Die Arbeiter fordern 20 Prozent Lohnerhöhung, während die Grubenbesitzer nur 10 Prozent bewilligen wollen.

Vermifdites.

Drei Monate Gefängnis für einen Kriegsschwätzer. In einer Gastwirtschaft in Oelsnitz i. B. hatte der Weber Gottwalt Penzel erzählt, er sei neun Wochen als Armiernngsarbeiter mit in Ostpreußen gewesen, da habe er genug gesehen. Während er sogar einen Schutz­manne gegenüber seine ungeheuerlichen Beschuldigungen aufrecht erhielt, versuchte er sich in der Gerichtsverhand­lung mit sinnloser Trunkenheit Herauszureden Er wur­de zu drei Monaten Gefängnis verurteilt.

Dir ®m emer russlschon SpreugstofstExplvston. Bei der Explosion in der Fabrik von Sprengstoffen in Oktha am 29. April, in der im Augenblick der Ex­plosion 278 Arbeiter tätig waren, wurden nach einer amtlichen Petersburger Meldung 26 Arbeiter getötet und derart verwundet, daß sie ihren Verletzungen erlagen, 59 Arbeiter wurden ins Hospital eingeliefert. 42 Ar­beiter werden vermißt. In den Werkstätten für Hül­sen wurden 4 Arbeiter getötet, 3 mußten in Pflege ge­nommen werden. Von 18 die Fabrik bewachenden Sol­daten wurden 11 getötet, 4 ins Hospital übergeführt. Die Gesamtzahl der Opfer beträgt: Verwundet 34, die zum Fabrikpersonal gehörten: getötet oder den Verletzungen erlegen 41, vermißt 43. Im ganzen 147 Opfer, denen 34 Privatpersonen zugerechnet werden müssen.

Was geschieht mit den ersparten Brotmarken? In Berlin und den Vororten werden die Brotmarken, die während ihrer Gültigkeitsdauer keine Verwendnng fanden, eingezogen und entwertet, damit dadurch eine entsprechende Ersparnis an Brot erzielt wird. Das gleiche geschieht in Cassel, Chemnitz, Cöln, Crefeld, El- berfelö, Essen, Hamburg und Lübeck. In anderen Städ­ten findet dagegen ein Ausgleich in der Weise statt, daß die ersparten Marken an Mehrverbraucher oder an die minderbemittelte Bevölkerung oder an Personen, die schwere körperliche Arbeit verrichten, abgegeben werden. Zu diesem Zweck wurden Sammelstellen eingerichtet, von denen aus die Zuteilung erfolgt. In Gotha hat der Hausfrauen-Ausschutz für wirtschaftliche Kriegs- hiffe diese Aufgabe übernommen, in Kiel eineOrga­nisation zur Sicherung der Volksernährung". In Mül- Hausen wurden zum Zwecke eines Ausgleichs die Fa­milie u ausdrücklich darauf hingewiesen, alle Fälle, in de­nen die zur Verfügung stehende Gesamtmenge an Brot und Mehl den Bedarf übersteigt oder zu knapp ist, als­bald dem städtischen Brotamt anzuzeigen. In Brann- schweig werden % der zurückgeschickten Brotmarken dem Dewerkschastskartell, % dem nationalen Arbeiteraus­schutz zur Verteilung überwiesen: in Danzig erhalten sie die Arbeiter mit Nachtschicht, in Halle a. S. alle an­gestrengt arbeitenden Personen, in Mainz und Stuttgart die Bedürftigen, in Freiburg i. Br. die Arbeiter-Haus­haltungen. In Linden werden die eingereichten erspar­ten Brotmarken von den Polizeiwachen verteilt, in Leipzig kommen sie als Zusatzkarten zur Ausgabe. In Frankfurt a. M. und Kiel, wo die Marken übertragbar sind, findet ein lebhafter Ausgleich innerhalb des Pub­likums statt.

Vom eigenen Vater ermordet wurde Dienstag mor­gen in Köln-Ehrenfeld in der Schtttzenstratze die 16 Jahre alte Tochter des Landwehrmanns Richter, der in Urlaub zu Hanse war. Richter wurde nach derFrkft. Ztg." von seiner Tochter wegen seiner unsauberen Be­ziehungen zu einer anderen Frau zur Rede gestellt. Es entspann sich ein Streit, in dessen Verlauf Richter seine Tochter mit dem Seitengewehr erstach. Der Täter ist flüchtig.

Ein Liebesbrief. Unser prächtiger Hans Michel K., so schreibt der Trompeter L. derLiller Kriegszeitung", hat neulich von der Zeuzl einen Brief gekriegt. Wir ha­ben alle Tränen darüber gelacht.Alsdann," meint er, künnst 'n ja amol in d Kriagszeitung einidrucken." Da ist er:Liper Hansmichtel. Wir haben gersting eine Sau gestochen, wenn Du so iuig lipst wie ich Dich, so schicke Dir eppas von da Sau. Lahs es schmeken denge öapet an mich. Das Fotogravi wo du in der Ohneform drauf bist, itz recht schö. Ich habe es eingerampelt und habe dich vor lauter Lippe in meinen Kasten aufgc- hängd. Auf heiling drei Kim nach ded Veschper hat mir der Schollbaueru Hannes a Bier und au Kas zahlt, aber ich hab ihn nicht gemögt, weil ich dir drei bleipe bis in den Tot, wennst mir glei koan Kas nicht zähln karrst, nachher denge ich inrer. dran ob du auch genug zum Essen frügst, weist moani gar so kasbloach ausschaust. Tu deshalb glei die Blutwurst essen, sst ist ein Zinnbild unserer Lippe. Ich hape deshalb eigens soviel Spek- bröckal und Weitzbrod und Krumbäre hineingetan. Jmer tenge ich an dich meine Zeitlang um dir ist sehr gros aper ich hape nicht immer derweil dazu. sEs grißt und gist dich feine dreie Zenzl."

Kurland.

Zum deutschen Vorstoß auf Mitau.

Ein neuer Kriegsschauplatz im Osten läßt uns plötz- lrch die Blicke auf das alte Kurland wenden, in das die deutschen Truppen unerwarteterweise eingedrungen sind. Seltsame Gefühle müssen den deutschen Teil der Bevölkerung beschleichen die ihr heutiges Vaterland von den Truppen des Volkes besetzt sehen, dem sie Ab- stammung, Sprache und Kultur verdanken. und dem sie wesensgleich geblieben sind, obwohl sich Mütterchen Rußland ein halbes Jahrhundert hindurch mit allen Mitteln bemüht hat, in seiner rücksichtslosen Art das Deutschtum in Kurland wie allenthalben in den Ostsee- provinzen zu unterdrücken.

Die Zwiespältigkeit der Kultur in diesem Teile des russischen Reiches spiegelt sich deutlich in dem Gemisch deutscher und russischer Ortsnamen. Ueberall, wenn man das Land durchwandert, trifft mau auf die Spuren der Herrschaft des deutschen Ordens, der dieses Gebiet der Zivilisation des Westens dereinst erschloß. Stolz ragende Ordensschlösser, alte Kirchen, Adelssitze aus der Ordensritterzeit sind über das ganze Land verstreut und mahnen den Reisenden an eine längst vergangene Epoche. Mit zäher, echt deutscher Ausdauer haben sich denn auch die Deutschbalten durch alle Stürme hindurch ihre Eigenart und ihren lutherischen Glauben bewahrt, und der auf seinen ererbten Schlössern sitzende Adel fühlt zu einem großen Teile noch deutsch, wie es seine Vorfahren taten. Ein kleinerer Teil freilich ist, viel­leicht unter dem Zwange der Verhältnisse, der Russifi- zierung anheim gefallen- die Rennenkampf, Siewers, Korff und wie sie alle heißen, haben ihr Deutschtum ab- geschworen, sind zu Russen geworden und suchen, wie alle Renegaten, die Stockrussen noch zu übertreffen. Es waren nicht zum kleinsten Teile diese Balten, die zu dem Aufschwung Rußlands in den letzten Jahrzehnten bei­getragen haben: sie ernten dafür jetzt in echt russischer Weise den Dank, indem sie als verkappte Deutsche ver­dächtigt werden.

Kurland ist im wesentlichen auch heute noch ein Bauernland. Der Ackerbau bildet die Grundlage der wirtschaftlichen Existenz, und die Industrie, die nur ge­ringe Bedeutung hat, befaßt sich auch im wesentlichen lediglich mit der Verwertung der im Lande gewonne­nen Produkte. Auf dem platten Lande wogen im Som­mer weite Getreidefelder,' Roggen und Weizen, Hafer und Gerste werden überall angebaut, wo es die Boden- beschaffenheit gestattet. Auch gedeiht in Kurland vor­zügliches Obst: für den Markt der größeren Städte wird ein umfangreicher Gemüsebau betrieben. Auf den wei­ten Wiesen weidet gutaussehendes Vieh, um dessen Ver­edelung sich der Landadel bemüht. So sind die vielfach minderwertigen russischen Rassen an Hornvieh und Pferden schon zum Teil durch bessere Schläge ersetzt. Groß ist auch der Walbbestand in Kurland: im Masten

und Süden geoeryk oanr oem pter noch recyr günstiges. Klima schöner Laubwald, während im Norden und Osten Nadelhölzer vorherrschen. An der flachen, gar nicht ge­gliederten Ostseeküste fehlt es fast völlig an Häfen: nur Libau und Windau besitzen natürliche Häfen von aus­reichender Ausdehnung für die Grotzschtffahrt,- dazu kommt noch der Hafen in dem kleinen Polangen unmit­telbar jenseits der deutschen Grenze. Von Süden her, aus Litauen, ziehen sich flache Höhenrücken nordwärts durch Kurland, deren Höhe zwischen 70 und 130 Metern schwankt, und die das Lanöschaftsbild vielfach reizvoll gestalten. In der Ebene werden die weiten Flächen durch zahlreiche kleine Seen unterbrochen: von den Flüs­sen sind am bedeutendsten die Kurische Aa, die Windau und die Düna, die das Gouvernement Kurland von den Gouvernements Witebsk und Livland trennt. Auch ver­schiedene künstliche Wasserstraßen sind angelegt, so der Libausche Kanal, der den Libauschen See mit der Ostsee verbindet, und der Jakobskanal bei der Hauptstadt Mi­tau, der uach dem Frieden von Oliva in den Jahren von 1660 bis 1681 gebaut worden ist.

Die Bevölkerung Kurlands beträgt heute mehr als drei Viertel Millionen und besteht zu nicht ganz drei Vierteln aus Protestanten. 18 v. H. gehören der ortho­doxen und römisch-katholischen Kirche an: dazu kommen noch 8 v. H. Juden. 75 v. H., nämlich der ganze Bauernstand, besteht aus Letten: in weitem Abstande folgen die Deutschen mit 8.2 v. H. und die 8 v. H. Ju­den. Russen sind der Rasse nach nur mit 3^ v. H. ver­treten: den Rest der Bevölkerung bilden Polen und Li­tauer. Die Oberschicht der Bevölkerung gehört fast aus­nahmslos dem Deutschtum an, das neben dem Adel auch die gesamte Oberschicht der städtischen Bevölkerung und einen kleineren Teil des mittleren Bürgertums umfaßt.

Die Stammbevölkerung Kurlands seit der Völker­wanderung waren die Kuren, die wohl sicherlich letti­schen Stammes gewesen sind. Als um die Mitte des 13. Jahrhunderts der deutsche Orden ins Land kam und die Kuren unterwarf, wurde das Christentum eingeführt. Kurland bildete seitdem einen Teil des Deutsch-Ordens­gebiets bis zur Abtrennung vom Deutschen Reiche. Dann, um die Mitte des 16. Jahrhunderts, wurde es unter polnischer Oberlehnshoheit ein Erzherzogtum. Der letzte deutsche Ordenskneister, Gotthard Kettler, wurde der erste Herzog von Kurland. Seine Söhne und Nach­folger lagen in fortdauernden Fehden mit den Ständen: im Jahre 1737 erlosch der Name Kettler, und Kurland kam ganz unter russischen Einfluß. Mit Hilfe der Kai­serin Anna wurde Graf Biron Herzog von Kurland, dieser wurde 1740 zwar uach Sibirien verbannt: Katha­rina II. ließ jedoch 1763 den Sohn August s in. von Polen, den Herzog Carl, der von den Ständen nach Birons Absetzung gewählt worden war, vertreiben, wo­rauf Herzog Biron wieder eingesetzt wurde. 1769 ver­zichtete er zugunsten seines Sohnes Peter, und dieser trat 1795 sein Herzogtum gegen ein Jahresgehalt an Rußland ab.

Weitere Drahtnachrichten.

Die jüngste englische Berlnstliste.

fest- London, 5. Mai. (WTB.) Die Verlustliste vom 29. April verzeichnet den Verlust von 203 Offizieren. Bei den Unternehmungen an den Dardanellen fielen 37 Offiziere, 67 wurden verwundet.

Die neue österreichische Kriegsanleihe.

»a^ Wien, 5. Mai. (WTB.) Der Finanzminister hat die Bedingungen für die neue Kriegsanleihe ge­nehmigt, die in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden. Der Bedarf wird in ähnlicher Weise wie im November 1914 durch die Ausgabe sywroaeitfiger Schatz- anweisungen gedeckt werden. Einem aus Verkehrs­kreisen geäußerten Wunsche entsprechend, werden diese 10 Jahre Laufzeit haben. Wie bei der ersten Kriegsan­leihe wird der Bedarf nicht begrenzt. Der Kurs ist auf 95^ Prozeut festgesetzt worden.

Die Torpedierung derGulflight".

Washington, 5. Mai. (Meldung des Reuter­schen Bureaus.) In amtlichen Kreisen berrscht die An­sicht, die Untersuchung des Zwischenfalles Gulflight werde ergeben, daß die Torpedierung eine zufällige und nicht beabsichtigt gewesen sei, und daß daher keine andere Aktion der Veremigten Staaten wahrscheinlich sei als die Forderung des Schadenersatzes.

Der Briefverkehr mit deutschen Kriegsgefangenen.

>* Berlin, 5. Mai. (Amtlich. WTB.) Es liegt tut Interesse der deutschen Kriegsgefangenen im Aus­land, daß die an sie gerichteten Postsendungen nichts ent­halten, was nach den in den betreffenden Gefangenen­lagern gültigen Bestimmungen unzulässig ist. Insbe­sondere sind zu unterlassen Mitteilungen über die po­litische und wirtschaftliche Lage in Deutschland, abfällige Bemerkungen über die feindlichen Länder, Nachrichten­übermittlung in geheimer oder unsichtbarer Schrift, Uebersendung von Zeitungsausschnitten, Einlagen im Briefpapier selber, in Paketsendungen und dergleichen mehr verbotswidrige Sendungen, was oft für die deut­schen Kriegsgefangenen die unangenehme Folge hat, daß ihr Briefverkehr auf mehr oder weniger lange Zeit ge­sperrt wird oder daß ihnen sonstige Vergünstigungen entzogen werden.

Der Lebensmittelmangel in Rußland.

w, Petersburg, 5. Mai. (WTB.) DerRjetsch" meldet, zu dem Maugel an Lebensmitteln trete auch die große Bertenernng des Zuckers hinzu. Das städti­sche Lebensmittelkomitee kaufte große Mengen Fourage als Ersatz für Hafer ein. Die Fleischkrisis ist noch schär­fer geworden. Die Höchstpreise sind wieder hinaufge- setzt worden. Ein Drittel der Vorräte in den städtischen Gefrierhallen ist seit dem 24. April bereits anfgebrancht.

»-s- Petersburg, 4. Mai. (WTB.) DerRjetsch" meldet, am 29. April wären bei der Zentralstation des Elektrizitätswerkes nur für drei bis vier Tage Kohlen vorhanden gewesen. Wenn nicht schleunigst Maßnah­men getroffen werden, so muß der Betrieb eingestellt werden. Die großen Kessel werden für Petrolcumbet- zung umgebaut. Die städtische Gasfabrik empfing gleich­falls keine Kohlen. Die vorhandenen Vorräte reichen nur bis Anfang Mai.

Die Streikbewegung in England.

»*t> London, 5. Mai. (WTB.) 800900 Arbeiter streiken in den Kabelwerken von Netherton wegen eines Streites über die Kriegszulage. Die Werke arbeiten fast ausschließlich für die Regierung. 700 Arbeiter strei­ken in den Douglas-Motor-Werken, 2000 Arbeiter sind in Woolwigh ausständig, wo tausend Häuser für die im Heeresarsenal beschäftigten Leute gebaut werden.

Ein spanisches Kloster abgebraunt.

^..^»rVrid' 5. Mai. Das dem Justizpalast benach­barte Kloster und Kirche von Saledas wurde gestern durch einen Brand zerstört. Es herrschte Wassermangel. Ein Richter, der die Aktenstücke retten wollte, kam in den Flammen umS Leben. Mehrere Feuerwehrleute wurden