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Die Aufstandsgefahr in Aegypten

1 und Indien.

Nach einer Konstantinopeler Meldung derKöln. Ztg." veröffentlicht der Herausgeber desJdkam" Mit­teilungen eines kürzlich aus Aegypten eingetroffenen Italieners, wonach ganz Aegypten zum Aufstand bereit wäre. Die rechtswidrige Besetzung des Landes durch die Engländer laste schwer auf den Mohammedanern. Nur der Mangel an Waffen und Munition verhindere den sofortigen Aufstand der Bevölkerung.

Das BlattSabah" bringt einen Artikel über den Aufruhr in Indien, der schließt: Die aktive Teilnahme am Heiligen Krieg der Moslem in Indien, Afghanistan und Belutschiftau hat tatsächlich begonnen. Er wird Eng­land und Rußland ernste Schwierigkeiten verursachen.

/ ' krleasaNerlel.

Kaiserliche Ehrung für v. Tirpitz.

Der Kaiser hat dem Staatssekretär des Reicks- marineamts, Großadmiral von Tirpitz anläßlich dessen SOjährigem Dienstjubiläum folgende Order zugehen lassen:Ich spreche Ihnen zu dem heutigen Gedenktage Ihres vor 50 Jahren erfolgten Eintrittes in den Ma­rinedienst meinen herzlichsten Glückwunsch ans und gebe gleichzeitig meiner Freude darüber Ausdruck, ögtz es Ihnen mit Gottes Hilfe vergönnt ist, diesen Tag noch im aktiven Dienst und in voller Rüstigkeit zu begehen. Bch benutze gern diesen Anlaß, Sie meiner wärmsten ankbarkeit für Ihre dem Vaterlande durch den erfolg­reichen Ausbau der Marine geleisteten großen Dienste zu versichern. Mit berechtigtem Stolze können Sie heute auf dieses, Ihr Lebenswerk blicken, dessen Bedeu­tung der gegenwärtige Krieg in das hellste Licht gesetzt hat. Als äußeres Zeichen meiner dankbaren Gesinnung verleihe ich Ihnen hiermit die Schwerter zum Kreuz der Grotzkomture des Königlichen Hausordens von Hohen- zollern."

Englische Gewaltjustiz gegen deutsche Offiziere.

Die deutschen Offiziere Sanöersleben und Andler sind in Ehester vor ein Kriegsgericht gestellt worden, weil sie aus dem Gefangenenlager geflüchtet waren. Beide Offiziere gaben die Tatsache der Flucht zu, pro­testierten jedoch gegen den Gerichtshof, da sie kein Ehrenwort gegeben hätten und nach der Haager Kon­vention nur zu einer Disziplinarstrafe verurteilt wer­den könnten, die von dem Kommandanten des Lagers zu verhängen wäre. Der Protest wurde nicht nnge= nommen, das Urteil bedarf der Bestätigung. Es wurde noch nicht bekanntgegeben.

Die Forderungen der englischen Eisenbahner.

Nach Rotterdamer Berichten der Mailänder Untone" aus London hat der englische Eisenbahnerver- banö die von den Gesellschaften vorgeschlagene Lohner- höhung von 10 v. H. abgelehnt und die Aufrechterhal­tung der Forderungen nach 80 v. H. Lohnerhöhung be­schlossen. Der Beschluß des Verbandes ist begründet mit der zunehmenden enormen Teuerung aller Lebens­mittel in England.

Serbische Schreckensherrschaft in Mazedonien.

Serbische, von den Behörden unterstützte Bandeu- führer, nach Mitteilungen aus Mazedonien, üben eine wahre Schreckensherrschaft gegen die wehrlose bulga­rische Bevölkerung. Zahlreiche Dorfälteste und ver­mögende Leute wurden gefangengenommen, ins Ge­birge geschleppt, und seitdem fehlt jede Spur von ihnen. Komitatschis unter dem Befehl eines serbischen Haupt- manns brandschatzten Dörfer und führten alles Vieh und bewegliche Hacke der Einwohner mit sich fort. Die serbischen Behörden in Mazedonien haben eine Bekannt­machung erlassen, nach der die nach Bulgarien gefluchtete männliche Bevölkerung innerhalb dreier Wochen nach Mazedonien zurückzukehren hat, da sonst ihre Familien getötet würden.

Russische Flieger mit falschen Abzeichen.

Das BukaresterUniversul" schreibt: Die Russen haben gegenwärtig in Nowosielitza und Kischenew zwer Flugzeuge vom Typ Bleriot, mit denen sie häufig Flüge unternehmen. Die Flugzeuge trogen das deutsche Ab­zeichen. Das gerade nicht deutschfreundliche Blatt gibt also glatt zu, daß die Russen durch falsche Abzeichen die Oesterreicher und die Deutschen in den Kämpfen in den Karpathen irre führen wollen. Das beweist, daß die Russen nicht nur bei Jnsterburg, sondern auch in den Karpathen dieselbe Kriegsmoral befolgen, in dem sie ihre Flugzeuge mit dem deutschen Kreuz versehen.

Keine Verminderung der Rindviehbestände.

Wie das Wolffsche Büro von amtlicher Seite er­fährt, entbehrt das neuerdings verbreitete Gerücht, daß Anordnungen zu einer einschneidenden Verminderung der Rindviehbestände geplant seien, jeder tatsächlichen Unterlage. Vielmehr werden die Bestrebungen der heimischen Viehzucht, die Rindviehbestände durchzuhal- ten, namentlich and) für die Aufzucht eines genügenden Nachwuchses zu sorgen, von der Staatsregierung und den landwirtschaftlichen Körperschaften nach Kräften ge­fördert.

Mmliche lasen.

In dem monatelangen Stellungskampf gestaltete sich der Aufklärungsdienst besonders schwierig. Die Er­kundung der feindlichen Schützengraben, die meistens nur in der Nacht geschehen konnte, erforderte sehr viel persönlichen Mut, Unerschrockenhest und Gewandtheit. Im Revier der ersten Kompagnie des Rheinischen Land- wehr-Jnfanterie-Regiments Nr. 16 galt es zu erkun­den, ob und wie stark ein vor der feindlichen Haupt­stellung befindlicher Schützengraben noch besetzt sei. Als freiwillige Patrouille meldeten sich: Unteroffizier Schwimm aus Dtisseldorf, Gefreiter Glockenkamper, geb. in Wetter a. ö. R., zuletzt wohnhaft in Düsseldorf und Wehrmann Adams geb. in Hanöorf, Kr. Münster, zuletzt wohnhaft in Düsseldorf. Nachmittags gegen 3 Uhr machten sie sich an die Ausführung ihres Auf­trages. Es war beabsichtigt, einen Draht in den feind­lichen Schützengraben hinüberzuziehen, und damit der Kompagnie durch einen an den Draht befestigten Zettel möglichst schnell Meldung über den Befund des Gra­bens zu machen. Beim Vorspringen zerriß aber auf halbem Wege der Draht. Das Vorbringen des Drahtes durch einen vierten Mann gelang nicht, da der Feind ein lebhaftes Geweyrfeuer eröffnete. Die Leute krochen dessen ungeachtet weiter vor. Während es dem Ge­freiten Glockenkämper durch einen schnellen Sprung über die Brustwehr gelang, den feindlichen Schützen­graben zu erreichen, war dieses den übrigen Leisten nickt möalick da der Feind jetzt Salven auf die Pa- rM fortgesetztem Feuern des Feindes bahnten sie sich mit dem späten einen Weg durch die Brustwehr und gelangten so sämtlich inden zu erkundenden Schützengraben. Nachdem die Dammerung eingetreten war, kehrten sie zurück und erstatteten. der Kompagnie Meldung. Es war festgestellt, daß der feind­liche Graben bei Tage vom FLinde nicht besetzt war,

Es mußte nun festgestellt werden, ob der Graben des Nachts vom Feinde besetzt wurde. Der Wehrmann Kreter, geboren zu Ladeuburg b. Mannheim, zuletzt wohnhaft in Düsseldorf, meldete sich mit zwei anderen Kameraden zur Ausführung dieser Aufgabe. Kreter nahm einen Telefondraht mit, um telephonische Ver­bindung mit der Kompagnie im feindlichen Graben her­zustellen. Bevor aber dieses Ziel erreicht war, entglitt der Draht seiner Hand und schnellte zurück. Kreter wollte zur Kompagnie zurückkriechen, er verirrte sich aber. Er befand sich vor feindlichen Drahtverhauen, als plötzlich Leuchtkugeln vom Feinde abgeschossen wurden. Die Gefahr erkennend, warf er sich zwischen Herumlie- gende Leichen und kroch nach Erlöschen der Leuchtkugeln zurück. Auf dem Rückwege fiel er in ein tiefes Granat- loch, das halb mit Wasser und Schlamm angefüllt war. Beim Herauskriechen mußte er seine Stiefel im Stich lassen. Nun hatte er das Pech, in dem Bereich einer anderen Kompagnie anzukommen, wo er von den eigenen Kameraden beschossen wurde. Schließlich kam er aber doch wieder bei seiner Kompagnie an. Hier er­fuhr er, daß die Patrouille noch nicht zurückgekommen sei. Ohne Stiefel machte er sich sofort wieder auf den Weg und gelangte nun mit seinen beiden Kameraden in den feindlichen Schützengraben. Sie stellten fest, daß auch nachts der Graben unbesetzt blieb, daß lediglich eine feindliche Patrouille, von der sie aber nicht be­merkt wurden, einen Teil des Grabens abpatrouillierte. Auf Grund der gemachten Meldungen wurden nunmehr Sappen vorgetrieben und der französische Schützen­graben konnte von uns besetzt und zu dauerndem Stütz­punkt ausgebaut werden. Unsere Front wurde dadurch 200 Meter vorgetragen.

Am 20. August erhielt der Unteroffizier Hilpert aus Minderode (Grafschaft Hohenstein) von der 3. Es­kadron des Regiments Jäger zu Pferde Nr. 8 den Auf­trag, gegen den Feind aufzuklären. Gefreiter Winder- ler aus Beckelu, Kreis Sycke, Gefreiter Katzmarek aus Essen und die Jäger Arenz aus Oberwinter, Kreis Ahr- weiler, Bommel aus Zwestau, Kreis Fritzlar und Bahn­hof aus Dittelstädt, Kreis Erfurt, begleiteten ihn. Er ge­langte bis B . . . ., das ihm frei vom Feinde schien. Von einer Mauer aus, hinter der er abgesessen war, beobachtete er, als nicht weit davon ein feindlicher Offi­zier Herritt. Windeler und Jäger Vohnhof erschossen ihn. Hilpert saß auf, ,denn er bemerkte nunmehr einen ein gutes Dutzend starken Husarenposten, ging mit Hurra drauf, wobei zwei der feindlichen Reiter durch Lanzenstiche fielen: ein anderer wurde durch Hilperts Revolverschüsse getroffen. Der Lärm machte den Feind aufmerksam, er eröffnete aus den Wäldern jenseits des Dorfes heftiges Feuer. Hilpert wollte den jenseitigen Dorfrand, an dem er angelangt war, verlassen, wurde aber nun auch von vorne von wo er gekommen war unter Feuer genommen.

Er wollte nun nördlich nach N. ausbiegen, kam aber da in den Rücken starker feindlicher Stellungen. Ein Zurück gab es nicht, also Karriere durch! Die gauze Patrouille entkam mit heiler Haut. Sie hatte feindliche Infanterie in Stärke eines Bataillons und Kavallerie durchbrochen. Hilpert war imstande, der Division die wertvolle Meldung zu überbringen. Er wurde für sein schneidiges Verhalten mit dem Eisernen Kreuz ausge­zeichnet.

Vermischtes«

Keine Ochsen in den Straßen Berlins. In Au- lehnung an das Vorbild Münchens, wo man infolge des Pferdemaugels jetzt mehr Ochsen zum Ziehen von Last­wagen verwendet als früher, war die Anregung gegeben worden, auch in Berlin Ochsen vor die Lastwagen zu spannen. Der Berliner Polizeipräsident hat jedoch die beantragte Verwendung von Ochsen in den Straßen Berlins zn gleichem Zweck nicht gestattet. Ochsenge­spanne wären ein gar zu seltsamer Anblick in den Stra­ßen Berlins gewesen.

Drei Jahre Gefängnis für eigen Feldpo sträuber. Einen gröblichen Vertrauensbrnch ließ sich der Musiker- lehrling Henkel in Potsdam zuschulden kommen, der sich als Postaushelfer anstelle» ließ, weil er iu seinem Berufe keine Beschäftigung fand. Er eignete sich 17 Feldpostbriefe, die Zigarren und Zigarette» enthielten, an, entwendete ferner zwei auf dem Postamt anfgegebene Pakete und unterschlug 11 Postauweisungen im Werte von 400 Mark, die die in der Front stehenden Soldaten als Löhnnngsersparnisse an ihre Familien geschickt hat­ten. Die Potsdamer Strafkammer verurteilte ihn zu drei Jahren Gefängnis.

Was der Soldat in der Brust hat. Ergötzlich sind oft die Antworten, die man in den Rekrnrentnstrnktions- stunden zu hören bekommt. So ließ einst der Herr Ma­jor seine braven Pionierrekrriten vorführen, und mit scharfem Auge musterte der Gestreuge die Reihen seiner Schützlinge. Plötzlich umwölkt sich die Stirn des In­spizierenden.Heda, Mann, Sie hängen ja in Ihren Gelenken wie ein Bündel Flicken. Sagen Sie mal: Wa- tum müssen Sie denn eigentlich die Brust herausdrücken? Was haben Sie in der Brust?" Der Gefragte antwor­tet zuversichtlich:Luft!"So, Aha! Na, man wei­ter!" Und der Zeigefinger des Majors deutet auf den Nächsten:Was haben Sie denn in Ihrer Brust?" Nischt!"Und Sie?"Därme!"Na. Kinder, zu intelligent seid Ihr gerade nicht. Der Vorgesetzte rich­tet die Frage nun an einen jungen Mann, dem man die Singst von dem Gesicht ablesen kann.Set Herz!" lau­tet die Antwort. Schließlich fragt der Examinator, des langen Fragens müde, einen Einjährigen.Die Lun­gen, Herr Major," antwortete der junge, blondgelockte Bruder Studio im Königsrock. Da, zu aller Erstaunen, meldet sich aus der Reihe der Vaterlaudsverteidiger noch ein keck und frisch dreiuschauender Bursche.Nun, was wollen Sie, mein Sohn?" fragte der Herr Major.Wol­len Sie mir auch noch sagen, was Sie auf der SB ruft haben?"Jawohl, den Brustbentel, Herr Major," kam es seelenvergnügt über die Lippen des jungen Sol­daten. Man ersieht hieraus, daß auch der ernste Kriegs­dienst seine heitere Seite hat, und das ist gut so.

Die Kugel im Herzbeutel. Ueber eiue seltsame, an einem Soldaten vorgenommene Operation, die in ei­nem Hamburger Lazarett statlfand, berichtete Dr. Jenckel im Aerztlichen Verein zu Hamburg, wie wir einem Be­richt derDeutschen Medizinischen Wochen,chrift" ent- nehmen. Der Sitz der Kugel war zunächst nicht sestzu- stellen gewesen. In der Betäubung wurde nun der fünfte Rippenluorpel herausgeschnitten, aber auch letzt war von der Oeffnuna aus das Geschoß während der Horizontallage des Patienten nicht zu finden. Auch bei der Lagerung auf dem Bauch gelang es nicht, die Ku­gel, deren Sitz man nun hinter dem letzten Herzrohr seststellte, der Oeffnnng zu nähern. Der Pat ent wurde daraufhin aufgerichtet und im selben Augenblick fiel die Kugel von oben herab, auf den in den Herzbeutel ein­geführten Finger, und konnte nun ohne Mühe entfernt werden. Die Wirkung der Operation war erstaunlich. Der Kranke konnte sofort beinahe vom Operationstisch herunterspringen, sich anziehen und die Treppe hinauf in sein Zimmer gehen. Er füllte sich völlig wohl, und die Heilung ging rasch von stajtem

der Kamps um die Combres-HSHe.

Ein bayerischer Offizier veröffentlicht in denKieles Neuesten Nachrichten" eine Schilderung der seit Februar um die Combreshöhe tobenden Kämpfe. Er schreibt u. a.:

Der Tag, an dem die Combreshöhe der Schauplatz blutigen Ringens werden sollte, mußte kommen. Am rechten Flügel kam es schon zu öfteren Frontalangriffen und Handgemengen, denn die Franzosen lagen uns schon auf 10 bis 15 Meter gegenüber. An unsere mittlere Stellung, auf einer langvorgestreckten Bergnase, arbeite­ten sich die Feinde rastlos Tag und Nacht in vier Sap­pen heran bis zu unserm Drahtverhau. Wir gruben Abwehrstollen, denn die Franzosen begannen unsere Grä­ben zu unterminen. Es waren lange Stunden, Tage, Wochen unheimlichen Schaffens in und über der Erde, stets den Tod vor Augen. Der Tag kam immer näher, wo Explosion auf Explosion und Angriff auf Angriff folgen mußte. Die große Stunde schlug am 17. Februar. Am Morgen löste mich mein Kamerad Leutnant der Re­serve Heidenreich ab. Punkt 2 Uhr begann eine wahn­witzige Kanonade auf unsere Stellung und die dorthin führenden Laufgräben, die aus einem Hohlweg herauf- führten. Sämtliche Anmarschstratzen und herumliegen­den Dörfer der Woevreebene wurden mit dem verheerende sten, schwerstenSperrfeuer" belegt. Damit begann der grausame Höllentanz auf der Combreshöhe. Aus 180 Geschützen prasselte ein konzentrierter Granat- und Schrapnellregen, von unseren LeutenTrommelfeuer" genannt, auf unsere mit Mühe, Opfern und Ausdauer immer wieder aufgebaute Stellung von nur 150 Meter Frontbreite und 100 Meter tiefe. Mit Einsetzen der Kanonade hatten die Franzosen an vier Stellen durch Minen unsere vordersten Schützengräben in die Luft ge­sprengt. Nur einzelne Leute kamen blutüberströmt und verwundet zurück und meldeten, daß die Franzosen in mehrere, vollständig zerschossene Gräben eingedrungen seien. Leutnant Heidenreich hätte im letzten Augenblick befohlen, es solle sich retten, wer sich retten könne, er selber werde nicht von seinem Posten weichen, und wenn er dort sterben müßte. Bei ihm war noch ein blutjunger Fähnrich, eine Ordonnanz, ein Sanitäter, ein Aktiver und zwei Reservisten. Alle sechs weigerten sich, von ih­rem Leutnant zn gehen. Bei lautem Gebet ereilte sie bis auf einen Reservisten den Heldentod durch die ein- schlagenden Granaten. Unterdessen führte Leutnant Wei- gand den dritten Zug zur Unterstützung durch schweres feindliches Feuer vor. Aber es war für ihn und seine Tapferen, welche mit Hurra folgten, eitt Sturm in den Tod. Sie alle stürzten getroffen zu Boden und starben den Heldentod. Leutnant W. starb blutjung. Sein letz­ter Gruß zu mir herüber kam mit lachendem Munde und von kampfbegeisterten Augen. Allmählich gelang es mir, im Hohlweg eine neue Kampflinie zu bilden. Die andern Kompagnien des zweiten Bataillons rückten jetzt auch zugweise zur Uuterstützung in den Hohlweg, und abends 6 Uhr kamen auch schon die ersten Sturmbe­fehle zur Wieöeruahme der Stellung. Die Nacht ver­ging mit kleineren Erkundungen und Stnrmvorbereitun- gen unter großen Verlusten. Der Hauptsturm war für deu 18. Februar, morgens 9 Uhr angesetzt mit einstün- diger Artillerievorbereitung. Am Morgen Punkt 8 Uhr öegamt unser Artilleriefeuer, und um 9 Uhr konnten nur zuur Sturm antreten. Die Bayern sprangen aus dem Hohlweg heraus, drehten ihre Gewehre um und hieben mit dem Kolben dann auf die Franzosen ein, welche hän­deringend um Pardon flehten. Die Leute waren wie rasend. Die ganze Stellung war nach einer Stunde wie­der in unserm Besitz. Aber damit begann anch ein feind­licher Angriff nach dem andern. Vier Tage und vier Nächte wogte das Hin und Her. Und mit diesem Knmpfe begann das heiße und blutige Ringen um die Combres- Höhe, das Mitte März mit erneuter Kraft einsetzte und Anfang April sich zu Kämpfen größeren Stils in der ganzen Woevre-Ebene entwickelte.

Die Combreshöhe ist der mit am heißesten umstrit­tene Punkt dieser Schlachtfront, wo die Franzosen im­mer neue Kräfte einfetzen. So wurden in den letzten Tagen Gefangene gemacht von Regimentern, welche di­rekt von Paris nach Verdun geschickt, nach Combres in Marsch gesetzt und noch am gleichen Tage zum Sturm augesetzi wurden. Jetzt sind die Höhen von Combres die Höhen des Todes. Wenn die Franzosen schreiben, sie hätten Gräben genommen, so find es völlige zerschossene Schützengräben, in denen sie sich gar nicht halten kön­nen. Diese Kämpfe sind für die Franzosen mehr Fragell der Mnnitivu. Wenn die Franzosen wirklich mal Bo­den gewinnen, so ist es gerade zn unverantwortlich, mit welch unendlichen Opfern unwichtige Teile Bodecr von den Franzosenerobert" werden. Bis jetzt ist ihr Erfolg hier gleich Null, und wenn die Franzosen schreiben, sie machten in Eparges einen Sprung, so müssen wir hier draußen herzhaft darüber lachen, denn Eparges war im­mer von Franzosen besetzt, und den Sprung veranlaßt nur unsere Artillerie, welche da kräftig hmeinschießt.

Weitere Drahtnachrichten«

French und Joffre über Vpern.

$-£ Berlin, 26. April. Während die Oberste Heeres­leitung neue deutsche Siege bet Aper« meldet, verdreht der amtliche französische Bericht vom Sonnabend-Abeud die Tatsachen, welche den vorausgegangenen heftigen Kämpfen um das Dorf Lizerne zugrunde liegen. Die Kreuzzeitnug" bemerkt dazu: Die dreiste Ableugnung des deutschen Erfolges durch Joffre wagt French nicht mitzumachen. Er gesteht in seinem Berichte die enormen Verluste der kanadischen Division zu, und es ist nicht ohne Interesse, festzustellen, daß French die Franzosen für die 'Niederlage verantwortlich zu machen sucht.

Alle waffenfähigen Männer in Frankreich an die Front.

$-> Paris, 26. April. (WTB.t Der Heeresausschuß der Kammer nahm demTemps" zufolge, den Getey- entwurf Dalbiez an, wonach alle waffenfähigen Mann­schaften, die bisher zum Frontdictist noch nicht einbe- rüfen oder im Verwaltungsdienste des ^mates, eine» Departements oder einer Gemeinde angestellt waren, znm Frontdienst ei «gezogen werden. Die bisher nt der Verwaltung beschäftigten Mannschaften sollen durch Kriegsiuvaliden oder die Frauen, Mütter, Tochter oder Schwestern Gefallener oder verwundeter Soldaten er­setzt werden. ,

Bericht des türkischen Hauptanartlers.

^ Konstantinopel, 26. April. lWTB.) Das Große Hauptquartier meldet: Gestern vormittag eröffnete die rnssische Flotte zu Demonstrationszwecken ein Feuer außerhalb der Feuerlinie unserer Bosporusbefestigun­gen, das eine halbe Stunde dauerte, und zog sich unmit­telbar darauf in nördlicher Richtung zurück. Unsere Be- feftigungeu hielten es nicht für nötig, das Feuer zu er­widern.' Von den übrigen Kriegsschauplätzen liegen noch keine wichtigeren Meldungen vor.

Japan wird energischer gegenüber China.

6^ Lyon, 26. April. lWTB.) DerProares" er fährt aus Schanghai, daß der japanische Gesandte in Peking dem chinesischen Minister des Aeußern ein. dringliche Mitteilung überreicht habe, welche auf dc. gänzlichen Annahme der letzten revidierten Vorfchläg: Japans besteht. Altdernfalls würden die Berhand lnugen sofort abgebrochen werden.