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K^mpfezesgt, daß öle türkische Heeresverwaltung recht­zeitig sich gegen reden Einbruch stark gerüstet hatte. Wei- er Nördlich am Westufer der Ha " ' gelegen ist die Zweite Landungsstelle Kaba Tepe. Auch hier ist das Ufer von steilen Hügelketten umsäumt. Bei Kaba Tepe war ss^tttbar der linke Flügel der Landungstruppen auf- marschrert, dre in einer Front das Land betraten, welche von Taeke Burun bis Kaba Tepe reichte. Selbst im ^alle der Durchführung der Landung ist das weitere Vordringen des feindlichen Heeres durch die Beschaffen­heit des Kriegsschauplatzes äußerst gefährdet uub er­schwert, da sich die Höhenzüge verstärken, je weiter nach dem Innern des Landes sie vorschreiten. J

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Unvorhergesehene Hindernisse".

Die Petersburger Agentur berichtet über den Dar- bauellenaugriff der Verbündeten am 27. April: Die An­griffe des Landungskorps auf Gallipoli find auf nuvor- hergesehene Hindernisse gestoßen. Die weitere Landung von Truppen der verbündeten Mächte erleidet keine Un- terbrechullg.

Mit gutem Gründe verhindern die englischen Be­hörden ihnen unerwünschte Nachrichten von den Dar­danellen. Die britische Regierung verbot der englischen Presse die Veröffentlichung von nichtamtlichen Gerichten über die Dardanellenkämpfe.

Der Balkan.

Bulgarische Drohuug gegen Serbien und Griechenland.

DemBerl. Tagebl." wird aus Wien gemeldet: Der Politischen Korrespondenz" zufolge erklärt der bulga­rische Ministerpräsident Radoslawow dem griechischen und dem serbischen Gesandten, daß eine Fortsetzung der griechischen und serbischen Truppenansammlungen au der bulgarischen Grenze Gegenmaßregeln auf bulgari­scher Seite zur Folge haben würde. Die bulgarischen Regierungsblätter wollen außerdem erfahren haben, Radoslawow habe den erwähnten beiden Gesandten so­wie den Gesandten der Dreiverbandmächte erklärt, Bul­garien würde eine eventuelle Abtretung mazedouischeu Gebiets von Serbien an Griechenland als Kriegsfall be­trachten.

Die englische Berichterstattung über das Dresden"-Gefecht am Pranger.

Am 15. März abends hat die britische Admiralität bekanntgegeben: 91 m 14. März, 9 Uhr vormittags, über­raschten der KreuzerGlasgow" (Captain John Luce), der HilfskreuzerDrama" (Captaiu Johil R. Segrave) und der KreuzerKent" (Captain John D. Allall) die Dresden" bei den Inseln Juan Fernandez. Es folgte ein Gefecht. Nach einem ßampf von 5 Minuten holte dieDresöeil" die Flagge nieder und hißte die weiße Flagge. DieDresden" war stark beschädigt und in Brarld geraten. Nachdem sie einige Zeit brannte, ex­plodierte die Munitionskammer und sie sank,- die Be- fatiung wurde gerettet. 15 schwerverwuudete Deutsche würden in Valparaiso gelandet werden.

demgegenüber stellt die von derTimes" veröffent­lichte, gegen den Angriff auf dieDresdeu" in chileni­schem Hoheitsgebiet protestierende chilenische Note die Vorgänge folgendermaßen dar: Es wird zllnüchst ge­schildert, daß dieDresden" am 9. März in der Culllber- landbai, 500 Meter vom Lande entfernt, geankert und gebeten habe, dort 8 Tage zur Reparatur der Maschine bleiben zu dürfen. Es entspannen sich darüber Ver­handlungen, weil die Ortsbehörde nur eine 24stüudige Frist bewillige« wollte. Es heißt dann wörtlich:

Inzwischen, am 14. März, erschien ein englisches Geschwader, bestehend aus den KreuzernKent" und Glasgow" sowie dem HilfskreuzerOrama" in der Cumberlanöbai und eröffnete sofort das Feuer auf die zu Anker liegendeDresden". Der Hafenkapitän, der unterwegs war, um die üblichen Höflichkeitsbesuche auf derGlasgow" zu machen, war gezwungen, an Land zurückzukehren. DieDresden" hißte die Parlamentär- flagge und schickte einen Offizier auf dieGlasgow" Mit der Mitteilung, daß sie sich in neutralen Gewässern be­fänden. Dieser Umstand fand keine Beachtung dnrch das englische Geschwader, das dieDresden" auffor- derte, sich zu ergeben mit der Warnung, daß sie im Wei­gerungsfälle vernichtet würde. Der Konnnanöant der Dresden" gab daraufhin den Befehl, die Munitious- kammern zu sprengen und das Schiff zum Sinken zu bringen. _ .

Der älteste englische Kapitän war Kapctan John Luce. Er sann nicht darüber im Zweifel gewesen sein, daß dieDresden" nicht daran dachte, ihre Flagge niederzuholen und sich zu ergeben. Die anderslautende Meldung der britischen Admiralität zwingt aber zu dem Schluß, daß entweder ein britischer Offizier eine falsche Meldung mit seiner Ofsiziersehre vereinbaren konnte oder daß die britische Admiralität die richtige dienstliche Meldung eines ihrer Kommandanten abgeändert und unter Fälschung des Inhalts veröffentlicht hat.

Htieasalletlel

Drohender Streik der britischen Postbeamten.

DieNationalztg." meldet aus Genf: Ueber Am­sterdam wird berichtet, die in London startgesnudene Ver­treterversammlung von 100 000 englischen subalternen Postbeamten beschloß, bei Ablehnung der Forderung der Kriegszulage durch die Regierung, die Proklanneiung-

des Streiks.

Geheimnisvolle Vorgänge in der russischen Ostseeflotte.

DieNationalztg." meldet von der russischerr Grenze: In Petersburg spricht mau in geheimnisvoller Art über besondere Vorfälle, die sich in den letzten Tagen in der russischen Ostseeflotte zugetrageu haben sollen. Nach die­sen Gerüchterr soll es auf zwei Panzertrenzern geheim­nisvolle Kesselexplosionen gegeben haben. Dabei seien, nach den Gerüchten, eine Anzahl von Offizieren und Mannschaften nmS Leben gekommen. Trotzdem sofort eine Untersuchung in dieser Angelegenhett eingeleitet sei, konnte nicht festgestellt werden, welche Ursache die Kes­selexplosionen herbeigeführt hat.

Verordnung über das Weizenmehl.

Eine Bundesratsverordnung über das Ansuiahlen von Getreide bestimmt: Weizenauszugmehl und Wei­zenmehl, zu dessen Herstellung Weizen bis zu mehr als 97 vom Hundert gemahlen ist, dlirfeu ungemischt abge­

geben werden.

Aufschub -es zweiten Berwundeten-Austausches mit Frankreich.

Der zweite Austausch schwer verwundeter Deutscher und Franzosen, dessen Beginn etwa zum 1. Ntai vorge­schlagen war, muß leider einen Aufschub erfahren, da das Einverständnis Frankreichs noch nicht etugegan- gen ist.

Die Auflösung eines Gefangenenlagers auf Korsika.

Der Ausschuß des Roten Kreuzes für deutsche Kriegsgefangene meldet: Die Ueberführung der Gefan­genen aus der berüchtigten Casa Bianca aus Korsika, die vor einiger Zeit gemeldet worden ist, hat sich sehr

verzögert. Nun wird aber damit begonnen. Dis Zivil- gefangenen kommen nach dem Lager von Uzes im Depar­tement Garb (Südfrankreich), die Milttärgefaugenen in andere Lager auf Korsika.

Der König von Württemberg bei seinen Truppen.

»*#= Stuttgart, 1. Mai. lT. U.) Der Eindruck, den der König bei dem letzten Besuch seiner in Nordfrank- reich und Flandern stehenden Truppen erhielt, war, wie nach demB. L.-A." derStaatsanzeiger" mitteilt, sehr gut. Die Leute sahen dank der vortrefflichen Verpfle­gung frisch und gesund aus. Die Stimmung war über­all zuversichtlich. Aengstliche und schwarzseherische Men­schen im Heimatland sollte man einmal an die Front schicken,- sie würden mit Zuversicht und Mut gestärkt wieder zurückkehre«. Den besten Eindruck machte das Verhältnis zwischen den Offizieren und Soldaten, bei aller Aufrechterhaltung der militärischen Form herzlich und kameradschaftlich. Man sieht, beide Teile misten, was sie aneinander haben. Sie fühlen sich als Kampf­genossen. Ein idealeres Verhältnis kann man sich nicht denken._________________________________________________

Militärische Wochenschau.

Zurückblickend auf die kriegerischen Ereignisse in der vergangenen Woche, nehmen wir auf allen Kriegsschau- Plätzen andauernde Fortschritte unserer Sache wahr. Im Westen sind alle Versuche der weißen und farbigen

Vorkämpfer englisch-französischer Kultur, uns die bei

Vipern erstürmten Orte wieder zu entreißen, vergeblich gewesen. Nur deu zerschossenen Ort Lizerne räumten die Unseren, ohne seine Umgebung aufzugeben. Auf dem westlichen Ufer des Nserkanals besitzen wir jetzt einen Brückenkopf als Ausfalltor für weitere Unter- »ehnurngen. Dadurch daß wir unsere Stellungen nörd­lich und östlich von Vpern um zwei bis vier Kilometer vorgeschoben haben, gefährden wir diesen starken Stütz­punkt der feindlichen Front und sind zugleich in der Lage, noch zwölf Kilometer darüber hinaus den wich­tigen Eisenbahnknotenpunkt Poperinghe unter Feuer zu nehmen. Auch Dünkircheu, das 25 Klm. hinter Nieu- port liegt, wurde unter Artilleriefeuer genommen. Wenn Lügen imstande wäre», nicht nur die Seelen der Neu­tralen zu erobern, sondern auch Höhen und Schützen­gräben zu stürmen, dann hätten uns unsere im Lügen und Laufen gleich hurtigen Feinde längst alle Gewinne wieder abgenommen. Von eigener Bosheit und Heu­chelei überwältigt, tut ihr Gewissen einen tiefen Schlaf. Aber ihre Lügen können weder ihre Schlappen noch ihre

Verluste aus der Welt schaffen. Bei Npern verloren sie 5000 Gefangene, 63 Geschütze und 50 Maschinenge­wehre, bei Le Mesuil in der Champagne 4 Maschinen­gewehre und 13 Minenwerfer, zwischen Combres und Les Esparqes bei Verdun 4000 Gefangene, 17 Geschütze und einige Maschinengewehre und bet der Aufgabe des Hartmannsweilerkopfes in den Vogesen 760 Gefangene,

4 Maschinengewehre, 6 Minenwerfer.

Jm Osten sind die russischen Angriffe in den Kar­pathen auch am Uzsoker Passe seltener, schwächer gewor­den. Bei Gegenstößen haben wir nnd unsere Verbün­deten einige Tausend Gefangene gemacht und außerdem die Höhe Ostry sowie sechsundzwanzig feindliche Schützengräben erstürmt. In den Karpathen ist, wie das bulgarische Blatt Kambana betont, der Kern und die Auslese des russischen Heeres vernichtet worden. In Ostgalizien macht die österreichisch-ungarische Offensive Fortschritte, aus der Bukowina ist sie bereits bis nach Bessarabien vorgedrungen. Auch in Litauen und Polen gestattet das Trockenwerden der sogenannten Land­straßen die Wiederaufnahme der Operationen. Bei Su- walki fielen Stellungen in einer Breite von zwanzig Kilometern, bei Kalvaria das Dorf Kowale in unsere Hand. Außerdem wurden nördlich der Weichsel bei Prasznysz Vorteile errungen und südlich der Weichsel bei Sochaczew, wo der Stützpunkt bei Dachowo erobert wurde. Eine große erfreuliche Ueberraschung ist der Vorstoß nach Kurland. In breiter Front sind unsere Truppen dorthin eingerückt. Ihre Vortruppen haben bereits, ohne ernsthaften Widerstand zu finden, die Eisenbahnlinie Dünaburg-Liban erreicht.

Verlustreich und erfolglos waren bisher wiederum die erneuten Unternehmungen unserer Feinde an den Dardanellen. Mehr ans Mißtrauen und Eifer­sucht als in der Absicht zu sekundieren, verunstaltete die russische Flotte des Schwarzen Meeres nutzlose Ziel- übungen au deu Forts des Bosporus. Wttrhend am Hellespont ein Teil des englisch-französische« Geschwa­ders die Landungen deckte, beschoß der andere Teil noch­mals die Küstenbatterien, mußte aber jedesmal, nach­dem mehrere Panzer arg beschädigt worden waren, zu­rückgehen. Gelandet würden auf der asiatischen Seite und an vier Stellen der europäischen Halbinsel Gallipoli im Ganzen gegen 80 000 Mann. Diese Landungstruppen sind von der fünften türkischen Armee in mehrtägigen Kämpfen völlig geschlagen worden. Nur bei Kabe Tepe auf Gallipoli konnte sich eine Abteilung, soweit die Schiffskanonen ihres Geschwaders reichen, behaupten,- alle anderen sind vernichtet oder gefangen, außer Gefecht gesetzt oder verjagt worden. Im Festschmnck konnte Konstantinopel schient Padischah Muhammed V dem Siegreichen (Ghazi) zujubeln, und bis in die fernste Zukunft werden die Moslemin in ihren Zelten von Liman Pascha und den Seinen erzählen.

Zur See geht der Tauchbootkrieg seinen vorge­schriebenen geräuschlosen Gang. Noch immer bebt Eng­lands Hochseeflotte vor einem Waffengange in der Nord­see zurück, während Frankreich im Mittelmeere den PanzerkreuzerLeon Gambetta" verloren hat, den der österreichische Kapitänleutnant von Trapp mitU 5" torpedierte. ______________________________

wtkrieg seinen vorge- Noch immer bebt Eng-

Vermischtes

Seine ganze Familie zu vergiften versuchte der Sohn eines hiesigen Sattlers. Der 15jährige Junge der ein Handwerk erlernen sollte, hatte seine Eltern mehr als einmal bestvülen. Als er vom Vater bestraft wurde, faßte er den Plan, sich durch einen Massenmord der Fa- miltenaufsicht zu entziehen. Er schüttete eine giftige Flüssigkeit in mehrere mit Speise gefüllte Topfe. Nur zwei seiner Brüder genossen von den Speisen, kamen aber mit einem vorübergehenden Umwohlsein davon, tattete Anzeige, die zur Verhaftung

aber mit einem vort Die Mutter selbst erstattete Anzeige,

des Knaben führte.

Drastische Beweise von Brotverschwenvnng wurden in Stuttgart erbracht. Die Stadt hat zur Verarbeitung von Küchenabfälle eine besondere Einrichtung geschaffen, die kürzlich in Anwesenheit des Oberbürgermeisters den Pressevertretern vorgeführt wurde. Da zeigte es sich denn, daß sich unter den Abfällen nicht nur einzelne Brotstücke, sondern auch Wecken, Brezel, ferner Butter-, Wurst- und sonstige belegte Brote befanden. Unter den 700 Kilogramm Gemüseabfällen befanden sich 22 Kilo­gramm Brot,' auch vollständig gesunde, gar nicht ange­schnittene Kartoffeln kamen zum Vorschein.

Zum Tode verurteilt. Das außerordentliche Kriegs­gericht in Cöln verhandelte gegen den 39jährigen Ar­beiter Szymanskt, der vor etwa acht Tagen in Cöln-Sülz den Schutzmann Wedemeier, als dieser ihn zum Polizei-

bureau bringen wollte, erschollen hatte. Die Anklagr lautete auf Mord. Der Augeklagte wurde zum Tode ver­urteilt. Außerdem erhielt er wegen verbotenen Waffen-

trageus ein Jahr Gefängnis. _

Die Zehn-Millionen-Braut. Vor der Dresdener

Strafkammer stand eine Hochstaplerin, die als millionen- reiche Baronesse in Dresden aufgetreten war und aller­hand Schwindeleien verübt hatte. Eines Toges machte ein 20jähriger Gartenbauschüler in Dresden die Be­kanntschaft einer jungen, gutgekleideten Dame, die sich ihm als Baronesse Edith Slonga del Gabrimm vor- stellte. Sie erzählte ihm, daß ihr Vater früher Besitzer eines Silberbergwerkes gewesen sei und sich ungeheures Vermögen erworben habe. Eines Tages sei ihre Mutter auf geheimnisvolle Weise verschwunden; aus Gram da­rüber habe sich ihr Vater erschossen. Sie sei nun die Er­bin von 10 Millionen. Sie wolle die Erbschaft antreten, sobald die politischen Verhältnisse es gestatteten, denn das Geld liege in Italien. Merkwürdigerweise waren ihr letzthin die 2000 Mark, die sie monatlich aus Rom erhielt, nicht zugegangen. Der junge Mann war glück­lich über seine Bekanntschaft und verlobte sich mit der reichen Erbin. In seiner Freude berichtete er an sei­nen Vater. Dieser kam sofort aus Böhmen nach Dres­den und erklärte sich bereit, die Unterhaltskosten für seine künftige Schwiegertochter zu bezahlen, bis wieder Geld aus Rom eintreffen werde. Der schöne Traum zerstob aber am 25. Februar, denn die Polizei verhaftete die Baronesse, die in Wahrheit Lina Alwine Frieda Kie­neck heißt und ihrer Pflegemutter 800 Mark gestohlen hatte. Das Gericht verurteilte die Hochstaplerin zu einem Jahr Gefängnis und einer Woche Hast, so daß sie einst- weilen ihr Schloß im fernen Sizilien nicht besuchen kann. Ein Anaenzeuge über dieSchiachl vonIpern

Ein Mitkämpfer von der Schlacht bei Vpern gibt eine Erzählung in derTimes" wieder, der dieFrkf. Ztg." folgendes entnimmt:

Am Donnerstag nachmittag ungefähr halb fünf Uhr meldete unsere Aufklärungspatrouille eine plötzlich zu­rückgehende Bewegung unserer französischen Verbün­deten am linken Flügel der kanadischen Division am Weg von Ypern nach Langemarck. Der scharfe Nord- oftwtnd, der von der feindlichen Linie in der Richtung der französischen Laufgräben gebt, führte einen ersticken­den und Uebelkeit erregenden Geruch mit sich, der offen­bar von irgend einer Art vergifteten Gases herstammte. Der Rauch bewegte sich wie eine große lebende grüne Mauer ungefähr vier Fuß hoch und verbreitete sich auf etwa 180 Meter vom äußerste» linken Flügel. Der Rauch stieg dann höher und benahm die Aussicht längs der ganzen Fläche. Das Gewehrfeuer, das bis jetzt nur unbedeutend war, nahm an Stärke zu, breitete sich aber allmählich immer mehr aus, wie dies immer mehr der Fall ist bei den Soldaten, die ohne besonderes Ziel und auf gut Glück schießen. Bald hörte man eigenartige Schreie, die aus dem grünen Nebel kamen und die dann schwächer und unzusannnenhüngender wurden. Eine Masse von taumelnden Soldaten kam heran, die, als sie in unseren Reihen angelangt waren, niederfielen. Die meisten waren nicht verwundet, aber auf ihrem Gesicht zeichnete sich tödliche Angst ab. Die zurückziehenden Sol­daten gehörten zu den besten der Welt, deren Kalt­blütigkeit nnd Mut in dem ganzen Krieg geradezu sprichwörtlich geworden waren. Sie schwankten wie Be- rrunkene.

Inzwischen rückte der Feind heran. Wir zogen uns nach unserer Basis zurück, wo mein Bataillon gerade zwei der üblichen Ruhetage genommen hatte. Es war eben kurz nach 5 Uhr, und die Deutschen, die ohne Wider­stand ihren Vormarsch sortierten, waren fieberhaft da­mit beschäftigt, sich auf ihre Linie in einem Abstand von 800 Metern und parallel zwischen dem Weg von Poel- Chapelle einzugraben. Gegen 6 Uhr ging ich zu meinem Bataillon, aber später hörte ich, daß bei St. Julien scharf gefochten wurde, wo das 14. kanadische Bataillon dem Feinde hartnäckig Widerstand bot. Einige von uns, die ein paar Stunden Urlaub hatten, kamen aus Aperu und sagten, daß sie gerade ein Bad nahmen, als das Ar- tilleriefeuer der Deutschen zn stark wurde, um es aus- zuhalte«. Wir liefen auf die Straße und entdeckten, baß die Stadt wütend beschossen wurde oder besser, daß der Weg längs des östlichen Ufers des Kanals mit Projek­tilen überschüttet wurde und mit toten'und sterbenden Pferden und vernichteten Wagen voll lag. Der Zweck des Feindes war offenbar, zu verhindern, daß Verstär­kungen an Munition herangebracht wurden. Die er­schreckten Frauen und Kinder von Ypern flohen auf die Felder, wo viele ihr Leben verloren.

Der Augenzeuge beschreibt dann die einzelnen Ge­fechte, an denen er teilnahm. Sie endigten mit eDem wütenden Bajonettangriff. Im Walde wurde der Kampf zu einem furchtbaren Handgemenge. Wir fochten in kleinen Trupps und Sekttonen und die Lebenden fielen über die Leichen und die Sterbenden. Als der Kannst am heftigsten war und wir die Deutschen vor uns zurück- trieven, brach plötzlich der Mond durch die Wolken. Die klirrenden Bajonette blinkten wie Silber und die Ge­sichter schienen wie von elektrischem Licht bestrahlt. Beim Vorrücken kamen wir bis zu den in Eile aufgeworfenen Verschanzungen.

zwei der üblichen Ruhetag, eben kurz nach 5 Uhr, uud ö

Weitere Drahtnachrichten«

Joffres Bericht.

^ Paris, 1. Mai. (WTB.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag 3 Uhr: Nördlich Apern, im Gebiete von Steenstrate rückten wir vor. Reims erhielt 500 Granaten. Viele davon steckten Häuser in Brand, aber wir konnten die Brände eindämmen. In der Cham- pagne bombardierte der Feind Ambulanzen und ver­letzte einen Arzt. Deutsche Kriegsschiffe wurden a« der belgischen Küste gemeldet. Dünkirchen erhielt gestern neunzehn großkalibrige Geschosse. Zwanzig Personen wurden getötet, 45 verwundet. Mehrere Häuser sind zerstört.

Der Luftschiffbesuch an der englischen Küste.

o-^ London, 1. Mai. (WTB.) Die Times melden:

Das deutsche Luftschiff, das gestern nacht um 12 Uhr 20

Min. Jpswich überflog, warf fünf Bomben ab. Zeh«

Minuten später standen drei Häuser in Flammen. Die Feuerwehr unterdrückte den Brand mit Mühe. Bury

St. Edmonds überflog gestern nacht gegen 1 Uhr ein Luftschiff. Zuerst stiegen Flamme» aus einem Geschäft auf, gleich darauf träfe» zwei Bomben einen Stall, der sofort bräunte. Dann flog das Luftschiff au den Rand der Stadt. Noch drei Bomben wurden abgeworfen, ohne Schaden anzurichten. _

Der österreichisch-ungarische Landsturm.

Wien, 1. Mai. (WTB.) Die in den Jahren 1873 bis 1877 geborenen und bei der Musterung zum Land­sturm mit Waffe geeignet befundenen Landsturmpflich- tigen haben am 15. Mai einzurücken. Es besteht die Ab­sicht, bei einem Teile der Ersatztruppenkörper, sofern sich bei ihnen ein Ueberschuß zeigt, eine Anzahl der Ein­rückenden für kurze Zeit zurückzubeurlauben, wobei in erster Linie die ältesten Jahrgänge, aber im Hinblick auf die Notwendigkeit des Feldanbaues auch die jünge­ren in Betracht kommen werden.