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D Aung auf Menln. Der andere flog in nordöstlicher Richtung über Lendelede Hirr. In diefeur Augenblick näherte sich auf der Bahnlinie JngelmWsterKortrijk von Norden her ein Eisenbahnzug. Kaum hatte der Flieger diesen gesichtet, als er plötzlich in einem steilen Gleitfluge von fast 60 Grad aus über 2000 Meter Höhe bis auf etwa 40 Meter herunterging. Er beschrieb über dem Eisenbahnmge eine ganz kurze Schleife mit fast senkrecht stehenden Flügeln und warf eine Bombe, die jedoch ihr Ziel verfehlte und keinen Schaden anrichtete. Sie riß 40 Meter östlich der Bahnlinie ein Loch von einem Meter Tiefe und zwei Meter Durchmesser in den Boden. Der Lokomotivführer hatte inzwischen den Zug zum Stehen gebracht.

Als der Flieger in erreichbare Nähe kam, eröffnete die Bahnschutzwache auf Befehl des Feldwebelleutuants Schlenstedt das Feuer auf ihn. Zeitweise wurde er aus kaum 100 Meter Entfernung beschossen.. Er versuchte, nach Abwerfen der Bombe zu entkommen, stellte seinen Motor wieder an und stieg unter dem steten Feuer der Landsturmleute steil bis zu ungefähr 700 Meter Höhe auf. Plötzlich schwankte das Flugzeug merklich, das Ge­räusch des Motors verstummte, der Flieger setzte zum flachen Gleitflug au und ging in der Richtung auf Hulste nieder. Der Führer der Landsturmwache nahm sofort mit einem Teil seiner Leute die Verfolgung auf. Der Flieger steckte gleich nach seiner Landung sein Flugzeug in Brand und flüchtete nach dem Gehöft eines Bauern in Hulste. Feldwebelleutnaut Schlenstedt kam auf seinem Fahrrad als erster auf der Landnngsstelle au. Nach und nach trafen außer den Landsturmleuten und einem Wachtmeister von einer Fuhrparkkolonne noch einige Augehörige der Kavallerieabteilungen in Hulste ein unö halfen nach dem Flieger suchen. Die Einwohner ant­worteten auf Befragen, es sei bestimmt nur ein Insasse in dem Flugzeug geweseu.

Man entdeckte den Flieger hinter einer dichten Dornenhecke versteckt. Er versuchte, sich noch einmal zu verbergen, indem er sich in einen Wassergraben an der Hecke duckte, wurde jedoch von deu beide» Landsturm- leuten Broemme und Arnold i aus dem Graben heraus- gezogeu.

Nach seinem Begleiter gefragt, versicherte er auf Ehrenwort, er sei allein im Flugzeug gewesen und habe auf dem hinteren Sitz zwei Bomben mit sich geführt,' sein Motor habe nur 80 Pferdekräfte,' bei einiger Kennt­nis der Flugzeuge fömie man berechnen, daß sein Ap­parat ein Moran-Eindecker keine zweite Person hätte tragen können. Trotzdem wurde von den anwe­senden Soldaten noch weiter nach einem zweiten In­sassen gefahndet, während der Felöwebelleutnant mit seinen Leuten den Gefangenen abführte. Zunächst brächte man ihn nach der Ortskvmmaudantnr Lendelede, wo er vernommen und sein Name festgestellt wurde. Er gab dort an, sein Motor sei in 700 Meter Höhe von einem Geschoß getroffen worden und stehen geblieben,' dadurch sei er zur Landung gezwungen worden.

Die Neutralen.

Marconi über die Stimmung tu Italien.

Marconi, der in Neuyork eingetroffen ist, erklärte nach derNationalztg." Journalisten gegenüber, daß er aufrichtig hoffe, daß Italien sich außerhalb des Krieges halten werde. Er sagte, daß er glaube, daß die größte Mehrheit des Volkes die Politik der italienischen Regie- rung billige, es sei feine Auffassuug, daß Italien sich ehrlich bestrebe, feine Neutralität aufrecht zu erhalten und feine eigenen Interessen wahrzunehmen.

Kriegsrat in Athen.

&-#= Genf, 30. April. (T. U.) Französische Blätter melden nach derTgl. Rdfch." aus Saloniki, daß in Athen ein Kriegsrat stattfinden solle, dem die Komman­dierenden Generale aller Armeekorps beimohnen wer­den.

Zusammenschluß der drei große« Republiken in Südamerika.

Der brasilianische Minister des Aeußern Dr. Lauro Severino Müller hat am 26. April von Rio de Janeiro eine Reise nach Argentinien und Chile angetreten. Diese Reise bezweckt, einer Reutermeldung zufolge, einen engeren Anschluß zwischen den drei Republiken zustande zu bringen.

Der Türkenkrieg.

Die feindlichen Verluste vor den Dardanellen.

Dem fester Lloyd wird aus den Dardanellen ge­meldet: Nebst den vier feindlichen Brigaden, die ins Meer geworfen wurden, schössen die türkischen Batte­rien zwölf fliehende Schaluppen bei Kaba-Tepe, auf de­nen ein Teil der znrückgeörängten französischen und eitg= lischen Landungstruppen entkommen wollten, in den Grund.

Englische Landungen auf Chios und Mythilene.

Sera" meldet aus Athen: Die tRegierung erhielt von dem Gouverneur auf Chios die amtliche Nachricht, daß am 27. April auf Chios 189 und auf Mythilene 250 englische Matrosen gelandet wurden, die trotz Einspruchs der autonomen Behörden die Telegraphen- und Post- büros und auch einen Teil der staatlichen Gebäude be­setzten.

Kriessallerlei.

Die gefährliche deutsche Kavallerie.

Der Kriegskorrespondent desRußkoje Slowo" schreibt, die Russen hätten oft furchtbare Einbußen ge­habt, da sie mit der Taktik der deutschen Kavallerie nicht vertraut gewesen seien, die stets von verborgener In­fanterie mit Maschinengewehren unterstützt werde. Die deutschen Kavalleriepatronillen seien kühn, schellten keine Gefahr und schlugen sich wütend. Ihre Offizrere gehörten zur Elite der deutschen Armee. Sie seien mit ausge­zeichneten Landkarten und Gläsern versehen und todes­mutig. Ein schon getroffener vom Pferde stürzender deutscher Kavallerieoffizier habe den russischen Ruf:Er­gebt Euch!" nur mit dem Kommando beantwortet: Feuer! Feuer! ___

Arveitermaugel in der russischen Landwirtschaft.

Stockholm, 30. April. (T. u.) Die Einberufung aller überhaupt verfügbaren Kräfte zum Heeresdienst, die seit einigen Monaten immer mehr, gesteigert sind, beginnt zu einer ernsthaften Gefahr für d,e kommende Ernte Rußlands zu werden. In einigen Ackerbau- distrikten ist die Aussaat aus Mangel an Arbeitskräfte» völlig im Rückstände. Im Gouvernement .Jekaterinos- law ist die Aussaat aus Mangel an Arbeitskräften völlig im Rückstände. Im Gouvernemellt Jekaterinvslaw sind 1000 Dorfgemeinden übereingekommen, ihre Felder ge= meinsam durch Frauen bestellen zu lassen, da die gesamte männliche Bevölkerung mit Ausnahme einiger alter Leute unter den Waffen steht.

Verluste an Menschenleben In Stieg und Frieden.

Unr, die wir diesen Weltkrieg miterleben, erscheinen die Verluste an Menschenleben, die hier gefordert wer- dcu außerordentlich groß und in gar keinem Vergleich 1

au setzen mit den Verlusten, die die Gesamtbevölkerung tu srtedlichen Zeiten erleidet. Dennoch ist der Unter­schied gar kein so ungeheurer wie wir wohl glauben. Der Tod ist im Frieden ein nicht viel seltenerer Gast als im Kriege: nur hinterläßt sein Erscheinen bei uns eine andere seelische Wirkung, hat viel des Gewaltsamen und Furchtbaren verloren. Dies betont Dr. Hermann in einem Aufsatz der bei der Deutschen Verlags-Austalt in Stuttgart erscheinenden ZeitschriftUeber Land und Meer". Selbst die gewaltige» Opfer dieses Weltkrieges ändern, auf eine längere Reihe von Jahren verteilt, an der Sterblichkeit der europäischen Völker nicht viel. Das deutsche Volk wird nach dem Kriege zahlreicher fein als vor ihm, de»» sein Geburtenüberschuß genügt, um die Lücken ausznfüllen. Die Sterblichkeit des russischen Volkes vergrößert sich für die Dauer des Krieges um schätzuugsweise 18 pCt., eine ungeheure Ziffer, wenn man bedenkt, daß sich im Russisch-Japauische» Kriege die Sterblichkeit der Russen nur um % pCt. vermehrte. Trotzdem werden auch hier die Verluste wieder gedeckt. Nur Fraukreich wird aus dem Kriege mit einer absolut vermiuöerteu Volkszahl hervorgeheu, denn die Sterb­lichkeit des französischen Volkes wird durch den Krieg um 6070 pCt. erhöht, und seine geringe Geburtsziffer reicht nicht aus, nur die schon stets drohende Entvöl­kerung aufzuhalten. Auch im Frieden sterben in Eu­ropa durchschnittlich etwa 10 Millionen Menschen jähr­lich, und wenn dies der natürliche Verlauf ist, so ist doch auch die gewaltsame Vernichtung von Menschenleben in Friedenszeiten ziemlich groß. In Dentschland allein gehen jährlich durch Unfall im Beruf 10 000 Personen zugrunde. 14 000 enden durch Selbstmord, mindestens 1000 durch Verbrechen: im ganzen sterben 35 000 jährlich eines gewaltsame» Todes, also fast 3% pCt. der Ge­saactsterblichkeit. Von den erwachsenen Männern der städtischen Judustriebevölkerung endet jeder zehnte auf gewaltsame Weise: ein Bergarbeiter ist in seinem Ar- beitsleben von tödlichen Ereignissen durchschnittlich ebenso stark bedroht, wie der Soldat während eines Krieges. Europa zählt in jedem Jahre nach niedrigster Schätzung 150 000 Fälle gewaltsamen Todes. 44 000 Menschen tötete das letzte Erdbeben in Mittelitalien, das vor dem Donnern des Weltkrieges fast ganz überhört wurde: nicht mehr Menschen fielen 1870 auf deutscher, im mandschurischen Krieg auf russischer Seite. Die Pest tötete in Euglisch-Judieu jährlich mindestens 700 000, und sie ist ein vermeidbares Uebel.

Vermischtes.

Drei Personen verbrannt. Infolge unvorsichtigen Umgehend mit Spiritus brach im Gemeindespital in Bölks in Tirol Feuer aus. Das Gebäude wurde einge- äschert. Drei Personell kamen in den Flammen um.

Ein eigenartiger Zwischenfall. Die englischen Blät­ter berichten, wie demB. T." geschrieben wird, über einen eigenartigen Zivischeufall, der sich bei dem letzten Zeppelinangriff auf die englischen Küstenstädte ereignet hat. In Blyth fand kurz nach Sonnenuntergang auf freiem Felde eine von Tausenden besuchte Versammlung statt, bei welcher die Frage der allgemeinen Wehrpflicht öffentlich erörtert werden sollte. Auf der Tribüne be­fand sich ein Redner, der dem Publikum in furchtbaren Farben die Schrecken einer deutschen Invasion und be­sonders die entsetzliche Gefahr eines Zeppelinangriffes vormalte. Er wurde von dem Publikum andauernd mit ironischen Burufen unterbrochen. Schließlich reckte der Redner in Verzweiflung die Hand gen Himmel und rief: Ihr werdet schon anders sprechen, wenn erst da oben ein unerwarteter Besuch erscheint!" Kaum waren diese Worte gesprochen, als plötzlich das Schnurre» von Mo­toren hörbar wurde; aller Augen blickten aufwärts, und am Abendhimmel zeichnete sich deutlich die majestätische Silhouette eines riesigen Zeppelins ab, der pfeilschnell landeinwärts flog.Da ist er ja, der unerwartete Be­sucher!" rief der Redner, aber er hatte keine Zeit mehr, feine Allsprache zu vollenden, denn unter Schreckens­rufen flüchtete sein Publikum auseinander, und in we­nigen Minuten war das Riesenfeld leer.

Der Typhustod in Serbien. Der Korrespondent der Morning Post" aus Rom meldet entsetzliche Einzelhei­ten über die Zunahme des Flecktyphus in Serbien. Hü­gel, die bis jetzt kahl waren, seien mit Hunderten von Krenzern besetzt. Die österreichischen Kriegsgefangenen würden zur Beerdigung der Leichen herangezogen. Ganze serbische Dörfer seien ansgestorbeu. Ein Dorf mit 2000 Einwohnern bei Skoplje fei völlig verschwunden. 100 von 360 Aerzten seien gestorben. Einer der Totengräber aus Kragujewatsch habe erzählt, daß auf dem Friedhof dort täglich 16 bis 20 Leichen, im Monat Januar und Februar sogar 50 bis 60 im Tag begraben wurden.

Ein Rüffel für Peary. Der Nordpolentdecker Peary, der eine Charge in der Vereinigten Staaten-Flotte be­kleidet, hält sich für eine sehr wichtige und besouders be­vorrechtete Persönlichkeit. Deshalb glaubte er sich jüngst öffentlich die Bemerknng gestatten zu dürfen, die Ber­einigten Staatelr sollten die gegenwärtigen Weltwirren benutzen, um einfach ganz Amerika zu annektieren. We­gen dieser etwasnordpolitisch" anmutenden Aeußerung wurde Peary vor deu Marinesekretär Daniels zitiert und mit einem gehörigen Rüssel bedacht.

Merkblatt.

für die Hinterbliebenen der gefallenen oder infolge von Wunden und sonstigen Kriegsdien st beschädign ng e n g e st o r b e it c it Teilnehmer am Kriege 1914.

A. Gnadengebührnisse.

1. Hinterläßt ein gefallener usw. Kriegsteilnehmer eine Witwe oder eheliche oder legitimierte Abkömm­linge, so werden für einen gewissen Seitraum nach dem Tode des Kriegsteilnehmers Gnadengebührnisse ge­währt.

2. Gnadengebührnisse können auch gewährt werden, wenn der Verstorbene Verwandte der aufsteigenden Linie, Geschwister, Geschwisterkinder oder Pflegekinder, bereit Ernährer er ganz oder überwiegend gewesen ist, in Bedürftigkeit hinterläßt, oder weint und soweit der Nachlaß nicht ausreicht, um die Kosten der letzten Krank- Heit und der Beerdigung zu decken.

3. Der Antrag auf Zahlung der Gnadengebührnisse ist entweder an diejenige stellvertretende Korpsinten- bautitr, zu deren Geschäftsbereich der Truppenteil usw. des Verstorbenen gehört, oder an das für den Wohn- ober Aufenthaltsort zuständige Bezirkskommando zu richten. Letzteres sorgt dann für Weitergabe. Au Be­legstücken sind dem Anträge beizufügen:

a) eine Bescheinigung des Truppenteils usw. über die Höhe des Gnadengehalts oder der Gnadenlöhnung des Verstorbeuen und über die Dauer der Empfangs- berechtiguug, , ,

b) eine militärdienstlich beglaubigte Beschemcgung tiber den Tod des Kriegsteilnehmers,

c) in den Fällen zu 2 außerdem eine amtliche Be- scheircigung über den Verwandtschaftsgrad und das Verbättnis zum Beritorbenen.

Köcmen Bescheinigungen der zu a und 5 erwähntest Art nicht gleich beigebracht werden, so sind bestimmte Angaben über den Dienstgrad, die Dienststellung und den Truppenteil oder die Behörde des Verstorbenen er­forderlich und als Ausweise über den Tod die in Hän­den der Antragsteller befindlichen Mitteilungen der Truppenteile usw., Auszüge aus 5lriegsranglisten oder Kriegsstamcnrollen, lodesunzeigen und Nachrufe der Truppenteile und Behörden imMilitär-Wochenblatt" oder in sonstigen Zeitungen und Zeitschriften berzufügen. Auch ein Hinweis auf die Nummer der amtlichen Ver­lustlisten würde genügen.

Auf Antrag stellt das Zentralnachweisbureau des Kriegsministeriuncs in Berlin NW. 7, Dorotheenstratze 48, besondere Todesbescheinigungen aus.

B. Versorgungsgebührnisse.

4. Nach Ablauf der Guadeuzeit erhalteu die Witwe und die Kiuder letztere bis zu 18 Jahren Witwen- und Waisengelö sowie Kriegswstwen- und Kriegs- waisengelö.

5. Der Antrag auf Bewilligung der Bersorgungsge- bührnisse zu 4 ist an die Ortspolizeibehörde des Wohn­orts oder des anläßlich des Krieges gewählten Aufent­haltsorts *) zu richten.

An Belegstücken sind beizufügen:

I .**) die Geburtsurkunden der Eheleute (können wegfallen, wenn die Geburtstage aus der Heiratsur­kunde ersichtlich sind ober wenn nur Waisen- und Kriegs- waiseugetd beansprucht wird oder wenn die Ehe über 9 Jahre bestandecc hat):

II .**) die Heiratsurkunde ober, wenn Waisen aus mehreren Ehen versorgungsberechtigt sind, die betreffen­den Heiratsurkunden (Geburts- und Heiratsurkunden der vor dem 1. April 1887 verheirateten, bei der preußi­schen Militärwitwenkasse versicherten Offiziere und Be­amten befinden sich in der Regel bei der preußischen Militärwitwenpensionsanstalt in Berlin W. 66, Leip­ziger Straße 5);

III .**) die standesamtliche Urkunde oder an ihrer Stelle andere Nachweise (Bescheinigung des Truppen­teils, Beileidsschreiben des Koncmaudeurs, Kompagnie­chefs pp.) über das Ableben des Ehemanns und falls die versorgungsberechtigtecc Kinder auch ihre leibliche Mutter verloren haben, noch die standesamtliche Ur­kunde über das Ableben der Ehefrau,'

IV .**) die standesamtliche Geburtsurkunde für je­des versorgungsberechtigte Kind unter 18 Jahren:

V . amtliche Bescheinigung darüber, daß

a) die Ehe nicht rechtskräftig geschieden oder die eheliche Gemeinschaft nicht rechtskräftig aufge­hoben war (samt wegfallen, wenn in der Sterbe- urkunde die Ehefrau des Verstorbenen mit ihrem Ruf-, Mannes- und Geburtsnamen als dessen Witwe bezeichnet oder die Heiratsurkunde nach dem Tode des Ehemannes ausgestellt ist),

b) die Mädchen im Alter von 16 Jahren und da­rüber nicht verheiratet (oder verheiratet gewesen) sind.

c) keins der Kinder im Alter vom Beginn des 6. bis zum vollendeten 12. Lebensjahre oder wer von ihnen in die Anstalten des Potsdamschen Großen Militärwaisenhauses ausgenommen ist (für Kinder von Offizieren und höheren Beam­ten überhaupt nicht erforderlich) ;

VI. gerichtliche Bestallung des Vormundes oder Pflegers:

VII. außerdem ist in dem Antrag anzugeben,

a) ob und wo der Verstorbene als Beamter im Reichs-, Staats- oder Kommunaldienste, bei den Versicherungsanstalten für die Invalidenver­sicherung oder bei ständischen oder solchen In­stituten angestellt war, die gaus oder zum Teil aus Mitteln des Reichs, Staates oder der Ge- meiubeu unterhalten werden,

b) der znkültftige Wohnsitz der Witwe.

C. Kriegsetlerngcld.

6. Den Verwandten der ansteigenden Linie (Vater und jeder Großvater, Mutter und jede Großmutter) samt für die Dauer der Bedürftigkeit ein Kriegseltern- geld gewährt werden, wenn der verstorbene Kriegsteil­nehmer

a) vor Eintritt in das Feldheer oder

b) nach seiner Entlassung aus diesem zur Zeit seines

Todes und bis zu seiner letzten Krankheit ihren Lebensnnterhalt ganz oder überwiegend bestrit- ten hat.

Der Alltrag ist ebenfalls an die Ortspolizeiverwal- tungen des Wohnorts oder des anläßlich des Krieges gewählten vorübergehenden Aufenthaltsorts zu richten. Ihm ist eine standesamtliche Sterbeurkunde über den Gefallenen usw. oder, falls eine solche nicht zu erlangen ist, ein Ausweis der zu 3 bezeichneteu Art beizufügen.

*) Hinterbliebene von Zivilbeamten haben sich an die letzte Vorgesetzte Behörde des Verstorbenen zu wenden.

**) An Stelle der gebührenpflichtigen Auszüge aus den Standesamtsregister» sind Beschemiguttge» tu ab­gekürzter Form (nicht Abschriften) zulässig, die in Preu­ßen unter Siegel und Unterschrift des Standesbeamten kostenfrei ausgestellt werden, die entscheidenden Tat­sachen ergeben und die maßgebenden Daten in Buch­staben ausgeschrieben enthalten.

Weisere Drahtnachrichten.

Deutsche Fliegerbomben anf Nancy.

»-*= Paris, 30. April. (WTB.) 9lach einer Meldung desTemps" aus Nancy konnte ein deutsches Flugzeug, das in einem sehr hohen Fluge das Zentrum von Nancy überflog, drei Bomben abwerfen, die nahe dem Jiistiz- palast niederfielen. Drei Personell wurden getötet, sechs schwer verletzt. Nach einer anderen Tempsmeldung wurden am Dienstag Bomben auf Nancy geworfen, wobei fünf Personen getötet wurden.

Joffres Bericht.

9^ Paris, 30. April. (WTB.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag. In Belgien rückten wir fort­gesetzt im Norden auf dem rechten Ufer des Aserkanals tu Verbindung mit belgischen Truppen vor. Wir mach­ten 150 Gefangene ituo erbeuteten zwei Maschinenge­wehre. Der Feind belegte durch Flugzeuge die offene Stadt Epernay, welche ausschließlich von Sanitätsfor- mationen besetzt ist, mit Brandbomben. Genaue Nach­richten melden, daß der Zeppelin, der in letzter Woche DÜnkirchen mit Bomben belegte, auf Bäumen bei Brügge scheiterte und völlig verloren ging.

Wie Joffres Berichte zu bewerten sind, ist bekannt.

Untersuchung gegen General v. Auffenberg.

Wien, 30. April. (WTB.) Wie amtlich mitgeteilt wird, ist gegen den General der Infanterie Ritter von Auffenberg zur Klärung einer wider ihn erstatteten, in allerletzter Zeit hervorgekommenen Anschuldigung we­gen pflichtwcdriger Amtsführung eine Unterfuchung ein, geleitet worden. Der Gegenstand der Anschuldigung betrifft durchweg Vorgänge aus dem Jahre 1912 und steht mit dem gegenwärtigen Kriege in keinem Zulam- uloubana.