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500 Zahre Hohenzollernherkschafl.
Unter der Ueberschrift „Ein halbes Jahrtausend S'^yenzollernherrsMaft" schreibt die „Nordd. Allg. Ztg." unter bem Hinweis darauf, daß am 30. April 1415 auf dem Reichstag zu Konstanz Friedrich I. mit der Mark Brandenburg nebst Kurwürde belehnt wurde:
Das gewaltigste Bölkerringen, das die Entwicklnng des Memchengeschlechts kennt, bildet den weltgeschicht- ticheu Hintergrund des Gedenktages, den wir jetzt 6e= geben. Die herrlichen Taten, die unser Volk in Waffen in den: uns freventlich aufgedrungenen Kampfe vollbringt, sind Verkünder des ruhmreichen Werkes, das von einer bescheidenen Grenzmark ausging, um in der Zu- mmmenfmfung der Stämme Deutschlands zu einer Fürsten und Volk umschließenden machtvollen Einheit zu gipfeln.
Nicht der Tag allein, an dem der Grund zu ölefem Aufstieg gelegt wurde, ist dankbarer Erinnerung wert. Die Persönlichkeit des Fürsten selbst, der als erster Ho- ben^oner seine Gaben in den Dienst der Mark stellte, wird in der Geschichte unseres Vaterlandes unvergMich fortbestehen. Von ihm ist das schöne und große Wort, er sei der schlichte Amtmann Gottes am Fürstentum. Diese hohe Vorstellung von dem fürstlichen Beruf hat die Hohenzollern allezeit beseelt. Ihr gab Friedrich der Groye die berühmte Prägung, er sei der erste Diener des Staates, ein Wort, zu den: sich unser Kaiser erst jüngst von neuem vor der Welt bekamste, als er seiuer Freude und seinem Stolz Ausdruck verlieh, in solcher Zeit der erste Diener einer solchen Nation zu sein.
Im Lande der Hohenzollern wurde zur Wahrheit, daß Herrscher und Staat eins seien, daß Wohl und Wehe der Fürsten untrennbar verknüpft seien mit dem Geschick des Staates. Die Hohenzollern schufen sich den Staat nicht mir; sie schufen sich das Volk, mit dem sie in die Entwicklung Deutschlands und Europas in steigendem Matze mitentscheidend einzugreifen vermochten. Unter ihnen entstand und erstarkte das preußische Staatsbewußtsein zu einer politischen Machtgröße.
Als aber die rechte Stunde geschlagen hatte, erwuchs aus dem Staatsgedanken der Reichsgedanke und nahm machtvolle Gestaltung an. Mit Preußen ordneten sich alle deutschen Staaten des Reiches Einheit unter, die es :rst ermöglichte, die reichen Kräfte der deutschen Nation zu voller Geltung zu bringen. Eine vierzigjährige Zeit- panne hat gelehrt, daß die Pflege des eigenen Wesens jedes Staates und Stammes innerhalb der Reichsgemeinschaft für Deutschland keine Beeinträchtigung bedeutet. Sie hat sich vielmehr als ergiebige Quelle schöpferischer Kraftentfaltung in den Werken des Friedens wie des Krieges bewährt, und nun stehen Fürsten und Stämme vereint im Dampfe, um, Seite an Seite mit dem verbündeten Oesterreich-Ungarn den ruchlosesten Angriff abzuwehren.
In welchem Geiste und mit welch rastloser Hingabe unser Herrscher, ein echter Sproß seines großen Geschlechtes, feinem holden Beruf gerecht wird, liegt offen vor der Welt zutage. Mit frohem Mut darf unser Volk trotz des Ernstes der Zeit die Hohenzollerngedenkfeier begehen und in unerschütterlicher Zuversicht, daß Deutschland mit Gottes Hilfe nach außen nnd innen größer aus der gegenwärtigen Prüfung hervorgehen
Aus dem großen Hauptquartier H
w= Großes Hauptquartier, 29. April 1915. (Amtlich. WTB.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Unsere anf dem westlichen Kanalufer befindliche«
Stellungen nördlich von Opern am L'Yperlee-Bach, bei
Steenstrate und Het Sas werden seit gestern nachmittag unnuterbrochen aber erfolglos angegriffen. Oestlich des Kanals scheiterte ein gegen unseren rechten Flügel von Franzosen, Algeriern und Engländern gestern abend gemeinsam Unternommener Angriff unter sehr starkem Verluste für den Feind. Die Zahl der von uns in dem Kampfe nördlich von Ypern erbeuteten feindliche« Geschütze hat sich auf 63 erhöht.
Feindliche Minenspreugnegen an der Eisenbahn 8a Bassee-Bethnue und in der Champagne nördlich von
8e Mesnil waren erfolglos. Bei Le Mesnil wurden nächtliche französische Angriffe gegen die von uns gestern nacht eroberten Stellungen unter starkem Verluste für den Feind abgeschlagen. Die hier gemachten französischen Gefangenen befanden sich i« jammervoller Verfassung;
$m Schatten des Verdachts.
Roman von Fritz Skowronuek.
24) (Nachdruck verboten.)
Dann erwiderte Heimbacher: „Therese bleibt hier."
„So, na, dann will ich Dir sagen, daß Therese aus dem Hause muß. Das geht nicht mehr länger so. Auch mit Dir nicht. Entweder fährst Du heute zum Forstmeister und meldest Dich krank, oder ich tue es morgen. Wo soll denn das hingehen? Du tust keinen Dienst mehr, Du sitzest den ganzen Tag zu Hause. Wem: der Neureuter nicht die ganze Arbeit auf sich nehmen würde, müßte es der Forstmeister schon lange gemerkt haben. Was soll denn aus uns werden? Mann, Heimbacher, sag' mir doch, was Dich quält."
„Und wenn Du mit Wolf zusammenkommst, jacherst Du "rum wie eine Wilde und kommst aus dem Lachen
und Vergnügen nicht heraus."
„Heimbacher, ich habe es Dir schon einmal gesagt, laß mich damit in Ruhe. Ich habe Dich nie hinterge- hen wollen. Das muß ich mir galiz entschieden verbitten, und jetzt sage ich Dir: Du sollst Dich auf jeden Fall versetzen lassen. Wenn Du die Stelle in Regler
spitze nicht bekommst, meldest Du Dich auf irgend eine andere Stelle, die frei wird. Ganz egal — wie sie ist. Und wenn wir mit dem blanken Stecken hier herausgehen. Das sage ich Dir — ich fahre zum Forstmeister und bitte ihn um Deine Versetzung. Er wird mir schon
„ . "^^ ^ warne Dich. — Treibe mich nicht zum äußersten.
„Ach, droh doch nicht. Hunde, die bellen, beißen nicht. — Das wäre ja so bequem — nicht war —? Du machst Dich aus dem Staube und ich bleibe mit fünf un- rrzogenen Kindern und meiner Witwenpension hier Wäu Aber so oder jo. — Aus einem Loch muß der
sie zitterten vor Angst, da ihnen von ihren Offizieren eingeredet war, sie würden, in deutsche Gefangenschaft geraten, sofort erschossen.
Auf den Maashöhen südlich von Verdun schoben wir unsere Stellungen um einige hundert Meter vor' und befestigten sie.
In den Bogeseu ist die Lage unverändert.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Südlich von Kalwaria setzten wir uns in den Besitz des Dorfes Kowale und der Höhe südlich davon.
Bei Dachowo südlich von Sochaczew eroberten wir einen russischen Stützpunkt.
Oberste Heeresleitung.
Bpern völlig verwüstet.
Die „Times" vernimmt aus Nordfrankreich, daß infolge der letzten Gefechte die Verwüstung Yperns jetzt vollständig ist. Die Tuchhalle ist zerstört, kaum ein Haus steht noch. Poperinghe litt ebenfalls schwer. Die Station, auf der die englischer: Verwundeten in die Züge gebracht wurden, liegt in Trümmern, so datz die Verwundeter: in den Kellern der benachbarten Häuser in Sicherheit gebracht werden mußten.
w= Rotterdam, 30. April. (T. U.) Der Berichterstatter der „Exchange Telegraphen-Company", der Augenzeuge der Schlacht von Opern war, berichtet nach dem „L.-A." folgendes: Der Anblick des Schlachtfeldes hätte Cäsar und Napoleon verwirrt. Es sei unmöglich, zu sagen, wieviele Geschütze verwendet wurden. An einer kleinen Brücke am Oserkanal sümpfen zwanzig deutsche Kanonen gegen 18 französische. Die französi- scheu Geschütze feuerten so schnell, daß es an einen un- aufhörlichen Donner erinnerte. Der Munitionsverbrauch war furchtbar. Deutsche und französische Flieger flogen hin nnd her.
Furchtbare Verluste der Verbündete« bei Aper«.
»-£ Kopeuhagen, 30. April. (T. U.) „Politiken" meldet nach dem „B. T." aus Dünkirchen: Die Verluste der Alliierten bei Aperu seien furchtbar. Die Verwundeten müssen liegen bleiben, da die Lazarettzüge und das Personal nicht ausreichen. Allein im Walde bei Oostvletteren liegen 1500 französische und belgische Verwundete, die noch nicht abtransportiert werden konnten.
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Amerika liefert weiter.
Eine kanadische Gesellschaft erhielt vor kurzem, wie dem „Tag" aus Rotterdam gemeldet wird, einen Auftrag von Rußland auf Fabrikation von Granaten und Sprengstoffen im Werte von 16 Millionen Pfund. Ein Viertel dieser Summe ist bei einer Neuyorker Bank deponiert, und 30 bis 40 amerikanische Gesellschaften arbeiten an dieser Bestellung. Die Lieferung soll inner- halb vier Wochen beginnen können und mit 90 000 Granaten täglich anfangen. Im Laufe der Zeit soll sie auf täglich 500 000 Granaten gesteigert werden. Die französische Regierung bestellte für 25 Millionen Pfund Pulver bei den Pulverwerken der Gesellschaft Dupon in Chikago.
Der Luftkrieg.
Ein erfolgreicher Kampf in der Luft.
Am Mittwoch flogen, wie die „Frkf. Ztg." berichtet, drei französische Flugzeuge von Belfort nach Lörrach. Als das Herannahen der Flieger gemeldet worden war. stieg von deutscher Seite ein Kampfflugzeug auf, das bei Altkirch einen Angriff auf die französischen Flugzeuge unternahm. Eines der französischen Flugzeuge flog sofort nach Belfort zurück, das zweite setzte seinen Flug weiter fort, während das dritte von dem deutschen Flieger attackiert wurde. Bei diesem Kampfe erhielt der Führer des französischen Luftschiffes einen Kopfschutz, der französische Apparat fiel sodann, weil führerlos, aus 2000 Meter Höhe in die Tiefe, wobei auch der Beobachter zerschmettert wurde.
Tauben über Dünkirchen.
^ Genf, 30. April. (T. U.) Am 26. April erschienen nach dem „B. L.-A." über Dünkirchen drei Taubenflugzeuge, deren Geschosse mehrere militärische Anstalten beschädigten. Sie erreichten einen Rekord, indem sie volle acht Stunden lang beobachteten, und entkamen unbeschädigt.
Ein russischer Flieger heruntergeschosse«.
9-$ Königsberg, 30. April. (T. U.) Ein russisches Flugzeug wurde nach der „Bl. Mp." in Sterten bei Eydtkuhnen abgeschossen. Beide Insassen sind tot. Das Flugzeug ist amerikanischen Fabrikats.
Fuchs heraus. Entweder raffst Du Dich auf und fährst zum Forstmeister oder ich tue es."
Karl hatte noch am selben Tag seiner Mutter einen langen Brief geschrieben, worin er sie bat, das Mädchen, das ihm sehr lieb sei, wie eine Tochter aufzuneh- men So schnell als es möglich war, erhielt er Antwort. Er ging selbst damit zu Heimbacher.
„Lieber Kollege, ich bitte Sie um Ihre Einwilligung dazu, daß Ihre Schwester zu meiner Ntulter zieht und ihre Pflege übernimmt."
Der Förster machte eine müde Haitdbewegung: „Ich habe nichts dagegen n:id meine Fran auch nicht. Sie muß aber zusehen, wie sie hinkommt, ich kann ihr nicht einmal das Reisegeld geben."
„Darüber machen Sie sich keine Sorgen, Kollege. Meine Mutter hat das Reisegeld mitgeschickt. Es wäre mir aber lieb, wenn Sie es Ihrer Schwester geben wollten."
„Das samt geschehen."
Am anderen Morgen fuhr Therese ab. Der Abschied von Bruder und Schwägerin war kurz und ohne Gemütsbewegung. Nur, als die Kinder sich weinend an sie hängten, kamen ihr die Tränen. Anf bem Bahnhof erwartete sie Karl. Er brächte ihr einen großen Strauß Feldblumen, die er selbst gepfliickt hatte.
„Ich darf Ihnen doch von Zeit zu Ze:t schreiben, Therese. Und Sie werden mir antworten, nicht wahr?"
„Ja, gern. Ich muß Ihnen doch regelmäßig berichten, wie es Ihrem Muttchen geht."
Lange stand Karl und sah dem Zuge nad), bis er hinter einer Biegung verschwunden war. Es war ihm, als ob er sein Glück in Sicherheit gebracht hätte. — Nach drei Tagen besam er den ersten Brief. In schlichten Worten teilte ihm Therese mit, daß sie nach einer anstrengenden Fahrt ihr Ziel wohlbehalten erreicht habe. Dann berichtete sie ausführlich, rote sie jMx Mutter
Vom österr.-ungar. Generalstab
Wien, 29. April. (WTB.) Amtlich wird verlant- bart:
Die allgemeine Lage ist unverändert.
An der Front in Russisch-Polen und in den Karpathen in mehrere« Abschnitte« heftige Geschtttzkämpfe. Unsere Artillerie feuerte mit sehr guter Wirkung gegen russische Unterknnfts- und Munitionsobjekte.
Im Oportale versuchte der Feind nach mehrstündigem, erfolglosen Artilleriefeuer nachts einen Vorstoß gegen die Höhenstellungen unserer Infanterie, wurde jedoch uach kurzem Kampfe a« der ganzen Front avge- wiesen.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. । v. Hoefer, Feldmarschalleutnant.
Die neue Front im Osten.
Unser großer Erfolg bei Suwalki, die Winterschlacht in Masuren, das Vordringen unserer Truppen bei Me- mel und die gescheiterte Offensive der Russen in den Karpathen haben zusammen, wie der Korrespondenz „Heer und Politik" geschrieben wird, eine beträchtliche Veränderung der Front im Osten zu unseren Gunsten bewerkstelligt. Eine Darstellung dieser neuen Front wird darum von besonderem Interesse sein, weil sich daraus klar ergibt, wessen Heer im Osten siegreich ist. Die neue Front beginnt an der Ostsee nördlich von Me- mel, und verläuft südlich über den Njemen bis Augu- stowo. Hier biegt sie ein wenig nach Südwesten dem Laufe des Narew entlang an der russischen Festungslinie Ossowiec-Ostrolenka ab und verläuft von Lowiez aus weiter südlich über Tarnow und östlich von Neu- sandek. Aus diese Weise ist der größere Teil Polens in unseren Händen. Bon Galizien aus wendet sich die Front wieder nach Osten, wo sie den Wall gegen das russische Karpathenheer bildet. Sie schneidet die Flußläufe des Dunajec, des Ondawa und des Labore, erreicht bei Kurina-Stropkow am Schnittpuukt der Ondawa einen südlichen Punkt. Von hier geht sie weiter nach Osten über Nagypolary, verläuft nördlich von: Uz- soker Patz, von dem die Russen endgültig vertrieben worden sind und den sie trotz ihrer furchtbaren Angriffe nicht wieder erobern konnten. Weiter nach Osten vor- schreitend nähert sich unsere Front wieder den: Dnjester, begrenzt die Bukowina im Norden und läßt nur einen ganz geringen Teil im Nordosten frei, wo sich die Front anf einer ganzen Strecke nach Süden wendet und bis
e sein, weil sich >ften siegreich ist.
zum Pruth reicht. Die Front der verbündeten deutschungarischen Truppen reicht demgemäß von dem russischen Gestade der Ostsee bis an die Bukowina in einer geschlossene Linie. Das ganze deutsche Gebiet ist von: Feinde frei, und unser Heer steht tief in Feindesland. Von Polen ist ein ungeheures Gebiet in einer Größe von mehr als 53 000 Quadratkilometer mit rund sechs Millionen Einwohnern von unseren Truppen und den Truppen unserer Verbündeten besetzt. Dagegen halten die Russen nur einen Teil von Galizien in ihren Händen. Die drei Offensiven der Russen haben ihnen dem-
O bisher nur große Verluste gebracht, die nicht nur jenleben und Material betreffen, sondern auch eroberte Gebiete. Aus Ostpreußen wurden sie durch die Winterschlacht in Masuren entscheidend geworfen, ihre Offensive gegen Posen und Schlesien brach zusammen und brächte ihnen nur den Verlust eines großen Teiles von Polen, der von einer von Norden nach Süden laufenden Linie wenige Kilometer westlich von Warschau begrenzt wird. Auch die Bukowina, die sie bereits fast völlig :n den Händen hatten, wurde ihnen wieder von deutschen und österreichischen Truppen entrissen. Das ist bisher der tatsächliche „Erfolg" der drei russischen Offensiven. Man kann hieraus erkennen, was die russischen Siegesberichte wert sind. Erfolge im Kriege sind mit Landgewinnen verbunden. Muß ein Heer sich zurückziehen und besetzte Länder aufgeben, dann hat es Niederlagen erlitten und ist geschlagen. Die Darstellung unserer neuen Front im Osten ist der beste Beweis dafür, daß unsere Heere siegreich vorwärts geschritten sind.
Wie Garros herabgeschossen wurde.
Mitte dieses Monats wurde, wie mitgeteilt, der bekannte französische Fliegerleutnant Garros mit einem von ihm selbst erfundenen, einsitzigen Flugzeug bei Ju- gelmünster von unseren Truppen durch Schüsse herabgeholt und später nach Magdeburg gebracht. Die Gefangennahme des Garros schildert' ausführlich nachstehender Bericht der Kriegszeitung der 4. Armee:
„Gegen 7 Uhr abends erschienen zwei feindliche Flieger in großer Höhe über dem Gelände zwischen St. Katherine und Lendelede. Der eine wurde von einer Ballonabwehrkanone beschossen und verschwand in der
gefunden hatte. Zum Schluß dankte sie ihm mit herzlichen Worten, baß er ihr diese Zufluchtsstätte geboten. Es sei ihr, als habe sie eine Mutter gefunden.
Zehntes Kapitel.
Es war so gekommen, wie Wolf vorausgesagt hatte. Ein älterer Kollege aus der Nominier Heide, der viel Kinder und sehr gute Konnexionen besaß, hatte die Stelle in Masuren, um die sich Heimbacher beworben hatte, bekommen. Dieser nahm die Nachricht gleichgültig, beinahe teilnahmslos auf. Seine Frau hatte ihm den Brief gebracht und gewartet, bis er ihn erbrochen und gelesen hatte. Nun holte sie die Försterzeitung und las ihrem Mann drei, vier Stellen vor, um die er sich bewerben sollte. Er schüttelte nur den Kopf. „Latz mich zufrieden, ich gehe hier nicht fort. Ich kann hier nrcht fort. Ich kann hier nicht fort. Laß mich."
Entschlofsen ging die Frau hinaus, ließ sich den Wagen anspannen und zog sich an. Ehe sie fortfuhr, kam sie noch einmal zu ihm herein. „Heimbacher, ich fahre jetzt zum Forstnleister. Willst Du mitsammen?"
Er fuhr auf. „Weib, bist Du denn gm^ toll?" Im nächste:: Augenblick ließ er sich stöhnend auf den Stuhl fallen. „Fahr nur, wenn Du willst. Es ist doch alles egal."
In ihrer Herzensangst rief sie die Kinder. Der Ael- testen, einem klugen Mädchen von dreizehn Jahren, be- fahl sie, das Wohnzimmer nicht zu verlassen. Wenn der Vater fortgehen wolle, sollte sie ihn nicht fortlassen. — Der Kleinen traten die Tränen in die Augen. „Ich weiß, Muttchen, ich verlasse den Vater nicht " -
Als sie das Dorf hinter sich hatte, gab sie dem wohlgenährten Braunen die Peitsche zu kosten — und alle Augenbluke trieb sie ih rasender Fahrt stürmte Oberförsteret. — Der c
W.M.Mx LLtüLLLL
zu schnellem Laufe an. In das Pferd auf den Hof der te Forstmeister kam ihr schon